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deshalb die Mahnung an alle Beteiligten: „Zeitig die Rechnungen a u S st e l I e n und pünktlich dieselben bezahlen !*
• Stadttheater. Morgen Freitag geht das bewährte wirkungsvolle Lustspiel „Aschenbrödel" von Roderick Benedix in Szene. Das Werk verdient eine freundliche Aufnahme, denn seine gemütvolle Handlung, sein köstlicher, natürlicher Humor unb die bekannten entzückenden Szenen im Mädchenpensionat zeichnen das Stück vor vielen neueren Lustspielen vorteilhaft aus. In der Haupirolle, der „Elfriede", finde) Fränl. Verben eine Aufgabe, die ihrer Individualität ganz besonders liegt. Neben ihr ist das ganze Damenpersonal beschäftigt und wären besonders zu nennen: Frl. Urban als „Jda", Fräul. Burchard als „Kuniqunde", Frau Wehn als „Ursula" und Frl. Jirsak «18 „Mutter Gertrud". Von den Herren sind hervorragend beschäftigt: Herr Merker, Herr Gehrmann, Herr Nauendorf und Herr Römer. Die Reaie führt Herr Gehrmann.
* Ehrend. Das Kaiser Friedrich-Museum in Posen hat dem Bildhauer Herrn Heinr. W edd ig (ein hanauer) in Berlin den Auftrag erteilt, zur Eröffnung des Museums eine Plakette anzufertigen.
* Zirkus Wilke. Die gestrigen Vorstellungen gingen unter großem Beifall bei erfreulich starkem Besuche vor sich. Die Bemühungen des Direktors Wille, stets neues zu bieten, haben somit Erfolg, was als recht erfreulich zu bezeichnen ist. — Heute abend findet wiederum eine sich jedenfalls recht glanzvoll gestaltende Vorstellung statt.
* Gefährlicher Ausgang. Einen tragischen Verlauf nahm kürzlich eine arglose Spielerei mit einem GlaSsplitter. Zwei befreundete junge Leute saßen zusammen am Biertische und der eine von ihnen schickte fld) an, einen Glassplitter mit dem Finger vom Tische wegzuwerfen. Der Glasspsttter traf jedoch das Auge seines Freundes und zerschnitt den Augapfel. Der ärztlichen Kunst ist es gelungen, daS Auge zu erhalten, die Sehkraft ist jedoch leider gestört.
** Eine Wette. Zu Neujahr wettete eine Stammtischrunde von 7 »der 8 Personen im „Frankfurter Bau" mit einem hiesigen Milchhändler, der dies bezweifelte, daß sie im Stande seien, 25 Liter Milch an einem Abend zu vertilgen. Die Verdauungswerkzeuge der Wettenden muffen von guter Beschaffenheit sein, denn die sonderbare Wette wurde am Montag abend zum Ausirag gebracht und von der Stammtisch- runde auch gewonnen, trotz der vsrangegangcncn NeujahrS- anstrengungen. Ueber die Folgen des in so ungewohnter Menge genossenen, bei Männern nicht lehr beliebten Getränks läßt sich unser Gewährsmann, der mit bei der Partie war, nicht weiter aus.
' Dom Lütterer Landfriedensbruch. Am 12. Januar findet vsr dem Reichsgericht in Leipzig Termin gegen die drei Angeklagten von Lütter statt, welche gegen das Urteil des hiesigen Schwurgerichts Revision eingelegt haben.
X Lattgendiebach, 6. Jan. (I agb) Gestern hielt die Hanauer Jagdgesellichaft eine Treibjagd in hiesiger Gemarkung ab. Es wurden nur drei Felder getrieben und sind 132 Hasen geschossen worden. Meister „Lampe" soll in diesem Jahre hier recht spärlich vertreten sein.
O Hochstart, 6. Januar. (Ehrend.) Anläßlich der 35. großen allgemeinen Geflügel-Ausstellung des Leipziger Gesiügetzüchtervereins vom 2.-6. Januar d. J. in der Turnhalle am Frankfurter Tor zu Leipzig wurden auch einige Züchter aus Hochstadt mit Preisen bedacht, und zwar erhielten auf Hühner: Herr Wilhelm Mankel auf schwarze Creve- coeur einen 2. Preis, Herr Wilhelm Rauch auf rebhuhnf. Wyandotte eine lobende Anerkennung; auf Tauben: Herr Wllhelm Mankel auf schwarze Lahore einen 1. Preis und auf gelbe Lahore einen 3. Preis, Herr Peter Lind II. auf Bruwerpener Schautauben einen 1., 2. und 3. Preis. Möge dieser schöne Erfolg den preisgekrönten Züchtern erneuten Ansporn geben, die Geflügelzucht zu hegen und zu pflegen und auch in rationellw:rtsLaftlichem Sinne ausbauen zu helfen, um fernerhin dem Hochstädler Geflügelzuchtverein Ruhm und Ehre zu bereiten.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 6./1. 7./1.
T«hr trocken Beständig
Schön 760,
Veränderlich
Stegen (ffihtb)750-
Viel Regen 740,
Sturm
780,
720’
7io"
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 7. Januar
9 Uhr 36 Minuten.
Ein Maximum von 775 mm lagert über Polen, eine Depression unter 762 mm nordwestlich von Schottland. In Deutschland wehen leichte meist südliche und südwestliche Winde, das Wetter ist kalt, vielfach neblig, sonst trocken.
Prognose für den 8. Januar: Fortdauer der herrschenden Witterung wahrscheinlich.
Donner-tag
Hauaaer Worein»- «. Nergnuanugsuachrtchten
fü" Donnerslai den 7 Jnnuar.
Kaufmännischer Verein H^nau: Aben S SV« Uhr: 4. Dortrag im Eaolbau .zum deu sch-n Hau- "
Turn- u. ^e*tf'ith: Ab-nd« 6—7 Uhr: Turnen ^er Damenab Teilung. Turngemeinde: Von 7Vi—8’/* Ubr: Turnen der Dnmenabteilunz; " von S1/«-10 Uhr: Turnen der Jueeudabttilung.
Turnqesellschaft: Abend« von 7—9 Uhr: Turnstunde.
»vang Männer- und Jünalin^sverein: Bibeli unde (Kn. Vereinohaus.) ^atbotitcher Männerverein : VereinSabend in der Nesi^"rn^r" Mobr". 5t Iosepb-Bauverein: MonmSversammIunq in der „St:dt Bremen". Techniker-Verein: VereinSabend in der Restauration Mohr.
Dramatisch -Uterarischer Verein „Melvomene" „zur Sonne": Lesuno. Labelsberaer Stenoaravben-Vcrei" im Kastbau« -n "» 3 Rindern" Abend« von 8—9 Uhr: Anfänaerkursu«, 9-10 UtbungSstunde, VerkebrStchrift.
ArendS'scher Stenogravhen-Verein „Concordia": (Rellouration .»ur Allemania'): Abends 8—9'/, Uhr: Uebuna, dann VereinSabend. Nationalstenoarapben-Verein: Lehr- u. IthnngSftunbe (Lokal: „Zur grossen Krone", Stembeimerstraße 26).
Gesanpverein „Fröhlichkeit": Singstunde im Vereinslokale.
Klub .Bavaria": Klubabend in her Restauration „Allemania". irrster Hanauer Fußball-Klub 1898: Klubabend in der Brauerei Kaiser, Erste Hanauer Poulegesellschaft ■ PreiSsvie: im .Deutschen HauS". Radfabrerverein Hanau 1885: Klubabend in der „Centralhalle". Radtayrerverein „Vorwärts": Zusammenkunft >m ßtaWoua ,z. Sonne". Konsulat Hanau der Allgemeinen Radfahrer-Union, D. T. C.: Versammlung im Restaurant Carlsberg"
Kegelklub „Tipp, Tipp": Abends 9'/, Uhr: Rest. z. „Gntm Quell- . ?oeffarr-Touristeuverein: Vereinsabend im Gastbaus „z. Elephanten". Feuerwehr-Vorstandssitzung in der Brauerei Beck.
Versteigerung»- etc. Kalender für Freitag den 8. Januar.
Hslzversteigeruna in her SönioL O erförftere' Hanau; Zusammenkunft vormitta-e von 10 Uhr ob in der Vaumann'schen Gastwirtschaft zu Bruchköbel (s. Ar. 303 „Hau. Anz"0-
Ans dem Gerichtssaal.
Sitzung der Strafkammer II vom 6. Januar.
Wilddiebe.
Am Sonntag den 9. August b. Js. hörte ein Förster in Wittgenborn in dem eine gute halbe Stunde von dort entfernten Revier „DachSberg" einen Schuß fallen und sah nicht sehr lange nachher den Taglöhner Konrad M., sowie dessen Stiefbruder Jobannes M. und seinen Stiefvater Ernst P. aus der bezeichneten Richtung kommen. Zwei Tage nachher machte ein Verwandter der Genannten bei der Fürstl. Forst- verwaltung eine Anzeige, daß die drei am Sonntag ein Stück Wild geschossen hätten, das Fleisch müsse sich noch bei ihnen vorfinden. Eine daraufhin bei den Leuten vorgenommene Haussuchung bestätigte dies und damit auch das längst bekannte Gerücht, wonach die drei der Wilddieberei nachgingen. Das Schöffengericht zu Wächtersbach verurteilte den Konrad M. zu 4 Wochen, den Ernst P. zu 6 Wochen, bett Johann M. und die Ehefrau P., welche das besagte Fleisch gerade in Kochwpf hatte, zu je 2 Wochen Gefängnis. Die Berufung der Angeklagten, welche das Fleisch „gefunden" haben wollen, wird verworfen.
Beleidigung.
Der Wiesenwärter S. zu Langendiebach hatte den Landwirt S. wegen einer Ueberiretung zur Anzeige gebracht, waS in letzterem eine große Wut auf den Wiesenwärter erzeugt hatte. Als daher am 2. September der Landwirt S. dem Wiesenwärter begegnete, rief er diesem schwer beleidigende Beschuldigungen, für die er keine Beweise hatte, nach. DaS Schöffengericht zu Langenselbold verurteilte den Landwirt S. deshalb wegen Beleidigung zu 3 Wochen Gefängnis, wogegen er Berufung eingelegt hat. Die Strafkammer gibt der Berufung auch statt und wandelt daS Urteil in eine Geldstrafe von 50 M. um, da eine Freiheitsstrafe bei dem unbescholtenen Vorleben des Angeklagten nicht am Platze sei.
Sitzung der Strafkammer I vom 7. Januar. Diebstahl.
„Sie können mirS ja nicht beweisen", meinte der Kuhschweizer R. aus Wimmus in der Schweiz im Untersuchungsgefängnis zu Karlsruhe, als er mit seinen Zellengenossen die Chancen abwog, ob er wohl freigesprochen oder verurteilt würde. Das, waS ihm bewiesen werden sollte, war folgendes: Am 12. Juni v. I. wurde in daS Wohnzimmer eines Ober« schweizerS auf dem Dottenfelder Hof, als dieser zwischen 3 und 6 Uhr morgens beim Melken war, ein gestiegen und auS der Kommode ein Geldbetrag von 145 Mk. und zwei Uhren gestohlen. Der Dieb war an einer an daS Fenster gestellten Stange in die Höhe geklettert, um in daS Fenster einsteigen zu können und mußte mit den Verhältnissen genau vertraut sein, da ein Uneingeweihter die Hindernisse nicht so geschickt hätte umgeben können. Der Verdacht lenkte ssch auf den oben« genannten Kuhschweizer, der bis zum 9. Juni auf dem Hofe beschäftigt gewesen war und gesehen hatte, daß der Ober- schweizer einen erheblichen Geldbetrag bekam und wo er ihn hinlegte. Er hat auch einem Zellengenossen im Karlsruher GesängniS erzählt, wie er daS Geld geholt und daß er es in Franksurt in lockerer Gesellschaft verjubelt und das Portemonnaie in den Main geworfen hat. Da er daS alles am Montag leugnete, so mußten noch einige seiner früheren Genossen im Untersuchungsgefängnis zu KarlSruhe, die jetzt im Zuchthaus in Bruchsal fitzen, herbeigeholt werden, um ihm seine unvorstchtigen Echwätzereien inS Gedächtnis zurückzurufen. Und weil auch seine mehrfachen Vorstrafen die ganz gleichen Geschichten, nämlich Einbrüche auf landwirtschaftlichen Höfen, auf denen er vorher beschäftigt war, betreffen, so gilt er bei Gericht doch für überwiefen und erhält 3 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht.
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______7. Januar
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X. Cafsel, 6. Januar. Eine alte Dame von 70 Jahren, Frl. Karoline Sallmann, Rentiere, vor dem Königstor wohnhaft. beging heute vormittag Selbsimord, indem sie aus einer Höbe von drei Stock sich in den Hofraum hinabstürzte. Als Leiche wurde sie dort aufgehoben. Schon längere Zeit hatte man an der Unalücklichen Spuren von Geistesstörung bemerkt.
FG. Frankfurt a M., 6. Januar. Der Sanitä's- nnlerosfizier Joseph Theodor Krusch von der 11. Komp., 80. Inf.-RgtS. (Hombnrg v. d. H.), hat sich in der Nacht vom 21. auf 22. November in der Revierkrankenstube zu gröblichen Aussckreimnzen hinreißen lassen. Er wurde heute in nichtöffentlicher Sitzung des Kriegsgerichts wegen vorschriftswidriger Behandlung und 'tätlicher Beleidigung von Untergebenen in 5 Fällen mit 4 Monaten Gefängnis und Degradation bestraft.
W. Darmstadt 6. Januar. Laut der „Darmstädter Zeitung" wurden ernannt: Siadipfarrer Eck in Darmstadt zum ordentlichen Professor der Theologie an der Universität Giefen, Oberlandcsgerichlsrat Hangen-Darmstadt zum Land- cer'cht'direkior in Mainz, Landgerichtsrat Fabricius-Mainz zum Oberlandesgerichtsrat.
K Kleltt-Welzhoim bei Seligenstadt, 6. Januar. Trotz deS heftigen Eisganges obliegen gegenwärtig die Seligen- siädter Fischer eifrig ihrem Gewerbe. Die Ausübung der Fischerei ist zwar angesichts des bedeutenden Treibesses mit begreiflichen Mühen und Gefahren verknüpf«; nichtsdestoweniger aber pflegen die fleißigen und gewandten Berufsfischer mit reichlicher Beute von ihren Fi'chzügen zurückzukehren. Gestern fiel einem Fsicher eine seltene Riesen-Barbe im Gewichte von annähernd 10 Pfund zur Beute. Ein gleiches Exemplar verfing sich erst vor einigen Wochen in einem Fischergarn. Die gegenwärtigen Fischbeuten sind vorzugsweise für den Freitags- Fischmarkt zu Frankfurt a. M., wohin sie wegen des Eisganges mittelst Trockenverpackung in Transporlkörben ver- srachlet werden, bestimmt. Ungeachtet deS vollständigen Mangels ihres naiürlichen Lebenselementes treffen diese Fische lebend an ihrem Bestimmungsorte ein.
Offenbach, 6. Januar. Ein Bab nun fall ereignete sich hier g stern abend zwischen 5 und 6 Uhr auf dem Hauptbahnhofe und brächte für sämtliche Abendzüge der Strecken Offenbach-Reinheim und Offenbach-Dietzenbach beträchtliche Betriebsstörungen. Beim Passieren der Hauptweiche zwischen dem Hauptbahnhofe und dem Ostbahnhofe entgleiste nämlich ein mit Grubenholz beladener Wagen deS Güterzuges 7799 und legte sich quer über das Bahngeleise, sodaß sämtliche vom H auptbahnbofe ausgehenden Züge in der Richtung nach Rein- Heim und Dieyenbach nicht aus'laufen konnten. Der Verkehr mußte durck die von jenen Endstationen kommenden Züge, die wieder zur Rückfahrt benutzt wurden, aufrecht erhalten werden. Dadurch erhielten die sämtlichen Abendzüge eine Verspätung. Der Zug Nr. 672 fiel gänzlich auS. Wie aus dem Rodgau berichtet wird, rief die ungewöhnliche Verspätung der Züge M den an der Bahn gelegenen Orten, die Hunderte von ArveirM ■ nach Offenbach entsenden, nicht geringe Bestürzung hervor.
FC. Alzey, 6. Januar. Der Bahnschaffner Keller wurde heute von einem Eisenbahnzuge überfahren und gelödtet.
Nus aller dielt.
Große Beruntreurmgeit. In Morges (Schweiz) macht die Verhaftung bei Buchhalters Burnod der dortigen Lagerhäuser Aufsehen. Burnod hat innerhalb 12 Jahren 211 665 Francs veruntreut. Er galt alS wohlhabend und hat vermutlich in Getreide spekuliert.
Riesenprozetz. In Tilsit steht demnächst ein Riesenprozeß ä la Nordenkötter bevor. Er betrifft den Magneto- paten Max Schröter, der seit zwei Jahren in Untersuchungshaft sitzt. Die Anklageichrift umfaßt 106 Seiten; 300 Zeugen und 75 Sachverständige find geladen. Der Prozeß dürfte drei Wochen dauern.
Bahnunglück. Der bei Willard (Kansas) mit einem ArbeitSzuge zusammengestoßene Personenzug ist vollständig zer» trümmert. Alle Reisenden wurden entweder getötet oder verletzt.
Die Newyorker Parsifal-Aufführung. Es ist interessant, zwei eingefleischte Bayreuthianer, Fuchs und van Rooy, den Oberregisseur und Amfortas-Darsteller der Newyorker Aufführung über die Gesamtleistung urteilen zu hören. „Ich glaube", sagte Fuchs zu einem Journalisten, „daß wir mit Befriedigung auf das Erreichte verweisen können. Niemand vermag zu leugnen, daß der Stil bei Werkes mit vollster Einheitlichkeit festgehalten erscheint. Ich habe nur ein einziges Manko auszustellen, ba8 allerdings durch die Verhältnisse un- abstellbar war und bleibt, das nicht verdeckte Orchester. Daß zwischen Bühne und Publikum auch nur die Person des Dirigenten sichtbar ist, eines so temperamentvollen überdies wie unser Herz, bildet für mich den einzigen Wermutsiropken. In allen übrigen aber haben wir Bayreuth erreicht, vielfach über- troffen. Die Dekorationen und Kostüme sind zum großen Teil das Schönste, was ich überhaupt in meinem Leben gesehen habe. Der Blumengarten insbesondere scklägt Bayreuth bei weitem. Darauf können sich die Wiener schon was ein» bilden. Wir aber können stolz darauf sein, daß wir bei allen Mitwirkenden wirklich das »ollste Ausgehen in ihrer Aufgabe erreichten. So und nur so ist das absolute Zusammenwirken hervorgebracht worden, welches Sie heute schon verfolgen konnten. Stimmung und Größe ist vorhanden, daS vermag kein Unparteiischer zu befireiten. Die technische Bewältigung aller Schwierigkeiien ist ja bei einer solchen Aufführung als selbstverständlich vorauszusetzen. Sie hat uns Arbeit, Aufregung, ja ich gestehe Ihnen, manchmal fast Verzagtheit gebracht. Aber woran man ja zweifeln konnte, ich selbst habe es anfangs auch getan, daß alle, alle bis zu den kleinsten Statisten herunter ihre AlltagSallüren, meinetwegen ihre Alltagsrouiine, ablegen und sich deS außerordentlichen, daS im Werke und seiner Aufführung liegt, so recht bewußt werden können, das ist erreicht worden so sehr, daß, wie ich glaube, Wagner selbst uns seinen Segen geben würde." „Gerne auch", meint van Rooy in seinem Vlämtsch-Deutsch, „denn wir haben wirklich ehrlich ge.