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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stakt- «ad Landkreis Sana».
Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. . Verantwort!. Redakceur : G. Schrecker ur Hanau.
Nr. 251
Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.
Samstag den 26. Oktober
Beiirks-Fernsprechanschluß Nr. 98. 1901
Amtttches Bekanntmach»»ng.
Auf Grund des § 2 des Gesetzes über die Schonzeiten %$ Wildes vom 26. Februar 1870 und des § 107 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 wird angeordnet, daß der Schluß der Jagd auf Rebhühner mit dem Ablauf des 17. November 1901 eintritt.
Cassel den 18. Oktober 1901.
Namens des Bezirksausschusses. .
V 11433 Der Vorsitzende. « ' Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Verloren: 1 Kneifer mit Futteral.
Zugelaufen: 1 braunscheckiger, großer Metzgerhund, welcher muthmaßlich auch schon zum Ziehen benutzt worden ist; Empfangnahme bei Metzger Johannes Schmidt in Kilianstädten.
_ Hanau den 26. Oktober 1901.
Hus Stadt und Cand.
Hanau, 26. Oktober.
* Taschen Fahrplan. Unseren werthen Abonnenten überreichen wir mit der heutigen Ausgabe einen für das Wintersemester giltigen Taschen-Fahrplan, der die für den Nahverkehr in Betracht kommenden Bahnverbindungen enthält und sicherlich mit Freuden ausgenommen werden wird.
* Wallonische Kirche. Morgen findet vormittags 11 Uhr in der Kapelle ein Gottesdienst in französischer Sprache statt.
* Revisionen der Geflügelzuchtstationen. Der Vorsitzende der der Landwirthschaftskammer angeschlossenen Geflügelzuchtkommission erstattete in der letzten Sitzung Bericht über die von ihm seit der letzten Sitzung besichtigten Hühnerzuchtstationen in Bickmühle, Landershausen, Beyershausen, Kermes, Lappenstein, Rasdorf, Lindenberg, Gelnhausen, Hanau, Ostheim, Orb, Nentershausen, Ebsdorf, Marburg, Anzefahr, Stausebach, Felsberg, Neukirchen b. Z. und Klostermühle bei Homberg, außerdem über die Privatgeflügelzuchtanstalten Wächtersbach und Lohrhaupten. Ueber die meisten Zuchtstationen war günstiges zu berichten, einige genügten den zu stellenden Anforderungen jedoch nicht. Die Zuchtanstalt Lohrhaupten habe ebenfalls gute Erfolge aufzuweisen, dagegen habe die Anstalt in Wächtersbach eine geradezu klägliche Entwickelung genommen.
* Verlegt. Laut amtlicher Bekanntgabe befinden sich die Dienstzimmer der städtischen Steuerverwaltung und des städtischen Meldeamtes vom 28. d. M. ab im Stadtschloß (Fürstenbau) Eingang von der Marienstraße, 1 Treppe hoch.
Feuilleton*
Stadt-Theater in Hanau. „Rena iss ance", Lustspiel in 3 Akten von F. v. Schönthan und KoppelEllfeld.
Hanau, 26. Oktober.
Neu einstudirt und mit dem Gastspiel des Königl. Hofschauspielers Herrn Hans Radius-Wiesbaden, ging gestern Abend das dreiaktige Lustspiel „Renaissance" über die Bretter. Dem Werke mit seiner feinen Charakteristik, seinem goldenen Humor und seiner geläuterten edlen Weltanschauung wird bei der Gemeinde Derjenigen, die für das ewig Wahre,- Gute und Schöne Sinn und Verständniß haben, stets der sichere Erfolg winken, namentlich wenn die Besetzung der Rollen eine so treffliche ist, wie es hier der Fall war. Der Reiz des Werkes wird erhöht durch den sonnigen Hintergrund des schönen Landes Italien und der Zeit der Wiedererstehung des klassischen Alterthums, in welcher Kultur und Kunst daselbst in ihrer höchsten Blüthe standen, der Zeit der Renaissance, der Medicäer und Farnese. Der Schwerpunkt der Handlung liegt in den Wandlungen, welche sich in den Cha a leren der Personen des Lustspiels vor den Augen der Zuschauer vollziehen, ihrer Geburt zu neuem Leben, worauf der Titel „Renaissance" wohl auch zu beziehen ist. Die ernste, weltvergessende verwittwete Marchesa Gennara di Sansavelli wird durch die Macht der Liebe, welche die Persönlichkeit des lebensfrohen, kunstbegeisterten Malers Silvio de Feltre in ihr erstehen macht, für die Welt neu gewonnen, der kecke ausgelassene Vittorino, dessen wilde Streiche seiner Mutter großen Kummer bereiten, durch den Umgang mit Silvio und unter dessen veredelndem Einfluß sich seines guten Kerns bewußt. Besonders anziehend wirkt die köstliche Szene, in welcher das fröhliche Naturkind, das bis
* Angeschloffen. In der letzten Vorstandssitzung der Landwirthschaftskammer wurde die Meldung der Bienenzüchtervereine Hanau und Marburg zum Anschluß an die Landwirthschaftskammer angenommen.
* Jagd. Der Vorsitzende des Bezirksausschusses gibt bekannt, daß der Schluß der Jagd auf Rebhühner mit dem Ablauf des 17. November eintritt.
* Stadttheater. „Dierothe Rob e", das berühmte französische Schauspiel, das gegenwärtig seinen Siegeszug über sämmtliche Bühnen des In- und Auslandes hält, gelangt morgen erstmalig zur Aufführung. Die glänzende grandios gesteigerte Handlung, die mit schonungsloser Lebenswahrheit gezeichneten Figuren des Nichterstandes in Frankreich, das Aktuelle des effektvollen Konfliktes stempeln das Werk zu einem Drama allerersten Ranges. Die Hauptrollen werden von den Herren Schwarz (Mouzow), Möbius (Vagret), L i n den- l a u b (Pierre) und den Damen Haas (Panetta) und Rieger (Frau Vagret), dargestellt. Voraussichtlich wird auch hier wie allerorten „Die rothe Robe" ein Zugstück.
* Herrenabend. Wir machen auch an dieser Stelle auf den heute Abend in der „Centralhalle" stattfindenden Herrenabend des Gesangvereins „Melomania" aufmerksam.
* Parolemusik. Die Jnfanteriekapelle spielt morgen Mittag im Schloßgarten folgende Stücke: Lustspiel-Ouverture Nr. 1 v. Oertel; „Wiener Blut", Walzer v. Strauß; „La Paloma", mexikanisches Lied v. Pradier; „Gut Heil", Potpourri v. Thümer; „Defilier-Marsch" v. Brennecke.
* Freiw. Feuerwehr. Morgen Nachmittag findet die letzte diesjährige Gesammthauptübung der freiw. Feuerwehr statt.
O Futzballsport. Morgen Sonntag den 27. Oktober steht die 1. Mannschaft des Hanauer Fußballklubs „Victoria 1894" in Mannheim im Wettspiel gegen die 1. Mannschaft der Mannheimer Fußball-Gesellschaft 1896 (eine der besten süddeutschen Mannschaften).
* Der Ausschuß für Volksvorlesungen beginnt in diesem Winterhalbjahr die Reihe seiner Veranstaltungen mit der Vorstellung von Schillers „Räubern", welche am nächsten Dienstag stattfindet und bezüglich derer wir auf das gestern erschienene Inserat verweisen.
* Erschossen. Wie wir gestern mittheilen konnten, entfernte sich der in der Langstraße Nr. 46 wohnhaft gewesene Glasergeselle Eisenbraun aus seiner Wohnung und ließ brieflich die Mittheilung zurück, daß er sich das Leben nehmen werde. Er hat den Vorsatz zur That werden lassen und sich in verflossener Nacht kurz nach 12 Uhr im Vestibül des Hauptbahnhofes zu Frankfurt a. M. zu erschießen versucht. Der aus Limburg gebürtige, 24jährige Selbstmörder, welcher über das Motiv seiner That jede Auskunft verweigerte, wurde noch lebend durch die freiwillige Rettungsgesellschaft nach dem Heilig
dahin die Weiber gehaßt, durch den Kuß, den das ausgelassene Modell „Mirra" ihm so listig zu rauben versteht, Geschmack an Derartigem bekommt und das, was „Mirra" soeben ausgeführt, nun selbst an dem niedlichen Kammerkätzchen ausübt. Ein recht glücklicher Wurf ist den Dichtern in der Gestalt des würdigen Hausgeistlichen, des Paters Bentivoglio gelungen, der in seiner schlichten Frömmigkeit, seinem kindlichen Gemüthe und seiner in sich geklärten Lebensauffassung, mit der er stets den Nagel auf den Kopf trifft, einen äußerst anziehenden Punkt in dem Ganzen abgibt. Die Sprache der Dichtung hat etwas Fesselndes an sich. Trotzdem an Handlung im gewöhnlichen Sinne nicht viel darin ist, enthält das Stück so viel psychologisch Fesselndes, daß die etwas breite Exposition gern mit in den Kauf genommen wird. Die Rolle der „Marchesa" gab Fräul. Brandow in prächtiger Weise, auch die Vertreter der anderen Rollen befriedigten, wie schon eingangs erwähnt, in jeder Weise, so der kecke „Vittorino" des Fräul. H an newald, der „Silvio" des geschätzten Gastes Herrn Radius und der „Pater" des Herrn Gehrmann, wie auch der „Magister" des Herrn Krug u. s. w.
Kunst und Leben.
Meteor. Aus Straßburg, 25. Oktober, wird berichtet': Ein glänzendes Meteor wurde gestern Abend kurz nach . s/« Uhr von unserer Stadt (Brantplatz) aus etwa in östlicher Richtung (OOSO) beobachtet. Der fast weiß strahlende Lichtkörper erschien in einer Höhe von etwas mehr als 30 Grad über dem Horizont und zerplatzte gleich darauf in zahllose kleinere Kugeln, die sich um ihren Mittelpunkt in leichten Bogen nach rechts, links und oben bewegten und dann sofort gleichzeitig mit dem übrig gebliebenen Stück des ursprünglichen Lichtkörpers nach dem Horizont zu sanken. Einen Augenblick befand sich der Hauptkörper (von scheinbarer Größe einer Orange) dicht unterhalb des Haufens der abwärts kommenden kleineren Lichtkörper (von scheinbarer Größe eines Hühnereies), die zusammen
geist-Hospital gebracht, wo er heute früh an den Verletzungen verschied.
* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis Via Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.
* Das Hahnenkammhans ist jetzt nur an Sonntagen geöffnet.
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S Keffelstadt, 26. Oktbr. (Stiftungsfest.) Der Radfahrer-Club „Adler" begeht am Sonntag den 3. November im Gasthaus „zum Anker" sein 3. Stiftungsfest und hat sich das Komitee recht Mühe gegeben, um den Besuchern einen genußreichen Abend zu bereiten. U. A. wird Frau Haas von Hanau durch einige Lieder den Abend verherrlichen, sowie ein sehr beliebter Komiker für die Lachmuskeln sein Mögliches thun. Der Klub verfügt über ansehnliche Korsofahrer. Um auch den Damen gerecht zu werden, welche sich bei dem diesjährigen verregneten Feste der Bannerweihe vergebens auf das Tänzchen freuten, ist Vorsorge getroffen, daß alles Versäumte nachgeholt werden kann.
<0 Hochfiadt, 25. Okt. (Für die Buren.) Auch unsere Gemeinde hatte für die armen, in furchtbarer Noth befindlichen Frauen und Kinder der Buren eine Liebesgabe an die Sammelstelle zu Berlin gesandt. Herr Staatspräsident Krüger hat darauf durch seinen Kabinetschef in einem an unseren Herrn Pfarrer gerichteten Brief der Gemeinde Hochstadt feinen freudigen Dank aussprechen lassen.
O Rotzdorf, 25. Okt. (Jagd.) Die Feldjagd hiesiger Gemeinde wurde für die Pachtsumme von jährlich 1202 Mark an ein Konsortium, bestehend aus den Herren Bürgermeister Lehning - Roßdorf, Bauunternehmern U sener und Jäger-Hanau, endgiltig verpachtet. Hiernach ist auch die gestrige Notiz zu berichtigen.
O Windecken, 25.Oktbr. (Limesforschungen — Qu e l l e n f a s s u n g.) Im Vorjahre wurden auf Veranlassung der Limeskommission in der Nähe des Wartbaumes durch den Brunnenbohrer Bausch von hier Mauerreste eines römischen Baues durch Nachgrabungen festgestellt und folche in der letzten Zeit auch oberhalb des hiesigen Bahnhofes, am sogenannten Milchbörnchen, ermittelt. An der linken Seite eines jetzigen Feldweges wurde eine Mauer in einer Länge von ungefähr 20 Metern freigelegt, dem Feldweg rechts parallel läuft eine gleiche, während man rechts seitwärts durch gestern angefangene Nachgrabungen auch auf Mauerwerk stieß. Die Stärke der einzelnen Wände schwankt zwischen 60 cm bis 1 m 20 cm; die Fundstellen liegen ungefähr 1 Meter unter der Oberfläche des Bodens. — Die dort befindliche Quelle,
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etwa das Aussehen des sprühenden „Leuchtkugelbouquets" eines Feuerwerks hatten. Je mehr sich die Lichtkugeln dem Horizont zu bewegten, desto enger schoben sie sich zusammen; eine perspektivische Verengerung. Die Erscheinung bewegte sich von etwa 30 Grad bis 25 Grad über dem Horizont und dauerte ungefähr vier bis fünf Sekunden. Bemerkenswerth ist noch, daß der Himmel von leichtem Dunst bedeckt war, der aberden hellen Schein des zu drei Vierteln vollen Mondes wenig beeinträchtigte, und daß das Licht der kleineren Lichtkörper infolge dessen prismatisch in gelb, roth u. s. w. zerlegt wurde.
Hohes Alter. In Czerniowce in der Bukowina leben zwei Greise, von denen der eine, der Mandatar Joseph Kwiatkowski, gegenwärtig 111 Jahre zählt. Der andere, ein Maurer namens Peter Hajwas, feierte dieser Tage seinen 103. Geburtstag. Beide Männer erfreuen sich einer ausgezeichneten Gesundheit.
Allerlei Mittheilungen. Ludwig Anzengrubers bekannter Roman ist von einem weiblichen Mitgliede des österreichischen Kaiserhauses dramatistrt worden und wird in dieser Gestalt noch im Laufe der Saison an einem Wiener Theater zur Aufführung kommen. — In dem Textbuche zu der Operette „Das süße Mädel", deren Erstaufführung im Wiener Karl-Theater stattfindet, ist für eine Figur der tschechische Dialekt vorgeschrieben. Die Zensurbehörde hat nun an die Erlaubniß zur Aufführung die Bemerkung geknüpft: „Genehmigt in der Voraussetzung, daß der Darsteller der komischen Rolle des Dr. Plevny weder durch Worte noch durch Gesten die böhmische Nation beleidigt oder verletzt.
Albumblätter.
Du schaffst noch am Werke und willst schon ruh'n?
Willst ruh'n vor völligem Ermatten?
Weniger als sein Bestes zu thun
Darf sich kein Edler hier gestatten.
Julius Lohmeyer.