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und verurtheilt die Angeklagte wegen versuchten schweren Diebstahls zu 4 Monaten Gefängniß.
Betrug.
Die schon vorbestrafte Fabrikarbeitern M. hier wurde vom Schöffengericht zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Sie war zu dem Älthändler E. gegangen und hatte dort unter dem Vorgeben, sie sei von ihrem Arbeitgeber geschickt, ein Paar Schuhe erschwindelt. Ihre Berufung wird verworfen.
* Ablauf vor Frist für den Umtausch der alten Postwertzeichen. Die im RkiLspostgebiet und in Württemberg bis Ende März giltig gewesenen Postwerthzeichen werden gegen solche mit der Inschrift „Deutsches Reich" nur noch bis Ende Dezember d. J. umgetauscht. Vom 1. Januar 1903 ab werden Anträge auf Umtausch alter Postwerthzeichen nicht mehr berücksichtigt. Es ist daher anzurathen, den Umtausch der etwa noch vorhandenen alten Po'twertbzeichen baldigst zu bewirken. Dies kann bei den Postschaltern und den Landbriefträgern geschehen. Die Postamialtm werden die Frankirung von Sendungen mit alten Postwerthzeichen bis zum Ablauf der Umtauschfrist nicht beanstanden. Dagegen werden die nach Ablauf der Frist etwa vorkommenden alten Postwerthzeichen als ungültig behandelt.
* Kirchliches. Liturgischer Gottesdienst findet morgen Abend 8 Uhr in den beiden Altstädier evangelischen Kirchen unter Mitwirkung der Kirckengcsangvereine statt.
* Se. Kgl. Hoheit der Landgraf von Heften besuchte gestern Nachmittag die Johanntskirche und spielte dort die neue Orgel.
* Schwurgericht. Die nächsten Schwurgerichtssitzungen beginnen am Montag den 19. Januar n. J.
* Vom Amtsgericht. Dom 1. Januar L I. ab werden Herr Amtsrichter Bobnä von Abtheilung I an die Abtheilung IV (Strafsachen), Herr Amtsrichter Prausniy von der Abtheilung II nach Abtheilung I (Civisprozess?) und Herr Assessor Schwarze von Abtheilung IV nach Abtheilung I (Vormundschafts- und Grundbuchs ben) verletzt.
* Stadttheater. Am 1. Weihvachtsteiertaq geht Suder- mann's Drama: „Es lebe das Leben" nochmals in Scene. Das Werk, das bei seiner ersten Aufführung einen so großen Erfolg erzielte, dürste auch bei seiner nächsten Darstellung der größten Theilnahme gewiß sein. — Am Freitag (2. Weihnachtsfeiertag) gelangt W:lh. Mkyer-Foerster's Schauspiel: „Alt- Heidelberg", neu einstudirt mit neuer Dekoration zur Aufführung. Wohl selten hat ein Dichter mit seinem Werke so großen Beifall gefunden wie Meyer-Foerster mit „Alt-Heidel- berg." In Berlin allein über 300 Mal auigelührt, wurde es an fast allen Bühnen angenommen, wo es gegenwärtig als Hauvtzugstück stets ganz eminente Erfolge erzielt. Eive interessante Handlung, ein vorzüglicher scenischer Aulbau, sichern dem Schauspiel eine hervorragende Wirkung. So ergreifend und tiefempfunden einzelne Scenen sind, liegt doch über dem Ganzen der sonnige Strahl der Jugend, der übermüthige Frohsinn des Studentenlebens. Alles in Allem ein Werk mit bedeutenden Vorzügen. Im vorigen Jahre schon zweimal mit dem größten Beifall gegeben, wird es auch dieses Jahr aus's Freudigste begrüßt werden. Die neue prachtvolle transparente Dekoration des 2. und 5. Aktes, die Stadt und das Schloß Heidelberg's darstellend, ist im Atelier des Herrn Kühn in Köln gemalt. Die Vorstellung ist außer Abonnement. Vorrecht der ungeraden Nummern Donnerstag von 3—5 Uhr.
" Silberne Hochzeit feiern übermorgen Diamant- schleifercibesiyer Karl Steinmacher und Frau, geb. Weisenstein.
k. Weihnachtsbeicheernngen. Schon hört man den leisen Flügelschlag des Weihnachtsengels, schon erklingen die Weihnachtschöre, die in ihren einfachen und doch so ge- müthsreichen Weisen unsere Herzen umweben von dem Weihnachtszauber, Heller leuchten die Augen und hoffende Freude verklärt die Gesichter. Was wird das Christkind mir bringen? Diese Frage schwebt hoffend aber auch bangend auf allen Kinderlippen. Wird die Weihnachtsfreude auch in jene Familie hineinleuchten, an deren Thür jahraus jahrein vielleicht die bittere Noth steht und alle Lebensfreude ertödtet ’ Doch freudig, getragen von thatenfroher Nächstenliebe, öffnen sich die Hände, um zu geben, um Weihnachtsstimmung zu schaffen in Aller Herzen. Reiche Triumphe feiert in diesen Tagen die christliche Nächstenliebe. Rüstig regen sich auch in unserer Stadt die Hände. Eine Reihe von Weihnachtsbescheerungen, denen vielfach eine sinnige Feier vorangeht, finden in diesen Tagen statt. Am Sonntag Abend hielt der Kinderhort seine Weih-
„Hei, welch ein Glitzern und Flimmern Nun'unter des Baumes Pracht!
Geblendet sehen wir ichimmern, Was uns das Christkind gebracht!
Manchem deutschen Helden „auf der fernen Wacht" floß freilich auch manche stille Zähre über die fröstelnde Wange; er dachte jetzt an Weib und Kind, die daheim um ihn bangten und sorgten.
„Ich dacht an sie, an sie in die Weite, Die heut ohne Vater sind.
Kein Baum wird ihnen leuchten! Und brennt er am Nachb^rherd, So suchen die Augen, die feuchten, Umsonst die Hand, die da bescheert.
Fragen wir zum Schlüsse, wie die heute unsterblich gewordene Sitte des Baumsetzens am Weihnachtsfeste zu deuten ist, so kann uns Niemand eine befriedigende Auskunft geben. Gelehrte Germanisten erblicken darin ein fortgeerbtes Fragment vom altgermanischen Baumkultus, während strenggläubige Theologen einen biblischen Ursprung vermuthen, meinend, daß uns mit dem kerzenerleuchteten Tannenstämmchen in derjenigen Jahreszeit, die als Verkörperung der Nacht und des Todes gelten kann, ein tröstendes und verheißungsvolles Sinnbild des Lichts vor Augen geführt werden soll.
Fragst du mich, was bedeuten Soll der grüne Weihnachtsbaum? — Tief im Winter den erneuten.
Heitern, buftgen Frühlingstraum!"
Dienstag
ngchtsfeier. Die Festansprache dielt Herr Pfarrer Bär. Zahlreiche Deklamationen und Chorgesänge verschönten die Feier. Herr Lehrer Hebebrand begrüßte die Kinder an Stelle des verhinderten Leiters des Vereins Kinderhort. Auf langen Tafeln lagen in der Turnhalle die reichen Gaben, die die Kinder freudig Entgegennahmen. Auch das evangelische Diakon issenhaus hatte eine Feier veranstaltet und erfreute viele Kinder durch Gaben. Besonders ergiebig war die Bescheelung des Vaterländischen Frauenvereins. Nahezu 200 Kindern wurden Weihnachtsgaben zu Theil. Die Kmder der oberen Klassen brachten unter der Leitung des Herrn Lebrers O h l einige Chöre vorzüglich zu Gebör. Herr Pfarrer W e s s e l richtete in bekannt vorzüglicher Weise einige Worte an die Kinder, die Bedeutung des Weihnachtsfestes vor Augen und zu Gemüthe führend. Mit einem abermaligen Liede des Schülerchors schloß die kleine, aber äußerst stimmungsvolle Feier, und nun begann ein geschäftiges Leben, wie in einem Bienenhause, die glücklichen Kinder bargen ihre Schätze in die dazu mitgebrachten Requisiten und zogen strahlenden Auges und ihre Besitzthümer gegenteilig zeigend von bannen. Die Beschenkten werden sicherlich des Frauenvereins dankbar gedenken, die edlen Geber aber dürften dabei eine gleich hohe Freude empfunden haben, denn Geben ist seliger denn Nehmen.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 22./12.
Sehr trocken Beständig
Schön 760«
Veränderlich
Regen (®mb)750.
Viel Regen 740. Sturm
730.
720.
710.
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seeinarte.
Telegramm aas Hamburg vom 22. Dezember, 9 Mr 35 Min.
Ein Moximum von 780 mm lagert über Südostdeutschland, ein Minimum unter 750 mm im hohen Norden. In Deutschland ist die Witterung ruhig, theils heiter, theils neb'm, sonst trocken, ziemlich kalt.
Prognose für den 24. Dezember: Fortdauer der herrschenden Witterung wahricheinlich.
Hananer Uerems- ». Uergaugungsnachrichten
für Dienstag ben 23. Dezember.
Kirchenchor der Johanniskirche: Abends präcis 8 Uhr: Hauptprobe in der Kirche.
Evarw. Männer- und Jünalingsverein: JünglingSverein: BibelS?- f-rechuna: Junqfrauenverein : Flrckabend (Ev. VereinShauS.
Kath. Kasino „Eintracht'(VereinSl.: „i. Braustiw'l*^: BereinSabend. Turn- u. --eStklub: Fechten.
Tnrngestllichaft: Abends von 8—10 Uhr: Turnstunde.
Aesauavercin „Sumset": Smostunde in der „Stabt Bremen". Gesangverein „Germania": Singstunde im „Löwengärtchen". Zitberverein Lanau: Probe in der Restauration „Allemanik". Süddeutscher Klub: Klubabend in der Restauration „Allemsui»", Deutschnationaler Handlungsgehilfen-Verband. OrtSgrm-pr Hanau: BereinSabend im „Karlsbera".
Athletenklub „Germania": Megensteuuner. und Musterriegenarbeitev. (Restauration Wagenbach, Paradeplatz),
Sremm- und Ring-Klub „Eiche": Abends von 9—10 Ubr: Dauer- stemmen und Swinstoßen: von 10—11 Uhr: Musterriegen- arbeiten (Restauration zur Wiener Spitze").
Hus plak und fern.
-r. Marburg, 23. Dezbr. Das Ergebniß der Viehzählung im Kreise Marburg ist Folgendes: 3432 Pferde, 24 031 Stück Rindvieh, 16 712 Schafe und 23 239 Schweine. Auf die Stadt Marburg kommen davon 366 Pferde, 188 Rinder, 242 Schafe und 499 Schweine. Im Jahre 1900 zählte man im Kreise 3382 Pferde, 25 425 Rinder, 21194 Schafe und 22 220 Schweine. Besonders bemerkenswerth ist, daß wie überall im ganzen Regierungsbezirk, so auch in unserem Kreise, die Schafzucht bedeutend nachgelassen und die Schweinezucht zugenommen hat. Bei der Viehzählung im Jahre 1892 waren im hiesigen Kreise nur 15 731 Schweine, dagegen aber 23 956 Schake vorhanden.
Wihenhausen, 21. Dezbr. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag hat sich der oroße Eisstau bei Wendershausen gelöst und hat das Flußbett wieder freigegeben. Samstag Abend stieg das Wasser in die meisten Häuser. Die Einwohner mußten in Kähnen sich in höher gelegene Häuser retten. Das Vieh war meist auf den Hausböden untergebracht. Sauen mit Ferkeln wurden in hochgelegene Zimmer und das Großvieh in die Domäne gebracht. Der Schaden an Gärten, Ländern und Aussaat ist bedeutend.
Cnftet, 21. Dezbr. Professor Knackfuß hat sein großes Gemälde „Einzug des Kaiserpaares in Jerusalem" vollendet. Nach kurzer Ausstellung in der hiesigen Akademie soll das Bild unverzüglich dem Kaiser nach Berlin gesandt werden.
Caftel, 20. Dezbr. Auf eine Interpellation über den hier herrschenden beklagenswerten Zustand zahlreicher Wohnungen der minderbemittelten Bevölkerung erklärte der Magistrat in der letzten Stadtverordnetenversammlung. die Stadtverwaltung werde eine Unterstützung der gemeinnützigen Baugesellschaften von Fall zu Fall,
23. Dezember sowie den Bau einiger Wohnhäuser für städtische Beamte in Aussicht nehmen.
Diücnbnrg, 20. Dezbr. Auf dem Heimwege aus der Fabrik ertrank am verflossenen Donnerstag Abend der Ci- g'arrenarbeiler K. Stahl von N i e d e r s ch e l d in der boch- angcschwollenen Dill. Man vermuthet, daß er an dem stür- milchen Abend durch einen Fehltritt von der Chaussee ab- stürzte. Seine Leiche wurde gestern bei Burg wieder gelandet. Der Verunglückte ist Vater von dreizehn noch lebenden Kindern, von denen das jüngste am verflossenen Sonntage getauft wurde.
W. Frankfurt a. M., 22. Dezbr. Der um 9 Uw 45 Minuten hier eintreffende Person enzug Bebra-Frank- furt Überfuhr vor S a ch s e n b a u s e n einen Rotten- arbeitet und tödtete ihn sofort.
Niederbiel, 20. Dezbr. Vor einigen Tagen starb hier- selbft ein 15jähriger Präparand, der die Präparandenschule in Wetzlar besuchte, an Blutvergiftung. Derselbe hatte sich beim Schlittschuhlaufen eine kleine Verletzung am Fuße zugezogen, woraus sich durch das Tragen rothgefärbter Strümpfe, und weil die Wunde anfangs nicht beobachtet wurde, trotz bernach zugezogmer ärztlicher Hilfe die tödtlich verlaufene Entzündung entwickelte.
X Klein-Zteinheim, 22. Dez. Im angeblichen Auftrag einer bedeutenden Bausirma aus Norddeutschland trieb sich im Herbste 1901 ein junger „Ingenieur" in hiesiger Gemeinde umher in der ausgesprochenen Absicht, zwecks Errichtung eines größeren Fabriketabliffements beträchtliche Ländercomplexe erwerben zu wollen. Ein Theil der leichtgläubigen Bevölkerung erwartete in seiner Hoffnungsfreudigkeit von dem in Aussicht gestellten neuen Unternehmen einen erheblichen Aufschwung unserer industriellen 'Verhältnisse. Der Herr „Ingenieur" verschwand indessen eines schönen Tages mit Hinterlassung ver- schiedmer Prellereien und verdutzter Gesichter und mit ihm zerstob auch die frohe Zuversicht auf das großartige Etablissement. Lange fahndeten die Sicherheitsorgane vergebens nach dem bau- lustigen Patron, bis er endlich als der Dro mist Karl Bordato, welcher gegenwärtig wegen anderer Gesetzesverletzungen im Berliner Zuchthaus Moabit Strafe verbüßt, erkannt wurde. Der raffiniere Hochstabler pale sich neuerdings wegen seiner hiesigen Schwindeleien am zuständigen Schöffengerichte in Offenbach zu verantworten und wurde zu einer Zu, atz strafe von 9 Monaten Gefängniß verurtheilt.
,0 Mühlheim bei Offenbab, 20. Dez. Das Submissionsverfahren treibt mitunter gar seltsame Blüthen. Einen deutlichen Beleg hierzu bietet die vor einigen Tagen hier stattgehabie Submission zur Vergebung der Arbeiten an unserer projektirten Gaswerksanlage. Die 12 eingelaufenen Angebote weisen die erstaunlichsten Pre sunterschiede auf. Als Kuriosität sei hier nur erwähnt, daß für die Ueberführung des Rohrnetzes über die Rodau das Maximalan . ebot 1200 Mark und die Mindestforderung 250 Mark betrug. Noch weit eklatanter tritt die Pxeisdjff renz bei den Offerten für das erforderliche Russen- steimmmerwerk in die Erscheinung. Dort schwanken nämlich die Angebote zwischen 100 Mark und 1 Mark per Kubikme er* Mauerwerk. Unter diesen qanz unglaublich' klinqenden, aber bombenfesten Umständen wird d e für das Gaswerk vorgesehene 4 Voramchlagssumme von 70000 Mark bei weitem nicht erreicht werden. Man rechnet sogar mit der Möglichkeit, daß ein Kostenaufwand von 20 000 Mark angesichts dieser überraschenden Submissionsoffecten vollständig ausreichen dürfte. Unter den Submittenten befinden sich nur 3 hiesige Handwerker.
X Seligenstadt, 22. Dez. Der Main ist hier auf 3,80 Meter gestiegen und hat vielerorts die Ufir überschritten. Der Eisgang vom Obermam dauert mit zeitweiligen Unterbrechungen fort. Die N ederungen der Seitengewässer sind über fluchet. Das Stromwasser ist von schmutzig-gelber Färbung. Einige „Böden", Floßholz, sowie ein werthvoller Eichstamm trieben herrenlos zu Thal und wurden von hiesigen Berufs- sischern geländet. Der heutige Nachifrost läßt ein baldiges Smken des Wasserstandes erhoffen. Eine unmittelbare Hochwassergefahr stehl für die Uferbewohner nicht zu befürchten.
Drahtnachrichten.
Die Aktion gegen Venezuela.
New-Not'k, 22. Dezbr. Nach einem Berliner Telegramm der „Associated Preß" äußerte Reichskanzler Graf Bülow sich kürzlich über die venezolanische Frage wie folgt: Unter den deutschen Forderungen gegen Venezuela haben wir die aus den letzten venezolanischen Bürgerkriegen sich ergebenden vorangestellt. Diese Forderungen haben, nicht den Charakter von bloßen von der Republik auf geschäftlichem Wege eingegangene Schuldverpflichtungen, sondern sie erwuchsen aus Gewaltthaten, die gegen deutsche Staatsangehörige in Venezuela begangen wurden, sei es durch Zwangsanleihen, oder durch Beschlagnahme von Vieh ohne jede Bezahlung, ober durch Plünderung deutscher Häuser und Besitzungen. Für diese Gewaltthaten war keinerlei Abhilfe von der venezolanischen Regierung zu erlangen, da diese sich rundweg weigerte, die Frage durch diplomatische Verhandlungen zu regeln. Infolge dessen war die kaiserliche Regierung zu ihrem äußersten Bedauern gezwungen, die Angelegenheit in ihre eigenen Hände zu nehmen. Der erste als Zwangsmaßnahme gegen Venezuela gethane Schritt war die Beschlagnahme seiner Kriegsschiffe. Da diese Maßnahme keine un- mittelbare Wirkung hatte, planen wir nunmehr die Blockade der venezolanischen Häfen. Diese Blockade wird den Charakter einer Kriegsbldckade haben und daher keinen Unterschied hinsichtlich der Nationalität Neutraler machen. Indessen beabsichtigen wir nicht, eine formelle Kriegserklärung zu -erlassen, da Deutschland und England für jetzt nur übereingekommen sind, die Küste zu blockiren und keine weiteren Maßnahmen feindseligen Charakters gegen Venezuela zu ergreifen, außer im Falle unerwarteten Anlasses. Wir bedauern die Nothwendigkeit einer Blockade und werden sicher Sorge tragen, daß durch dieselbe dem neutralen Handel so wenig Unzuträg- li^feit und Störung als möglich verursacht wird. Natürlich haben wir nicht die geringste Absicht, irgend welche Gebiets-