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französischen Regierung wesentlich Markt Hub verbessert worden .st, steht noch sehr bahnt. Das Unteeble-ben be8 Zaren- Besuches am italienischen Königshofe spricht bafür, daß die Beziehungen zwischen Rußland und Italien z. At. wohl korrekt, aber.jedenfalls nicht intim sind; daß die englisch-russischen Beziehungen alles eher als intim sind, pfeifen die Spatzen eom Dache. So scheinen die Bemühungen des Herrn Del- cassö, eine französisch-englisch-italienisch-russische Entente herbei- zufüwen, ziemlich aussichislos. Der französische Minister des Äuswärtigen möchte gar zu gern Deutschland isolieren, indem er mit allen andern Mächten kokettiert, aber er wird mell-icht noch am eigenen Leibe die Wahrheit des Wortes erfahren, mal etreint, qui trop embrasse".

Auch außerhalb des europäischen Kontinents hat die fran­zösische Politik keinen sichtbaren Eriolg aufzuweiten. Das Protektorat über Marokko, das Frankreich während der marokkanischen Wirren erstrebt und nahezu erreicht hatte, ist einstweilen nicht verwirklicht worden und es wird auch, nach­dem die Ruhe in Marokko der Hauptsache nach wiederhergestellt ist, in absebbarer Zeit kaum zur Verwirklichung gelangen.

Faßt man innere und äußere Politik zistammen, so darf man sagen, daß Frankreich durch das Jahr 1903 zwar ohne Nachteile hindurchgekommen ist, daß es aber andererseits auch nicht vorangekommen ist.

Oolitüebe ÄundfcbatL

Reichstsgsersatzwahl. Bei der gestrigen Reichstags- eriatzwahl im 22. sächsischen Wahlkreis Reichestbach-Auerbach wurden nach den bisherigen Zahlungen für Hoffmann (Soz.) 13 864, für Hinsbröch (natl.) 8682 Stimmen abgegeben. Es fehlen nur noch kleine Orte.

Der polnische R^ichstagsadgeordnete Korfaniy schreibt in seinem Blatte, die Polen müßten sich im Reichstag vom Zentrum trennen und sich der äußersten Linken an- s h ließen.

Der $att Heckenroth. Der evangelische Pfarrer Heckenroih zu Neuwied, der bekanntlich gelegentlich der letzten Landtag-wahl einen Pakt mit dem Zentrum schloß. hat nun­mehr gegen einzelne Personen, die ihn öffentlich beleidigt haben, die Klage angestrengt. Der siel erörterte Fall Hecken­roth dürfte deshalb in den nächsten Tagen die Gerichte be- schästigen.

Der blaue Dunst der Sozialvemokratte. Am 14. Dezember bemerkte der Abgeordnete Bebel auf die Frage des Reichskanzlers, wie er über den Zukunftsstaat denke:Die Frage nach dem sogenannten Zukunftsstaate stellen zu wollen, wo es selbstverständlich ist, daß überhaupt keine Partei, kein Staatsmann, kein Mm'ch in der Welt Pläne über einen künftigen Staats- und Gesellschaftsbau machen kann, dessen Gründungsperiode und die Bedingungen, unter welchen die Gründung erfolgen kann, in keiner Weise sich übersehen lassen, heißt Utopisterei treiben. Mit Recht bemerkte hierauf Graf von Bülow, Bebel habe über den Zukunstsstaat blauen Dunst ge­macht. Wenn die Sozialdemokraten darüber zur Rede gestellt werben, wie sie die für ihren Zukunftsstaat prophezeiten glück­seligen Zustände hervorrufen würden, so verweigern sie die Auskunft, weil sie es selbst nicht wissen. Inzwischen aber machen sie ihren Anhängern immer weiter blauen Dunst vor. So ist in demHamburger Echo" zu lesen: Der Geist des Menschiums feiert seine zeitlich höchste Offenbarung in dem Bestreben der Massen des arbeitenden Volkes, die von blöden Fanarikern und gewissen Egoisten ver­schrien werden alssozialdemokratische Umsturzbestrebungen", gerichtetgegen alle göttliche und menschliche Ordnung". Und doch ist ihr Ziel eine wahrhaft menschliche Ordnung, die den Geboten der menschlichen Gerechtigkeit in vollem Umfange ent­spricht. Buihören soll die Unterdrückung und Ausbeutung des Menschen durch den Menschen in jeder Form! Wahr­heit, schöne und volle Wahrheit werden soll die Gleichheit der Menschen, die Nächstenliebe, der Friede im Schoße der Nationen und der Völkerbund! Des Mammon fluchbeladene Herrschaft und der Fluch des Krieges sollen schwinden! Aus geläuteter

seine Schularbeiten ohne fremde Hilfe anfertigen und darf nicht mehr am späten Abend sich beim Lampenlicht die Augen verderben."

Ihr Lächeln wich einem ärgerlichen Achselzucken.

Nun sei nicht komisch, Albert! So ein großer Junge von acht Jak^en! Du übertreibst mal wieder mit deinen pä­dagogischen Grundsätzen. Man ist doch froh, sein Kind end­lich so weit zu haben, daß es selbständig denkt und handelt. Und Selbständigkeit, sagt Dr. Marie Hallig in ihrer letzten Vorlesung Selbständigkeit ist die Basis, die man seinen Kindern nicht früh genug beibringen kann."

Albert sah traurig in das flammende Antlitz seiner Frau. Er fühlte mehr und mehr die Erschlaffung von- Körper und Seele nach den langen, arbeitsreichen Winter monaten. So wür- war er, daß er nicht einmal die Kraft besaß, die gefährlichen modernen Neigungen seines Weibes einzurämmen.

Der Frühlingsrausch von vorhin war wie sortgeblasen. Nur die Veilchen hielt er noch in der Hand. Er wußte kaum, daß es Blumen waren, die er da so krampfhaft um» spannte.

Sie trat auf ihn zu, bittend, mit ihrem alten, lieben Lächelst.

Na bist ja gar nicht lo schlimm, alter Brummbär! Hast mit ja sogar Veilchen mitgebrackt. Die ersten dieses Jahr Berti! Soll ich sie nicht haben?"

Er war wie immer der Besiegte. Seine Finger lösten sich, gaben die Blumen frei und strichen dann in nersöser Hast durch das dünne Haupthaar. Seine Gedanken waren schon wieder bei der Arbeit.

Laß das Mädchen nur wieder abdecken, Annie. Ich esse nichts mehr," meinte er langsam.

Ab-r warum denn nicht, A-bert?"

Mir ist nicht so ganz wohl die alten Kopsschmerzen Du weiht ja, Annie."

Sie sah ihn ausmertsam an. Eine flüchtige Nöte durchzog

Mittwoch

Ieigeistiger Erkenntnis heraus soll jedes Volk sein unversähr- bares Selbstbestimmungsrecht betätigen, unwürdiger Bevor­mundung sich entzieh-n, selbst Herr sem-r G sM-ck' zu werden. Offenbaren soll die Arbeiterklasse die höchste und bedeutendste aller Wahrheiten: daß die Men Lheit auf die Dauer keinem ihrer Natur und ihrem Das inszwccke widerstrebenden Zwänge unterworfen werden kann, daß das Gesetz des Fortschritts mit eiserner Strenge und Konsequenz sie beherrscht." Wie man sieht, ist den fozialdrmokratischen ZukunsisstacUphantasien mit Vernunftgründen nicht beizukommen. Es wird auf die dreisteste Weise weitergeschwindelt und Utopisterei getrieben, obwohl dieGenossen" im Reichstage sich höchst entrüstet zeigen, wenn man sie befragt, auf welchem Wege sie denn derartige Ziele zu verwirklichen gedinken.

Bom Qt«$f£nnt> in Mimmitschatt. DasDresdner Journal" meldet: Am 4. Januar wurden im Raihanse von Crimmitschau von Geh. Rat Röscher Besprechungen mit Vertretern der Arbeitgeber abgehalten. In der Be prechung mit den Arbeitern wurden einige Vorschläge zum Einvernehmen gemacht, die jedoch in der später abgehaltenen Besprechung mit den Arbeitgebern nicht angenommen wurden. Infolgedessen geht der Ausstand zunächst weiter.

Ungarisches Abgeordnetenhaus. In der gestrigen Sitzung wurden die militärischen AusschreitUNM in Bilek be­sprochen. Honvrdminister Nyiri erklär die Berichte der Blätter seien vielfach übertrieben. Tatsache sei jedoch, daß infolge der Zurückbehaltung der Soldaten, die ihr drittes Jahr abgedient hatten, sich Unzufriedenheit bemerkbar gemacht habe und daß am 25. Dezember ein Fall von Verletzung der dem Borgesetzien schuldigen Achtung vorgekommen sei, sodaß 16 Mann arretiert worden seien. Die Untersuchung habe ergeben, daß die Wider­setzlichkeit planmäßig verabredet gewesen sei. Am 27. Dezember hatten Soldaten in einem Wirtshause in Bilek aufreizende Reden gehalten, weswegen gegen 7 ein Strafverfahren ringe- leitet fei. An den Ausschreitungen hätten insgesamt 60 Mann teilgenommen, es sei jedoch nur gegen 16 ein Strafverfahren eingeleitet worden. Auf eine Bemerkung des Abg. Rakowskp wegen dieser Milde erklärt der Minister, daß, wenngleich die Verletzung der Disziplin nach militärischen Vorschriften ge­ahndet werden müsse, doch die mildernden Umstände berück- sichtigt werden müßten, die in den außerordentlichen Verhält Nissen begiündet seien. Das Haus nahm darauf mit 16.1 gegen 51 Stimmen die Vorlage über das Rekrntenkontingent in der Generaldebatte an.

Ermordung eines n.tgarischen Abgeordneten. Der liberale Abgeordnete Paul Eremils ist heute vormittag in Nagy-Kikinda von zwei Bauernburschen durch Revolver­schüsse und Hiebe mit eisernen Stöcken ermordet worden. Der Beweggrund zu dem Morde ist Rache. Der Vater der Mörder hatte einen Prozeß gegen Eremits verloren.

Samische Beschwerden. Ein Teil der Bevölkerung der Insel Samos hat telegraphisch beim Sultan über den Fürsten Mavroyeni Beschwerde erhöhen und auch durch die fremden Konsuln auf Samos dle AWnerMmknt der Bot­schaften in Konstantinopel auf die auf der Insel herrschenden Zustände gelenkl. Die Beschwerden sind veranlaßt durch die Opposition der Führer der Kammer, Sosulis und Stamatiades. In Vathy und anderen Orten der Insel sind Kundgebungen gegen den Fürsten veranstaltet worden, die jedoch ruhig ver­laufen sind.

Die Revolution in Uruguop. Reuter meldet aus Montevideo vom 4. Januar: Die durch die revolutionäre Be­wegung geschaffene Lage ist ernst. Die telegraphische Ver­bindung ist unterbrochen. Die Regierung erließ einen Befehl, nach dem es niemand gestattet ist, das Land ohne Paß zu verlassen. Alle Nationrüruppen werden nach dem Innern des Landes geschickt, da man glaubt, daß die Aufständischen jenseits der brasilianischen Grenze Unterstützung erhallen.

Mus aller Weit-

Eine Episode aus dem Eheleben der verstorbenen Prinzessin Mathilde Bonapane erzählt dieNeue Freie

ihr Antlitz. Es war, als wolle sie noch etwas sagen, etwas Bedeutsames, Liebes. Doch es klingelte draußen, und gleich darauf kam das Mädchen mit der Meldung, daß unten vor der Tür die Baronin im Wagen säße und auf die gnädige Frau warte.

Da nahm Annie nur hastig des Gatten Hand.

Heute wird's vielleicht später, also ängstige Dich nicht. Geh ruhig schlafen, falls Du vorher mit Deiner Arbeit fertig wirst."

Er nickte und lauschte ihren leichten, schnellen Schritten draußen. Dann schüttelte er mit sich selber unzufrieden das Haupt und ging zu Erich hinüber.

Er arbeitete mit dem Knaben, überhörte seine Lektion und stand auch noch dabei, als sich sein Junge entkleidete. So hörte er auch, daß Erich vor dem Einschlafen noch das alte, kurze Kindergebetchen sprach, das ihn Annie vor sechs Jahren in ihrem jungen Mutterglück gelehrt.

Der Mann küßte den Knaben in auffallender Zärtlich­keit. Und er mußte darüber Nachdenken, wie lange wohl Annie nicht mehr des Abends so an ihres Kindes Bett ge­sessen hatte.

Annie saß im Wagen neben der Baronin und lächelte. Wie schon das war, den weiten Weg bis zum Vereinshans auf seidenen Polstern zurückzu'egrn.

Ich bin Ihnen so dankbar, beste Baronin, daß Sie mich abgeholt haben. Und Frau Geheimrat Wächter? Wollen Sie nicht auch an ihrer Womung anhallen lassen?"

Die Dame nickte. Ein ungewohnter Ernst lag über dem so lebensfrohen Antlitz.

Ja, ich tat eS bereits heute morgen, weil ich wegen der Aufnahme in den Vorsta b mit ihr sprechen wollte. Und nun denken Sie sich meinen Schreck, wie ich mich mit einem Male in einem Trauerhause befinde. Ganz plötzlich ist der Geheim- > rat gestern abend gestorben. Die arme Frau ist fassungslos, i

___________ 6. Januar

^,.uu^,..j^.inBaM«KiiiiiniiMiwiiiwi»wiiiii^^^^...................................... um»r Presse". Die schöne Prinzessin heiratete mit neunzehn Jährest den Grafen Anntole Demidow, einen der reichsten Männer seiner Zk t. D^ Hochzeit wurde mit großem ^(nn^e voll­zogen, unb ein namhafter Künstler modellierte b-e Hände von Braut und Bräutigam, die in Marmor ausge'ührt^ mit der Jn'chriflAuf ewia" versieben wurden. Demidow brächte seine junge Frau nach Petersburg, um in der runitoen Hof- gescllschafi mit ihr zu prahlen. Was zwischen den Ehegatten verfiel, blieb unbekannt; später bat die Prinzessin ihren Gatten im Gespräche nie anders alsle Moscovite" ge­nannt, und sie wollte ihm damit keinen Schmeichelnamen geben. Die Petersburger Galion hatte ihren Höhepunkt er­reicht, der Hofball sollte mit großem Glänze abgehoben wer­ben. Gräfin Demidow ließ sich eine pompöse Toilette an fer­tigen, ihr reicher Schmuck wurde bereii^Ieat, aber der Gras sprach ein strenies Verbot aus sie düsse dm Ball nicht besuchen.Nous verrons", dachte Mathilde, und wartete, bis der Schlitten mit dem Grafen nach dem Wart rpalais ge­fahren war, dann begann sie Toilette zu machen. Die Vorstel­lungen im Palais waren zu Ende Zar und Zarin sollten eben an der Spitze des Hofstaates durchs Spalier der ver'ammelten Gesellschaft in einen anderen Saal sich begeben da erschien im Türrahmen des Saales die hohe schlanke Gestalt einer Dame in ausgesuchter Toilette, das strahlende Diadem im blonden Haar. Befremdend wirkte, daß sie über dem tief- befolletierten Kleid aus weißem, silbergesticktem Atlas eine dichte Tüllschärpe trug, die sie mit einer Hand über der Brust zu- sammenhielt. Graf Anatole Demidow trat vor, er hatte feine Frau erkannt. Sie rauschte achtlos an ihm vorüber und schritt durch die atemlos diesen nngewöhnlichen Vorgang beobachten­den Anwesenden bis dicht vor das Kai^erpaar. Vor dem Zaren ließ ste sich auf beide Knie nieder, nahm den Schleier von Brust und Rücken, faltete bittend die Hände und stammelte französisch:Stre, befreien Sie mich von dem, der mich so be­handelt." Dabei beugte sie den Kopf tief, daß der schöne weiße Rücken entblößt vor dem Zaren die Spuren grausamer Mißhandlungen zeigte. Er war über und über mit blutroten Striemen bedeckt, die sich von der zarten weißen Haut grell abhoben. Man weiß, daß Zar Nikolaus, der zugleich der Onkel der Prinzessin Mathilde war, sich warm ihrer annahm, eine Scheidung von Demidow bewirkte und ihm befahl, ihr eine jährliche Apanage von einer Viertelmillion Francs auszusetzen.

Ein verlorener Riesenprozetz. Helle Ausregung herrscht gegenwärtig, wie aus Oberschlesien geschrieben wird, in der etwa 12,000 Einwohner zählenden Jndustriegemeinde und Kreisstadt Zabrze wegen eines verlorenen Riesenprozesses. Mit dieser Gemeinde bilden die unmittelbar benachbarten Jn- dustriegemeinden Klein-Zabrze und Dorotheendorf eine Schul- sozietät. Es hatte sich nun herausgestellt, daß diese beiden Gemeinden im Laufe der letzten dreißig Jahre an die Ge­meinde Zabrze 200,000 Mark beziehungsweise 100,000 Mk. katholische Schulsteuern zu viel gezahlt hatten. In völliaer B-kL-I» Verkennung der Lebensweisheit vom mageren VeMMd fetten Prozesse wurden alle Vergleichsvorschläge von Zabrze glatt zurückgewiesen, sodaß es zum Prozesse kam, in dem jetzt der Bezirksausschuß zu Oppeln das Urteil dahin gefällt hat, daß die obigen zu viel gezahlten Steuern an die Gemeinden Klein-Zabrze und Dorotheendorf zurückgezahlt werden müsse«, anßerdem hat Zabrze auch noch die zirka 85,000 Mark be­tragenden Prozeßkosten zu decken. Da sich diese Gemeinde ohnehin schon in recht mißlicher Lage befindet, so bedeutet dieser Prozeßausgang den Zusammenbruch der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Diese Situation tritt unter anderem da­durch zu Tage, daß zahlreiche Besttzer ihre Grundstücke zu Spottpreisen ausbieten, um dem Orte so schnell wie möglich dm Rücken drehen zu können; auch der Gemeindevorsteher Römer hat bereits sein Entlassunqsaeiuch eingereicht.

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Kannten Sie ihn nicht auch, diesen starken, sonst so gesunden Mann?"

Annie nickte.

Flüchtig ja. Aber wie ist denn das nur möglich?"

Ein kalter Schauer rann über sie hin.

Die Baronin zuckte die Achseln und lehnte sich wieder in die Polster zurück.

Sie fragen wie ein Kind, Liebste. Wie schnell kommt so etwas! Heute rot, morgen tot! Jedenfalls war's ein Herzschlag, der den Geheimrat hinweggenommen. Seine Frau ist im Theater, geht noch ganz vergnügt mit einer Freundin fort und läßt ihren Mann kerngesnnd zurück. Um Mitternacht, als sie heimgekehrt, sitzt er znsammengesmiken im Stuhl, so daß sie glaubt, er schläft. Sie ruft ihn, schüttelt ihn ich sage Ihnen, meine liebe, kleine Frau, so etwas von Verzweiflung habe ich noch nicht gesehen. Die Witwe hat geschluchzt, als ob sie ruiniert wäre. Und was denken Sie bet Mann hat die denkbar günstigsten Verhältnisse zu- rückgelassen. Vermögen, die gute Pension, alle Art Versiche­rungen und keine Kinder. Was will man mehr?"

Annie zitterte am ganzen Körper.

Und und auch gar nicht vorher über irgend eine Schwäche hat der Geheimrat geklagt?"

Die Baronin nahm ein paar Konfitüren aus einer Schachtel und bot auch der jungen Frau davon an.

Annies Finger rührtm sich nicht.

Geklagt? Nicht daß ich wüßte. An Kopfschmerzen soll er häufig gelitten haben. Aber waS haben Sie denn nur, warum pr ssm Sie denn Meinen Arni?" unterbrach die Baronin ihre Antwort.Da nun liegt die ganze Schoko­lade unten!"

Annie schüttelte nur stumm den Kops und drückte sich mehr und mehr in ihre Ecke hinein.

Sie können wohl auch nichts vom Sterben hören, meine liebe, junge Frau? Na ja, schön ist das wirklich nicht,