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Samstag

28. Ddzember

heimwärts ziehen. Das wäre freilich nicht nöthig gewesen, wenn der Gesangverein „Liederkranz" nicht mehr Karten auggegeben hätte, als Sitzvlätze vorhanden waren and das läßt sich dutm Vorverkauf der Katten oder durch Zirkulation einer Liste recht gut ausführen. Außer­dem waren viele Ssniveienbe dadurch mißgestimmt, daß ein größerer Tiheil der schönsten Plätze durch die Angehörigen der VereinSnntglieder besetzt waren, welches wir bei gleichartigen Veranstaltungen der anderen hiesigen Vereine ebenfalls schon beobachtet haben. Wir sind jedoch der Meinung, daß wenn ein Verein ein öffentliches Konzert veran staltet in erster Linie das Publikum in den Vordergrund tritt und dann erst die Vereinsangehörigen,, andernfalls sollen die' Vereine Familien- abende veranstalten und Gäste bierzu einladen. WasnundieLcistungen oes Gesangvereins „Liederkranz" anbelangt, so waren dieselben musicr- giltig. Man nmß sagen, daß der Gesangverein „Liederkranz" in den letzten Jahren unter der bewährten Leitung seines kunstsinnigen Diri­genten, Herrn W. Ruth, immense Fortschritte gemacht hat. Die Ge- sammtchöre wurden sämmtlich tadellos zu Gehör gebracht, insbesondere gefielen: „Des Glockenthürmers Töchterlein" mit Sovransolo und der 6hor „Drei Augenblicke". Auch die beiden Lieder für Sopran: „So viele tausend Blumen" und „Der Zeisig", vorgetragen von Frl. Frieda st uth, ernteten reichen Beifall. Ganz besonderen Reiz übte auf die fluhörerchaft bat Sine'piel: „Försters Töchterlein oder JndenTiroler Heroen" und „Die Polizeistunde". Daß auch die Kouplets allgemein gefielen, bewies der überaus reichlich gespendete Beifall derAnwesenden. Die Klavierbegleitung hatten die Herren Lehrer Heintz und Seitz übernommen. Der Gesangverein „Liederkranz" kann daher auf seine gestrige Abendnnterhaltung mit Genugthuung sowohl in gesanglicher, wie auch in humoristisch-erheiternder Beziehung zurückblicken.

st. Ostheim, 28. Dezbr. Daß auch unsere Einwohner dem hartbedrängten Burenvölkchen mit der größten Sympathie gegenüberstehen, hat sich so recht am 2. Weihnachtsfeiertag an­läßlich der von dem hiesigen Gesangverein „E delweiß" abgehaltenen Abendunterhaltung gezeigt. Die am Schluß des Programms von Herrn Lehrer Hofacker gehaltene, von Herzen kommende und zu Herzen gehende Rede, in welcher er so recht das Elend und die Noth der armen Burenfrauen und Kinder in den englischen Konzentrationslagern den Ver­sammelten schilderte, wurde von diesen mit großem Enthusiasmus ausgenommen. Ein nicht endenwollender Beifall belohnte den echt burenpatriotischen Redner für seine so überaus klaren und deutlichen Worte. Die im Anschluß hieran veranstaltete Sammlung ergab den stattlichen Betrag von ca. 15 Mark. Sicherlich ein schönes Zeichen, da unsere Gemeinde schon früher, ebenfalls aus Anregung des Herrn Lehrer Hofacker, nam­hafte Beträge zur Linderung der Roth des unglücklichen Burenvolkes gespendet hat.

Aus dem Gerichtssaal.

Sitzung des Hanauer Schöffengerichts vom 28. Dezember.

Gegen sechs junge Bürschchen ist Anklage erhoben, weil dieselben nächtlich gesungen, gejohlt, aeschrieen und gegen die Fensterläden geschlagen haben. In Anbetracht ihrer Jugend ‘ommen sie sämmtlich mit je 1 Mk. Geldstrafe davon. — Das Dienstmädchen R. hat eigenmächtig seinen Dienst verlassen und erhielt deshalb ein Strafmandat von 15 Mk. Der Einspruch hiergegen wird verworfen. — In einem Gasthause in Kessel­stadt kam es anläßlich eines Tanzkränzchens zu einem Streit zwischen den Tanzschulern und später hinzugekommenen Mit­gliedern eines Vereins. Von den Letzteren wurde einer die Treppe hinunter expedirt; unten wollte dessen Bruder, der Lithographenlehrling A., seinem Bruder dadurch Beistand leisten, daß er die Lampe im Hausgang entzwei schlug. Als er darauf von dem Sohne des Wirths ans Licht zitirt werden sollte, schlug er diesem auch noch mit seinem Stock über den Kopf, daß eine blutende Wunde entstand. Das Gericht erblickt darin ein sehr rohes Verhalten und erkennt auf 100 Mark Geldstrafe. — Der früher in Großauheim wohnhafte vormalige Pulverhilfsarbeiter R. hat die Ehefrau G. daselbst thätlich beleidigt. Er erhält 6 Wochen Gefängniß. — Am 22. August gerieth der Spediteur S-z. mit dem Wagner- meister F. über die Reparatur eines Wagens in Wortwechsel. Der Spediteur, der behauptet, sein Gegner habe mit einer großen Raspel ihm vor dem Gesicht herumgefuchtelt, schlug dem Wagner mit der Hand aus die Nase, worauf Letzterer bem Spediteur mit der Raspel auf den Kopf schlug. Daraufhin ergriff wieder der Spediteur ein großes Stück Holz und schlug damit auf den Wagner ein, der eine Verletzung am Arm er­hielt. Die beiden Kämpfer sind der gegenseitigen Körperver­letzung angeklagt und es erhält der Spediteur als der be­ginnende Theil 60 Mk., der Wagner 30 Mk. Geldstrafe.

Hus pjah und fern.

Airlda, 25. Dezbr. Bei dem Umbau der Krypta in der Michaeltsklrche wurden s. Z. werthvolle alte Münzen, aus dem 11. Jahrhundert stammend, gefunden. Eine Anzahl dieser Münzen hat das Königliche Münzkabinet in Berlin zum Preise von 2275 Mk. erworben, 25 5 Stück dagegen das Casseler Museum angekaust. In der letzten Stadtverordneten- verjammlung wurde beschlossen, die von dem Funde noch übrigen 1600 Münzen für das hiesige Museum zum Preise von 1650 Mk. anzukaufen, ebenso eine goldene Armspange, für die das Casseler Museum 2000 Mk. geboten hat, zum Preise von 2005 Mk. zu erwerben. Von dem Erlöse soll die Hälfte den Arbeitern, die den Fund gemacht, überreicht werden, während die andere Hälfte zur Restaurirung der Michaelis­kirche Verwendung finden soll.

Offenbach a. M., 26. Dezbr. Die Stadtverordneten­versammlung hatte in Folge mündlicher Verhandlungen mit einem Vertreter des Finanzministeriums in der Sitzung am 19. er. den Beschluß gefaßt, das ehemals fürstliche Isen­burg i s ch e Palais und die in der Gemarkung liegenden neun Feldgrundstücke des ehemals fürstlich Jsenburgjichen Be­sitzes für 300,000 Mark zu erwerben. Darauf hat jedoch das Finanzministerium beschlossen, am 30. Dezember eine Verstei­gerung der sämmtlichen Grundstücke stattfinden zu lassen, und dieses Vorgehen hat, wie die „Offenb. Ztg." mittheilt, der Stadtverordnetenversammlung Veranlassung gegeben, am 24. Dezember in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluß vom 19. er. wieder aufzuheben und zu beschließen, sich angesichts der ange­setzten Versteigerung nicht an dem Ankauf zu betheiligen. — Das Messer spielte am 1. Weihnachtstage leider wieder eine traurige Rolle. In der Nohrstraße geriethen abends zwischen 8 und 9 Uhr mehrere Personen mit dem 17 Jahre alten Jn-

stallateur Joh. Miltenberger in Streit, der schließlich in eine wüste Messerstecherei ausartete. Der frühere Bureaugehilfe Wilhelm Stiefel erhielt dabei einen Stich in den Ober­schenkel, der ihn schwer verletzte. Als der auf der Gas­anstalt beschäftigte Miltenberger am zweiten Feiertag seinen Dienst nicht antrat, wurde gegen 11 Uhr vormittags nach seiner Wohnung geschickt, wo er blutüberströmt und bewußtlos in seinem Bette ausgefunden wurde. Nachdem dem Schwer­verletzten durch die städtische Verbandsstelle ein erster Verband angelegt war, erfolgte seine Ueberführung in das Krankenhaus, wo er gestern Abend, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, gestorben ist. Neun Personen, die gemeinschaftlich über den Getödteten mit Messern hergefallen sind, wurden be­reits verhaftet, sodaß die Messerhelden der verdienten Strafe nicht entgehen werden. — In derselben Nacht entstand zwischen einem Soldaten und mehreren Zivilisten ein Streit, bei dem das Seitengewehr gebraucht wurde, sodaß es schließlich abbrach. Verschiedene der Betheiligten erhielten so erhebliche Verletzungen, daß sie theils in das Krankenhaus, theils in ihre Wohnung verbracht werden mußten. Angeblich ist dieser Streit eine Fortsetzung der ersten Messerstecherei gewesen.

Bingpn, 25. Dezbr. Nachdem gestern Morgen zu Trech­tingshausen bei Bingerbrück ein Schiffszimmermann von einem Zuge überfahren worden ist, passirte laut „Nh. Kur." abends um 8 Uhr aus dem hiesigen Güterbahnhofe ein ähnliches schreck­liches Unglück. Dort gerieth der Nangirer Lamoth aus Dromersheim zwischen die Puffer zweier Wagen, von denen ihm der Brustkasten eingedrückt wurde. Er war 39 Jahre alt.

ö Aschaffenburg, 27. Dezbr. Dem Saniiäts-Ser- geanten Kneisel vom 9. Infanterie-Regiment, Sohn des bekannten „Rosenwirths" aus unserer Nackbargemeinde Stock­stadt, wurde für hervorragende Verdienste während der Feld- züge in Kamerun das Verdienstkreuz mit Schwertern verliehen und dieser Tage vor der Front des ganzen Regiments vom Regimentskommandeur feierlich an die Brust geheftet. Der tapfere Dekorirte ist auch bereits im Besitze des Militär-Ehren­zeichens 2. Klasse, das ihm schon während seines Dienstes bei der Schutztruppe in Kamerun vom deutschen Kaiser verliehen wurde, nachdem sich Kneisel in mehreren Gefechten in beson­derer Weise ausgezeichnet hatte.

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Gebrauchs-Muster.

Nr. 163 806. Walkvorrichtung für Schuh- und Stiefel­oberleder, bezw. Einsätze und Laschen, bestehend aus zwei gleichen, aus der Horizontallage in die senkrechte Walklage umlegbaren Formplatten mit angelenkten Zungen- und Zehen­theilen und Befestiaungsmitteln. Reinhold Benz in Frank­furt a. M., Stiftstraße 12, vom 6. Dezember 1900 ab. — B. 16 030. Kl. 71c.

Nr. 163 591. Kinder- und Thierstimmen - Imitations- Postkarten mit Schutzblatt. Alfred Ja s s é in Frankfurt a. M., Bergerstraße 95, vom 15. August 1901 ab. — I. 3562. Kl. Mb.

Auszüge aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel.

Breitenborn. Zum Zwecke der Aufhebung der Ge­meinschaft, die in Ansehung der in der Gemarkung Breiten­born belegenen, im Grundbuche von Breitenborn zur Zeit der Eintragung des Versteigernngsvermerkes auf den Namen: 1) des Taglöhners Heinrich Hartwig (Carl Friedrichs Sohn) zu Breitenborn, 2) des Glasmachers Johannes Hartwig zu Ellbogen, 3) der Ehefrau des Töpfers Johannes Bium, Ka­tharina, geb. Hartwig, zu Marjoß, 4) der Ehefrau des Hutmachers Franz Fritz, Marie, geb. Hartwig, zu Nieder­rad, eingetragenen Grundstücke besteht, sollen diese Grundstücke am 21. Januar 1902, vormittags 9 Uhr, durch das König­liche Amtsgericht zu Wächtersbach — Zimmer Nr. 1 — ver­steigert werden.

Kili anstâdten. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Kilianstädten belegenen, im Grundbuche von Kilianstädten zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermcrkes auf den Namen: a. der ledigen Ka­tharine Schmidt, b. der ledigen Elisabeth Schmidt (Ja- kob's Kinder) eingetragenen Grundstücke am 24. Februar 1902, vormittags 10 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Windecken versteigert werden.

Schiffsnachrichten,

New-Uork, 23. Dezbr. Der Dampfer „Statendam" von der Niederländisch - Amerikanischen Dampfschifffahrts­Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.

Bremen, 21. Dezbr. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Barbarossa" ist gestern in New-Dork eingetroffen.

Htrmlmrg, 22. Dezbr. Der Dampfer „Troja" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in St. Thomas und der Dampfer „Arcadia" vorgestern in Philadelphia eir getroffen.

Drahtnachrichten.

Schwere Havarie.

Hd. Marseille, 28. Dezbr. Infolge eines falschen Manövers rannte gestern das Dampfboot Nr. 48 mit 80 Passagieren an Bord gegen den Schleppdampfer „Ville de Marseille". Beide Dampfer erlitten schwere Havarie. Die Passagiere wurden nur mit großen Anstrengungen gerettet. Personen sind nicht verletzt, doch ist der Materialschaden be­deutend.

Venezuela und Deutschland.

Hd. New-Uork, 28. Dezbr. Nach neueren Meldungen aus La Guayra ist Präsident Castro entschlossen, die deutschen Forderungen nicht zu bewilligen. Er läßt Caracas mit Außen­forts befestigen und nach allen Landestheilen Munition schaffen. Wie weiter berichtet wird, beabsichtigt der deutsche Geschäfts­träger heute das Ultimatum zu überreichen und falls Castro diesem nicht Folge leistet, La Guyara sowie zwei andere Häfen zu besetzen.

Von Kuweit.

Hd. Bonbon, 28. Dezbr. „Daily Mail" melden aus Konstantinopel : Die englische Botschaft bementirt auf das Entschiedenste die Meldung, wonach die türkische Flagge in Koweil von englischen Matrosen beruntergebolt worden sei.

SÄmeestnem in Mittel-Norwegen.

Hd. Kopenhagen, 28. Dezbr. Ein furchtbarer Schnee­sturm ist gestern Abend über ganz Mittel-Norwegen hinweg­gegangen. Christiani« ist fast gänzlich von allen Verbindungen abgeschnitten. Zahlreiche Unfälle werden berichtet.

Drahtlose Telegraphie.

W. Halifax, 28. Dezbr. (Reuter.) Marconi be­sichtigte gestern verschiedene Stellen zur Anlage der geplanten Station für die drahtlose Telegraphie in Cap» Breton. Er erklärte, die Station werde sicherlich errichtet, und, wie er hoffe, mit der Anlage derselben im Februar be­gonnen werden. Praktische Versuche mit transatlantischen Uebermittelungen würden drei Monate später angestellt werden.

Gefahrvolle Lage.

W. Moskau, 28. Dezbr. Im Gebäude der Peters­burger Versicherungsgesellschaft am Theaterplatz, in dem sich auch das G astb au s Metropol befindet, brach gestern Nachmittag 3 Uhr Feuer aus, dos nach angestrengter Arbeit von der Feuerwehr bewältigt wurde. 30 Feuerwehr­leute, welche sich in Hängekörben vom Dach des fünfstöckigen Gebäudes auf das Gesims des vierten Stockes herabließen, lagen daselbst längere Zeit bewußtlos. Später wurden sie durch Leitern gerettet und in's Spital geschafft.

Revolution in Buenos Aires.

W. New-Uork, 27. Dezbr. (Reuter.) Einem Tele­gramme aus Santiago zufolge, läuft dort das Gerücht vom Ausbruch einer Revolution in Buenos Aires um.

Zionisten-Kongretz.

Hd. Basel, 28. Dezbr. Gestern Abend erhielt der Vor­sitzende des Z i o n i st e n - K o n g r e s s e s Dr. Theodor Herzl aus Konstantinopel folgendes Antwort-Telegramm auf das an den Sultan im Namen des Kongresses gesandte Be­grüßungs-Telegramm : '„Ich habe zu Füßen des Thrones die Huldigungs-Adresse des Kongresses, welche in ihrein Tele­gramm enthalten ist, niedergelegt und beeile mich auf Befehl seiner Majestät Ihnen allerhöchst seine kaiserliche Genugthuung auszudrücken. Ibrahim Bey.

Unterschlagungen-

Berlin, 28. Dezbr. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Zwickau : Der Gemeinde-Vorstand von Eckartsbach, Guts­besitzer Ehrler, ist nach bedeutenden Unterschlagungen amtlicher Gelder flüchtig geworden. Die Höhe der unterschlagenen Kassen-Beiträge übersteigt bis jetzt bereits die Summe von 45 000 Mk.

Der Krieg in Südafrika.

W. London, 27. Dezbr. Kitcheners neueste Hiobspost wirkt ungemein niederdrückend. „Daily Mail" meint, die Meldung könne nur Beunruhigung bei Allen er­zeugen, die den Kriegsverlauf noch scharf überwachen. Das Blatt dringt darauf, daß Kitcheners Armee durch mehr berittene Truppen schleunigst verstärkt werde. Die „Times" trösten sich, Dewets Angriff könne die Ausführung des allgemeinen Operationsplanes Kitcheners nicht wesentlich beeinflussen. „Standard" philosophirt, ein gelegentliches Mißgeschick während der gegenwärtigen Kriegsphase sei nicht erstaunlich und es sei kein Grund vorhanden, sich dadurch beunruhigen zu lassen.

W. London, 27. Dezbr. „Reuters Bureau" meldet aus Bloemfontein vom 26. Dezember: Gestern über­raschte Hamilton das Lager Prätorius, nordwestlich von Drangia. Ein Bur wurde getödtet, fünfzehn Buren gefangen. Oberst Dumoulins nahm südwestlich von Orangia den Feld- kornet Jacobus Dutoit und 28 Mann gefangen.

Hd. London, 28. Dezbr. Wie gerüchtweise verlautet, steht die Rückberufung Lord Methuens aus Südafrika bevor. Derselbe soll das Kommando des irländischen Armee-Korps übernehmen an Stelle des Herzogs von Connaught, welcher in das Kriegsamt zurückkehct.

Hd. London, 28. Dezbr. Kein Morgenblatt veröffent­licht Einzelheiten über das Gefecht von Oueensfontein. Auch amtlicherseits wird keine authentische Mittheilung darüber ge­macht. Dagegen stellen verschiedene Korrespondenten fest, daß der Krieg im Oranjestaat einen neuen Aufschwung genommen hat, obgleich man sich der Hoffnung hingegeben hatte, den Feind aus dem Oranjestaat gänzlich hinausgedrängt zu haben.

Hd. London, 28. Dezbr. „Daily Mail" meldet aus Pretoria: Der englische Kommandant Chapmann hatte ein neues Gefecht mit den Buren an der Grenze des Zululandes. Einzelnbeiten fehlen noch.

Hd. London, 28. Dezbr. Wie aus Standerton ge­meldet wird, betragen die Verluste der Abtheilung berittener Infanterie, welche von den Buren bei Ermelo überrascht wur­den, 10 Todte und 15 Verwundete.

Hd. Paris, 28. Dezbr. Einer hiesigen Zeitungsmeldung zufolge geriethen in dem Gefecht bei Oueensfontein 700 Engländer in Gefangenschaft. 75 mürben- getöd tet.

Gegen die polnischen Demonstrationen.

Hd. Berlin, 28. Dezbr. Der akademische Senat der hiesigen Universität hat in seiner gestrigen Sitzung zwek Stu- dirende polnischer Zunge, welche an der gegen Professor Schie­mann am 13. d. Mts. gerichteten Demonstration theilgenom­men haben, mit Entfernung von der Berliner Universität bestraft und gegen zwei weitere Studenten, die sich ebenfalls an jener Kundgebung betheiligt haben, auf Androhung bet Entfernung von der Universität und eine mehrtägige Karzer­strafe erkannt. Ein anderer aus Russisch-Polen stammender Theilnehmer ist bereits als lästiger Ausländer ausgewiesen worden. — Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Zürich: Hier tagt seit 14 Tagen ein internationaler Kongreß polnischer Studenten aller europäischen Hochschulen. Besonders stark sind Oesterreich und Deutschland vertreten. Zahlreiche Dele-