Einzelbild herunterladen
 

Seite 6

Dienstag

23 Dezember

Süd-Mandschurei beiwohnte. Nach der Parade fand bei dem Oberkommandirenden der russischen Land- und Seetruppen in Ostasien, Generaladjutanten Alkxejew ein Frühstück statt, wo­bei der Generalgouverneur von Mulden einen Toast auf Kaiser Nikolaus II. ausbrachte und betonte, daß die Erhaltung der Freundschaft zwischen den Kaisern von Rußland und von China für das Wohl der beiden Mächte unendlich wichtig sei. Hierauf toastete General Alexejew auf den Kaiser und die Kaiserin-Wittwe von China.

Die Empörung in Marokko. Der Sultan sandte, wie aus Tanger gemeldet wird, alle verfügbaren Truppen nach T a z a und gab bekannt, daß er beabsichtigte, die Auf­ständischen gänzlich zu vernichten.

Danctel, Gewerbe und Verkehr.

* Hafenbahn in Offenbach a. M. Die etwa 2 Kilometer große Eisenbahnlinie, welche die Verbindung zwischen dem Offenbacher Hafen und der Station Offenbach a. M. der Frankfurt-Bebrear Linie herstellt, ist am 22. d. Mts. dem Be­trieb übergeben worden. Nachdem am 24. August 1901 die Großschifffahrt auf dem kanalinrten Main bis Offenbach er­öffnet worden ist, bedeutet die Betriebseröffnung der Hafen­bahn das Schlußstück in der Nutzbarmachung der neuen Wasserstraße. Der hessische Staat hat für die Kanalisation der Mainstrecke FrankfurtOffenbach rund l1/» Millionen, die Stadt Offenbach für Quai und Hafenbauten, sowie Hafen­bahn insgesammt rund 3 Millionen Mark aufgewandt. In erster Linie zieht die Offenbacher Industrie aus dem mit so bedeutenden Kosten hergestellten Unternehmen den Vortheil einer Frachtersparniß bei ihren Kohlenbezügen. Ein großer Umschlagsverkehr wird sich in den nächsten Jahren wohl kaum entwickeln, da ein Hinterland von Bedeutung für Offenbach nicht in Frage kommt. Zu bemerken ist noch, daß die Be­triebsführung der Hafenbahn der Königl. Eisenbahndireltwn Frankfurt untersteht. Wenngleich die aufgewandten Opfer für das nunmehr fertige Werk große gewesen sind, so ist die Er­schließung dieser neuen Wasserstraße immerhin als ein Fort­schritt in unserem Wirthschaftsleben mit Freuden zu begrüßen und wir werden es unserer Nachbarstadt neidlos gönnen, wenn das schöne Werk ihrem Handel und ihrer Industrie reichen Segen bringen wird.

Marktberichte.

Frankfurt a. M., 22. Tezbr. Amtliche Notirimg der Viehmarkt- Preise. Zum Verkauf standen: 43 t Ochsen, 3G Bullen, 916 Kühe und Färsen, (Stiere und Rinder), 513 Kälber, 29t Schafe und Hämmel, 1219 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerths bis zu 6 Jahren Mk. 6972, 1). junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästeie Mk. 8466, c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 5962, (1. gering genährte jeden Alters Mk. 0000. Bullen: a. voll- fleischige höchsten Schlachtwerthes Mk. 6264, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mk. 5859, c. gering genährte Mk... Kühe ultb Färsen: (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästue Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes Mk. 6162. b. voll­fleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis ku 7 Jahren Mk. 5657, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 4547, -'. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 3941, e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 0000. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollm. Mast) und beste Saugkälber 7880 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 7073 Pf., c. geringe Saugkälber 5861 Pi., <L ältere gering genährte Kälber (Fresser). Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 6264 Pf., b. ältere Masthämmel 5860 Pf., e. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 4850 Pf. Schweine: a. oollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1". Jahren 65-C0 Pf., b. fleischige 63 -64 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 00 00 Pf., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft). Pf. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht: Kälber a. 4748 Pfg.. b. 4143 Pfg.. Schweine a. 517» Pfg., b. fleischige 51 Pfg. Geschäft in Hornvieh schleppend, Ueber- ,stand unbereuteub, in Kleinvieh gut, Markt geräumt. Aus Oesterreich standen 136 Ochsen zum Verkauf.

Frankfurt a. M., 22. Dezbr. Es notiern je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetteräuer Mk. 15.6515.75, kurhessischer Mk. 15.6515.75 norddeutscher Mk., russischer Mk. 16.50-17.25, Redwinler Mk. 16.8017.25, Kansas W. 17.0017.25, La Plata Mk.. Rumänier Mk. 17.20-17.50. Roggen, diesiger Mk. 14.40-14 50, russischer Mk. 14.6514.80. Gerste hiesige 15.7516.00, Pfälzer Mk.

Vater Reese kennt die Arbeiterverhältnisse in den Städten ganz genau. Oft hat er sich mit denGottlosen" aus jenen Kreisen über religiöse Dinge gestritten und sie schlagfertig widerlegt, wenn sie seiner zu spolien gedachten.

Obwohl bereits hochbetagt, ist er, wie getagt, noch sehr rüstig. Manchmal scherzt er über das ihm vielleicht in Aus­sicht stehende Lebensalter. EinDoktor" hat ihm einmal 100 Jahre geweissagt, freilich mit einer etwas problematischen Ein­schränkung :Ja, Reese, Sie können ganz gut 100 Jahre alt werden; Sie müssen sich bloß in Acht nehmen, daß Sie nicht vorher sterben".

Vater Reese hat in seiner bescheidenen Stellung natürlich keine Ahnung vomUebermenschen". Aber wenn er hinüber­gegangen sein wird, dann laßt uns von ihm sagen: er war ein Mensch, ein Christus mensch, und trotz seines zer­stückelten Leibes ein Ganz- und Voll-Mensch! . . .

Zu dem nachfolgenden Gedicht, das allerdings nicht genau der gegebenen Situation entspricht, wurde ich neulich im Schooße dieser glücklichen Bahnwärterfamilie angeregt. Möge es diese kleine Skizze beschließen.

Im Wärterhäuschen.

An der Bahn versteckt, verborgen Hinter Busch und Blumensträußchen, Hart am großen Weltgetriebe Liegt das kleine Wärterhäuschen.

Pustend, hastend, fauchend, rauchend Rast vorüber die Maschine, Hinterdrein die Menschen fahren Mit gelangweilt starrer Miene.

Einsam wieder liegt das Häuschen In der weliverlass'nen Runde; Von dem Zuge, der vorüber, Fern ein Rauschen nur gibt Kunde.

16.50-16.80, fränkische Mk. 16.0016.25, Riedgerste Mk. 16.40 bis 16.80, ungarische Mk... Hafer, hienner Mk. 14.35 14 80, Württemderaer Mk.., bayerischer M. 14.3515.00 russischer Mk. 14 2515.50. Mais, Donaumais Mk.., russischer Mk. ., La Plata 14.5014.75. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier. Mehl unverändert. Es notirt nach Qualität: Weizenmehl hiesiges Nr. 0 Mk. 25.50-26, feinere Marken Mk. 28.50-29, Nr. 1 Mk. 23.50-24, feinere Marken Mk. 25-25.50, Nr. 2 Mk. 22.50-23, feinere Marken Mk. 23.50-24, Nr. 3 Mk. 21.5022, feinere Marken Mk. 22.50-23, Nr. 4 Mk. 1919.25, feinere Marken Mk. 19.5020. Roggenmehl, diesiges Nr. 0 Mk. 23-23.75, Nr. 1 Mk. 20.5021.50, Nr. 2 Mk. 15.5016. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loko hier. Futterartikel fest. Es notiren: Weizenschaleu Mk. 4.454.55, Weizenkleie Mk. 4.301.50, Roggenkleie Mk. 4.754.90, Futtermehl Mk. 5.75 bis 6.75, Biertreber, getrocknet Mk. 5.355.40 je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von iOOüO Kilo.

Aus aller Melt.

Verhafteter Desrandant. Der aus Berlin flüchtige Depotverwalter der Darmstädter Bank, Neßler, ist gestern in einem Hotel in Brunnen (Kanton Schwyz) durch die eidge­nössische Staatsanwaltschaft verhaftet worden; er ist geständig.

Selbstmord ans Liebesgram. Der Kommandant der Hafenpolizei in Cherbourg beging Selbstmord, an­geblich aus Liebesgram.

Eine rätselhafte Geschichte. Ein Hausbesitzer in Edinburgh wandte sich an die Polizei weil er seit mehr als einem Jahr von einer Mietherin keine Miethe erhalten hatte. Die alleinstehende Dame bewohnte ein staltlich möblirtes Haus ganz für sich allein. Als die Polizei in das Haus eindrang, wurde sie durch einen starken Geruch nach dem Raume gelenkt, in dem sie die Leiche der Dame, vollständig angezogen, unter dem Bette fand. Der Tod muß vor mehr als Jahresfrist eingetreten sein, und es fehlte jede Spur für die Todesart. Raubmord liegt jedenfalls nicht vor, da man alle Werthsachen und das Geld vorfand.

Verhafteter Mörder. Wie diePosener Zeitung" aus Ostrowo erfährt, ist der Mörder der Frau Dudwig in Berlin, der Neffe der letzteren, Lescynski, in Kalisch ver­haftet worden.

Das Erdbeben in Turkeftan. Turkestan, Andischan und Umgegend haben durch die Erdbeben furchtbar gelitten. Ungefähr 2500 Menschen sind umgekommen. 16000 Häuser sind zerstört. Die Bevölkerung leidet durch Hunger und Kälte. Die Erderschütterungen dauern fort. Nach den in Petersburg cingegangcnen Nachrichten zufolge dauert das Erd­beben im Kreise Andischan namentlich bei dem Dorfe Assaki fort. 197 Verschüttete sind bisher aufgefunden. Die Aus­grabungen werden fortgesetzt.

Jinvelendiebstahl im Eisenbahnzuge. Die könig­lich griechische Poflverwalüing in Athen theilte der Staats- anwaltfchaft von Brindisi mit, daß der Gattin des Privat- sekretärs des Königs von Griechenland, Frau Lelly, auf der Reise von Ventimiglia nach Brindisi ein Gepäckstück, das Brillanten von sehr hohem Werthe enthielt, entwendet worden ist.

Erbauliches aus Neapel. Der in Neapel auf der zoowsischen Station arbeitende Sanilätsrath Dr. Schücking aus Pynnont wurde am 18. d. M. in der voll besetzten elek­trischen Straßenbahn von zwei elegant gekleideten Individuen überfallen und seiner Brieftasche, die eine größere Summe Papiergeld enthielt, beraubt. Die Thäter entkamen. Die Neapeler Blätter bringen fast täglich Berichte über ähnliche freche UeSerfäße.

Ein Vorkommnis; in der Krankenanstalt zu Bremen erregt in der Bevölkerung großes Aufsehen. Der Vorfall ist noch nicht völlig aufgeklärt; Folgendes steht aber fest: Am 14. November ist der Arbeiter Joh. Heinr. Wilh. Meyer todt im Wasserbade aufgefunden worden; der Körper zeigte Anzeichen von Verbrühung, das Wasser war zu heiß. Der Wärter hatte etwa eine Stunde lang nicht nach dem Kranken gesehen. Die Sache ist der Staalsrnwallschaft übergeben und dürfte demnächst ihre volle Aufklärung finden.

asaaatmma: .ninaagaawi niiimiw w w

Aber drinnen in den Räumen, Welche klein fast zum Erbarmen, Wohnt das Glück und läßt die Menschen An der großen Brust erwärmen.

Kinder dort sich fröhlich tummeln, Frisch und kerngesund wie immer: Und hinein mit stillem Jauchzen Tritt der Vater jetzt in's Zimmer.

Jener Zug, von dem wir sagten, War der Tägeszüge letzter;

Und so gönnt er sich ein Pfeifchen Und sich zu den Seinen setzt er.

Und sein Weib und seine Kinder Um sich her im Kreis erblickend, Bläst den Rauch er bis zur Decke Und spricht dann behaglich nickend:

Weiß nicht, was die Menschen immer Rastlos hin und wieder schweifen; Wohnt das Glück doch oft so nahe, Und mit Händen ist's zu greifen!

Wie man sich in alten Zeiten zu Weihnachten hescheerte.

Lob, Eh? sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen ein'gen Sohn! Des freuet sich der Engel Schaar Und finget uns solch neues Jahr.

So singt Dr. Martin Luther in seinem Weihnachtsliede Vom Himmel hoch, da komm ich her." Daß er dabei Weih­nachten und Neujahr als ein Fest nennt, entsprach der An­schauung seiner Zeit. Bis zur Neformationszeit galt das Weihnachtsfest als der Beginn des neuen Jahres, und dem­entsprechend machte man sich gegenseitig Neujahrsgeschenke, die meist in Geldgeschenken bestanden. In erster Linie wurden die Beamten der Städte, Kirchen und Klöster beschenkt. Dir Weihnachtsbescheerung aber in unserem Sinne entstand erst im

Eines Meinen Weihnachtswunsch.

Cr war mein kleiner Freund und da die Freundschaft im Allgemeinen keine Altersgrenze kennt, so machte dies nichts, daß ich schon weit über vierzig und er erst vier Jahre zählte. Gerade 9 Tage vor Weihnachten feierte er, nach seiner Art mit großem Pomp, seinen vierten, eigentlich fünften Geburts­tag; er hatte also das vierte Lebensjahr gesund und kraft­strotzend zurückgelegt. Seine Wünsche zu dem Geburtstag waren die üblichen: eine recht große Bretzel und roch ein paar gebackene Kleinigkeiten, nur knüpfte er die Bitte daran, daß ihm ja frühzeitig gratulirt würde. Mich forderte er eben­falls auf, zur Gratulation zu kommen. Auf meine Frage, ob es nöthig, fei im Cylinderhut zu erscheinen, meinte er treu­herzig nein, ein anderer Hut genügte.

Meines kleinen Freundes Geburtstag kam und verlief voll­ständig nach Wunsch. Am Abend war von den gebackenen Herrlichkeiten nicht viel mehr zu sehen: mit Kauen und Ver­dauen hatte er nahezu den ganzen Tag wohlgemuch ausgefüllt; nur ein kleiner Verdruß wmd ihm, als seine Mutter zu ihm sagte, daß es nun für die Weihnachten nichts mehr gebe. Er hätte mit den heutigen Gaben nunmehr auch dieses, was ihm zum Christkindchen zukomme.

Aber da kam sie an den rechten, der sich damit hätte ab­speisen lassen, und breitspurig, mit erbobenen Händen und Fingern stellte er sich vor sie hin und deklamirte ihr in seiner drolligen Kindersprache:Daderdrum brauchst Du Dich nett zu sorje, der Zettel ist deschriwe un vor der Thür, wo ich en hindelegt, liegt er nett mehr, also hat en des Christkindche mit? denomme; und Du wirft schon sehe, daß ich doch noch etwas krieje

Es hatte mit dem Wunschzettel seine Richtigkeit. Er und fein kleines Schwesterchen, die schon bald ein Jahr zur Schule ging, hatten ihn fabrizirt: er diklirend, sie das Diktat schreibend.

Da nun Niemand außer dem Chriftkindchen den Zettel zu Gesicht bekam, so mußte ich an ihm forschen, was dieser Zettel denn alles enthielte, und so erfuhr ich denn des kleinen Herzens tiefste Wünsche: Für feine Schwester vor allem eine Puppe mit einem Puppenwagen. Extra Kleider und Schuhe für dieselbe, um sich beliebig umkleiden zu können, und für sich, außer einem Bajazzo nebst vielen Soldaten, deren Nationalität er ganz geläufig hernannte, um jederzeit dieselben Krieg führen zu lassen, wünschte er nur noch einen Schlitten aber einen lolchen, der zwei Eigenschaften besitzen soll, die der seine, ein sogenannter Wurstschlitten, bis jetzt nicht anzunehmen sich be­fleißigt hatte, nämlich einen lolchen, von dem man nicht herunter- falle und auf dem man nicht fri re.

Mit ersterem wollte er für sein Schwesterchen sorgen, welche immer beim Schlittenfahren riefe:Ich fall! ich fall!", mit letzterem meinte er sich bei die em Vergnügen zu verbessern. Ja, so resolut ist er, mein kleiner Freund. Ob sich sein Wunsch erfüllen wird? Er wird wohl noch manchen Wunsch erfüllt und unerfüllt fehenindieser glücklichen Klnderzeit!

Suppeneinlagen,

Speiseöle, Speisefett (Alm)

Obst- und Gcmüscconscrven, Dörrobst, Südfrüchte,

Delicatessen empfiehlt 22716

Cli. J. Lossow.

Xochcnkraen überflüssig. ?

Großartiges Weihnachts-Geschenk ist Krebs Kochlehrbuch. Selbstlehrer, Recepte für 6 Personen. Preis Mk. 3.60, z. eez. d. Buch. Handlungen ob. v. Verfasser J. B. Krebs, Liebigstr. 40, Frankfurt a. M.

16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit aber verstand man darunter nicht einen Aufbau von Geschenken auf dem Tische bei fest­licher Beleuchtung, sondern die Geschenke wurden in Bündel zusammengebunden, welche manChristbürden" nannte. Da­bei fehlt auch nicht dieChristruite", deren Reste noch heute vorhanden sind. So schlagen Kinder scherzweise die Eltern oder sonstige Verwandte und Bekannte mit einem Zweig oder einer Ruthe in Franken mit dem Verse:

Jst's Pfefferle gut,

Jst's gesalzen, Jst's geschmalzen. Schmeckt'S nochmal so gut.

DasPfefferle" ist die Ruthe, das Pfeffern verbunden mit der Weihnachts-Beschenkung das Schlagen, was man in Thüringen und am Harzekindeln" oderkingern" und anderwärtssitzeln" nennt. Die Ruthe, die man den Kin­dern zu Weihnachten schenkte, war dieselbe, welche man vordem in der Hand des Knechtes Ruprecht oder des heiligen Niko­laus erblickte.

Im Jahre 1572 erschien bei Schwentel in Wittenberg ein Band Predigten, die Thomas Vinita (Winzer), Pfarrer zu Wolkenstein in Sachsen, gehalten hatte. Darin heißt es: Die Kinder finden in ihren Bündlein gemeiniglich fünfferley Dinge. Erstlich Geld, viel ober wenig, nachdem der Haus- Christ vermag und reich ist, doch lassen sich auch die armen Kinderlein an einem Pfennige oder Heller, in Apffel gesteckt, genügen und sind guter Dinge darüber. Darnach finden sich auch genießliche Dinge, als Christstollen, Zucker, Pfefferkuchen. Daneben Epfel, Birnen, Nuß und gar mancherley Gattungen allerley bestes. Zum dritten finden sich ergetzliche und zu Freuden gehörige Dinge als Puppen und mancherley Kinder­werk. Zum vierten finden fie nöthige und zur Zier des Lebens dienstliche Dinge, gar mancherley und hübsche Kleider­lein, von gutem Bezeuch und seiden, gold und silber. Zum letzten finden sie auch was zu lehre, gehorsam, zucht und Disziplin gehört als Abc-Tesflein, Blbeln und schöne Bücher-