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General-Anzeiger.
AMillhes Organ für Lindt- und Landkreis Hanan.
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Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- imb Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: G. S ch r e ck e r in Hanau.
Nr. 2 9 5. Stiirl^mflretofW «r. 98. Mittwoch den 18. Dezember. B-zlrks-FerichrrämMW Nr. 98. 19 01
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 38.
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Amtlichss
Candkreis Ran au.
Bekanntmachungen des Königl. Landrathsamtes.
Mit der Berichterstattung auf meine Rund Verfügung vom 15. April er. — V 3505 — betreffend die halbjährlich einmal auszuführenden polizeilichen Fabrikrevisione», ist noch eine Anzahl der Herren Bürgermeister des Kreises im Rückstände.
Indem ich die vorgenannte Verfügung in Erinnerung bringe, sehe ich der Berichterstattung innerhalb 8 Tagen b e- stimmt entgegen.
Hanau den 13. Dezemmber 1901.
Der Königliche Landrath.
V 13427 v. Schenck.
Stadtkreis Ranau.
TelaMma Iminen des Oberbürgermeißeramtes. Belauntittachung.
Die von uns genehmigten Entwürfe zu den Haushaltsplänen
der Oberrealichule,
„ höleren Mädchenschule,
„ Knaben- und Mädchen-Mittelschule,
„ „ „ „ Volksschule,
„ kaufmännischen Fortbildungsschule, „ gewerblichen „ für das Rechnungsjahr 1902 liegen vom 19. d. Mts. an L Tage lang im Stadisekretariat, Rathhaus, Zimmer 21, zur Einsicht der Gemeindeangehörigen offen.
Hanau den 18. Dezember 1901.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 21091
Gefmidtile und üellorciic Gegenstände rc.
Gefunden: 1 weist uns grau gestreifte Schürze. 1 Photographie mit Rahmen. 1 Rasirmesser mit schwarzem Griff. 1 Taschentuch, im Vorzimmer der städtischen Sparkasse (Rathhaus).
Verloren: 1 seidener Damengürtel mit weißer Schnalle.
Hanau den 18. Dezember 1901.
Hus Stadt und Cand.
H'vau, 18. Dezbr.
* Familieuschui; im Gastwirthsgewerbe. Durch den Umstand, daß die kürzlich verstorbenen Gasiwirthe Ludw. Forbach, Enkheim und Wilh. Friedr. Gerk, Fechenheim, Mitglieder der Stelbekasse des Bundes Deutscher Gasiwirthe (jur. Person, Sitz in Darmsiadl) waren, wurden durch den Ortsrechner für den Bezirk, Herrn Gastwirth Otto Stemmler, Hanau, die ansehnliche Sterberente im Betrage von zusammen M. 2000.— an die Hinterbliebenen aufs Prompteste ausbezahlt. Es ergibt sich hieraus, wie wohlthätig die Mitgliedschaft eines so fürsorgenden Instituts für die Familie ist. Diese Kasse hat in den 7^2 Jahren ihres Bestehens über 1200000 Mark an deutsche Galtwirthsfamilien (ca. 1100 M. pro Familie) ausbezahlt, wohl der beste Beweis für die Leistungsfähigkeit dieses segensreichen Instituts. In Folge der besonderen Vorzüge und der niedrigen Beiträge sind denn auch, trotz des verhâltnißmäßig kurzen Bestehens der Kasse, bereits mehr als 10000 Beitritte erfolgt. Die deutschen Gastwirthe und deren Frauen erkennen immer mehr den hohen Werth dieses Instituts und den Schutz, den die Mitgliedschaft ihren „ Familien bietet, so daß das Gedeihen dieser Kasse als ein sehr gutes bezeichnet werden kann, was im Interesse des Humanen Zwecks derselben nur freudig zu begrüßen ist.
* Weihnachtsmarkt. Gestern wurden die Plätze für den Weihnachismarkt, 50 an der Zahl, verloost. Heute werden die Buden arrgeschlogen, morgen beginnt der Verkauf.
):( Ueber fahren. Ein 5jähriger Junge Sch. wurde gestern Vormittag von einem Fuhrwerk am Hesnschen Hof überfahren. Das Rad ging demselben über das linke Bein, doch ist die Verletzung glücklicherweise nicht gefährlich.
):( Das Haupirohr der städtischen Wasserleitung platzte gestern Abend in der Schäfergasse, es wurde die ginge Nacht an der Ausbesserung gearbeitet.
* Thierquälerei. Ein hiesiger Fuhrwerksbesitzer fuhr mit seinem abgemagerten Gaul, der einen Wagen Kohlen zu
ziehen hatte, durch die Vorstadt. Als der Gaul nicht vorwärts kommen konnte, wurde er von seinem Herrn derart mißhandelt, daß die Anwohner großes Aergerniß daran nahmen.
* Suggestions-Soiree. Die gestern von Herrn Krause veranstaltete zweite Experimental-Vorstettung auf dem Gebiete der reinen Suggestion erfreute sich eines recht guten Besuches und dürfte gleich der ersten viel dazu beigetragen haben, diesen noch vielfach angezweifelten und mit einem gewissen Vorurtheil betrachteten Zweig der Wissenschaft weiteren Kreisen verständlicher und einleuchtender zu machen. Gleichzeitig war sie aber auch ein erneuter Beweis für die Tüchtigkeit und Geschicklichkeit des Suggestors Herrn Krause, der nebenbei noch durch die originelle Art der Experimente sein Publikum vorzüglich zu unterhalten und zu belustigen verstand, sodaß der Abend nicht nur höchst interessant und lehrreich, sondern auch sehr amüsant verlief und sicherlich einen jeden Besucher völlig befriedigte, was der lebhafte Beifall am Schlüsse der Vorstellung dokumentirte.
* Ans Anlatz des Weihnachts- und Nenjahrs- festes werden eine Anzahl Sonder-Personenzüge eingestellt werden. Arbeilerzüge, welche sonst Sonntags fahren, werden auch am Dienstag den 24. und Dienstag den 31. Dezember gefahren, und Arbeiterrüge, welche sonst Montags fahren, werden auch Freitag den 27. Dezember und Donnerstag den 2. Januar gefahren. Die Fahrzeiten sind aus den auf den Bahnhöfen angeschlagenen Sonder-Fahrplänen zu ersehen.
Der Andrang von Inseraten in Letzter Stunde hatte zur Folge, datz verschiedene Artikel für die nächste Nummer zurückgestellt werden mutzten.
Hus J4ab und fern.
Schlüchtern, 17. De-br. Am Montag Morgen wurde eiq hiesiger Einwohner, der Mitinhaber einer Jagd ist, wegen Jagdvergehens verhaftet und alsbald nach Hanau in Unter- suchuvgsbast verbracht.
O Aus dem Mümlingthale, 17. Dezbr. Im unterfränkischen Gebirgsdorfe Urspringen ereignete sich ein erschütternder J a g d u n f a l l. An der daselbst am letzten Samstag abgehaltenen Treibjagd beteiligte sich nämlich u. A. der Metzgermeister Klein mit seinem erwachsenen Sohne. Aus einer noch nicht völlig aufgehellten Ursache entlud sich dabei das Gewehr eines mitbetheiligten Schützen und der Schuß durchdrang die Hüfte des jungen Klein. Der Getroffene ist inzwischen seinen schweren inneren Verletzungen erlegen.
Weinheim, 16. Dezbr. Auf der Weinheimer Nebenbahn verlor ein Herr einen Beutel mit 20 000 Mk. Eine Frau entdeckte das Geld und nahm cs zu sich, um es der Bahnbehörde zu überliefern. Der Herr bemerkte inzwischen seinen Verlust, kommt athemlos zurück und nahm freudestrahlend seinen Verlust in Empfang. Als Finderlohn überreicht ihr der noble Herr 20 Pfennig.
Einbeck, 16. Dezbr.. Am vorigen Mittwoch begaben sich drei „arme Reisende" in das Haus des hiesigen Bürgermeisters und baten um ein Glas Wasser. Die Frau des Bürgermeisters verabfolgte das Gewünschte, war aber überrascht, als sich einer von den Dreien inzwischen entfernt hatte. Als am Abend der Bürgermeister heimkehrte, sprang dessen Schweißhund fortwährend an der Thür des Schlafzimmers in die Höhe. Das seltsame Gebühren des Hundes veranlaßte den Bürgermeister, die Thür zu öffnen, und im Nu sprang der Hund unter das Bett und zog den am Morgen plötzlich verschwundenen dritten Mann hervor. Das Thier hatte denselben am Halse gepackt und nicht unerheblich verletzt.
Hus aller Mell.
Selbstmord. In Golssen (Kreis Luckau) hat sich der städtische Steuererheber Schulz erschossen. Eine Revision der von ihm verwalteten Kassen ergab, daß er Jahre lang bedeutende Unterschlagungen begangen hat, deren Umfang bis jetzt noch nicht festgestellt werden konnte.
Explosion. Gestern Mittag flog die Gclatinebude der Dresdener Dynamitfabrik bei Freiberg in die Luft. Zwei Arbeiter wurden getödtet, einer schwer, mehrere leicht verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Die Ursache der Explosion ist noch nicht festgestellt.
Erdbeben. In - Agram. fand gestern Nachmittag 31/4 Uhr ein heftiges Erdbeben in der Richtung von Nordost gegen Südwest statt, das 5 Sekunden dauerte. An vielen Häusern zeigen sich Sprünge. Von den Dächern fielen viele Kamine. Verletzt wurde Niemand. Die Bevölkerung blieb ruhig.
Drahtnachrichten.
Hd. Berlin, 18. Dezbr. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurde gestern die von der Buchhandlung „Vorwärts" herausgegebene Weihnachtszeitung „Arbeitslos" k o n f i s z i r t. Gefunden wurden in der Buchhandlung zirka 13 000, in der Druckerei 17 000 theilweise noch unfertige Exemplare. Auch die Platten wurden aus der Maschine genommen und mit Beschlag belegt. Die Beschlagnahme erfolgte auf Grund des Aufreizungs-Paragraphen des Strafgesetzbuches. Wie der „Vorwärts" berichtet, hat die Saatsanwaltschaft diese Aufreizung in dem Gesammtinhalt besonders aber in dem Gedichte auf der Titelseite gefunden.
Hü. Berlin, 18. Dezbr. Großfürst Michael A l e x an d row it sch ist gestern Abend von Berlin abgereist. Vor der Abfahrt fand ihm zu Ehren ein Diner in der russischen Botschaft statt. Das Festmahl trug einen überaus herzlichen Charakter. Der Kaiser hatte die Uniform des russischen Dragoner-Regiments „Narva" angelegt, der russische Tronfolger preußische Ulanen-Uniform. Nach dem Diner geleitete der Kaiser seinen Gast nach dem Bahnhof Friedrichstraße, wo er sich aufs Herzlichste von ihm verabschiedete.
Hd. Berlin, 18. Dezbr. Marquis Ito hat mit seiner Begleitung gestern Berlin nach 12tägigem Aufenthalt wieder verlassen und sich zunächst nach Brüssel begeben. Die Abreise erfolgte mit dem Nord-Expreßzuge um 11 Uhr. Zahlreiche Mitglieder der japanischen Kolonie und der japanischen Gesandtschaft waren zur Verabschiedung anwesend. Von der hiesigen offiziellen Welt war nur der Attache v. Nichthosen erschienen. — Ueber den Eindruck, mit dem die Herren von hier scheiden, sprach sich einer derselben einem Mitarbeiter des „Lokal-Anzeiger" gegenüber dahin aus, daß die Herren sehr befriedigt von Berlin abreisen. Mit besonderer Dankbarkeit gedachten sie des Kaisers. Er sei überaus gnädig zu ihnen gewesen und wie in der Audienz habe der Kaiser diese seine Stimmung auch gestern bei dem Festmahl zu Ehren des russischen Thronfolgers bezeugt.
Hd. Berlin, 18. Dezbr. Den Lemberger Polenblätteru wird aus Berlin gemeldet, es sei an allen dortigen polnischen Vereinen von der Polizei die Weisung ertheilt, daß in Zukunft in allen polnischen Versammlungen in Berlin nur deutsch verhandelt werden dürfe. Im Polytechnikum zu Braurffchweig wurde der polnische Lese-Verein vom Senat aufgelöst. Die polnischen Studenten traten korporativ aus und siedeln nach Lemberg über. Einem Bürger-Komitee in Samber, welches eine Protest-Versammlung cinberufen batte, erklärte der Bezirkshauptmann, die Besprechung der Wreschener Vorgänge und des Gneiener Urtheils werde nicht geduldet.
W. Berlin, 18. Dezbr. Dem „Lok.-Anz." zufolge v c m it g lü d t e in der Metallgießerei Friedrichsberg ein Schl0ssergeselle, der der Maschinenwelle zu nahe kam. Er erlitt Arm- und Beinbrüche, sowie innere Verletzungen und verstarb alsbald. — Das „Berl. Tagebl." melvet aus Kiel: Der Messerstecher wurde in der Person eines aus Oesterreich stammenden, von der Universität wegen Diebstahls verwiesenen Studenten der Medizin festgestellt.
W. Brest, 18. Dezbr. Hier fand gestern eine Versammlung von 3000 Arbeitern deS Kriegshafens statt, in der eine Resolution angenommen wurde, daß nur ein Gesammtausstand den Arbeitern zur Erlangung ihrer Sortierungen verhelfen sönne. Von den Hafenarbeitern in Cherbourg wurde ein ähnlicher Beschluß gefafp.
W. Paris, 18. Dezbr. Ueber den Tod des früheren französischen Botschafters in Berlin, Herbette, werden folgende Einzelheiten gemeldet: Hcrbettc wurde gestern Abend 5 Uhr auf der Straße an der Ecke der Rue des bains und der, Rue de St. Pètersbourg vom Schlage getroffen und stürzte todt nieder. Passanten brachten die Leicke nach dem Polizeikommissariat. Die Jndentität derselben konnte zunächst nicht festgestellt werden, da sich in den Taschen des Verstorbenen keinerlei Papiere fanden, die über fehle Person Ausschluß gaben. Erst ein Säm ider, dessen Firma im Neberrocke Herbettcs eingetragen war, erkannte die Leiche. Sian glaubt, daß Herbette, _ der schon längere Zeit an Diabetes litt, infolge einer Gehirnkongestiou verstorben ist. Er hat ein Alter von 62 Jahren erreicht.
W. Marseille, 18. Dezbr. Die Lage des 800 Meter von der Rhone-Mündung gestrandeten Dampfers „Kleber" ist kritisch geworden. Der Obermaat wurde über Bord gespült und ertrank. Retmugsbomc konnten sich bisher dem Dampfer nicht nähern.
Hd. Lsndon, 18. Dezbr. „Central News" berichten aus New-York: Der Kaufvertrag über die dänischen Antillen sei gestern zwischen dem Staatssekretär Hay und dem dänischen Gesandten unterzeichnet worden. Der Kaufpreis betrage 4 Millionen Dollar. Die Inseln würden dieselbe Verfassung erhalten, wie die Philippinen Der Vertrag sei bereits nach Kopenhagen zur Ratifikation gesandt worden.
Landtagssesston.
Hd. Berlin, 18. Dezbr. Wie die „Nationalliberale Korrespondenz" hört, besteht regierungsseitig die Absicht, die Dauer der kommenden Landtags-Session möglichst abzukürzen. Alles Interesse wird sich in den nächsten Monaten auf die Fertigstellung des Zolltarifs richten, sodaß es begreiflich erscheint, wenn davon Abstand genommen wird, im Landtage neue Aufgaben zur Diskussion zu stellen, welche die