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Anzeiger

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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf» gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Rcklamcntheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Erdrückt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: <8. Schrecker in Hanau.

Nr. 42

Bezirks-Fernsprelbansäiluß Nr- 98.

Mittwoch den 19. Februar

Bezirks-Ferns-rechanschluß Nr. 98. 1902

Dicustnachrichten aus dem Kreise.

Michael Kaiser III. von Bischofsheim ist zum Nachtwächter der dortigen Gemeinde bestellt und verpflichtet

worden.

Hanau den 14. Februar 1902.

V 1627

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 Stück Korallenkette. 22 Pfg. baar.

Entlaufen: 1 gelbgrauer schottischer Schäferhund mit weißen Abzeichen, m. Geschl.

Hanau den 19. Februar 1902.

Hue Stadt und Cand.

&MIM, 19. Februar.

Lokal-Historische Notizen.

19. Februar 1700 wurden 11 Tage, vom 19.29. Februar, zum Behufe der Einführung des verbesserten Kalenders übersprungen, sodaß auf den 18. Februar gleich der 1. März folgte.

Jahresbericht 1901.

Im Jahre 1901 wurden in Hanau lebendgeboren 854 Kinder, 408 Knaben und 446 Mädchen, gegen 822 Kinder im Jahre 1900. Auf 10 000 Einwohner kommen 286 Ge­burten. Die Gesundheitsverhältnisse in unserer Stadt waren auch im Jahre 1901, trotzdem daß epidemische Kinderkrank­heiten fast während des ganzen Jahres zur Beobachtung kamen, im Ganzen gute, die Sterblichkeit eine nicht hohe. Gestorben sind mit Ausschluß won 38 Todtgeborenen, 15 Knaben und 23 Mädchen, 561 Personen, 290 männlichen und 271 weib­lichen Geschlechts. Auf 1000 Einwohner kommen eine Einwohnerzahl von 29 850 der Berechnung zu Grunde gelegt 18,8 Todesfälle. Unter den Gestorbenen waren 107 Orts­fremde, welche krank in die hiesigen Krankenhäuser kamen und dort gestorben sind. Bringt man diese in Abzug, so verbleiben für die Stadt selbst 454 und auf 1000 Einwohner kommen nur 15,2 Todesfälle. Wie sehr sich überhaupt die Gesund­

unter 1 Jahr an Brechdurchfall, an chronischem Magenleiden 3 Personen, an chronischem Darmkatarrh ein Kind, an Darm­verschluß 4 Personen, eine an Blinddarmentzündung und 7 an Bauchfellentzündung. Die Todesursache war bei 17 Personen akute und chronische Hirnhautentzündung, bei 5 tuberkulöse Hirnhautentzündung, bei 24 Kindern Krämpfe, bei 30 Per­sonen Schlaganfall, bei 3 Personen Geistesstörung, bei einer Schüttellähmung und ein Soldat starb an epidemischer Genick­starre. Durch Krebsleiden war der Tod in 30 Fällen verur­sacht, durch Sarkomawse in 3 Fällen und in je einem Falle durch Bauchgeschwulst unb Kropfgeschwulst. An Sepsis starben 5 Personen, an Pyaemie 3, an Rose 2 und an Wundstarr­krampf eine Person. Die Todesursache war in je 3 Fällen Zuckerkrankheit, Gelenkrheumatismus und Gicht, in je 2 Fällen akute Miliartuberkulose und Rhachitis und in einem Falle Leukaemie. Ferner starben 9 Kinder an Kinderzehrung, 5 an Hautkrankheit, 2 Personen an Wassersucht und je eine Person an Knochenerweichung, angeborenem Bildungsfehler, Wirbel­tuberkulose, Beckentuberlulose, Beckenabsceß, Osteomyclitis, Muskelschwund und an den folgen eines Beinbruchs. Nicht durch Krankheit bedingt war der Tod in 91 Fällen: 30 Leute starben an Altersschwäche, 41 kleine Kindel an Lebensschwäche, 7 Personen in Folge von Verunglückung, 12 Personen been­deten ihr Leben durch Selbstmord und eine Person starb an den Folgen einer Körperverletzung.

Hanau, im Februar 1902. Dr. Zeh.

Heitsverhältnisse in unserer Stadt infolge der vielseitigen sanitären Neueinrichtungen gebessert haben, ergibt ein Ver­gleich der Sterblichkeit der letzten 10 Jahre mit der einer früheren Periode. In den zehn Jahren 18761885 starben 6355 Personen, also 635,5 pro Jahr, in den Jahren 1892 bis 1901 5524 Personen, pro Jahr 552,4 also im Durch­schnitt 83 Personen weniger pro Jahr. Dabei hat unsere Stadt seit dieser Zeit nahezu an 5000 Seelen zugenommen und unter den Gestorbenen befinden sich vielmehr Ortsfremde, wie dies früher der Fall war. Die höchste Sterblichkeit im Jahre 1901 war im Monat März mit 58 und die niedrigste im Oktober mit 33 Todesfällen. Die Sterblichkeit der Kinder unter einem Jahr war, wie im Vorjahre, eine hohe. Gestorben sind 153 Kinder (134 ehelich und 19 unehelich geborene), gegen 140 Kinder im Vorjahre. Auf 100 kommen 18 Todesfälle, gegen 17 im Vorjahre.

01

Lebendgeborene

153 Kinder

58

9

21

39

39

44

50

67

61

20

1 II II

Personen

den, daselbst denK ö n i gslc u t n an t" zu spielen. Da eine geeignete Vertreterin für ben jungen Gölhe nicht vor­handen war, so hatte auf Ersuchen der Aschaffenburger Di­rektion Fräulein G y p e n diese Rolle übernommen. Ueber die Vorstellung schreibt die Aschaffenburger Zeitung:Herr Direktor Jaritz in der Titelrolle bot eine groß angelegte und bis in die kleinsten Nuancen ausgearbeitete Leistung. Der Darsteller läßt seinen Thorane nicht als einen trübseligen ver­bitterten Mann erscheinen, sondern er statlet ihn in richtiger Auffassung mit einer gewissen Ritterlichkeit aus, der sogar eine Dosis Humor nicht fehlt, und macht so den Helden 311 einer weit sympathischeren Figur, als wie man ihn so oft dar­gestellt sieht. Sympathisch war auch seine ganze Haltung und nicht zuletzt das Aeußere. Hoffentlich ist es nicht das letzte Mal, daß wir Herrn Ja ritz hier zu sehen bekommen. Auch der andere Gast, Fräulein G y p e 11 als Wolf­gang Goethe, hat recht gut gefallen. Ihr frisches, lebhaftes und dabei empfindungsvollcs Spiel, ihr unmuthiges Aeußere, ihre wohlklingende Sprache sicherten ihr die Anerkennung der Zuhörer nicht minder wie ihre ganze Erscheinung, der sie mit seinem Verständniß eine Aehnlichkeit mit den bekannten Bildern aus des Dichters Jugendzeiten zu geben ver­standen hatte.

* Spessart-Tourisien Verein. Treu dem Dichter­worte von Goethe:Bleibe nicht am Boden haften! Frisch gewagt und frisch hinaus ! Kopf und Arm mit Reitern Kräften, Ueberall sind sie zu Haus. Wo wir uns der Sonne freuen, sind wir jeder Sorge los, daß wir uns in ihr zerstreuen, darum ist die Welt so groß", huldigt jederzeit genannter Ver ein nach Möglichkeit und wenn bei ihm eine etwas größere Pause in den Wanderungen eintritt, benutzt er diese Gelegenheit, auf irgend einem schönen Platze seine Mitglieder und Familien zusammen zu führen, um auch stets die familiären und be­freundeten Beziehungen zu erhalten und zu vervollständigen. Von diesem Grundsätze geleitet, wanderten die Mitglieder und befreundeten Familien genannten Vereins am Sonntag in die Säle nach Wilhelmsbad, die sich in ganz kurzer Zeit über Erwarten füllten. Hier entwickelte sich schon mit Beginn eine recht heitere Stimmung, die sich fortwährend steigerte, durch die aus dem Stegreif hervorquellenden Deklamationen, Lieder, theatralischen Aufführungen, Duette, Couplets, Tombola rc. Dank allen Denen, die sich so in den Dienst der Leitung des Ganzen stellten, wurde allen Vortragenden durch nicht enden- wollender Applaus entgegen gebracht und nur zu früh tarn die Zeit, wo man den Heimweg antreten mußte. Ein fröhliches Wiedersehen bei ähnlichen Familienausflügen, die recht oft wiederkehren möchten, war der Abschiedsgruß. Das von einem Mitgliede verfaßte und von dessen Töchterchen schwungvoll ge­sprochene, einleitende Gedicht wirkte sichtbar stimmungsvoll auf alle Anwesenden ein und war zugleich eine Ueberraschung für die Vorstandsmitglieder. Dem allgemeinen ausgesprochenen Wunsche zufolge lassen wir es hier folgen:

Frisch aus sei mein Gruß, zu jedem Ohr soll es klingen, Es lebe die Natur, die Gläser sollen springen, Gegrüßt Ihr Touristen, ob groß oder klein Ein Frisch auf! vom Spessart-Touristen-Verein.

22er auf die Berge nicht geht, nicht fingt und nicht trinkt,

Es nie zu wahrer Freude bringt,

Tiefen Wahrspruch von uns Allen hat schon Jeder gelesen, Wer nur einmal auf dem Hahnenkamm geivesen.

Weil heute noch Winter und die Luft noch etwas rauh, Blieb mancher noch zu Hause in seinem Bau;

Jedoch Wir Touristen fürchten Hitze nicht und Kalt, Wcnn's nur nicht regnet und das Wetter sich hält.

Da geht es Berg aus, Berg ab, immer los, Das Futter im Ruckjack, ein Frühstück famoS Gelagert wird im Walde, zum Essen und zur Ruh', Die Vögel von ben Bäumen zwitschern die Tafelmusik dazu.

Bescheiden sind wir heute näch Wilhelmsbad Mogeu,

Im Sommer wirb gewöhnlich viel weiter ausgeflogen, Heute wird getanzt, getrunken und gesungen, ES freuen sich die Allen und freuen sich die Jungen.

Die Zeit vergeht zu schnell, es wirb nicht lang mehr sein,

In etwa 2 Jahren, im Touristen-Vcreiu Kommt das 25jährige Jubiläum heran, Da fteure zu, wer Lust hat und kann.

Willkommen sind Alle im Tourisien-Verein, Die Mitgliederzahl ist immer noch klein, Und wer noch nicht ein Svessart-Tourist Der muß es noch werden, weil's zu spät noch nicht ist.

Frisch auf sei mein Gruß! Aus jeder Kehle soll es schallen:

Es lebe die Natur, hinaus in Gottes freien Hallen!

Frisch auf zu den Touren, ob Groß oder Klein, Frisch auf, dem Svessart Touristen-Derein.'

Frisch auf!

* Abonneruentsvortrag im evang. Vereins Hause. Wie im Jnseraleniheil angezeigt ist, findet Donnerstag Ab e n d der letzte der Abonnements-Vorträge statt, die für diesen Winter vorgesehen waren. Wegen der

* Der Kommunal-Landtag beschäftigte sich gestern mit Ausschußsitzungen, über die nichts zu berichten ist. Heute Mittwoch findet von 10 Uhr ab geheime Sitzung statt.

* Der Zoll aus Diamanten. Die Kölner Ha u d e l s k a m m e r Wach sich gegen den Antrag der Hanauer Diamantschleifereien auf Verzollung von Dia­manten aus und will einen Gegenantrag bei dem Reichs­tag einbringen.

* Einführungs-Abend des dram.-litt. Vereins Hanau. In derCentralhalle" fand gestern vor einem geladenen Publikum der erste Aufführungsabend deS neu ge­gründeten dramatisch-litterarischen Vereins Hanau statt, der sich in seinem ganzen Verlaufe zu einem recht würdigen ge­staltete und dem jungen eifrigen Verein für seine weitere Ent­wickelung sicherlich recht förderlich sein dürfte. Wie ein Mit­glied des Vereins, Herr Joshua, in seiner Begrüßungsan­sprache betonte, war ja auch der Zweck der Veranstaltung, das Können der auftretenden Mitglieder zu erproben und hieraus weitere Kraft zum Vorwärtsstreben zu schöpsin. Als erste Nummer des Programms wurde Goethe'sFaust" erster Theil (1. Akt) geboten, der eine fast einwandfreie Darstellung fand. Dann folgte ein von Herrn E. Nehfelb-Hanau ver­faßter EinakterFriederike von Sesenheim", eine Episode aus Goethe's Leben, und als Schlußnummer eine weitere Novität, der EinakterFritz ch en" ausMorituri" von Sudermann. Sicherlich war es für den jungen Verein eine große Aufgabe, sich an dieses Sudermann' sche Werk Heranzuwagen. Das DramaFritzchen" spielt in Offizierskreisen. Fritz v. Drosse, ein junger Husarenleutnant, hätte schon längst gerne seine Kousine geheirathet und wäre ein solider Ehemann geworden, aber sein Vater, der ehemalige Major und jetzige Gutsherr, sagte ihm, er solle sich erst die Hörner ablaufen und etwas erleben, wie er und sein Vater auch gethan. Und Fritzchen so nennt ihn die mit rührender Liebe an ihrem Jungen hängende sterbenskranke, in einem Traumleben ihr Dasein hinschleppende Muttergeht hin und erlebt etwas und muß froh sein, daß der Ehrenrath ihn, weil sein Säbel nicht zur Hand geivesen, noch für satissaktionsfähig erkennt. Er reitet ins.Vaterhaus, um dort ohne Erklärung Abschied zu nehmen, aber der Vater ringt ihm sein Geheimniß ab. Es kommt z« einer Aussprache, in der der Sohn dem Vater die Schuld an der Katastrophe zumeist. Er hat sich ja die Hörner ablaufen und etwas erleben wollen. Jetzt hat er etwas erlebt. Der Vater bricht zusammen unter dem schweren Vorwurf, der Sohn geht von dannen, um sich von seinem Gegner niederschießen zu lassen eine andere Möglichkeit ist nicht gegeben und ein zärtlicher Ruf der nichtsahnenden kranken Mutier hallt noch dem scheidenden Sohne nach. Es ist ein erschütterndes Draina, das Sudermann in wenigen prägnanten Strichen gezeichnet hat, Todesstimmung von Anfang bis zu Ende. Im Großen und Ganzen wurde das Drama gut gegeben, namentlich die Mutter Helene war eine treffliche Leistung der Darstellerin. Die Ausstattung hierfür hatte die Firma I. Borger gestellt. Die Zwischenpausen wurden durch Vorträge der Ulanenkapelle ausgefüllt. Den weiteren Dar­bietungen des Vereins wird man mit steigendem Interesse cnt- gegensehen.

* Herr Direktor Iarih Hanau war von der Direktion desAschaffenburger Siadttheaters" eingeladen wor­

Gestorben sind:

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Jahres in unserer Stadt zur Beobachtung. Gestorben sind an dieser Krankheit 17 Kinder, 4 auswärtige und 12 aus der Stadt und zwar 3 aus der Nordstraße und je eins aus der Predigergasse, Bruchköberlaud- u. Leimenstraße, Marienkirch- und Schulgasse, Langstraße, Wallweg, KirS- u. Schützenstraße. An Keuchhusten starben 8 Kinder, 4 an Masern, an Typhus eine 23jährige Frau von Auswärts, an Wochenbettsteber eine Frau und eine an den Folgen eines Abortus. An akuter Erkrankung der Athmungsorgane starben 60 Personen, an chronischer nicht tuberkulöser Erkrankung derselben 15, eine an Lungenlähmung und 86 Vertonen, darunter 28 Ortsfremde, an Lungenschwindsucht. In 25 Fällen war der Tod verurlacht durch akute und chronische Herzerkrankung, in 13 durch Herz­lähmung, in 12 durch Aderverkclkung, in 6 durch Nierenleiden, in je 3 Fällen durch Leberleiden und Gallensteinkrankheit und in einem Fall durch Gelbsucht. An akuter Erkrankung des Magen-Darmkanals starben 32 Kinder, darunter 25 Kinder

Erkrankungen

Diphtheritis

ganzen