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das Abkommen. Er bezeichnet das Zucker-Kartell als einen Unfug. Redner erwartet mit Bestimmtheit, daß die Konvention sobald als möglich vorgelegt werde und zwar hoffentlich nicht erst mit Giltigkeit von Ende 1903 ab, sondern daß sie schon in diesem Jahre in. Kraft trete. — Abg. von St au dp (konß) erklärt, daß ein Zoll von 6 Francs nicht genüge, um die deutsche Zucker-Produktion zu schützen. Seine Freunde behielten sich ihre endgiltige Stellungnahme zu der Konvention vor. — Abg. Barth (freis. Ber.) ist überzeugt, daß die Konvention, sobald sie vor den Reichstag kommt, eine große Mehrheit auf sich vereinigen werde und wünscht schleunigste Einbringung derselben. — Abg. Herold (Centr.) spricht sich für Aufhebung der Exportprämien aus, dagegen sei die Herabsetzung des Ueberzolles auf 5 oder 6 Francs zu hoch. Nach weiterer Debatte wird der Eiunahme-Titel Zucker- steuer genehmigt. Ferner steht zur Berathung der Einnahme- Titel Börsensteuer (Umsatzstempel und Stempel auf Werthpapiere). Der Titel wird debattelos genehmigt. Montag 1 Uhr Etat des Auswärtigen Nmtes. Schluß S8/* Uhr.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
(Sitzung vom 1. März.)
Der Gesetzentwurf betreffend den Erwerb von Bergwerkseigenthum im Oberbergamtsbezirk Dortmund für den Staat steht zur 2. Berathung. — Abg. Stengel (frk.) beantragt namens der Kommission unveränderte Annahme der Vorlage, welche für den Ankauf v'on Bergwerkseigenthum einen Kredit bis zu 58 Millionen verlangt. — Abg. v. Neumann (kons.) tritt für die Vorlage ein. Der in derselben eingeschlagene Weg sei der richtige; möge die Regierung dem ersten Schritte weitere folgen lasten. — Minister Möller ist über die günstige Beurtheilung, welche die Vorlage gefunden, erfreut. Es liege jedoch nicht in der Absicht der Regierung, in nächster Zeit den Besitz des Staates an Bergwerksbesitz zu vermehren. — Abg. Schmieding (nl.) stimmt gleichfalls für die Vorlage. — Abg. G o t h e i n (frs. Vg.) findet die Begeisterung auf der rechten Seite des Hauses nicht gerechtfertigt. Er meint weiter, vor allen Dingen werde man auf eine schnelle Amortisation der Kauisumme Bedacht nehmen müssen, denn beim Bergbau seien allerlei Ueberraschungen möglich, die man nicht vorausberechnen könne. Jedenfalls komme unser ge- sammtes Erwerbsleben mit dem Erwerbe dieser Bergwerke in eine erhebliche Abhängigkeit von den Staatsbetrieben, von der staatlichen Kohlenproduktion und den staatlichen Eisenbahnen. Redner stimmt schließlich der Vorlage zu. — Die Vorlage wird angenommen. — Es folgt Fortsetzung der Elatsberathung.
Beim Etat der Lotterieverwaltung erörtert Abg. Wiener (frs. Vp.) die Monopolisirung der Ausgabe von Stereotypplatten von den Gewinnlisten. — Reg.-Kommistar Geh. Rath Strutz erklärt, es liege im Interesse der Spieler, daß die veröffentlichten Listen auch richtig seien. Diese Garantie sei aber nich.t gegeben, wenn zahlreiche Zeitungen verschiedene Gewinnlisten herausgeben. Die betreffende Firma habe übrigens den Preis zu ermäßigen sich bereit erklärt. — Abg. Arendt (frk.) erörtert den mangelhaften Absatz der Loose; es würde ein erhebliches Defizit entstanden sein, wenn nicht das große Loos auf eine nicht verkaufte Nummer gefallen, somit der Lotterieverwaltung zu gute gekommen wäre. — Finanzminister v. Rheinbaben erklärt dies für richtig; es sei beim Verkauf der Loose ein Defizit von 140 000 M. entstanden, das durch den Gewinn des großen Looses gedeckt sei. Der Lotterieetat, sowie der Etat der Münzverwaltung werden genehmigt. Beim Etat der Cemralgenossenschaftskasse hebt Abg. Gram (Ctr.) das wohlthätige Wirken des Instituts hervor. Minister a. Rheinbaben weist darauf hin, daß das Institut seit 1901 einen Umsatz von sechs Milliarden gemacht hat. Nach längerer weiterer Debatte wird der Etat der Centralgenossen- schaftskasse genehmigt. Bei dem Etat der direkten Steuern bringt Abg. Dr. Böttinger (natlib.) Klagen vor.über die Ungerechtigkeit der bei der Steuer-Veranlagung von den Steuer-
und, würde etwa die Flasche nicht am Schiff zerschellen, sondern vor demselben niederfallen und das kostbare Naß über den Boden ergießen, so würde man darin eine unglückliche Vorbedeutung erblicken, und das Schiff wohl gar Mühe haben, Bemannung zu erhalten. Kaiser Wilhelm I. schaffte eS daher im Jahre 1871 ab, daß der Taufakt von Frauenhand vollzogen werde, ein Brauch, der aber dann später wieder vielfach Aufnahme fand.
Die Feierlichkeit der Schiffstaufe ward natürlich auch stets beeinflußt durch die Zeitläufe. In den Tagen der Großmacht der deutschen Hansa waren die Schiffstaufen verbunden mit tagelangen Schmausereien, zu denen Hunderte von Personen geladen waren. Dies war zum Beispiel der Fall, als Lübeck im Jahre 1540 ein Schiff von 700 Last hatte bauen lassen. Drei Tage lang schmauste man damals auf dem Schiffe selbst, wo auch die Tauffestlichkeit selbst vollzogen wurde, und als das Sch'ff mit der zechenden Gesellschaft vom Stapel lief, fielen zwei Personen, bte unvorsichtig gewesen waren, über Bord und brachen das Genick. Noch größere Schmausereien fanden statt, als eiy paar Jahre später ein großes Kriegsschiff von 240 Fuß Länge, das mit 1200 Kriegern bemannt war, von der Stadt Lübeck gebaut worden war. Acht Tage lang zogen sich damals die Festlichkeiten hin, bei denen das Kriegsschiff den Namen „Adler" erhielt, und die Liste der Thiere, die damals zu den Schmausereien geschlachtet wurden, hat eine ganz beträchtliche Länge. Damals war freilich die Hansa schon ihrem Ende nahe, und alle diese großen Kriegsschiffe verlor sie bald darauf, bis im Jahre 1630 der Hansa selbst ein Ziel gesetzt wurde.
Wie anders in unserer Zeit, da am 10. August 1848 das erste preußische Kanonenboot in Stralsund vom Stapel gelassen wurde, — ein Augenblick von gro er Bedeutung für Preußen und Deutschland, und der beinahe, freilich in einer Zeit politischer Erregungen, ohne größere Feierlichkeiten vorüb-rgtng.
/" u den Schiffstaufen liegt es natürlich nahe, daß man i'^-^" ülchkeüen zur Taufe heranzieht, welche mit
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behörden befolgten Grundsätze, nam'ntlich bei Abschreibungen. Minister v. Rheinbaben anerkennt, daß es den soliden Unternehmungen daran liegen muß, feste und gleichmäßige Abschreibungen vornehmen zu können, allein so weit werde man nicht gehen können, jede Abschreibung ohne Weiteres als berechtigt anzuerkennen. Abg. v. Wentzel (kons.) Die Land- wirthschaft in Posen empfindet es als eine besondere Härte, daß die Kommunalabgaben, die dort eine bedeutende Höhe erreicht haben, bei der Einkommensteuer nicht abzugsfähig sind. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr: Kleine Vorlagen, Bergwerksgesetz und Fortsetzung der Etatsberathung. Schluß 4 Uhr.
Politilcbe Rundschau.
Militär-Personalien. Der Kommandeur der 11. Division in Breslau, Generalleutnant v. S t e p h a n i, hat sein Abschiedsgesuch eingereicht und wird voraussichtlich im Monat März zur Disposition gestellt werden; ersteht seit dem 15. Juni 1899 als Nachfolger des Freiherrn von Meerscheidt-Hülleffem an der Spitze dieser Division. Auch der Kommandant von Spandau, Generalleutnant Freiherr von F u n ck, gedenkt im Monat März in den Ruhestand zu treten; er dürfte seinen Wobnsitz in Breslau nehmen.
Parlamentarisches. Es darf als unzweifelhaft angesehen werden, daß der preußische Landtag den Staatshans- Haltsetat für 1902 vor Ostern nicht fertig stellen wird. Es ist auch sehr wahrscheinlich, daß das Abgeordnetenhaus vor Ostern mit der zweiten Lesung des Etats der Eisenbahn-Verwaltung, der auf den Wunsch des Ministers der öffentlichen Arbeiten diesmal an die letzte Stelle gerückt ist, nicht mehr fertig werden wird. Es würde danach für das Abgeordnetenhaus, nachdem der Kultusetat etwa in den nächsten zwei Wochen in zweiter Lesung fertig gestellt sein wird, nach Ostern vom Etat noch die zweite Lesung des Eisenbahnetats und die ganze dritte Lesung zu erledigen sein. Vor Ostern dürfte im Abgeordnetenhaus, abgesehen von der Abhaltung von Schwerinslagen, außer den Etatsberatbungen nur noch die erste Lesung des Nebenbahngesetzes statstinden, die in der Regel zwei bis drei Tage in Anspruch nimmt, damit diese Vorlage baldigst der Budgetkommission überwiesen werden kann. Voraussichtlich werden dem Landtage außer dem schon vorliegenden Materials und außer den in letzter Zeit dem Herrenhause zugegangenen Entwürfen noch einige kleinere Gesetze unterbreitet werden, so- daß es auch in der Zeit nach Ostern nicht an Berathungsstoff fehlen wird.
Zum Jubiläum des Papstes. Der Generaloberst Friedrich Karl Walter Degenhard Freiherr von Los ;u Bonn, der heute im Auftrage des Kaisers dem Papste Glückwünsche darbringen wird, hat schon einmal eine außerordentliche Botschaft zum Papst ausgerichtet. Er überbrachte Leo XIII. am 19. Februar 1893 die kaiserlichen Glückwünsche zum 50jähr. Bischofsjubiläum und überreichte zugleich als Ehrengeschenk des Kaisers einen besonders kostbaren und künstlerisch schönen Ring, als ein Symbol der bischöflichen Würde, zu der der Papst damals vor 50 Jahren erhoben worden war. Freiherr v. Los ist am,9. September 1828 auf Schloß Allner an der Sieg geboren und entstammt einer rechtsfreiherrlichen katholischen Familie, 1848 trat er, nachdem er sein Jahr als Einjährig- Freiwilliger im preußischen 5. Ulanen-Regiment absolvirt ha te, in die schlcswig-holsteinische Armee ein und wurde Leutnant im 2. Dragoner-Regiment. Im 8. preußischen Husaren-Re- giment machte er ein Jahr später den Feldzug in Baden mit, wurde 1853 Adjutant an der Militärschule und 1858 Adjutant des Militär-Gouvernements von Rheinland und Westfalen. In demselben Jahre avancirte Freiherr v. Los zum Rittmeister im 7. Husaren-Regiment, drei Jahre später zum Major und Königl. Flügeladjutanten. AIs Begleiter des Prinzen Albrecht kam er nach Rußland und nahm dort 1862 an einem Kriegszug im Kaukasus theil. Zum Militärattacks in Paris ernannt, machte er mit General v. Böse einen Felv- zug in Algier mit. 1866 gehörte v. Los als Oberstleutnant zum Gefolge des Königs. Nach dem Krieg von 1870/71, während dessen er das 7. (Königs-) Husaren-Regiment be- dem Namen, den das Schiff erhalten soll, in bestimmten Beziehungen stehen. So vollziehen zum Beispiel die Taufen derjenigen Handels- und Verkehrsschiffe, welche Städtenamen erhalten, in der Regel die Bürgermeister der betreffenden Orte oder deren Gemahlinnen.
Und wie kleinstädtische Bürgermeistersgattinnen 31t dieser Ehre gelangen können, — natürlich neben den großstädtischen, — so auch andere Persönlichkeiten, die sich niemals solcher Ehren gewärtig waren. So wurde zum Beispiel am 25. Juli 1863 zu Wollin eine Brigg auf den Namen „Kladderadatsch" getauft, und die Redaktion dieses bekannten Witzblattes wurde eingeladen, die Taufe zu vollziehen. Rudolf Löwenstein hielt die Taufrede, wohl eine der witzigsten, die jemals bei solcher Gelegenheit vom Stapel gelassen wurden, wo ja Witz und Humor sonst gerade kein Bürgerrecht zu haben pflegen. Von der Rede, in der es an witzigen Anspielungen auf die politische Lage jener Zeit natürlich nicht mangelte, sei hier nur der Eingang mitgetheilt, weil er in sinniger Weise das Bild eines zum Ablauf bereiten Schiffes verdeutlicht: „Da liegst Du nun", so heißt es da, „Du neugeborenes Schiff, ein schmuckes, lächelndes Kind, noch »«erschüttert von den Stürmen, noch nicht bedrückt von den Sorgen, denen Deine tausend Brüder und Schwestern im Ozean preiSgegeben sind. Noch bist Du, gleich dem Wasservogel, der auf dem Lande aus dem Ei gekrochen ist, nicht in Deinem Elemente; noch ist Dir hier oben Alles fremd und unbehaglich. Bald aber, 0 Kind, wirst Du hinausgestoßen, und in einem Momente zum Manne erwachsen, wirst Du „wetten und wagen, das Glück zu erjagen", und Deine Kräfte erproben im Kampfe nicht blos mit den Gesetzen, nein, auch mit der Willkür Deiner neuen Heimath. Das Meer ist Dir Heimach und Mutier zugleich. Von den Mächten droben wird es abhängen, ob Dir das Meer eine gute over harte Mutter, ob es Dir Freund oder Feind, Wiege oder Sarg werden soll."
So haben Poesie und Prosa, Ernst und Scherz bei diesen Schiffstaufen schon Pathenstelle eingenommen, freilich auch der Ernst in seiner furchtbarsten Gestalt, in derjenigen von Unglücks-
3. März fehligte, wurde er Kommandeur der 21. Kavallerie-Brigade, 1873 Generql-Major, 1879 General-Adjutant des Kaisers, Generalleutnant und Kommandeur der 5. Division, 1885 kommandirender General des VllT. Armeekorps und erhielt 1893 den Charakter als Generaloberst. Nach General Papes Tod wurde er 1895 Gouverneur von Berlin und Oberbefehlshaber in den Marken, aus welchen Stellungen er 1897 in den Ruhestand trat und nach Bonn übersiedelte.
Frankreich. Gestern Vormittag fand in der Arbeiterbörse zu Paris eine Versammlung Arbeitsloser statt, in der unter dem Beifall der Theilnehmer heftige Reden gehalten wurden. Als die Versammlung auseinanderging, kam es auf der Place de la Republique zu einem Zusammenstoß zwischen Polizei und Arbeitslosen, die eine Kundgebung veranstalten und eine Versammlung unter freiem Himmel abhalten wollten. Mehrere Polizeibeamte und Manifestanten wurden verletzt. Ungefähr zwanzig der Letzteren sind verhaftet. — Gegenüber anders lautenden Mittheilungen einiger Blätter meldet die „Agence Havas", daß ein interimistischer Verwalter für das Ministerium des Innern und das Mi- nisterprästdium nicht ernannt werden wird. Waldeck-Rouffeau hat mittags das Bett verlassen können. Die Aerzte versichern, daß er in etwa zehn Tagen wieder hergestellt sein werde. Die Untersuchung mit Röntgenstrahlen ergab einen leichten Bruch des Knochens der Schulter. Infolge der bei dem Unfall erlittenen Erschütterung stellten sich bei dem Ministerpräsidenten auch rheumatische Schmerzen ein. — Ein gestern Vormittag über das Befinden des Ministerpräsidenten veröffentlichter Bericht besagt: Zustand befriedigend. Nacht gut verlaufen, doch verlangen heftige Schmerzen der verletzten Stellen völlige Ruhe.
Belgien. Die Krankheit des Königs der Belgier ist auf eine Erkältung zurückzuführen, die er sich durch den plötzlichen Temperaturwechsel bei seiner Rückkehr aus dem Süden zugezogen hat. Die Aerzte dringen in den König, sich sofort nach dem Süden Frankreichs zurückzubegeben, um den Monat März dort zu verbringen. Man will den König sogar veranlassen, eine Reise nach Algier zu unternehmen, doch weigert sich der König mit dem Hinweis auf die augenblickliche politische Lage in Belgien.
Rußland. In dem vom „Regierungsboten" veröffentlichten Berichte über die Maßnahmen der Regierung zur Linderung des N 0 t h st a n d e s in den von der Mißernte betroffenen Gouvernements wird mitgetheilt, daß die Ausgaben dafür 25 961 698 Rubel betragen.
Hub aller «klt.
Hochwasser'. In Spanien sind zahlreiche Flüsse aus den Ufern getreten und haben große Verheerungen angerichtet.
Überschwemmungen. Aus New-Dork wird tele- graphirt: Die Ueberschwemmungen in dem Gebiete östlich des Mississippi sind durch heftige Regengüsse und das infolge deS milden Wetters eingetretene Schmelzen des Schnees heroorge- rufen worden. Eisenbahnen und Telegraphenlinien sind vielfach beschädigt. Der Verkehr erleitet große Verspätungen oder ist eingestellt. Ein Zug der Harlem-Eisenbahn entgleiste, weil das Geleis fortgeschwemmt war. Drei Personen kamen dabei ums Seben. Zahlreiche Fabriken haben den Betrieb einstellen müssen.'In Pittsburg (Alleghany) hat das Waffer die zweiten Stockwerke der Häuser erreicht.
Kindesmord. Die Dienstmagd Stangenberg in Jnster- burg, die heimlich ein Mädchen geboren hatte, schnitt dem Kinde den Kopf und die Arme ab und versteckte diese im Stalle, wo sie von der Polizei gefunden wurde. Den Rest des Körpers warf das Mädchen in die Düngergrube.
Fünf Arbeiter in einem Kalkofen umge- kommen. In Cornelymünster bei Aachen stürzte ein Arbeiter in eine Kalkofen, vier andere kamen ebenfalls bei der Rettung desselben zu Tode.
Diamantenkrach. Aus Antwerpen wird berichtet: Infolge des Fallissements eines hiesigen Diamantenhändlers mit 1*/» Millionen Franken Passiven sind mehrere hiesige fällen. Ein solcher ereignete sich zum Beispiel einmal in der norwegischen Stadt Bergen, wo im Jahre 1843 bei einer Schiffstaufe durch das unvorsichtige Andrängen des zulchauen- den Publikums zehn Menschen getödtet und zahlreiche Personen verwundet wurden.
Durch den Stapellauf selbst können ja glücklicher Weise Unglücksfälle nur schwer sich ereignen, da immer alle Vorkehrungen getroffen sind, daß Alles glatt verläuft. Daß indessen das Schiff beim Ablauf nicht gehorchen will, kommt selbst bei den besten Vorbereitungen wohl zuweilen vor. Dann wird eS oft nöthig, durch hydraulische Pressen, die gegen den Bug gestemmt werden, zu Hilfe zu kommen. Manche Schiffbauer ziehen es daher wohl auch vor, das Schiff seitlich ablaufen zu lasten, wobei das Schiff mit dem Kiel dem Ufer parallel liegt. Indessen macht der Stapellauf dann lange nicht den majestätischen Eindruck, als wenn es sich, wie dies auch gewöhnlich der Fall ist, in der Richtung seiner Längenachse legt und mit dem Vordertheil zuerst das Wasser berührt.
Prinz Heinrich wohnte natürlich diesmal nicht zum ersten Male der Taufe eines Schiffes bei; in seiner militärischen Eigenschaft als Vize-Admiral der deutschen Marine war er natürlich schon öfter berufen, den Kaiser bei Taufen von Kriegsschiffen zu vertreten. Bedeutungsvoll war aber insbesondere die erste Schiffstaufe, die er als zwanzigjähriger Leutnant zur See, im Jahre 1882, in Vertretung seines Kaiserlichen Großvaters auf der Kaiserlichen Werft Wilhelms- Haven an dcm Aviso „Pfeil" vollzog. Damals, am 17. September des genannten Jahres, vollzog der Prinz auch gleichzeitig in unserem nordischen Kriegshafen die Enthüllung des Denkmals des Prinzen Adalbert, des Begründers der deutschen Marine in ihrer heutigen Gestalt, welche Feierlichkeit sich damals zu einem Fest der deutschen Marine ausgestaltete. So gewinnen die Feierlichkeiten der Schiffstaufe oft durch Neben- umstände erst eine größere Bedeutung, und das ist auch jetzt bei der Schiffstaufe in New Park der Fall, die durch die begleitenden Nebenumstände zu einem Akte von großer politischer Bedeutung geworden ist.