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Erstes Blatt.

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Erdrückt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev.

General-Auzeiger.

AtAtliches Organ fit Stadt- und FnndKrers Hm«.

”•**"*• ^ S“ StWetat täglich mit AuSmhm- d-r SMN- und geietiage, mit bettelnde Beilage. »<«««• N-d-»-»°t s. Sch---°, in r««

Nr. 239. F-r»»r-chms« Nr. 605. Montag den 13. Oktober F-rnsprecha-lWuß Nr. 605. 1902

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Amtliches

Stadtkreis Danau.

Bekanntmachung.

Nach einer Mittheilung des Kaiserlich Deutschen General- Consulats zu New-Iork Hin^egte am 8. Juli 1881 eine ver­muthlich kurz vorher eingewanderte Person namens Movih Jaegee bei der Sparbank „New-Aork Savings Bank" eine Summe Geldes, die seitdem mit Zinsen aus etwa 1400 ange­wachsen ist. Er gab der Sparbank gegenüber an, daß er von Beruf Farmer und aus Kurhessen gebürtig sei. Jaeger ist anscheinend bald darauf nach dem Westen der Vereinigten Staaten übergesiedelt und hat das betreffende Bankbuch der German American Bank zum Aufbewahren übergeben. Diese hat im Jahre 1893 wiederholt an die New-Aorker Savings Bank geschrieben und um Auskunft über den Verbleib des Moritz Jaeger gebeten. Die Sparbank hat jedoch seit 8. Juli 1881 nichts mehr von dem Genannten gehört und möchte nun, wenn er gestorben sein sollte, das Geld den gesetzlichen Erben zuführen. Moritz Jaeger ist am 2. Juni 1845 in Kurhessen geboren. Seine Eltern hießen Johannes und Katharina Jaeger, ein Bruder hieß Henry Jaeger.

Ich ersuche diejenigen Personen, welche im Stande sind, Näheres über den Verbleib des p. Jaeger zu erfahren, sich auf Zimmer Nr. 16 der Königlichen Polizei-Direktion zu melden.

Hanau den 11. Oktober 1902.

Königliche Polizei-Direktion.

P. 9534 v. Beckerath.

Stadtkreis Danau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Die Ausführung der Entwässerungsanlage für den Neubau der Knaben- und Mädchen-Mittelschule hierselbst soll öffentlich verdungen werden.

Der Verdingungsanschlag ist zum Preise von 1,50 Mk. vom Neubau-Bureau, Leipzigerstraße 9, zu beziehen; ebenda­selbst sind die Zeichnungen und Bedingungen einzusehen und findet die Eröffnung der Angebote am 20. Oktober, vor­mittags 10 Uhr, statt.

Hanau den 10. Oktober 1902.

Das Stadtbauamt. 17666

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 altes längliches Portemonnaie mit In­halt und verschiedenen Zetteln von S. Wronker & Co. sowie eine blonde Locke, 1 Mülleimer, abzuholen beim Gefangen­aufseher Köhler.

Verloren: 1 Pfandschein Nr. 4075, auf dem Wege Hanau—Wilhelmsbad 1 goldener Kneifer.

Zugelaufen: 1 brauner Jagdhund m. Geschl., Em­pfangnahme bei Förster Weber, Wachenbuchen, 1 weißer Foxterrier m. Geschl.

Hanau den 13. Oktober 1902.

3ue Stadt und Cand.

Hanarr, 13. Oktober.

Gewerbliches Schulwesen im Regierungs- Bezirk Cassel.

Nach dem Jahresbericht der Handwerkskammer für den Reg.-Bez. Cassel ist das gewerbliche Fortbildungsschulwesen im Kammerbezirke nicht so organisirt, wie es das Hand­werkergesetz und die an die Ausbildung der Lehrlinge gestellten Ansprüche erheischen bezw. wünschenswerth erscheinen lassen. Namentlich aus dem Lande mangelt es an solchen Schulen nach den Berichten der Beauftragten der Kammer sehr. Wie nothwendig die Errichtung solcher Schulen ist, so betont der vor­erwähnte Bericht, geht am deutlichsten au8 den Resultaten der Gesellenprüfungen hervor. Der Unterschied zwischen Prüf­lingen, die eine Fortbildungsschule besuchten und solchen, die hierzu keine Gelegenheit hatten, war bei der Abnahme des theoretischen Theiles der Prüfung ein geradezu krasser. In Anbetracht dessen hat die Handwerkskammer an die Magistrate bezw. die Kuratorien der gewerblichen Fortbildungsschulen das Ersuchen gerichtet, den Unterricht auf die wesentlichen Be­stimmungen des Handwerker-Organisationsgesetzes und den da­mit in Zusammenhang stehenden Verordnungen über die Ge­sellenprüfungen auszudehnen.

Der Regierungsbezirk Cassel zählt zur Zeit nur ca. 50 gewerbliche Fortbildungsschulen bei annähernd 3000 Lehr­

lingen. Diese Zahl spricht deutlich genug dafür, wie groß die Nothwendigkeit ist, neue Schulen ins Leben zu rufen, zumal die Staat^regierung der Fortbildung des gewerblichen Fortbildungsschulwesens mit hohem Interesse folgt und erheb­liche Mittel bereit stellt. Doch genügt die Staatshilfe nicht allein. Vor Allem sollen die in die Städtevertretungen ge­wählte.-: Handwerker energisch für die Errichtung solcher Schulen da eintreten, wo solche noch nicht bestehen. Wo sie eingeführt find, ist grundsätzlich der obligatorische Besuch zu erstreben, d-nn die Erfahrungen zeigen, daß bei freiwilligem Besuche die Früchte gering sind, weil einerseits die Lehrer nicht über die nothwendigen Strafmittel verfügen, um gegen säumige Schüle- vorzugehen, dann aber gibt es leider auch noch kurzsichtige Meister genug, die in dem Besuch der Schule durch ihre Lehrlinge eine Belästigung und Benachtheiligung erblicken; und doch gilt bei den heutigen Handwerksmeistern vor Allem das Wort: „Wissen ist Macht". Je mehr Wissen und Intelligenz der Handwerkerstand in sich vereinigt, um so größere Erfolge werden sich an seine Bestrebungen knüpfen. Der Handwerkskammer, den Innungen und den einzelnen Hand­werkern verbleibt auch auf diesem Gebiete für die nächste Zu­kunft noch eine große, aber dankbare Aufgabe.

Lokal-historische Notizen.

1 3. Oktober 1764 übernahm der nachherige Landgraf Wilhelm IX., damals Erbprinz, die Regierung von Hanau.

* *

*

* Bau- und Kunstdenkmäler im Kreise Geln- hausen. Für den Kreis Gelnhausen ist das Jahr 1901, so bemerkt der Verwaltungsbericht des Kreisausschusses, von be­sonderer Bedeutung, als in ihm ein den Kreis betreffendes Werk erschienen ist, welches seines wissenschaftlichen und künst­lerischen Werthes wegen unter gleichartigen Arbeiten an aller­erster Stelle steht. Es ist dies der 1. Band der Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel, welcher im Auf­trag des Bezirksverbandes von dem leider zu früh verstorbenen Bezirkskonservator Dr. L. Bickell herausgegeben ist und den Kreis Gelnhausen behandelt. Das im Verlag von N. G. Elwert in Marburg erschiene Werk ist die Frucht langjähriger mühevoller Arbeit des hochverdienten Verfassers, der dem Kreis Gelnhausen mit demselben sein Bestes gegeben hat. Das Werk be­steht aus einer Sammlung von 350 Tafeln in Lichtdruck nach photographischen Aufnahmen und Zeichnungen in Großquartformat und enthält Alles, was an Bau- und Kunstdenkmälern in dem darin so reichen Kreise Gelnhausen werthvoll erscheint. Die meisten Tafeln betreffen die romanischen Alterthümer der Stadt Geln­hausen, welche insgesammt 180 Tafeln behandeln. Des Weilern enthält das Werk Tafeln von folgenden Orten: Orb (40), Birstein (27), Wächtersbach (16), Meerholz (6), Bieder (4), Altenhaßlau (5), Altenmittlau (2), Aufenau (3), Burgjoß (4)/ Kassel (4), Eidengesäß (2), Flörsbach (2), Gondsroth (3), Hausen (3), Kirchbracht (2), Lettgenbrunn (2), Lichenroth (2), Lohrhaupten (3), Neuenschmidten (2), Niedermittlau (3), Somborn (3), Spielberg (2), Udenhain (4), Untersotzbach (2), Wirtheim (7), Wolferborn (3) und ferner einzelne Abbildungen aus den Orten: Alsberg, Hailer, Höchst, Horbach, Kempfen- brunn, Kirchbracht, Niedergründau, Waldensberg, Mernes, Neuses, Oberndorf, Wittgenborn. Den Tafeln ist beigefügt eine Beschreibung des Kreises und der betreffenden Baudenk­mäler von 208 Seiten, welche sehr interessante geschichtliche Angaben über viele der angeführten Orte und deren Baudenk­mäler enthält.

Y8 * Stadttheater. Wochen-Repertoir: Mittwoch: „Pre- ciosa", Schauspiel mit Gesang in 4 Aufzügen von P. A. Wolff. — Freitag: „So leben wir", Lustspiel-Novität von Leon Leipziger. — Sonntag: Nachmittags 4 Uhr: „Flachs­mann als Erzieher", Komödie in 3 Akten von Otto Ernst; abends 7 Uhr: „Als ich wiederkam", Lustspiel in 3 Akten von Blumenthal und Kadelburg.

* Gesangverein „Eintracht". Auf das nächsten Samstag den 18. d. M. im Saalbau „zum deutschen Haus" stattfindende Stiftungsfest des Gesangvereins „Eintracht" machen wir noch einmal mit dem Bemerken aufmerksam, daß Eintritts­karten ä 1 Mk. in Fr. K ö n i g 's Hofbuchhandlung, Markt­platz, sowie bei den Herren Ph. Klee, Cigarrenhandlung, Schnurstraße, H. Salzmann, Cigarrenhandlung, Krämer- straße, K. Ohler, Kleidergeschäft, Paradeplatz und bei den Mitgliedern zu haben sind. Nach dem uns vorliegenden, be­reits fertiggestellten Programm zu urtheilen, hat sich der Ver­ein eine dankbare, aber auch recht schwierige Aufgabe gestellt. Denn die zum Vortrag kommenden Chöre sind, außer einem, sämmtlich neu einstudirt und bieten zum Theil nicht geringe technische Schwierigkeiten. Den instrumentalen Theil hat die

gesammte Kapelle des Jnf.-Regts. Nr. 166 übernommen, die hochinteressante, theilweise ganz neue Nummern zum Vor­trag bringen wird. Nach allem verspricht der Abend ein ebenso interessanter, als genußreicher zu werden. Wir können den Besuch aufs Wärmste empfehlen.

** Herrenabend des Gesangvereins ^Fröhlich­keit." Im Saale „zum Deutschen Haus" fand am Samstag Abend der Herrenabend des Gesangvereins „Fröhlichkeit" statt. Mit dem Lob, das den übrigen Gesangvereinen gespendet wurde, brauchen wir auch hier nicht zurückzuhalten, da Herr Milbach im abgelaufenen Jahr seine Sänger wieder mit gewohnten: Geschick dirigirt hat. Die Wiedergabe der Chöre zeugte von fleißiger Schulung der Sänger, wie auch von verständnißvoller Auffassung der in den einzelnen Kompositioneu enthaltenen musikalischen Schönheiten. Gesungen wurde Petschke's „Neuer Frühling", „Wenn die Lerchen wiederkommcu" von Speidel, „Frühlingssturm" von Angerer, „Sehnsucht nach der Heimath" von Hirsch, „Trinklied" von Kremser, „Minnelied" von Bünte. Als größere und schwierige Aufgabe ist hervorzuheben die sich in den Bahnen Hegar's bewegende Komposition von Angerer, welche mit Präzission und Sicherheit wiedergegeben wurde. Auch von unserm heimischen Komponisten, Herrn Lehrer Appel, fanden wir wieder eine Schöpfung auf dem Programm und zwar eine in Musik gesetzte elegische Dichtung von Bechstein „Vögleins Begräbniß", die fein und diskret gesungen wurde. Der Solo für Bariton „Warnung vor dem Rhein" wurde von Herrn Klüh ^gesungen, Herr Odenwald sang zwei Tenorsoli: „Der Findling" und „Der Schmetterling". Beide Solisten brachten auch noch das Duett „Flüsterndes Silber, rauschende Wellen" recht ansprechend zu Gehör. Neben dem ernsteren Theil der Darbietungen war auch der Humoristika ein breiter Raum gewährt und schallende Lachsalven tönten durch den Saal bei den Vorträgen des Herrn Jh le, der sich wiederum als dialek­tischer und mimischer Meister über die Lachmuskeln erwies. Sein „Sprichwörter-Anton" und der „Rekrut Sandlatscher" waren humorvolle Leistungen ersten Ranges. Herr Jüngling glänzte als Damenimitator und brächte drei Soubrettencouplets zum Vortrag. Außerdem warm auf humoristischem Gebiet noch thätig die Herren Peter und Hamacher. Den musikalischen Ohrenschmaus lieferte die Ulanenkapelle, die in gewohnter Meisterschaft sich ihrer Aufgabe entledigte. Die zahlreiche Zu­hörerschaft hielt mit ihrem Beifall, nicht zurück, ein Beweis, daß der Verlauf des Abends sie vollauf befriedigte.

* Spät ans Tageslicht gekommen. Im De­zember v. Js. kam der Ehefrau eines hiesigen Lehrers eine goldene Damenuhr mit Kette im Werthe von 100 Mk. ab­handen, ohne daß dieselbe sich den Vorgang erklären konnte. Jetzt ist es herausgekommen, daß ein Dienstmädchen, das zur angegebenen Zeit dort in Stellung war, sich die Uhr ange­eignet hatte.

* Grober Unfug wurde in der verflossenen Nacht in der Altstadt verübt, indem sich die Zerstörungswuth wieder einmal gegen die Mülleimer richtete.

R * Krämpfe. Gestern Nachmittag wurde der Taglöhner S. in der Bangertstraße und später in der Rosenstraße zwei Mal von Krämpfen befallen. Der Mann wurde beim §in» stürzen erheblich am Hinterkopfe verletzt; ein Mitglied der Kriegervereins - Sanitätskolonne leistete demselben zweckent­sprechende Hilfe, worauf er von Schutzleuten in seine Woh­nung gebracht wurde.

* Stenographischer Unterrichtskursus. Wie be­reits durch Inserate der vorigen Woche bekannt gegeben wurde, beginnt heute Abend 8 Uhr im Gasthaus „zu den 3 Rindern" ein neuer Unterrichtskursus nach dem System Gabelsbergers. Wir einpfehlen hiermit nochmals die Erlernung dieser seit Jahr­zehnten im Parlament, Kontor rc. in Bezug auf, praktische Leistungsfähigkeit bewährten und unerreichten Kurzschrift Gabels­bergers, gegenüber jenen leicht, schnell und unentgeltlich zu erlernenden, in praktischer Hinsicht aber gänzlich unerprobten und minderwerthigen Systemen.

* Frttzballspovt. Gestern Nachmittag spielten auf dem Exerzierplatz der hiesige Fußballklub „Wacker" und der Dörnig- heimer Fußballklub „Germania" gegeneinander. Das Spiel endete mit 1:0 Goal zu Gunsten „Germania" -Dörnigheim.

Ha«a«er Vereins-«. Urrguügungsuachrichten

für Montag den 13. Oktober.

Kunstindustrie-Verein: Abends 7'/. Uhr in der Aula der kgl. Akademie Vortrag des Hauptmanu a. D. Tanera aus München.

Frankfurter Quartett-Bereinigung: Abends 7'/» Uhr: 1. Kammermusik- Abend im Saale der „Centralhalle".

Kirchenchor der JohanniSkirche: Abends präcis 8 Uhr: Probe Uebungssälchen der Kirche.

Evang. Männer- und Jünglingsverein; Gesang (Ev. VereinshauS.) Turn- u. Fechtklub: Turnen und Fechten. . ,

Stenogravhen-Verein Stolze-Schrey - Vereinsabend in der „Sonne .