Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt.

Hanauer M Anzeiger

Bezugspreis: vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus- p-ärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzeln« Nummer kostet 10 Pfg.

General-Anzeiger

^.u^^^^ Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanan

Waisenhauses in Hanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- unb Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrückungsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf- gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwortl. Redakteur: G. Schreck er i» Hanau.

Nr. 79

Fernsprechanschlnß Nr. 605

Samfiaa den 5. April

Fernspreckanfchlnß Nr. 605

1902

Hus Stadt und Cand,

Hanau den 5. April.

Lokal-historische Notizen.

5* April 1717 vermählte sich die einzige Tochter des letzten Grafen von Hanau, Charlotte Christine Mag- dalene Johanne, 17 Jahre alt, mit dem Landgrafen Ludwig VIII. von Hessen - Darmstadt. Sie starb schon am 1. Juli 1728.

• *

-st

* Musterung. Montag den 7. April: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Hochstadt, Kesselstadt, Kinzig- heimerhof, Kilianstädten und Langendiebach.

* Prüfung der Quittungskarten. Sicherem Ver­nehmen nach findet von Montag den 7. d. M. ab im hiesigen Stadt- und Landkreise eine Prüfung der Quittungskarten statt, welche von einem Bureaubeamten der Landes^ Versicherungs­anstalt Hessen-Nassau in Cassel ausgeführt werden wird. Für Arbeitgeber, welche mit der Verwendung der fälligen Beitrags­marken noch im Rückstände sind, empfiehlt es sich daher, zur Vermeidung von Strafen und Weiterungen alsbald das Ver­säumte nachzuholen. Auch empfehlen wir, die Quittungskarlen in der nächsten Zeit bereit zu halten, damit dieselben auch bei etwaiger Abwesenheit des Arbeitgebers oder Versicherten von den Angehörigen und Beauftragten dem Kontrolbeamten als­bald vorgelegt und dadurch öftere Störungen und Zeitverluste für beide Theile vermieden werden können.

* Schulfache. Die betheiligten Eltern werben hierdurch noch einmal darauf aufmerksam gemacht, daß die zur VIII. Klasse der Knabenmittelschule angemeldeten Schüler nächsten Montag vormittags 10 Uhr ausgenommen werden.

* Postwerthzeichen. Im Reichs-Postgebiet und in Württemberg werden jetzt nur noch Postwerthzeichen mit der Inschrift „Deutsches Reich" ausgegeben. Die bisherigen Reichspost- und württembergischen Postwerthzeichen sind mit Ende März außer Kurs gesetzt worden; doch haben die Post- anstalten Anweisung erhalten, Sendungen mit alten Postwerth­zeichen bis auf Weiteres nicht in der Beförderung aufzuhalten und auch nicht mit Nachtaxe zu belegen. Immerhin liegt es im Interesse des Publikums, möglichst die richtigen (neuen) Postwertbzeichen zu verwenden. Die in den Händen des Publikums noch vorhandenen alten Postwerthzeichen werden bis Ende Juni d. Js. an den Postschaltern und von den Landbriefirägern gegen neue Postwerthzeichen umgetauscht.

* Bijouterie. Infolge des Protestes einer Handels­kammer, betreffend die unterschiedliche Behandlung der aus­ländischen gefärbten Goldwaaren gegenüber derjenigen österreichischer Herkunft auf den ö st e r r e i ch i s ch e n P u n- z i r u n s ä m t e r n, bat das österreichische Finanzministerium die Erlasse vom 19. Dezember 1899 und vom 25. Februar 1900, durch welche den Waaren österreichischer Herkunft eine Begünstigung eingeräumt wurde, wieder aufgehoben. Waaren der in Rede stehenden Art müssen also künftighin nicht nur von den ausländischen, sondern auch von den inländischen Ver- fertigern den österreichischen Punzirungsämtern in gefärbtem Zustande vorgelegt werden und wird die Punzirung vorge- nommen, wenn durch Einichmelzung einer genügenden Panhie ein Durchschnittsfeingehalt von 580 Tausendtheilen kon- statirt worden ist. — In dem vor Kurzem veröffentlichten Entwurf eines neuen Schweizer Zolltarifs wird eine Erhöhung der Zölle auf plattirte Gold- und Sil­berwaaren von 60 auf 100 Frcs. und auf echte Gold- und Silberwaaren eine solche von 200 auf 300 Frcs. per 100 Kilogramm vorgesehen.

* Gaslichtstärke. Gaslichtstärke in der Zeit vom 16«

bis 31. März 1902:

580

Deutsche Vereinskerze.

Hefner Licht.

25,44

16. März

Abends

Uhr

21,»

18.

tf

5"

#/

21,o

25,20

19.

tf

5

tf

—

20,7

24,84

20.

tf

716

tf

—

20,5

24,50

21.

tf

tf

610

tf

20,9

25,08

22.

tf

6

tf

—

20,6

24,60

23.

tf

7

tf

—

20,7

24,84

24.

tf

650

tf

21,o

25,20

25.

tf

tf

6

tf

20,6

24,60

26.

tf

tf

ß2°

tf

—

20,5

24,«o

27.

tf

tf

6

tf

20,7

24,84

, 29.

»

515

tf

——

20,e

24,48

* Unter den Beileidstelegrammen, welche der Familie des verewigten Reichstags- und Landtagsabgeordneten Dr. Lieber zugegangen sind, befand sich auch ein solches des Chefs der diesseitigen Provinzial-Bezirksverwaltung, Freiherrn Riedesel zu Eisenbach.

* Für eine gerechte Sache. Wie überall im Deutschen Volke, so hat sich auch in unserer Stadt die helfende Theil­nahme für das heldenmüthige Ringen der tapferen Buren um Recht und Freiheit wiederholt zu erkennen gegeben. Die um die Jahreswende begründete „Vereinigung der Durenfreunde" im Restaurant Krieg konnte bisher die Summe von 230 Mk. an den Gesandten der südafrikanischen Republik in Brüssel ab- senden. In seinem Dankesbriefe schrieb daraufhin Dr. Leyds der Vereinigung: „Die allgemeine Theilnahme und die über­wältigenden Beweise von Sympathie, deren sich in diesen Tagen schwerer Prüfung die beiden südafrikanischen Repu­bliken in so reichem Maaße erfreuen dürfen, sprechen deutlicher wie alles Andere für die gerechte Sache, die meine Landsleute so muthig verfechten, und für ihr gmes Reckt; sie müssen uns daher von doppeltem. Werthe und als moralische Stütze ebenso herzlich willkommen sein, wie in der Eigenschaft nothlindernder Liebesgaben."

* Kurze Freude. Ein bei einer hiesigen Firma be­schäftigter Steindruckerlehrling begab sich Hente Morgen früher als gewöhnlich in die Arbeitsstätte, erbrach die Schublade eines Druckers und entnahm daraus 20 Mk. Mit der Beute in der Tasche ging er nach Hause und kleidete sich um, in der Absicht, nunmehr in die weite Welt hinauszufahren. Dieser Zukunftsplan wurde ihm jedoch vereitelt, indem er noch vor der Abreise abgefaßt werden konnte.

* Monatsoper in Hanau. Samstag den 5. April, 5, Vorstellung im Abonnement: „Die Kinder mau s",„ — Sonntag den 6.: Suppö's reizendes Werk „Boccaccio", mit den Damen Reitinger und Bränge und den Herren Hunold, Belou und Schwab in den Hauptrollen. — In Vorbereitung: „Waldmeister" von Joh. Strauß.

* Streich-Konzert der Ulanen-Kapelle. Zu dem morgen Abend im „Deutschen Haus" von der Kapelle unseres Ulanen-Regiments gegebenen Streich-Konzert hat Herr Musik­direktor Urbach u. A. folgende Pieren vorgesehen: „Fest- marsch" von C. Fr. Appel; Ouvertüre z. Op. „Die Schweizer- familie" von Weigel und Ouvertüre über das Thüringer Volks­lied „Lataun"; große Fantasie aus „Der fliegende Holländer" von R. Wagner; „Hirtenleben in den Alpen", Tongemälde von Klienz; „Streickquartetts", Solis für Piston; Vorträge des Xylophon-Solisten der Kapelle u. s. w. Wie ersichtlich, gibt sich die Kapelle Mühe, nur auserlesene Kompositionen zum Vortrag zu bringen, ein Besuch dürfte sich daher von selbst empfehlen.

* Fußhallsport. Das Entscheidungsspiel um den von dem süddeutschen Verband gestifteten Pokal findet nun nächsten Sonntag den 6. April, nachmittags 3 Uhr, zwischen dem Karls­ruher Fußballverein und dem I. Hanauer Fußballklub 1893 auf dem Sportplätze des letzeren an der frönen Aussicht statt. Dieses Wettspiel wird eines der interessantesten sein, welches man in Hanau gesehen hat, zumal dem Karlsruher Fußball­verein ein guter Ruf voransgeht und man denselben für den besten Verein Deutschlands halten kann. Es ist daher Jedem zu empfehlen, einen Spaziergang nach der schönen Aussicht zu mack-n, um sich dielen int-resianten Kampf mit anzu'ehen.

* Singspielhalle „Brauerei Dörr". Die morgige Nach­mittagsvorstellung findet wiederum bei ermäßigten, die Abendvorstellung bei gcwöbnlichcn Piei'en statt.

* Wiener Spitze. Morgen Sonntag von nachmitttagS 4 Uhr an und nächsten Monmg Abend treten in der »Wiener Spitze" die be­liebten »Schwar^wätder Singvögel" auf.

* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Ge­öffnet Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis 1*/» Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.

* Im Zoologischen Garten zu Frankfurt a. M. veranstaltet die Kapelle diesen Samstag Abend ein Elite-Konzert. Sonntag ist von 7 bis 1 Uhr der Eintrittspreis auf 30 Pfg. (Kinder 20 Pfg) und im Aquarium auf 20 Pfg. ermäßigt. — Um 1 Uhr wird der Garten für die Vormittags-Besucher geschlossen und von da an beträgt der Eintrittspreis 1 Mark, Kinder 50 Pfg. für den Garten, und 50 Pfg., Kinder 20 Pfg. für das Aquarium.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen Nachmittag von 4 Uhr ab findet in den Sälen zu Wilhelms­bad Konzert der Infanterie-Kapelle Nr. 166 statt.

* Das Habnenkammhaus ist jetzt nur an Sonntagen geöffnet.

)( Kesselstadt, 5 April. (Fußballsport.) Sonn­tag den 6. April, nachmittags 3 Uhr, findet ein Wettspiel zwischen dem Ersten Frankfurter Fußballklub „Frankofurtia" und dem Ersten Kesselstädter Fußballklub 1900 in Kessel­stadt statt.

Die städtische Bibliothek

Bangertstraße 2, erster Stock, ist Sonntags, Mitwochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet.

Gesammtkataloge sind zu 1.20 Mk., die neuesten Nachträge Nr. 15 und 16 zu je 20 Pfg. in der Bibliothek zu haben.

Sprechfaul.

Für die unter dieser Rubrik einaesandten Notizen übernimmt die Redaktion dem Publikum geaenüber keinerlei Verantwortung.

Wie jedem Leser dieses Blattes wohl bekannt sein dürfte, huldigt zur jetzigen Jahreszeit unsere Jugend dem allbekannten Ballichlagspiel. Schreiber dieses war zufällig Augenzeuge, wie sich auch gestern Nachmittag zwischen 4—5 Uhr auf der franz. Allee einige kleine Jungen an diesem Spiel ergötzten. Ein des Weges kommender Beamter fand augenscheinlich keinen Gefallen an diesem harmlosen Treiben der Kinder und drohte ihnen, das Spiel einzustellen. Da man ihm nickt folgte, hielt er es für angebracht, den ihm gerade vor die Füße rollenden Ball an sich zu nehmen und dann den Schauplatz seiner Thaten 8U. verlassen. Die Bestürzung der Kinder über ihren Verlust kann man sich leicht vorstellen, aber es stellt sich zugleich die Frage auf, ob eine solche jedem Rechtdenkenden wenig an­sprechende Handlungsweise auch zu den auszuübenden Pflichten des betreffenden Beamten gehört?

Ein Kinderfreund.

Hanauer Uereius- u. Uergniigungsnachrichtett

für Samstag den 5. Apr il.

MonatSaver in Hanau: »Die Flederr uuS", Komische Operette in 3 Akten von Johann Strauß; Anfang 7'/« Uhr.

Evana. Männer- u. JüngstuaSverein: Unterhaltung lEv. VereinShauS).

Christlicher Arbeiterverein: VereinSabend und Mitgliederanfnahme im Vereinslokale -um „Elephanten".

Turngemeinde: Kürturnen und Vorturnerfinnde.

Gesangverein „Sumser": Abends 9 Uhr: Generalversammlung.

Kanno „Eintracht" (Vereinslokal „,um Braustub'r"): VereinSabend. Verein „Einigkeit": VereinSabend in der „großen Krone".

Athletenklub „Germania": VereinSabend (Restauration Maaenoach). „Hanauer Fußkallaesellschaft 1899*: VereinSabend in der Restauration „Allemonia"

Fußballklub „Viktoria": VereinSabend in der „Brauerei WeiSmanlel". Stammtisch „Bürgerbräu": Jeden Samstag Abend: Uebung.

Klub „Saxonia": Versammlung im »Friedberaer Hof".

Radfahrer-Verein 1893: Abends von 8—10 Uhr: Kassenabend.

Kegel-Klub Tipp Tipp" Restaurant „nrr guten Quelle".

VergnügunaS-Verein „Germania": VereinSabend in der Restauration „zum schwarzen Bären".

für Sonntag den 6. April,

Vormittags von 11—1 Uhr: Uebungsstunde der Tischgesellschaft im Nürnberger Hof".

Fußballklub „Viktoria": Nachmittags 3 Uhr: UebungSspiel auf dem Exerzier, latz.

Hanauer Fußball- und Cricketklubr Nachmittag» 3 Uhr' UebungS­spiel au dem Er-niervlatz.

Hanauer Fußballgesellschatt 1899: Nachmittags 3 Uhr: UebungSspiel auf dem Exerzierplatz.

Erster Hananer Fußballklub 1893: Nachmittag» 3 Uhr: UebungSspiel auf unserem Svortvlatz an der „Schönen Aussicht".

Hanauer Schützenverein: Nachmittags von 2 Uhr ab: Schießen auf den neuen Schießständeu.

Versteigerungs- etc. Kalender iür Montag den 7. April

Nachmittags von 2 Uhr an werden Glockenstraße Nr. 9 wegen Aufgabe des Ha shalts beachtet ene Mobiliar- uud anderen Gegen­stände, durch oen beeio. Auktionator Herrn Karl Petri versteigert.

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.

Telegramm aus Hamburg vom 5. April,

9 Uhr 30 Min.

Maxima über 765 mm lagern über Südwest- und Südost- Europa, ein Minimum unter 742 mm über Westrußland, ein solches unter 755 mm über Südirland. In Deutschland ist die Witterung meist kälter und veränderlich, gestern entwickelten sich von der Nordsee bis Schlesien stellenweise Gewitter- bildungen mit Niederschlägen.

Prognose für den 6. April: Im Nordwesten und Süden Erwärmung wahrscheinlich.

Mithin dwchschnittlich 20,7 24,85

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltungsblatt 14 Seiten.