Erstes Blatt
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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
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General-Anzeiger
ANttiches Organ für Stadt Nd Landkreis Hanau
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau
Nr. 239 Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.
Samstag den 12. Oktober
Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98. 1901
Amtliches.
Candhreis fjanau.
Bekanntmachungen des Königl. Landrathsamtcs.
Der Bürgermeister Heinrich Wilhelm Laubach in Eichen ist auf eine weitere 8jährige Wahlperiode zum Bürgermeister der Landgemeinde Eichen gewählt und bestätigt worden.
Hanau den 11. Oktober 1901.
Der Königliche Landrath.
A 4471 v. Schenck.
Kreissparkusse Hanau a. M.
Paradeplatz Nr. 1.
Die bis zum 15. eines Monats bewirkten Spareinlagen werden vom
Iß. Des Bett. Kints i6 mit 3VI«
verzinst und Einlagebücher kostenfrei ausgefertigt.
Der Borstaud.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 kleiner fast neuer Hundemaulkorb. 1 schwarzer Damenschirm, der Griff ist mit etwas Draht umwickelt. 1 Rosenkranz.
Verloren: 1 Packet weiße Herrnkragen.
Abhanden gekommen: 1 großer Mülleimer. .
Hanau den 12. Oktober 1901.
* Kriegsbeorderung. Nach einer amtlichen Bekanntmachung im zweiten Blatt haben sämmtliche Mannschaften der Reserve, Landwehr I, Landwehr II und der Ersatz-Reserve der Stadt Hanau, welche in diesem Jahre eine „Kriegs- beorderung" erhalten haben, ihren Militärpatz mit der Kriegsbeorderung bis spätestens 20. Oktober cr. dem Königlichen Haupt-Meldeamt Hanau, Paradeplatz, im Zeughaus, einzusenden.
* Konzert des Gesangvereins „Sumser". Auf diese Veranstaltung machen wir mit dem Bemerken aufmerksam, daß die Liste geschlossen und der Kartenverkauf von heute ab in den Hofbuchhandlungen von G. M. Alberti und R. Altmannsperger stattfindet.
* Kauft am Platze. Mit Bezug auf die heutige Bekanntmachung des Detaillisteilvereines nehmen auch wir wiederholt Veranlassung, das dringende Ersuchen an unser Hanauer Publikum zu richten „Kaufet am Platze", denn man kann heute thatsächlich hier alles mindestens 'so gut und ebenso preiswürdig wie von auswärts kaufen und hat eine Garantie für eine reelle und gewissenhafte Bedienung.
* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis VI» Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.
* Das Hahnenkammhaus ist jetzt täglich geöffnet.
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Athletenklub „Germania": Vereinsabend (Restauration Wagenbach. Paradeplatz).
Fußballklub „Viktoria": Vereins ab end in der „Brauerei Weismantel".
„Hanauer Fußballgesellschaft 1899*: Vereinsabend im Gasthaus .zum Grafen Philipp Ludwig".
Hanauer Fußball- und Cricketklub: Gemüthliches Zusammensein in „Allemania".
Stammtisch „Bürgerbräu": Jeden Samstag Abend: Uebung.
Klub „Saxonia": Versammlung im „Friedberger Hof".
Radfahrer-Verein 1898: Abends von 8—10 Uhr: Kassenabend.
für Sonntag den 13. Oktober.
Vormittags von 11—1 Uhr: Uebungsstuude der Tischgesellschaft im „Nürnberger Hof".
Hanauer Schützenverein: Nachmittags von 2 Uhr ab: Schießen auf den neuen Schießständen.
Fußballklub „Viktoria": Nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiel auf dem Exerzierplatz.
Hanauer Fußball- und Cricketklub: Nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiel auf dem Exerzierplatz.
Hanauer Fußballgesellschaft 1899: Nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiel auf dem Exerzierplatz.
Erster Hanauer Fußballklub 1893: Nachmittags 3 Uhr: Uebunasspiel auf dem Jankowski'schen Sportplatz an der „Schönen Aussicht".
Hue Stadt und Cand.
Hanau, 11. Oktober.
* Personalien. Die Versetzung des Gefangenenwärlers Vogeley von hier nach Jesberg wurde auf dessen Antrag zurückgenemmen. Derselbe bleibt Gefangenenwärter am hiesigen Justizgefängniß.
* Eudgiltiges Bolkszähluugsergebuitz. Soeben ist das endgiltige Ergebniß der Volkszählung vom 1. Dezember v. I. erschienen. Hiernach waren am 1. Dezember 1900 im Landkreise Hanau anwesend 24684 männliche, 23728 weibliche, zusammen 48412 Personen.
* Born letzten Orkan. Nachträglich wird uns noch gemeldet, daß der Orkan am letzten Sonntag Abend auch in der Bulau bedeutenden Schaden angerichtet hat. Allenthalben merkt man die Spuren der Verheerung. Von vielen Laubbäumen sind die Kronen ausgebrochen, welche stürzend eine Menge anderer Bäume beschädigten und dadurch unfreiwillige Lichtungen in dem geschlossenen Laubdach erzeugten. Besonders stark ist der Schaden an solchen Stellen, wo durch breite Waldschneißen der Sturm einen günstigen Angriffspunkt zu l finden vermochte, so vornehmlich im Jag Nr. 117, wo hunderte von mächtigen, schlanken Kiefern theils ganz entwurzelt sind, theils nur halb aus dem dortigen Sandboden ausgehoben an andere Bäume schräg angelehnt eine Stütze fanden. Hier und da sind breite Gassen in das Unterholz geschlagen durch stürzende Stämme. Das Kinzigwasser steigt im Walde und in alten Betten strömt der Fluß durch die Lache. Die Chaussee zwischen Rückingen und Niederrodenbach steht theil- weffe unter Wasser.
* Stadttheater. Kleist's dramatisches Märchen „D a 2 ^Käthchen von Heilbronn" erscheint in der Dr. Liegen- schen Neubearbeitung „auf Grund des ursprünglichen Planes" morgen nach längerer Zeit wieder auf unserer Bühne. Wie , bereits mitgetheilt, spielt Herr Hofschanspieler Hans Radius von Wiesbaden den Wetter von Strahl. Die Titelrolle wird erstmalig von Fräul. Gypen dargestellt. Die übrigen Hauptrollen-Besetzung ist folgende: Friedeborn: Herr Möbius, Rheingraf: Herr Kron, Gottschalk: Herr Gehrmann, Flammberg: Herr Rinkel, Pech: Herr Monato, Kuni- ■ gunde von Thurneck: Fräul. Haas, Gräfin Helena: Frau Rieger. Die vielen Freunde der romantischen Dichtung werden derselben sicherlich wiederum den gewohnten Erfolg bereiten.
* Deutscher Ostmarken Verein. Der vor einigen Tagen bereits angekündigte Vortrag des Geschäftsführers des Deutschen Ostmarken-Vereins, Herrn Dr. Bovenschen aus Berlin, findet am Dienstag den 15. d. M., abends 8 Uhr, im , Stadtschlosse statt. Wie aus dem Anzeigentheil ersichtlich, sind zu dem jedenfalls höchst interessanten Vortrage alle deutschgesinnten Bürger Hanau's eingeladen, insbesondere sind auch Damen willkommen. Der Aufgang zum städtischen Saale wird zur Zeit durch das Hauptportal genommen.
* Alpenverein. Die Fußtour, welche vorigen Sonn- ' tag des schlechten Wetters wegen verschoben wurde, findet
morgen statt.
* Eichen, 11. Okt. (Bürgermeisteramt.) Herr Bürgermeister Laubach wurde auf eine weitere achtjährige Wahlperiode zum Bürgermeister hiesiger Gemeinde gewählt und vom Landrathsamt bestätigt.
G Bergen, 12. Okt. (Auszeichnung.) Dem Gerichtsdiener und Gefangenen-Aufseher a. D. Thu meyer wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
Stadt-Thentcr in Hmmn.
Hanau, 12. Oktober.
Als praktischer Theatermann hat Heinrich Laube für die Wirkungen der Scene einen kundigen Sinn. In allen seinen Stücken weiß er durch eine lebhafte Handlung das Publikum an die Vorgänge auf der Bühne zu fesseln lind seinen Aktschlüssen durch eine klug gesteigerte Aktion den spontanen Beifall zu sichern. Aber den heutigen Ansprüchen, die an ein Bühnenwerk gestellt werden, genügt eine geschickt ausgenützte Handlung nicht mehr allein. Man hat das Verlangen, lebendige Menschen mit all ihren Leidenschaften, ihren Vorzügen und ihren Schwächen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu sehen, und keine blut- und wesenlose Schatten. Man prüft die Vorgänge auf ihre Wahrscheinlichkeit und ob nicht ein geschickter Faiseur das Publikum zum Narren hat. So halten Laubes Werke den kritischen Betrachtungen von heute keinen Stand mehr. „Graf Essex" und die „Karlsschüler" vermögen infolge des historischen Interesses, das ihre Helden haben, und des Stückes vergangener Zeit, das sie widerspiegeln, immer noch eher auf der Bühne zn bestehen, aber das rührsame Schauspiel „Böse Zungen" von dem uns der Zettel zu berichten weiß, daß es „in unserer Zeit" spielt, mutzet uns heute doch etwas veraltet an. Den Inhalt des Stückes kündet uns der Titel an, Böse Zungen sind es, die dem todten Minister „von der Straß" noch im Grabe seine Ehre nehmen wollen und die mit unerbittlichem Haß $vau und Töchter Desselben vier Akte lang verfolgen. Der fünfte Akt bringt jedoch den Sieg über die Kabale, der Edelsinn des Landesfürsten zerstört das Gewebe von Ver- leumdungen und Verdächtigungen, die Tugend findet ihre Belohnung und das Laster seine gerechte Strafe. Unseren an den modernen Aufgaben geschulten Darstellern gelang es nur schwer, der Komödie etwas frisches Leben zu geben, vermochte es doch selbst eine so vortreffliche Darstellerin wie Frl. Brandow als „Caroline von der Straß" nicht, aus dem hohen Pathos ihrer Rolle herauszukommen und die alten Formen durch eine etwas lebendigere Charakteristik mit frischem Blute zu füllen. Die Rolle der thränenreichen Minona gab auch Frl. Haas nicht die gewünschte Gelegenheit, ihre Befähigung auf weiterem Gebiete zu zeigen. Mit dieser Vorstellung hat die zweite Theaterwoche ihren Abschlriß gefunden. Die bisherigen Vorstellungen haben über die Verwendbarkeit der neuen Mitglieder des Ensembles noch wenig Auskunft gegeben, besonders die Herren waren bisher nur in wenig hervortretenden Aufgaben beschäftigt. Soweit es sich deshalb bis jetzt beurtheilen läßt, scheint die Besetzung der Damen- fächer eine befriedigende zu sein, über die Herren müssen weitere Vorstellungen erst genügenden Aufschluß geben.
Hanauer UereinsnachrichLen
für Samstag den 12. Oktober.
Kunstvereln: In der Aula der Königl. Zeichenakademie: Ausstellung des Gemäldes von H. Petersen: „Paul Bennecke greift die engt. Flotte an": geöffnet von vormittags 10 bis nachmittags 5 Uhr.
Gesangverein „Fröhlichkeit": Abends 8 Uhr: 28. Stiftungsfest (Herrenabend) im Saalbau „zum deutschen Haus".
Verein „Einigkeit": Abends 8 Uhr: 18. Stiftungsfest, verbunden mit Abendunterhaltung und Ball, in den Sälen der „Centralhalle".
Verein Merkur (e. V.): Abends 8Va Uhr: Außerordentliche Generalversammlung.
Evang. Männer- und Jünglingsverein: Unterhaltung (Evang. Vereinshaus).
Christlicher Arbeiterverein: Vereinsabend und Mitgliederaufnahme im Vereinslokalc zum „Elephanten".
Turngemeinde: Kürturnen und Vorturnerstunde.
Kasino „Eintracht" (Vereinslokal „zum Braustüb'l"): Vereinsabend,
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm ans Hamburg vom 12. Oktober,
9 Uhr 35 Min.
Ein Hochdruckgebiet erstreckt sich über Nord- und Zentraleuropa, über 770 mm über Mittelschweden, Depressionen lagern über dem Ozean und Südosteuropa. In Deutschland ist das Wetter ziemlich kühl, vielfach neblig.
Prognose für den 13. Oktober: Fortdauer der herrschenden Witterung wahrscheinlich.
mittags 12 Uhr
Sehr trocken Beständig
Schön
Veränderlich
Regen (Wind)
Viel Regen Sturm
Barometerstand
am 11./10.
12./10.
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760
750
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730,
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710,
a
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Die städtische Bibliothek
Bangertstraße 2, erster Stock, ist Sonntags, Mittwochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet.
Gesammtkataloge sind zu 1.20 Mk., die neuesten Nachträge Nr. 15 und 16 zu je 20 Pfg. in der Bibliothek
zu
haben.
Hus Jtah und fern.
8. Cassel, 11. Oktbr. Zum Dirigenten und Chefarzt des hiesigen Landkrankenhauses an Stelle des zurücktretenden Dr. Hadlich wurde Dr. med. Rosenblath hier, bereits am Landkrankenhause thätig, ernannt.
O Orb, 11. Okt. Der gestrige Tag war für das stille Nachbardörfchen Villbach ein wahrer Festtag, indem die dortige Einwohnerin Frau Barbara Stein ihren 100. Geburtstag feierte. Im Namen der Regierung überreichte Herr Kuratus Gnau der Greisin ein Geldgeschenk von 30 Mk., auch wurde ein Gottesdienst für dieselbe abgehalten.
Wiesbaden, 10. Okt. Der Lehrermangel wird im Regierungsbezirk Wiesbaden immer fühlbarer. Durch den Uebertritt verschiedener Lehrer in andere Provinzen und die Einstellung der Schulamts-Kandidaten zum einjährigen freiwilligen Militärdienst fehlt es an disponibeln Lehrkräften, um die durch Tod oder Pensionirung entstandenen Lücken auszufüllen und für erkrankte Lehrpersonen eine Vertretung anzu- ordnen. Um diesen Mißstand möglichst bald zu beseitigen, beabsichtigt dem Vernehmen nach die Königl. Regierung zu Wiesbaden, das Königl. Provinzial-Schulkollegium zu Cassel zu ersuchen, den Termin der Entlassungs-Prüfung an den Königl. Lehrer-Seminaren möglichst früh zu legen. Die gegenwärtig an den Seminar-Uebungsschulen beschäftigten Zöglinge könnten dann sofort im Schuldienste Verwendung finden. Die
Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltuugsblatt 14 Seiten