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Dienstag

28. Januar

Frl. Hannewald. Außer den Genannten ist noch das ge- sammte Personal im Stücke beschäftigt. Von den Herrenrollen sind bervorzuheben: Herr KrönAnatole", Herr Lindenlaub Abbö v. Bea >flmr", Herr MöbiusMarquis v. Bräteuille" und Herr SchwarzJules von Clairvale", der auch die Regie des Stückes führt. Die Vorstellung findet außer Abonnements mit Vorrecht der geraden Abonnements statt.

* Silberne Hochzeit. Morgen Mittwoch feiern Herr I. Preßler nebst Frau (Langstr. 12/14) das Fest ihrer silbernen Hochzeit.

Mainzer Karneval. Nach dem jetzt fertig vorliegen­den, fast überreichen Programm, wird die Fremdensitzung am Sonntag den 2. Februar, 5 Uhr 11 Minuten, jedenfalls eine wahrhaft glänzende werden. Außer einer stattlichen Reihe altbewährter Narrhalla Redner, die allein schon Bürgschaft geben für sehr genußreiche Stunden, haben sich auch die jungen, vorzüglichen neuen Redner, welche gerade in diesem Jahre herausgekommen sind und durch ihren jugendlichen Humor alle Hörer mit Sturm nahmen, zum Worte gemeldet. Bei den Liederdichtern sind die besten Narren vertreten, wie Korn, H u y , Jean D r e m m e l u. s. w. Auch wird das Eröff- nungsipiel, welches in der ersten Herrensitzung und der Damen- sitzung Alles erfreute und ergötzte, wiederholt werden. Da in die'em Jahre alle Veranstaltungen des Karneval-Vereins von größtem Erfolge begleitet waren, so wird sich ihnen zweifel­los auch die Fremdensitzung in würdigster Weise anreihen.

* Naisteisen. Morgen Mirtwock, nachmittags IV» Uhr, findet im Sälcken derK a r 1 b a u n e" der Unter­verbandstag der Raiffei^en-Vereine des Landkreises Hanau mit folgender Tagesordnung statt: 1) Begrüßung durch den derzeitigen Unterverbandsdirektor Herrn Pfarre' Schlickt zu Rückingen. 2) Geschäftsbericht, erstattet von Herrn Ge­schäftsführer Hilgenberg-Hanau. 3) Gedanken über die bevor­stehende Frühjahrsbestellung, eingeleitet durch Herrn Oberami­mann Sckwarz. 4) Anträge und Wünsche aus der Versammlung.

5) Neuwahl des Unteroerbandsdireklors. 6) Bestimmung des Ortes für den nächsten Unterverbandstag. Vor den Verhand­lungen des Verbandsiages findet unter dem Vorsitze des Herrn Oberamtmann Schwarz eine Generalver^amm ung der Korn­haus gen ossen ick aft statt. Tagesordnung: I) Be­sprechung über das Lagergeld, eingeleitet vom Herrn Ockonomie- rath Rexerodt-Cuff-l. 21 Neuwabl des Vorstandes und Aufstcktsratbes bezw. Ergänznnqswa l.

* Erhängt hat sick gestern Nachmstlag ein aus dem Württembergischen stammender etwa 20jähriger Hausbursche.

Kaisers Geburtstag.

Von den weiteren festlichen Veranstaltungen aus Anlaß des Geburtstages Sr. Maj.des Kaisers ist weiter zu nennen das Fest­mahl, das am gestrigen Nachmittag in der Centralhalle ab- gebalten wurde und zahlreiche Betheiligung aus den Kreisen des Offizierkorps, der Beamtenwelt und der Bürgerschaft fand. Die Mannschaftsfeierlichkeiten der Garnison nahmen den besten Verlauf.

Weiter ist nackzutragen, daß der christliche Arbeiterverein am Sonntag Abend eine einfache, aber in jeder Weise würdige Feier von Kaisers Geburtstag veranstaltet hatte.

© Kesselstavt, 28. Januar. Der Geburtstag Sr. Majeuät wurde hier am Sonntag Abend vom hiesigen Krieger­und Flottenverein gemeinsam festlich begangen. Der Besuch der Feier war so zahlreich, daß die beid°n großen und präch­tig geschmückten Sälezum Schwan" kaum noch Platz boten für danach begehrende Gäste. Das Programm zerfiel in zwei Theile, deren erster in ernster Durchführung dem Gefeierten galt, während der zweite mehr dem Unierhaltungsbevürt'niß Rechnung zu tragen bestimmt war. Der festliche Akt begann mit der Ouvertüre ausZampa", die von Mitgliedern beider Vereine vorzüglich wiedergegeben wurde. Ein von einer jungen Dame gesprochener Prolog begrüßte in schwungvollem Vonrag das hohe Geburtstagskind und den kommenden Festtag. Ein feierlich gehaltenes Musikstück leitete die Ansprache ein, die den Kaiser und sein Wirken feierte. Mit einem begeisterten Kaiserbock undfSeil Dir im S'e-erkram" 'ckloß die erhebende

weniger Monate 1440 Menschen erlagen. Man vergegen­wärtige sich die Lage: Wilhelm VI., der Sohn Wilhelms V., war in gleicher Weise wie sein Vater mit der Reichsacht be­legt, die Unterthanen waren ausdrücklich ihrer Pstlckten gegen den rechtmäßigen Landesherrn enthoben und Georg von Hkfsen- Darmstadt, vom Kaner zum Administrator der Landgraienschasi Hessen Cassel ernannt, verbot den Huldigungseid für Wil­helm VI., und selbst auf des verstorbenen Landgrafen rechte Hand, den General Melande'-, und somit auch auf das Heer 'cknen kein Verlaß mehr. War doch auch das Heer des 30- jährigen Krieges kein Volksheer, das für die gute Sache stritt, sondern

. . . der Auswurf fremder Länder, der ausgegebene Theil des Volkes, dem nichts gehört als die allgemeine Sonne."

Aber zwei Fakioren benanaen und verm,ten nicht, als Alles^zu wanken schien, das waren: das gute Recht und die Treue. Das erstere stand dem Hause Hessen unzweifel­haft zur Seite und das zweite: die Treue, hatten die hessischen Fürsten von jeher bei ihrem Volke zu pflegen ver­standen. Schluß folgt.

Kunst und Leben.

Ein neues antiseptisches Mittel. Wie aus Rom berichtet wird, machte dort in der gestrigen Sitzung der Aea- demia medica der Professor und Senator Duranle Wüt® theilunaen über die in seiner Klinik mit einem neuen, vom Professor und Senator Paterno entdeckten anliseptischen Mittel Tarck'olo" gemachten Versuche. Sie hätten erwiesen, daß die antisepnsche Kraft des Tarchtolo eine sehr große, dem Sublimat weck überlegene tei; die Resultate seien derartig, daß man das Tarck'dlo als das kräftigste bisher bekannte antiiepti'che Mittel an'ehen könne, welches für die Wissenschaft von größtem Werthe zem werde.

Feier ab. Im Anschlüsse daran eninrcMte sich nunmehr ein munteres, fröhliches Treiben in mancherlei Darbietungen von Musik und Gelang, wie auch mimischer Darstellungen. Wir konnten uns dabei der mitunter trefflichen Talente und ihrer Leistungen erfreuen, die die volle Bewunderung und beitall- spendende Zustimmung der aufmerksam lauschenden Festver­sammlung erfuhren. Manches schöne Chorlied vaterländischen Inhaltes wurde dazwischen gesungen und verlieh der von vaterländischem Geiste gehobenen und getragenen Versammlung die begeistertste Stimmung. Jeder Festtheilnehmer nahm den Eindruck mit, daß hier wohl selten eine so schöne und er­hebende Feier gelungen ist, als diese Kaiser-^eburtstagsf str.

):( Fechenheim, 27. Januar. Auch der diesjäbrige Geburtstag unseres Kaisers wurde in unserer Gemeinde durch verschiedene Deransial- tungen und Feiern festlich begangen. Vor Allem erwähnen wir zunächst die von dem hieüaen Snegernerein in den Räumen des Saalbaus zur Schanze veranstaltete Kebunslagsseisr, welche, durch ein gut ausgewähbes, reichhaltiges Programm sich auszeiebnend, als eine schöne und würdige hervorgehoben zu werden verdient. Im Vordergründe der Bühne des schön dekoiirten Festsaales prangte die Büste unseres Kaisers, während zu beiden Seiten desselben die lebensgroßen Bilder Kaiser Wilhelms I. und Friedrichs III. und neben diesen kunstvolle Fahnendrapperien angebracht waren. Nach einleitendem Begrüßungschor und dem Prolog, gesprochen von dem Vorsitzenden des Kr raervereins, Herrn Malermeister Meyer, hielt Herr Bürgermeister Baumcrt die Festrede. Rückblickend auf das abgelaufene Lebensjahr unseres geliebten Landesaaters, hob er in beredten Worten gebührend hervor, wie auch während diesem Jahre unser Kaiser für des Landes Woblfahrt, die Förderung seiner inneren und äußeren Machtstellung, endlich vor Allem auch für die Erhaltung des Friedens thätig gewesen, stellte ihn dann dar als leuchtendes Beispiel glühender Vaterlandsliebe und selbstlosester Hingabe für dasselbe und schloß darauf, zuvor das <?elöbnm nnvcrbrüchlit'er Treue, aufrichtigster Verehrung und herzlichster Liebe erneuernd, mit einem begeisterten Hoch auf Se. Majestät, an welches sich der gemeinschaftliche Gesang der Nationalhymne reihte. Woh' im Mittel uinkl der weiteren Darbietungen stand das vaterländische Festsviel:Die Wunderblume vom Kyfshäuser" von Köpven. So recht lebhaft wurde durch dasselbe der Zuschauer in die glorreiche Zeit 1870 7t versetzt, eine Zeit einmüthiger und begeisterter E Hebung für das bedrohte Vaterland aber auch hellster Freude über die endliche Verw rkl chung der Kysihäusersage in der Wieder-Eruchtung eines geeinten mächtigen Vater­landes, welchem daran anschließend die Festbesucher das gemeinsame Lied weihten:Deutschland, Deutschland über Alles." Hervorragend waren sodann die Le stnngen des Waldhorngnartetts, zu welchem außer Herrn Leisegang von hier die M tglie er der Frankfurter Opernhanstapelle, Herren Roosen, Blaß und Brauer gehörten. Besonders ansprechend waren .Verlassen" von Koichat, Abschied vom Walde" von Mendessohn- Bartholdy undWalvandachl" von Abt. Recht angenehme Abwechselung bot sodann die frennblidje Mitwirkung von Frl. Silma Stark aus Offenbach, gegenwärtig noch Schülerin des Konservatoriums zu Frankfurt, feiner war die gen. Dame in Folge leichter Erkältung nicht tvohl dis- ponirt, so daß ihre Verträge den Erwartungen, zu denen besonders ihr schon -ziemlich sicheres und unbefangenes Auftreten und die Ergiebigkeit und Stärke ihrer Stimme berechtigten, n'cht entsprachen. Auch dürfte bei besserer Schulung sie sich mehr für den lyrischen als dramatischen Sopr n eignen, wenigstens gefielen'die vorgetragenen Lieder .Lockung" v. Dessau r undKinderlieb" von Hildach besser als dasRezitativ und Arie" aus Katharina Evinaro von Frz. Lackver. Allgemeinen Beifall fand sodann das Räuberdnett aus ..ytrabella', bei welchem die Herren Pu th und Eirich sich als gute Tenoristen bewährten. Den Schluß des Programms bildete das Sinaspiel:Das Landhaus an der Heerstraße" von Legov, das mitunter die größte Weiterleit hervorrief. Nach Erledigung des Programms trat der Tanz in sein Recht und noch manche Stunden vergnüoten sich die Feflbc'ucher in fröhlichem Beisammensein. Außer einigen, mehr int engeren Kreise abgehobenen kleineren Feiern erwähnen wir besonders die von dem eval. Jünglings- und Jungfrauenverein gemeinsam in den Sälen des evgl. Gemeindehauses beranstaltete. Hier hielt zunächst Herr Pfarrer Stoppel eine längere Aniprache, anknüpfend an das Bibelwort in Fürt tet Gott, ehret den König", in welchem er die'Jugend zur nn- eniwegten und itnbeirrten Treue und Liebe zu unterem Kaiser auf- forderte. Der Jünglingsverein brächte sodann das vaterländische Fest­spiel:Maximilian . und der Gän'ebub" zur Darstellung, an welches sich der Gesang der Nationalhymne anschloß. In länger r Reihen­folge wechselten Deklamationen und oememmmer Gelang, so daß auch diese Fei'er schön und würdig verlief. Die Schulfeiern fanden am heutigen Tage statt und zwar die der katholischen Schule in den ein­zelnen Klassen und die der evangelischen Schule in der Turnhalle, zu welcher sich Kirchen- und Gemeindevorstand und reichlicher Bemch aus dem Elternhau e eingefunden hatte. Die Festrede hielt hier Herr Lehrer Haas, in welcher er die S 1 hier zur Dankbarkeit gegen ihren Kaiser ermähnte für dessen treue Fürsorge cerabe auch der Jugend gegenüber und ihnen zeigte wie sie dieselbe auch bethätigen könnten. Auch hier wechselten Deklamationen und Gelänge des Schülerchores, welche unter Leitung des Herrn Lehrer Pauli allgemein gefielen. Zum Schlüsse erwähnen wir noch, daß der hiesigeTurnverein Fechen- heim" seine Geburtstagsfeier nächsten Sonntag abhalten wird und für dieselbe ein gewähltes Programm bereits ausgestellt hat.

^ Rotzvorf, 28. Januar. Anläßlich des Geburts­tages Sr. Majestät unseres Kaisers veranstaltete der hiesige Kriegerverein am Sonntag Abend eine Abend- unterhaltunz mit Ball, deren Verlauf sowohl dem patriotischen Empfinden der Anwesenden als der Leistungsfähigkeit der Mit­wirkenden alle Ehre machte. Kamerad K n a ch e schloß seine Festan'pracke mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät, worauf die Nationalhymne gemeinsam gesungen wurde und daran anschließend eine Reihe hübscher Konzert­stücke, lebende Bilder, humoristische Voriräae tc. für Unter­haltung und Aufheiterung der Gemüther sorgten. Belonders verdient machte sich in dieser Beziehung Kamerad Roß. Die Feier war eine allgemein befriedigende und der Bedeutung des Tages würdige.

X Ravölzhausen, 28. Januar. Der Kriegerverein und der GemngvereinEinrrackt" begingen die Kaiserge- burtstagsfeier gestern Abend gemein am in den Loka­litäten von J. Klein Wittwe. Eröffnet wurde die Feier durch eine An prache seitens des Präsident n des Kriegervereins Herrn Bauer, dessen auf Se. Majestät ausgebracktes Hoch be­geisterten Widerhall im Saale fand. Im Verlauf des sich anschließenden Festessens wurden u. a. Toaste auf den Kaiser, die Kaiserin und das deutsche Vaterland ausgebrackt. Der GesangvereinEintracht" mit gemr'chlem Chor trug durch ent- spreckend gewählte schöne Liedervornäge viel zur Verherrlichung d"r überaus gelungenen Feier bei. Erst in früher Morgen­stunde nahm die allgemeine Freude ein Ende und völlig be­friedigt ging man auseinander.

-^ Hüttengesätz, 28. Januar. Der hiesige Gesang­vereinEimrackt" feierte den Geburtstag unseres Kaisers gestern Abend im Saale des Gasthauses zur Krone auf durch­aus würdiger Weise. Die Festansprache des Herrn Lehrer Hilbiq gipfelte in einem Hoch auf unseren Landesherr« und gab den Anwesenden Veranlassuna, durch begeisterte Zustimmung ihren patriotischen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Hübsch zu Gehör gebrachte Gesangs- sowie Musikvorträqe und humo- ristiscke Darbietungen machten den Abend sehr amüsant und unteryaliend, wie die animirte Stimmung der Besucher bewies. Erst

in später Stunde verließen die Festtheilnehmer die Jedermann zufriedenstellende Veranstaltuna.

Klug j^ak und fern,

Gelnhauscn, 26. Januar. Die neugeschaffene Rektorstelle an der Mittelschule wurde unter 56 Bewerbern Herrn Rektor Conr. Eckhardt in Allendorf a. W. über­tragen.

Lippoldshaitserr bei Münden, 27. Januar. Aus der chirurgischen Klinik in Göliingen wurde heute der Fabrikar­beiter Knölke von hier entlassen, der einen 2 Centimeter langen Nagel verschluckt und erst, nachdem Ver­dauungsstörungen eingetreten waren, sich in ärztliche Behand­lung begeben hatte. Nackdem durch Röntgenstrahlen der Sitz des Nagels im Magen festgestellt war, wurde mit einem Mag­neten durch eine eingeführte, silberne Röhre der Nagel heraus­geholt.

Römeksharisen, 25. Jan. Ein betrübendes Unglück hat sich hier ereignet. Ein unverheiratheter Einwohner unseres Ortes, namens Hoof, begab sich vorgestern, an seinem 34. Geburtstag in den Wald, um an einer gefällten Eiche, die für seinen Neubau bestimmt war, die Aeste abzuhauen. Als er abends nicht nach Hause zurückkehrte, begaben sich seine An­verwandten auf die Suche. Sie fanden ihn als Leiche neben dem Baumstamm. Als Hoof die Aeste, auf die der Stamm gestützt war, abgehauen hatte, war er von demselben so unglücklich getroffen worden, daß er auf der Stelle todt war. An dem­selben Tage vor 30 Fahren verunglückte auch sein Vater tödt- l.ch beim Holzhauen im Walde.

SüMitßm, 27. Januar. Herr Dr. Ludwig Kraemer, von 18651880 Direktor des hiesigen Wolfgang Ernst- Gymnasiums, ist in der Nacht von Freitag auf Samstag nach längerem Kranksein in Nidda, wo er seit feiner Pensionirung fernen Wohnsitz genommen, gestorben.

X Aus dem Kreise Offenbach, 26. Januar. Zahlreiche jugendliche Arbeiter aus den bet Offenbach liegenden Landgemeinden, welche in Offenbach beschäftigt sind, besuchen auch bafelbit der Bequemlichkeit halber und aus Sparsamkeits­rücksichten die obligatorische Fortbildungsschule. Die Stadt Offenbach beschloß deshalb wegen Ueberhandnahme der Scküler- zahl die Errichtung von 4 weiteren Fortbildungs-Sckulklaffen unter der Bedrnguiiq, daß die Heimathgemeinden der betreffen­den Schüler angemessene Beiträge zu den Kosten dieser 4 Klassen zu Leisten bereit seien. Dem desfallsigen Ansinnen haben auch verschiedene Gemeindeverwaltungen bereitwillig ent- tprochen; andere dagegen verhielten sich bisher ablehnend. Die Stadt Offenbach veranlaßt nunmehr die renitenten Gemeinden zur Aufgabe ihres Widerstandes, andernfalls die resp, aus­wärtigen Schüler die Fortbildungsschule ihrer Heimathgemeinde besuchen müßten, was mit Zeit und Geldverlusten ver­knüpft wäre.

G Seligerrftadt, 27. Januar. Bei einer imRiesen" dahier abge mltenen Versammlung der Vorstände hessischer Raiffeisen-Vereine wurde ein neuer BezirksverbandSeligen- stadt" gegründet und Herr Lehrer Steinemann zu Froschhausen zum Bezirksverbands-Vorsitz enben gewählt. Zahlreiche Vereine der Umgegend wurden dem Bezirksverband Seligenstadt zuge­theilt. Der erst im Vorjahre gegründete Geflügelzucht- Verein dahier umfaßt bereits 26 Mitolieder. Der junge Verein veranstaltet im Monat März eine Geflügel-Ausstellung, zu welcher derLandwirthsckaflliche Provinzialverein Starken- burg" das erforderliche Käfigmaterial zur Verfügung stellt. Wegen Bezugs von Fleischfutter und Knochenmehl schloß der Verein unter günstigen Bedingungen mit einer Darmstädter Firma Lieferungsübereinkommen ab.

O Klein Welzheim bei Seligenstadt, 26. Januar. Ein dreister Einbruch wurde während vorverwichener Nacht in der Dienstwohnung eines hiesigen Lehrers verübt. Vom Kirckplatze und Schulhofe aus erkletterten die Einbrecher es waren vermuthlich deren zwei unter Benutzung einer Kiste ein Fenstergesimse und drangen durch das gewaltsam ge­öffnete Fenster in die Küche. Dort begnügten sie sich mit Ausraubung des wohlae'pickicn Kückenschrankes. Die kürzlich bei dem Lehrer vollzogene Schweineschlachtung sicherte den Dieben erkleckliche Beute. Auch der Küche einer anderen Be­hausung starteten die Spitzbuben eine Nachtvisite ab. Hier wie dort beschränkten sie ihr ehrloses Treiben auf die Ent­wendung von Lebensmitteln. Die Thatumstände lassen mit Sicherheit darauf schließen, daß die Einbrecher mit den Lo­kalitäten und den (Gepflogenheiten der Hausinsassen genau ver­traut waren; gleichwohl mangelt bislang zu ihrer Ermittelung jeder weitere Anhaltspnnkt.

)( Vom Main, 26. Januar. Der beim Kirchenrechner zu Groß Heubach verübte Kaffendiebstahl wurde nicht von den vielgenanntenOpferstockmardern", sondern von einem erst kürzlich aus Amerika zugereisten Burschen ausgeführt. Der­selbe wurde festgenommen und ist des Einbruchs geständig. Die entwendeten 1000 Mark wurden noch unversehrt bei ihm vorgefunden. In der Mosaikplattenfabrik zu Klingenberg wurde dem Arbeiter Berninger aus Erlenback von der Trans­mission ein Arm vollständig ausgcrissen. Dem ledigen Tün- cher Karl Hock zu Pflauenbeim wurde beim Holzfällen im Walde von einem rollenden Buchenstamm ein Bein fürchterlich zerschmettert.

Hd. Mannheim, 27. Januar. Der Geschäftsführer Jakob Gunzenhäuler von der Speditions- und Getreidefirma Karl Flcks vergiftete sich mit Morphium, nachdem er Unter­schlagungen von ca. 270,000 Mk. begangen hatte.

Schiffs-Nachrichten.

Der Hamburger DampferGeorgia" ist am 19. Ja­nuar wohlbehalten in New-Aork eingetroffen.

Hamburg, 24. Januar. Der DampferSyria" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Vera-Cruz einge­troffen.

Äremen. 22. Januar. Der Dampfer des Norddeutschen LloydWittenberg" ist vorgestern in Oporto eingetroffen.