Erstes Blatt.
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«äxu« uni verlegt in der Buchdrucker« des verein. cv.
Geutral-Anzeiger.
AAlichts Orgs« für Stât- Vnd FanNrelS Sa»W.
Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau,
Nr. 224 BczirkSHernsprechanschluß Nr. 98.
Mittwoch den 25. September
Bezirks-Ferns-rechanschluß Nr. 98. 1901
Hierzu
„Amtliche Beilage" dir. 83.
Amtliches.
Candkms Dan au.
Bekanntmachungen des Königl. Landrathsamtes.
An der katholischen Volksschule in Großauheim ist eine neu gegründete Schulstelle mit einer geprüften Lehrerin zu besetzen.
Das Grundgehalt der Stelle beträgt 1050 Mk. und der Einheitssatz der Älterszulagen 110 Mk. für eine definitiv angestellte Lehrerin. Außerdem wird eine Miethsentschädigung von 200 Mk. gewährt.
Bewerberinnen wollen ihre mit den erforderlichen Zeugnissen versehenen Gesuche innerhalb 10 Tagen dem Königlichen Ortsschulinspektor Herrn Pfarrer Bott in Großauheim einreichen.
Hanau den 24. September 1901.
Namens des Schulvorstandes.
Der Königliche Landrath.
V 10302 v. Schenck.
Handelsregister.
Heute ist eingetragen worden:
a. Bei der Firma Hermann Strauß & Cie«, Kommanditgesellschaft, Hanau: Nachträgliche Eintragung: Die Gesellschaft hat am 1. August 1887 begonnen.
N Bei der Firma Schmuck & Noß in Hanau: Nachträgliche Eintragung: Der Gesellschafter Schmuck wohnt in Kleinsteinheim, der Gesellschafter Noß in Langendiebach.
Hanau den 20. September 1901.
Königliches Amtsgericht 5. 15792
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung fallen die in der Gemarkung Rückingen belegenen, im Grundbuche von da Art. 62 Abth. I unter Nr. 5 und 6 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Ehefrau des Ackermanns Wilhelm Lottig, Dorothea geb. Hamburg er zu Rückingen eingetragenen Grundstücke:
Nr. 5 II 73 beim Kreuzweiher, Acker 2 ar 55 qm,
„ 6 J 95 „ „ „ !> „ 09 „
am 18. November 1901, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Der Berste igeruugsvermerk ist am 3. September 1901 in das Grundbuch eingetragen.
Es. ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grund- buche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Vertheilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Ertheilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt.
Langenselbold den 19. September 1901.
Königliches Amtsgericht. 15815
Wevdingung*
In der Zusammculcgungssache von Langenselbold ist der auf 11000 Mark veranschlagte Ausbau der im „Gründau- thale" daselbst ausgewiesenen Wege und Gräben zu verdingen.
Der Kostenanschlag, die Verdingungsbestimmungen und Bauzeichnungen liegen bis einschließlich den 28. September 1901 auf dem Landmesserbureau der Königl. Spezialkommission zu Hanau, Mühlthorweg Nr. 18, zur Einsicht auf. .
Angebote sind bis zum
1. Oktober d. Js., vormittags 9 Uhr, schriftlich in verschlossenem Umschlag mit der Aufschrift: „Wege- und Gräbenbauten L 66" unter Zufügung des Namens der Absender auf dem Bürgermeisteramte zu Langenselbold niederzulegen. Mündliche Gebote werden im iTermine zur Vergebung nicht mehr entgegengenommen. Die Oeffnunz der
eingegangeneu Gebote erfolgt in dem auf den 1. Oktober d. Js., vormittags 9 Uhr, angesetzten Termine im Nathhaussaale zu Langenselbold.
Hanau den 23. September 1901.
Weitemeper,
Königl. Vermessungs-Revisor. 15705
Gefundene und verlorene Gegenstände 2t.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit Mitgliedskarte Fr. Stille/ Frankfurter Beamten-Vereinigung, im Laden Schäferstraße 8 liegen geblieben; Empfangnahme daselbst. 1 neues Testament mit dem Namen Susanna Hesse. 1 weißer Herrenstrohhut mit schwarzem Bande. 1 weiße Mädchenkappe mit weißer Quaste.
Hanau den 25. September 1901.
Hue Stadt und £and.
Ermatt, 25. Septbr.
* Hanauer Ortskrankenkasse. Nach einer Bekanntmachung der Hanauer Ortskrankenkasse hält dieselbe morgen Donnerstag Abend 8 Uhr im unteren Rathhaussaal eine außerordentliche Generalversammlung ab und liegt es im Interesse aller Vertreter sowohl wegen der vorgesehenen Statutenänderungen als auch wegen der Vorstandswahlen (Arbeitgeber) vollzählig zu erscheinen.
St. Frankfurt-Paris. Die gute Verbindung über Metz-Pagny stellt sich im Winterfahrplan, ab Frankfurt 7 Uhr morgens und 5.40 abends. Die Gegenzüge verlassen Paris (Gare de FEst) um 8.25 morgens und 8.25 abends. Die Nachtzüge führen Schlafwagen.
* Die Boxerzöpfe, die dem Restaurateur „zur Sonne" aus China übermittelt worden sind, erhitzen nachträglich auch noch das Freisinnsorgan, das nach versteckten diesbezüglichen Angriffen aus dem Hinterhalt des Briefkastens sich nunmehr herauswagt und die Geschichte, aus Aerger, daß ihm der Vorgang entgangen war, in das Gebiet der Fabel verweisen möchte. Vielleicht versteht sich der Empfänger der Zöpfe dazu, diese Raritäten auf kurze Zeit dem vorgenannten Organe zu Reklamezwecken zu überlassen.
* Stadttheater. Die ersten Vorstellungen sind wie folgt bestimmt worden: Sonntag: Zum ersten Male: „Madame Sans Gene", Lustspiel von Sardou. — Mittwoch: Zum ersten Male: „Der Großkaufmann", Volksstück von Walther und Stein. — Freitag: „Des Meeres und der Liebe Wellen", Drama von Grillparzer. —Sonntag: „Flotte Weiber", Gesangsposse von Treptow.
( Herrenabend. Am Samstag den 12. Oktober begeht der Gesangverein „Fröhlichkeit" in den Sälen „zum deutschen Haus" sein 28. Stiftungsfest in Form eines Herrenabends. Da der Verein auch diesmal eine reiche Auswahl prächtiger Chöre in Vorbereitung hat und der komische Theil, der wie bekannt in bewährten Händen liegt, ebenfalls reiche Abwechselung bietet, so dürfte sich auch der diesjährige Herrenabend seinen Vorgängern würdig zu Seite stellen und nicht verfehlen, seine alte Zugkraft zu bewähren.
m. Fußhallsport. Vom herrlichsten Wetter begleitet fand am vergangenen Sonntag das Retourspiel des Frankfurter F.-K. 99 Kickers und des 1. Hanauer F.-K. „93" auf der Hundswiese in Frankfurt statt. Herr A l t e n h a i n vom Karlsruher F.-V. hatte die Führung des Spiels übernommen und leitete dasselbe in vorzüglicher Weise. Hanau hatte den Anstoß, welcher von den Stürmern brillant durchgeführt wurde und ihnen ermöglichte, nach 2 Minuten das erste Goal zu erringen. Die Vertheidigung der Frankfurter Kickers hatte mächtig aufzupassen, daß die Gäste ihre Goalzahl nicht schon vor der Pause erhöhen konnten, denn Letztere schlossen das Thor der Frankfurter gänzlich ein. Durch einen schnellen Vorstoß der Frankfurter, welcher in einem Eckball endigte, wurde ein Goal von ihrer Seite errungen und stand das Spiel daher 1:1, was auch vor der Pause unverändert blieb. Die zweite Hälfte begann und der 1. H. F.-K. „93" hatte nun die Sonne im Rücken, was ihnen zu großem Vortheile gereichte. Die Angriffe wurden jetzt nach und nach sicherer, überhaupt entwickelte sich das Zusammenspiel, je mehr es dem Ende zuneigte, zu einem viel schärferen. Auf diese Art gelang es den 93ern auch, in 13 Minuten 3 Goals für sich zu treten, dem kurz vor Schluß noch das 4. folgte. Somit war es dem 1. Hanauer F.-K. „1893" vergönnt, über die Frankfurter Kickers den schönen Sieg mit 5:1 Goals davonzutragen. Anschließend an das Spiel der beiden ersten Mannschaften reihte sich dasjenige der 2. Mannschaften an und endigte unentschieden mit 4:4 Goals.
5 Sport. Wir nehmen Gelegenheit mitzutheilen, daß der Bècycle-Klub „Hanovia" am Samstag den 26. Oktober, abends
8 Ubr beginnend, im Saalbau „zum deutschen Haus" die
Wiederkehr seines Gründungstages durch einen Gesellschafts- Abend mit Ball feiert, zu welchem die Vorbereitungen in vollem Maße getroffen sind. Der Verein hat auch diesmal seine Dispositionen in Bezug auf Arrangement und Programm derart getroffen, daß die Festlichkeit sich den früheren in gleichem Maße anreihen kann, wonach nur die Gewißheit vorhanden ist, wieder ein fröhliches Sportsfest im Kreise der „Hanovia" verbringen zu können. Das Programm enthalt neben sportlichen Darbietungen u. A. eine theatralische Aufführung in Begleitung des Orchesters, welches von der Ulanenkapelle gestellt wird und an welchem nur bewährte Kräfte mitwirken. Wir werden später noch über die Einzelheiten berichten, wünschen jedoch schon heute dem Bicycle-Klub „Hanovia" neben einem vollen Haus, daß demselben sportsliebende junge Leute> beitreten möchten, und der Verein, welcher schon heute leistungsfähig ist, in den Stand gesetzt wird, in nächster Saison erstklassige Konkurrenzen mit Erfolg bestreiten zu können. Die Liste wird in nächsten Tagen in Zirkulation gesetzt werden.
* Strafkammer. Der am Montag wegen gefährlicher Körperverletzung von der Strafkammer verurtheilte und zur Sicherung des Strafvollzugs sogleich verhaftete Schloffer M. erhielt 9 Monate Gefängniß, nicht 3 Monate, wie gestern irr» thümlich berichtet wurde.
B. Als Opfer des Seemannsberufes muß nach den Mittheilungen der zuständigen Behörden an seinen Vater der Sohn des hiesigen Gastwirths Ferdinand Zeh, der Matrose Louis Zeh, betrachtet werden. Nachdem der im 22. Lebensjahre stehende junge Mann schon seit 6 Jahren als Matrose auf Segelschiffen die Welt durchfahren, ist er Mitte Oktober vorigen Jahres auf dem Bremer Viennacker „Bertha" von Waihaiwai nach Portland im Staate Oregon (Nord-Amerika) in See gegangen und wie jetzt als sicher gelten muß, das Opfer einer jener niemals aufzuklärenden Schiffskatastrophen geworden, bei denen weder vom Fahrzeug noch Mannschaft je. wieder Kunde unter die Lebenden dringt. Wir bedauern das traurige Geschick des zu den schönsten Hoffnungen berechtigenden jungen Mannes, dessen gerader, über seine Jahre hinaus, ernster und entschlossener Charakter ihn zum Seemannsberuf wie geschaffen erscheinen ließ und ihm die Achtung eines Jeden, der ihn kennen lernte, erwarb, noch mehr bedauern wir die hartgeprüfte Familie der in einem solchen Falle sogar der Trost völliger Gewißheit und der letzten Ehrung des so jäh Entrissenen versagt ist.
* *
*
-a. Langendiebach, 24. September. (Brunnen- sch ließung.) Wie wir hören, sind wieder einige Brunnen polizeilicherseits geschlossen und die entnommenen Wasserproben zur Untersuchung der landwirthschaftlichen Versuchsstation in Marburg übersandt worden. Es dürfte nunmehr an der Zeit sein, daß die hiesige Gemeinde, der seit Jahr und Tag schwebenden Wasserleitungsfrage ernstlich einmal näher tritt, haben doch einige kleinere Ortschaften unseres Kreises schon seit Jahren Hochdruckwasserleitungen. Die Annehmlichkeiten einer Wasserleitung werden selbst die Gegner später nicht hoch genug zu schätzen wissen, und vom hygienischen Standpunkte aus erscheint eine solche Anlage unerläßlich.
Hanauer UereinsnachrichLe«
für Mittwoch den 25. September.
Evang. Männer- und Jünglingsverein: Posaunenblasen (Evang. Ver
einshaus).
Kaufmännischer Verein Hanau: Vereinsabend im Restaurant Mohr. Gesellschaft «Treu beim Alten": Zusammenkunft in der »Brauerei
Orschler".
Gewerbe- und Handwerker-Verein: Abends von 9—11 Uhr: II. Buch- sührungs-Kursus in der „Centralhalle"; Leiter: Handelslehrer
G. Ramb.
Hanauer Kriegerverein: Monatsversammlung im „Löwengärtchen". Turn- u. Fechtklub: Fechten und Turnen der Männerabtheilung. Arends'scher Stenographenverein „Apollobund" (Gasthaus „z. Grafen Philipp Ludwig"): Vereinsabend.
Thaler-Klub: Zusammenkunft in den „3 Hasen".
Verein der Bayern: Vereinsabend im Gasthaus „zu den 3 Schwanen . Hanauer Schützenverein: Vereinsabend im „Restaurant Mohr." Handwerker-Vezirksverein: Zusammenkunft in der „Allemania".
Freiwillige Feuerwehr: 1. Komp, im „goldnen Herz"; Steiger-KorpS in der „Brauerei Beck".
Männerabtheilung der Turngemein'oe: Turnen.
für Donnerstag dxn 26. Septemb er.
Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanau: Nachmittags 4 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung im „Löwengärtchen", Vorstadt Nr, 1, hier.
Aus dem Gerichtssaal.
Sitzung des Hanauer Schöffengerichts vom 26. September.
Der Kolonialwaarenhändler K. ist beschuldigt, ohne Konzession das SchankwiEchaftsaewerbe ausgeübt zu haben. K.