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Mittwoa,
13. November
Freiwillige Feuerwehr: 1. Komp, im „goldnen Herz-; Steiger-Korps
iu der „Brauerei Beck'.
MSunerabtheilung der Tumgemeinbe: Turnen.
NersteigsMttgs- etc. Kalender
iür Donnerstag d en 14 Nov ember.
Von Vormittags 10 und nachmittags 2 Uhr ab sollen in der Restanratioil „Allemania', Römerstraße, verschiedene Sorten Uhren, Bilder, Spiegel, L-quere, Tabak und andere Gegenstände durch den Sensal und Auktionator Herrn Heinrich Seib gege' gleich haare Zabluna versteigert werden. — Nachmittags 3 Uhr soll in der Wirlh- schaft des Herrn Jakob Müller Zu Butterstadt die der dortigen Gemeinde zustehende Jagd öffentlich verpachtet werden.
Briefkasten der Redaktion.
AD. hier. Sie können nur in der Zeit vom 1. bis zum 15. auf den Schluß des Monats kündigen, falls durch Vertrag nicht anderweitige Abmachungen getroffen worden sind. Wenn Sie also noch am 15. d. M. kündigen, können Sie schon am 1. nächsten Monats ausziehen.
Aus dem GeNichtslual.
Sitzung des Schwurgerichts vom 12. Novbr.
Meineid.
(Schluß.)
Der zweite Tag in der Verhandlung der Fuldaer Meineidsaffaire verlief ebenso wie der erste. Ein Theil der Aussagen lautete für, ein Theil gegen die Angeklagten. Eine Zeugin Weber bekundet noch, daß FrauFliemer ihr erzählte, sie habe den Oestreich nicht gesehen, Fritzsche's hätten ihr Alles ausgeschrieben. Die Schwiegermutter der Frau Fliemer habe ihr erzählt, sie habe der Schwiegertochter befohlen, sie solle so sagen, wie das erste Mal, sonst bringe sie sich herein und die Andern mit. Eine andere Zeugin machte noch Bekundungen über den Ausdruck „Auz' um Auge, Zahn um Zahn", der von dem Schutzmann Bechskädt gefallen sein sollte mit Beziehung darauf, daß Letzterer von Oestreichs wegen Beleidigung verklagt war und aus Zorn darüber nachher die Meineids- anzeige machte. Sie hat auch gehört, daß die junge Schäfer die gröblichsten Schimpfworte gegen die Frau Oestreich gebrauchte, sodaß eine andere Frau das Fenster aufmachte und der Schäfer zurief, sie solle doch die Frau in Ruhe lassen. Die Frau Fliemer erklärte trotz eindringlichen Vorhalts, sie sei bereit, ihre Aussage zu beschwören. Was sie früher angegeben habe, sei richtig und sie habe die Angaben der Frau Oestreich und den Ecksteins gegenüber nur gemacht, um endlich vor ihnen Ruhe zu haben. Der Ehemann Oestreich habe am Fenster gestanden und die Aeußerung gethan, und nicht die Frau Oestreich. Die Zeugin wurde darauf vereidigt.
Die Geschworenen verneinten sämmtliche an sie gestellten Schuldfragen, worauf die Angeklagten vom Gericht freigesprochen wurden.
Vertreter der Anklagebehörde war Herr Gerichtsassessor Schäffer, Vertheidiger Herr Rechtsanwalt Malkmus.
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Sitzung des Schwurgerichts vom 13. November.
Ein Mord aus Rache.
Heute beginnt der dreitägige Mordprozeß gegen den Bauer Johannes Gläser vom „Hof auf der Höch" bei Herolz und dessen Sohn Joh. Gläser, Ziegeleiarbeiter, welche beschuldigt sind, am 8. August d. J. den Auszüger Ludwig Fuchs von Herolz vorsätzlich und mit Ueberlegunz getödtet zu haben.
Der alte Gläser ist geboren am 1. April 1846 zu Vollmerz, verheirathet, Vater von 5 Kindern und Besitzer des „Hof auf der Höch", zwischen Herolz und Vollmerz gelegen. Sein Sohn Johann ist geboren am 25. Juli 1879 und ist von Gewerbe Ziegeleiarbeiter. Auf dem genannten Hofe wohnten noch die Auszüger Michael Fuchs und Ludwig Fuchs mit ihrer Nichte Cäcilie Lotz als Haushälterin. Diese lebten mit der Familie Gläser in Streitigkeiten. Fuchs hatte in der kritischen Zeit gegen den jungen Johann Gläser beim Amtsgericht Schlüchtern eine Anzeige gemacht, die zwölf Punkte umfaßte. Er war am 8. August in Schlüchtern und kam an dem betreffenden Tage nicht mehr retour. Am andern Morgen fand man feht£ Leiche mit ein« geschlagenem Schädel in der Kinzig. Der Sohn Fuchs, der früher geleugnet hatte, von dem Tode des Fuchs etwas zu wissen, gibt heute zu, daß er dem Fuchs an dem betr. Abend, wo er von Schlüchtern zurückkam, auflauerte; er habe ihn aber bloß wegen eines Vorfalls am Morgen zur Rede stellen wollen und da hätte Fuchs gleich wieder geschimpft. Er habe ihm im Zorn mit dem Stock eins auf den Kopf geschlagen und als hierauf Fuchs sich herumgedreht und nach der Tasche gegriffen, habe er in der Besorgniß, Fuchs möchte ein Messer nehmen, ihm nochmals zwei auf den Hinterkopf geschlagen. Fuchs habe sich darauf an dieZ^traßen- böschung „gelegt" und er habe ihm noch einen Hut voll Wasser geholt." Einen Theil hätte Fuchs getrunken, den andern habe er ihm über den Kopf laufen lassen. Fuchs hätte gebeten, er möge noch bei ihm bleiben, er sei aber fort. Wie der Fuchs in die Kinzig gekommen, wisse er nicht. Als er ihn verlassen, habe er nicht einmal eine blutende Wunde gehabt. Vom Vorsitzenden werden dem Angeklagten eingehende Vorhalte gemacht, daß er zuerst von dem Morde überhaupt nichts wissen wollte, dann über verbrecherische Aeußerungen und über die zahllosen Widersprüche, in die er sich während der Untersuchung verwickelt hat.
(Fortsetzung folgt).'
Sitzung des Hanauer Schöffengerichts vom 12. November.
Der Schneider G., sowie die Taglöhner H. und ^L gingen nachts unter Freudengeschrei über den Paradeplatz. Im Cafö wurden sie nach erfolgter Ankunft alsbald wieder an die frische Luft gesetzt und draußen kühlten sie ihren über- schâumenden Muth an einem Fahrrad, das sie aufhoben und hinwarfen. Zwei Schutzleute waren inzwischen aufmerksam geworden und nahmen die Radaumacher in Empfang, was
freilich nicht ohne den üblichen Widerstand abging. Gl. er« hält 4 Wochen, H. 3 Wochen, St. 10 Tage Gefängniß. Außerdem erhält Jeder wegen des Lärmens 2 Tage Haft. — Mehrere Lehrlinge erhalten wegen groben Unfugs je 2 Mark Geldstrafe. — Die Ehefrau K. in Großkrotzenburg bekam mit ihrem Stiefsohn Streit unb argumentirte dabei auch mit der Kohlenschippe, welche das Haupt des männlichen Streittheils zu spüren bekam. Sie erhält 50 Mark, der Stiefsohn 5 Mark Geldstrafe. — An einem Sommermorgen kam der Rentier M. in seinen Obstgarten und ertappte darin den Feldschützen' S., resp, dessen Tochter mit einem Korb voll im Garten gelesener Aepfel. Für diese sonderbare Auffassung von den Pflichten seines Amtes war S. durch Strafmandat wegen Vergehens gegen das Feld- und Forstpolizeigesetz mit 100 Mk. Geldstrafe bedacht worden. Er hat Einspruch dagegen erhoben mit der Begründung, das Mädchen habe die Aepfel gelesen. Der Einspruch hat den sicherlich nicht gewollten Erfolg, daß vom Gericht statt auf eine Geldstrafe auf eine Gefängnißstrafe von 6 Wochen erkannt wird. — Zwei Dreschmaschinenarbeiter sollen einen Dritten mißhandelt haben. Der Dritte soll aber der Anfänger gewesen sein und dieser hat sich unsichtbar gemacht. Mangels ausreichenden Beweises werden daher die Beiden freigesprochen. — Ein Jssigheimer Bursche leistete sich das nicht ungefährliche Vergnügen, einem Mädchen in Bruchköbel den Hof zu machen. Als er sie eines Abends von der Tanzmusik heimbrachte, paßten ihm zwei Bruchköbeler Burschen, der Maurer L. und der Knecht P., auf und bläuten ihn unter Zuhilfenahme eines Holzscheites gehörig durch. L. muß dies mit 2 Monaten, P. mit 6 Wochen Gefängniß büßen. — Der Taglöhner E. hatte kaum das Gefängniß hinter sich, als er auch schon wieder Sehnsucht danach verspürte. Er fiel einen an der Ecke bet Bangert- und Hospitalstraße stehenden Mann an, warf ihn zu Boden und balgte sich mit ihm herum. Die Schutzleute waren ihm in seinem Treiben hinderlich und wurden dafür mit allerlei Schimpfnamen belegt. Diesmal erhält er 9 Monate Gefängniß. — Der Student S. wird von der Beschuldigung, groben Unfug verübt zu haben, freigesprochen.
Mus ptab und fern.
G»M 12. Novbr. Die Maschinenfabrik Henschel u. Sohn überwies heute anläßlich des Geburtstages der Frau Geh. Nath Henschel den Beamten und Arbeitern 300 000 Mark.
Dieburg, 11. Novbr. Wie überaus verheerend in unserem Kreise gegenwärtig die Maul- und Klauenseuche auf- trilt, beweist drastisch der Umstand, daß wegen dieser bösartigen Seuche die für diese Woche ungesagten HerbsUKontrolloersamm- lungen laut behördlicher Verfügung für dieses Jahr vollständig abbestellt wurden. In den sämmtlichen Orten des Kreises wurde dies heute durch b:e Ortsschelle bekannt gegeben. Man will hierdurch einer weiteren Verbreitung der Seuche vorbeugen, denn offenbar wird durch das Schuhwerk solcher Leute, die in verseuchten Ställen arbeiten, die leicht ansteckende Krankheit weiter getragen.
Offenbach, 12. Novbr. Es wird jetzt bestätigt, daß zwischen der Stadt Offenbach und dem Eisenbahnkonsortium Darmstädter Bänk-Hermann Bachstein-Berlin unter Mitwirkung des großherzoglich hessischen Finanzministeriums eine Verständigung dahin angebahnt worden ist, daß die Stadt Offenbach die projrklirtcn ktâischen Straßenbahnlinien innerhalb des Stadtgebietes und das Konsortium die Vorortbahn Offenbach- Jscnburg-Sprendlingen-Langen mit Anschluß an den Bahnhof Isenburg der Mairi Neckarbahn hcrsiellt, wobei die Züge der Vorortbahnen die städtischen Geleise mitbenutzen und durch die ganze Stadt Offenbach geführt werden sollen. Es steht, der „Offenb. Ztg." zufolge, zu erwarten, daß über das Projekt auf dieser "Grundlage bald eine definitive Einigung erzielt werben wird.
O Selègerrsiadi, 12. Novbr. An dem im Jahre 1604 am nordwestlichen Stadtende errichteten „Steinheimer Thurm", dem jüngsten und noch allein erhaltenen der 4 ehemaligen Stadtthürme, sind die Stürme der Zeit nicht spurlos vorüber- gegangen. Das Dachwerk des altersgrauen Baudenkmals wurde reparaturbedürftig, weshalb eine Sachverständigenkommission mit Vorschlägen zur Ausbesserung der Schäden und Mängel behufs Abwendung von Unglücksfällen b traut wurde. In den Jahren 1659 und 1754 wurde das interessante Bauwerk größeren Reparaturen unterworfen. Ausweislich alter Ur« künden, wurden nach Vollendung dieser Reparaturen besondere Festlichkeiten veranstaltet. Als Schlußeffekt der Feierlichkeiten bestieg ein Dachdeckergeselle den auf schwindelnder Höhe thronenden Wettermann, wo er ein Paar neue Strümpfe und Schuhe anlegte, die ihm als besonderes Geschenk vom Stadt Vorstände zur Verfügung gestellt würben.
~ Seligenstadt, 12. Novbr. Am Freitag Vormittag wurden hier zwei Italiener beobachtet, deren Aeußeres mit dem Signalement der wegen Raubs und Mordversuchs, verübt in Kempten bei Bingen, steckbrieflich verfolgten Verbrecher Sarmulic und Miconi genau übereinstimmte. Das Fahndungsextrablatt der Staatsanwaltschaft traf leider aber erst hier ein, als die Verdächtigen bereits einen bedeutungsvollen Vorsprung gewonnen hatten. Die Gendarmerie traf sofort die Vorkehrungen zur Ergreifung der Individuen, welche nachweislich in der Richtung nach Stockstadt a. M. weitergereist waren. Das nach Stockstadt abgelassene Telegramm langte verstümmelt daselbst an; sonst wären die Kumpane sicherlich ergriffen worden. Unsere beiden Gendarmen eilten zwar alsbald per Rad den Gaunern nach; aber von Stockstadt an war die Spur der Flüchtlinge verloren. Jedenfalls hatten sie sich seitwärts in die Büsche geschlagen.
Schiffs-Nachrichten.
Der Hamburger Dampfer „Phönicia" ist am 9. November wohlbehalten in Nem-B-ork eingetroffen.
Hamburg, 9. Reuber. Der Dampfer „Ascania" von der Hamburg-Amerika-Linie ist vorgestern in St. Thomas eingetroffen.
Verlobungen.
Belgische Communal-Credit loo Fres.-Loose vom Jahre 1868. Ziehung am 31. Oftober 1901. Auszahlung am 1. April 1902. HaupipreUe: Nr. 50523 au 15 000 Fr. Nr. 44661 zu 1500 Fr. Nr. 22851 58012 je 500 Fr. Nr. 5973 8989 36136 79736 100710 108028 je 225 Fres.
Neuenburger Prämien Loose vom Jahre 1857. Ziehung am 1. November 1901. Hauptpreise: Nr. 36338 zu 6000 Fres. Nr. 5444 112558 je 500 Fr. Nr 83817 94659 97137 101997 117920 je 100 Fr. Nr. 178 1138 18975 62942 75156 97039 100368 100879 102204 120671 je 50 Frcs. (Ohne Gew.)
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Drahtnachrichten.
Vom Buudesrath.
Hd. Berlin, 13. Novbr. Ueber den Verlauf der gestrigen Bundesrathssitzung samt der „Lokal-Anzeiger" folgende Einzelheiten mittheilen: Den Vorsitz führte nicht, wie vielfach erwartet worden war, der Reichskanzler oder der Schatzsekretär des Reichsschatzamtes, sondern der Staatssekretär des Neichsamtes des Innern, Graf Poiadowsky. Die Sitzung, zu der die Bevollmächtigten der sämmtlichen deutschen Regierungen persönlich erschienen waren, dauerte drei Stunden. Die Debatte betraf hauptsächlich die Miudestzölle und den § 12 des Zolltarifgesetzes, welcher die Wahl des Zeitpunktes für das Inkrafttreten des Zolltarifgesetzes und des Zolltarifs einer mit Zustimmung des Bundesraths zu erlassenden kaiserlichen Verordnung überläßt. Beide Punkte blieben entsprechend den Anträgen der Ausschüsse unverändert bestehen. Mehrere Staaken stimmten gegen die gesetzliche Festlegung der Mindest- -zölle für die Haupt-Getreidearten. Seitens dieser und anderer Staaten wurden Erklärungen abgegeben, nach denen die von ihnen gestellten aber schon von den Ausschüssen abgelehnten Anträge auch im Plenum des Buudesraths keine Annahme gesunden hätten. Der Entwurf im Ganzen gelangte mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Majorität zur Annahme. Mau nimmt jetzt an, daß der Zolltarif dem Reichstage bei Wiederaufnah ne seiner Sitzungen am 26. November voraelegt werden wird, die Begründung der Vorlage dagegen dürfte dem Reichstage erst später zuqehen.
Die Türken und der Dreibund.
Hd. Paris, 13. Novbr. Der Konstantinopeler Korrespondent des „Echo de Paris" meldet seinem Blatte: Ein höherer türkischer Beamter habe ihm erklärt, die Türkei werde künftighin eine Politik der Annähruug an den Dreibund verfolgen. In diesem Sinne würden sofort Unterhandlungen angeknüpft werden.
Protestresolution gegen Chamberlain.
Hd. Hannover, 13. Novbr. Im Tivoli-Saale fand gestern Abend die snqekündigte große Protest-Versammlung gegen die bekanmen Chamberlain'schen Aeußerungen statt, an welcher etwa 3000 Personen, darunter der Rektor unb die meisten Professoren der hiesigen technischen Hockschule, theil- nahmett. Es gelangte eine Resolution zur Annahme, in welcher die Beleidigungen des englischen Kolonialministers in scharfen Worten zurückgewiesen wurden.
Hd. Berlin, 13. Novbr. Nach einer Meldung aus Breslau nahm eine überaus zahlreich besuchte Versammlung der Breslauer Studentenschaft nach mit großem Beifall auf« genommenen Ansprachen der Professoren Felix Dahn, Schulte, Kaufmann unb Koch einstimmig eine Protest-Resolution gegen die Aeußerungen Chamberlains über die Kriegführung des deutschen Heeres im Jahre 1870/71 an. Zahlreiche Professoren und Dozenten wohnten der Versammlung bei.
Zum Staßfurter Unglück.
Hd. Berlin, 13. Novbr. Nach einem Telegramm des „Lokal-Anzeigers" aus Staßfurt trafen gestern Abend der Ober- präsident v. Bötticher und der Oberberghauptmann Fürst aus Anlaß des Unglücks auf dem Ludwigsschachte dort ein.
Aus China.
Hd. London, 13. Nov. Die „Times" erhält von ihrem Korrespondenten in Peking folgende Melduna: Im Paugtsethale ist alles ruhig. In China treten allmählich' wieder normale Zustände ein. Die Regierung ist indessen systematisch bestrebt, die Bestimmungell des Friedens-Protokolls zu überschreiten, insbesondere das Kapitel der Bestrafungen. Das Verbot, Waffen in China anzufertigen hat zur Folge gehabt, daß alle Arsenale im Aangtsethale ohne Unterlaß Waffen erzeugen. Die Entschädigungssummen, welche von den Mächten gefordert werden, lasten schwer auf der Provinz. Der Handel blüht jedoch auf. Die deutschen Dampfer versuchen' den bestehenden Schifffahrts-Linien Konkurrenz zu machen, aber die Statistik weist nach, daß die Deutschen mit Pertust arbeiten und nur einen sehr geringen Theil ihrer Kosten herausschlagen. Der Bau der Eisenbahn Peking- Hankau geht rasch von Statten, trotz der Verheerungen, welche die letzten Überschwemmungen angerichtet haben.
Der Krieg in Südafrika.
Hd. Wien, 13. Novbr. Wie hier verlautet, wird sich Dr. Leyds von Berlin nach Wien begeben, um an hiesiger maßgebender Stelle wegen der Entsendung von Kriegs-' material und Pferden für die englische Armee in Südafrika zu protestiren.
Hd. Bozen, 13. Novbr. Hier wurde eine Aktion ein* geleitet, in welcher dagegen protestirt werden soll, daß den englischen Offizieren der südafrikanischen Armee, welcke als Rekonvaleszenten sich im hiesigen Rekonvaleszenten-Heim befinden, Sympathiekundgebungen bereitet werden sollen.
Hd. London, 13. Novbr. Aus Kapstadt wird gemeldet: Vier Buren sind in Beaufort-West und Eolesberg verurtheilt worden und zwar einer zu 10 Jahren Gefängniß und drei zum Tode. Indeß wird nur einer hingericktet werden, während die übrigen zu lebenslänglicher Zwangsarbeit begnadigt worden sind. — In Port Elisabeth sind zwei Pest- fälle konstatirt worden.