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Dienstag
1. Juli
reich und Ungarn bis zum 30. Juni 1903 mit 66 46/49 zu [ 33 3/49 pCt. festgesetzt wird.
Böhmischer Landtag. Ein Antrag belr. Stellungnahme gegen die geplante Hopfenzollerhöhung im Deutschen Reich fordert die Regierung auf, beim Abschlüsse von neuen Handelsverträg-n die Interessen der heimischen Hopfenproduktion zu wahren. Nach Eröffnung der gestrigen Debatte erging sich Schreiner in Rekriminationen gegen das Ackerbauministerium wegen Nichtberücksichtigung der Wünsche der Agrarier. Redner verlangte Schaffung eines Provenienzgesetzes sowie Errichtung einer Untersuchungsstation für Landesprodukte. Schließlich wurde der Antrag einem Ausschusse überwiesen.
Italienische Kammer. Der Präsident machte in der Samstagssitzung Mittheilung von einem Telegramm des italienischen Botschafters in London, worin es heißt, das König Eduard die sehr gefährliche Periode überstanden habe, die Heilung der Wunde jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Infolge des günstigen Zustandes würden von morgen ab weniger Krankheitsberichte veröffentlicht. Der Präsident führt aus, das Parlament, sowie die italienische Nation seien über die Meldungen glücklich und wünschten, daß man in ganz kurzer Zeit Nachricht von der vollkommenen Genesung des Königs erhalte. (Sehr gut.)
Aus Frankreich. Die Anwendung des Dekretes vom 27. Juni, durch das die sofortige Schließung der Niederlassungen derjenigen Kongregationen angeordnet wird, die erst nach Veröffentlichung des Vereinsgesetzes ohne Einholung der behördlichen Genehmigung eröffnet wurden, nimmt ihren Fortgang. Ein Zwischenfall ist bisher nicht eingetreten.
Das Befinden König Eduards. Der gestrjge Krankheitsbericht von 7 Uhr abends besagt: Der König verbrachte den Tag befriedigend. Die Wunde bereitet weniger Schmerz.
Englisches Unterhaus. In einer schriftlichen Antwort erklärte gestern der Parlamentssekretär des Aeußeren Lord Cranborne, in China dürfe innerhalb des von der Likinsteuer freien Gebietes außer dem Eingangszoll keine andere Steuer auf Waaren gelegt werden. Wenn das in Kanton oder sonstwo geschehen sein sollte, würden |Ofort von dem englischen Vertreter die nöthigen Vorstellungen erhoben worden sein. Von solchen Vorstellungen sei der Regierung aber keine Nachricht zugegangen. Auch wenn irgend welche Streitfrage bezüglich der Grenzen irgend eines von der Likinsteuer freien Gebietes entstanden sein sollte, würde der Regierung unzweifelhaft darüber berichtet worden sein.
Aus Transvaal. Aus Johannesburg wird gemeldet: Die deutsche Kolonie hielt am 27. Juni einen Fest- kommers ab, um ihre freundschaftlichen Gesinnungen für den König von England und die gegenwärtige Regierung Transvaals auszudrücken. Der Vorsitzende Krause forderte die Deutschen auf, die natürlich der alten Regierung wegen der von ihr erfahrenen großmüthigen Behandlung ihre Sympathie zuwandten, jetzt nach Beendigung des KriegeS mitzuwirken zur Förderung der Freundschaft zwischen den früheren Feinden und zur Herstellung von Wohlfahrt und Frieden in Transvaal. Er versicherte Lord Milner, der am Kommers theil- nahm, der Sympathie und der Unterstützung der Deutschen.
Chile nnd Argentinien. Wie aus Buenns-Aires gemeldet wird, genehmigte der Senat einstimmig die mit Chile abgeschlossenen Verträge. Man versichert, auch die Kammer werde dieselben nächste Woche mit großer Mehrheit annehmen. Die öffentliche Meinung ist befriedigt darüber, daß diese lange, zwischen beiden Ländern schwebende Frage erledigt ist.
Stratzenkampf in Kap Haitien. In Kap Haitien fand zwischen Regierungstruppen und Revolutionären ein seine Tochter, die wider seinen Willen so tapfer mit ihm ge- kämpft hatte, durch ihn auch noch zu Grunde gerichtet würde. Er glaubte nun auch zu verstehen, weshalb Knöwe bis dahin geschwiegen und erst jetzt, wo er sein eigenes Leben zu vertheidigen hatte, vor Gericht aussagte, was Funk doch sofort den Gerichten hätte ausliefern müssen: Auch er hatte offenbar auf seine Kinder Rücksicht genommen, an denen er mit einer so sichtbaren Liebe hing. Dieser Gedanke wirkte erschütternd auf seine schuldbeladene Seele. Er weinte helle Thränen um sein Kind; um sich selbst war es ihm nicht mehr zu thun, er hatte mit dem Leben abgeschlossen.
Am Waldesrand angelangt, sprang Funk vom Pferde und befestigte es an einem Baum. Dann eilte er durch das Holz- dickicht zu der Stelle, wo er Upsen mit einer Kugel niedergestreckt hatte. Er war entschlossen, heute noch an derselben Stelle an sich selbst Gericht zu üben. Während er durch die Büsche drang, trat ihm noch einmal die Scene, die er zuletzt mit Upsen gehabt hatte, in allen Einzelheiten deutlich vor Augen. Sie waren einander in einem versteckten Winkel des Waldes begegnet, wo unter überhängenden Zweigen der sogenannte schwarze See lag, ein kleiner Teich, der durch herab- sallendes und im Wasser fallendes Geäst eine fast schwarze Färbung angenommen hatte. Upsen war zähneknirschend vor Wuth auf ihn zugeeilt und hatte ihm mit der Quittung in der Hand erklärt, daß er dieses Papier den Gerichten vorlegen werde, falls Funk den Sarlowschen Wald wirklich an den Freiherr Adalbert verkaufe. Funk suchte das Papier an sich zu bringen, und Beide wurden handgemein. Mit großer Gewandtheit jedoch halte Upsen dasselbe wieder in seinem Rocke zu verbergen gewußt und sich aus den Armen Funks entwunden, um die Flucht zu ergreifen, als die tödtliche Kugel seines Gutsherrn ihn ereilte. Dieser schickte sich soeben an, das Papier aus der Tasche des Inspektors zu nehmen, als wiederum der alte Förster im Gebüsch erschien. Funk blieb nichts übrig, wenn er nicht gesehen werden wollte, als seinerseits schleunigst die Flucht zu ergreifen. Knöwe hatte ihn aber doch gesehen und auch bemerkt, daß er von der Leiche des Inspektors etwas zu entwenden suchte. Er überzeugte sich, daß Upsen auf der Stelle todt gewesen sein mußte, und suchte nach dem Geheimniß des Herrn von Funk, wo bei ihm die eigenhändige Quittung für den alten Freiherr« von Branden- berg in die Hände fiel.
Straßenkampf statt, wobei auf beiden Seiten Verluste zu verzeichnen waren. General Firmin hat sich an Bord eines französischen Kreuzers eingeschifft.
Leipziger Bauk-Prozcß.
Leipzig, 30. Juni.
(12. Verhandlungstag.)
Generalkonsul Schwabach sagt aus: Als Exner um Auskunft über die Treberengagemenis ersucht wurde, erklärte er, diese seien viel geringer als behauptet wurde, sie betrügen höchstens sechs bis acht Millionen. Für einen großen Theil seien gute Sicherheiten vorhanden. Dem Hause Bleichröder entsteht bei Berücksichtigung der Gläubigerdividende eine Ge- sammteinbuße von 950000 M. Sekretär Wuthe sagt aus, daß er für die Korrespondenzen des Sekretariats stets die Direktive von der Direktion erhielt. Briefe seien gewöhnlich von Exner unterzeichnet worden und bei Abwesenheit Exners sei dies von Gentzsch und Wüthe geschehen, wobei Wuthe immer Gentzsch über den Inhalt der Briefe befragt habe. Es kamen hierauf zwischen der Bank und Schmidt gewechselte Briefe zur Verlesung. Schmidt schreibt vertraulich an Exner, daß man sich fest gebohrt habe und sich wieder flott machen müsse. Schmidt zeigt sich hier in seinen Auskünften der Zulassungsstelle gegenüber unehrlich, er drückt sich um die Angaben der Bankschulden und Debitoren herum und schlägt Schiebungen vor. In einem Briefe der Leipziger Bank an Schmidt vom 3. Jan. 1901 bringt die Bank angesichts der gewaltigen Ausdehnung der Engagements der Trebergesellschaft eine nach außen hin unauffällige Zusammenkunft ihrer Direktoren mit den Herren in Casfel in Vorschlag, dem auch Schmidt am 17. Januar 1901 in einem vertraulichen Briefe zustimmt. Schmidt schreibt am 8. Februar 1900 an Exner, er weist auf die Errichtung eines Trustkontos hin und meint, daß es für die Gesellschaft in Casfel und für die Leipziger Bank eine Wohlthat wäre, wenn der große Debetsaldo aus der Welt geschafft würde. Es kommt das Aufsichtsrathsprotokoll vom 26. Februar 1900 zur Verlesung, welches die Grundsätze für die Aufmachung der Bilanz für 1899, einen vertraulichen Bericht der Direktion an den Aufsichtsrath und den Entwurf des allgemeinen Geschäftsberichtes für die Generalversammlung vom 20. März 1900 enthält. In Verbindung mit dem Geschäftsbericht gelangte die Bilanz per Ende 1898 zur Verlesung. Bei der Berathung dieses genehmigten Berichtes durch den Aufsichtsrath ist keinem Mitgliede desselben der Gedanke gekommen, daß bei dem Stande des Werkes die Vertheilung einer Dividende von 10 Prozent unzulässig sei. Exner war der festen Ueberzeugung, daß die Trebersache gut durchführbar sein werde. Gegenüber den zweifelhaften Forderungen sagt er auf Befragen, es seien doch genügende Reserven vorhanden gewesen. Der Vorsitzende bezweifelt dies. 1899 seien Oblioos der Trebergesellschaft in Höhe von 47 Mill. und eine 1270 000 Mk. betragende Treber-Reserve vorhanden gewesen. — Nächste Sitzung morgen Vormittag 9 Uhr.
Randes, Gewerbe und Verkehr*
Unangenehme Ueberraschung. Nach dem vorgestern ausgebrochenen Konkurs über das Vermögen der Bayerischen Beamten-Kreditbank hat sich herausgestellt, daß der 1899 durch Selbstmord aus dem Leben geschiedene damalige Direktor Wachter etwa 300,000 Mark unterschlagen hat. Die Beamten werden mit ihrem Einkommen zur Deckung des Defizits herangezogen.
Funk war an der Stelle angelangt, von wo aus er Upsen erschossen hatte, und stand lange im finstern Brüten regungslos. Im Walde klopfte der Specht und der Holzhäher ließ sein schreiendes Krächzen hören. Jenes erschien ihm wie das Ticken der Todtenuhr, dieses war . das Geschrei der höllischen Geister, die sich um den Besitz einer armen Menschenseele streiten. Und zwischendurch klang ein Ton, der aus weiter Ferne wie das Klagegeheul einer verdammten Seele an sein Ohr schlug. Langsam wandte er sich nach der Richtung um, aus der der Ton kam, und magnetisch zog es ihn dorthin. Plötzlich stand er an den Ufern des schwarzen Sees, und ihm entgegengähnte, wie der geöffnete Schlund der Hölle. Ein herzzerreißender Schrei gellte durch den Wald: Willi, Willi, war das nicht seine Willi? Auf einem der über- hängenden Zweige war sie bis über den See hineingekletiert. Er drückte die Zweige des Unterholzes mit Gewalt bei Seite, und sah noch, wie sie in den dunklen Fluthen verschwand. Ein Schwindel packte ihn, mit Mühe hielt er sich an dem Stamm eines jungen Baumes aufrecht, dann aber stürzte er vorwärts mit verzweifelten Hilferufen und geberdete sich wie ein Besessener, der nur noch einen Ausruf kennt. Willi! Willi! gellte es unaufhörlich durch den Wald. Dann aber wurde es todtenstille. Willi kam nicht wieder zum Vorschein. Die Vögel schienen, verscheucht durch das furchtbare Geschrei, die Flucht ergriffen zu haben. Funk lag besinnungslos am Boden. Die furchtbare Erkenntniß, daß ihm jede Möglichkeit abgeschnitten sei, seine Tochter noch zu reiten, hatte ihm die Sinne geraubt. Aber das Furchtbarste sollte ihm nicht erspart bleiben; er erwachte noch einmal aus der Umnachtung seines Geistes, um mit voller Schärfe, aber auch mit unerbittlicher Folgerichtigkeit zu erkennen, daß er sich selbst zum Tode ver- urtheilt habe. Er war noch Mann genug, un das Urtheil ohne Verzug selbst zu vollstrecken. (Fortsetzung folgt.)
Kunst und Leben.
Der Roman -es Primgeigers. Zur Zeit als Hofmusikdirektor Eduard Strauß auf seiner Tournee in Berlin gastirte, befand sich in seiner Kapelle ein junger schmucker Primgeiger, Herr Karl F., der bei jedem Concert der Anziehungspunkt für eine elegant gekleidete Dame zu sein schien, da sie immer knapp neben dem Orchester saß und mit ihm
Marktberichte.
Frankfurt a. M., 30. Juni. Amtliche Notirung der Mehmarkt-- Preise. Zum Verkauf standen: 505 Ochsen, 50 Bullen, 798 Kühe und Färsen, (Stiere und ' Rinder), 157 Kälber, 143 Schafe und Hämmel: 1(85 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen, vollsteischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerths bis zu 6 Jahren Mk. 66—69, b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. 62—64, c. mäßig genährte junge, gut genährtes ältere Mk. 69—61, d. gering genährte jeden Alters Mk. 00 —00. Bullen: a. voll- fleischige Höchsten Schlachtwerthes Mk. 58—60, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mk. 54—56, c. gering genährte Mk. —.—. Kühe und Färsen: (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes Mk. 64—66, b. voll- sleilchige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren Mk. 61—63, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 51—53, d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 48—45, e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 00—00. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Bollm. Mast) unb beste Saugkälber 78—80 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 69-71 Pf., c. geringe Saugkälber 56-60 Pf., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser)—.— Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 64-66 Pf., b. ältere Masthämmel 60-62 Pf., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 50—52 Pf. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1*'« Jahren 64-65 Pf., b. fleischige 63-00 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 52-56 Pf., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) —.— Ps. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht: Kälber a. 48—49 Pfg., b. 40—42 Pfg., Schweine a. 61—00 Pfg., b. fleischige 50 Pfg. Geschäft in Hornvieh und Kleinvieh gut, Markt geräumt. — Aus Oesterreich standen 129 Ochsen, 9 Bullen und 4 Kühe zum Verkauf.
Frankfurt a. M., 30. Juni. Es notiren je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer Mk. 17.65—17.75, kurhessischer Mk. —.—, norddeutscher Mk. —.—, russischer Mk. 17—17.80, Redwinter - Mk. 17.90-18.10, Kansas Mk. 17,60—17.80, La Plata Mk. 17.25 bis 18.00. Roggen, hiesiger Mk. 15-15 25, Pfälzer Mk. —.—, russischer Mk. 15.40—15.60. Gerste geschäfislos. Hafer, hiesiger Mk. 17.50—18.25, Württemberger Mk. —.—,' bayerischer Mk. 17.75—18.50, rumänischer Mk. —.—, Mais mixed Mk. —.—, Donaumais Mk. 12.00-12.25, La Plata Mk. —.—, russischer Mk. 11.80—12. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier. — Mehl unverändert fest. Es notiren nach Qualität: Weizenmehl hiesiges Nr. 0 Mk. 25.25—25.75, feinere Marken Mk. 27.75-28.25, Nr. 1 Mk. 23.25-23.75, feinere Marken Mk. 24.75-25.25, Nr. 2 Mk. 22.25—22.75, feinere Marken Mk. 23.25-23.75, Nr. 3 Mk. 21.25—21,75, feinere Marken Mk. 22.25 bis 22.75, Nr. 4 Mk. 18.25-18.75, feinere Marken Mk. 19—19.50. Noggeumehl, hiesiges Nr. 0 Mk. 23.50—24, Nr. 1 Mk. 20.50—21.50, Nr. 2 Mk. 14.50—15. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loko hier. — Futterartikel lebhaft. Es notiren: Weizenschalen Mk. 4.30—4.40, Weizenkleie Mk. 4.25—4.35, Roggenkleie Mk. 4.60—4.75, Futtermehl Mk. 5.50—6.25, Biertreber, getrocknet Mk. 5.35—5.40 je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loko hier.
Schiffsberichte.
. Hamburg, 25. Juni. Der Dampfer „Bolivia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist vorgestern in Tampico eingetroffen.
Bremen, 26. Juni. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Kronprinz Wilhelm" ist gestern in New-Dork und der Dampfer „Preußen" vorgestern in Colombo eingetroffen.
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llU lUlll i 3- unentgeltl. Benutzung.
M 245 Gebr. Rabe, Hoflieferanten.
Am 10. Juli schon findet die nächste Gewinnziehung der Westpreutzischen Sooft a 1 Mark statt. Auch diese werden bis zur Ziehung wieder vollständig ausverkauft sein, denn man bietet für nur 1 Mark darin dem Glücke gerne die Hand, weiß man doch, daß bei diesen Verfassungen die Chancen gute sind und daß das Interesse der Gewinner bestens gewahrt ist. Die Gewinne sind leicht verwerthbar und auf der nach Ziehung stattfindenden Auktion können auf Wunsch durch das Comitä auch die Pferde und Equipagen verkauft und somit in Baargeld umgesetzt werden. Die Loose a 1 Mark, 11 Loose für 10 Mark, sind bei hiesigen Verkaufsstellen oder bet dem GencrabDebit Ludw. Müller & Co in Berlin, Breitestratze 5 und in Hamburg, große Johannisstr. 21 zu haben.
kokettirte. Sie machte ihm Komplimente über sein Spiel, stellte ihn auch ihrem Gatten vor und lud ihn ein. Bald wurde das Verhältniß ein intimes, und Frau Wanda v. P. stellte ihm den Antrag, sie zu ehelichen, zu welchem Behufe sie ihre Ehe trennen lassen wolle. Er war einverstanden, sie erwirkte die gerichtliche Ehetrennung, und sie übersiedelten nach Wien. Erst nachdem sie Mutter geworden war, wurden sie hier getraut und das Kind legitimirt. Auf den dringenden Wunsch der Frau hatte der Mann einige Zeit vor der Hochzeit im Frack und Claque, einen Blumenstrauß in der Hand, um ihre Hand anhalten müssen, damit die Leute es sähen. Das neuvermählte Paar reiste sodann nach Charlottenburg, wo die Frau begütert ist. Die Frau wollte einen Vertrag abschließen, wonach sie Alleinbesttzerin ihrer Häuser und Grundstücke bleiben sollte. Hierzu war der Gatte durchaus nicht bereit; es kam zum Streit, zu Beschimpfungen, zu Thätlichkeiten und — der Gatte kehrte allein nach Wien zurück. Die Frau hat nun beim Wiener Civillandesgerichte gegen F. die Klage auf Ehetrennung eingebracht. In derselben gibt sie. an, daß dies ihre dritte Ehe sei, und alle drei waren unglücklich. Der erste Gatte, ein Oberst Karl v. Z., sei um 20 Jahre älter gewesen als sie, und sie habe sich zu dem zweiten Gatten, einem jungen Leutnant v. P., „hingezogen gefühlt", doch gleichfalls ohne das Glück der Ehe zu finden. Bei ihrem jetzigen, dritten Manne habe sie erkannt, daß die Gesellschasts-, Bildungs- und Charakterunterschiede unüberbrückbar seien. Sie begehrt die Trennung wegen unüberwindlicher Abneigung. Der Klage liegt ein dickes Tagebuch über die dritte Ehe vor. Der Gatte behauptet, daß er der verführte und bethörte Theil sei und die Klägerin offenbar nur eine vierte Ehe plane, weil sie sich jetzt zu einem jungen Arzt Hin- gezogen fühle. Er brächte 100 Stück Liebesbriefe aus der ersten Zeit der Bekanntschaft mit Frau v. P. als Beweise vor und beantragte . die Abweisung der Klage. Das Gericht be- schkoß, zur Prüfung dieser Angelegenheit ein vorbereitendes Verfahren einzuleiten.
Richard Wagner-Denkmal. In Leipzig hat sich gestern ein Comite gebildet zur Errichtung eines nationalen Richard Wagner-Denkmals in Leipzig. Ein allgemeines Preis- ausschreiben soll an deutsche Künstler ergehen. Der Betrag des Denkmals soll durch Zeichnungen in ganz Deutschland und Oesterreich gedeckt werden.