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Dienstag

4. November

damaligen beschränkten, dürftigen Verhältnissen so viel hat ge­leistet werden können, denn auch an thatkräftiger Hilfe hat es oft gefehlt.

Leider ist es eine traurige Thatsache, daß über die Arbeit an unserer gefährdeten Jugend sehr viel geredet wird, daß aber das tiefgehende Interesse an ihr, welches zu freudiger Mitarbeit und Unterstützung führt, vielfach fehlt. Das hat das Diakoniffenhaus oft schmerzlich empfunden und empfindet es noch immer schmerzlich. Denn Unterstützung für das Marienheim erhält es nur ausnahmsweise, und es müßte doch noch so viel für solche Kinder geschehen, für die das Für­sorgegesetz nicht sorgt. Nur allzu oft begegnet man der Anschauung, als ob solche Kinder der Hilfe nicht werth, und als ob die Bemühungen, ihnen voranzuhelfen, doch vergeblich seien. Das Diakoniffenhaus darf, Gott sei Dank, bekennen, daß seine Arbeit nicht vergeblich, sondern, wie der folgende Nachweis zeigt, von großem Segen begleitet gewesen ist.

Spä?er ging die Zahl der Zöglinge stark herunter, theil- weise, weil das Gesetz'über die Zwangserziehung immer weniger angewendet wurde, anderen Theils, weil die Familienerziehung Mode geworden ist und oft sehr einseitig bevorzugt wird. Im Jahre 1889 war die Zahl der Zöglinge des Erziehungs- Hauses zu Treysa auf 50 Mädchen herabgegangen. Es war dort viel Raum vorhanden, welchen das Diakoniffenhaus dadurch nutzbar machte, daß es im Jahre 1893 in Treysa in dem sogenannten neuen Hause seine Jdiotenanstalt Hephata eröffnete und die Erziehungsanstalt wieder in das sogenannte alte Haus verlegte, wo ste ehemals auch eröffnet war. Die Zahl der Kinder aber sank noch tiefer, während die der Zöglinge der Jdiotenanstalt sich fort und fort vermehrte und m Folge dessen für sie auch größere Räumlichkeiten nöthig wurden. 1899 kaufte das Diakoniffenhaus das nach der Frau Oberin Marienheim genannte Anstaltsgebäude in Guntershausen und verlegte in dasselbe die Mädchen-Er­ziehungsanstalt. Am 30. November fand die Ueberstedelung statt, und 32 Zöglinge zogen in die neue Heimath ein. Die Zahl derselben ist noch weiter herab gegangen und hat in diesem Jahre nach der Konfirmation dm niedrigsten Be­stand mit 32 Kindern erreicht. Es scheint, daß, nachdem das neue Fürsorgegesetz in Kraft getreten ist, sich die Zahl der Zöglinge wieder heben wird, denn die Anstalt hat bis zum heutigen Tage wieder einen Bestand von 34 Zöglingen erreicht.

Nun liegt die Frage nahe: Welche Resultate hat denn die Anstalt in ihrer 25jährigen Arbeit zu verzeichnen? Eine vom Vorstände über die früheren Zöglinge und über ihren Lebensgang veranstaltete Umfrage hat folgendes Resultat er­geben:

Im Anfang August 1902 hatte die Erziehungsanstalt in Marienheim einen Bestand von 28 Mädchen, 274 sind im Verlaufe der 25 Jahre aus ihr entlasten. Auf die ein- gezogenen Erkundigungen sind nur über 251 frühere Zög­linge Nachrichten eingegangen. Von 60 derselben wird be­richtet, daß sie nicht in ihre Heimath zurückgekehrt seien oder dieselbe nach kurzem Aufenthalt verlassen hätten, und daß ihr Aufenthaltsort dort unbekannt sei, so daß keine weitere Aus­kunft über sie gegeben werden konnte. Infolgedessen war es unmöglich, über sie Auskunft zu erlangen. Fünf sind nach Amerika ausgewandert uno sollen dort in guten Verhältnissen leben. Zwei sind als Epileptiker, zwei als Jdiote, eine als taubstumm, eine als unheilbar krank entlasten. Vier sind geisteskrank geworden und in Jrrenheilanstalten untergebracht; 12 find heimgegangen.

Von den 164, die noch verbleiben, lauten die Nachrichten gut über 61 Zöglinge, welche im dienenden Verhältniß stehen, über 9, die sich selbständig gemacht haben, und über 39, welche verheirathet sind und" in zum Theil sehr guten Ver- Hältnisten leben Von 12 wird berichtet, daß sie in ihren Diensten zu ernsten Klagen Veranlassung gaben; von 9, die sich verheirathet haben, daß ihre Verhältnisse nicht geordnet seien; 9 sind in Asylen gewesen; von vielen derselben heißt es, daß sie nachher einen guten Wandel geführt haben; 8 sind Dirnen, 5 haben zwei und 2 ein uneheliches Kind. Auch von diesen werden einige von ihren Dienstherrschaften, was die Arbeit anbetrifft, gelobt. 9 sind mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt gerathen und gerichtlich bestraft.

Wenn diese Statistik auch leider nur mangelhaft sein kann, so legt sie doch dafür Zeugniß ab, daß die Arbeit des Er­ziehungshauses an seinen lieben Zöglingen, dem Herrn sei Dank, nicht vergeblich gewesen, sondern reich gesegnet ist. Führen doch von 164 Zöglingen bezw. 169, wenn man die nach Amerika ausgewanderten hinzuzählt, 114 einen wenigstens bürgerlich ordentlichen Lebenswandel; während ihnen 52, also nicht ganz ein Drittel gegenübersteht, deren Wandel zweifel­haft bezw. schlecht ist. Auch bei den 83, über die keine Nachrichten eingegangen sind, ist die Annahme berechtigt, daß sich sicherlich die Hälfte derselben ordentlich geführt hat.

Von den Zöglingen waren Zwangs- bezw. Fürsorge-Zög­linge 209, Landarme 11, von Kgl. Regierung untergebracht 4, von Kommune 41, von Kirchengemeinden 16, von Vater­ländischen Frauen-Vereinen 2, von Privaten 24.

Ihrer Heimath nach entstammten aus Caffel-Stadt 52, Castel-Land 14, Kr. Eschwege 13, Kr. Frankenberg 2, Kr. Fritzlar 8, Kr. Fulda 5, Kr. Gelnhausen 12, Kr. Gersfeld 6, Stadt Hanau 14, Landkr. Hanau 13, Kr. Hers seid 8, Kr. Hofgeismar 7, Kr. Homberg 14, Kr. Hünfeld 2, Kr. Kirchhain 14, Kr. Marburg 18, Kr. Messungen 13, Kr. Rinteln 7, Kr. Rotenburg 14, Kr. Schlächtern 4, Kr. Schmalkalden 20, Kr. Witzenhausen 18, Kr. Wolfhagen 4, Kr. Ziegenhain 22, aus Waldeck 2, aus andern Landes­theilen 2.

Ein romanhafter Betrilgsprozeß

nahm Samstag die ganze Sitzung der vierten Strafkammer des Landgerichts I Berlin in Ansvruch und bot ausgiebigen Stoff. Auf der Anklagebank befand sich, wie dieB. Neuest. Nachr." melden, der Kaufmann Gustav Adolf Kästner aus Dresden. Der 52jährige Angeklagte hatte früher eine Hufeisenfabrik, gerieth in Vermögensverfall und im Jahre 1891

in Konkurs. Zur Zeit beschäftigt er sich mit der Verwerthung von Patenten, "sein? Familie wird von den Verwandten seiner Ehefrau unterhalten. Im Jahre 1879 führte den Angeklagten, der damals in Leipzig wohnte, eine böse Sache vor die Straf­kammer des Landgerichts Berlin. An die Ehefrau des Ange­klagten traf ein in Berlin aufgegebener Geldbrief ein, der an­geblich 25150 Mark in Papiergeld enthalten sollte. Es stellte sich heraus, daß der Brief nur werthlose Papierschnitzel ent­hielt, und eine nähere Untersuchung ergab, daß der Briefum­schlag an der unteren Kante mit einem scharfen Meffer aus­geschnitten und in geschickter Weise mit Gummi wieder verklebt worden war. Dadurch wurde der Anschein erweckt, a's sei der Brief beraubt worden. Kästner, der den Brief in Berlin aufgegeben hatte, machte bei der Post Ersatzansprüche geltend. Er gerieth in den Verdacht, daß er selbst den Brief in der geschilderten Weise hergestellt hatte, um einen verschmitzten Betrug gegen den Postfiskus zu begehen. Das Gericht nahm dies auch zu seinen Ungunsten an und verurtheilte ihn zu 2 Jahren Gefängniß. Obgleich der Verurtheilte dabei blieb, daß er unschuldig sei, trat er seine Strafe auch sofort an. Nach Verbüßung wandte Kästner sich nach Dresden, wohin inzwischen auch seine Familie verzogen war. Er ließ sich dort bei der GesellschaftViktoria" gegen Unfall in Höhe von 30 000 Mark versichern und bezahlte die erste Prämie. Bald darauf meldete er bei der Gesellschaft einen Unfall an. Er wollte von einer Leiter gefallen sein und dadurch eine Gehirnerschütterung erlitten haben. Ein Arzt bescheinigte ihm, ddß seine Pupillen ungleich groß seien, und auf Grund dieses Attestes ging nun der Angeklagte gegen dieViktoria" vor. Die Gesellschaft fand sich dadurch mit ihm ab, daß sie ihm 13 000 Mark auszahlte. Von diesem Betrage lebte Kästner einige Jahre. Im Jahre 1897 war er von den Folgen des angeblichen Unfalles wieder genesen, er ließ sich aufs Neue versichern, diesmal mit je 30 000 Mark bei zwei Gesellschaften, derViktoria" und derUrania". Es war etwa zwei Mo­nate nach seiner Aufnahme, da wurde Kästner angeblich wieder von einem Unfälle heim gesucht. Er wollte eine frisch gescheuerte Treppe heruntergefallen sein und sich wiederum eine Gehirn­erschütterung zugezogen haben. Die Versicherungsgesellschaften schöpften Verdacht, daß sie hintergangen werden sollten, sie ließen es auf eine Klage ankommen. Kästner verlangte von derUrania" eine Jahresrente von über 2000 Mark, von derViktoria" eine abermalige Abfindungssumme von 30 000 Mark. In seiner Klagebegründung berief Kästner sich auf einen Zeugen, der seinen Sturz von der Treppe gesehen habe, und ebenso, daß die eingetretene Gehirnerschütterung sich durch Erbrechen zu erkennen gegeben habe. Der Zeuge bekundete dies auch im ersten Termine, fiel aber bei seiner späteren Ver­nehmung, als er vor dem Eide stand, vollständig um. Er bekundete, daß er nichts von dem Sturz von der Treppe ge­sehen habe, sondern von Kästner beeinflußt worden sei. Kästner habe ihm damals in einer Restauration anvertraut, wie man die Aerzte zu täuschen vermöge, es gebe Mittel, wodurch man die Pupillen erweitern und verengen könne, und er sei im Besitze solcher Mittel. Die Prozesse gegen die Versicherungs­gesellschaften erhielten durch das Geständniß des Zeugen eine andere Wendung, nnd es lag der Verdacht nahe, daß Kästner auch in dem früheren Falle dieViktoria" um 13000 Mark betrogen hatte. Kästner nahm trotzdem alle Instanzen in Anspruch. In diesem Frühjahre erschien in denDresdener Nachr." ein Artikel, worin die ganze Prozeßlage auseinander­gesetzt und auch die Vergangenheit Kastners besprochen wurde. Bald darauf, am 29. März d. J., ging der Redaktion des Vorwärts" ein mit 225 Mark beschwerter Brief mit einem Begleitschreiben eigenthümlichen Inhalts zu. Der Absender theilte mit, daß er im Jahre 1887 einen Geld­brief beraubt habe. Es sei damals der Absender des Geld­briefes, ein gewisser Kästner, in den Verdacht der Thäter­schaft gekommen und, obgleich völlig unschuldig, zu 2 Jahren Gefängniß verurtheilt worden. Jetzt sei er durch glückliche Börsenspekulationen zu Vermögen gekommen, fühle aber, daß es mit ihm zu Ende gehe. Er habe seit der That keine ruhige Stunde gehabt und möchte sein Ge- wissen nun wenigstens insoweit erleichtern, daß er demun­schuldigen Kästner" die 25000 Mark wieder zustellen wolle. Seine Stellung und seine Familie hinderten ihn daran, mit seinem Namen hervorzutreten, er wende sich deshalb mit der Bitte an die Redaktion desVorwärts", den Kästner aus­findig zu machen. Er lege für die Unkosten den Betrag von 225 Mk. bei, der der Parteikasse anheimfallen solle, wenn Kästner nicht zu ermitteln sei. Unterzeichnet war das Schrei­ben mitN. N." DerVorwärts" brächte das Schreiben am folgenden Tage unter der UeberschriftEin reuiger Sünder" zum Abdruck, der Geschäftsführer, Herr Bamberger, zog es dann aber doch vor, den Brief sammt dem Gelde der Staatsanwaltschaft zur Verfügung zu stellen, damit vielleicht einem unschuldig Verurtheilten nachträglich sein Recht werde. Es liegt nun ein begründeter Verdacht vor, daß Kästner selbst der Absender des Geldes und des Briefes gewesen ist, um den Inhalt des in denDresdener Nachrichten" abgedruckten Ar­tikels zu entkräften und seinen Prozessen eine günstigere Wen­dung zu geben.

In der Samstags-Verhandlung erklärte der Angeklagte auf Befragen des Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Oppermann, daß er mit der Verfasserschaft des Briefes nichts zu thun hatte. Er sei daran ebenso unschuldig, wie er es früher an der Be­raubung des Geldbriefes gewesen sei. Der Zeuge, der ihn in dem Prozesse gegen dieVictoria" im Stiche gelassen habe, habe einen Meineid geleistet. Er nehme an, daß ihm seitens derVictoria" eine Falle gestellt worden sei. Der Angeklagte erzählte dann eine romanhafte Geschichte, wie er zur Absendung des Briefes gekommen sei. Ein Herr, den er in Dresden mehrmals getroffen habe, den er aber dem Namen nach nicht kenne, sei eines Tages än ihn herangetreten, mit der Auf­forderung, einen Brief, den er ihm übergebe, von Leipzig aus an denVorwärts" in Berlin abzusenden. Er habe sich an­fangs geweigert, sei aber durch allerlei Drohungen von dem Fremden bewogen worden, ihm zu willfahren. Bei dieser un­sinnigen Darstellung verblieb der Angeklagte. Die Be- weisausnabme beschränkte sich auf die Vernehmung

einiger Zeugen. Der Vertrauensarzt derVictoria" in Dresden, Dr. med. Ritter, begutachtete, daß der Ange­klagte ein Menlch von außerordentlicher Verschlagenheit sei, der es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht labe, durch einen großen Coup zu Vermögen zu kommen. Siaatsanwalt H e l l - w i g führte aus, daß jedenfalls die Absicht des Angeklagten gewesen sei, durch den Brief an denVorwärts" ein Wieder­aufnahmeverfahren in der Geldbrielanaelegenheit zu erwirken. Wenn der Gerichtshof sich dieser Ansicht anschließe, so bean­trage er eine Gefängnißstrafe von einem Jahre. Jedenfalls liege aber ein grober Unfug vor, der dann mit der höchst zu­lässigen Strafe 6 Wochen Haft zu ahnden sei. Der Staatsanwalt betonte, daß dieser Prozeß dem verstorbenen Schriftsteller Temme geeignetes Material zu einem Kriminal- roman geliefert haben würde. Der Vertheidiger, R.-A. Dr. Koch, führte aus, daß aus juristischen Gründen keine Der- urtheilung des Angeklagten erfolgen könne, da weder ein ver­suchter Betrug noch ein grober Unfug vorliege. Der Gerichts­hof hatte keinen Zweifel daran, daß der Angeklagte den Brief an denVorwärts" verfaßt und abgelendet habe. Man könne ihn aber nicht ins Herz sehen und nicht feststellen, von wel­chen Motiven er geleitet wurde. Es läge die Möglichkeit vor, daß es ihm nur darum zu thun war, das Wiederauf­nahmeverfahren zu erwirken, um den Einwand der Unglaub- würdigkeit, der in seinen Zivilprozeffen gegen ihn geltend ge­macht wurde, abzuschwächen. Es liege aber zweifellos grober Unfug vor und sei der Angeklagte hierfür mit einer Haftstrafe von sechs Wochen zu bestrafen.

Dandd, Gewerbe und Verkehr»

Marktberichte.

Frankfurt a. M., 8. Novbr. Amtliche Notirung der Viehmarkt- Preise. $um Verkauf Rauben: 882 Ochsen, 38 Bullen, 872 Kühe und Färsen, (Stiere und Rinder), 30t Kälber, 62 Schafe und Hämmel, 1631 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerths bis zu 6 Jahren Mk. 7375, b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. 6769, c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 6265, d. gering genährte jeden Alters Mk. 0000. Bullen: a. voll- fleischige höchsten Schlachtwerthes Mk. 6466, b. mäßig genährte jüngere und gut genäbrte ältere Mk. 6062, e. gering genährte Mk... Kühe und Färsen: (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes Mk. 6466, b. voll­fleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren Mk. 6163, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 5153, d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 4244, e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 0000. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollm. Mast) und beste Saugkälber 8082 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 7576 Pf., c. geringe Saugkälber 6365 Pf., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser). Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 6365 Pf., b. ältere Masthämmel 5961 Pf., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 5052 Pf. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rasten und deren Kreuzungen im Alter bis zu IV« Jahren 68-60 Pf., b. fleischige 67-00 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 0000 Pf., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft). Pf. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht: Kälber a. 5000 Pfg., b. 4547 Pfg., Schweine a. 53OC Pfg., b. fleischige 52 Pfg. Geschäft in Hornvieh und Klein; vieh gut, Markt geräumt. Aus Oesterreich standen 87 Ochsen zum Verkauf.

Frankfurt a. M., 3. Novbr. Es notircu je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Weiterauer Mk. 15.7515.80, kurhessischer Mk. 15.7515.80, norddeutscher Mk.., russischer Mk. 16.6017.30, Redwinter Mk. 16.7016.90, Kansas Mk. 16.9017.30, La Plata Mk. . Rumäuier Mk. 16.8017.30. Roggen, hiesiger Mk. 14.5014.60, russischer Mk. 14.5014.75. Gerste hiesige 15/5016.00, Pfälzer Mk. 16.00-16.50, fränkische Mk. 15.6015.90, Riedgerste Mk. 16.00 bis 16.50, ungarische Mk... Hafer, hiesiger Mk. 14.6015.25, Württemberger Mk.., bayerischer Mk. 14.60-15.25, russischer Mk. 14 5015.50. Mais, Donaumais Mk. 14,0014.25, russischer Mk. ., La Plata 14.0014.25. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier. Mehl unverändert. ES notirt nach Qualität: Weizenmehl hiesige? Nr. 0 Mk. 25.5026, feinere Marken Mk. 28.50-29, Nr. 1 Mk. 23.50-24, feinere Marken Mk. 25-25.50, Nr. 2 Mk. 22.50-23, feinere Marken Mk. 23.50-24, Nr. 3 Mk. 21.50-22, feinere Marken Mk. 22.50-23, Nr. 4 Mk. 19-19.25, feinere Marken Mk. 19.5020. Noggenmehl, hiesiges Nr. 0 Mk. 23-23.75, Nr. 1 Mk. 20.7521.25, Nr. 2 Mk. 15.5016. Alles ~pei 100 Kilo inft. Sack loko hier. Futterartikel unverändert. Es ' HOtiren: Weizenschalen Mk. 4.404.50, Weizenkleie Mk. 4.304.40, Roggenkleie Mk. 4.754.90, Futtermehl Mk. 5.75 bis 6.75, Biertreber, getrocknet Mk. 5.205.25 je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von 10 000 Kilo.

WSS8BHWHII.- IMI lll|l«^l^lllII^BlmM^BmBMI MMMzcdeMMZF' wiesen, alljährlich die Lungenschwindsucht im Deutschen Reiche. Einen höheren Prozentsatz weist keine andere Krankheit auf. Gegen diesen alten und größten Erbfeind des Menschen­geschlechts wurde von Aerzten und Laien ein erbitterter Kampf geführt, aber bis in die Neuzeit nur mit sehr geringem Erfolg. Glücklicherweise ist man sich jetzt allseitig darüber einig, daß dem Wüthen der Schwindsucht am besten dadurch Einhalt ge­than wird, wenn man ihr die Gelegenheit so viel wie möglich nimmt, in den menschlichen Körper einzudringen. Die Pro­phylaxis, d. h. die Verhütung von Krankheiten, spielt jetzt mit Recht die größte Rolle. Abgesehen davon, daß die Tuber­kulose sich unter gewissen Bedingungen vererbt, ist sie besonders solchen Personen gefährlich, die sich, sei es leichtsinniger Weise, sei es durch ihren Beruf, häufigen Erkältungen und infolge­dessen Krankheiten der Luftwege aussetzen. Wer öfter anLnft- röhrcn-(Bronchial-)Katarrh, Lungenspitzen- oder Kehlkopfaffek- tionen, Asthma, Athemnoth, Brustbeklemmung, Husten, Hefler- keit )c, leidet, disponirt häufig zu ernsteren Krankheiten der Lunge. Er möge rechtzeitig diese Unpäßlichkeiten bekämpfen und das Weidemann'sche Verfahren anwenden, welches sich ausgezeichnet bewährte, wie es aus permanent zahlreich ein- laufenden und Jedermann zur Einsicht bereit liegenden Aner­kennungsschreiben ersichtlich ist. Das Weidemann'sche Verfahren zeichnet sich dadurch auS, daß man dabei keinen Berufsstörungen ausgesetzt ist, auch seine Lebensgewohnheiten nicht zu ändern braucht. Man schreibe an Ernst Weidemann in Siebenburg (Prov. Hannover), der gerne Jedem weitere Aufklärnng darüber zukommen lassen wird. 19147