Einzelbild herunterladen
 

Seite 2

jeder Weise wirkungsvoll; ebenso ist „Judith Simon" eine Dichtung von gewaltigem litterarischem Werth, welche sich ruhig in die Reihen der klassischen Litteratur stellen kann. Die Er­öffnung des zweiten Theils der Rezitationen fällt unserem beliebten Baumbach zu. Wer kennt nicht Baumbach ? Wir glauben, sagen zu dürfen, daß Rudolf Baumbach der gefeiertste humoristische Dichter der modernen Litteratur geworden ist und erinnern hier nur kurz an seine populärsten Geistesprodukte „Der Wittwer und der Tatzelwurm", „Die Wimschelglocke", „Peters Kreuz" rc., die alle sozusagen in dem Volksmunde leben. Den Schluß bilden dann einige Dialektdichtungen inösterreichischer, sächsischer und oberbayrischer Mundart. Es wird mithin dem verehr!. Publikum ein in jeder Weise abwechselungsreiches Programm vorgelegt, und sei es nochmals unser Wunsch, daß der Mühe und Anstrengung beider Herren die Anerkennung der verehrl. Kunstfreunde nicht versagt bliebe. Wir fügen hier noch bei, daß der Termin des Konzerts auf den 19. Scpt., abends 8 Uhr, in der Centralhalle festgesetzt ist und den Vor­verkauf der Karten die Hofbuchhandlung G. M. Albertis Nachfolger freundlichst übernommen hat.

* SoMMerthsaöer. Auf Beck's Felsenkeller errang auch gestern Abend das dieswöchentlich ganz vorzügliche Pro­gramm den ungetheilten Beifall aller Besucher. Die auf­tretenden Künstlerinnen und Künstler fanden mit ihren Dar­bietungen rauschenden Beifall.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen Nachmittag von 4 Ahr ab findet Konzert der Infanterie- Kapelle Nr. 166 statt.

Q Anfall. Auf dem Bahnhof Gelnhausen ereignete sich gestern Mittag ein bedauerlicher Unglücksfall. Der Arbeiter Baer von Altenhaßlau stürzte von einem im Rollen befindlichen Wagen ab und wurde schwer verletzt nach dem städtischen Krankenhaus in Gelnhausen gebracht.

* Biehmarkt. Morgen früh findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.

2 Windecker», 9. Septbr. (Jagdverpachtung.) Das Höchstgebot bei der heute auf dem hiesigen Nathhause anberaumten Verpachtung der Feld- und Waldjagd hatte der bisherige Pächter, Graf Oriola von Büdesheim, mit 1905 Mk. Der Zuschlag ist vorbehalten.

.......... iw UJIB I, Ls7~LCTTlW£KS^Tmjgxg^ ----

Aus dem Gerichts saâ

Sitznng der Ferienstrafkammer vom 9. Sept.

K ö rp er v erl etzu n g.

Am 23. Juni ging der 16jährige Weißbinderlehrling G. zu Weiperz in die dortige Wirthschaft auf die Kegelbahn. Als er den Spitznamen eines dort anwesenden Knechtes nannte, wurde dieser ungemüthlich und verbat sich die Redensart. Der Lehrling nannte den Spitznamen nochmals und darauf wurde der Knecht noch ungemüthlicher. „Ich möcht Dir grad . . sagte er zu dem vorlauten Burschen und machte eine drohende Gebärde nach dessen Gesicht, sodaß der Lehrling ganz richtig vermuthete, es solle ihm eine Ohrfeige für seine frechen Be­merkungen applizirt werden. Er kam bem aber schnell zuvor und versetzte dem Knecht einen Tritt auf den Magen. Hierauf packten sich Beide und bei der Balgerei zog der Knecht wieder den Kürzeren, denn der Lehrling schlug ihm ein Vierglas auf den Kopf, womit dann das Kegelspielintermezzo beendigt war. Jugend und seitherige Unbestraftheit verhalfen dem Angeklagten zu der gelinden Strafe von 4 Wochen Gefängniß.

Ein gefährlicher Liebhaber.

Der Landwirth K. zu Wirtheim unterhielt ein Verhältniß mit seiner Cousine, das um deswillen eine arge Trübung er­fuhr, weil von der Familie des Mädchens gegen K. ein böses Gerücht in Umlauf gesetzt worden war. In Begleitung eines gehörigen Rausches begab sich K. daher eines Abends nach dem Hause seines Onkels und veranstaltete eine wüste Szene. • Als er verschlossene Thüren fand, brach er sie einfach auf und wetterte nunmehr gegen die Anwesenden mit Worten und Thaten los. Während die übrigen Familienmitglieder mit Schimpfnamen davonkamen, trug der Onkel des liebenswürdigen Neffen eine schwere Verletzung davon. Ihm wurde von dem Letzteren der Arm entzwei geschlagen und auch auf den Kopf erhielt er einen Schlag. Als der Wüthende das Haus verlassen hatte, ver­schaffte er seinem Groll nochmals Luft und schleuderte einen Karst gegen das Haus, wodurch ein Fenster in Trümmer ging. Die ganze Affäre trägt dem gefährlichen Liebhaber eine Ge­fängnißstrafe von 9 Monaten und 3 Tage Haft ein. Da in- , zwischen noch weitere Anzeigen wegen neuer Gewaltthätigkeiten gegen ihn eingegangen sind, so erhält er gerichtsseitig noch eine ernste Verwarnung, sich nunmehr etwas manierlicher zu be­nehmen, sonst könnte es ihm schlecht bekommen.

Aus der Verbrecherlaufbahn.

Die Vorstrafenliste des 1878 hier geborenen Schreiners Martin M. weist schon ganz anständige Zahlen auf. Am 27. März d. Js. machte er einen kleinen Bummel durch die Hainstraße, dort standen mehrere Damenräder vor einer Haus­thüre, Herr M. machte sich stahlroßberitten und radelte davon, gen Fulda zu. In Vollmerz machte er Halt und kehrte in einer Wirthschaft ein, um auch seinem leiblichen Menschen eine kleine Stärkung zu Theil werden zu lassen. Nachher happerte cs aber mit der Bezahlung und da die vorsichtige Wirthin das eingestellte Rad unter Verschluß gethan hatte, so ließ er schließ­lich das Rad im Stich und wurde wieder gewöhnlicher Fuß­gänger. Die Wirthin fand in der Tasche des Rades die Le- gitimationskarte und so konnte dasselbe seiner Eigenthümerin später wieder zugestellt werden. Lange hielt M. es in der Fremde nicht aus und schon nach kurzer Zeit tauchte er wieder in der heimathlichen Gegend auf. Anfangs April besuchte er eine Wirthschaft in der Schirnstraße und da las er zu seinem Schrecken im „Hanauer Anzeiger" seinen Namen, der in sehr enge Verbindung mit dem Fahrraddiebstahl gebracht war. Da­durch will er nun veranlaßt worden sein, schleunigst nach Holland abzudampfen und zwar mit einem kleinen Umweg über Berlin, Dortmund re. In der Nacht vom 3. zum 4. April d. Js. wurde bei dem Gastwirth W. in der Dechaneistraße eingebrochen und aus

Dierrfiag

»iCTT^nragyt.it^n- jjg ---------^^'",-,,^"tm>,Bff’*^Tir,1Vt^-,''',‘lir ■—■"—■■ ■»■<J»|nmiiTWfFaLWgntr

verschiedenen Behältern eine Geldsumme von 22 Mk., eine Cervelatwurst, eine Flasche Nothwein, Eier, ein Regenschirm und sonstige brauch- und eßbare Gegenstände gestohlen worden. Der Dieb hatte seinen Weg von unten durch eine Fallthür genommen und war mit Benutzung des Schlüssels durch das große Hofthor wieder herausgekommen. Die Ausführung des Diebstahls zeigte drei Eigenthümlichkeiten: Der Branntwein und die Cigarren waren unberührt geblieben, ergo mußte der Thäter ein Verächter dieser Gegenstände sein; der sonst sehr wachsame Hund hatte keinen Lant von sich gegeben, also mußte er mit dem Dieb gut bekannt sein; der Weg, den der Dieb genommen, war ein so verwickelter, daß ihn nur ein im Hause gut Bekannter machen konnte. Das Alles trifft bei dem M. zu, denn er war mehrere Monate bei dem Gastwirth als Ar­beiter thätig gewesen und hatte sich als ein Verächter von Schnaps und Cigarren gezeigt. Auch ein Strumpf war be­hufs Vermeidung von Geräusch in die Fallthür eingeklemmt; dieser Strumpf war gezeichnet und er wurde als den Bauers­leuten K. in Alsfeld gehörig eruirt. Bei diesen Bauersleuten aber hatte M. vorher ein kurzes Debüt als Knecht gegeben, nebenbei' bemerkt, hatte er auch diesen Leuten später einen nächtlichen Besuch abgestattet und ihren Geldvorrath um ca. 1000 Mk. erleichtert. Während nun M. alle die sonstigen Kleinigkeiten, wenn auch unter Hinzufügung von allerlei Mär­chen, zugibt, leugnet er hartnäckig den ungebetenen Besuch bei dem Gastwirth W. und will in jener Nacht in der Gastwirih- schast von Koch in Friedberg gewesen sein. Auch ein Be­diensteter der Brauerei hat ihn an bem Morgen auf der Franlfurtcrlandstraße gesehen, aber er bleibt dabei, die Frau des Gasiwirths in Friedberg habe ihn an dem Abend bedient und die müsse wissen, daß er bis zum Feierabend in der Wirthschaft war. Diese Frau aber ist krank und so bleibt dem Gericht nichts Anderes übrig, als sie in ihrer Heimath zu Centimen. Die Verhandlung wird deshalb bis zum Freitag vertagt.

Höhere Strafe.

Zwei herzlose Buben hatten ein Amselnest zerstört und die Jungen herausgenommen. Das Schöffengericht verurtheilte Jeden zu einem Verweis. Weil aber der Eine, Wilhelm R., schon vorbestraft ist, hielt der Amtsanwalt diese Strafe für zu gering und legte Berufung ein. Die Strafe für den kleinen Vogeldieb erscheint auch der Ferienstrafkammer etwas zu gnädig und sie wird deshalb auf 1 Woche Haft erhöht.

-- - ■-..«■, ro'^^ygymgVW».;^^ ^--- -----

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen

Seewarte.

Telegramm aus Hamburg vom 19. September.

9 Uhr 38 Min.

Die Wetterlage ist wenig verändert, ein Maximum lagert über der mittleren Ostsee, ein Minimum nordwestlich Schott­lands, Ausläufer erstrecken sich bis zur südlichen Nordsee. In Deutschland ist das Wetter kühl, im Nordwesten regnerisch, im Süden entluden sich Gewitter.

Prognose für den 11. September: Kühles Wetter, Aus­breitung der Negenfälle ostwärts wahrscheinlich.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 9./9. 10./9.

Sehr trocken Beständig

Schön Veränderlich

Regen (Wind)

Viel Regen Sturm

sananer PeräsuachrichtLU

für Dienstag den 10, September.

„Ceutralhalle" : Abends 8 Uhr: Großes Konzert der Tenicsvarer nuparischen Knoben-Kapelle.

Evans. Männer- und Jünglinsisverein: Jünglingsvereln: Bibelbe- sprechurra: Jungfrauenverem: Flickabend (Ev. Bereinèhan?.)

Kath. Kasino „Eintracht'(Vereinst „zum Braustüb'l") : Vereins­abend.

Gewerbe- und Handwerker-Verein: Abends von 9—11 Uhr: I. Buch- sührungs - Kursus in der „Centralhalle" ; Leiter: Handclslehrcr G. Namb.

Verein der Bayern: Vereiirsabend im „Schwar-m Bären".

Turn- u. Fcchtklub: Fechten.

Süddeutscher Klub: Klubabend in der Restauration „AllsWairiü".

Zitherverein Hanau: Probe in der Restauration „Allemauis".

Spar- und Spielkasse bei Orschler: Abends von 9—9'/, Uhr: Erste Auflage und Mitgliederaufnahme.'

Athletenklub „Germania": NiegensteMmen und MusierriexenarbeltLN. (Restauration Wageub'ach, Paradeplatz),

Stemm- und Ring-Klub „Eiche": Abends von 9 -10 Uhr: Duicr- stemmcn und Steinstoßen; von 10—11 Uhr: Mustcrriegen- arbeiten (Restauration zur „Wiener Spitze").

für Mittwoch den 11. September.

Hanauer Schützenverein: Nachmittags von 2 Uhr ab: Schießen auf den neuen Schießständen.

Kurort Wilhelmsbad: Nachmittags von 4 Uhr ab: Großes Militär- Konzert der Jnfanteriekapelle Nr. 166.

----- , ,„mnT»« ...'■ -.^^^t^E«^^^^a^ -'”-■ ----

Schiffsbeeicht.

Der Hamburger Dampfer „Bulgar ic^ ist am 7. Sep­tember wohlbehalten in New-Dork eingetrofsen.

Der Hamburger Doppelschrauben - Schnelldampfer „Auguste Viktoria" ist am 6. September wohlbehalten in New-Sjork eingeiroffen.

10. September

W II 11 Hill IWH,.'dWrrWMBllli!l!l 1 IW» * ‘■»■HUW I HWMI II nw» wmmilllilUHI nww »»«»«!m„Wi„ in Hl... ...........

Drahtnachrichten.

Schürf; des ungarischen Reichsraths.

IV. Pest, 10. Septbr. In der Thronrede, womit der Reichstag geschlossen würbe, heißt es bezüglich des Ausgleichs : Wohl ist es nicht gelungen, zwischen den Ländern meiner ungarischen Krone und meinen übrigen Königreichen itnb Ländern die Zoll- und Handelsangelegenheilen in jener Weise zu regeln, auf die der Artikel 12 des Gesetzes vom Jahre 1867 in erster Reihe hinweist, gleichwohl haben Zoll- x und Handelsoerhültnisse sowie Verzehrungssteuern auf Grund i der gegenseitigen Billigkeit der Reziprozität eine den gesetzlichen | Rechten, wie auch den wirthschaftlichen und finanziellen Jn- I teressen des Landes entsprechende Erledigung gefunden. Die Thronrede fährt dann fort: Um die gesunde und feste Ent­wickelung der Kreditverhältnisse zu fördern, ist eine neue Regelung des Bankwesens berufen und sind auch wichtige ein­schneidende Schritte im Interesse der Regelung der Valuta geschehen. Die vollständige Einlösung der aus Staatsnoten be­stehenden gemeinsamen schwebenden Schuld und die Regelung der hiermit verbundenen Obliegenheiten werden die den obli­gatorischen Baarzahlungen im Wege stehenden Hindernisse hin- wegräumen, und nähern wir uns dann, wenn auch mit der durch die Lage erforderten Vorsicht, so doch mit der Entschieden­heit der Aufnahme der Baarzahlungen jener Zeit, die die für jeden Produktionszweig wichtige und so lang entbehrte Stabi­lität des Geldwerthes sichern wird. Die Thronrede zählt so­dann die während der abgelaufenen Legislaturperiode durch­geführten Reformen auf. Sodann heißt es weiter, vieles geht von diesem Reichstag auf den nächsten über. Der künftige Reichstag wird einer gesteigerten und patriotischen Einsicht be­dürfen, um alle diese großen und schweren Aufgaben zu lösen. Mögen diese Arbeiten die Segnungen des Friedens erleichtern. Die Hoffnung bietet uns hierzu das intime und gute Einver­nehmen mit unseren Verbündeten und die guten freundschaft­lichen Beziehungen, in welchen wir mit sämmtlichen aus­wärtigen Mächten stehen. Unauslöschlich ist es in unserem Herzen eingegraben und pietätvoll gedenken wir des Aktes, mit welchem unser geliebtes Ungarn das Andenken unserer unver­geßlichen Gemahlin, die Ungarns Königin nicht nur dem Rechte, sondern auch ihrem Herzen nach war, als ergreifendes Zeichen des Dankes und der Liebe in seinem Gesetzbuch zu ewigen Zeiten überliefert hat.

Der Mordversuch auf Mae Kinley.

W. Buffalo, 9. Septbr. 8 Uhr früh. Der 6 Uhr früh ausgegebene Krankheitsbericht rief in gewissem Sinne eine Ent­täuschung hervor und war wohl mehr bestimmt, den vorherr­schenden Optimismus abzuschwächen. Indessen sind die Aerzte noch immer geneigt, die Sachlage hoffnungsvoll anzusehen. Sie halten daran fest, daß zur Zeit auch nicht ein einziges unbefriedigendes Anzeigen vorhanden ist und sagen, daß natür­licher Weise ernste Verwickelungen aus einer solchen Wunde entstehen können, rechnen aber nicht damit im Voraus.

W. Buffalo, 9. Septbr. Bulletin von 9 Uhr 20 Mi­nuten früh. Das Befinden des Präsidenten befriedigt mehr und mehr; unerwartete Zwischenfälle sind jetzt weniger wahr­scheinlich. Puls 122, Temperatur 100,8, Athmung 28.

W. Buffalo, 9. Septbr. Ezolgoß wurde zu seiner eigenen Sicherheit in ein unterirdisches Gefängniß abgeführt.

W. New-Nor§, 9. Septbr. Ein Korrespondent des „New-Jork Herald" berichtet: Die Polizei und die Beamten des geheimen Sicherheitsdienstes der Vereinigten Staaten seien überzeugt, daß der Mordanschlag auf Mac Kinley der erste in einer Reihe von Anarchisten geplanten Verbrechen sei.

W. Loudon, 10. Septbr. „Standard" meldet aus Cleverland in Ohio vom 9. September: Die Familie Czolgosz ist kurz nach der Geburt des Leon Czolgosz aus Posen hier eiugewandcrt.

W. Buffalo, 10. Septbr. Die Behörden werden alles in ihren Kräften Stehende thun, um zu verhindern, daß Czolgosz von der Sensationspresse zum Helden gestempelt werde. So ist den Reportern weder der Zutritt zu Czolgosz gestattet, noch überhaupt erlaubt, ihn zu sehen.

Hd. Berlin, 10. Septbr. Der „Lok.-Anz." meldet aus New Pork: Obwohl Präsident Mac Kinley eine unruhige Nacht verbracht hat, sind mit Rixey nun die Doktoren Mann und Mac Burney der Ueberzeugung, daß Mac Kinley genesen wird. — Nach einer Depesche desselben Blattes aus London wird aus Buffalo telegrafiert : Dr. Burney erklärte einem In­terviewer, die Operation Mac Kinleys wurde in der kürzesten bisher erreichten Zeit ausgeführt. Die noch im Körper befind­liche Kugel ist klein. Man hat sie weder gesehen noch gefühlt. Die Wunde ist zugenäht und geschlossen. Der Magen ist bei der Operation nicht untersucht worden. Der Präsident erhält alle Nahrung durch den Darm zugeführt. Sie besteht gegen­wärtig aus Whisky, heißem Wasser und rohem Ei, zuweilen schluckt er etwas Wasser. Falls er bis Dienstag Fortschritte in der Besserung macht und dann keine ungünstigen Symp­tome vorhanden sind, werden keine mehr eintreten. Der Prä­sident hat seit Sonntag kein Morphium bekommen. Wenn kein Rückfall eintritt, dürften ein bis drei Monate vergehen, ehe der Präsident die Geschäfte wieder aufnehmen kann. Das Bulletin von gestern Nachmittag 3 Uhr lautet: Präsident Mac Kinley fühlt sich behaglich. Er hat keine Schmerzen und es sind keine ungünstigen Symptome vorhanden. Die Darm- und Niercn-Funklionen werden normal verrichtet. Der Puls zeigt 113 Schläge, die Temperatur 38,3 Grad, Respiration 26. — Der Attentäter ist jetzt, wo er sich sicher vor dem Lynchen fühlt, frech geworden. Die ärztliche Untersuchung ergab seine volle Zurechnungsfähigkeit. Er besteht darauf, daß er keine Komplizen hat, doch glaubt es die Polizei nicht. Wenn man ihn streng befragt, wird er verstockt. Er wird gut behandelt. Er weiß, daß er nicht angeklagt wird, ehe der Präsident stirbt oder genesen ist. Er will keine juristische Unterstützung haben.

W. Buffalo, 9. Sept. Ein nachmittags 3 Uhr über das Befinden Mac Kinley's ausgegebener ärztlicher Be­richt besagt: Das Befinden des Präsidenten bessert sich stän­dig; er ist schmerzlos. Ungünstige Symptome zeigten sich nicht.