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Mittwoch

4« Windecken, 5. Febr. Der Hebamme Frau Fuß dahier wurde in Anerkennung langjähriger treuer Pflicht­erfüllung von Ihrer Maj. der Kaiserin die für diese Anlässe gestiftete goldene Broche verliehen.

»J< Fechenheim, 4. Febr. Gestern würbe der hier be­schäftigte Fabrikarbeiter Richard Amberg verhaftet, der be­schuldigt ist, dem Händler Jakob Kehrer aus Rothenkirchen in der Wirthschaft von Heinrich Wiegand in Frankfurt a. M., wo Beide zusammen logirten, Gegenstände im Werthe von ca. 10 Mk. gestohlen zu haben. Der Verhaftete war der That geständig und wurde in das Amtsgerichtsgefängniß nach Bergen gebracht. Desgleichen wurde heute früh ein 17jähriger Fabrikarbeiter verhaftet, der beschuldigt ist, sich des Verbrechens gegen § 176 schuldig gemacht zu haben.

)!( Eichen, 4. Febr. Für die Hinterbliebenen Leopold von Sacher-Masochs hinterläßt der Schrift­steller Karl Felix v. Schlichtegroll (Berlin, Wilhelmstraße 35) einen Aufruf, in dem es heißt:In trostloser Lage befinden sich seit des Vaters und Ernährers, des Dichters Leopold v. Sacher-Masochs, Tod dessen in Lindh eim bei Büdingen (Oberhcsfen) lebende Hinterbliebenen, Frau Hulda v. Sacher- Masoch und deren drei unmündige Kinder. War deren Lage längst schon eine mißliche, ist die Noth jetzt jedoch eine der­artige geworden, daß der Untergang der Familie unausbleib­lich erscheint, wenn nicht von irgend einer Seite baldige Hilfe kommt." Herr v. Schlichtegroll ist zur Annahme etwaiger Spenden bereit und wird über die eingegangenen Gaben öffent­lich quittiren.

Aus -em Gerichts faul.

Sitzung des Hanauer Schöffengerichts vom 4* Februar.

Fünf mehrfach vorbestrafte Bettler erhalten je 3 Wochen Haft und werden nach deren Verbüßung der Landespolizei- behörde überwieien. Der Spezereihändler S. erhielt ein Strafmandat von 10 Mk. wegen Ueberschreitung seiner Kon- zesfionsbedingungen. Er hat die Erlaubniß zum Ausschank von Bier und Branntwein, darf aber keine Sitzgelegenheit gewähren. Dies bat er durch Aufstellen von Kisten trotzdem gethan. Der Einspruch wird verworfen. Der Maurer- lehrling B. von Windeck-n soll am 25. Oktober v. Js. auf dem Gebiete der Gemarkung Kesselstadt unberechtigt gejagt haben. Er half fernern Meister Kartoffeln ausmachen und sah dabei eine Fasanenhenne am Wege sitzen. Er schlich ganz vorsichtig mit seiner Mahne nach der Henne zu, um diese über sie zu decken, aber die Henne war noch vorsichtiger und hopste jedesmal ein Stück weiter. Dem Treiben sah der Sohn des Fasanenwärters zu und dadurch wurde der Lehrling zur Anzeige gebracht. Er erklärt heute, er habe die Henne in der Fasanerie abliefern wollen, in der Hoffnung, dort eine kleine Belohnung zu erhalten. Der Angeklagte wird freigesprochen, weil dies nicht ganz unglaubhaft klingt. Der Taglöhner M. überläßt die Sorge für die Erziehung seines Sohnes der öffentlichen Armenpflege. Um keinen Beitrag leisten zu müssen, verließ er voriges Jabr seine Stellung, weil sich der Armen- verwalter an seinen Prinzipal gewandt hatte, um den ver­langten Beitrag zu erhalten. Der fürsorgliche Vater erhält 14 Tage Haft. In einer Wirthschaft fand iu der Neu­jahrsnacht eine Schlägerei statt, bei welcher der 17jährige Taglöhner H. sich folgendes Stückchen leistete: er schoß mit seinem mit scharfen Patronen geladenen Revolver nach dem zusammengeballten Menschenknäuel, traf aber glücklicherweise Niemand. Die Kugel fand man nachher in der Thür stecken. Das Gericht erkennt auf 14 Tage Haft, weil ein derartiges Vorgehen ein ^obenfo'er Leichtsinn sei; eine Geldstrafe wäre

lassen, als sie gewabr wurde, daß er ihr nichts war und nichts sein könne. Froh, von ihm los zu sein, ist sie hinaus- geflattert und freut sich als Künstlerin ungezwungen der goldenen Freiheit. Weihnachten naht heran, und Hildes Reise­weg führt sie an der Wohnstätte ihres Mannes vorbei. Aber sie hat weder Sehnsucht nach ihm, noch nach dem Kinde, ja, vor einem Wiedersehen mit Letzterem fürchtet sie sich sogar, wie sie glaubwürdig erzählt. Trotzdem kommt sie, damit ihr Gatte nichts Böses von ihr denke, wenn sie ihn bei einer Durch­fahrt etwa nicht auffuche. Fred, der im ersten Augenblick des Wiedersehens das Glück zurückgekommen wähnt, muß bald er­kennen, daß Hilde ihm für immer verloren ist.Meine Welt," sagt sie,ist nun einmal da draußen, und hier ist sie nie ge­wesen. Ich brauche Freibeit, oder ich sterbe; ich brauche das volle brausende Leben und ich brauche meine Kunst, oder ich verliere mich selbst." Und als Fred den Verdacht äußert, sie habe wohl, da sie so souverän empfinde, auch nicht erst auf seine Erlaubniß gewartet, um ihre Freiheit ganz zu gebrauchen, wie es ihr gefiel, bestätigt sie dies:Und wenn es wäre was ging's Dich an?" Die trauten Akkorde des Weihnachts­abends, dieser innigsten Verkörperung stillen, häuslichen Glückes, die in ihren Abschied hineinklingen, können sie, wenn sie auch einen Augenblick ihr an's Herz greifen, in ihrem festen Ent­schluß nicht aufhalten. Sie geht, für immer und mit ihr die Liebe. Die Darstellung war ganz musterhaft. Sowohl Herr Möbius alsFred", wie Frl. Haas alsHilde" gingen ganz in ihren Rollen auf und fesselten besonders auf den Höhepunkten ihrer Auseinandersetzung. Frl. Brandow erfreute als die fürsorglicheSchwester Freds" durch ihr natürliches Spiel, und auch die Darstellerin des kleinen Töchterchens machte sich recht gut.

St. Frankfurter Konzerte. Frankfurt, 4. Febr. Einen ebenso gediegenen wie vornehmen Genuß gewährte das Konzert des Cäcilien-Vereins durch die Aufführung von Bosst'sCanticum Canticorum" und Brahm'sTriumvh- lied". Der Komponist des erstgenannten Werkes, welcher der Aufführung beiwohnte, konnte mit derselben sehr zufrieden sein. Ihm selbst wurde lebhaftester Beifall und Orchestertusch zu Theil. Nicht minder vorzüglich gestaltete sich die Wieder­gabe des Triumphliedes. Für die Einstudirung und Leitung gebührt Herrn Prof. Dr. Volbach aus Mainz, der sich der­selben an Stelle des erkrankten Vereinsdirigenten mit vollster Liebe hingab, wärmster Dank.

daher nicht am Platze. Der Lehrling K., der in der Schnurstraße Feuerwerkskörper abbrannte, erhält 1 Mk. Geld­strafe. Am 15» September o. Js. saßen in einem Tanzlokal eine Anzahl Metzgerburschen, welche Mädchen bei sich halten, und diele wurden von anderen Gästen, welche an einem da­neben stehenden Tisch saßen, mit Bier bespritzt. Die Metzger stellten Revanche in Aussicht und räumten das Feld. Später begegnete der Metzgerbursche G. dem Former K. in der Römerstraße, welch' Letzterer einer von denen war, die mit Bier gespritzt hatten. Die Beiden gerieten aneinander und der Former nahm dabei sein Messer und versetzte dem Metzger 2 Stiche in den Backen und in die Schulter, der Metzger ge­brauchte seinen Schirm. Beide sind wegen gegenseitiger Körperverletzung angeklagt, der Metzger aber wird freige­sprochen, der Former erhält 5 Monate Gefängniß und wird zur Sicherung des Strafvollzugs gleich verhaftet. In der Nacht vom 10. zum 11. Dezember beobachteten zwei Schutz­leute vier junge Leute, welche in verschiedenen Straßen allerlei Unfug trieben, Mülleimer umberichlepplen, mit Stöcken auf der Straße rasselten und Lieder sangen. Sie erhielten durch Vermittelung der Polizei Strafzettel von je 10 Mark, bei welchem sich zwei der Bestraften beruhigten, die beiden Andern, der Monteur D. und der Goldarbeiter S., aber erhoben Einspruch. Sie wollen sich an dem Radau nicht bc- thciligt haben. Da ihnen das Gegentheil nicht bewiesen ist, erfolgt Freisprechung. Der Taglöhner R. hat es auf den Diebstahl von'che abgesehen. Er erhielt neulich von der Strafkammer 4 Monate und eine Woche Gefängniß, heute wird ein weiterer Fall abgeurtheilt. Er unterschlug seiner Logiswirthin ein Hemd. Es wird auf 10 Tage Zusatz er­kannt. Ein hiesiger Einwohner erhielt ein Strafmandat von 3 M., weil Bettzeug in seiner Wohnung zum Fenster herausgehängt war. Sein Vorbringen, das Haus gehöre seiner Frau und diese besorge auch die Wohnungen, wird als stichhaltig anerkannt und das Strafmandat daher aufgehoben. -- Der frühere Arbeitsloldat R. von Büdingen lernte auf der Festung Ehrenbreitstein den von Bergen stammenden Arbeitssoldat H. kennen, forschte dessen Verhältnisse aus, ging nach seiner Entlassung zu den Verwandten des H. und schwindelte ihnen vor, er komme im Auf­trag des H., sie möchten ihm etwas zur Unterstützung für ihren Verwandten geben. Der Handelsmann H. hier fiel auf den Schwindel herein und gab ihm 2 Mark, sowie ein Kistchen Zigarren, die Frau eines Viehhändlers in Rückingen lehnte die Hergabe von Geld ab, da sie erst vor wenigen Tagen ein Packet abgeschickt hatte. In Anbetracht der vielen Vorstrafen des R. wird auf 6 Monate Gefängniß erkannt. Der Einspruch des Malers G. gegen einen Strafbefehl, den er wegen Nichtreinigens der Straße erhielt, wird ver­worfen. Der Verwalter B. hier bat ein Dienstmädchen in Frankfurt, bei dessen Herrschaft er als Hausbursche früher in Stellung war, um ein Darlehen von 25 Mark zur Heimreise, er wolle das Geld nach seiner Ankunft gleich retour schicken. Er ging aber hierher, fand Stellung und gab kein Geld zurück; erst als Anklage gegen ihn erhoben war, lieferte er dem Mäd­chen das Geld ab. Die Angabe des Angeklagten, er habe keinen Betrug beabsichtigt, ist durch die Umstände nicht widerlegt, deshalb erfolgt Freisprechung. Der Bäckergeselle W. fuhr mit dem Fuhrwerk seines Meisters in rmchem Tempo durch die Hainstraße und Ramsaystraße und als ihn ein Schutzmann anhielt, beleidigte er denselben durch allerlei grobe und dreiste Redensarten. Die Strafe wird auf 3 Wochen Gefängniß und 3 Tage Haft bemessen.

Prozeß gegen die Ailssichtsräthe der TrcbcrgcsÄschast.

(Eigenbericht.)

X. Gaffel, 4. Februar.

Bei Wiederaufnahme der Verhandlungen gegen die Mitglieder des Aufüchtsralhcs der Trebergesellschaft heute früh 9 Uhr stellt der Vorsitzende, Herr Landgerichtsdirektor Barckhausen, fest, daß die Zeugenladung für den (Ujcmi'fer Dr. Zedder wohl befielt Familie in feiner hiesigen Wohnung zugeslcllt werben, derselbe sich aber zur Zeit in Prag anshält. Die Ver­theidigung verzichtet unter diesen Umständen auf die Vernehmung, bezw. erneute Ladung des Dr. Zedder von Prag aus. Der Verthcidiocr der Gebr. Sumvf, Justizrath Dr. Harnier, stellt im Anschluß daran den An­trag, den Leiter der chemischen Fabrik in Glückstadt, Kaufmann Perron, als Zeugen zu laden, um zu beweisen, daß man es in Glückstadt mit einer" Treber-Gründung zu thun habe, in welcher ernsthaft gearbeitet wor­den. Der Gerichtshof beschließt, diesem Antrag stattzugeben und die Ladung des Zeugen für Donnerstag zu veranlassen. Sodann erbittet der Angeklagte Schlegel das Wort, um seinen gestrigen Erklärungen noch Einiges hinzuzufügen. Danach habe er bis 189b nicht in Cassel, sondern in Guxhagen gewohnt, nach Eaffel sei er damals vielleicht ein Mal wöchentlich gekommen. Auch später, als er hier gewohnt, sei er nidjt im regelmäßigen Verkehr mit Direktor Schmidt gewesen, denn er habe fast täglich nach Guxhagen fahren müssen, um den Betrieb seiner Fabrik zu beaufsichtigen.

In Fortführung der Beweisaufnahme begann man nun die Ver­lesung der Geschäftsberichte, denen sich dann die der Geueralversamm- lunasbcrichte, der Bilanzen, Gewinn- und Verlustkonti anschließen sollen. Zunächst wurde der Geschäftsbericht für 1896/97 verlesen. Angeklagter Herm. Sumpf hält auch heute noch diesen Bericht für richtig. Die Ver­suche mit dem Bergmann-Patent seien ihm von Sachverständigen als ge­lungen bezeichnet worden und wenn in einer Fabrik damit günstige Er­folge erzielt werden, so habe man das auch von den anderen annchmen dürfen. Vorsitzender- Wissen Sie nicht, Angeklagter, ob die Patente gegen baar verkauft wurden? Ich glaube, wenn die Auszahlung in Aktien al pari erfolgte, so war das eine' besondere Vergünstigung. Vors.: Wurde eine bestimm:- Ausbeute garanlirt? Wenigstens wurde das in den Be­richten zum Ausdruck gebracht. Angekl. H. Sumpf: Es ist damit nichts anderes gethan worden als was jede Maschinenfabrik thut. Die Divi­dende war nicht garantirt. Die Aktien einzelner Tochtergesellschaften wur­den damals bereits gehandelt. Dorf. Wir der Wechselverkehr damals schon erheblich, die' Accept-Hergabe der Mitglieder des Aufsichtsrathes? Angekl. Aerm. Sumpf: Ich glaube nicht.

Der Gewinn auf Maschinen ist in die damalige Bilanz zum Theil noch nicht eingestellt worden. Angeklagter Schlegel erklärt, sich von dem t ünstigen Stand der Olle'schen Eadaver-Verwenhnngsfcwrik vor deren Uebernahme persönlich überzeugt zu haben. Ebenso sei er in Hamrurg und Weihwasser gewesen. v ' V .

Nachdem der Geschäftsbericht pro 189« 93 verleten woroen, bemerkte der Angekl. Sumpf, die ihnen da vorgelegte Bilanz sei so klar und über­sichtlich, daß, wenn man nicht gerade einen ganz besonderen Grund von Mißtrauen hegen wollte, man dieselbe als durchaus korrekt befinden mußte Auch wären die Bilanzen von Sachverständigen geprüft und für richtig befunden worden. Sumpf glaubt nicht, daß der Wechselverkehr des Aufsichtsrathes am 31. März 1897 begonnen hat. Sumpf weht noch

_ _______ 5. Februar

^Zuf hin, daß dem Effektenkonto ein Reservefonds in Höhe von Mark H 65p 060 Mark gegenübergestanden.

^er Angeklagte Hermann Sumvf bemerkte, daß die günstigen Be­richte über die Tochtergesellschaften durch Belege des Direktors Schmidt unbegründet gewesen find. Befragt, von welchen Tochtergesellschaften solche ^lene vorgelegen, glaubt Sumpf angeben zu können, daß über die Bos- nischeil Fabriken jedenfalls Belege vorgelegt worden sind, vielleicht auch noch über die Hamburger Fabriken. Die in jenem Geschäftsbericht erfolgte Einstellung der Tantiemen in den Reservefonds begründet Sumpf damit, daß der Anssichisrath damals beschlossen, die Tantie , en nicht eher zur Auszahlung zu bringen, als bis die Berichte der Tochtergesellschaften den in der Bilanz eingestellten Werth rechtfertigten. Befragt, was es für ein Bcwandlniß mit dem in diesem Geschäftsbericht enthaltenen Acceptkonto habe, erklärt Sumpf, daß diese Accepie von ihm ausgestellt seien, aber nur zu dem Zwecke der GAdbeschasfung. Die Bilanzen hat er stets für klar und übersichtlich gehalten. Die Aufsich sraihmitglieder hätten diese auch nur dann unterschrieben, wenn die Bücherrevisoren dieselben geprüft und für richtig befunden.

Der Angeklagte S ch ulze- Dellwig ist der Ansicht, daß die Ein- yellung der Tantiemen in den Reservefonds eine Folge der Zeitungsau- grisse gewesen ist. ES ist ihm nicht erinnerlich, daß die Einstellung der Tantiemen in den Reservefonds vielleicht aus dem Grunde geschehen ist, weil Zweifel darüber laut geworden sein tönnten, daß die Tantiemen doch zu hoch bemessen seien.

Arnold Sumpf erzählt dann nochmals von seinen Reisen zur Vesichtigiing bet italienischen und ungarischen Anlagen. Er will sich auch von der Rentabilität der Fabrik in Altona, welche die Gesellschaft damals erstehen wollte,^persönlich überzeugt haben. Auch über den damaligen Besitzer der Fabrik, Otte, hat er nur Eünstigcs gehört. Schulze- Dellwig hat, wie er erklärt, nie Anlagen in Weihwasser, Illawa und Bosnien eingehend aus eigener Anschauung kennen gelernt und einen vor­züglichen Eindruck davon geivonnen. Nur die Gebäude in Bosnien seien ihm für Fabrikanlagen zu schön gestaltet gewesen. Man habe ihm ver­sichert, daß aus dem Erlös für die Holzkohle schon die gesammlen Kosten des Holzes gedeckt würden. Schulze erläutert des Näheren, wie er durch Unterhaltungen mit Sachverständigen, Holzverkohlungs-Intecessenteu rc. in seinem guten Glauben au die Güte unb Rentabilität des Bergmann- Patentes bestärkt worden fei. 1898 hat er selbst mit Bergmann, der ihm von Anderen als ein ganz außerordentlich tüchtiger Mensch geschildert worden, gesprochen. Derselbe habe ihm damals gesagt, die Treber-Gesell- schaft werde immer mit 30 bis 35 Prozent rentiren. Auch die übrigen Angeklagien wollen bezüglich des Bergmann-Patentes im besten Glauben gewesen sein.

Alsdann wurde zur Verlesung des Geschäftsberichts von 1898'9!' übergegangen. Hieran schloß sich wiederum eine lebhafte Aussprache seitens * der Angeklagten für ihren guten Glauben hinsichtlich des Berg- mann-Patentes. Sie berufen sich besonders auch auf das sehr günstige Gutachten des Professors Laar-Cohn, dessen Verlesung sie beantragen.

(Schluß folgt.)

Kanauer Vereins- u. Nergnügungsnachrichten

; Mittwoch Den 5 Februar.

Kunst: erein: In der Anla oer KönIgl. Zeichenakademie: Ausstellung von Gemälden: eröffnet von ormittags 10 bis 'achm. 4 Uhr.

Stadttbeatkr in tzanau: ^Die rothe Robe", Lustspiel in 4 Akten von Engstne Bricux; Anfang 7 Uhr.

Im Saale des evang. Vereinshauses: Abends 8 Uhr: 4. Aücune- mcntsvortrag: Herr Pfarrer Georot aus Frankfurt a. M. über: Die Stellung des modernen Geistes zur Kirche",

Evang. Männer- und Jünglingsverein: Posaunenblajen (Evang. Ver- einshaus).

Kaufmännischer Verein Hanau: Bereinsabend im Restaurant Mohr, Gesangverein Tonblüthe": Snigstunde im Vereinslokale.

Ge'ellsckaft ^Treu beim Alten"; Zusammenkunft in derBrauerei Orschler".

Christlicher Arbeiterverein: Gesangstunde im Vereinslokalzum Elc- vhanten".

Arends'scher StenographenvereinApollodund' (Gasthausz. Grafen P ilivv Ludwig'': Bereinsabend.

Turn- u. Fechtklub: Fechten und Turnen der Männerabtheilung.

Thaler-Klub: Zusammenkunft in den ,3 Hasen".

Verein der Bayern: Vereinsabend im Gasthauszu d<n - Schwanen". Hanauer Schützenverein - Vereinsabend imRestaurant Mollr."

Gewerbe- und Handwerker-Verein: Vereinsabend in derAllemania". Freiwillige Feuerwehr: 1. Komp. imgoldnen Herz"; Steiger-Korps in derBrauerer Beck .

Männerabtbeiluno her Turnaemein e: Turnen.

Spar- unb Spielkaffe .zum oolhnen Anker": Abends von 910 Uhr: Erste Auflage und Mitglieder-Aufnahme.

Uersteigerungs- etr. Kalender

iür Donnerstag d en 6 Februar

NaLwittaos von 1 Hör ab sollen In der Behausung des Herrn Wilhelm Lohsiuk II. zu Laugenselbold verschicdene landwirthschaftsiche Ge-enstände und sonst Versckiedeues geaen gleich baare Zahlung ver­kauft we-den. Nachmittaas 3 Uhr soll ein ver Gemeinde Dörrig- beim gehörender Gemeinde-Bulle zum Schlachten im Gasthauszum Adler' daselbst verkauft werden._____________________

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.

Telegramm aas Hambarg vom 5. Februar,

9 Uhr 35 Min.

Es herrscht gleichmäßig vertheilter Luftdruck, ein Maximum über 765 mm erstreckt sich von den Niederlanden bis Ungarn, ein Minimum unter 755 mm lagert über dem norwegischen Meer. In Deutschland ist das Werter meist trübe, im Binnen- lande kälter.

Prognose für den 6. Februar: Frostwetter, im Norden stellenweise Schnee wahrscheinlich.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 4./2.

5./2.

Sehr trocken

Beständig

Schön Veränderlich

Regen (Wind)

Viel Regen

Stnrni

Für die Kuren

gingen ein 5 Mk. 20 Pfg., gesammelt bei einer Hochzeits- i gesellschasl in Ost heim.