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vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postauffchlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf» gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für,Auswärts 15 Pfg., im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Gmeral-Anzeiger.

Amtliches Organ für Stob ito Landkreis Kamm.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: G. S ch r e ck e r in Hanau,

Nr. iM

Fernsprechanschluß Nr. 605.

Freitag den 1. August.

Fernsprechanschluß Nr. 605

1902

Amtliches.

Stadtkreis hanau

Kurze Belehrung über Tuberkulose (Schwindsucht) und bereu Verhütung.

(Fortsetzung.)

Die von den Tuberkulosen benutzten Taschentücher dürfen nicht ausgerieben werden; dieselben find vielmehr und zwar thunlichst noch vor der Eintrocknung des in denselben ent- haltenen Schleimes unter Wasser zu bringen und baldigst in Lauge auszukochen.

Ebenso ist mit der Leib- und der Bettwäsche dieser Kranken zu verfahren.

Kleider und Betten der Schwindsüchtigen lverden am sichersten in dem Dampfdesinfcktionsapparat desinfizirt.

Die von Tuberkulösen benutzten Krankenzimmer sind ab und zu, jährlich wenigstens zweimal, sorgfältig zu reinigen und zu desinfistren; einer ganz besonders gründlichen Reini­gung und Desinfektion aber vor jeder anderen Benutzung, namentlich vor jedem Wohnungswechsel zu unterwerfen; Fuß­boden und Holzwerk sind gründlich mit heißer Schmierseifen- lösung zu scheuern und mit 3°/o Karbolsäurelösung oder mit 2°/o Ly ollösung zu behandeln; die Tapeten sind erst nach vorgängiger Abreibung mit feuchten Tüchern zu entfernen.

Zweckentsprechende Speischalen aus Porzellan für bett­lägerige Kranke sind in dem G erhardt'schen Geschäft da- hier zu haben, noch empfehlenswerter sind die Dettweiler'schen oder die einfacheren und billigeren Liebe'schen Spuckflaschen (von Holzhauer zu beziehen).

Zur Aufstellung in öffentlichen Räumen eignen sich flache, aber breite, etwa 5 cm hohe und 20 bis 30 cm breite, runde, mit abgerundeten Winkeln und mit glatten Flächen versehene Schalen aus dickem Glas, Porzellan oder sonstigem Metall; in Krankenzimmern werden, um die Verschleppung des Aus­wurfes durch Fliegen und das Belecken desselben durch Hunde und Katzen u. s. w. zu verhüten, noch besser Spucknäpfe verwendet, die einen Deckel tragen und sich etwa 1 Meter hoch über dem Fußboden in einer Nische oder in einem Kasten befinden. Die Spucknäpfe sind so weit, daß leichtes Ver­schütten vermieden wird, mit Wasser, welchem Kochsalz oder Chlorcalcium zugesetzt ist, zu füllen und öfters im Abfallrohre (Aborte) oder Tonnen, in denen der Auswurf feucht bleibt, zu entleeren, demnächst auch gründlich, am besten durch Auskochen, zu reinigen.

Statt der Flüssigkeit kann man sich auch feuchter und stets feucht zu haltender Sägespähne bedienen; der Inhalt der Spuck­näpfe muß jedoch jeden Tag mindestens einmal durch Ver­brennen, z. B. Eingießen in das offene Herdfeuer, unschädlich gemacht werden.

Chemische Mittel zur Vernichtung der Jnfektionsfähigkeit des Auswurfs verfehlen ihren Zweck; sie bewirken Gerinnen der Außenseite des Auswurfs und lassen so das Innere der­selben unberührt.

Hanau den 14. September 1901.

Der Königliche Kreisarzt.

Geh. Med.-Rath gez. Dr. Sunkel.

Vorstehende Belehrung wird hiermit erneut zur allgemeinen Nachachtung bekannt gegeben.

Hanau den 20. Juli 1902.

Königliche Polizei-Direktion.

P. 7227 I. V.: Valentin er, Reg.-Assessor. v

Landkreis Danau.

Belmmtmachnnqen des Königl. Landrathsamtes.

Die Kopialkenentschädijptngen für die Herren Standesbeamten sind für das Rechnungsjahr 1901 zur Zah­lung angewiesen und können bei der Königlichen Kreis-Kasse hier gegen Quittung abgehoben werden.

Falls die Abhebung' nicht innerhalb 4 Wochen erfolgt, werden die Beträge durch die Post zugesandt werden.

Hanau den 28. Juli 1902.

J. Nr. A 3361 Der Königliche Landrath.

I. V.: Valentin er, Reg.-Assessor.__

Handelsregister.

A. 359 Firma Hanauer Silberwaarenmaurrfaktur Katharina Roth, Hanau: Der Kaufmann Georg Roth in Hanau ist in das Handelsge­schäft emgetreten. Die dadurch begründete offene Handelsgesellschaft hat am 25.M 1902 be­gonnen. Die dem Georg Roth für das Handels­

geschäft seither ertheilte Prokura ist damit erloschen. Die Jirma ist in Hanauer Silberwaaren- manufaktur Gg. Roth & Co. geändert.

A. 136 Firma Gg. Wirth & Cie., Hanau: Der Ebefrau des Inhabers -Jakob Wirth Anna Wirth geb. B r e n z e l ist Prokura ertheilt.

A. 35 Firma Gg. Roth & Co., Hanau: Die Firma ist erloschen.

Hanau den 26. Juli 1902.

Königliches Amtsgericht. 5. 13135

Hue Stadt und £and.

Hanan,

* Ehrenvolle Berufung Nach einer heute einge­troffenen amtlichen Nachricht ist der hiesige Landrath und Po- lizeidirektor Herr v. Schenck als Nachfolger des bisherigen Wiesbadener Polizeipräsidenten Prinzen Ratibor nach Wies­baden versetzt. Seit 15. Juli 1895 an der Spitze unseres Kreises stehend, hat derselbe, durch das Vertrauen seines Königs in eine höhere Stellung, nach der schönen Kurstadt Wiesbaden berufen, sich in seiner hiesigen schwierigen Stellung als her­vorragend tüchtiger Verwaltungsbeamter bewährt, dessen erfolg­reiche Thätigkeit für unseren Kreis von nachhaltigem Segen sein wird.

* Kirchliches. Im Vormiliagsgotiesdienst der Marien­kirche wird nächsten Sonntag die feierliche Einführung des Herrn Pfarrer Wohlfahrt aus Mainz, der bekanntlich zum 3. Pfarrer der Marienkirchengemeinde ernannt worden ist, erfolgen.

R. Kinderkrippe. Durch die Erbauung dieses segen- reichen Hauses auf demDeutschen Friedhof" sind die alten Bau-Denkmäler auf eine etwas unzarte Weise über Seite ge­räumt worden. Es wird von vielen Seiten in der Bürger­schaft erwünscht und erhofft, daß nach Fertigstellung der Ge­bäude und der Anlage diese alten zum Theil historisch sehr werthvollen Denkmäler wieder entsprechend in die Baum­pflanzungen einrangirt und gruppirt werden vielleicht wird schon, so denken wir, der Vorstand des Geschichtsvereins dafür sorgen.

* Die Witterungsausfichten für den Monat August stellen sich nach dem 100jährigen Kalender wie folgt: Am 2. trüb und regnerisch, am 6. schön, am 7. Platzregen mit Gewitter, am 8. wieder schön, vom 9.17. regnerisch, am 18. Gewitter, Sturm und Platzregen. Rudolf Falb prophe­zeit für die ersten zwei Drittel des August Trockenheit bei steigender Temperatur mit vereinzelten stärkeren Niederschlägen am Ende der ersten Woche. Das letzte Drittel des Monats soll regnerisch werden. Den 3. August bezeichnet er als einen kritischen Termin 1. Ordnung, den 19. als einen solchen 2. Ordnung.

* Vom Belegen der Plätze. Man hört oft die Worte:Der Stuhl ist besetzt; in Wirklichkeit ist er zwar nicht besetzt, aber derjenige, der ihn für besetzt erklärt, hat ihn für andere Personen, die noch kommen sollen, reservirt. Nun hat nach einer Gerichtsentscheidung kein Mensch das Recht, für andere Leute in einem öffentlichen Lokale Stühle zu be­legen, denn in dem betr. Gerichtserkenntviß heißt es klar und deutlich, daß nur in dem Falle, daß für den reservirten Platz bezahlt sei oder daß der Wirth den betreffenden Platz selbst als reservirt bezeichnet habe, dritten Personen ein Anrecht an den leeren Stuhl zugestanden werden könne. In den meisten Fällen treffen die beiden Bedingungen nicht zu und man darf ruhig Platz nehmen, selbst wenn es heißt:Dieser Stuhl ist besetzt."

* Der Hanauer Kriegerverein hält am nächsten Sonntag den 3. August sein alljährliches Sommerfest im RestaurantKaiserhof" ab und können wir schon heute ver­rathen, daß den Vorbereitungen zufolge dasselbe recht schön zu werden verspricht. Der musikalische Theil liegt in den Händen der Musikkapelle unseres Jnf.-Regts. Nr. 166 und enthält daS uns vorliegende Programm nur Bestes auf diesem Ge­biete. Den tanzliebenden Theilnehmern wird genügend Rechnung) getragen, wie auch sonstige Abwechselungen, als Caroussel, Luftballon mitzFallschirmabsturz rc,, für die nöthige Kurzweil sorgen werden. Bei Eintritt der Dunkelheit wird der ganze geräumige Garten feenhaft be­leuchtet und ist eine Lampion-Polonaise für die Kinder vorgesehen, welcher dann später große benga­lische Beleuchtung in den verschiedensten Farben des ganzen Etablissements in kurzen Abständen folgt. Möge der Himmel diesem Feste hold sein und das nöthige gute warme Wetter nicht fehlen lassen, damit die Theilnehmer auch in diesem Jahre die besten Eindrücke mit nach Hause nehmen. *

* Gründungsfeier. Wie alljährlich, so begeht auch diesmal der VereinEinigkeit" das Fest seiner Begründung durch einen Herrenabend. Derselbe findet morgen Samstag Abend in gewohnter Weise im Lokalezur großen Krone" statt und ist hinsichtlich des Programms in sorgfältigster Weise vorbereitet. Die Besucher dieses Abends sind noch immer vollauf befriedigt gewesen, es wird auch diesmal wieder Alles aufgeboten werden, ben Gästen einige angenehme Stunden zu bereiten. Uebermorgen Sonntag wird vom selben Verein im Gartenzur großen Krone" ein Gartenfest arrangirt.

* Einödshoser Concert. Wir schon erwähnt, steht unserem hiesigen mustkliebenden Publikum wiederum ein beson­derer Kunstgenuß bevor, indem morgen Abend im Deutschen Hause der populäre Komponist und temperamentvolle Kapell­meister Julius Einödshoser mit seiner Künstlerschaar ein Concert veranstalten wird. Der BerlinerBörsen-Courier" schreibt über das Auftreten Einödshofers in Berlin wie folgt: In die Philharmonie ist für eine kurze Zeit Kapellmeister Jul. Einödshoser eingekehrt, um eine Reihe von populären Con­certen zu veranstalten. Die sonst der klassischen Musik und den großen Festen geweihten Räume Hallen gegenwärtig von den Klängen flotter Tänze, frischer Märsche und lustiger Lieder wieder, und die treffliche Künstlerschaar, die jedem Wink ihres erprobten Dirigenten folgt, bringt all' die musikalischen Gaben zur besten Wirkung. Kapellmeister Einödshoser bietet Unter­haltungsmusik im besten Sinne, seine Programm-Zusammen­stellung ist geschickt und seine eigenen musikalischen Schöpfungen, die ja in Berlin gesungen, gespielt und gepfiffen werden, bringt er nach seinem großen Vorbilde Johann Strauß mit besonderem Schwung zur Geltung. Das Publikum, daß ihm vordem im Neuen Concerthaus Beifall spendete, ist dem be­liebten Dirigenten nach der Philharmonie gefolgt und bereitet ihm auch an der neuen Stätte seines Wirkens einen uneinge­schränkten und lebhaften Erfolg.

* Oberkriegsgericht. (Sitzung vom 31. Juli.) Als ein Ulan der 4. Eskadron des 6. Ulanen-Regiments zu Pfingsten nach seinem Heimathsdorf Steinbrücken beurlaubt war, mischte er sich am Abend des zweiten Feiertages in einen Streit, den seine beiden Brüder mit anderen Zivilisten inszenirt hatten. Der Angeklagte zog sofort blank und verwundete zwei Zivilisten ziemlich erheblich. Vom Kriegsgericht wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung und Mißbrauchs der Waffe zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt. Seine Berufung gegen das Urtheil erster Instanz wurde, lautFrkf. N.", vom Ober­kriegsgericht verworfen.

* Kein Bier. Zwei rüstige Hanauer, welche ihre Ferien dazu benutzen, eine Fußtour nach Cassel zu machen, finden es auf einer uns zugesandten Karte kurios, daß sie zwei Orte vorfanden, in denen sie kein Bier bekamen. Die beidenGlobetrotter" kamen von Alsfeld etwa um 12 Uhr mittags in Christerode ein Ort mit 700 Einwohnern an und erhielten dort auf ihr Verlangen nach einem Glas Bier die Antwort:Bier haben wir keins, das gibts erst am Sonntag wieder " Unsere bierdurstigen Landsleute schüt­telten schleunigst den Staub Christerode's von den Füßen und eilten nach dem nächsten Orte Hauptschwenda (400 Einwohner), bekamen aber auch da die betrübende Antwort:Gibts erst am Sonntag!" Erst im nächsten Orte konnte ihr Verlangen befriedigt werden. Mögen sie auf ihren ferneren Wegen von ähnlichem Mißgeschick verschont bleiben.

* Mainivafferwärme vom 31. Juli. Morgens 16 Grad, mittags IßVa Grad, abends 17 Grad Rsaumur.

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X. Langendiebach, 31. Juli. (BesitzWechsel.) Das .hiesige Gasthauszur Sonne", Besitzer Friedrich Liß- mann, ging durch Kauf für 29000 Mk. an Wilhelm Dietz hierselbst über. Die Uebernahme des Wirthschaftsbetriebes er­folgt am 1. September.

Regenstation Hanau des Königl. Preußischen Meteorologischen Instituts zu Berlin.

Im Monat Juli wurden 10 Tage mit mehr als 0,2 mm Regenhöhe beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge in 24 Stunden war am 21. Juli (gemessen am 22. Juli, morgens 7 Uhr), sie erreichte eine Höhe von 19,5 mm, was gleichbedeutend ist mit 19,5 Liter auf 1 Quadratmeter.

Die Monats-Menge der Niederschläge im Juli betrug 53,8 mm oder 53,8 Liter pro Quadratmeter.

Die Niederschlagsmenge der am 21. und 22. Juli nieder­gegangenen Gewitter betrug 20 mm oder 20 Liter auf 1 Quadratmeter.

Der Beobachter: Jean Jobst.