Erstes
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Blatt.
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aus-
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Gennal-Auzeiger.
Amtliches Grga« für Stobb md Faadkreis Ham«
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.
Nr. 191
Bezirks Fernsprechanschluß Nr. 98.
Samstag den 17. August
Vezirks-Ferns-rechanschluß Nr. 98. 1901
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Amtiiches.
Stadtkreis Ranau
Zwecks Neupflasterung und Anlage von erhöhten Fußwegen in der Rosenstraße vom Kreuz der Salzstraße bis zur Nürn- bergcrstraße wird die letzt genannte Straße vom 15. d. M. auf die Dauer von 4 Wochen für den gesammten Fuhrverkehr, sowie die Rosenstraße von der Salz- bis zur Langstraße und die Salzstraße von der Rosen- bis zur Hirschstraße auf die Dauer von 8 Dagen für durchgehenden Fuhrverkehr g e s p e r rt. Hanau den 13. August 1901.
den
- Königliche Polizei-Direktion.
P 6975 I. V.: Valentiner, Reg.-Assessor.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Dörnigheim belegenen, im Grundbuche von Dörnigheim Band X Art. 559, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der ledigen Maria Magdalena Engelhardt, Ernsts Tochter in Dörnigheim eingetragenen Grundstücke:
D
113 vor Rumpenheim, Acker
5
ar
75 qm
F
257 im Anspann, Wiese
3
ff
50 „
H
90 im Breul, Acker
5
„
41 „
K
126 im langen Gewann, Acker
4
ff
52 „
L
116 am Gronheimer See, Acker
5
41 „
L
305 auf der Backeshecke, Acker
7
88 „
0
53 auf der Johannes Eller, Garten
ff
73 „
Q
162 am grünen Weg, Acker
5
„
73 „
R
345 im Loch, Wiese
2
ff
08 „
R
381 im Loch, Acker
5
ff
57 „
8'
302 im Rußwinkel, Wiese
2
„
78 „
X
225 im untern Sohl, Wiese
6
ff
92 „
Y
265 im untersten Grund, Wiese
4
ff
61 ff
BB
187 hinter dem spitzen Sand, Acker
6
ff
60 „
CG
121 auf dem spitzen Sand, Acker
8
ff
19 „
am 1L Oktober 1901, vormittags
10
Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht in Dörnigheim im Frankfurter Hof versteigert werden.
Hanau den 7. August 1901.
Königliches Amtsgericht 2
13406
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Niederrodenbach belegenen, im Grundbuche von Niederrodenbach Band XIV Artikel 756, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Diamantschleifers Philipp Breideband (Pauls II. Sohn) zu Niederrodenbach eingetragenen Grundstücke:
Kartenbl.
M Parzelle Nr. 974 die Gartel, Garten — ar 13 qm
N „
49
841
488
zwischen den
Wegen, Acker 4 „ 14
am Dornheckenweg, Acker
„ 40
am
25. Oktober 1901, vormittags 10 Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14, versteigert werden.
Hanau den 6. August 1901.
Königliches Amtsgericht 2
13405
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 2 Photographien. 1 Familien-Monats- karte vom Palmengarten Frankfurt a. M. für Herrn Ernst Pohlig. 1 Portemonnaie mit 5,82 M. Inhalt. 3 Bücher mit dem Namen Fritz Bauer, Klasse Va. 1 fast neue Wagendecke. 1 neuer schwarzer Damenhandschuh im Laden Steinheimerstraße 57 liegen geblieben; Empfangnahme daselbst.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 2,50 M. 1 Fixir- portemonnaie mit ca. 14 M., auf dem Portemonnaie ausgezeichnet eine Lokomotive.
Entlaufen: 8 Enten.
Hanau den 17. August 1901.
Hue Stadt und Cand.
Hanau, 17. August.
* Preußische Krieger-Stiftung. Der Kaiser hat nunmehr die gelegentlich des 200jährigen Bestehens des Königreichs Preußen vom Vorstande des Preußischen Landes-Krieger- Verbandes durch Sammlungen und freiwillige Spenden begründete „Preußische Krieger-Stiftung" als „Stiftung" geneh
migt. Die Stiftung verfügt über insgesammt 120 000 Mark und wird an hilfsbedürftige Kriegsveteranen und deren Angehörige einmalige und dauernde Beihilfen gewähren. Alljährlich am Jubiläums-Gedenktage (18. Januar) gelangen die einmaligen Beihilfen aus den Zinsen des Kapitals zur Verthei- lung. Auch die Hinterbliebenen der in China Gefallenen sollen Beihilfen und Unterstützungen gewährt erhalten.
G Die neue Gasanlage in Klein-Sielnheim. Aus Klein-Steinheim, 16. August, wird uns geschrieben : Die öffentlichen Straßen am hiesigen Orte waren gestern Abend, mit Ausnahme von Lampen, die noch nicht zur Aufstellung kommen konnten, zum ersten Mal mit Gas erleuchtet, und muß wohl Jeder, der Gelegenheit genommen hat, einen Rundgang zu machen, die Ueberzeugung gewonnen haben, daß die Gasüberführungs-Anlage von Hanau nicht nur großartig funktionirt, sondern daß alle gehegten Erwartungen weit übertroffen worden sind und daß die Versprechungen der städtischen Gaswerksleitung sich glänzend erfüllt haben. Auch aus Privatkreisen, in denen die seitherige Petroleumlampe dem Gasglühlicht das Feld räumen mußte, hört man nur einstimmiges Lob und Zufriedenheit darüber äußern! Die anfänglichen Anmeldungen von ca. 90 Theilnehmern sind im Laufe der Bauzeit auf nahezu 160 an gewachsen ; noch weitere Anschlüsse stehen in Aussicht, sodaß angenommen werden darf, daß nach und nach die bisher noch Unentschlossenen von der seitherigen mühsamen, unschönen und keineswegs billigeren Veleuchtungsart ebenfalls zu der jetzigen schönen Gasbeleuchtung übergehen werden. Auch über das Kochen mit Gas, das in vielen Familien bereits eingeführt ist und mit jedem Tage mehr und mehr eingeführt wird, hört man betreffs Annehmlichkeit und Billigkeit gegen Holz- und Kohlenfeuerung nur Gutes reden und außer dem Fortschritt in der Beleuchtung dürfte gerade dieser für jede Familie hochwichtige Punkt die heute noch zögernden Hauseigenthümer veranlassen, den baldigen Anschluß an das Rohrnetz nachzusuchen. Was nun das gegenseitige Vertragsverhältniß anbelangt, so geziemt es sich, diesseits zum Ausdruck zu bringen — und das wurde auch seitens der Großherz. Kreisbehörde in Offenbach anerkannt — daß die Stadt Hanau der hiesigen Gemeinde in der denkbar coulantesten Weise entgegen gekommen ist; Alles hat sich in angenehmer Weise zu beiderseitiger Zufriedenheit erledigt und nicht der geringste Mißton hat während den immerhin Zeit in Anspruch nehmenden Verhandlungen Platz gegriffen, und dafür gebührt der Stadt- Behörde alle Anerkennung! Anerkennung und Dankbarkeit muß insbesondere aber auch der Hanauer Gaswerks-Verwaltung und allen ihren Untergebenen gezollt werden, die in stets zuvorkommender und liebenswürdiger Weise den hiesigen Abnehmern mit Rath und That entgegengekommen sind und heute uoch Entgegenkommen und welche durch unermüdliches Schaffen die Gasüberführung nach hier — zu deren Vollendung kontraktlich 9 Monate vorgesehen waren — in der kurzen Zeit von kaum 8 Wochen soweit fertig gestellt haben, daß dieselbe heute bereits als vollendet gelten kann! Möge das geschäftliche Verhältniß, in welches die hiesige Gemeinde jetzt mit der Stadt Hanau getreten ist, beiden Plätzen auch in wirthschaft- licher Beziehung von Nutzen werden und hierzu dürfte der Umstand, daß man jetzt von hier nach der Stadt und umgekehrt aus der Stadt nach hier bis zur Mitternacht bei hübscher Gasbeleuchtung verkehren kann, nicht unwesentlich beitragen.
* Städtisches Wasserwerk. Der Wasserverbrauch in Hauau hat im Betriebsjahre 1900 eine Zunahme von 123,305 cbm = 12,58 °/o erfahren und ist damit die Ge- sammtabgabe von 980,162 cbm gestiegen, welcher eine Wasserförderung von 1,103,522 cbm gegenübersteht, so daß am Jahresende ein um 55 cbm größerer Vorrath vorhanden war. An der Wasserförderung sind Werk I mit 801,199 cbm = 72,64 °/o und Werk II mit 302,323 cbm = 27,36 <7o be- theiligt, gegen 74,57 °/o bezw. 25,43 % im Vorjahre. Der größte Wasserverbrauch im Monat war im Juli 1900 mit 123,568 cbm — 11,19 °/o der Gesammtabgabe. Der kleinste Monatsverbrauch war im Aprtl 1900 mit 71,981 cbm — 6,52 °/o der Tagesabgabe. Die durchschnittliche Monatsabgabe berechnet sich hingegen zu 91,955,56 cbm. Die größte Tagesabgabe fand am 21. Juli mit 5913 cbm statt; 1899 am 22. Juli mit 4792 cbm. Die kleinste Tagesabgabe war am 2. Dezember 1900 mit 1528 cbm, in 1899 am 23. Novbr. mit 1375 cbm. Die durchschnittliche Tagesabgabe ergibt sich zu 3023,19 cbm gegen 2709,81 cbm. im Vorjahre. Nach dem Stande der Einwohnerzahl von Hanau am 1. April 1901 mit 29884 Seelen wurden im Durchschnitt verbraucht: Pro
Kopf und Jahr 36,936 cbm gegen 33,16 cbm in 1899, pro Kopf und Tag 101,16 Liter gegen 90,87 Liter in 1899. Am Tage der größten bezw. kleinsten Abgabe trifft hingegen ein Konsum von 197,86 Liter bezw. 46,00 Liter gegen 160,69 Liter bezw. 46,11 Liter im Vorjahre.
Die heutige Nummer umfaßt außer dem UnLerhâmgshlatL 16 Seèteu
* Hohes Alter. In voller Rüstigkeit feierte gestern Herr Schornsteinfegermeister Ernst Grimm seinen 90. Geburtstag.
* Körperverletzung. An einem der letzten heißen Tage warf die Sonne ihre sengenden Strahlen in eine Schuhmacherwerkstatt, in der zwei Gesellen ihrem Handwerk oblagen. Beide hatten nun ein und dasselbe Bestreben, nämlich, sich vor den Sonnenstrahlen zu schützen, und jeder wollte seinen Fensterladen schließen. Da aber die Werkstatt nur zwei Fenster besitzt, so wäre dieselbe bei diesem Beginnen dunkel geworden. Hierüber geriethen die Gesellen in Wortwechsel, der damit ' endete, daß der Geselle W. seinem Kollegen V. mit dem mit Eisen beschlagenen Schuhleisten einen wuchtigen Hieb auf den Kopf versetzte. Der Getroffene erhielt eine etwa 3 cm lange, bis auf den Knochen reichende Wunde und wird längere Zeit arbeitsunfähig sein. Gegen den Thäter ist Strafantrag ev stattet worden.
* Ein Sommerfest hat für morgen Nachmittag der hiesige christliche Arbeiterverein in den Gartenlokalitäten des Gasthauses „zum Elephanten" arrangirt. Die früheren Veranstaltungen genannten Vereins haben die Besucher stets in hohem Maße befriedigt, daß das Gleiche auch bei dem morgigen Sommerfest der Fall sein wird, steht sicher zu erwarten.
* Turngemeinbe. Die heute Abend in der Turnhalle stattfindende Festlichkeit beginnt um 8*/2 Uhr und bemerken wir nur noch, daß zu derselben auch Freunde eingeführt werden können.
* Einen Kommers mit Unterhaltung veranstaltet heute Abend im Saalbau „zum Deutschen Hause" die Rudergesell- schaft „Hassia" zu Ehren der diesjährigen siegreichen Mannschaften. Zu der Veranstaltung haben erste hiesige Kräfte ihre Mitwirkung zugesagt.
® Fußballsport. Morgen Sonntag den 18. l. Mts. fährt die 1. Mannschaft des Hanauer Fußballklubs „Viktoria 1894" nach Frankfurt a. M., um dortselbst auf der Hundswiese mit der 1. Mannschaft des Frankfurter Fußballklubs „Viktoria" ein Wettspiel auszufechten. Abfahrt um 3 Uhr 33 Min. Westbahnhof.
* Im Kurort Wilhelmsbad findet morgen Nachmittag großes Militärkomzert statt.
* Sommertheater. Auf Beck's Felsenkeller findet nach der durch die Landestrauer gebotenen Pause heute Abend wieder die erste Vorstellung mit vorzüglichem Programm statt. Wir verweisen auf das bezügliche Inserat in heutiger Nummer.
* Kirchweihen. Der morgige Sonntag wird im Zeichen der „Kirchweihen" stehen. Der Jnseratentheil unserer heutigen Ausgabe, worauf wir an dieser Stelle aufmerksam machen, gibt den schlagendsten Beweis hierfür.
* Sehenswürdigkeiten. „Musèum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis IVa Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.
* Das Hahnenkammhaus ist jetzt täglich geöffnet.
t. Grostanheim, 17. August. (R o ch u s p r o z e s s i o n.) Morgen Sonntag, nachmittags 1 Uhr, findet die alljährlich übliche Rochusprozession aus dem Rochusplatz statt. Dieselbe datirt aus der Zeit nach dem 30jährigen Kriege. Zu den Schrecken dieses Krieges und dessen Folgen, Hungersnoth, Armuth, kam noch die P e st, die treue Gefährtin des Krieges, welche in hiesiger Gegend und im nahen Freigericht ganz besonders schrecklich wüthete. Das Freigericht war um das Jahr 1640 so entvölkert, daß da, wo sonst Menschen wohnten, Raub- und andere wilde Thiere ihr Lager hatten. 1666 war die Pest abermals von Mainz und Frankfurt nach ^anau und Umgegend gedrungen und hatte allenthalben große Opfer verlangt. In dieser großen Noth flehte man zum hl. Rochus und die H i e s i g e G e m e i n d e machte unter dem damaligen Bürgermeister Hauck, Pfarrer Ho f- mann und Lehrer Wendtland das Gelübde, alljährlich am Sonntage nach dem Feste des hl. Rochus (16. August) in Prozession nach der Rochuskapelle, jetzt Nochusplatz („am Kapellche") zu ziehen. Auf die Fürbitte des Heiligen verschonte Gott den hiesigen Ort vor weiterem Elend und treu dem einstigen Versprechen findet nun seit jener Zeit an diesem gelobten Tage die Rochuswallfahrt statt, um Gott für Abwendung dieses schrecklichen Uebels zu danken. Warum man gerade den heiligen Rochus um seine Fürbitte anflehte, ergibt sich aus dem kurzen Lebensbild des Heiligen, das wir nachstehend zur Orientirung unserer Leser bringen. Der hl. Rochus, Sohn eines Edelmannes in Montpellier, überließ beim Tode seines Vaters die Herrschaft seinem Oheim, gab sein Vermögen an die Armen und pilgerte nach Rom. In Aquapendente war die Pest ausgebrochen, die damals