Einzelbild herunterladen
 

Bezugspreis: vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für ans- oärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postanffchlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, cv. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger.

Amilichts Organ fnt Stadt- und Landkreis Sana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Bellage.

Anzeiger

Einrückungsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

^L 20 Bezirks-FernlvreKanschlnß Nr. 98. gJlMggMMMWWMMIIMWWIIIIIIMWH^Wi

Amtliches.

Bekanntmachung.

Es wird ersucht,' Anschlüsse an das U-ernsprech- netz in H an an, deren Herstellung in der Zeit vom 1. April bis 31. Juli gewünscht wird, spätestens bis znm 1. März bei dem Kaiserlichen Postamte in Hanan an- zumelden.

Auf die Herstellung später angemeldeter Anschlüsse kann vor dem 1. August nicht gerechnet werden.

C a s s e l den 20. Januar 1902.

Kaiserliche Lber-Poftdirektion.

Hoffmann. 1632

Stadtkreis Banau.

BteMklmlrchMgen des Oberbürgermeister«;«^. Bekanntmachung.

Die Lieferung von

Loos I 1577,80 m geraden Randsteinen, *

48 Stück Thorfahrtaniängern, 84,00 m Tborfahrtmittelstücken, 8 Stück Froschmäulern, 166,30 m Kurvenrandsteinen aus Niedermendiger Vasaltlava oder einem gleich harten Gestein, sowie

Loos II 62,00 m geraden Randsteinen,

2 Stück Thorfahrtanfängern, 3,00 m Tborfahrtmittelstücken aus Randesackerer 5ralkfte!» soll getrennt verdungen werden.

Zeichnungen, Bedingmlgen und^MMyverzeichniß liegen auf dem Stadtbauamt, Abtheilung Ik, Lingstraße" 41, werk­täglich in den Vormittagsstunden von 10I.2V2 Uhr zur Einsicht aus und können auch von dort nebst den Angebots­scheinen bezogen werden.

Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift Lieferung von Randsteinen" versehen, bis Montag den 3. Aebrnar d. Js., vormittags 11 Uhr, bei oben­genannter Dienststelle einzureichen, woselbst zu dieser Zeit die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt.

Hanau den 18. Januar 1902.

Das Stadtbanamt.

Schmidt. 1618

Grundstücks-Verpachtung.

Das der Stadt Hanau gehörige Grundstück Parzelle G G 45 (Land im neuen Mühlfeld, am Papierwehr, links des Weges, neben der alten Straße und L. v. Deines spitz auslaufend), 2 ar 63 qm groß, toll

Samstag ^^n 25. Januar d. Js., vormittags 10 Uhr, im Lokale der Stadtkämmerei, Neustädter Rathhaus, Zimmer Nr. 10, bis auf Weiteres verpachtet werden.

Zuschlag bleibt vorbehalten.

Hanau den 21. Januar 1902.

Der Stadtkämmerer. 1490

Das Saufet der amerikanischen Presse zu Ehren des Prinzen Heinrich.

Ueber daß große Bautet, welches wie schon gemeldet, die amerikanische Presse dem Prinzen Heinrich geben wird, läßt sich dieNew-Yorker Siaatszeimng" vom Mittwoch an leiten­der Stelle wie folgt vernehmen:Als die Nachricht von dem bevorstehenden Besuche des Prinzen von Preußen in New- York eintraf, faßt dieNew-Yorker Staatszeitung" den Ent­schluß, das ihrige beizutragen, um die Verwirklichung der Absicht des Deutschen Kaisers, die beiden Nationen einander näher zu bringen, zu erleichtern. Da während der kurzen Zeit, die Prinz Heinrich in den Vereinigten Staaten zubrmgen wird, keine Möglichkeit vorhanden sein dürfte, chn mit einem großen Theile des amerikanischen Volkes bekannt zu machen, so lag der Gedanke nahe, Letzteres auf einem kleinen Umwege zu erreichen, nämlich durch die Vermittelung deslenigen yak- lors, welcher dem amerikanischen Volke täglich Informationen über wichtige Ereignisse liefert. Dieser Faktor ist die tägliche Presse, häufig dieachte Großmacht" oder dervierte ^tano genannt, deren Bedeutung und Einfluß m den vereinigten Staaten noch größer ist, als in irgend einem anderen Lande. DieN.-Y. Staatsztg." unterbreitete daher dem deutschen Botschafter Herrn v. H 0 lleben, den Plan, dem Prinzen

^reitaa den 24. Januar

Heinrich bei einem ihm zu Ehren veranstalteten Bautet Ge­legenheit zu geben, die hervorragendsten Vertreter der ameri­kanischen Presse kennen zu lernen. Der Plan wurde gut ge­heißen und die Einladung derN.-Y. Staatszeitung" ange­nommen. Das Bautet wird voraussichtlich am 26. Febr. im Hotel Waldorf-A st oria (New-York) stattfinden. Die Chefredakteure und Herausgeber aller Tageszeitungen, welche in den Vereinigten Staaten erscheinen, haben Einladungen er­halten; hervorragende Vertreter der Presse werden gebeten werben, die Reden zu halten. Wenn auch die Einladungen von einer in deutscher Sprache gedruckten Zeitung ergehen und die deutsche Tagespreise des Landes gleichfalls vertreten sein wird, so versteht es sich von selbst, daß bei dieser Gelegenheit die englische Sprache von allen Rednern gebraucht werden wird. Auch Prinz Heinrich wird dies thun, falls er einige Worte an die Versammlung zu richten wünscht. Die N. Y. Staatszeitung" glaubt auf diese Weise das ganze amerikanische Volk auf die Wichtigkeit des Besuches des Prinzen aufmerksam zu machen und für die ihm zu Grunde liegende Idee erwärmen zu können, was in gleichem Umfange kaum mit anderen Mitteln zu erreichen wäre. Indem sie dies thut, glaubt sie auch ihre Pflicht dem hiesigen Deutschthum gegenüber am besten und vollkommensten zu erfüllen. Selbst­verständlich wird dieN.-Y> Staatszeitung" auch die höchsten Beamten der Union, des Staates und der Stadt, sowie das Gefolge des Prinzen, den deutschen Botschafter und den hiesigen deutschen Generalkonsul einladen; aber im Uebrigen bleibt die Theilnahme auf die Vertreter der Presse beschränkt."

Politische Rundschau.

Bundesrat»). In der gestrigen Sitzung des Bundes­rathes wurde folgenden Ausschußberichten die Zustimmung er­theilt : Dem Ausfchußbcricht über den Entwurf einer Verord­nung wegen Beaufsichtigung hessischer und bremischer privater Versicherungsunternehmungen, den Ausichußberichten über a. Vorlage betreffend Ergänzung der Nr. 26 Anlage b. zur Eisen- bahn-Verkehrsordnung durch Aufnahme von Bleiasche, Blei­krätze, Bleirückständen und sonstigen bleihaltigen Abfällen; b. Entwurf eines Sonderabkommens zwischen der deutschen und österreichischen Regierung zum internationalen Ueberein- lommen über den Eisenbahnfrachtverkehr für die deutsch-öster­reichischen Verkehre: den Ausschußberichten über die Vorlage vom 14. Dezember 1901 betreffend Abänderung der Statuten der mecklcnbnrg-strelitz'schen Hypothekenbank zu Neustrelitz, den Ausschußberichten über die Vorlagen betreffend a. Ausprägung von Kronen; b. Ausprägung von Reichssilbermünzen; c. Um­lauf der luxemburgischen Scheidemünzen innerhalb der deutschen Grenzbezirke, den Ausschußberichten betreffend den Gesetzent­wurf wegen Feststellung des Landeshaushalts-Etats von Elsaß- Lothringen für das Rechnungsjahr 1902 und dem Ausschuß­bericht über die Vorlage vom 30. Dezember 1901 betreffend Prüfung der Apothekergehilfen.

Marin e-Etai. Die Budget - Kommission des Reichs­tages setzte gestern die Berathungen des Marine-Etats fort. Bei den einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats, Titel 100 beir. die Beschaffung von Handwaffen in Höhe von 500,000 Mk. wurden 300,000 Mk. gestrichen. Bei dem Titel: Bedürfnisse der Garniwn - Verwaltungen in Höhe von 1,106,300 Mk. entspann sich eine längere Debatte. Man wollte eine Million, die für die Einrichtung von Gerichts­räumen und Arrestzellen in Wilhelmshaven angesetzt - waren, streichen. Nach einer Erklärung des Staatssekretärs Tirpitz, welcher dir Forderung als unbedingt nothwendig bezeichnete, wurde die Summe mit 12 gegen 11 Stimmen bewilligt. Ebenso wurde die Zulage für den Kommandanten von Helgo­land und die Gewährung von Beihilfe an die Gemeinden Kiel und Ellerbeck in Höhe von 150,500 Mk. bewilligt. Gleich­zeitig wurde eine Resolution Stockmann angenommen, auch der Gemeinde Enschenhagen eine ähnliche Beihilfe zu gewähren. Auch wurde einer Reiolution Müller-Fulda zugestimmt, wonach die Verhältnisse der Gemeinden Bond, Keeten und Neurode einer Prüfung unterzogen werden sollen, ob auch diesen eine Beihilfe zu gewähren sei. Morgen werden die Berathungen fortgesetzt.

Zolltarif. Die Berathungen in der Zolltarif-Kommission des Reichstages wurden gestern bei Absatz 11 des § 5 fort­gesetzt, welcher sich mit der zollfreien Einsuhr von Kunst- Gegenständen für bestimmte Zwecke befaßt. Dazu liegen zwei Anträge vor, von sozialistischer Seite und vom Abgeordneten Gothein, welche die Zollfreiheit für Kunst-Gegenstände verall­gemeinern wollen. Nach längerer Diskussion wurde unter Ab­lehnung der Regierungs-Fassung und'in Ablehnung des sozia­listischen Antrages folgender Absatz beschlossen: Die Kunst­sachen, welche für Kunst-Ausstellungen oder für öffentliche Zwecke oder als Lehrmittel und für den Anschauungs-Unter-

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98. 1902

richt bestimmt sind, sollen zollfrei eingehen. Absatz 12 des § 5 wurde in der Negierungs-Fassung angenommen. Die Berathungen werden heute fortgesetzt.

Vom Wiener Hofe. Gestern Vormittag fand in der Josephskapelle der Wiener Hofburg die Trauung der Erz­herzogin Elisabeth Marie mit dem Prinzen Otto Windischgrätz statt. Der Trauung, welche der Bischof Mayer unter Assi­stenz zahlreicher Geistlicher vollzog, wohnten bei: Kaiser Franz Joseph, die in Wien weilenden Erzherzoge und Erzherzoginnen, Prinz Leopold und Prinzessin Gisela von Bayern, die Prinzen Georg und Konrad von Bayern, die Prinzen Philipp und Leopold von Sachsen-Koburg und Gotha, Herzog Paul von Mecklenburg-Schwerin, die Gräfin Lonyay, die Mutter der Braut, mit ihrem Gemahl, dem Grafen Lonyay, die Mit­glieder der fürstlichen Familie Windischgrätz, die obersten Hof­chargen, der Minister des Auswärtigen Grafen Goluchowski und der Hofmarschall für Ungarn Grafen Apponyi. Nach der Trauung empfing der Kaiser die Neuvermählten in Audienz.

Englisches Parlament. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses erklärte Kriegsminister B r 0 -d r i ck, Scheepers sei hingerichtet worden, nachdem er überführt war, grobe Vergehen gegen den Kriegsgebrauch begangen zu haben. Er ließ u. A. sieben Eingeborene morden und einen Weißen durchpeitschen. Es ist Thatsache, daß er Kriegsgefangener ge­wesen sei, das schließe nicht einen Prozeß wegen Mordes und sonstiger Vergehen gegen die Kriegsgesetze aus. Mc. Laren fragt, ob im Juli 1901 oder zu anderer Zeit seit den Unter­handlungen zwischen Kitchener und Botha Vorschläge zur Be­endigung des Krieges direkt oder indirekt irgend einem Ka- binetsmitgliede namens der Burenführer gemacht worden seien. Balfour erwidert nein. Es sei kein derartiger Vorschlag der Regierung von irgend Jemand zugegangen, der im Stande sei, namens der Führer der Burenstreitkräfte zu sprechen. O 'K e l l y fragt, ob die Bagdadbahnkonzession definitiv von der Türkei verliehen sei und ob ein Meinungsaustausch zwischen der englischen und der deutschen Regierung betreffend die Wahl der Endstation im persischen Golf stattgefunden habe. Staatssekretär Cranborne entgegnet, die britische Regierung deutete der deutschen an, daß sie in keiner Weise das Projekt beanstandete, an dem wahrscheinlich englische Ka­pitalisten einen bedeutenden Antheil zu nehmen wünschen. Es fanden schon einige Erörterungen über den im zweiten Theil der Anfrage erwähnten Punkt zwischen beiden Regierungen statt, hinsichtlich desselben werde keine Entscheidung ohne wei­teren Meinungsaustausch getroffen werden. John Red- m 0 n b nimmt die Adreßdebatte wieder auf und bringt einen Unterantrag ein, in dem er energisch gegen die jetzige Ver­waltung Irlands protestirt.

Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 23. Januar.

Ein gegangen! st die Interpellation des Centrums wegen des Jesuitengesetzes. Die Berathung des Etats des Retchsamts des Innern, Titel Staatssekretär, wird fort­gesetzt. Abg. Bassermann (nl.) bedauert, daß sich die Reform des Krankenversicherungsgesetzes so sehr verzögere. Es sei dringend nöthig, die Lücke auszufüllen zwischen der gesetzlich nur bis zur 13. Woche reichenden Krankenunter­stützung und der erst mit der 27. Woche beginnenden Unfall- rente. Wunschenswerth sei ein Normalstatut für die Propor- tionalwahlen zu den Gewerbegerichten und die Regelung der Arbeitszeit der Haudelsangestellten in den Komptoiren. Auch die Stellung der Gehilfen bei Rechtsanwälten und Notaren müsse geregelt werden. Redner geht dann ein auf das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und schließlich auf die Frauenbewegung. Was das Frauenstudium anlange, so ser man in Baden schort damit vorgegangen, die Mädchen in die Gymnasien aufzunehmen, sodaß sie auf denselben Schulbänken zugleich mit den Knaben sitzen. Auf dem Gebiete des Vereins­und Versammlungsrechts müßten unbedingt die für die Frauen bestehenden Beschränkungen aufhören. Er und seine Freunde verlangten in dem von ihnen eingebrachten Initiativantrag zu­nächst Vereins- und Versammlungsfreiheit für die Frauen auf sozialpolitischem Gebiete. Redner schloß mit dem Wunsche, daß es den verbündeten Regierungen und dem Reichstage ge­lingen möge, in stetem Forlschreiten» Hand in Hand die soziale Lage zu lösen. Abg. Fischer- Berlin (Soz.) schiebt es dem Centrum in die Schuhe, wenn die Sozialreform feiner rechten Fortgang nehme. Auch die Regierung sei nicht mit Eifer bei der Sozialreform. Eine gesetzliche Beschränkung der Arbeitszeit würde in der Industrie überall durchzuführen sein.

Staatssekretär Graf Posadowsky wendet sich gegen den Vorredner, dabei ausführend, daß er nur d i e Politik