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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
Gedruckt und verlegt in der Luchdruckerei des verein, ev.
Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecke« in Hanau,
Nr. 203.
Fernsprechanschluß Nr. 605.
Montag den 1. September.
Fernsprechanschluß Nr. 605. 1902
Amtliches.
Stadtkreis Danau,
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes
Bekanntmachung.
Die Stadt Hanau wird aus Anlaß der diesjährigen Herbstmanöver an verschiedenen Tagen Ginauartie- rttng erhalten.
Soweit bis jetzt bekannt, wird die Stadt wie folgt belegt werben:
am 6. u. 7.
Sept.
83
Offiz. 1978 Mann
60 Pferde
ii 8.
w
13
" „ "
■ u
„ 13. u. 14.
47
„ 560 „
27 „
„ 15.
1/
——
„ 170 „
180 „ .
„ 16. u. 17.
M
106
„ 2865 „
176 „
„ 16., 17. u. 18.
40
„ 50 „
15 „
„ 19.
M
152
„ 2262 „
304 „
* 20.
65
„ 1850 „
164 „
M 21.
1/
5
„ 120 „
125 „
Eine Einquartierung bis zur Höhe von 200
Mann wird
in den von der Stadt zu ermiethenden Quartieren, stärkere Einquartierungen werden in Bürgerquartieren untergebracht. Die Unterbringung der einzelnen Einquartierungen soll bezirksweise erfolgen.
Als Maßstab für den Umfang der Quartierleistung sollen die im § 9 Absatz 1 der Einquartierungs-Ordnung vom 30. Januar 1899 vorgesehenen Sätze angewendet werden; danach erhalten die Inhaber der Pflichtigen Räume (Miether und Vermiether) bei einem Miethwerth der Wohnung von 241—500 Mk. je 1 Mann und für je weitere 500 Mk. 1 Mann. Die auf unvermiethete Wohnungen entfallende Einquartierung hat der Hauseigenthümer unterzubringen. Die Unterbringung der Offiziere erfolgt nach vorheriger besonderer Feststellung.
Als Entschädigung erhalten die Quartiergeber für den Mann und Tag:
für Mannschaften bei voller Verpflegung 2 Mk.,
„ „ ohne Verpflegung 0,40 Mk.,
für Offiziere ohne Verpflegung 3 Mk.
Für jedes Pferd werden 0,50 Mk. für den Tag gezahlt.
Für eoentl. erforderlich werdende Noth- und enge Quartiere werden Entschädigungen nicht gewährt.
Falls die mit Einquartierung bedachten Bürger die Natural- Quartiere nicht leisten wollen, übernimmt die Stadt die Aus- quartierung; die betreffenden Quartierpflichtigen haben dann 1 Mk. für den Mann und Tag zu zahlen, wogegen die Stadt die Mannschaften in gemietheten Quartieren, für die 3 Mk. für den Mann und Tag gezahlt werden, einquartiert.
Diejenigen, welche Ausquartierung wünschen, werden ersucht, dies bis zum 2. September auf dem Rathhause, Zimmer Nr. 20, anzuzeigen. Spätere Anmeldungen können nur ausnahmsweise berücksichtigt werden.
Es wird noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Zahlung der Entschädigung nur unter Vorlegung der Quartierzeitel beansprucht werden kann und daß Aenderungen auf dem Quartierzettel nur berücksichtigt werden, wenn sie von der Einquartierungskommission anerkannt worden sind.
Hanau den 28. August 1902.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 14742
Bekanntmachung.
Diejenigen, welche ausquartierte Mannschaften zu dem Satze von 3 Mk. für den Mann und Tag mit vorschriftsmäßiger voller Verpflegung in Quartier nehmen wollen, werden ersucht, dies bis zum 2. September d. Js. auf dem Rathhause, Zimmer 20, anzuzeigen. Ebenso wollen Diejenigen, die im Besitz von Offizier-Quartieren sind und solche ver- miethen wollen, dies bis zum gleichen Zeitpunkt bei uns anmelden.
Hanau den 29. August 1902.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 14777
Die Glaser- tmb die Verputzarbeiten zum Neubau der Kleinkinderschule sollen verdungen werden.
Nerdingungsanschläge, Zeichnungen und Bedingungen liegen vom 2. September ab im Neubau-Bureau, Leipzigerstraße Nr. 9 hierselbst zur Einsicht aus; Angeöotsformulare können daselbst gegen Zahlung von 0,50 Mk. bezogen werben.
Angebote sind verschlossen und mit der Aufschrift: „Angebot auf Ausführung der Glaser- rc. Arbeiten zum Neubau der Kleinkinderschule zu Hanau" »ersehen bis zum Montag
den 8. September d. Js.^ vormittags 9 Uhr, an das Neubau-Bureau einzusenden, woselbst die Eröffnung in Gegenwart der erschienenen Bewerber erfolgt.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Hanau den 29. August 1902.
Das Stadtbauamt.
Schmidt. 14937
Im Mim Ns KSnigs!
In der Strafsache gegen den Metzger Karl Kilb von Hanau
wegen Beleidigung rc. hat das Königliche Schöffengericht in Hanau in der Sitzung vom 19. August 1902, an welcher Theil genommen haben:
Gerichts-Assessor Dr. Fr eyt ag
als Vorsitzender,
Juwelier Willy Horst, Bierbrauereibesitzer Mathias Orschler von Hanau als Schöffen, Amtsanwalt E n g l e r als Beamter der Staatsanwaltschaft, Assistent Dill in g als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt:
Der Angeklagte wird wegen öffentlicher Beleidigung des Weichenstellers Adam Hein in Hanau zu einer Geldstrafe von sechs Mark, an deren Stelle im Nichtbeitreibungsfalle für je 3 Mark ein Tag Haft tritt, verurtheilt.
Von der Anklage wegen Bahnpolizeiübertretung wird er freigesprochen.
Die Kosten des Verfahrens fallen, soweit - Verurtheilung erfolgt ist, dem Angeklagten, im Uebrigen der Staatskasse zur Last. Zugleich wird dem Beleidigten und der Kgl. Eisenbahn- direktion in Frankfurt a. M. die Befugniß zugesprochen, die Derurtheilung des Angeklagten auf dessen Kosten binnen zwei Wochen nach Zustellung einer Ausfertigung des rechtskräftigen Urtheils an sie einmal im „Hanauer Anzeiger" bekannt zu machen.
gez. Dr. Freytag.
Ausgefertigt unter Bescheinigung der Rechtskraft. Hanau den 28. August 1902.
Habeney, Aktuar, 14947
als Gerichtsschreiber Kgl. Amtsgerichts, Abth. 4.
Aufgebot.
Durch Ausschlußurtheil dieses Gerichts vom 13. November 1901 (F 3/01) ist die Margarethe Regine Müller, geboren am 19. Juni 1847 in Ki lia nst ä d t e n, zuletzt dort wohnhaft, für todt erklärt worden unter Feststellung des Todestages auf den 31. Dezember 1878. Die Kinder und Eigenthumserben des am 26. Januar 1845 in Kilianstädten geborenen am 3. Juli 1896 in Frankfurt a. M. gestorbenen Metzgers Konrad Heinrich Müller, nämlich: a. und b. die minderjährigen Konrad Heinrich Müller, Handlungsgehilfe, und Marie Margarethe Regine Müller, beide vertreten durch ihre Mutter, die Wittwe Elise Müller geb. Pfeil, als elterliche Gewalthaberin, welche zugleich als Etatutarerbin ihres Mannes handelt, c. ber Schriftsetzer Georg Ludwig Müller und d. der Tagelöhner Karl Richard Müller, sämmtlich von Frankfurt a. M., Heisterstraße 14III., haben beantragt, ihnen einen Erbschein dahin zu ertheilen, daß der erwähnte Metzger Konrad Heinrich Müller die Margarethe Regine Müller allein gesetzlich beerbt hat. Metzger Konrad Heinrich Müller und Margarethe Regine Müller waren Kinder der Eheleute Sattler Andreas Müller und Margarethe Regine geb. Rauch in Kilianstädten. Nachträglich hat sich herausgestellt, daß als fernerer Erbe der Margarethe Regine Müller deren Vater in Betracht kommt, der am 18. Juni 1884 gestorben ist. Alle Diejenigen, welche nähere oder gleich nahe Ansprüche an den Nachlaß zu haben vermeinen, werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 12. Dezember 1902 anzumelden, und zwar unter der Verwarnung, daß nach Ablauf des Termins die Ausstellung der Erbbescheinigungen erfolgen wird.
W i n d e ck e n den 28. August 1902.
___Königliches Amtsgericht.______14946 Gefundene und verlorene Gegenstünde rc.
Gefunden: 1 großer Mülleimer, gez. H. 8., 1 An- Hängeläschchen, 1 Portemonnaie mit Inhalt.
Verloren: 1 silbernes Notizbuch mit Monogramm E. R., 1 rothes Portemonnaie mit 1,70 Mark und drei franz. Freimarken, 1 gelbes ledernes Anhängetäschchen mit 2,50 bis 2,70 Mark Inhalt.
Zugelaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen und gelben Abzeichen, m. Geschl. und Hundemarke Nr. 43271.
Hanau den 1. September 1902.
Der König von Italien in Frankfurt a. M.
(Spezialbericht des „Hanauer Anzeiger".)
(!) Frankfurt a. M., 31. August. Zu Ehren des Königs von Italien ist das Bahnhofsviertel prächtig geschmückt. Von den Häusern wehen Fahnen in den italienischen und deutschen Farben. Auf dem Hauptbahnhofe zeigt der Bahnsteig Nr. 7 Draperien in den italienischen Landesfarben, Arrangements von Blattpflanzen und blühenden Topfgewächsen. In den Blättern sind elektrische Glühlämpchen in roth-weiß-grün für die Illumination vertheilt. Die gleichen Dekorationen trägt der Nordausgang des Bahnhofs. Der kleine Konferenzsaal, wo die Vorstellung stattfindet, da das Fürstenzimmer im südlichen Theile des Bahnhofes liegt, erhielt einen Schmuck von Palmen und Lorbeerbäumen. Die Feststraße, die der König durchfährt, ist umsäumt von laub- umkränzten Flaggenmasten; die Häuser sind geschmückt mit Laubgewinden und Fahnen. Von den Balkons hängen prächtige Teppiche und Dekorationen in den italienischen und deutschen Farben. Die Straßenlaternen tragen Gassterne. Einen besonders schönen Schmuck weisen die Villen in der Taunus-Anlage auf, sowie das Hotel Jmperial, wo das Festessen stattfindet. Tausende drängen in den Straßen, jeder Zug bringt weitere Menschenmassen.
Gegen 5^2 Uhr begann die Absperrung. Um 6 Uhr rückte die Ehrenkompagnie, die 1. Kompagnie des 81. Regiments, an und nahm mit der Musik auf dem Bahnsteig Aufstellung, die direkten Vorgesetzten auf dem rechten Flügel. Inzwischen formirte sich das Husaren-Regiment Nr. 1S in der Taunusanlage. Die Standarten-Eskadron rückte mit klingendem Spiele an. Zum Empfange fanden sich im. Bahnhöfe ein: Der Divisionskommandeur v. Deines, Brigadekommandeur Normann, Stadtkommandant v. Stülpnagel, Flügeladjutant Oberst v. Jacobi vom 80. Regiment, der italienische Generalkonsul Graf Lambertongli, Polizeipräsident Frhr. v. Müffling u. A. Kurz vor 6^2 Uhr leuchteten die Jlluminationskörper auf. Präzise 6^2 Uhr lief der königliche Zug ein. Die Ehrenkompagnie präsentirte, die Musik spielte die italienische Hymne. Der König entstieg dem vorletzten Wagen, schritt mit seinem Gefolge die Front der Ehrenkompagnie ab und be- gab sich nach dem Querperron, von stürmischen Hochrufen und Tücherschwenken des dicht gedrängt den südlichen Theil des Perrons einnehmenden Publikums begrüßt. Hier nahm der König den Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie entgegen und begab sich dann durch den nördlichen Ausgang zum Wagen. Als der König heraustrat, brach die Menschenmenge, die Kopf an Kopf den weiten Platz und die Bürgersteige besetzt hielt, in stürmische Hochrufe aus. Im ersten Wagen fuhr der König mit dem komm. General v. Lindequist, eskortirt von der 3. Schwadron des Husaren-Regiments, in den übrigen Wagen das Gefolge mit der deutschen Generalität. Die Fahrt ging durch die Karlsstraße, Mainzer Landstraße zur Taunusanlage. Hier hatten inzwischen die Mannschaften des 81. Jnf.-Regts.. das zur Durchführung der Absperrungsmaßregeln gestern Abend aus dem Manöver hier eingetroffen war, ihre Platze eingenommen. Mit klingendem Spiel rückte die erste Schwadron des Husaren-Regiments Nr. 13 mit der Standarte heran und nahm auf dem rechten Flügel des Regiments Aufstellung. Hinter den Truppen drängte sich „ein dichtes Spalier von Zuschauern. Kurz nach 6^2 Uhr ertönte das Kommando : Angesessen! und das Regiment formirte sich zur Paradeaufstellung in Linie zu 2 Gliedern. Brausende Hurrahrufe verkündeten um 6s/a Uhr das Herannahen des Königs. Die Musik intonirte die Mascia Reale. Während die Wagen mit dem Gefolge des Königs an der Ecke „ber Mainzer Landstraße und Taunusanlage hielten, fuhr der König mit dem General v. Lindequist im Schritt die Front des Regiments ab, jede Schwadron salutirend. Auf dem linken Flügel desselbrn hatten der Verein ehemaliger 13. Husaren und die hiesige italienische Kolonie mit der Fahne Aufstellung genommen. — Als der Wagen sich näherte, brachen die Mitglieder der Kolonie in begeisterte Elivarufe aus, für die der König grüßend dankte. Am linken Flügel der Aufstellung wendete der'Wagen und der König fuhr nochmals die Front des Regiments ab. Am ersten Flügel angekommen, verließ der König den Wagen, trat auf den Bürgersteig und ließ nunmehr das Regiment im Parademarsch vorbeidefiliren. Nach dem Regiment marschirten der Verein ehemaliger 13. Husaren und die italienische Kolonie vorbei, deren Mitglieder dem Monarchen begeistert zujubelten. Dann bestieg der König wiederum den Wagen und fuhr mit der gleichen Eskorte und wieder überall lebhaft begrüßt mit seinem Gefolge zum Hotel Jmperial.