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Vueuos-Aires, 6. Mai. Der Minister bei Aeußern, Alcort», ist gestorben.

Der Krieg in Südafrika.

Rew-York, 6. Mai. Nach einem Telegramm aus Ber- Mld« wurde ein gefangener Bur, Bosch, bei einem Fluchtver­such erschaffen.

* * *

Die Königin der Niederlande.

Seit Wochen sind die Augen der gesammten zivilistrten Well auf die Niederlande gerichtet; das widrige und unheil­volle Geschick der jungen, lebensfrischen und beliebten Königin hat das weitgehendste Interesse erregt. Nach den Unter­suchungen der Aerzte wurde das Fieber, an dem sie darnieder- lag, als Typhus festgestellt, der indeß keinen besonders bös­artigen Charakter annahm und sich in normaler Weise ent­wickelte. Leider sind die Hoffnungen, die man an eine baldige Senefung knüpfte, durch einen jähen Unfall wieder ver­nichtet worden, wie die gestrigen Depeschen bewiesen haben. Die in verflossener Nacht eingetroffenen Drahtnachrichten lauten wieder hoffnungsvoller:

Schloß Loo, 5 Mai. Samstag spat abends machten sich beunruhigende Symptome im Befinden der Königin be­merkbar. Es wurde unverzüglich Dr. Pot berufen, der die ganze Nacht im Schloß blieb und sofort Dr. Rössingh und Professor Kouwer von der Universität Utrecht benachrichtigen ließ. Dr. Rössingh traf Sonntag gegen Mittag, Kouwer Nach­mittag auf Schloß Loo ein. Die Befürchtung einer Komplikation nahm immer mehr zu, die Lage wurde als äußerst ernst angesehen. Gegen Abend wurde die Kranke unruhiger. In Sch' verlautete, sie erdulde unsägliche Schmerzen. ' Die Zeit zwischen 10^$ und 1L Uhr abends war die kritischste. Erst als die Aerzte die Gewißheit erlangten, daß die Entbindung erfolgt sei, trat im Schlosse Beruhigung ein. Die Nachricht, daß trotz der heftigen Schmerzen der Königin die Lage be-

Dienstag

fritdigend sei und alles einen befriedigenden Verlauf genommen habe, wirkte einigermaßen erlösend auf die Gemüther, wozu auch die Rückreise Kouwers nach Utrecht wesentlich beitrug. Heute Nachmittag soll eine Konsultation stattfinden.

Amsterdam, 5. Mai. Wie dem Reuterschen Bureau aus Schloß Loo gemeldet wird, stand die gestern eingelretene Komplikation in engem Zusammenhang mit der infektiösen Krankheit, an der die Königin leidet. Die Operation ging glücklich und ohne alle die Schwierigkeiten von statten, die in ähnlichen Fällen oft vorkommen. Man steht daher in der Um­gebung der Königin die Lage wieder hoffnungsvoller an, zumal alle Symptome darauf Hinweisen, daß eine augenblickliche Ge­fahr nicht mehr vorhanden ist.

Schloß Loo, 6. Mai. Gestern Abend gegen 9l/a Uhr weilten Dr. Rös ingh und Dr. Pot am Krankenbett der Königin. Die äußeren Anzeichen weisen darauf hin, daß in dem Zustande der Königin, über den man nachmittags ver­trauensvollere Auffassung gewann, keine Aenderung einge­treten ist.

Schloß Loo, 5. Mai. Nach dem heute Mittag 2 Uhr ausgegebenen Krankheitsbericht ist der Zustand der Königin bis jetzt befriedigend.

Schloß Loo, 5. Mai. Ununterbrochen gehen von Fürst­lichkeiten und auswärtigen Regierungen Telegramme ein, in denen um Mittheilungen über das Befinden der Königin gebeten und Theilnahme an der schweren Erkrankung derselben zum Ausdruck gebracht wird.

Kriefkaken.

Miether. Nach § 549 des B. G.-B. ist der Miether ohne die Erlaubnis; des Vermiethers nicht berechtigt, die Wohnung an einen Anderen weiter zu vermiethen. Verweigert der Vermiether die Er­laubniß, so kann der Miether unter Einhaltung der gesetzl. '/-jährigen Frist kündigen, sofern nicht in der Person Desjenigen an den die Wohnung weiter vermiethet werden soll, ein wichtiger Grund vorliegt. (Z. B. wenn der anzunehmende Untermiether ein unehrbares oder ein dem Hause oder der Wohnung schädliches Gewerbe treibt.)

_____________________________________ Seite 3

H. Z ' Wir sind ganz derselben Meinung. Die Geschichte hat eine frapante Aehnlichkeit mitStultitia", oder wenn man er deutsch nennen willThorheit", nur daß mau im April 3 Tage und den Hanauer Anzeiger" gebraucht hat, um den Spaß völlig .auskosten" zu können, während diesmal der Zufall hold gesinnt war, und die Leiche be3_ vermißten Seligenstädier Wiegemeisters in Fcchenheim an­treiben ließ, die natürlich an den Steinheimer Brückenpfeilern vorbei­schwimmen mußte, sodaß man das prächtig verwerthen konnte, um seinen Reinfall mit dem Sack Holz, der anstatt der Leiche bei Stein- Heim geländet wurde, zu verdecken.

NS^ Infolge eines Defekts unseres elektr. Kraftbetriebs verzögert sich leiver die Ausgabe unseres Blattes etwas, was wir zu entschul­digen bitten.

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Oberlssigheim am 5. Mai 1902.

Der Vorsitzende d. Presbhteriums r Wittekindt, Pfarrer.

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