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Erstes Blatt.

anauer

Bezugspreis:

Zierteljahrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus- värtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

General-Anzeiger

Anzeiger

Gedruckt und verlegt in der Duchdruckerei des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrückungsgebühr:

Für Stadt- nnd Landkreis Hanau 10 Pfg, die fünf* gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur; <8. Schrecker in Hanau.

1 T. 56 Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

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Srettact den 7. März

Bezirks-Fernsstrechanschluß Nr. 98. 1902

Amtliches.

Bekanntmachung.

Versendung von Packeten während der Osterzeit.

Die Vereinigung mehrerer Packete zu einer Postpacket- adresse ist für die Zeit vom 23. bis einschl. 30. März im inneren deutschen Verkehre nicht gestattet.

Berlin W. 66 den 3. März 1902.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

I. A.: Gieseke.

.................... ------- -- - . -- «'

Candkme Öanau.

Sefmintmadinnaen des Kömql. Landrathsamtes.

Unter Hinweis auf die Bestimmungen im Artikel 80, Nr. 1 und 2 der Anweisung vom 6. Juli 1900,Zu- und Abgänge bei der Einkommen- und Ergänzungssteuer betr.", veranlasse ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, die Einkommen- und ErgänzungWener-Zn- und Abgangslisten für das II. Halbjahr 1901 bis späte­stens den 20» v. Mts. mir einzureichen.

Die Listen find nach den diesseits geprüften und vervollständigten Auszügen aus den Zu- und Abgangskontrollen auszustellen. Die Beläge, welche gehörig geordnet und geheftet sein muffen, sind bei- zufügen.

Hierbei ist der Erlaß des Herrn Finanrministers vom 2. Februar 1893 zu beachten, wonach die Listen in den Ge- mehren und Gutsbezirken getrennt nach den Steuern, einerseits von pbvsiichen Personen mit Jahreseinkommen von nicht mehr als 3000 Mark, andererseits von physischen Per­sonen mit höherem Einkommen, anzulegen sind.

Ich bemerke hierbei, daß in die Abgangslisten auch die im Beruiungsverfahren entstandenen Ermäßigungen und Frei­stellungen, sofern sie im I. Halbjahr nicht bereits Berücksichtigung gefunden haben, ausgenommen werden müssen.

In denjenigen Gemeinden und Gutsbezirken, in welchen keine Zn- und Abgänge an Einkommen- und Ergänzungs­steuer norgekommen sind, wollen die Herren Gemeinde- und Gutsvorsteher Fehlanzeige erstatten.

Hanau den 6. März 1902.

Der Vorsitzende

der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.

St. 1419 J. A.: Valentiner, Reg.-Assessor.

Stadtkreis Ranau.

Sitzung der Stadtverordneten» Versammlung

am Montag den 10. März 1902, nachmittags 41/« Uhr, im oberen Saale des Rathhauses.

t Bericht des Magistrats über den Stand der Gemeindeangelegenheiten in Gemäßheit des § 66 der Städte-Ordnung.

II. Tagesordnung:

1* Haushaltsplan der Wasserwerkskasse für 1902.

w Badeanstaltskasse

Elektrizitätswerkskasse §' Slistungenu.Nebmfouds

v Begräbnißkasse

Schlachthofkasse Ausschreibung einer Lehrerstelle bei der kaufm. Fort- brldungsichule.

^. Letr. Stadlichulinspektion und Direktorat der Höheren Mädchenschule.

9. Erhöhung der Hundesteuer vom 1. April 1902 an auf M. für den ersten und je 30 M. für jeden weiteren

10. Erhöbung der Entschädigung für Mithilfe an die Stadt- ,, bwliolhek von 200 auf 400 M.

1 - Anderweite Festsetzung des Dienstalters eines Beamten

^ewrderung eines Beamten aus der 5. in die 4. Ge­haltsklasse.

13. Anstellung eines Sekretariatsaisistenten.

Haushaltsplan der Gaswerkskasse für 1902 bezügl. der rückständigen Positionen 3, 5 und 6 bei Titel II A ber Ausgabe.

151 Haupt-Haushaltsplan für Rechnungsjahr 1902. Hanau den 5. März 1902.

Der Stadtverordneten-Vorsteher.

Canthal. 4243

Königliches Gymnasium.

Anmeldungen neu eintretender Schüler nehme ich Montag den 10. nnd Dienstag den 11. d. Mts., vormittags von 1112/a Uhr, in- meinem Ge chäflszimmer im Gymnasium mündlich, sonst jederzeit schriftlich entgegen. Vorzuleren sind Geburtsurkunde und Jmpff' -'- bezw. Wieder- impfschein. Zeugnisse über den seitherigen Unterricht können nachgeliefert werden.

Hanau den 6. März 1902.

Der Königliche Gymnanaldirektor.

____________Dr. Braun. ____ 4270

Bekanntmachung.

Der Taglöhner Carl Neidig von Hanau ist am 26. Februar 1902 wegen Trunksucht entmündigt worden.

Hanau den 1. März 1902.

__________Königliches Amtsgericht 2. 4240

Gefundene nnd verlorene Gcgeustnudc re.

Gefunden: 1 silberne Herrenuhr mit Kette. 1 Porte­monnaie mit Inhalt. 1 brauner Krimmerhandfchnh (rechter) mit Lederbesatz.

Hanau den 7. März 1902.

Aus Stadt und £and.

Hanau den 7. März.

Lokal-historische Notizen.

7 . März 1772 starb Wilhelm Moritz, Graf zu Jsenburg- Birstein - Philippseich, der Stifter dieser Nebenlinie, 84 Jahre alt.

* Epileptisches. Wie von zuverlässiger und wohl­unterrichteter Seite mitgetheilt wird, will die Anstalt Bethel bei Bielefeld, wo bisher auch die Fallsüchtigen aus der Provinz Hessen-Nassau untergebracht wurden, diese Kranken abgeben, bezw. keine Fallsüchtigen aus Hessen mehr in ihre Anstalt auf­nehmen, da es ihr an dem nöthigen Raume dazu gebricht. Damit wird unser Land vor die sehr schwierige Aufgabe ge­stellt werden, eine eigene Anstalt für Epileptische zu beschaffen. Am besten würde wohl diese mit der Anstalt Hephata bei Treysa verbunden werden, da hier das nöthige Pflegepersonal vorhanden ist, allerdings würden dann aber bedeutende Neu­bauten dortselbst nothwendig sein, welche die Anstalt aus ihren Mitteln nicht leisten kann.

* Sparkafsenangelegenheiten. In Berlin findet morgen eine Konferenz zwischen Ministerialkommissarien und preußischen Vertretern des deutschen Sparkassenverbandes wegen Regelung verschiedener Sparkassenfragen statt. Herr Ober­bürgermeister Dr. G e b e s ch u s ist zur Theilnahme an diesen Verhandlungen heute nach Berlin abgereist.

* Bauthäligkeit auf dem Lande. Gutem Ver­nehmen nach sprechen alle Anzeichen dafür, daß im Landkreise Hanau sich in diesem Frühjahre eine gleich rege Bauthätigkeit wie in den verflossenen Jahren entwickeln wird.

* Die Eisenbahn- und Jndustriegesellschaft in Schöllkrippen beschloß in ihrer gestrigen Generalver­sammlung, eine Dividende von 6 Prozent für das abgelaufene Geschäftsjahr zu vertheilen. Die Dioidendenkoupons werden beim Bankhause I. Benjamin in Hanau eingelöst.

* Ein Frühlingsbote, allerdings nicht der erste, wurde uns gestern in Gestalt eines munteren Schmetterlings überbracht.

* Die erste Schnepfe schoß nach dem Bericht eines Gelegenheilskorrespondenten ein hiesiger Fabrikant inderBulau. Diese Jägerehre fällt jedoch einem hiesigen Holzhändler zu, der, wie von uns registrirt, bereits am Montag im Groß- auheimer Wald eine Schnepfe erlegte.

* Unfall. Gestern Vormittag wurden die Pferde eines Ulanenfuhrwerks in der Lamboystraße, Nähe des Nordbahn­hofes, plötzlich scheu und gingen durch. Der das Fuhrwerk leitende Ulan wurde vom Wagen heruntergeschleudert und mit den Zügeln, die er noch fest um die Hand geschlungen hatte, eine Strecke weit fortgeschleift. Der Ulan blieb dann liegen und wurde später von einigen herbeigeeilten Kameraden fort­geführt. Er hat anscheinend erhebliche Verletzungen davon- getragen.

Stadttheater. Am Sonntag Nachmittag findet die letzte Vorstellung des Sardou'schen LustspielsM a d a m e Sans Gene" mit Frl. Brandow in der Titelrolle statt. Die Catherine ist bekanntlich eine der besten Darbietungen der scheidenden Künstlerin. Kleine Preise. Vorverkauf Sams­tag Nachmittag von 45 Uhr. Abends wird das beliebte Schauspiel mit GesangPreciosa" gegeben. Frl. Typen

spielt erstmalig die Preciola, eine Aufgabe, die der hervor­ragenden Begabung der sympathischen Darstellerin besonders zusagt. Die Chöre werden durch die liebenswürdige Mit­wirkung von Mitgliedern eines hiesigen Gesangvereins verstärkt.

* Alpenverein. Der vergangene Dienstag Abend fand die Mitglieder der Sektion Hanau unter zahlreicher Betheili­gung von Damen im großen Saale derCentralhalle" ver­sammelt, um einem Vo r trag des Herrn Dr. Uhde-Ber- n a y s, Assistenten am ©ermatt. National-Museum in Nürnberg, anzubören. Nach kurzer Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden ergriff Herr Dr. Uhde daS Wort zu einer Schilderung neuer, von ihm iut Gebiete der Hanauer Hütte aus geführter hochtouristischer Unternehmungen. Von Oberst- dorf im Allgäu ausgehend, führte Herr Dr. Uhde die Zuhörer über die Marchscharie, den großartigsten Uebergang zum Lech- thal, nach Elbigenalp, weiter nach Gramms und über den herrlichen Branntweinboden, dessen Schönheit er der des be­kannten Fischleinthals in den Seltener Dolomiten an die Seite stellte, hinauf zu dem blauen Spiegel des Gulelsees. Dort dort aus wurde zuerst der Vordere Gufelkopf und dann, noch am gleichen Tage, der Spiehlerlhurm bestiegen. Die Besteigung des letzteren, eines außerordentlich kühnen und schwerbezwing- lichen Felsobelisken, muß eine alpensvortliche Leistung ersten Ranges gewesen sein, der nicht allzuviele Bergsteigerge­wachsen" sein dürften. Auch nur Führer allerersten Ranges, wie in Braxmaier aus Oberstdorf Herrn Dr. Habe einer zur Verfügung stand, können das glückliche Gelingen eines der­artigen Unternehmens gewährleisten. Am folgenden Tag stieg Dr. Uhde, nachdem er in der Hanauer Hütte genächtigt hatte, zur Leinteren Dremelscharte empor. Die düstere, schaurig-wilde Großartigkeit des unmittelbar vor ihr gelegenen einsamen Dremelkars schilderte der Vortragende in ergreifenden Worten. Den der Scharte nach Osten zu nächstgelegenen, bisher unbe- stiegenen und ungenannten Gipfel erreichte der Redner ohne jede Schwierigkeit. Er entdeckte in ihm einen Berg von zwar beschränkter aber wunderbar schöner und eigenartiger Aussicht. Der Sektion Hanau zu Ehren taufte er ihn mit dem Namen Hanauer Spitze". In einem Gewaltmarsch gelang es Herrn Dr. Uhde darauf, am Steinsee vorüber und durch das lange Starkenbachthal hinaus noch so zeitig bis nach Landeck im Sunthal zu kommen, daß er den Eilzug über den Arlberg erreichte und abends noch weiter bis nach Fürt am Flexenpaß wandern konnte auch dies ist gewiß eine Tagesleistung, die wohl nicht allzu Viele ihm nachmachen werden. Der mit großer Sorgfalt ausgearbeitete, durch Schönheit der Sprache wie der Gedanken gleich ausgezeichnete Vortrag fand den lebhaftesten Beifall der Zuhörerschaft. Nach einet kurzen Pause ließ Herr Dr. Uhde eine Serie von etwa 50 Licht­bildern folgen, die er mit kurzen Worten erläuterte. Durch die Vorführung der Diapositive machte sich Herr Oberlehrer Rausenberger besonders verdient. Die meisten davon waren nach eigenen photographischen Ausnahmen Dr. Uhde's angefertigt und gelangen vorzüglich, den Anwesenden mühelos ein Bild von der vorher beschriebenen Tour und speziell von den Schönheiten des Hüttengebietes der Sektion vermittelnd. Besonders lebhaftes Interesse erweckten unter den Bildern zwei, welche die Hanauer Hütte mit den zu ihrer Eröffnung ver­sammelten Alpenvereinlern, darunter einer ganzen Anzahl wohl­bekannter Hanauer, darstellten. Nachdem die Vorführung der Lichtbilder beendet war, erhob sich Herr König, um, wie er sagte, als Kaisirer der Sektion eine Schuld abzutragen, die Schuld des Dankes, zu dem sich die Sektion Hanau Herrn Dr. Uhde für seine aufopfernde Wirksamkeit im Interesse des ihr anvertrauten Gebietes, durch seine außerordentlichen Ver­dienste um die Erschließung und touristische Erforschung der Parzinngruppe verpflichtet fühle. Nachdem er Herrn Dr. Uhde als treuen und bewährten Freund der Sektion, als begeisterten Verkünder der Schönheiten ihres Hüttengebietes in Rede und Schrift gebührend gewürdigt hatte, schloß Herr König, indem er Herrn Uhde im Namen des Vorstandes als Andenken und Zeichen der Dankbarkeit eine kunstvolle Stickerei überreichte, welche, nach einer Compton'schen Zeichnung von Herrn A l m e- roth ausgeführt, die Hanauer Hütte darstellt. Die Be­sprechung des schönen VortraaSabends hiermit abschließend, geben wir noch dem Wunsche Ausdruck, daß es Herrn Dr. Uhde, den wir als lieben Gast noch recht oft unter uns zu sehen und zu hören hoffen, gelungen sein möge, recht Diele unter seinen Zuhörern und Zuhörerinnen zu einer Bergtour nach der Hanauer Hütte zu begeistern.

Hanauer Uerrius- «. Vergniigungsttachrichlett

für Freitag den 7 März.

Stadttheater in Hanau: Benefiz für Frl. Brar.dow:Zaza", Sitten- Uld in 5 Akten von P. Verton und Simon; Anfang 7 Uhr.

Evang. Männer- und JünglMgSverein: UnterhaltunkSabend (Evaux. VereinShauS).