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Seite 2 Donnerstag

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Stimme geben müsse, der dem Stand der Bierbrauereibesitzer und Landwirthe angehört.

Dieser Auffassung können wir uns durchaus nicht an­schließen. Es ist an sich nichts dagegen einzuwenden, wenn die Gewerbetreibenden der Ansicht sind, sie müßten in Zu­kunft durch eine größere Anzahl von Mitgliedern in der städt. Körperschaft vertreten sein, doch darf bei der Auswahl von Kandidaten dieser Gesichtspunkt nicht allein maßgebend sein. Speziell im vorliegenden Fall liegt wohl kaum ein Grund vor, Demjenigen von den beiden in Frage stehenden Kandidaten den Vorzug zu geben, welcher Bierbrauereibesttzer und Landwirth ist.

Ein Landwirth ist bereits in der St.-V.-V. und das scheint bei der geringen Bedeutung, welche landwirthschastliche Fragen für die St.»V.-V. haben, vollkommen auszureichen.

Das Brauereigewerbe ist ebenfalls bereits in der städt. Körperschaft vertreten und liegt auch hier ganz gewiß kein Be­dürfniß für einen weiteren Sachverständigen vor.

Ein anderer sehr erwägenswerther Gesichtspunkt ist in­dessen der, daß seither bei der Wahl der Kandidaten mög­lichst Rücksicht darauf genommen wurde, daß nicht eine poli­tische Richtung zu sehr die Ueberhaud in den stâdt. Körper­schaften bekomme.

Nachdem jetzt 4 Sozialdemokraten in die St.-V.-V. ge­wählt sind, denen möglicherweise bei den späteren Wahlen noch weitere folgen, ist natürlich die politische Mittellinie stark nach links verrückt worden. Diese Thatsache wird für Alle, weiche es nicht für wünscheuswerth halten, daß die linksstehenden politischen Parteien eine große Majorität in den städt. Körper­schaften haben, ein Grund sein, dem politisch mehr rechts stehenden ihre Stimme zu geben, wenn es sich um zwei sonst gleichwerthige Kandidaten handelt.

Der politisch mehr rechts stehende ist aber im vorliegenden Fall ausnahmsweise nicht der Vertreter der Landwirthschaft, dieses sollten auch die Herren Gewerbetreibenden bedenken, wenn sie der Frage, welchen von den beiden Kandidaten sie ihre Stimme geben, näher treten. -s.

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.

Telegramm «ms Hamburg vom 12. Dezember,

9 Uhr 35 Min.

Ein Maximum von über 760 mm liegt jenseits der Alpen, ein Minimum unter 745 mm über Nordwest-Rußland, unter 738 mm südöstlich von Irland. In Deutschland ist das Wetter kälter, veränderlich.

Prognose für den 13. Dezember: Etwas kälteres, im Süden wärmeres Wetter mit Niederschlägen wahrscheinlich.

Barometerstand

Kanemer Pereinsnachrichtea

für Donnerstag den 12. Dezemb - r.

Abends 7 Uhr im Saale der .Centralballe": Wohlthätigkeits-Konzert zu Gunsten des Vaterländische» Frauenvereins.

Klrchenchor der Marienkirche: Abends präcis 8 Uhr: Probe in der höheren Mädchenschule.

liirchenchor der Johanniskirche: Abends präcis 8 Uhr: Probe im Uebungssälchen der Kirche.

Evang Männer- und Jünglingsverein: Btbelstunde (Ev. Vereinshaus). Arendssscher Stenogravhenveretn (gegründet 1897): Vereinsabend in der Restauration „zur großen Krone".

Turn- u. Fechtklub : Fechten

Katholischer Männerverein : Vereinsabend in der „Restauration Mohr" (Krämerstraße).

Gesangverein „Fröhlichkeit": Singstunde im Vereinslokale.

Dramatisch-litterarischer Verein „Melpomene" (im Gasthaus „zur Sonne"): Lesung.

Babelsberger Stenographen-Verein im Gasthaus zu den .3Rindern": Uebungsabcnd für Korrespöndenzschrift.

Deutschnationaler Handlungsgehilfen - Verband, Ortsgruppe Hanau: Vereinsabend in der „Karthaune .

Allgemeiner Radfahrer-Verein tUnion": Vereinsabend im Restaurant „Carlsberg".

Radfahrerverein „Vorwärts": Zusammenkunft im Gasthaus „z. Sonne". Erste Hanauer Poulegesellschaft: Preisspier im .Deutschen Haus"

Erster Hanauer Fußball-Klub 1893: Klubabend im Vereinsloka! (Brauerei Kaiser, Altstadt).

Radfahrerverein Hanau 1885; Klubabend in der „Centralhalle".

Hanauer Fußball- und Cricketklub: Vereinsabend in der Restauration „Alemannia".

Spessart-Touristenverein: Vereinsabend im Gastbaus „z. Elephanten". Freiwillige Feuerwehr: 2. Komp im „Krahnen", 3. Komp. im „Karpfen". 6. Komp, in der Brauerei Beck.

Aus dem GerichtsSaal.

Sitzung der Strafkammer n vom IL Dezbr.

Körperverletzung.

Auf dem Bahnhof Elm trafen eine Anzahl Arbeiter zu­sammen, von denen zwei in Feindschaft lebten. Es waren dies der Schneider S. von Schwarzenfels und der hier be­schäftigte Pulverarbeiter R. aus demselben Orte. R. rief seinem Gegner den Schimpfnamen „Spitz" zu und setzte auf dem Bahnhof Sterbfritz die schnodderigen Bemerkungen fort. Die Beiden geriethen auch noch thätlich aneinander und in

einem Bahnwärterhause holte sich nachher R. einen Stock und schlug dem S. auf die Stirn, daß eine blutende Wunde ent­stand. R. wurde vom Schöffengericht zu einer Getüngniß- strafe verurtheilt, wogegen er Berufung einlegte. Er sagt, der S. sei an Allem schuld und er habe sich in der Nothwehr be­funden. Er bittet um Freisprechung, evtl, um eine Geldstrafe, weil er sonst seine Stellung verliere. Das Gericht betrachtet die bestehende Feindschaft als Milderungsgrund und erkennt unter Aufhebung des ersten Urtheils auf 30 Mk. Geldstrafe.

Freigesprochen.

Der Feld- und Waldschütze S. zu Buchenberg steht im 72. Lebensjahr und ist in diesem Aiter noch auf die Anklage­bank gekommen, weil ihn der Förster im siskalischen Walde auf dem Anstand betroffen haben will. Er verwahrt sich aber dagegen und sagt, das sei seit Jahren sein Platz, wenn er die Aufsicht über die an die betr. Waldecke stoßenden Wiesen und das sonstige Gemeindeeigenthum ausübe. Auch könne er mit seinem geschwächten Augenlicht keiner Jagd mehr' obliegen. Das Schöffengericht zu Neuhof hatte den Angeklagten freigeffwochen, weil nicht anzunehmen sei, daß dieser sich in seinen alten Tagen so weit vergesse und unberechtigt jage. Gegen das freisprechende Urtheil hat der Amtsanwalt Berufung eingelegt. Der Förster bekundet, er habe den Angeklagten auf fiskalischem Boden mit dem Gewehr betroffen, und auf seine Frage, was er da mache, hätte er geantwortet, er wolle sehen, ob da kein Bock anstrete. Der Angeklagte behauptet, es liege ein Mißverständniß vor, das Gespräch habe anders gelautet. Die Berufung wird verworfen, weil das Gericht sich ebenfalls nicht von der Schuld des Angeklagten überzeugen konnte.

S t r e i k v e r g e h e u.

Wegen Streikvergehens ist der Maurer L. von Fulda vom dortigen Schöffengericht zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Er soll während des im vorigen Jahre dort stalt- gehabten Maurerstreiks unter Drohungen zum Streik aufgereizt haben. Er behauptet, man habe den Verkehrten gegriffen, die inkriminirte Aeußerung habe ein Anderer gethan. Dies will er durch Zeugen bewei'en. Die Verhandlung wird behufs Ladung der Zeugen vertagt.

Das Messer.

Am 18, August ging der Knecht M. zu Wettges abends durchs Dorf, um sich zu seiner Geliebten zu begeben. Ver­schiedene auf der Dorfstraße stehende Burschen warfen mit Steinen hinter ihm her und verfolgten ihn auch, als er über den Zaun des Gartens geturnt war, in welchem er seine Ge­liebte erwartete. Er hatte sich hinter einen Baum gestellt und als die offenbar eifersüchtigen Verfolger mit einem Stück Holz danach warfen, trat er hervor und gerieih mit dem Heinrich S. ins Handgemenge. Die Kämpfenden fielen zur Erde und nachdem sich M. wieder erhoben, versetzte er seinem Gegner einen Messerstich ins Gesicht. Das Gericht nimmt an, daß eine Überschreitung der Nothwehr vorliegt und erkennt auf eine Gesängnißstrase von 3 Monaten.

Hus piab und fern.

Fulda, 11. Dezbr. Die auf gestern anberaumte Be­erdigung einer Frau R. mußte unterbleiben, weil die König­liche Staatsanwaltschaft 311 Hanau dagegen Einspruch erhoben hatte. Die Leiche wurde heute gerichtlich obduzirt. Der Grund zu dieser Maßnahme soll in dem Verdacht liegen, daß durch Fahrlässigkeit einer Hebamme eine böse, ansteckende Krankheit verschleppt worden sein könnte. Wie die Frau R., so starb kürzlich auch eine junge Mutter an dem Kindbettfieber und noch zwei andere Frauen liegen an dieser gefürchteten Krank­heit darnieder. In aäen diesen vier"Fällen hat ein und die­selbe Hebamme Dienste geleistet. '

Wetter, 10. Dezbr. Wie vorsichtig die Landwirthe beim Einkauf von Kunstdünger sein müssen, beweist nachstehender Fall. Ein Handelsmann hatte in unserer Gegend einen Doppelwaggon Thomasmehl verkauft. Nachträglich stellte sich aber bei Untersuchung auf der Versuchsstation zu Marburg heraus, daß der gelieferte „Kunstdünger" nur aus einem Ge­menge von Thon, Sand und werthlosen Substanzen bestand und höchstens einen Mahlwerth von 60 Pfg. pro Ztr. hat.

Hd. Wiesbaden, 12. Dezbr. Das Ergebniß der gestern stattgehablen ReichStags-Stichw ahl war nach den bis 9 Uhr abends aus 40 Orten vorliegenden Resultaten Folgen­des: Crüger (freist Volksp.) 13 216 und Qu ar ck (Soz.) 10 699 Stimmen. Die Wahl Crügers ist gesichert. 67 kleine Orte stehen noch aus, ändern aber nichts an dem Gesammt- Resultat.

A Frankfurt a. M», 11. Dezbr. In der „Kaiser­halle" wurde heute Nachmitlag für die Mitglieder des Bundes Deutscher Gastwirthe eine Versammlung abgehalten, bei welcher ein erfahrener Fachmann einen instruktiven Vortrag über die „Kohlensäurefrage" hielt. Die zahlreich eingelaufenen Offerten über Erbauung eigener Kohlensäure-Werke und Ankauf bereits bestehender Werke kamen dabei zur Verlesung unb Berathung.

Hd. Frankfurt a. M., 11. Dezbr. Der ledige Pri­vatier Lippmann Eliaschem wurde heute Vormittag in feiner Wohnung Obermainstraße erhängt amgefunden. Das Motiv zu diesem Selbstmorde ist noch nicht bekannt.

Hd. Darmstadt, 11. Dezbr. Die Prinzessin Heinrich von Preußen reist heute Abend nach mehrwöchentlichem Aufent­halt hierselbst nach Kiel zurück.

Hd. Vittgen, 11. Dezbr. Nachdem bereits gestern von den am letzten Sonntag verunglückien vier jungen Leuten der 22 Jahre alte Techniker Otto Horst aus Stuttgart gelandet wurde, wurden heute Vormittag in der Nähe von Geisenheim die Leichen der übrigen drei Personen geländet. Es sind dies der 20 Jahre alte Techniker Jakob Birgel aus Sulzbach bei Saarbrücken, der 19 Jahre alte Techniker Quandt aus Pfietz in Ostpreußen und der 23 Jahre alte Kaufmann Ritter. Das Segelboot wurde oberhalb Geisenheim geborgen.

Hd. Bad Nattheim, 11. Dezbr. An dem bekannten Bad Nauheimer großen Sprudel wurden vor zwei Monaten Verbesserungsarbeiten begonnen. Dieselben sind nunmehr mit gutem Erfolge beendet. Die alte Quelle sprudelt jetzt 1,10 m

12. Dezember höher wie früher. Die Quelle hat auch an Kohlensäure und $Raff "menge gewonnen.

Würzburg, 11. Dezbr. Die Hinrichtung des Raub­mörders Nowicki wird am Freitag früh 7®/* Uhr vollzogen werden.

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Randel, Gewerbe und Verhebt.

Pommersche Hypothekenbank in Berlin. Ander gestrigen Versammlung der Besitzer von Pfandbriefen der Pommerschen Hypothekenbank nahmen von der Aufsichtsbehörde Regierungsrath Hoppe und Bankinspekwr Hartmann theil. Von den heute in Umlauf befindlichen 168 475 300 M. Pfand­briefen waren etwa 118 Millionen M. vertreten. Zum Vor­sitzenden wurde Justizrath Kempner gewählt. Direktor Dern­burg erläuterte die Neugesialtungsvorschläge und wies nach, daß thatsächlich 29 Millionen M. uneinbringlich verloren sind. Hierbei waren bei den Deckungshypotheken die Schätzungen des Bankenausichnsses in keinem Falle niedriger, als diejenigen Des staatlichen Ausschusses, dessen Aufgabe mit der Prüfung der Deckungshypolheken beendigt war. Hr. Schneider von der Deutschen Treuhandgesellschaft erklärte seine volle Zustimmung zu dem Neugestaltungsplau. Er empfahl die Annahme beg: selben. Für den in der Versammlung vom 28. September gewählten Ausschuß der Pfandbriesinhaber legte Justizrath Kempner dar, daß der Neugestaliungsplan der Darmstädter. Bank sich als der einzig gangbare Weg erweist, um den Be­sitz der Pfandbriefbesitzer zu erhalten. Auf eine Anfrage über die Einleitung von Ersatzansprüchen gegen die frühere Ver­waltung theilte Kempner mit, daß die Direktoren Schultz und Romeick jeden Vergleich ablehnten. Schultz stehe auf dem Standpunkte, daß überhaupt nichts verloren sei. Unter diesen Umständen blieb nichts anderes übrig, als die Klage gegen Schultz und Romeick einzuleitcn. Von der Erhebung der Ansprüche gegen die früheren Aufsichtsrathsmiiglieder verspricht sich Kempner kein irgendwie ins Gewicht fallendes Ergebniß. Im Laufe der Debatte macht Rechtsanwalt Josephson Gegen­vorschläge, die darin gipfeln, daß keine Piandbriefzinsen er­lassen, sondern nur gestundet werden und daß die Bank ver­pflichtet bleibt, die gestundeten Zinsen mit einem Zinseszins zurückzuerstatten und der Klageanspruch von Pfandbriefgläubigern ausgeschlossen wird. Justizrath Rießer weist die gegen die Großbanken wegen der Sanirungsthängkeit gerichteten Angriffe zurück; außer der ausbedungenen mäßigen Provision erwachse ihnen kein materieller Vortheil. Dem Wunsche der Mitglieder der Versammlung entsprechend, erklärt Justizrath Rießer, daß für das aus dem Pfandbriefbesitze nach beim Reorgauisations- plan hervorgehende Aktienkapital eine Vertretung im Aufsichts­rath der Pommernbank gesichert werden. Es folgen längere Erörterungen meist p rsönlicher Art. Zum Schluß krilistrt Justizrath Kempner die Josephsonschen Anträge. Dieselben enthielten nichts darüber, auf welche Weise das Verlorene wieder eingebracht werden könnte und die Unterbilanz beseitigt werden soll. Hierauf wird die Debatte geschlossen. Die An­träge a., b. und c. des Reorganisationsplanes werden von allen Serien der Pfandbriefe angenommen, ausgenommen gegen drei Stimmen für die Serie 11 und 12, welche vom Rechts­anwalt Josephson vertreten werden. Die Annahme erfolgt mit dem Zusatz, daß der Beschluß nur zwecks Vermeidung des Konkurses gefaßt wird unb mit dem Amendement, daß, wenn die Möglichkeit sich im Laufe der Zeit herausstellen sollte, die Zinszahlung schon ein Vierteljahr früher als im Reorgani­sationsplan in Aussicht genommen wurde, ausgenommen wer­den soll. Auch die Anträge d bis g werden angenommen. Die TreuhaudgesellschaU erklärt sich zur Annahme der Ver­tretung bereit. Der bisherigen Vertretung unb dem Ausschuß der Pfaudbriefglaubiger wurde Entlastung ertheilt.

Unwetter im Oberharz.

Seit dem 7. Dezember herrscht im ganzen Oberharz an­haltend stürmisches Unwetter, das in den Waldungen und in manchen Orten argen Schaden angerichtet hat. Am Samstag, 7. Dezember, früh, setzte das Unwetter mit einem starken Nordweststurm ein, der bei 3 Grad Celsius unter Null scharfe Eisnadeln zur Erde peitschte. Am Sonntag schlug die Tem­peratur um, der Sturm wurde orkanartig bei 2 Grad Celsius über Null. Die Niederschlagshöhe der Regengüsse betrug 51,6 Millimeter. Bei sinkender Temperatur trat am Montag Nachmittag starker Schneefall ein, her bei heftigem Südwest­sturm zwischen 6^2 und 7 Uhr abends von einem schweren Gewitter begleitet war; die Temperatur betrug währenddem 2 Grad Celsius unter Nnll. Die Schneehöhe betrug am Forsthaus Oderbrück, am unteren Brockenfels (782 Meter), nach dem Gewitter 40 Zentimeter, ebenso hoch war sie am To rshaus (800 Meter). Hier wurden an der Poststraße Harzburz-St. Andreasberg mehrere starke Fichten vom Winde umgernorfen, welche auf die ^rähte der Fernsprechleitung schlugen und diese zerstörten. Der Wagenverkehr war unter­brochen. Am 10 Dez. trat bei 4'/z Grad Celsius unter Null ein furchtbarer Schneesturm ein, der hohe Schneeschanzen auf­warf und den Verkehr auf den hochgelegenen Landstraßen zum Stocken brachte. Die Post von Braunlage über Torfhaus nach Harzburg erreichte Torfhaus mit halbstündiger Verspätung. Auf dem Sonnenberg (778 Meter), wo sich die Post- straßen Andreasberg - Harzburq und Brannlage-Clausthal- Zellerfeld kreuzen, mußte der Schneevflug eingreisen, um die Fahrrinne für Post und Schlitten offen zu halten. Am Dienstag Abend lag der Schnee vor dem Sonnenberger Chausseehause und aufwärts bis zum Königsberge am Brocken 11/2 bis 2 Fuß hoch. Bis zum Brocken hinauf deckt den ganzen Oberharz eine dichte Schneelage. Bode, Radau, Oker, Innerste und Oder sind bedeutend angeschwollen und führen so viel Wasser zu Thale, wie sie im Herbst seit Jahren nicht gezeigt haben. Besonders die Bode hat an manchen Stellen Zerstörungen eingerichtet. In Braunlage hatte sie bereits am Montag Abend mehrere Brücken und ein Mühlenwehr fortgerissen. Die Wasser führen Bäume und Gartenzäune thalwärts. — Von der Brockenspitze wird unterm 10. Dezember ferner berichtet: Bei heftigem Sturm und Schnee-