Erstes Blatt
Mauer
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Rerteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Psg., für aus- vartige Abonnenten mit dem betreffenden Postanffchlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
General-Anzeiger
Einrückungögebühr:
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg.,
Gedmckt und verlegt in der Buchdruckerei des »erdn. ev,. Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kana«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg. für Auswärts 35 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau, .
Nr. 57
Bezirks-Fernsvrechanfchluß Nr. 98.
Samffaa den 8. März
BezirkSHmüvrcckaMluß Nr. 98. 1902
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Hus Stadt und Cand«
Hanau den 8. März.
Lokal-historische Notizen.
9. März 1675 brannte die Ortschaft Lohrhaupten völlig ab.
9. März 1848. Adresse der sogenannten Volkskommission zu Hanau, aus 24 Mitgliedern bestehend, an den Kurfürsten, gewöhnlich das Hinauer Ultimatum genannt. Der Verfasser der Adresse war August Röhl, später Oberbürgermeister von §au:u.
* Theuerungszulagen. Dem B"ndesrath ist ein Gesetzentwurf, betreffend die Bewilligung von Theuerungszu- lagm an Beamte und Unierbeamte des Reiches, zugegangen. Darnach sollen erhallen in Orten der Sermsklasse A, der nur die Städte Altona, Frankfurt a. M. und Berlin angehören, die mittleren Beamten 180 Mk. jährlich, die Unterbeamten 144 Mk.; in Orten der Servisklasse I die gedachten Beamten 144 und 120 Mk., in Orten der Servisklasse II 120 und 108, Mk., in Orten der Servisklasse IV 84 und 60 Mk.
• Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau. Für den Kreis Hanau — Sladt — stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Kranken-Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Dezember 1901 wie folgt:
Davon sind erledigt durch
B
3
Altersrenten Jnval^-Rent. Krautenrent.
Zusammen:
185
303
5
160121
248'32
3
15
M
25132
35077
687
Bor ^en Rentenempfängern sind bzw. waren beschäftigt
Gesummt»
JahreS- Uetrag der bewilligten
Renten
Nach Abgang ourch Tod rc.
bleiben noch zahlen
6«
80
80
8
78
162
3
8
4
493j|l 13’53 18|6U897I6O| 11|243
12
13
49
1
93
14
5
14
20
73
5X I 4
11342 60
142! 20579 80
3y 429 60
19j35 218|j32352l—
Von her Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau, deren Bezirk die Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie das Fürstenthum Waldeck umfaßt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt:
8246 Altersrenten im Gcsammt-Jahresbetrage von 1,112,678.60 M.
17451 Invalidenrenten „ , , „ 2,364,546.30 „
531 Krankenrenten „ „ , , 80,' 69,30 „
26228 Renten mit einem Gesammt-Jahresbetrage von 3,507,394.20 M.
Hiervon sind nach Berücksichtigung der durch Tod rc. erfolgten Abgänge Ende Dezember 1901 noch zu zahlen:
3610 Altersrenten im Gesammt-Zahresbetrage von 507,382.60 M.
11026 Invalidenrenten „ „ , „ 1,517,747.40 ,
336 Krankenremen „ „ „ „ 50.216.— „
14972 Renten mit emem Gesmumt-Jahresbetrage von 2,(>75,346.— DL
Der von dem Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 748,600,— „
Mithin bleiben Ende Dezember 1901 aus Mitteln der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau an Renten zu zahlen jährlich............1,326,746.— M.
* Verbrauchsabgaben. Im Laufe des Monats Februar 1902 wurden im hiesigen Schlachthause ge-
schlachtet:
75 140
55 765 377 137
1
Ochsen, weniger gegen
Kühe, „ „
Rinder, mehr „
Schweine, weniger „
den Monat Februar 1901 12 Stück
Kälber, Hämmel, Lamm,
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mehr „
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1/ tf t, tf tf if
1
22
101
42
27
1
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Die Accis-Einnahme hiervon beträgt . Mk.
An eingeführten Fleischwaaren rc. wurden versteuert: 33 261 Kilogramm, mehr gegen den Monat Februar 1901: 1919 Kilogramm.
Hiervon die Accis-Einnahme mit . . Mk.
Summa Mk.
3756.50
1086.31
4842.81
Gesammi - Accis - Einnahme im Monat Februar 1901 . .
M. 5054.54
1901^in NEN'Ser gegen den Monat Febmar Accis - Einnahme vom 1. April 1901 bis 28.
Februar 1902 .
Accis-Einnahme vom 1. April 1900 bis 28.
Februar 1901 . . . . .
®W« mehr gegen die gleiche Zeit des
211.73.
M. 58 932.27
„ I 57 778.60
Loriahres . . . . . Mk. 1153.67.
* Das 25. mittelrheinische Jubilättms-Kreis- turn fest hat, wie jetzt bekannt wird, auch in finanzieller Hmsichl gut abgeschlossen. Im Ganzen wurden 102 564.54
Mark vereinnahmt, während sich die Ausgaben nur auf Mk. 100 922.63 beliefen, sodaß sich ein Ueberschnß von 1641.91 Mark ergibt, der den 3 Offenbarer Turnvereinen zu Gute kommt.
* Schulder ein. Die Frauen- und Männer- gruppe Hanau des „Allgemeinen deutschen Schul- vereins zur Erhaltung des DeutschthumS im Aus lande" hielten am 4. d. M. ihre diesjährige gemeinschaftliche H».uptr-rsammlung ab. Die erstatteten Kassenberichte über das Jahr 1901 ergaben Folgendes: Die Frauengruppe vereinnahmte aus Mitgliederbeiträgen 518 Mark. Davon wurden an die Hauptleitung in Berlin satzungsgemäß 150 Mark abgeliefert. 303 Mark wurden für Unterhaltung deutscher Schulen, Kindergärten u. s. w. in Tirol an den Vertrauensmann des Vereins für Tirol, Herrn Schulrath a. D. Dr. med. et phil. A. Rohmeder, München, direkt abgesandt. Für Inserate, Drucksachen, Portis rc. war infolge besonderer Umstände die ausnahmsweise hohe Summe von 49 Mk. 50 Pf. nothwendig. Die Männergruppe vereinnahmte aus Mitgliederbeiträgen 292 Mark, davon erhielt Berlin 97 Mark und eine deutsche gewerbliche Fortbildungsschule in Böhmen, seit Jahren ein Pflegekind der hiesigen Männergruppe, 120 Mark, die allgemeinen Unkosten beliefen sich auf 39 Mark. Das im November 1901 abgehaltene Fest, das sicherlich noch Vielen in angenehmer Erinnerung ist, hatte einen Reinertrag von 700 Mark ergeben. 290 Mk. wurden davon hiesigen Wohltbätigkeits- anstalten überwiesen, der Rest wie folgt vertheilt: 200 Mark für Tirol zu Händen des Herrn Rohmeder; 50 Mark für das Weihnachtsbäumchen in deutschen Schulen in Böhmen zu Händen des Herrn Dr. Pröll in Berlin; 50 Mark für die obenerwähnte Fortbildungsschule; 30 Mark erhielt Herr Prof. Fischer in Marburg für den von ihm verwalteten. Fonds zur Unterstützung unbemittelter Deutscher aus Tirol u. f. w. während ihres Studiums auf reichsdeutschen Universitäten; 50 Mark wurden für die deutsche Schule in Johannisburg (Transvaal), deren Existenz infolge des Krieges gefährdet ist, bestimmt. Aus dem Überschuß des Festes 1900 wurden 50 Mark für die hiesige Bismarcksäule gespendet, und weitere 50 Mark sollen zu gleichem Zweck im laufenden Jahre beigesteuert werden. — Erfreuliche Beträge wieder, welche Hanau für die deutschen Stammesgenossen in sprachlich gefährdeten Bezirken des Auslandes ohne Rücksicht auf deren konfessionelles oder politisches Bekenntniß im abgelaufenen Jahre aufgebracht hat; aber wer die Aufgaben kennt, die dem „Schulverein" von Jahr zu Jahr in steigendem Maße zur Pflicht werden, der kann nicht verschweigen, daß eine weitere Opferwilligkeit eine unbedingte Nothwendigkeit ist. Immer neue Hilferufe kommen aus allen Weltgegenden, wie z. B. jetzt von Johannisburg wegen der dortigen, vor dem Kriege in großer Blüthe stehende» deutschen Schule, über deren Entwickelung und jetzige Nothlage demnächst an dieser Stelle ausführlich berichtet werden soll. Um unter diesen Umständen ein mö stichst weitgehendes Interesse für den Verein am hiesigen Orte zu wecken, bat die Hauptversammlung den Beschluß gefaßt, für eine größere Verbreitung der Vereinszeitung „Das Deutschthum im Auslande" zu sorgen. Dank des von anderer Seite hierbei dargebrachten überaus dankens- werthen Entgegenkommens wird sich dies vom 1. April ab bewerkstelligen lassen und werden alsdann nähere diesbezügliche Mittheilungen hier erfolgen.
* Verein der SpesiartsreMtde. Die Generalversammlung der Spkssartvereine am 23. Februar im Hotel „Luitpold" in Aschaffenburg war von 14 Herren aus Aschoffen- burg und je 2 Herren aus Hanau, Obernburg und Würzburg besucht. Nach Verlesung des Protokolls der vorjährigen Haupt- vereinsveriammlung und der Berichterstattung des Aschaffen- burger Stammklubs und der vertretenen Sektionen, wurden die Rechnungsablagen der beiden Kassirer angehört, geprüft und genehmigt. Die Anträge bezüglich neuer Organisationen riefen lebhafte Debatten hervor. Es wurde beschlossen, wie bereits in § 4 der Statuten festgelegt ist, daß Aschaffenburg als Vorort über die bereits bestehenden und noch zu gründenden Sektionen und zwar aus historischen, praktischen und rechtlichen Gründen festzuhalten sei, daß der Vorstand des Stammklubs Vorsitzender, Schriftführer und Centralkassirer und die Vorsitzenden der einzelnen Sektionen einen Central- aussckuß bilden, daß von diesem die Wegmarkirung bestimmt und (wenn auch von den Einzelsektionen ausgeführt), aus der Centralkasse bezahlt werde. Die Statuten sollen verbessert und, weil ohnedies vergriffen, neugedruckt werden. Die^ Plakatfrage ward bis zur Konstitution des Zentralausfchuffes verschoben. Die Tourenprogramme für 1902 der vertretenen Vereine wurden bekannt gegeben; die neue Mitgliedskarte soll noch vor Ostern erscheinen. Der seitherige Vorstand und Ausschuß wurde wiedergewählt. Allgemein wurden die von Herrn Otto Hock gezeichneten Wegmarkirungstafeln am Hotel „Luit- pold" und besonders am Herstallthor gerühmt und alsmuster-
giltig erkannt. Als freudige Thatsache ist der Beitritt des „Spesiartklubs Würzburg" zum „Verein der Spessartfreunde" zu begrüßen.
£ Liederabend des Gesangvereins Tonblüthe. Wie schon bereits gemeldet, begeht der Gesangverein Tonblüthe, welcher unter der vortrefflichen Leitung des Tonkünstlers Herrn Heinr. A p p u n n steht und sich großer Sympathie des gesangliebenden Publikums erfreut, am 12. April d. Js. in den Sälen der Centralhalle seinen diesjährigen Liederabend. Nach dem, was wir bis jetzt über diese Veranstaltung in Erfahrung gebracht, dürften die Darbietungen dieses Abends jedenfalls zu den besten genannten Vereines gezählt werden. DaS Programm, welches fast nur neue Chöre aufweist," birgt wahre Perlen der Gesangeslitteratur, worunter die berühmten 6 altniederländischen Volkslieder mit Bariton- und Tenorsoli, Orchester-, Klavier- und Harmoniumhegleitung von E. Kremser wohl den ersten P' 3 einnehmen dürften. Außerdem gelangt ein Chor von unserem Mitbürger Herrn Lehrer Karl Fr. A p p e l, sowie ein lehr stimmungsvolles Volksliedchen von dem früheren langjährigen Dirigenten und jetzigen Ehrenmitgliede des Vereins Herrn Wilhelm Breidenbach zum Vortrag. Als Solisten haben die Herren Karl Z e t s ch e (Tenor) aus Frankfurt a. M., Herr H. Appunn (Bariton), Dirigent des Vereins, und Herr Lehrer K. Fr. A p p e l (Bariton) bereitwilligst ihre Zu age gegeben. Die Klavier- und Harmoniumbegleitung haben die Herren M i l b a ch und Breidenbach in uneigennützigster Weise übernommen. Der musikalische Theil ist der bewährten Kapelle unseres Ulanenregimenls unter persönlicher Leitung des Kgl. Musikdirigenten Herrn U r b a ch übertragen. Aus Vorstehendem ist zu ersehen, daß der strebsame Verein, dessen wackere Sängerschaar fleißig mit dem Ein- studiren beschäftigt ist, keine Mühe scheut, um zum Abschlüsse der diesjährigen Saison etwas wirklich Gutes zu bieten, weshalb auch wir dem Wunsche Ausdruck verleihen daß dieses Bestreben durch regen Besuch mit Erfolg gekrönt sein möge. Liste zum Ein zeichnen wird demnächst in Umlauf gesetzt, auch sind Karten ä 1 Mk. bei den Mitgliedern zu haben.
* Kahltftalbahtt. Auf der von der Aktien-Gesellschaft „Eisenbahn- und Jndustriegesellschaft Schöllkrippen" betriebenen Kahlthalbahn wurden im Jahre 1901 befördert 208,018 Personen, 63,977 Tonnen Güter. Der Güterverkehr nahm gegenüber dem Vorjahre um 3798 Tonnen zu, der Personenverkehr verminderte sich etwas. Die Einnahmen betrugen aus dem Personenverkehr Mk. 63,740.85, aus dem Gepäckverkehr Mk. 458.55, aus dem Güterverkehr Mk. 70,926.40, aus Nebensachen Mk. 9048.63, Im Jahre 1901 wurden aus dem Güterverkehr Mk. 5234.66 mehr als 1900, aus dem Personenverkehr Mk. 532.18 weniger erzielt, die Mehreinnahme aus dem Verkehr überhaupt betrug demnach Mk. 4697.16.
* Gifenbahn- und Industrie-Gesellschaft, A.G., Schöllkrippen. Wie wir bereits gestern meldeten, beschloß die Hauptversammlung vorgenannter Aktiengesellschaft die Ver- theilung einer Dividende von 6 pCt. Der Bruttogewinn der Gesellschaft, die bekanntlich die Kahlthalbahn betreibt, beträgt Mk. 92 606.08 (aus dem Eisenbahnbetrieb Mk. 80 407.79 aus dem Kalkwerkbetrieb Mark 12 198.29). —
In dem Bericht wird betont, daß das Geschäftsjahr 1901 trotz allgemein rückgängiger Konjunktur eine Weiterentwicklung des Eisenbahnbetriebs zeigt. Die Einnahmen aus dem Eisenbahnbetrieb pro 1901 betrugen gegen das Vorjahr M. 4697.16 mehr. Die Ausgaben erhöhten sich durch Vermehrung des Zugpersonals, Gehaltserhöhung der Beamten rc. um Mark 2391.89. Der Reingewinn betrug in diesem Betriebszweige gegen das Vorjahr M. 2310.59 mehr. Die Kalkproduktion und der Verkauf blieb gegen das Vorjahr infolge geringerer Bauthätigkeit um SOS1/* Waggons zurück. Durch Pachtung und Freilegung eines am Fuße des Hahnenkamms gelegenen Quarzit-Steinbruches wurde ein weiterer Betrieb zur Herstellung von ganz vorzüglichem Steinschlag für Eisenbahn- nnb Straßenbau eröffnet. Zur billigeren Herstellung des Steinschlages ist eine Zerkleinerungsanlage mit Dampfbetrieb geplant, welche bei'einem Anlagekapital von etwa 30 000 Mk. in 10 Stunden 120—130 ebm fertigen Steinschlag liefert.
* Parolemusik. Die Jnfanteriekapelle spielt morgen Mittag im Schloßpark folgende Stücke: 1) Ouvertüre zu „Das Glöckchen des Eremiten" von Maillart; 2) „Spanischer Walzer" von Schmeling; 3) „Im Frühling", Lied von Gounod; 4) Steuermannslied und Matrostnchor a. d. Oper „Der fliegende Holländer" von R. Wagner; 5) „Armee-Marsch Nr. 123".
* Das Hahnenkammhaus ist jetzt nur an Sonntagen geöffnet.
♦ Kurort Wilhelmsbad. Morgen Nachmittag von 4 Uhr ab findet in den Sälen zu Wilhelmsbad Konzert der Infanterie-Kapelle Nr. 166 statt.
Die hetttige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltuugshlatt 13 Seiten.