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rechts.) Was den Vorwurf betrifft, daß wir wegen des Dreibundes rüsten, so ist dies unrichtig, denn unsere Sicherheit liegt in erster Linie in unserer Wehrkraft. Was den Alldeutschen Verband betrifft, ferner was die Behauptung bezüglich des Gustav-Adolf-Vereins und des Schulvereins betrifft, so bin ich dem Abgeordneten Rakowsky verbunden, daß er mir Gelegenheit zu zwei Bemerkungen gegeben hat. (Fortsetzung unter Drahtnachrichten.)
Politische Rundschau.
Französische Kammer. In der gestrigen Sitzung wurde über den Gesetzentwurf betreffend die Emmission der neuen Rente berathen, mit der die Kosten der chinesischen Expedition gedeckt und die Privatpersonen zukommenden Entschädigungsbeträge geregelt werden sollen. 1 D'Estournelle be- kntragt, daß die Kammer den ursprünglich von der Regierung verlangten Betrag von 265 Millionei? Francs wiederherstelle, welchen die Kommission auf 210 Millionen Francs herabgesetzt hat. Berichterstatter Hubbard tritt für den Kommissionsantrag ein und erklärt, die Regierung könne nicht genau den Betrag der an Privatpersonen zu zahlenden Entschädigungen angehen. Frankreich brauche, so weit es sich um Entschädigungen für die finanziellen Gesellschaften und Missionen handelt, nicht an Stelle Chinas einzutreten. Berthelot empfiehlt den Antrag, nach welchem die Höhe der Anleihe auf 265 Millionen Francs festzusetzen ist. Ribot wendet sich in scharfer Weise gegen den Bericht der Budget-Kommission. Bertreaux erklärt die Sprache Ribots für ungehörig, sie verdiene Zurückweisung. Desschrud fordert Ribot auf, seine Worte zurück zu nehmen. Dieser weigert sich, worauf die Kammer die Zensur über ihn verhängt. Ribot versucht zu sprechen, wird jedoch durch Lärm auf der äußersten Linken daran verhindert. Der Präsident unterbricht hierauf die Sitzung. Bei Wiederaufnahme derselben betritt Ribot die Tribüne und spricht sich für die traditionelle Politik Frankreichs im fernen Osten aus. Er verlangt Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Hierauf wird die Berathung auf morgen vertagt und die Sitzung geschlossen.
Gegen Ehamberlaitt. Die Veteranen- und Kriegervereine von Nürnberg hielten gestern Abend im Luitpold- Saale eine Protcstversammlung ab gegen die Auslassungen des englischen Kolonialministers Chamberlain über die deutsche Kriegsführung von 1870/71. Die Versammlung, die sehr zahlreich besucht war, nahm einstimmig folgende Resolution an: Viele Hunderte heute in der alten Reichsstadt Nürnberg versammelte Veteranen und Bürger Nürnbergs widersprechen mit Entrüstung den Verleumdungen, die der englische Minister Chamberlain gegen die Kämpfer des glorreichen Feldzuges von 1870/71 erhoben hat. Zur Wahrung unserer eigenen als auch unserer gefallener? und verstorbenen Kameraden Ehre protestiren wir gegen diese Beschuldigungen und bitten das hohe Reichskanzleramt, die deutschen Kämpfer unserer großen Zeit auf diplomatischem Wege in Schutz zu nehmen. Die Vorstände der vereinigten Nürnberger Kriegervereine.
Unsere neuen Landsleute auf dem Muli- Atoll im westlichen Theil der Karolinen hat der Bezirksamtmann Senfft in Dap im Sommer besucht. Seinem jetzt vorliegenden Bericht über diesen Stamm st Folgendes zu entnehmen. Die zahlreichen Bewohner »Mutis sind kräftige, sehr gut genährte Menschen, obschon außer Kokos, wenigen Brodfruchtbäumen und einer Mispelart keine andere vegetabilische Nahrung in nennenswerther Menge vorhanden ist; als animalische Nahrung dienen ihnen Fische, Schweine und Hühner. Sie tragen langes Haar, nach Art der Aaper mit einem Kamm befestigt. An Intelligenz stehen die Daper über ihnen, auch an Fleiß, besonders die hiesigen Frauen, denen fast die ganze Felderbestellung obliegt, während diejenigen auf Uluti nur zu kochen haben. Aus diesem Grunde fand auch mein in einer frühern Häuptlingsversammlung gemachter Vorschlag, von dem Ueberschuß an Frauen auf Uluti solche nach Aap zu überführen, wo Mangel an jungen Frauen herrscht, keinen Beifall. Wohn-, Boots- und Kochhäuser ähneln denen von Nap, den ersteren mangelt aber der solide Unterbau gänzlich, alles in allem sind sie auch viel flüchtiger gebaut; die Umgebung wird aber sehr sauber gehalten, sie ist mit kleinen, weißen Steinen bedeckt, die auch als Boden in ben Wohnhäusern verwendet werden. Gemeindehäuser finden sich dort ebenso wie hier. An Kanoes haben sie viele und schöne Exemplare derselben Bauart wie die. Paper. Der Webstuhl, der hier der Vergangenheit angehört, fehlt dort kaum in einem Hause; auf ihm weben sie die für Männer und Frauen gleichen Lendenmatten. Kokospalmen sind sehr reichlich vorhanden, doch wird keine Kopra geschnitten, die Früchte werden lediglich gegessen und getrunken. Kapitän Bartling hat die Gelegenheit wahrgenommen, die spanische Skizze der Insel zu verbessern, Lothungen vorzunehmen und das Vorhandensein einer Einfahrt im Nord osten des Atolls fesizusteüen. Die Eingeborenen hatten sich sehr freundlich benommen.
Jnsterburgcr Dilellprozeß.
Insterburg, 18. Novbr. Im Jnsterburger Duellprozeß würbe gegen Leutnant Hildebrand auf zwei Jahre Festung, gegen Oberleutnant v. Groddeck wegen Kartelltragens auf fünf Tage erkannt. Die Verhandlung gegen Rasmussen findet später statt. — Wie aus Insterburg berichtet wird, sagte bet Angeklagte Hildebrand Folgendes aus: Wir kamen mit fünf Kameraden am 31. Oktober früh 4 Uhr aus dem Artillerie- kasino im Deutschen Haus und fanden in der Reitbahnstraße, in einer Thüröffnung hockend und schnarchend, einen Offizier, den wir anfänglich für einen eingeschlafenen Nachtwächter hielten, machten Witze, erkannten aber Blaskowitz und beschlossen, ihn nach Hause zu bringen. Naßmussen gab die Junggesellenwohnung des Blaskowitz an; dieser war anfänglich schwer zu behandeln. Er war mehr schlaftrunken als betrunken, ermunterte sich bald, konnte in der Nähe der Post schon wieder allein gehen, suchte sich hier seiner Begleitung zu entziehen, wurde aller zurückgeholt unb nach der Älbrechfftraße 5 gebracht und zwar von Oberleutnant Hildebrand, Splettstößer und Leutnant Raßmussen. Dort kam es zu Thätlichkeiten im Haus-
Dieustag
............................................... i imtii l<l■■■w■■K■MUKl|ll^mrmaHwaatwi iniMani flut (auf Einzelheiten muß wegen Schweiggebots verrichtet werden), jedenfalls war Blaskowitz nicht unzurechnungsfähig. Hildebrand reagirte auf die Thätlichkeiten nicht. Sie verließen bas Haus, nachdem Leutnant Splettstößer vergeblich zu ermitteln gesucht, ob dort ein anderer Infanterist wohne. Sie beobachteten die Hausthür von der gegenüberliegenden Straßenseite, bis Leutnant Schmidt vom Infanterie-Regiment 147 zufällig hinzukam. Diesen sandten sie zu Blaskowitz, nachdem sie ihre Nüchternheit durch Schmidt hatten feststellen lassen. Die Artillerieleutuants gingen sodann in Hildebrands Wohnung, dort schrieben sie die Vorgänge nieder und gaben das Protokoll an den Ehrenrath weiter. Dieser erklärte, er könne einen Ausgleich nicht vorschlagen. Tags darauf erging die Mittheilung an ben Ehrenrath von der beabsichtigten Forderung. Die ursprüngliche Forderung lautete bis zur Kampfunfähigkeit, wurde aber durch Verhandlungen gemilbert, erst auf dreimaligen, dann einmaligen Kugelwechsel. Ich wollte, erklärte Oberleutnant Hildebrand, Blaskowitz nur kampfunfähig machen, nicht lobten. Habe mich ebenso wie Naßmussen auf dem Kampfplatz mit dem Gegner versöhnt. Ich kannte ihn übrigens wie dessen Vater nicht genauer. Die diesbezügliche Preßäußerung des Vaters Blaskowitzs' ist unzutreffend. Angeklagter v. Groddeck hat die Forderung überbracht und machte nicht den Versuch einer friedlichen Beilegung, ebenso Hildebrand nicht. Leutnant Schmidt schildert als Zeuge den Vorgang und das Zusammentreffen mit B. wie Hildebrand. War auf dem Bahnhofsweg wegen einer Kommandirung. Oberleutnant Splettstößer gab ihm Auftrag, Blaskowitz in die neue Wohnung zu bringen, nachdem Schmidt ihm ben Wohnungswechsel mitgetheilt hatte. Ueber den Vorgang selbst wurde nicht gesprochen. Die Artillerie-Offiziere fanden Blaskowitz vollkommen nüchtern. Schmidt fand Blaskowitz im Hausflur schlafend. Er weckte Blaskowitz auf; dieser war sofort ziemlich normal, brauchte unterwegs keinerlei Unterstützung, redete vernünftig unb sagte, er müsse früh zu seiner Braut abreisen. Schmidt sagte: „Du kannst nicht fahren." Bei dem Zwei- fampf war P. Sekundant des Blaskowitz. Beide Schüsse fielen fast gleichzeitig auf das Kommando Zwei des Unparteiischen. Anfangs wurde an einen unblutigen Ausgang geglaubt. — Den Antrag des Vertheidigers, ein Gnadengesuch an den Kaiser zu richten, lehnte das Gericht ab.
Mathias Mncißl vor dc» Geschworenen.
Augsburg, 18. Novbr.
Die heutige Sitzung eröffnet gegen 9 Uhr vormittags der Vorsitzende OberlaudeZgerichisrath Nebholz mit folgender Mittheilung : „Der am Samstag an die Herren Geschworenen abreffirte, von diesen aber abzelehnte Brief, weil er mit 20 Pfg. Porto belastet war, ist mir von der Postdirektion mit dem Bemerken zurückgestellt worden, daß der Brief portofrei ausgehändigt werde. Ich übergebe daher den Brief wieberum den Herren Geschworenen". — Ein Geschworener: Wir haben die Annahme des Briefes nicht deshalb abgelehnt, weil er mit 20 Pfg. Porto belastet war, sondert! weil wir vermutheten, daß er eine Bitte oder eine Drohung enthalte und wir uns in keiner Weise beeinflussen lassen wollen. Wenn der Briefschreiber Be- oder Entlastungsmaterial hat, kann derselbe vor Gericht erscheinen. — Bors.: Ich übergebe also den Brief den Herren Geschworenen und stelle ausdrücklich fest, daß derselbe anonym ist. Ich werde sogleich die Krankenhausschwestern aus München vernehmen. — Dr. Brauser: Ich muß meinem Gutachten doch etwas hinzufügen. Es ist selbstverständlich, daß infolge der großen Schmerzen das Bewußtsein des Angeklagten betrübt gewesen ist. Jedenfalls war aber im Augenblick seiner Vernehmung das Bewußtsein nicht getrübt. Ich habe gestern mit dem bekannten Psychiater Privatdozent Dr. Sutten gesprochen. Dieser, der den Angeklagten auch einige Male gesprochen hat, ist meinem am Samstag abgegebenen Gutachten vollständig beigetreten und hat mich ausdrücklich beauftragt, dies hier mitzu- theilen. — Vors.: Herr Staatsanwalt, haben Sie einen Antrag auf Ladung des Herrn Dr. Gutt n zu stellen? Ich halte die Vernehmung des Herrn Dr. Gutten für sehr nothwendig. — Staatsan w.: Ich werde Herrn Dr. Gutten sofort laben. — Verth. Dr. von Pannwitz: War Kneißl der Held, der muthige Mann, den er zu spielen bemüht war ober war er wehleidig? — Dr. V r a use r : Besonders muchig war er nicht, ich halte ihn eher für wehleidig. — Der Verth eidiger bemerkt: Ec müsse noch eine Anzahl Fragen an Dr. Brauser stellen, da er genöthigt sei, auf die Art der Gefangennahme zurückzukommen. — Der Vorsitzende bemerkt: Der Gerichtshof wird nunmehr über den am Samstag Abend von dem Herrn Vertheidiger gestellten, aber abgelehnten Antrag noch einmal in Berathung treten. Nach kurzer Berathung beschließt der Gerichtshof, dem Anträge stattzugeben. Dr. Brauser bekundet darauf: Der Angeklagte wurde am 4. März ds. Js. in das chirurgische Krankenhaus in München gegen 1 Uhr mittags eingeliefert. Er hatte einen Schuß in das linke Handgelenk, einen Schuß in den rechten Vorderarm, einen dritten Schuß in den rechten Oberarm erhalten, der vierte Schuß war der gefährlichste. Dieser ging in die rechte Bauchhöhle, durchschlug die Gedärme und blieb im linken Beckenknochen sitzen. Von Mißhandlungen, blauen Flecken u. s. w. waren keine Spuren vorhanden, allerdings ist darauf wenig geachtet worden. Jedenfalls waren auffallende Spuren nicht vorhanden. — Zwecks Herausnahme der Kugeln mußten zwei Operationen in der Narkose vorgenommen werben. Die Krankenschwester Adelgunde erklärt, daß Kneißl in der chirurgischen Klinik wiederholt bewußtlos gewesen sei und einmal sogar einen anwesenden Besuch gar nicht wahrgenommen hätte. Die nächste Zeugin, die O b e r s ch w e st e r , gibt auf Befragen des Staatsanwalts an, sie wisse nichts von einem angeblichen Liebesverhältniß Kneißls mit einer Krankenschwester und nichts von einer Disziplinirung der letzteren. Bei dieser Gelegenheit bemerkt der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Pannwitz, daß Kneißl während seines Aufenthaltes in der Klinik von einer großen Anzahl Damen Ansichtskarten und Briefe mit der Bitte um ein Andenken sowie mit Liebesvernficherunge erhalten habe. Der Komplice Kneißls, Tagelöhner V ö ft , ’
19. November
zur Zeit Umersuchungsgefangener, wird unbeeidigt vernommen und erzählt, wie Kneißl ihm über die Vorgänge in Irchenbrunn berichtete. Kneißl babe den Flecklbauern mit Erschießen bedroht, wenn er den Gendarmen die Thüre öffne. Ein weiterer Zeuge bestätigt diese Erzählung Kneißls an Vöst. womit erklärt werden soll, daß darauf Rieger so lange mit dem Oeff- nen der Thüre zögerte. Nunmehr wird die Geliebte des Kneißl, Mathilde Danner, 17 Jahre alt, als Zeugin vernommen. Sie war von ihrer Mutter, der Wäscherin Lorenz, mitgenommen worden, um Kneißl leichter der Polizei in die Hände zu liefern. Sie bekundet, sie habe Kneißl am 3. März in Anwesenheit des Merklbauern in Geisenhofen getroffen. Kneißl habe ihr schon öfter den Vorschlag gemacht, mit ihr nach Amerika zu gehen. Als sie mit ihrer Mutter an diesem Tage zu Kneißl ging, glaubte sie, es handle sich um einen ähnlichen Plan, sonst wäre sie nicht mitgegangen. Von dem Vorhaben ihrer Mutter wußte sie nichts. Die Zeugin hätte Kneißl nicht verrathen. Kneißl habe bei der Begegnung zu ihr geäußert, die Jrchenbrunner Mordthat bereue er tief. Der Flecktbauer habe ihn schändlich verrathen. Zwischen ihm und dem Flecklbauern habe ein Einverständniß nicht bestanden. Nach weiteren belanglosen Zeugenaussagen kommt der Raubanfall auf den Sattlergehilfen Dannhofer in Meisach zur Verhandlung, bei dem die Anklage annimmt, daß Kneißl und Vost den Raub gemeinsam unternommen hätten. Kneißl selbst stellt den Raub vollständig in Abrede. Auch Dannhofer vermag nicht anzugeben, ob Kneißl und Vöst die Thäter sind. Der Stationskommandant von Meisach, A b t, konstatirt, daß Kneißl zur Zeit des Raubes nicht eine Stunde vom Thatort entfernt bei Bekannten sich aufhielt. Die Verhandlung wurde hierauf bis nachmittags 4 Uhr vertagt. — Aus der Nachmittags-Verhandlung ist hervorzuheben, daß der Sachverständige, Oberarzt Gudden, aussagt, er habe Bet dem Besuch Kneißls am zweiten Tage nach dessen Festnahme von Kneißl klare Antworten bekommen, die auf klares Bewußtsein schließen ließen. Kriminalkommissar Bossert gab auf Verlangen des Vorsitzenden Aufschluß über den Leumund der Frau Lorenz, der als sehr guter bezeichnet wird. Einige Entlastungszeugen bestätigen, daß Kneißl nach der seinerzeitigen Entlassung aus dem Gefängniß wiederholt gearbeitet hat, aber entlassen wurde, als bekannt wurde, daß er der Schacher- müller-Hias sei. Bezüglich der Frage, ob Kneißl bei seiner Festnahme Waffen bei sich hatte, sagt die Mehrzahl der Schutzleute aus, daß Kneißl unbewaffnet gewesen sei, während ein Schutzmann behauptet, Kneißl habe einen Revolver gehabt. Hierauf wurden vom Gerichtshof die Fragen formulirt, die den Geschworenen seinerzeit zu stellen sind. 14 Fragen betreffen die Verbrechen Kneißls, darunter befinden sich Fragen auf Ermordung, Todtschlag oder Körperverletzung von Gendarmen. 10 weitere Fragen richten sich gegen den Flecklbauern Rieger wegen Mithilfe an dem Verbrechen gegen die Gendarmen.
Randel, Gewerbe und Verkehr.
Marktbericht«.
Frankfurt n. M., 13. November. Amtliche Notirung der Viehmarkt- Preise. Zum Verkauf standen: 398 Ochsen, 40 Bullen, 1024 Kühe und Färsen, (Stiere und Rinder), 315 Kälber, 580 Schafe und Hämmel, 1228 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Psd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemäsiete höchsten Schlachtwerths bis zu 6 Jahren Mk. 68—70, 1). junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. 62—64, c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 56—59, <1. gering genährte jeden Alters Mk. 00—00. Bullen: a. voll- fleischige höchsten Schlachtwerthes Mk. 55—57, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mk. 50—53, c. gering genährte Mk. —.—. Kühe und Färsen: (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes Mk. 59—61, b. voll- fleischige, aus gemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren Mk. 56—58, c. ältere ansgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe uub Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 12—45, d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 32—34, e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 30—32. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollm. Mast) und beste Saugkälber 78—80 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 70—72 Pf., c. geringe Saugkälber 56—58 Pf., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) —.— Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 58—60 Pf., b. ältere Masthämmel 48—50 Pf., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 44—46 Pf. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 10« Jahren 68.-00 Pf., b. fleischige 67—00 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 58 — 60 Pf., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) —.— Pf. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht: Kälber a. 46—48 Pfg., b. 41—43 Pfg., Schweine a. 54—00 Pfg., b. fleischige 53 Pfg. Geschäft in Hornvieh gedrückt, Ueber- stand beträchtlich, in Kleinvieh gut, Markt geräumt. — Aus Oesterreich standen 128 Ochsen und 1 Bulle zum Verkauf.
Frankfurt a. M., 18. Novber. Es notiren je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer Mk. 16.50—16.60, kurhessischer Mk. 16.50—16.60, norddeutscher Mk. —.—, russischer Mk. 16.75—17.50, Redwinter Mk. 17.10—17.40, Kansas Mk. 17.10—17.40, La Plata Mk. 16.60 bis 17.60, Walla Walla Mk. —.—. Roggen, hiesiger Mk.
13.75—14.—, Pfälzer Mk. —.—, russischer Btk. 14.25—14.70. Gerste, hiesige Mk. 15 75, Pfälzer Mk. 15.60-16.-, fränkische Mk. 15.75 bis 16.25, Riedgerste Mk. 15.85—16.25, ungarische Mk. —.—. Hafer, hiesiger Mk. 14.90—15.50, Württemberger Mk. —.—, bayerischer Mk. 14.80—15.75, russischer Mk. 14.75—16.—, Amerikaner Mk. —.—, Mais mixed Mk. —.—, La Plata Mk. 13.80—14 10. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier. — Mehl unverändert. Es notiren nach Qualität: Weizenmehl hiesiges Nr. 0 Mk. 25—25.50, feinere Marken Mk. 27.75-28.25, Nr. 1 Mk. 23-23.50, feinere Marken Mk. 24.50 bis 25.-, Nr. 2 Mk. 22—22.50, feinere Marken Mk. 23—23.50, Nr. 3 Mk. 21—21.50, feinere Marken Mk. 22—22,50, Nr. 4 Mk. 17.50—18, feinere Marken Mk. 18.50—19. Noggenmehl, hiesiges Nr. 0 Mk. 22.50—23.—, Nr. 1 Mk. 20—20.50, Nr. 2 Mk. 14.25 bis 14.75. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loko hier. — Futterartikol gesucht und fest. Es notiren: Weizenschalen Mk. 4.10—4.50, Weizenkleir Mk. 4.25—4.45, Roggenkleie Mk. 5.15—5.15, Futtermehl Mk. 5.50 bis 6.50, Biertreber, getrocknet Mk. 5.15—5.20 je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loko hier.
Werloosungen.
3proz. BoSeukredit - Loose vom Jahre 1880, L Em. Ziehung am 15. November 1901. Hauptpreise : Serie 1052 Nr. 98 zu 90 000 Kronen. Serie 716 Nr. 30 zu 4000 Kronen. Serie 153 Nr. 6, Serie 1646 Nr. 3 zu 2000 Kr. In der folgenden Tilgungs-Ziehung wurden die Serien 161 584 830 847 907 983 1627 1713 1982 2381 2767 2828 3493 3686 3305 3819 3928 gezogen, welche je die Nummern 1 bis 100 enthalten und mit dem Nominal- j betrage von je 200 Kronen eingelöst werden. (Ohne Gew.)