Bezugspreis:
Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag.
Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Einrückungsgebühr r
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein. ev.
General-Anzeiger.
Ntl^s Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwortl. Redakteur: G. S ch r e ck e r in Hanau,
Nr. 152.
Fernsvresanschluß Nr. 605
DonnerNaa den 3. Juli.
Fernsyrechanschluß Nr. 605
1902
Amtliches
Stadtkreis ßanau.
Bekanntmachnnklen des Oberbürsiermeisteramles.
Bekanntmachung.
Die Ferien des Stastausschusses für den Stadtkreis Hanau beginnen am 2t. V. Mts. und endigen am 31. kommenden Mis.
Während der Ferien dürfen Termine zur mündlichen Verhandlung der Regel nach nur in schleunigen Sachen abgehalten werden.
Aul den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.
Hanau den 1. Juli 1902.
Der Vorsitzende des Stadtausschusses.
I. V.: B o d e. 11493
Aus Stadt und £and,
Hanau, 3. Juli.
Lokal-historische Notizen.
3. Juli 1561 starb zu Heidelberg der aus Schlüchtern gebürtige Petrus Loiichius Sccundus, ein lateinischer Dichter von großer Fertigkeit und folglich der lateinische Sw'z von SchlüLtern, solange lateinische Verse für Poesie gegolten haben. Er war ein Neffe des Abtes Peter Lotlich und dem Fache nach ein Mediziner.
Beamtenpersonal-Nachrichten.
Ernannt: der Realgymnasial - Direktor Professor Dr. S chirmer zu Magdeburg zum Collator des Weißel'schen Familien-Beneficiums, der Pfarrer und Schriftsteller H o p f in Meldungen zum Patron und Collator des Eskuch'schen Familien-Beneficiums, der erste Brandmeister Baehr der Frankfurter Beruisfeuerwebr zum Branddirektor der Feuerwehren der Residenzstadt Cassel, der Gerichtsschreibergehilien- amtsanwärter Müller zum etatsmäßigen Gerichtsschreibergehilfen bei dem Amtsgericht in Rotenburg a./F., der Gemeinde- schreiber Lotz in Bergen zum Stellvertreter des Amtsanwilts, der Forstaufskher Kurth zu Salzschlirf in der Obersörsterei Großenlüder zum Förster unter Übertragung der Försterstelle Bengendorf in der Obersörsterei Heringen vtm 1. Juli ab.
Bestellt: der Pfarrer extr. Freund, bisher in Wan- fried, zum Hilf-pfarrer in L.tcheid.
Bestätigt: der zum Bürgermeister der Stadt Trey^a auf die Dauer von 12 Jahren gewählte Stadtrechner Wieg and.
Kleines Feuilleton.
Die Obersörsterei Wolfgang mit besonderer Berücksichtigung der Bulau und angrenzenden Waldungen. Ein Führer für Touristen, Naturfreunde, Forstlewe rc., von Rudolf Fenner, Kgl. preuß. Forstmeister. Hanau, Verlag von Clauß u. Feddersen, 1902, 72 S., Pr. 1 Mk.
Das aus Anlaß der in Hanau gattgehabien 25. Versammlung des Hess. Forstvereins herausgegebene Schriftchen verdient seines wenhvolleu Inhalies wegen nicht nur das lebhafte Interesse aller Fachleute, die mit dem Wald und seinen Beständen verkehren, sondern auch die Beachtung aller Natur- und Heimalhsfreunde, da es sich als ein zuverlässiger Führer durch die östlichen Waldbezirke erweisen wi d. Die einleitenden Abichnille über Lage, mope, Grenze und Emcheitung des ausgedehnten Watdge- bieles, die Auskünfte über die den Baumwuchs bedingenden Bodenverhältnisse, die ausfühltichen Mittheilungen über die Bestandverhältnisse und Bewirthschaslung der Distrikte, sowie die durch eingenreule, übersichtlich und gewissenhaft angelegte Tabellen und Zusammenstellungen besonders werrhvoll erscheinenden Darlegungen über Beiriebseinrichtung, Holzverwerthung, Maierial- und Geldertrag sind trotz ihrer fachwissen- schaf.iichen Naiur recht populär gehalten uno vortrefflich geeignet, Natur- Uebhabern euren Einblick in Dinge zu gewähren, auf deren Bekannrschaft sie sonst verzichten müßten. Ebenso wie die schon erwähnten lehrreichen Ausführungen über die vorhandenen Baum- und Holzarten, welche durch Anloiyvien — die einige malerische, stattliche Baumgruppen zur Anschauung bringen — rllustrirt sind, namentlich für den Botaniker wcrlh- voll sind, so wird der Letztere, sowie der Thierfreund und Jnsektensammler aus dem nächsten Kapitel: Nebennubungeir und -Betriebe, Waldbeschädigungen, Jagd und Fischelei, Thier- uno Pflanzenwelt, manche nützliche Unrerwelsung eiunehmin können Die tabellarischen Uebersichten über die an den Forstv.rwaliungsbezirk altgeschlossenen Gemeindewalourrgen und angrenzenden Forsten geben beachtenswerthe Aufschlüsse über Glö^e, Lage, Booen-, Holz- und Benlebsarr dieler Besitzungen, namentlich enthält deren letzte Spalte interessante Bemerkungen über Aussichtspunkte und sonstige Wa dmerkwürdigkeiren; auch wi b der Besucher dieser Gegenden die hier euigercwlen geographischen Mittheilungen zu schätzen wissen. Die historische Bedeniung der gejchilde'lten Erdfläche legt der Verfasser danach ur eingehenoer Weise dar und bietet dadurch auch dem Geschichtsfreund ejue willkommene Anr-qung; daneben bilden aber auch die an dieser Sielle eingesügten Abbildungen des Klosters und der Obeiförsterei Wolfgang eine weitere Zierde des Schnftchens. Nach einer kurzen Bc-
Neberwiesen: der Regierungs - Assessor Graf Clairo n d'Haussonville dem Landrath des Kreises Neust.
Verlieben: dem Rentmeister Jansen in Zielenzig, Reg.- Bez. Frankfurt a/O., vom 1. September d. J. ab die Rent- meisterstelle bei der Königlichen Kreiskasse zu Ziegenhain.
" Erledigte Pfarrftelle. Bewerber um die durch das Ableben des seitherigen Inhabers erledigte Pfarrstelle in Lohne, Klasse Gudensberg, können ihre Meldungsgesuche durch Vermittelung der vorgesetzten Diöcesan-Vorstände innerhalb 4 Wochen bei Königl. Konsistorium in Caffel einreichen.
* Schul Personalien. Bestätigt: die Wahl der SLulamtsbewerberin Agnes R a a b e zu Landau (Pfalz) zur einstweilig angestellten Turn- und Handarbeitslehrerin an der böh-ren Mädchenschule zu Hanau; die Wahl des Lehrers D a n z zu Fulda zum Lehrer an der Knabenmittelschule zu Hanau. — Versetzt: die Lehrer G e r t b zu Fechenheim an die ev. Schule zu Rothenditmold, Kr. Cassel; Rühl zu Roßberg, Kr. Marburg, an die ev. Schule zu Fechenheim; Zeh zu Hombressen, Kr. Hofgeismar, an die ev. Schule zu Enkheim; Heinemann zu Burghaun, Kr. Hünfeld, an die isr. Schule zu Bergen; Obermann zu Westendorf, Kr. Rinteln, an die ev. Schule zu Langendiebach; Knauff zu Hersfeld und K r e t s ch m e r zu Langendiebach an die städt. Volksschulen zu Hanau; Mangold zu Langenselbold an die Stadtschule zu Großalmerode, Kr. Witzenhausen. — Endgiltig angestell 1: die bisher einstweilig angestellte Handarbeitslehrerin Ernestine Stock an der Mädchenvolksschule zu Hanau. — Einstweilig a n g e st e l l t: die Schulamtsbewerberinnen Maria A u m a n n zu Einbeck an der kaih. Schule zu Großauheim; Margarethe Schulze zu Hanau an den städt. Volksschulen dahier. — In den Ruhestand versetzt: die Handarbeitslehrerin an der höheren Mädchenschule zu Hanau Auguste Schuckhardt; der Lehrer Gebig zu Hanau. — Entlassen: der Lehrer S ch o l l i n g zu Hanau behufs Uebertritts in den Schuldienst des Reg.-Bez. Wiesbaden; die Lehrerin Martha Metteganq zu Hanau auf ihren Antrag.
* Jagdkalender. Im Monat Juli dürfen folgende Wildarten geschoffen werden: Männliches Roth- und Damwild, Rehböcke, Sumpf- und Wasservögel, Enten, Trappen, wilde Sckwäne, Schnevsen.
* Landesversicherungs-Anstalt Hessen-Nassau.
Am Dienstag den 15. Juli findet in dem Sitzungssaal des Ständehauses in Cassel eine außerordentliche Sitzung des Ausschusses der Landesversicherungs-Anstalt Hessen-Nassau statt. Die Tagesordnung für die Sitzung ist nicht groß; sie betrifft in erster Linie die Genehmigung des Neubaues eines Verwaltungsgebäudes für die Landesversicherungs-Anstalt Hessen
schreibuna der Stadt Annau theilt der Verfasser noch Vorschläge für Spaziergänge und Ausflüge in diese waldreiche Umgebung Hanaus mit und leistet damit als toegkundiger Führer auf i7 Wanderungen Dielen Touristen einen angenehmen Dienst. Auch die hier an-'cbrachten Abbildungen der besuchtesten Erholungsorte verfeinern den Inhalt des Schriftchens. Als besonders nützliche Beigabe ist die im Maßstab 1 : bOuOO gezeichnete Karte anzusehen, die einen klaren Ueberblick über das besprochene Fleckcken Erde gewährt und-bei Wanderungen infolge ihrer E ntheilung in Rechtecke und deren Bezifferung — enuprechend den im Walde vorhandenen Janen und b zifferten Jagensteinen — eine sofortige zuverlässige Orientirunz ermöglicht. Alle diese Vorzüge zwingen uns das vorzüglich ausgesiattete, billige Büchlein allen Naturfreunden aufs Wärmste zu empfehlen. d.
* Kunstnotrz. Die neu arrangirte Juli-Ausstellung im Kunst-Salon Hermes, Goethe-Eck am Opernplatz in Frankfurt a. M., vereinigt eine große Anzahl Meisterwerke unserer ersten Künstler. Neben größeren Kollektionen von Hans Thoma, Fritz v. Uhde, Max Lieb ermann und Adolf Menzel sind besonders zu erwähnen: Einzel- w:rke von P. Schönleber, A. Achenbach, Franz Courtens, F. v. Lenbach, F. A. v. Kaulbach, Walther Firle, Defregger, Ed. v. Gebhard, Ed. Grützner, E. Laermann, O. Spitzweg, W. T r ü b n e r und L. v. Z u m b u s ch. Die reichhaltige Ausstellung bietet einen interessanten und umfassenden Ueberblick über die zeitgenössische Kunst.
P. 26. Mittelrhetntsches Turnfest. Aus Worms wird uns berichtet: Das Festprogramm ist nun endgiltig sest- gelegt worden. Dasselbe lautet: Vorfeier: Sonntag den 27. Juli, nachmittags 3 Uhr: Turnen und Turnspiele der Turnvereine der Stadt und Vororte, der Schüler des Gym- nafiums und der Oberrealschule, sowie der beiden oberen Klassen der Stadtschule. Abends 7 Uhr: Bankett in der Fest- Halle. Haupifeier: Samstag den 2. August, von vormittags 10 Uhr ab: Empfang der ankommenden Kampfrichter und Turner. Nachminags 4 Uhr: Kampfgerichtsutzung in der Turnhalle der Turngemeinde am Jahnplatz. Abends 8 Uhr: Festkommers in der Turnhalle, Uebergabe des Festes an die Kreisleitung, turnerische Aufführungen, Marmorgruppen, Ge-
Nassau, ferner die Wahl von Schiedsgerichts-Beifitzern und endlich die Wahl von Arbeiter-Vertretern in Gemäßheit der Unfall-VersicherungsGesetze zwecks Mitwirkung bei der Berathung von Unfall-Verhütunas-Vorschristen.
* Eisenbahn-Werkstätte. Die Eisenbahn-Betriebs- resp. Maschinenwerkstätte für die Bahnstrecke Hanau-Eberbach zu Hanau wird dem Vernehmen nach in Kürze aufgehoben und voraussichtlich vom 1. Oktober a. c. ab mit der Central- Betriebswerkstätte zu Frankfurt a. M. vereinigt. Den meisten bisher in Hanau beschäftigten Bahnbediensteten hat die Ver- wrltungsbehö>-de Weiterverwendung in der Frankfurter Centrale zugesichert; auch den Nichtangestellten wurde in coulantester Weise Weiterbeschäftigung in anderen Betriebswerkstätten in Aussicht gestellt. Die Aufhebung der Hanauer Werkstätte erfolgt aus vorwiegend betriebstechnischen Gründen.
* Marian. Jünglings Kongregation. Morgen Abend 8Vi Uhr wird in der Konferenz der hochw. Herr Direktor Rhiel von Steinfeld einen Vortrag halten.
* Ferienkurse. Dielen Eltern wird es angenehm sein, ihre Kinder während der demnächst beginnenden Ferien ein paar Stunden Vormittags in nutzbringender Weise beschäftigt zu sehen. Eine vorzügliche Gelegenheit hierzu bieten die am nächsten Montag beginnenden Ferienkurse in Sprachen, welche von einem erfahrenen, akademisch gebildeten Lehrer ertheilt werden und speziell auch zurückgebliebenen Schülern der höheren Schulen empfohlen werden können. Im Uebrigen verweisen wir auf die an anderer Stelle veröffentlichte Anzeige.
* Gaslichtstärke. Gaslichtstärke in der Zeit vom 16.
’ uv. ^uiu
16. Juni
Mends
65°
Deutsche Vereinskerze. jefnet Licht,
Uhr =
20,8
24,30
17.
6
tf —
20,5
24,oo
18.
tf
680
t/ =
20,i
24,12
19.
1/
tf
6
tf =
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M
tf
6
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20,2
24,2t
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M
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tf
7
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430
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27.
tf
tf
430
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28.
tf
tf
5
tf —
20,4
24,48
30.
tf
K
620
tf _ —
20,9
25,08
Mithin durchschnittlich
20,3 '
24,85
* Steckbrieflich verfolgt wird von der Frankfurter Staatsanwaltschaft der am 8. Juni 1877 in Kilianstädten geborene VerstcherungsinPeklor Heinrich Peter. Derselbe hat größere Unterschlagungen begangen.
sangsvorträge der vereinigten Gesangvereine. Sonntag den 3. August, morgens 6 Uhr: Weckruf. Von 7 bis 11 Uhr: Vereins- und Musterriegenturnen. Nachmittags ^il Uhr: Aufstellung des Festzuges. 1 Uhr: Abmarsch. Nach Ankunft auf dem Festplatz: Aufmarsch zu den allgemeinen Stabübungen, Turnen der älteren Turner, event. Fortsetzung des Vereinsturnens, Turn'piele. Abends 8 Uhr: Verkündigung der siegenden Vereine, Concert in der Festhalle und auf dem Festplatz. Montag den 4. August, morgens 6 Uhr: Weckruf, Kampfgerichtssitzung. 7 Uhr: Beginn des Einzelwettturnens. Nachmittags 1 Uhr: Festbankett in der Festhalle und auf dem Festplatze. Dienstag den 5. August, morgens 7 Uhr: Kampf- gerichtssitzung. 8 Uhr: Beginn des Wettfechtens. 12 Uhr: Gemeinschaftliches Mittagsmahl in der Festhalle. Nachmittags 2 Uhr: Fortsetzung des Wettfechtens und Wettringen. Abends 7 Uhr: Verkündigung der Sieger. 9 Uhr: Concert in der Fesihalle, Feuerwerk. Offizieller Schluß. Nachfeier: Sonntag den 10. August, nachmittags 3 Uhr: Volksspiele und Volksbelustigungen aller Art.
* Wettsrngen der deutschen Männergefaug- vereiue. Von der Berliner Kommission für den Wettbewerb um den vom Kaiser gestifteten Wanderpreis ist jetzt das Rundschreiben an die deutschen Männergesangvereine betreffs des nächstjährigen Wettsingens versandt worden. Die Kommission besteht aus den Herren Grafen von Hochberg, Geheimen Oberregierungsrath Erich Müller, den Professoren Georg Schumann und E. E. Taubert, den Musikdirektoren Fero. Hummel und H. Prüfer und dem Kommerzienrath Hugo Bock. Das Wettsingen findet im Sommer 1903 in Frankfurt a. M. statt. Alle deutschen Männergesangvereine, die sich mit einer Mitgliederzahl von mindestens 100 Sängern betheiligen können, werden aufgefordert, sich spätestens zum 1. Dezember 1902 bei dem Vorsitzenden der Kommission, Herrn Grafen von Hochberg, Dorotheenstraße 2 Berlin, an- zumelden.