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Moniag

28. Juli

Provinz nähere Meldungen ein. In Eschweiler schlug der Blitz in die Centrale der elektrischen Kleinbahn, wo­durch der Betrieb gestört wurde. In Aachen und Um­gegend wüthete der Orkan mit größter Heftigkeit, stürzte Schornsteine um und deckte Dächer ab. Mehrere Personen wurden durch herabfallende Ziegel verletzt. Beim Beginn des Sturmes wurden erdbebenartige Erscheinungen verspürt. Das Unwetter bewegte sich von der belgischen Grenze nach Köln zu. Bei S tolberg sind mehrere Personen unter den Trümmern eines eingestürzten Portals begraben und theilweise schwer ver­letzt worden. In Weisweiler und im Hambacher Wald bei Jülich wurden Hunderte von Bäumen entwurzelt. In Eil end orf wurde eine 500jährige Linde vernichtet. Die Telephon- und Telegraphenverbindungen sind auf verschiedenen Strecken unterbrochen. Auch in Bergheim sind große Ver­wüstungen angerichtet worden. Der durch Hagelschlag angerichtete Schaden läßt sich noch nicht übersehen.

Heftiger Stttrm in England. Aus London wird unterm 27. ds. telegraphirt: In der vergangenen Nacht und heute Morgen wüthete hier ein heftiger Sturm, der viele Bäume entwurzelte und die anläßlich der Krönungsfeierlich- keiten angebrachten Dekorationen in verschiedenen Theilen der Stadt zerstörte. Der Sturm warf eine für die Krönung er­richtete Tribüne um, welche beim Fallen eine Anzahl Vorüber­gehender verletzte. Andere Tribünen wurden ebenfalls be­schädigt.

Unfall bei einer Feuerwehr-Uebung. Als Samstag Nachmittag in Planen (Vogtland) die freiwillige Feuer­wehr anläßlich ihres 30jährigen Stiftungsfestes eine Uebung abhielt, stürzten in Folge eines plötzlichen Windstoßes zwei Schiebeleitern um. Dabei wurde ein Kind getödtet und ein anderes und sieben Feuerwehrleute verletzt, darunter zwei schwer. Die Festlichkeit wurde sofort abgebrrchen.

Ermordet. Nach einer Depesche des „Temps" aus Brazzaville vom 26. d. Mts. ist der Kommandant der Kongomiliz, L a n g l a i r, in der Nähe von L i b r e v i l von Elephantenjägern ermordet worden. Der Milizoffizier | Laurent, der von Mponnios angegriffen wurde, tödiete den Häuptling des Dorfes Janboc. Der Gouverneur Grode kann wegen des niedrigen Wasserstandes nichts unternehmen.

Das von dem Kafienboten Wagner unter­schlagene Geld wiedergefunden. Nach wiederholten längeren Vernehmungen hat der ehemalige Kaff nbote der See­handlung, Friedrich Wagner, das Geständniß abgelegt, daß er von der veruntreuten Summe 50000 Mark in zwei geson­derten Behältnissen in der Kolonie Tegelort nahe am Tegeler See unter Strauchwerk versteckt habe, während er von der Restsumme etwa 1000 Mark zur Bezahlung von rückständigen Wohnungsmiethen, von Möbeln und sonstigen kleinen Schulden verwandt und 2000 Mark bereits am Tage seines Verschwin- dens an seine Angehörigen geschickt hatte. Das Geld ist be­reits zur Stelle geschafft. Man erfährt hierzu: Noch am Freitag Nachmittag hatte Wagner hartnäckig in Abrede gestellt, das Geld versteckt zu haben. Einige Stunden später verlangte er, nochmals zur Vernehmung vorgeführt zu werden. Nun­mehr gab er an, Gewissensbisse trieben ihn, den von ihm für das Geld gewählten Aufenthaltsort zu bekennen. Er bezeichnete ein freies, zum Theil mit Buschwerk bewachsenes Plätzchen, das 300 Schritte von einem Restaurant in Tegelort, nahe dem Seeufer, belegen wäre. Sofort begaben sich der die Er­mittelungen leitende Kriminalkommissär Lazar und mehrere Kriminalschutzleute mit Wagner in Droschken nach Tegelort, um die Nachforschungen dort abzuhalten. Wagner gab hier an, daß er in einer Selterswasserflasche 24 000 Mark und in einer starken Papierrolle 26 000 Mark verborgen hätte; beide Behältnisse hätte er etwa 200 Schritte voneinander unter Strauchwerk nicht allzu tief vergraben. Die beiden Aufbewah­rungsstellen aber schien er nicht mehr genau im Gedächtniß zu haben, denn trotz alles Suchens und vielfacher Nachgrabungen im Erdreich kamen die Schätze nicht zu Tage. Es war mittlerweile schon spät geworden, da erblickten die Beamten an einem nahen Strauchwerk ein Liebespärchen. Nun sagte Wagner aus, daß er gerade unter diesem Strauchwerk die

Meinung nach das starke Geschlecht schwereren Eingriffen gegenüber, wie es die mit Eröffnung der Bauchhöhle verknüpf­ten Operationen seien, sich deshalb so schwach verhalte, „weil es sich durch Nikotin und Alkohol die Herzkraft in hohem Maße schädigt."

Zur Geschichte des deutschen Badewesens. Während der Werth des Wassers für die menschliche Gesund­heit erst in unserer Zeit anerkannt worden ist, reicht der Ge­brauch der Bäder überhaupt in die älteste germanische Vorzeit zurück. Schon Tacitus rühmt an den Germanen die Liebe zur Reinlichkeit und berichtet, daß sie sich jeden Morgen badeten und dies als das erste Geschäft des Tages ansähen. Die Germanen und Urtier ihnen vor allen die Franken galten als vortreffliche Schwimmer, und deutschen Kaisern, wie Karl dem Großen, Otto II. und Friedrich Barbarossa wird das­selbe nachgerühmt. Das Baden im Freien blieb daS ganze Mittelalter hindurch und noch während der nächsten zwei Jahr­hunderte gebräuchlich. „Und ist der Gebrauch des kalten Badens dieser Zeit," heißt es in einem Werke vom Jahre 1542, „nit allein bei uns Teutschen, sondern auch anderen frembden Rationen in hefftigen Gebrauch, aber allein Som­merszeit in großer hitz." Wie das Leben zu jener Zeit von oben herab gemaßregelt und bewacht wurde, so bestrafte die Frankfurter Behörde den Gebrauch des Fußbades in der kalten Jahreszeit als der Gesundheit nachtheilig. Dieselbe Behörde ließ den zünftigen und unzünftigen Einwohnern zu wiederholten Malen gebieten, nicht anders als mit Beinkleidern im Main zu baden, und vom Jahre 1541 wird in der „Chronik von Frankfurt" berichtet, daß der Rath acht Männer, die „am St. Petritag im Main bloß und nackt gebadet, getanzt und gesprungen", zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt habe. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam das Flußbaden sogar bei jungen Leuten außer Brauch, es wurde als unschicklich angesehen. Dies geht daraus hervor, daß Goethe um 1770 es als eine der „Verrücktheiten" der da­maligen Schwärmer für den Naturzustand bezeichnet hat, und

Papierrolle mit 26 Tansendmarknoten vergraben habe. Da jetzt die Gefahr vorlag, daß durch weitere Nachgrabungen, zumal wenn sie am selben Tage ergebnißlos verlaufen wür­den, die Aufmerksamkeit anderer Personen rege gemacht würbe, so stellte man vorläufig die Arbeit ein. Als später jenes Pärchen ahnungslos den Platz verließ, waren die aufs neue vorgenommenen Nachgrabungen ebenfalls erfolglos. Wagner wurde nun in vorgerückter Stunde in dem Amtsgefängniß von Tegel internirt, während Beamte den in Frage kommen­den Platz überwachten. Gegen 4 Uhr morgens wurde die Arbeit in Gegenwart Wagners wieder ausgenommen. Jetzt fand man sehr schnell die Selterswasserflasche und unweit, an dem oben bezeichneten Strauchwerk, auch die Papierrolle, beide zumeist mit Tausendmarkscheinen gefüllt. Hierauf wurde Wagner wieder in Untersuchungshaft nach Moabit abgeführt. Die Verwandten Wagners haben die ihnen von diesem zu­gesandten Beträge der Behörde wieder zugestellt. Die See­handlung erleidet durch die Untreue ihres Beamten einen Schaden von etwa 1000 Mark.

Einen doppelten Selbstmordversuch machte gestern in Würzburg eine 40jährige geisteskranke Frau. Sie versuchte, sich den Hals zu durchschneiden; als sie daran verhindert wurde, sprang sie in den Main. Doch konnte sie auch hier gerettet werden.

17 Jahre in einem Käfig eingesperrt. In Schweden ist die Zahl der Irrenanstalten im Verhältniß zu > den vielen sich dort befindenden Irrsinnigen gering, so daß . zahlreiche Geisteskranke in private Pflege gebracht werden | müssen. Dort werden sie oft nicht nur sehr schlecht behandelt, sondern man greift auch zu Zwangsmaßregeln, die an mittel­alterliche Zustände erinnern. Im Dalsland wurde kürzlich eine unglückliche, irrsinnige Bäuerin entdeckt, die seit 17 Jahren in einem aus dicken Holzstangen gefertigten Käfig einzesp°rrt ist. Man hat ihr während dieser langen Zeit nicht erlaubt, den Käfig auch nur ein einziges Mal zu verlassen. Die Bäuerin ist verheirathet, gehört einer wohlhabenden Familie an und wurde von ihren Verwandten bei ihren Peinigern untergebracht. Die Behörden haben sich nun der armen Frau angenommen und eine strenge Untersuchung eingeleitet.

Auf eigenartige Weise verunglückt ist in Cassel der dort wohnende Oberstleutnant z. D. Kolbe. Herr K. hatte sich kürzlich eine Wunde zugezogen und trug deshalb einen Watteverband; dieser gerieth nun während der Nacht plötzlich in Brand. Kolbe wachte auf und war über seinen Zustand so er'chrocken, daß ein Herzschlag den Tod herbeiführte.

Der allzu gütige Chef. Ein Pariser Kaufmann hatte lange Jahre einen Kasstrer, den er für treu und erprobt hielt. Am 10. Juni verschwand der Angestellte aber plötzlich, und mit ihm waren 3000 Francs fort. Wenige Tage darauf erhielt der Prinzipal von dem Flüchtling einen Brief aus Brüssel, in welchem er reumüthig um Verzeihung bat. Der Chef in Paris ließ sich auch wirklich erweichen und stellte den ungetreuen Beamten wieder als Kassirer an. Ein Weile ging es ganz gut. Aber am 20. d. Mis. ging der Kaisirer abermals durch und hieß dieses Mal 8000 Francs mitgehen. Und aber­mals nach kurzer.Zeit erhielt der Kaufmann einen Brief, in welchem der Ungetreue mit rührenden Worten um nochmalige Verzeihung und Wiederanstellung bat. Nun wurde jedoch dem Geschädigten die Geschichte zu bunt, und er machte Anzeige bei der Polizei. Wie erstaunte er aber, als er am nächsten Tage den Defraudanten ruhig an seinem gewohnten Platze sitzen sah, als wenn gar nichts passirt wäre. Beinahe hätte sich der Prinzipal auch zum zweiten Male mündlich eine Verzeihung abringen lassen, wenn nicht ein Polizeibeamter erschienen wäre, um nach dem Signalement des Flüchtlings Erkundigungen ein- zuziehen und ihn bei dieser Gelegenheit sogleich abgeführt hätte.

Eine Milliarde Minuten. Die Minute erscheint unserm Gefühl als ein unbedeutend kleiner Zeitabschnitt. Sollten wir größere Zeiträume in Minuten abschätzen, so wür­den die meisten sicher die größten Zahlwörter zu Hilfe nehmen. Es ist daher interessant, auf die verhältnißmäßig wenig be­kannte Thatsache hinzuweisen, daß seit Christi Geburt erst jetzt eine Milliarde Minuten verstrichen ist. Denn da ein gewöhn­

daß, wie er hinzusügt, die Brüder Stolberg in Darmstadt Skandal erregten, als sie sich am Hellen Tage unter freiem Himmel badeten. Sogar noch am Anfang des 19. Jahr­hunderts machte es in Frankfurt großes Aufsehen, daß der damalige Inhaber der Gerbermühle, Goethes Freund Willemer, sich im Main zu baden pflegte.

In der heißen Sommerzeit müssen viele treue Hausthiere infolge nachlässiger Pflege schwer leiden oder gar unter Qualen verenden. Wenn der Fuhrmann, erschöpft vom Sonnenbrände, nach einem kühlen Trunke lechzt, so soll er nicht vergessen, daß auch seine Pferde das gleiche Bedürfniß empfinden. In Berlin läßt die Pferdebahn- und Omnibus- Gesellschaft ihren Pferden nach zurückgelegtem Wege jedesmal Nase und Maul mit frischem Wasser auswaschen und dies soll auf die Thiere sehr wohlthätig gewirkt haben. Es wäre doch so leicht, daß jeder Kutscher eines Fuhrwerks die nämliche Rücksicht übte. Jeder Fuhrherr sollte schon in seinem eigenen Interesse solche Erfrischungen anbefehlen. Ferner achte man im Sommer mit doppelter Sorgfalt darauf, daß die Thiere, besonders die Zugthiere und die Kettenhunde, nie an frischem, reinem Trink wasser Mangel leiden, nicht dauernd den sengenden Sonnenstrahlen ausgesetzt sind und nach Möglichkeit vor Insektenstichen geschützt werden. Man bedenke, daß unsere treuen, guten Haus thiere sich nicht selber helfen können, und ihnen deshalb zum Dank für ihre guten Dienste von uns ge­holfen werden muß.

Eine spatzige Geschichte trug sich, laut „Pf. Vbt.", dieser Tage im Violenthal, einem Bestandtheil des Zellerthales, zu. Ein Gutsbesitzer hatte seinen Dienstknecht und einen Tag- löhner hinaus auf das Feld geschickt, um Mist auszubreiten. Während dieser Arbeit kamen Beide in Wortwechsel, indem der Eine sagte, der Andere sei nicht beim Militär gewesen. Dieser wollte sich das nicht gefallen lassen und machte Jenem einige Uebungen vor mit der Mistgabel. Nun begann Letzterer mit Ersterem zu exerzieren. Unterdessen kam ihr Dienstherr, der die Jagd besitzt, in die Nähe, nm -»»sehen, ob die Burschen richtig

liches Jahr 525 600 Minuten umfaßt, so bedeutet dies für 19 Jahrhunderte erst 998 640 000 Minuten. Nach dieser Berechnung ist also in diesem Jahre erst die erste Milliarde verflossen, und zwar am 3. August 10 Uhr 40 Minuten vor­mittags. Um den Termin wirklich aenau festzustellen, wird man freilich die Schaltjahre berücksichtigen müssen, die für jedes Jahrhundert bis zum Jahre 1600 je 25 Tage und seit­dem je 24 Tage ausmachen; ferner muß man die im Oktober 1582 bei der Kalender-Revision ausgefallenen 10 Tage ab­ziehen. Hiernach ist der Termin 462 Tage früher anzusetzen. Zum Vergleiche sei darauf hingewiesen, daß selbst eine Milliarde Sekunden kein so winziges Zeitmaß ist. Gehören doch immer­hin schon fast 32 Jahre dazu, und nur wenig Sterbliche durch­leben diese Zeit zweimal. Endlich die Stundenmilliarde, die mehr als hunderttausend Jahre umfaßt, gehört schon zu den Maßen, die für uns Zahlen sind ohne greifbare Vorstellung.

Kauauer Uereins- u. Uergnügungsnachrichte«

für Montaa den 28 Juli.

Sommertheater auf Veck'S Felsenkeller: Abends 8 Uhr: Vorstellung.

E ang. Männer- und Jünaltn isvercin: Gelang (Ev. BeremshauS.) Turn- u. Fechtklub: Turnen und Fechten.

Gabelsberger Stenographen-Verein im Gasthaus zu den „3 Rindern": Uebungsabmd für D^battenschrift.

Arends'scher Stenographen-Verein „Concordia* - Abends 9 Uhr t Ue- bungsaben» im Hinteren Sachen der „Karthaune*.

Si-»"mravhen-Vcrein Stolze-Schreh Vereinsaben. in der „Sonnet Gesangverein -Tonblüthe": Vereinsabend in oer „Stadt Bremen". Verein „HeffischerBund": Vertamml. im Vereinslok. „r. Hessischen Hof". Radfahrerverein „Union*: Vereinsabend im „Schützenhof*.

Radiahrer-Klub „Germania": Klubabend im Gasthaus z. Elephanten'. Freiwillige F verwehr: 4. Komp. Zusammenkunft im „Schützenhof*.

5. Komp. Zusammenkunft in der „Allemania*.

Barometerstand

Sehr trocken Beständig

Schön Veränderlich

Regen (Wind)

Viel Regen

Sturm

710

mittags 12 Uhr am 26./7

Patent-Ertheilungen.

Nr. 134 505. Vorrichtung zur Verhinderung des unbe­fugten Oeffnens herabgelaffener Rollläden. — Gebr. Kimmich in Frankfurt a. M., vom 3. Dezember 1901 ab. Kl. 37b.

Nr. 134 139. Verfahren zur Reinigung von künstlichem Indigo. — Farbwerte vorm. Meister Lucius & Brüning in Höchst a. M., vom 26. September 1901 ab. Kl. 22e.

lamstalt a. mecL Werkstätten.

Kostenvoranschläge gratis. 476

Hoflieferanten Gebr. Rabe.

#B*1

Die Hausfrau täuscht sich, wenn sie ein Packet billiges, sogenanntes Seifenpulver zu sechs Pfennig einem Packet Gtoth's gemahlener Kernseife mit Salmiak und Terpentin zu 15 Pfennig vorzieht. Drei Packete der geringen Waare enthalten, abgesehen von den ihnen eigenen der Wäsche schädlichen Stoffen, nicht soviel Waschkraft als ein Packet Gioth's gemahlene Kernseife mit Salmiak und Terpentin. Der überall steigende Matz der letzteren spricht für ihre Güte. Alleiniger Fabrikant: J. Gioth, Hanau. 12878

arbeiteten. Sobald er sie bei der Exerzierübung sah, setzte er sich mit seinem Gewehr unbemerkt in ein Stück Korn. Als der Eine kommandirte: „Legt an!", that es der Andere und bei dem Befehl: „Gebt Feuer!" drückte der Versteckte einen Schuß ab. Erschrocken warf der Exerzierende die Mistgabel weg und antwortete auf die Frage des Anderen, was er ge­macht habe: „Nichts, nichts, die Mistgabel muß von selbst losgegangen sein."

Eine „noble" Belohnung. Aus Nordhausen, 25. Juli, berichtet die „Nordh. Zig." : 126 700 Mk. verloren hatte gestern im Hofe des Hotels „Prinz Karl" ein Berliner Geschäftsreisender. Er merkte den Verlust erst auf dem Kpff- Häuser, wohin er am Nachmittage einen Ausflug unternahm. Die verlorene Summe, 126 000 Mk. in Werthpapieren und 700 Mark in baar, war inzwischen von einem im „Prinz Karl" beschäftigten Dienstmädchen gefunden worden. Der Ver­lierer kehrte am Abend in das Hotel zurück und schenkte dem Mädchen für seine Ehrlichkeit 20 Mk.

Ein nächtliches Abenteuer. Als wahre Geschichte aus der „kleinen Nestdenzstadt Schw." wird der „Tgl. Rdsch." von einer Leserin berichtet: Zwei lustige junge Leute kommen abends recht angeregt in ihr Hotel zurück und gerathen in ein verkehrtes Zimmer. Bei ihrem Eintritt erhebt sich eine bleiche, weibliche Gestalt von den Linnen, streckt beschwörend die Arme aus und fleht: „Lassen Sie mich leben! Lassen Sie mich leben!" — „Warum nicht ?" ruft der Vorderste der jungen Leute, wendet sich zu seinem Genossen und sagt: „Also las, Hannes! Sie lebe — hoch l Und nochmal: Hoch! Zum dritten Male: Hoooch!"

Albumblätter.

Im Honig ertrinken mehr Fliegen als im Essig.

* Lafontaine, Fabeln.

Der Verstand und die Fähigkeit, ihn zu brauchen, sind zwei verschiedene Gaben. Grillparzer.