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5. Januar

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Es ist schon wiederholt über be­merkenswerte Fälle berichtet wor­den, in denen ganze Häuser von einer Stelle zur anderen, mehr oder weniger entfernten, fo-ibewezt wurden. Daß ein Haus aber 160 Fuß bochgehoben wurde, dürfte bisher wohl einzig d'stehen. Das unter dem NamenBrown-Haus" bekannte Gebäude, mit dem dieses Experiment vorgenommen wurde, steht fest langen Jahren am Fuße der abschüssigen Uferfelsen des Mo- usngahela-Flusses in den Verei rügten Slaatm von Nordamerika. Die Balt more and Ohio Railway Company hat nun den Boden, auf dem das Gedäude stand, ge­kauft, und die Besitzer des letztere' fanden auf dem Gipfel der Füs-u, 160 Fuß über dem früheren Ban gründe, ein geeignetes Terrain und beschlossen, das Gebäude dort oben­hin zu transportieren. Die Schwie­rigkeiten, die sich diesem abenteuer­lichen Unternehmen entgegenstellten, waren ganz bedeutende, um so mehr, als das Haus 85 Fuß lang und 40 Fuß hoch ist und 800 Tonnen wiegt. Zuerst wurden acht Balkenlager von 12x 16 Zoll ' Stärke und 85 Fuß Länge kon rstruiert, die durch etwa 200 7 < zöllige Stahlbalken verb mden waren ,Jn der Vorderseite des Felsens wurden dann vier Stufen in Ab- ständen von je 30 Fuß angebracht. Das Gtbäude wurde durch Hand- ' winden gehoben und die acht Bal- kenrerüste unter das HauS geschoben. Durch Abieifungen mit 8-wlligen Balken und mit Hilfe schwerer Kelten wurde das Gebäude f-stgeha'»en und so zunächst bis zur ersten Stufe gehoben. Dann wurde ein zweiteskH" bis zur nächsten Stufe gebaut und so fort. Ungefähr 20 000 ,Hebebalken

Die Zahl der hei dem Brande des Jroquois-Theaters umgeksm- menen Personen erweist sich noch größer als am Tage nach her Kamstrovhe angenommen worden ist. Eine neueste Dev-sche aus Edicago spricht von 587 Toten. Ungeheures Leid ist in diesen Z ffern su^gedrückt und diese« sei» ist nicht wie ein unausweichliches Ver­hängnis, als ein unseliger Zufall über die verbrannten Väter, die zertretenen Kinder hereingebrochen, nein, schweres, menschliches Ver­schulden bat es BerbeigefüM. Berichte von Auqen^eugen der Katastrophe.

Ueber die furchtbaren Szenen die sich bei dem Brande abspielten, liegen heute bte Erzählungen olu Augenzeugen vor. Bis^of Faller; von Caicago, der am Theater ge­rade vorüberging, als bet Brand ausbrach, erklärte, er habe noch nie einen solchen Anblick gesehen, obwohl er auf so manchen Schlacht­feldern im Bürgerkriege geweilt habe. Er eilte mit einer kleinen Laterne, wie die anderen Retter, in8 Innere, wo in pechschwarzer Finsternis imi .elften Range gekrümmte und blu­ten c>e Menschenkörper zehn Fuß hock lagen. Den schrecklichsten Anblick 8 boten die vielen kleinen Kinder, die W gelötet belagert. Eine Dame, welche " eine Loge hatte und sich m?rk L würdiger- Weise mit der ganzen M Familie retten konnte, schildert die H

Szene d:s Ausbruches der Panik * wie folgt: Ich war wohl die erRe, feie das Flämmchm sah, und machte die anderen in der Loge darauf aufmerksam. Einer der Schau­spieler ^erschien vor dem Vorhang und bat das Auditorium, die Plätze nicht zu verlassen. Ich blickte den Zuschauern ins Gesicht, und blitzartig kam mir der Gedanke, wie viele Kinder da »aßen. Ich sah ihre kleinen Gesichter mit ahnungslosem Interesse aufleuchten und die Augen sich weit öffnen, als sie die Dekorationen brennen sahen. Jetzt standen die ferne auf der Galerie auf und reckten sich vor, um das Feuer besser seyen zu können. In diesem Moment schrie eine Frau hinten

unter den Zuchauern:Feuer!" Das Wort machte alleS verrückt. Das Publikum stand auf wie ein Mann, mit wahn­sinnigem Schrecken erfüllt, und stürzte sich wie besessen den AuSgängen zu. Im Theater waren nur wenig Männer, aber Iah mehrere Männer, die Frauen wegdrängten und Kinder niederstießen. Viele Kinder sah ich unter den cn der Drängenden verschwinden, sie standen nicht miebtr auf. Ein ^rr Alex nder Revell hatte, wie eine Depesche der Frank-

Zenung berichtet, seine kleine Tochter mit einer Zofe ins D,^ater geschickt. Er kam gerade, als die Zofe mit dem Kind ^«»e® lief dann hinein, um zu retten. Er er- ,T\ M er den Anblick auf dem Balkon zu entsetzlich fand vinouLeilte. Frauen und Kinder lagen tot mit geballten

Dten-Iaa

wurden zu der Arbeit gebraucht. Die Kosten der Hebung des Hauies dursten indessen die Baukosten für ein neues Haus w-sentlich übettreffm, so daß der Versuch nicht sehr zur Nach­ahmung ermuntert. ®

Der Theaterbrind in Chicago

Die Hauptfassade des Jroa«oi--Theaters in CZieago.

Fäusten, als ob sie sich einen Weg zur Sicherheit hätten bahnen wollen. Der Schauspieler Herbert Cawtborn, w lchet auf der Bühne gewesen war, erk ärt- dieser Bericht ist wegen der Sckuldfrage besonders bemerkensw'rt er fei positiv fiberi zeugt, daß ein Calciumlicht den Brand verursacht habe. So'dje Lichter würden b-mützt, um eine Monücküiüzeni herzustellen. Gnade ^a^e ein Sänger im zweiten Akt das F edIm bleichen Mondlicht" ongefangen, als bemerkt wurde, daß am B itzlicht- apparat etwas in Uno-dming neraten sei. Die Zuschauer konnten noch nichts sehen, da daS Calciumlicht zwölf Fuß höher als der Vorhang war. Das Blitzlicht spritzte Funken und setzte den aufgezogenen Vorhang in Brand. Der Feuerwehr­mann, der nach dem Geetz stets anwesend sein muß, fei dann auf die Bühne gesprungen und kabe mittels des chemischen Apparats zu löschen versucht, jedoch so ungeschickt, daß die Chemikalien in der dem Feuerherd vollstärbig entgeqenzesetzien Richtung flogen. Atzt li-ß der Danktor des Theaters, Foy, den Asb-stvorhang herab assm. Dieser konnte aber nicht weiter gebracht werden, als bis zur M tte. Dort saß er fest. Als die Bühnenanqestellwu ihn nicht weiter bringen konnten wurden sie auch von der Panik ergriffen und liefen hinaus.

Hue aller Melt.

Datevmoltd Den Schavplotz eines furchtbaren Ver­brechens bildete das kleine friedliche Dorf Haien bei Leer in Oftfriel'anb, wo'flbst der 23jäbrigt FabrikrrbeiterPnvven, wie man von bort mitte-tt, seinen v rwitweten Vater, den Kolonisten Joh. Povpen, aus E sersucht niederschoß, weil dieser angeblich die Braut des Sohnes heiraten wollte. Von anderer Seite wird über dieses tragische Familiendrama io'gendeS berichtet: Der sechziajäbrige Vovpen hatte ein Verlältnis mit einem 19jäbrigen üb-lbelevmundeten Mädchen, das er zu heiraten gedachte. W-ocn dieses Planes war es zwischen Vater und Sohn bei öfter-n zu ernsten Auftritten gekommen. Aud am Samstag war zwischen den beiden wieder ein Wortwechsel ent­standen, der schließlich in Tätlichkeiten nusartetr. BiS bet Vater seinen Sohn m;t einem gro' en Messer bedrohte, griff die'er zu der an oer Wand hängenden Jagdflinte und legte auf den etwa 60 Ja^re alten Va>er an. Plötzlich krachte ein Sch' und der alte Poppen stürbe tot zu Boden. Die Kugel war ihm durch den Hals gedrun-en. Der Vatermörder wurde verhaftet und in das Gerichtsgesä"->n!s zu Leer einqeliefert.

All dtzlrmmen. Bei einer Weibnachlsausfü^rung stellte die Tochter beA Kaserneninspektors Ziebich in KönigSbrück i, S. denWmler" bar. Mit einem aus Watte gearbeiteten Man­tel agetan, wollte sie die am Christbaum bäugenden Geschenke verteilen. P'ötz ich fing das leichtentzündliche Gewand an den Kerzen des Baumes Feuer und innerhalb weniger Sekunden stand die Bedauernswerte in Flammen. Sie wälzte sich wie raiend auf dem Boden, während der Vereinkvorsitzende, Schloß-, Portier Hofmann, ibr das brennende Gewand vom Leibe zu reisen suchte. T'e Flammen konnten aber uicbt e&er völlig et= st ckt werden, als bis man die gräßlich Zugerichtete über und über mit Wessw b-goß. Ihre Verletzungen sind so schwer, daß an ihrem Aufkommen gezwejselt wird. In bob-m Grade bedenklich ist auch Schlosportier Holmann zugerichtet. Kopf« und Barthaar ist fm wegaelcnkt, die Haut von den Händen gebrannt und Brust uns Leib zeigen große Hautdefekte.

Räuberunwefen in Jtiilken. Die Polizisten über« rauften in der Nähe von Baissaeguina (Italien) den berüch­tigten Räuber Mi.io mit fünf Kameraden. Nach einem heftigen Kampf wurde Mirto getötet und die anderen fünf ge­fangen genommen. Von den Polizisten wurde einer getötet und drei verwundet.

Thealerbrand. Das Opernhaus in Mount Sterling in Kentucky ist niedergebrannt; zwei Personen sind dabei um- gekommen.

Hin nobler Gewinner des großen Loses. Der Gewinner eines Di-rtels vom großen Lose der letztge« zorenen Preußischen Klassenlotterie, der Nastwirt Daruth in Alibüite bei Soontanfe (Kreis Czarn kau), hat zwei Brief­trägern sciues Ort-s die Summe von je 5000 Mark zum l^eteent gemacht. Die beiden Beamten hatten nämlich als Mitspieler an dem Glückslose die ersten vier Ziehungen be­zahl», 1 aten jedoch, ihn§ Pechs wegen, vor der Hauptziehang vom Weiier'pielen zurück.

Eine gigantische Kelrat. In Frankreich erregt gegenwärtig ein Riese namens Baviiste Hugo großes Auf- s-khen im wirklichen und im übertragenen Sinne des Wortes. D r Franzose Hugo taun dem Russen Machnow frei und offen ins Antlitz schauen, und beide zusammen verkörpern die riesige Frcund'chalt, die zwischen Frank eich und Rußland herrscht. Um nicht all in brr^l Leben zu schreiten, hat sich Hugo jetzt eine Braut zugelegt, natürlich gleichfalls in R esenformat, die Braut heißt Aanes Uocn, ist 20 Iakre alt, stammt aus New- Dork und ist die Tochter eines reiten Landwirts. Bald nach ihrer Verbeirotuna wollen Baptiste Hugo und Agnes Dorn die Niesenmitg'ft beanspruchen, die ein vor drei Jahren verstorbener Mill-onär in Rouen für riesenhafte E epaare hinterließ, um die Welt mit einem neuen Rielengeschlecht zu beglücken. Bap» iiste Hugo und Agnes Sj ien dürften jedoch mit ihren An­sprüchen zu spät kommen, denn die Stabs Rouen hoi, wie un­längst gemeldet wurde, ht gütlicher Uebereintunft mit den natürlichen Erben des merkwürdigen Erblassers die Erbschafts- sache io geregelt, daß für Rieten brbei nichts mehr abfällt.

Noch silimpsllch abgelaufe«. In Winningen an der Mo'cl geriet infolge SLeuwerdenS der Pferde der Wagen eines Arlillerieofsiz'krs aus Koblenz auf der Fähre mit seinen 5 Jnwssen in die z'emlich stark Eis führende Mosel. Sämt­liche P rionen konnten mit vieler Mühe gerettet werden und sind ontetinenb außer Lebensgefahr. Die Pferde wurden tot ans Land gezogen.

Bändel, Gewerbe und Verkehr»

Konkurserössnnnktn.

F = RröffnungStermin; A. = Änmeldefrist-MIauf.

Rudolf Drieger, Berlin (Amtsgericht I. 81. Derin); E. 80. De ember, A. 20. Februar. Theodor Büttner. Kaufmann (Th. Büttner), Berlin (AnnSgericht i. 81. Berlin); E. 80. December, A. 20. Februar. Ferdinand Schock, Kaufmann, Duisburg fA^tS- gericht Duisburg); S. 29. Dezember. A 12. März. A. A. Chr. Müller Wwt. (Aug. Müller), Hamburg (Amtsgericht Hamburg); E. 30. Derember, A 8». Januar.) Chaim Migde«, Weiß- und Wollw., Neuenschönef. (Amtsgericht H. A. 1. Leiszig); E. 3u Dczbr., A d. Februar. Carl Friedr. Pfeil, Schuhwarena., L^Kleimtsch. tAmtsgericht IT. A. 1. Leipzig); E. 30. Dezember, A. 18 Januar. A. Pj Bertha Groß, Matcrialwarenb., Mittweida (AmtS-ericht Mittweida); E. 30. Dezember. A. 6. Februar. Hermann Som­mer, Kaufmann, Mühlheun (Amtsgericht 1. Mühlheim a Rb.): §. 29. Dezember, A. 25. Januar. Ludwig Rabl, Holzhändler f, München (AmtSgerickt I. B. München); E. 28. Dezember, 5L 18. Januar. Johann Berger, Schnittw., Wilgrund «AmtsgerichtNeu­stadt O.-S); t-. 29. Dezember, A. ^. Februar. Kurt Block, Kfm., Oberglogan (Amtsgericht Oberglogau ; E. 29. December, A 29. Jan, Heiur. V. Chmara, Kaufmann, Schroda (Amtsgericht Schrova); E. 29. Dezember, A 1. Februar. JohS. M..Hansen, Delikatessen, bandlung Sonderburg ^Amtsgericht 1. Sonderburg); E. -8. Deiember. A. 2h. Januar. K. F. A. -Ha du. Raunn. (Albin Hahn), Zwickan (Amtsgericht Zwickau); E. 28. Dezember, A. 18. Januar.

Schiffsbericht-.

Bremen, 2. Januar. Der Vampstr bei Norddeutsch«

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