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Samstag
28. Juni
auf das Gesammtverzeichniß aller Engagements bei der Treber- gesellschaft hin. Mit dem Creditgeben solle aufgehört, das Conto verringert werden. Ausstchtsrath und Direktion gelangten zu der Anstcht, daß man nicht mehr zurückkönne. Fortsetzung morgen Vormittag 9 Uhr.
Aus aller Melt.
Der Kapitän des „Firsby" sreigesprochen. Vor dem Cuxhavener Amtsgericht fand die Verhandlung gegen den Kapitän des englischen Dampfers „Firsby" statt, der mit oem Torpedoboot „8 42" am 24. d. M. zu'ammengestoßen war. Der Kapitän wurde freigesprochen. Der „Firsby" hat um IV2 Uhr nachmittags Cuxhaven verlaffen und ist in See gegangen.
Selbstm^xd eines zum Tode Verurtheilten. Der Fischer Kodjahn aus Minge war vom Schwurgericht in Memel wegen Mordes zum Tode, seine Geliebte, die Magd Laurun, zu sechs Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Beide hatten den sechs Wochen alten unehelichen Sohn der Laurus ermordet. Nun hat sich Kodjahn in seiner Zelle erhängt.
Die Zigarre als Brandstifterin. Wie aus K e c s k em e t berichtet wird, wurde der Oberleutnant des dort garnisonirenden 38. Infanterie-Regiments, R. Adam, der mit einer brennenden Zigarre im Bette einschlief, morgens, nachdem die Zigarre das Bett in Brand gesetzt hatte, als halbverkohlte Leiche aufgefunden.
Selbstmord eines Bankdirektors. Der Vizedirektor der Lodzer Filiale der Aiow-Don chen Kommerzbank, Neufeld hat sich erschossen, weil er 20000 Rubel unterschlagen hatte.
Auf der Jagd erschoffen. Vorgestern Abend halb 9 Uhr wurde der Privatier Steigerwald aus Pasing (Bayern) hon dem Mühlenbesitzer Gert aus Habach auf der Jagd erschaffen. Stejgerwald war telegraphisch herbeigerufen worden, da sich in seinem Jagdbezirke Hochwild zeigte. Die Beiden trafen sich im Walde und hielten sich gegenseitig für Wilderer. Steigerwald legte auf Gerl an. Dieser kam ihm aber zuvor und streckte ihn nieder. Der Erschaffene ist erst 28 Jahre alt. Gerl wurde verhaftet, aber sofort wieder auf freien Fuß gesetzt.
Der Berdacht, seine Schwiegermutter ver- giftet zu haben, bat fich jetzt auf den Conkursverwalter
Julius Hegert aus Spandau gelenkt, der bekanntlich vor einiger ! thürcken offen läßt, so daß die braven Papuas wohl nach wie Zeit nach zahlreichen Veruntreuungen flüchtig geworden ist. | vor forlfahren werden, einander für den Bedarf des Londoner Hegert, der als Schreiber völlig mittellos war, wußte, sobald er die Stelle eines ConcursverwalterS übernahm, den Schein
zu erwecken, als ob er ein bedeutendes Einkommen habe. So gewann er das Vertrauen einer wohlhabenden Berliner Kauf- mannSfamilie, deren einzige Tochier er vor zwei Jahren heirathete. Die Schwiegereltern siedelten einige Zeit darauf nach Spanbau über und beide Ehepaare führten einen gemeinsamen Haushalt. Vor Jahresfrist starb der Vater und vor drei Monaten die Mutter der jungen Frau. Der letztere Todesfall erfolgte ganz plötzlich, ohne daß die Mutter vorher kraul gewesen wäre. Nach dem gemeinsamen Testament die Schwiegereltern, die ungefähr 40,000 Mark besaßen, blieb der Frau nach dem Tode ihres Haften im Besitz des Vermögens, und erst nach ihrem Dahinscheiden durfte die Tochter bezw. der Schwiegersohn darüber verfügen. Der zwei Monate vor der Flucht des Defraudanten eingetretene Tod der Schwiegermutter, durch den Hegert in den Besitz des Vermögens gelangt ist, hat nun den Verdacht erregt, daß er die Frau vergiftet habe. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung gegen ihn auch auf dieses Verbrechen ausgedehnt. Hegert hat nicht allein ungefähr 80,000 Mk. Concursgelder unterschlagen, sondern auch verschiedene Personen aus seinem Bekanntenkreise um beträchtliche Summen betrogen und auch das gesammte Baaroermögen seiner mittellos zurückgebliebenen Frau sogleich nach dem Tode der Schwiegermutter an sich gebracht.
Der Handel mit Menschenköpfen. Die Kopfjägerei unter den Wilden gewisser Länder, besonders auf den Inseln der australischen Welt, hat in letzter Znt eher zu- als abgenommen. Man hat für diese Thatsache gewissermaßen eine Erklärung darin gefunden, daß die Papuas und andere Stämme von gewissenlosen Händlern geradezu in ihrer grausigen Praxis des Kopsabschneidens ihrer Opfer ermuntert werden. Es existirt nämlich in London eine Firma, die einen schwunghaften Handel mit Menschenköpfen betreibt und dieses ihr Kuriositätenmaterial durch Geschäftsagenten zu^ammenbringen läßt, die hauptsächlich Britisch Neu-Guinea zum Feld ihrer verbrecherischen Thätigkeit machen. Nun sucht freilich jetzt das australische Parlament durch eine Parlaments-Akte dem schändlichen Unfug zu steuern, der gemäß der Handel mit menschlichen Schädeln nur wissenschaftlichen Zwecken dienen darf. Dieser Begriff ist aber so vage, daß er immer noch ein Hinter-
Händlers die Köpfe abzuschlagen. Bekanntlich werben von den Wilden diese Trovhäen im Rauch getrocknet und zum Ausschmücken ihrer Wigwams verwendet. Es ist das eine Liebhaberei, die man bei kriegerischen Naturvölkern begreifen kann. Daß aber auch von civilistrten Menschen solch schauerlicher Zimmerschmuck geiucht ist, beweisen die guten Geschäfte, die das Londoner Haus macht. Die seltsame Marotte ist nicht ganz neu. Sie findet ein Seitenstück in der Zeit der Türkenkriege. Als am 12. September 1683 der Po'lenkönig Johann Sobieski Wien von den Türken, die es mit 200 000 Mann belagerten, befreit hatte, wurden auf dem Schlachtfelde den Leichen der gefallenen Krieger des Halbmondes die Köpfe en masse heruntergesäbelt und diese Trophäen nach Leipzig spedirt, wo ein Stapelplatz für diese Waare etablirt war, von
wo dann Liebhaber schmuck bezogen.
„geräucherter Türkenköpfe" ihren Wand-
Der Postdmnpfer Antwerpen ist laut
Schiffsbertcht-.
„Kensington" der „Red Star Linie" in
Telegramm am 24. Juni wohlbehalten in New-Bork angekommen.
die bei
Burgeff, grün Uqnett,
Flasche Mk. 3.50, bei 12 Flaschen die Flasche Mk. 3.20 und 30 Flaschen die Fla'che Mk. 3.20 mit 50,o Rabatt.
Ch. J. Lossow
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letzte Tag für den Bezug unversteuert«« Schaumweines, UNV bitte ich Aufiräge möglichst heute noch zu geben. Ich gestatte mir hierdurch darauf aufmerksam zu machen, daß nur bis zu 30 Flaschen Gesammtvorrath nicht versteuert zu werden braucht. Wer mehr als 30 Flaschen im Hause hat, muß den gesummten Vorrath versteuern.
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Hochachtungsvoll
ruff. Knö?er?cht (Bmtstkhee) SBrfbCWUWU^
ReichSbank-DiSconto 3’/#.
Ktttiberidit vom 27. Juni 1902
Frankfurt, den 27. Juni 1902.
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