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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Geruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev, " ' r

Waisenhauses in Hanau. - , Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn-und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau,

^t® 247. Fernsprechanschluß Nr. 605.

AmtUches.

Stadtkreis Danau.

Bei einem am 20. d. Mts. im hiesigen Schlachthofe ge­schlachteten Schweine des Bäckermeisters Schad hierselbst wurde die Schweinerothlaufsettche sestgestellt.

Hanau den 21. Oktober 1902.

Königliche Polizei-Direktion.

P. 10055 v. Beckerath.

Bekanntmachung.

Die diesjährigen Herhfl-Konlrolversammlrtngert im Stadt- und Landkreis Hanau finden wie folgt statt:

Montag den 3. November 1902, vorm. 9 Uhr, in Hanau Paradeplatz Reservisten der Jahresklassen 1895 und 1896 sowie die in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 90 eingetretenen Wehrleute von Hanau.

Montag den 3. November 1902, nachm. 3 Uhr, desgleichen Reservisten der Jahresklassen 1897 und 1898 von Hanau.

Dienstag den 4. November 1902, vorm. 9 Uhr, desgleichen Reservisten der Jahresklassen 1899 bis 1901 so­wie die zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften.

Außerdem Reservisten aller Jahresklassen und die zur Disposition der Ersatz-Behörde entlassenen Mannschaften, so­wie die in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 90 eingetretenen Wehrleute von Kesselstadt mit Philippsruhe, Wilhelmsbad mit Wilhelmsbaderhof, Neuhof.

Dienstag den 4. November 1902, ttadjm. 3 Uhr, in Großauheim Schulhof Reservisten und die zur Disposition der Ersatz-Behörde entlassenen Mannschaften so­wie die in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 90 eingetretenen Wehrleute von Großauheim, Großkrotzenburg und Pulverfabrik.

Mittwoch den 5. November 1902, vorm. 9 Uhr, in Langenselbold Kirchplatz Reservisten und die zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften sowie die in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 90 eingetretenen Wehrleute von Langenselbold mit Bruderdiebacher- und Baum- wieserhof, Oberrodenbach, Niederrodenbach.

Mittwoch den 5. November 1902, vorm. 11 Uhr, desgleichen von Hüttengesäß, Langendiebach mit Reuserhof, Neuwiedermuß, Ravolzhausen, Rückingen, Wolfgang.

Donnerstag den 6. November 1902, vorm. Ss/4 Uhr, in Bruchköbel Schulhof Reservisten und die zur Disposition der Ersatz-Behörde entlassenen Mann­schaften sowie die in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 90 ein­getretenen Wehrleute von Bruchköbel, Kinzigheimerhof, Mittel­buchen, Niederissigheim, Roßdorf, Rüdigheim, Rüdigheimerhof, Oberiisigheim.

Donnerstag den 6. November 1902, nachm. ls/4 Uhr, in Windecken Schloßberg Reservisten und die zur Disposition der Ersatz-Behörde entlassenen Mann­schaften sowie die in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 90 ein­getretenen Wehrleute von Bayersröderhof, Butterstadt, Eichen, Erbstadt, Kilianstädten, Marköbel mit Hirzbacherhof, Ober- dorfelden, Ostheim, Windecken.

Freitag den 7. November 1902, vorm. d1^ Uhr, in Hochstadt Ausgang nach Bischofsheim Reservisten und die zur Disposition der Ersatz-Behörde ent­lassenen Mannschaften sowie die in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 90 eingetretenen Wehrleute von Hochstadt, Wachen­buchen, Bischofsheim, Dörnigheim.

Samstag den 8. November 1902, vorm. 9V2 Uhr, in Bergen Vor der schönen Aussicht Reser­visten und die zur Disposition der Ersatz-Behörde entlassenen Mannschaften sowie die in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 90 ein getretenen Wehrleute von Bergen, Enkheim, Nieder- dorfelden, Dottenfelderhof, Gronau. Gronauerhof.

Samstag den 8. November 1902, vorm. ll1^ Uhr, in Fechenheim Schulhof Reservisten und die zur Disposition der Ersatz-Behörde entlassenen Mann­schaften, sowie die in Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 90 einge­tretenen Wehrleute von Fechenbeim.

Bemerkungen.

Die Mannschaften haben zu der für sie bestimmten Ver- sammlung zu erscheinen.

- Zeitig ganz invalide, halbinvalide und nur garnisondienst- fähige Mannschaften erscheinen mit den Mannschaften

ihrer Jahresklasse und ihrer Waffe.

o. Die in eine jüngere Jahresklasse zurückversetzten Mann­schaften haben mit dieser letzteren zu erscheinen.

Mittwoch den 22. Oktober Fernsprechanschluß Nr. 605. 1902

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bewegung gestört, die in der ersten Hälfte des Oktober zu großen Ausständen führte."

4. Sämmtliche Militärpapiere sind, bei den Kontrolver- sammlungen mit zur Stelle zu bringen.

5. Gesuche um Befreiung vom Erscheinen zur Kontrol- versammlung sind, von der Ortsbehörde beglaubigt, möglichst 5 Tage vor der betreffenden Kontrolversamm- lung dem Haupt-Meldeamt in Hanau einzureichen, jedoch findet eine Befreiung nur in dringenden Fällen statt und find die Gesuche eingehend zu begründen.

6. Unentschuldigtes Fortbleiben von der Kontrolversammlung, sowie das willkürliche Erscheinen bei einer anderen Kontrolversammlung, als zu derjenigen, zu welcher die Unteroffiziere und Mannschaften nach den obigen Fest­setzungen zu erscheinen haben, wird bestraft.

Eine Nachkontrole findet nicht statt.

Hanau im Oktober 1902.

Königliches Bezirkskommando.

Die Herren Ortsvorstände werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung wiederholt in ortsüblicher Weise zu ver­öffentlichen, sowie die Plakate, welche ihnen vom Bezirks­kommando übermittelt werden, sofort an besonders wichtigen, ins Auge fallenden Punkten, jedoch nicht in Wirthschaften rc. anzubringen und nicht früher zu überkleben, bis sämmtliche Kontrolversammlungen beendet sind.

Hanau den 18. Oktober 1902.

Der Königliche Landrath.

M. 4971 I. A.: Valentiner, Reg.-Assessor.

Gesundem md verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 gelbes Portemonnaie mit einigen Pfennigen Inhalt, 1 blaue Schülermütze, 1 graue Kappe, 1 schwarze Handtasche mit einem Taschentuch mit Monogramm J. N., 1 Vorspann-Waage, 1 Gebund Schlüssel (3 Stück).

Verloren: 1 Gebund Schlüssel.

Vom Wasenmeister am 20. d. Mts. eingefangen:

1 rother Rattenpinscher m. Geschl.

Hanau den 22. Oktober 1902.

Lage des Arbeitsmarktes.

Ueber die Lage des Arbeitsmarktes macht die neueste Nummer derArbeitsmarkt-Korrespondenz" folgende Angaben: Im Gegensatz zu dem allgemein verbreiteten Eindruck, daß das Herbstgeschäft in diesem Jahre ganz ausbleibe, steht das Gepräge des Arbeitsmarktes im September. Es ist nicht nur, wie das in der Regel im September der Fall ist, eine Besserung gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen, sondern besonders fällt ins Gewicht, daß die Besserung gegenüber dem Vorjahre intensiver ist. An den öffentlichen Arbeitsnachweisen bewarben sich, nach der Statistik derArbeitsmarkt-Korresp.", um 100 offene Stellen dieses Jahres nur 133,6 Arbeitsuchende gegen 153,7 im Vorjahre. Der Rückgang des Ueberangebotes ist beträchtlich. Wenn man aber auch diesen Rückgang auf andere Gründe als auf eine günstige Veränderung der Lage des Arbeitsmarktes zurückführen wollte, so sprächen doch die Ziffern der Krankenkassen für die thatsächliche Besserung. Denn danach hat die Zahl der Beschäftigten nicht unbedeutend znge- nommen. Sie zeigt in diesem Jahre eine Zunahme von 0,5 v. H. gegenüber einer Abnahme von 0,1 v. H. im Vorjahre. Die offensichtliche Besserung auf dem Arbeitsmarkte läßt sich nicht bestreiten, wenn auch zuzugeben ist, daß sie mit großer Zurück­haltung verwerthet werden muß. Weder dürfen an ihre Dauer noch an ihren Umfang allzu weitgehende Erwartungen geknüpft werden, vor Allem deswegen nicht, weil die Lage des Arbeitsmarktes in den beiden großen Produktionszweigen, im Bergbau und Eisengewerbe, durch unsere Ziffern nicht mit aus­gedrückt wird. In beiden Gewerben hat sich die Geschäftslage ungünstiger gestaltet. Im Bergbau ist trotz eingeschränkter Förderung und reduzirter Belegschaft die Ansammlung von Lagerbeständen nicht zu verhindern, was auf den Beschäftigungs­grad in den Gruben hemmend einwirkt. Im Eisengewerbe aber ist die Arbeitsverlegenheit so bedeutend, daß kaum die gerade in Stellung befindlichen Arbeiter Beschäftigung finden. Von Neueinstellungen ist überhaupt nicht die Rede. Ebenso ungünstig ist die Geschäftslage in den meisten Branchen des Metall- und Maschinengewerbes. Abgesehen von diesen Haupt­gewerben, deren Beschäftigungsgrad ausgesprochen unzusrieden- stellend war, zeigte sich allerdings im Baugewerbe flotte Thätigkeit, die sich nicht nur auf die Großstädte, sondern auch auf die Provinzorte erstreckte. Im Textilgewerbe weist die Signatur je nach Branche und Bezirk erhebliche Gegensätze auf. Auch wurde eine ruhige Entwicklung des Beschäftigungs­grades durch die schon in ihren Anfängen befindliche Lohn-

Hus Stadt und £and.

Hanau, 22. Oktober.

* Gotzners Mission. Das Kuratorium von Goßners Mission erläßt folgenden Nothruf: Abermals sind wir zu unserem tiefen Leidwesen gezwungen, unsere Freunde und Förderer um außerordentliche und schnelle Hilfe zu bitten. Nach einem nur kurzen Aufschwung unserer Einnahmen, für den wir auch hier allen gütigen Helfern von Herzen danken, haben die Beiträge für unser Werk unter fortwährendem Sinken nunmehr einen Tiefpunkt erreicht, der die traurigsten Aussichten eröffnet, wenn die Liebe des Herrn in den Seinen nicht wiederum mächtig wird. Die Mindereinnahmen unserer Kasse sind jetzt auf 167448 Mark gestiegen. Auch der letzte Rest unserer verfügbaren Gelder ist für unsere theure Sache aufgeopfert. Mit leeren Händen stehen wir vor unseren Missionaren und unsern Stationen. Inzwischen ist die uns anvertraute heilige Arbeit über Bitten und Verstehen von oben gesegnet worden. In unserer jungen Assam-Mission haben sich bereits 1100 bis 1200 Seelen um unseren dortigen Missionar gesammelt, und auf dem alten Missionsfelde in Chota-Nagpur zählen wir außer 50850 Getauften die gewaltige Zahl von 25592 Taufbewerbern. Die größten und aussichtsvollsten Aufgaben harren hier unser, und nehmen wir uns dieser Seelen nicht mit aller Kraft an, dadurch, daß wir ihnen Boten des Evangeliums senden und unter ihnen Kirchen und Schulen begründen, so ge­winnt die Macht der Finsterniß den Sieg, und es wird mit jenen Schaaren, die mit dem Heidenthum brechen wollen, ärger denn zuvor. Darum rufen wir, angesichts unseres drückenden Nothstandes, alle, die den Herrn lieb haben, zu reichlicher Liebessteuer dringend auf. Vergeßt, liebe Brüder und Schwestern, doch nicht ein Werk, dessen sich die evan­gelische Christenheit hoch zu freuen alle Ursache hat, und pflegt weiter, es sei in Gemeinschaft oder einzeln, den Garten Gottes unter Kols und Hindus, daß er nicht zur Wüste werde durch die Schuld unserer Gleichgiltigkeit oder Lauheit. Unser Gott gebe diesem Werbeworte offene Herzen und Hände und ver­gelte jedem Helfer und jeder Helferin mit großer Liebe nnd Barmherzigkeit. Gaben der Liebe werden erbeten:An das Kuratorium der Goßner'schen Mission, Friedenau-Berlin, Handjerystraße 1920."

* Geflaggt. Die staatlichen Gebäude haben heute aus Anlaß des Geburtstags Ihrer Maj. der Kaiserin geflaggt.

* Personalien. Der außerordentliche Pfarrer Herr Kienzler wurde zum selbständigen Verweser der Pfarrei Waldensberg bestellt. Herr Lehrer Wollenberg zu Hailer wurde an die evangel. Schule zu Kesselstadt vom 1. De- zember er. an versetzt.

* Landw. Winterschulwesen. An den landwirth- schaftlichen Winterschulen in Fulda und Gelnhauseniwurde bis­her von den Schülern aus anderen Kreisen ein höheres Schul- gels bezahlt. Der Vorstand der Landwirthschaftskammer be­schloß, die Schüler aus allen Kreisen, welche sich jetzt an den Kosten für das Winterschul- und Wanderlehrwesen betheiligen, mit den einheimischen Schülern gleichzustellen. Soweit die Kreise sich noch nicht zu dauernden Leistungen verpflichtet haben, soll die Bestimmung nur für das laufende Etatsjahr gelten.

* Staditheater. (Gastspiel Matkowsky.) Der gefeierte Gast, der am nächsten Freitag einmal hier auftritt, ist wohl zur Zeit der bedeutendste Helden-Liebhaber der deut­schen Bühne. Seine edle, männlich-schöne Erscheinung, sein mitreißendes Temperament, sein wunderbares Organ ver­schaffen ihm im Inland und Ausland die seltensten Erfolge. Er ist das einzige Mitglied der Königlichen Bühne zu Berlin, dem vom Kaiser der Titel einesKönigl. Hofschauspielers" verliehen wurde. Die Titelrolle inKean" gehört zu seinen grandiosesten Darbietungen und bildet den Glanzpunkt seines künstlerischen Könnens. Wie bereits mitgetheilt, findet die Vorstellung außer Abonnement mit erhöhten Preisen statt und zwar: Fremdenloge 3 Mk., I. Rang 3 Mk., II. Rang 1.80 Mk., Parkett und Sperrsitz 2.30 Mk., Parterre 1.20 Mk., Mittelgallerie 90 Pfg., Gallerie 69 Pfg. Vorverkauf am Donnerstag von 45 Uhr an der Tageskasse. Vorrecht der ungeraden Nummern.

* Dramat.-Litter.-Bereirr zu Hauau. Wie aus den an dieser Stelle bereits erfolgten Ankündigungen ersichtlich, findet am nächsten Donnerstag den 23. Oktober in der Central- Halle die von Mitgliedern des Vereins, unter Mitwirkung be­währter hinzugezogener künstlerischer Kräfte, gut vorbereitete Aufführung des Volksstückes mit Gesang in 5 Akten von Carl Morre, Musik von Vincenz Pertl,2' Nullerl" statt.