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Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Poftausschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
druckt und verlegt in der Buchdruckern des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger.
MW& Agan für LtaR- und FandKreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
irisier
EinrirSungsgebühr :
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
Derantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.
Nr. 237 Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.
Donnerstag den 10. Oktober
Bezirks-Fernsprcchanschloß Nr. 98. 1901
nsti
r Amtliches.
Stadtkreis Danau.
^ekalrrrLAachAnqen des Oberbürgermeisteramtes.
Kaufm. Fortbildungsschule.
Die Schüler der Kaufm. Fortbildungsschule haben sich Montag den 14* Oktober im Schullokale (Altstädter Rathhaus) zur Entgegennahme der Stundenpläne und einiger Mittheilungen wie folgt einzusinden:
Kl. I a u. b vormittags 8 Uhr,
„ II a u. b „ 9 „ und
„ III a u. b 1/ 10 „
Der planmäßige Unterricht beginnt Dienstag früh 8 Uhr.
Hanau den 10. Oktober 1901.
Die Direktion.
Pfeifer. 16920
—...........----- -. U ■■..- ..................-... - ■ .....
Hus Stadt und Cand.
Hanan, 10. Oktober.
* Berbranchsabgaben. Im Laufe des Monats September 1901 wurden im hiesigen Schlachthause geschlachtet !
82 Ochsen, weniger gegen den Monat Septbr. 1900 1 Stück 140 Kühe, mehr „ „ „ „ „ 27 „ 68 Rinder, „ „ „ „ „ „ 15 „
947 Schweine, weniger „ „ „ „ „ 33 „ 393 Kälber, mehr „ „ „ „ „ 56 „
217 Hämmel, „ „ „ „ ,/ u ‘ ‘ w 1 Ziege, „ „ „ „ „ _y__1 ><
Die Accis-Einnahme hiervon beträgt . Mk. 4334.30 An eingeführten Fleischwaaren rc. wurden
versteuert: 30 886 Kilogramm, mehr gegen
den Monat Sept. 1900: 2898 Kilogramm.
Hiervon die Accis-Einnahme mit . . Mk. 977.19
Summa Mk. 5311.49
Gesammt - Accis - Einnahme im Monat September 1900 ..... Mk. 4966.02
Mithin mehr gegen den Monat Septbr.
1900 .......Mk. 345.47. Accis - Einnahme vom 1. April 1901 bis 30. September 1901 ... . . . Mk. 31 501.23 Accis - Einnahme vom 1. April 1900 bis 30.
September 1900 . „ 30 418.34
Mithin mehr gegen die gleiche Zeit des Vorjahres......Mk. 1082.89.
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Feuilleton.
Dr. Hugust Minkler.
(Eine Skizze seines Lebens und Wirkens). (Fortsetzung).
Das bedeutendste litterarische Werk Winklers betrifft die Stadt Hanau. Als man sich in ihr rüstete zur festlichen Begehung der 300jährigen Jubelfeier der Gründung der Neustadt Hanau, die ihren Ursprung flüchtigen französischen und niederländischen Protestanten verdankte, denen der damalige weitschauende Fürst, Graf Philipp Ludwig II. im Jahre 1597 eine Freistätte gewährt hatte, da that sich Winkler mit seinem Kollegen an der Zeichenakademie, dem jüngst als Direktor einer Kunstgewerbeschule nach Altona berufenen Architekten J. Mittelsdorf, zusammen zu einem Werke, das unter dem Titel „Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Hanau" in zwei Theilen erscheinen sollte. Der erste Theil sollte eine kurze Stadtgeschichte seit den ältesten Zeiten in Verbindung mit einer Uebersicht der jeweiligen Herrscherhäuser, eine Zusammenstellung des litterarischen und abbildlichen Materials, der Wappen und Siegel, eine ausführliche Baugeschichte der Stadt geben und die sämmtlichen Kirchen und öffentlichen Gebäude Hanaus mit ihren Denkmälern behandeln, der zweite Theil der Privatarchitektur, den öffentlichen und Friedhofsdenkmälern, den Kunstwerken in Sammlungen und in Privatbesitz gewidmet sein. Besonderes Gewicht sollte dabei auf die zeichnerische Vermittelung der Objekte gelegt werden, in richtiger Würdigung der Thatsache, daß das Auge mehr steht, als der photographische Apparat, und daß die künstlerische Uebersetzung gegenüber dem stumpfen, gleichgiltigen Lichtbild ein werthvolles Moment persönlicher Belebung besitzt (vergl. die Einleitung zu dem Werke).
Der Arbeitsstoff wurde in der Weise vertheilt, daß Mittelsdorf als Architekt wesentlich die Erforschung und Klarlegung
y Statistisches. Im Monat Septbr. 1901 wurden in unserer Stadt lebend geboren 62 Kinder, 23 Knaben und 39 Mädchen. — Gestorben sind, mit Ausschluß von 5 Todtgeborenen, 43 Personen, 17 männlichen und 26 weiblichen Geschlechts, darunter 9 Ortsfremde. Für die Stadt selbst bleiben 34 und auf 1000 Einwohner und aufs Jahr berechnet kommen 13,9 Todesfälle.
Von den Gestorbenen waren:
9 Kinder
im Alter von
0-1
Jahr
4 „
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1-5
Jahren
1 Kind
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5—10
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1 Person
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10—20
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3 Personen
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20-30
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4 „
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30—40
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6 „
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40-50
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4 „
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50—60
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60—70
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70-80
if
1 Person
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80-90
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An Croup starb ein Kind aus der
Marienkirchgasse, je ein
Kind starb an Brechdurchfall und Kinderzehrung und je 2 an Hirnhautentzündung und an Krämpfen. Drei Personen starben an akuter Entzündung der Athmungsorgane, 2 an chronischer
Erkrankung derselben, eine an Lungenlähmung und 5 an Lungenschwindsucht. Die Todesursache war bei 4 Personen Krebsleiden, bei 3 Schlaganfall, bei je 2 Personen Sarcom und Leberleiden und bei je einer Person akuter Magen-Darm- katarrh, Bauchfellentzündung, Aderverkalkung, Hirnhautentzündung, Herzleiden, Nierenkrankheit und Herzlâhmung. — Nicht durch Krankheit war der Tod in 7 Fällen bedingt: 5 kleine Kinder starben an Lebensschwäche, eine Person an Altersschwäche und ein 36jähriger Mann beendete sein Leben durch Selbstmord. Dr. Zeh.
* 35 Jahre im Dienst! Der Kirchendiener an der wallonischen Kirche, Herr Thyriot, kann heute auf eine 35jährige dienstliche Thätigkeit zurückblicken.
* Stadttheater. Nach langer Pause geht morgen Laube's spannendes Schauspiel „Böse Zungen" in Scene. Die interessante, packende Handlung und die lebenswahren Charaktere sichern dem Stücke stets den stärksten Bühnenerfolg. Die Besetzung ist folgende: Frau von der Straß: Fräul. Brandow, deren Töchter Minona und Hertha: Fräul. Haas und Fräul. Hannewald; Ferdinand: Herr Schwarz, Gottfried: Herr Kron, Loda: Herr Gehrmann, Fischer: Herr Lindenlaub, Mens: Herr Leßmann.
2 Dramat.-litter. Verein Hanan. Wie schon vor einiger Zeit gemeldet, hat sich dahier ein neuer dramatischer Verein gebildet. Derselbe ist bereits derart erfreulich vorge- der architektonischen Fragen übernahm, daneben zahlreiche Zeichnungen (mit seinem Namen in dem Werke gezeichnet) lieferte, während Winkler die rein geschichtlichen und kunsthistorischen Fragen bearbeitete, die archivalischen Forschungen zum großen Theile erledigte, die gesammte Gestaltung des Textes besorgte und dabei noch eine Anzahl von Federzeichnungen für die Abbildungen fertigte (gezeichnet mit A. W.). Auch der Bildhauer, Akademielehrer I. Eitzenberger hat bei dem zeichnerischen Theile mitgewirkt. Behörden wie Private stellten ihr Material bereitwillig zur Verfügung, auch unterstützte die Stadt Hanau das Werk mit materieller Beihilfe. So erschien denn im Kommissionsverlage der G. M. Alberti'schen Hofbuchhandlung dahier das Werk 1897 unter dem Titel „Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Hanau, I. Theil, bearbeitet und herausgegeben von Dr. A. Winkler u. s. w. und J. Mittelsdorf u. s. w." (214 u. X S. gr. O.) zugleich als „Festschrift zum 300jährigen Jubiläum der Gründung der Neustadt Hanau". Leider ist das Werk bis jetzt nicht über den ersten Band hinausgekommen. Ein aufmerksames Durcharbeiten dieses ersten Theiles aber läßt erkennen, wie viel die Stadt Hanau dadurch verloren hat, daß Winklers Feder und Stift nicht mehr für die Fortsetzung zur Verfügung stehen. Denn man behauptet nicht zuviel, wenn man sagt, daß die Verfasser ihre schwierige Aufgabe in mustergiltiger Weise gelöst haben, daß Hanau in diesem Torso eine Geschichte seines Werdens, seiner öffentlichen Bauten und Kunstdenkmäler besitzt, um die es von reicheren und größeren Städten beneidet werden kaun. Die vorhandene Litteratur ist sorgfältig zusammengestellt, sämmtliche Pläne und Ansichten der Stadt Hanau sind kurz, aber zutreffend besprochen, eine Uebersicht über die Geschichte der Stadt und ihrer Herrscher von den dunkeln Zeiten ihrer Anfänge an mit besonderer Hervorhebung ihrer Industrien, sowie die Erläuterung ihrer Wappen und Siegel ist der eigen hen Baugeschichte vorausgeschickt. Diese schildert uns die Entstehung und erste Befestigung, die Erweiterung und Neubefestigung der Altstadt und sodann die Gründung und Erbauung der Neustadt. Ein dritter Abschnitt
schritten, daß am nächsten Montag Abend der zweite Leseabend mit besetzten Damenrollen („Faust") stattfinden wird. Auch■ ist von genanntem Verein beschlossen worden, demnächst an die) Oeffentlichkeit zu treten. Damen und Herren, welche sich für ' diese schöne Sache interessiren, ist noch Gelegenheit geboten,' sich zum aktiven oder passiven Eintritt in den Verein anzu- > melden und werden diesbezügliche Anmeldungen im Vereins-' lokal „Brauerei Beck" schriftlich wie mündlich entgegengenommen.■ Vereins- resp. Lese-Abende jeden Montag Abend 1M Uhr.
K. Katholischer Mänrrerverein. Der an dieser Stelle vorige Woche angekündigte Vortrag konnte aus gewissen Gründen nicht gehalten werden. Derselbe findet nunmehr bestimmt heute Donnerstag, abends 9 Uhr, im Vereinslokal „Restaurant Kippert" statt; daran anschließend Generalversammlung.
* Vortragsabende. Die noch vom vorigen Jahre in bestem Andenken stehenden Monatsversammlungen des Vereins für Homöopathie und Naturheilkunde sollen, wie uns mitgetheilt wird, auch in diesem Winter wieder in derselben Weise abgehalten werden. Die Idee, den vergnügten Stunden erst eine ernste vorauszuschicken, erwies sich als zweckmäßig, wie dies der wachsende Besuch dieser Veranstaltungen bewies. Auch für die dieswinterlichen Versammlungen ist es dem Verein gelungen, eine Reihe guter Redner von hier und auswärts zu gewinnen, die aus dem Gebiete der Gesundheitspflege Vorträge halten werden. Am Sonntag den 13. Oktober, als der ersten Monatsversammlung, wird ein Vortrag über Vivisektion gehalten. Da gerade dieses Gebiet in den letzten Jahren viel von sich reden machte und selbst in den Reichstagsdebatten einen breiten Raum einnahm, so dürfte dieses Thema ein willkommenes sein. Bemerken wollen wir noch, daß der Vortrag präzis 6 Uhr abends im Saale des Gasthauses „zur goldenen Gerste" beginnt.
)( Speffort-Touristen-Vereitt. Der Verein feiert am Sonntag den 3. November, abends 6 Uhr beginnend, zum Abschluß seines Touren-Jahres das Dekorirungsfest, verbunden mit Abendunterhaltung und Ball in den Sälen der „Centralhalle." — Daß diese Feste immer recht schön verlaufen, ist nicht unbekannt und ist man seit einiger Zeit eifrig bemüht, den Mitgliedern und Gästen auch in diesem Jahre wieder einen recht genußreichen Abend zu bereiten. (Liste im Umlauf). Erfreulicher Weise haben erste Kräfte ihre Mitwirkung gerne erklärt und dieses mit Recht, da bedacht werden muß, daß der Verein sein Thun ohne jeglichen Eigennutz doch auch nur der Allgemeinheit zu Gute kommen läßt und nicht nur die Vereine aller Art, sondern auch jeder Einzelne für sich den Genuß von den Einrichtungen der Touristen-Ver- eine hat. ____ ist den Kirchen, ihrer Baugeschichte, ihren Kunstdenkmälern wie einzelnen Bautheilen, Grabsteinen und anderen Skulpturen, Särgen, Kirchengeräthen, Malereien, Orgeln und Glocken gewidmet. In dem vierten Theile werden in gleicher Weise öffentliche Profangebäude, die alte Burg und das Stadtschloß, die Altstädter Rathhäuser, das Neustädter Rathhaus und die hohe Landesschule (jetzt Kgl. Gymnasium) behandelt. Den Schluß bildet der Abdruck der Kapitulation der Neustadt Hanau vom 1. Juni 1597. Ueberall ist die Lektüre durch Anfügung der Abbildungen verschwundener und noch vorhandener Bauten und Kunstwerke leicht und angenehm gemacht. Die Dar- _ stellung ist überall fesselnd. Nirgends ist ohne gewissenhafte Prüfung verfahren. Ueberall ist Unrichtiges aus früheren Darstellungen richtig gestellt, Zweifelhaftes als solches bezeichnet. Der Leser hat überall das behagliche Gefühl, daß er auf dem sicheren Boden der Forschung steht. Man kann sich, kaum denken, daß ein Hanauer Kind, dem es überhaupt nicht an Interesse und Verständniß für derartige wissenschaftliche Dinge gebricht, wenn es einmal mit den Ausführungen dieses Werkes vertraut geworden ist, es jemals in seinem Bücherbestände missen möchte. Gehört es doch zum geistigen Hausrath so gut wie die altehrwürdige Bibel, in der in mancher Familie der Stammbaum des Geschlechtes und die wichtigsten Familien- vorgänge ihre Aufzeichnung gefunden haben. Trotzdem ist es nur wenig bekannt und verbreitet; die Mehrzahl der Bewohner Hanaus hat keine Ahnung, wie viel des Interessanten das Werk bietet, und die Herausgeber haben viel zu vornehm gedacht, um für Weiterverbreitung Propaganda zu machen.
Wenn das Werk zunächst naturgemäß den geborenen oder zugebürgerten Hanauer interessirt, so erhebt es sich doch in einzelnen Theilen zu einer universellen Bedeutung. So ist es ja in der Geschichte der Städte eine Merkwürdigkeit, wenn* hier neben einem kleineren, mauerumschlossenen Gemeinwesen plötzlich ein neues, weit größeres, fest ummauertes Gemeinwesen mit einer ganz andersartigen, fremdsprsKigen Bevölkerung wie aus dem Boden gezaubert dasteht, so starr, daß es bald in engster)