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Erstes Blatt.

H anauer G Anzeiger

Bezugspreis: vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gmeral-Anzeiger

Gedruckt und verlegt in der Duchdruckerei des verein, rv, Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Mt- and Landkreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrückungsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raun:, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg^ für Auswärts 35 Pfg.

Drrantwortl. Redakteur: G. Schreck er in Hanau, -

Nr. 278

Fernsprechanschluß Nr. 605»

Freitag den 28. November

Femsprechanschluß Nr. 605. 1902

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Amtliches.

Landkreis Banau.

Bekanntmachungen des Königl. Landrathsamtes.

Der Metzaermeister Ferdinand Röll in Wach«N- Httchen beabsichtigt auf seinem dortigen Grundstück, Karten- blatt J Nr. 547/262, die Errichtung eines Schlachthauses.

Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kennt­niß gebracht, daß Einwendungen gegen die Anlage, zu welcher die Zeichnungen und Beschreibungen im Bureau des Kreis-Ausschusses hier offen liegen, binnen 14 Tagen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an gerechnet, hier anzubringen sind.

Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Ein­wendungen wird Termin auf

Montag den 15. Dezember d. Js., vormittags 10 Uhr,

in das Bureau des Kreis-Ausschusses anberaumt und werben die Interessenten mit dem Bemerken vorgeladen, daß im Falle des Nichterscheinens gleichwohl mit der Erörterung der er­hobenen Einwendungen vorgegangen werden wird.

Hanau den 25. November 1902.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

Der Königliche Landrath.

J 9tr. A 4906 v. Becker ath. 21454

Interessenten mache ich darauf aufmerksam, daß der nächste Kursus zur Ausbildung von Lehrschmiedemeistern an der Lehrschmiede zu Charlottenburg am Montag den 2. Februar 1903 beginnt. Etwaige Anmeldungen sind an oen Direktor des Instituts, Ober-Ryßarzt a. D. Brand zu Charlottenburg, Spreestraße 42, zu richten.

Hanau den 26. November 1902.

Der Königliche Landrath.

V 11589 v. Beckerath.

Die bei einem Schweine des Maurers Georg Hof- urann zu Marköbel festgestellte Rothlaufseuche gilt als erloschen.

Die angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden. ' Hanau den 26. November 1902.

Der Königliche Landrath.

V. 11597 v. Beckerath.

Stadtkreis Banau.

Bekanntmachungen des Oberbiirgermeisteramtes.

Nachweisung

der Johanni- und Martini-Durchschnitts-Marktpreise in Hanau für das Jahr 1902.

a. Johann!:

1. Weizen ä 100 kg . . . -

17,47

13,98

Mark

1 hl .

2. Roggen „ 100 kg .

4

15,66

tf

„ „ 1 hl . . .

11,59

,/

3. Gerste „ 100 kg ♦ . .

15,50

tf

h 1 hl . . .

10,23

tf

4. Hafer „ 100 kg .

18,19

tf

" i/ 1 hl .

♦

8,00

5. Kartoffeln, ordinäre, ä 100 kg „ englische, ä 100 kg

♦

3,16

tf

♦

9,00

tf

6. Welschkorn ä 100 kg . .

♦

16,00

tf

7. Roggenstroh ä 50 kg

2,97

tf

8. Haferstroh ä 50 kg . ♦

♦

2,62

tf

, 9. Gerstenstroh ä 50 kg ♦

2,37

tf

10. Heu ä 50 kg

3,89

tf

11. Buchenschenholz a 1 rm . •

♦

10,50

tf

12. Eichenscheithölz a 1 rm . ♦

8,00

tf

'13. Tannenscheitholz ä 1 rm .

♦

8,75

tf

b. Martini:

1. Weizen ä 100 kg ♦ .

♦

15,25 Mark

M 1 hl . ♦ *

♦

12,20

2. Roggen „ 100 kg . ♦ •

14,75

tf

w w 1 hl . ♦ •

♦

10,73

3. Gerste „ 100 kg .

•

15,00

tf

„ „ 1 hl . . .

4

9,90

tf

4. Hafer „100 kg ♦

4

14,90

6,60

If

„ „ 1 hl . . .

*

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Hanau den 20. November 1902.

Städtische Polizei-Verwaltung.

Der Oberbürgermeister.

J. V.: Bode.

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MW MmtmchW her wmrlWMamtt.

Am 7. Januar 1903 beginnt an der hiesigen Lehrschmiede ein neuer Kursus von 3monatiger Dauer. Derselbe schließt mit einer Prüfung ab, durch deren Bestehen die Befähigung zur selbständigen Ausübung des Hufbeschlaggewerbes erworben wird. Der theoretische und praktische Unterricht, wie auch die Prüfung ist unentgeltlich. Für Wohnung und Kost haben die Zöglinge selbst zu sorgen.

Anmeldungen von Schmieden, die unbescholten sind und drei Jahre gelernt haben, sind bis zum 15. Dezember d. J. an den unterzeichneten Vorstand der Lehrschmiede zu Fulda zu richten. Gleichzeitig sind die Geburtsurkunde, ein Führungs­attest und ev. Nachweisungen über die bisher erlangte technische Ausbildung vorzulegen.

Fulda, den 9. November 1902.

Der Vorstand der Lehrschmiede zu Fulda.

V 11569 Kreisthierarzt Froehner.

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Die für Samstag den 29. d. Mts., angesetzte General-

Verfammlnng findet erst später statt. 21429

Hus Stadt und Cand»

Hanau, 28. November.

* Ein böses Matkäferjahr soll für 1903 bevor- stehen. So massenhaft, wie in diesem Jahr?, sind noch selten bei der Ackerbestellung dreijährige Engerlinge beobachtet worden.

* Hanauer Geflügel in Parts. Vom 27. No­vember bis 1. Dezember findet eine internationale große Geflügel-Ausstellung, arrangirt von der Societe National d’Aviculture äs france, in Paris statt, zu welcher zahlreiche Thiere aus England, Belgien, Spanien, Holland, Italien, Rußland und Deutschland eingetroffen sind. Den Transport des von deutschen Ausstellern gezüchteten Geflügels übernahm Herr Georg Hartmann-Frankfurt a. M. Ein ganzer Waggon voll diverser feinster Geflügelarten ging am Montag den 24. Novbr. als Passagiergut von Frankfurt nach Paris ab. Unter den deutschen Ausstellern befinden sich auch vier bekannte Züchter von Hanau, welche ihre besten selbstgezüchteten Thiere zur Konkurrenz mitsandten, und hoffen wir, daß die­selben gute Preise und Prämien erzielen, was bei der kolossalen Konkurrenz hoch anzurechnen wäre.

* Zimmerbrand. In einem Hause der Nürnberger- straße brach gestern Abend nach Eintritt der Dunkelheit ein Zimmerbrand aus, der leicht größere Dimensionen hätte an­nehmen körnen. Im dritten Stockwerk des Hauses Nr. 6a wohnt die Familie Grafs, der Mann ist in Frankfurt be­schäftigt. Kurz nach 5 Uhr zündete die Frau im Wohnzimmer die Lampe an, nahm das vierjährige Kind auf den Arm und trug die Lampe in die Küche, um sich zu Nachbarsleuten, die in derselben Etage wohnen, zu begeben. Kaum hatte sich die Frau dort niedergelassen, als auch schon das Verhängniß ein« getreten war. Ein ebenfalls in der Etage wohnender Metzger­geselle nahm ein Knistern in dem Wohnzimmer der Frau Gräff" wahr, sah nach und bemerkte, daß der Kleiderschrank in Hellen Flammen stand. Die Bewohner des Hauses und in der Wirthschaft anwesende Gäste griffen thatkräftig ein,' sodaß die Gefahr bald beseitigt war. Der entstandene Schaden beläuft sich auf etwa 1500 Mk. Jedenfalls hat ein beim Anzünden der Lampe achtlos zur Seite geworfenes Zündholz die Kleider des offenstehenden Schrankes in Brand gesetzt.

* H Abonnements-Concert „Centtalhalle".

Wie uns die Leitung der Abonnements-Concerte soeben mit- theilt, findet das 2. Concert Donnerstag den 18. Dezember d. I. statt und ist es gelungen, den berühmten Biolin-Virtuosen Willy Burmester hierzu zu verpflichten. Das weitere Pro­gramm bezw. die anderen mitwirkenden Künstler theilen wir demnächst mit.

* Verein Merknr (e. V.). Der rührige Vorstand dieses Vereins hatte zu dem ersten Vortragsabend der Winter­saison den Rezitator Herrn Emil Lotz gewonnen und mit dieser Wahl einen äußerst glücklichen Griff gethan, denn die herrliche Dichtung „Otto der Schütz", welche der Vor­tragende gestern rezitirte, kam zur vollsten Wirkung. Herr Lotz verstand es in meisterhafter Weise, sein Auditorium zu fesseln und für die wunderbaren Gesänge zu interessiren. Anhaltender Applaus ward der Lohn des tüchtigen Rezitators, welcher das ganze Werk frei aus dem Gedächtniß zu Gehör brächte.

* Carnevaliftisches. Nächsten Sonntag Abend findet im Saalbau „zum Deutschen Haus" das zweite große Jubi- läumsconcert der Caruevalsgescllschaft statt. Das „Concert", das ja viel weniger ein Concert im gewöhnlichen Sinne des Wortes, als vielmehr eine lustige Abendunterhaltung mit den

Verschiedensten und sorgfältigst vorbereiteten Auffühungen be­deutet, verspricht wiederum eine höchst amüsante Veranstaltung zu werden, da der närrische Kapellmeister, sämmtliche Hauspoeten, Sänger, Humoristen, Dekorateure rc. rc. eifrigst bei der^Arbeit sind, um einen würdigen Abend zu bereiten. Anfang 7 Uhr. (S. auch Jnseratentheil).

*

C0 Langenselbold, 27. Novbr. (Vorsicht mit Schußwaffen). Das leichtfertige Aufbewahren von ge­ladenen Schußwaffen, wodurch schon so viel Unheil angestiftet wurde, hat auch hier ein bedauerliches Vorkommniß zur Folge gehabt. Wie schon gemeldet, wurde der 23/* Jahre alte Sohn des Pflasterers Konrad Dietz von dem 8 Jahre alten Stief- sohn des Schmieds Karl Maier in den Kopf geschaffen. Wie jetzt festgestellt ist, hatte die Ehefrau des Schmieds Karl Maier die 14 Jahre alte Tochter des Dietz beauftragt, ihr dreiviertel Jahre altes Kind eine Weile zu beaufsichtigen; sie selbst ging fort, um eine Besorgung zu machen. Die Maria Dietz ging in die Maier'sche Wohnstube und nahm ihre acht Jahre alte Schwester sowie den 28/4 Jahre alten Bruder mit. In der Stube spielten die Kinder zusammen und während dieses Spiels ergriff der achtjährige Stiefsohn des Maier ein in der Stubenecke stehendes geladenes und gespanntes Teschin und schoß dem 28/* Jahre alten kleinm Dietz in den Kopf, eine starke Verletzung hervorrusend. Ob schwere Folgen ent­stehen, kann noch nicht gesagt werden. Das Teschin wurde beschlagnahmt, der Schmied wurde wegen des offenen Hin- stellens desselben zur Anzeige gebracht. Wieder eine dringliche Mahnung für die Besitzer von Schußwaffen, dieselben sorg­fältigst unter Verschluß zu halten.

(-) Bergen, 26. Nov. (Amtsjubiläum.) Festtag war heute — nicht allein für den engeren Kreis der Familie, auch nicht nur für unsere Schule— für unsere ganze Gemeinde, ja über deren Grenze hinaus für weite Kreise, bewies doch dieses die so zahlreiche Betheiligung aus Nah und Fern. Heute galt es ja unserem hochverehrten und vielgeliebten Lehrer und nun­mehrigen Kantor, Herrn Seyb, der nun auf eine fünfzig­jährige, pflichttreue und so segensreiche Thätigkeit in Schule und Kirche zurückblickt, von welcher er allein 45 Jahre in unserer Gemeinde zugebracht hat, alle den schuldigen Dank und die gebührende Liebe und Anerkenung zum Ausdruck und so mitzuhelfen, seinen Jubeltag zu einem Ehrentag für ihn zu gestalten. Schon am gestrigen Abend wurden dem Jubilar von Gesang- und Musikvereinen Ständchen gebracht, wahrend am heutigen Tage die eigentliche Jubiläumsfeier stattfand. Zur festgesetzten Stunde versammelten sich die Schüler der beiden 1. Klassen, die Lehrer des Bezirks an deren Spitze der Königliche Kreisschulinspektor, Herr Pfarrer Hufnagel-Kessel- stadt, der Kirchen- und Gemeindevorstand und als Vertreter der Königlichen Staatsregierung, Herr Land­rath von Beckerath aus • Hanau, das hiesige Lehrer­kollegium und sonstige Theilnehmer in dem mit Kränzen und Guirlanden reich geschmückten Schulsaale des Jubilars, wo sich dieser bereits mit seinen Familienangehörigen einge­funden hatte. Nach dem einleitenden Gesang des Schüler­chors : „O daß ich tausend Zungm hätte," hielt zunächst Herr Metropolitan v. Starck eine Ansprache an den Jubilar. Dem Herrn allein die Ehre, gewiß des Jubilars einziger herz­bewegender Gedanke, sei der Grundton des heutigen Festtages, an welchem er auf eine so lange und gesegnete Amtsthätigkeit zurückblicke, während welcher er als glaubensstarker Christ durch seinen christlichen Lebenswandel ein leuchtendes Vorbild in der Gemeinde allezeit gewesen, auch in der treuen und unentwegten Pflichterfüllung in dem der Kirche erwiesenen Dienste. Ihm sodann die herzlichsten Glückwünsche der Kirchenbehörde übermittelnd, überreichte er dem Jubilar die vom Königlichen Konsistorium in Anerkennung hierfür aus­gestellte Urkunde zur Ernennung zum Kantor. Darauf be­glückwünschte Herr Landrath v. B e ck e r a t h den Jubilar. An der Schule, die von außen ihre Aufgabe erhalte und fürs spätere Leben arbeite, habe neben Familie, Kirche und Ge­meinde auch der Staat ein hohes Interesse, da durch sie ihm nützliche und brauchbare Bürger zugeführt werden. Darum über­mitteln wir, außer seinen persönlichen herzlichen Glückwünschen, auch die der Königlichen Staatsregierung, in deren Namen er dem Jubilar als Zeichen der wohlverdienten Anerkennung den von Sr. Majestät dem Kaiser gnädigst verliehenen Adler der Inhaber des Kgl. Hausordens mit der Zahl 50 über­reiche. Warm und herzlichst brächte sodann Herr Kreisschul­inspektor Pfarrer Hufnagel seine Glückwünsche dar. Stets sei es ihm eine große Freude gewesen, die treue Arbeit des Jubilars, der allezeit die ihm anvertraute Jugend in der Zucht und Vermahuug zum Herrn geführt und geleitet habe, be­zeugen zu können und sich mit ihm zur Erreichung des hohen Zieles der Schule eins gewußt zu haben. Noch manches Jahr in körperlicher und geistiger Frische, die ihm bis zu diesem