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wurde, genügt, um den Aufruhr zum Erlöschen zu bringen, die Insurrektion glimmt vielmehr weiter fort und wird vielleicht bald wieder in einzelnen Theilen des Archipels in Helle Flammen ausschlagen. Der General der Aufständischen, Marval, der zum Nachfolger Aguinaldos ausgerufen wurde, soll zur Fort­setzung des Kampfes gegen die Amerikaner im südlichen Cebu entschlossen sein und es heißt, daß Aguinaldo, trotz seiner scharfen Ueberwachung, nicht ohne Fühlung mit den Insurgenten ist. Das Ziel der vollständigen Beruhigung der Philippinen, dem man sich sehr nahe gewähnt hatte, ist somit noch lange nicht erreicht. Aber auch in jenen Gebieten, wo die Macht der Amerikaner nicht mehr angefochten werden kann, genießen sie keine ungetrübte Freude des Besitzes. Die Bevölkerung fügt sich nur widerwillig in die amerikanische Herrschaft; die allmäh­liche Ueberfluthung der Inseln mit amerikanischen Beamten, Richtern, Anwälten und Lehrern, insbesondere infolge der jüngst verkündeten Bestimmung, daß nach Ablauf von fünf Jahren das Englische die ausschließliche Amtssprache auf den Philippinen bilden wird, ruft allgemein tiefe Unzufriedenheit hervor, welche ein Befreunden der Eingeborenen mit der neuen Ordnung der Dinge in weite Ferne rückt.

Hus Jtab und fern.

Gaffel, 29. Juli. Nachdem nun auch der Rittergutsbe­sitzer Arnhold Sumpf-Greifswald und Rittergutsbesitzer Th. Schulze- Dellwig verhaftet worden sind, befindet sich der ge- sammte Aufsichtsrath der Aktiengesellschaft für Trebertrocknung in Haft.

H. Neuses, 29. Juli. Nach längerem schweren, aber mit Geduld ertragenen Leiden verschied dahier unser allverehrtester Herr Lehrer Georg Neumann. Derselbe war geboren am 26. März 1849 zu Neuses, als der Sohn des Lehrerveteran Neumann, besuchte nach genügender Vorbereitung das Lehrer­seminar zu Fulda von 1866 bis 1869 und erhielt am 1. Juni 1869 seine erste Anstellung zu Roßbach (Kr. Gelnhausen), ^eit dem 1. Juni 1875 ist er Lehrer am hiesigen Orte, wo­selbst er segensreich zur größten Zufriedenheit der Gemeinde und seiner Vorgesetzten amtirte. An seiner Bahre trauern 5 Töchter und 3 Söhne. Seine Gattin ist ihm voriges Jahr auf traurige Weise plötzlich entrissen worden. Sein Andenken aber wird immer fortleben. R. j. p.

Wiesbaden, 29. Juli. Zu der Auszeichnung durch den Kaiser, welche dem Füsilier-Regiment v. Gersdorff (Hess.) "Nr. 80 in Wiesbaden (dem früheren kurhessischen Garderegiment) zu Theil wurde, wird weiter berichtet, daß dem Regiment nicht die eigentlichen Gardelitzen verliehen wurden, wie sie die Garde­regimenter in Berlin und Potsdam tragen. Es handelt sich vielmehr um eine auf besonderen Wunsch der Kaiserin Friedrich, des Chefs des Regiments, am Kragen und auf den Armaus­schlägen zu tragende Stickerei, wie sie ähnlich das frühere Re­giment Hessen-Cassel zur Zeit der Regierung Friedrichs II. getragen hat.

FC. Frankfurt a. M., 29. Juli. Der 20jährige Expedient der sozialdemokratischenVolksstimme" dahier, Wil­helm Zappay, ist dem Verlage mit vereinnahmten Geldern im Betrage von 350 Mk. durchgebrannt. Der Verlag hat Strafantrag gestellt.

FC. Frankfurt a. M«, 29. Juli. Die hiesige Volksstimme" hatte demVorwärts" einen Hunnenbrief ent­nommen,^ in dem sich der Absender allerlei Morithaten, wie Mädchenschändung, Gelderpressung u. s. w. rühmte. Die Volksstimme" hatte daran eine scharfe Kritik geknüpft, die der Kriegsminister zum Anlaß nahm, Strafantrag wegen Be­leidigung des ostasiatischen Expeditionskorps zu stellen. In der heutigen Verhandlung vor der Strafkammer erbot sich der Angeklagte, den Beweis zu erbringen, daß der Brief echt sei und schlug den Abg. Bebel dafür als Zeugen vor. Das Ge­richt beschloß denn auch, die Sache zu vertagen und Bebel zu vernehmen. Dieser aber soll nicht nur nach der Echtheit des Briefes, sondern auch nach dem Absender, bezw. nach den An­gehörigen derselben befragt werden.

Bübingen, 30. Juli. Für die Jubelfeier des 300- jährigen Bestehens des Gymnasiums zu Büdingen ist folgende Festordnung festgestellt: 1. Tag. Sonntag, 4. August 1901. 1) E-46 Uhr nachm : Oeffentliches Konzert. 2) von 8 Uhr abends an: Begrüßungsabend mit theatralischen Aufführungen. 2. Tag. Montag, 5. August 1901. 1) vonMl Uhr norm, an: Akademische Feier in der Turnhalle des Gym­nasiums. 2) von V22 Uhr nachm. an: Festessen. 3) von 4 Uhr nachm. an: Volksfest mit Tanz. 4) von V29 Uhr abends an: Fackelzug. 5) von V2IO Uhr abends an: Fest­kommers. 3. Tag. Dienstag, 6. August 1901. .1) von V2IO Uhr vorm. bis 1 Uhr nachm.: Umzug durch die Stadt vom Marktplatz aus und sodann Waldfest im Thiergarten für die Inhaber von Festkarten, auf Einladung Sr. Durchlaucht des Fürsten Bruno zu Asenburg und Büdingen. 2) von 4 bis 6 Uhr nachm.: Konzert. 3) von 9 Uhr abends an: Ball. Am Mittwoch, 7. August: Inoffizielle Frühschoppen und Aus­flüge in die Umgegend. Alle Veranstaltungen, für die der Ort nicht ausdrücklich angegeben ist, finden statt in der Festhalle bezw. auf dem Festplatz vor der Saline. Die Konzerte werden ausgeführt von der Kapelle des Thür. Ulanen-Regiments Nr. 6 zu Hanau unter Leitung ihres Musikdirigeuten Herrn Urbach.

St. Baden-Baven, 29. Juli. Unsere diesmaligen großen Rennen vertheilen sich auf den 25., 27., 29., 31. August und 1. September und sind neben den Ehrenpreisen mit ca. Mark 420,000 an Geldpreisen ausgestattet. Aus dem Vergnügungsprogr amm der nächsten Tage hebe ich das Auftreten von Madame 2) v ette Guilbert in unserem Theater am 1. und 2. August hervor.

St. Vöderfreguenz. Baden-Baden 36 502, Ems 15 201, Homburg 6768, Nauheim 13 872, Schwalbach 3640, Helgo- 8374, Ostende 12 676.

Sandel Gewerbe und Verkehr.

Marktberichte.

Frankfurt a. M., 29. Juli. Amtliche Notirung der Viehmarkt- Preise. Zum Verkauf standen: 405 OckNen. 40 Bullen, 724 Kühe und

Dienstag

(Stiere und Rinder),. 249 Kälber, 178 Schafe und Hämmel.

Schmeme. Bezahlt wurden für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen: n. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerths bis zu 6 Jähren Mk. <^68, b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. c- mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. oo61, <1. gering genährte jeden Alters Mk. 00 00. Büsten: a. voll- fleischige höchsten Schlachtwerthes Mk. 5557, l>. 'mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mk. 5154, c. gering genährte Mk... Kühe und Färsen: (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästetè FPjen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes Mk. 6264,' b. voll- fleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren Mk. 5860, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 4245, d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 3234, e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 3032. Bezahlt wurde für t Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Volk in. Mast) und beste Saugkälber 7779 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 6870 Pf., c. geringe Saugkälber 5356 Pf., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser). Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 6264 Pf., b. ältere Masthämmel 5759 Pf., e. mäßig genährte Hämmel unb Schafe (Merzschafe) 0000 Pf. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1'/. Jahren 65-00 Pf., b. fleischige 64-00 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 57 58 Pf., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft). Pf. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht: Kälber a. 46-48 Pfg., b. 3941 Pfg., Schweine a. 5100 Pfg./! b. fleischige 50 Pfg. Geschäft in Hornvieh und Kleinvieh gut, Markt geräumt. Aus Oesterreich standen 104 Ochsen, 2 Bullen und 2 Kühe zum Verkauf.

Frankfurt a. M., 29. Juli. Es notiren je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer Mk. 16.7585, kurhessischer Mk.., norddeutscher Mk.., russischer Mk. 16.8017.50, Redwinter Mk. 1717.50, Kansas Mk. 17.1017.40, La Plata Mk. 16.75 bis 17.60, Walla Walla Mk. 17.2517.50. Roggen, hiesiger, Mk. 14.25, Pfälzer Mk.., russischer Mk. 14.5015.. ©erste, geschäftslos. Hafer, hiesiger Mk.., Württemberger Mk. ., bayerischer Mk. 1516, russischer Mk. 14.7515,75, Amerikaner Mk., Mais mixed Mk. 12.40-12.70, La Plata Mk. 11.90 bis 12.15. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier. Mehl unverändert. 6s notiren nach Qualität: Weizenmehl hiesiges Nr. 0 Mk. 25.25 bis 25.75, feinere Marken Mk. 28-28.50, Nr. 1 Mk. 24-24.50, feinere Marken Mk. 24.7525.25, Nr. 2 Mk. 2323.50, feinere Marken Mk. 23.7524.25, Nr. 3 Mk. 2121.50, feinere Marken Mk. 21.75 bis 22.25, Nr. 4 Mk. 17.75-18.25, feinere Marken Mk. 18.7519.25. Noggenmehl, hiesiges Nr. 0Mk. 22.7523.50, Nr. 1 Mk. 20.25-21.-, Nr. 2 Mk. 14.50-15.-. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loko hier. Futterartikel unverändert. ES notiren: Weizenschalen Mk. 4.75 bis 4.90, Weizenkleie Mk. 4.70-4.85, Roggenkleie Mk. 5.20-5.35, Futter­mehl Mk. 67, Biertreber, getrocknet Mk. 5.255.40 je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loko hier.

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen

Seewarte.

Telegramm aus Hamburg vom 30. Juli.

9 Uhr 40 Min.

Ein Maximum von über 770 mm lagert vor dem Kanal, eine Depression unter 760 mm im hohen Norden. In Deutschland ist das Wetter ruhig, warm, theilweise heiter.

Prognose für den 31. Juli: Rnhiges, warmes, vielfach heiteres Wetter wahrscheinlich.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 29./7. 30./7.

Sehr trocken Beständig

Schön Veränderlich

Regen (Wind)

Viel Regen Sturm

Kanauer Vereinsnachrichten

für Dienstag den 30. Juli.

Evang. Männer- und Jünglingsverein: Jünglingsverein: Bibelbe- sprechuna; Jungfrauenverein: Flickabend (Ev. Vereinst; aus.)

Gewerbe- und Handwerker-Verein : Buchführungs-Kursus in derAlle- mania"; Leiter: G. Ramb-

Kath. Kasino »Eintracht" (Vereinslokal:zum Braustilb'l") : Vereins­abend.

Allgemeine Kranken-Unterstützungskasse (e. H. K.l: Abends 9 Uhr: Generalversammlung im Kassenlokal (Mühlstraße 2).

Sanitätskolonne des Kriegervereins: Uebungsstunde in derCentral- Halle".

Verein der Bayern : Vereinsabend imSchwarzen Bären".

Turn- u. Fechtklub: Fechten.

Süddeutscher Klub: Klubabend in der RestaurationAllemania".

Zitherverein Hanau: Probe in der RestaurationAllemania".

AthletenklubGermania": Riegcustemmen und Musterriegenarb eiten. (Restauration Wagenbach, Paradeplatz), für Mittwoch den 31. Juli.

Hanauer Schützenverein: Nachmittags von 2 Uhr ab: Schießen auf den neuen Schießständen.

Kurort Wilhelmsbad: Nachmittags von 4 Uhr ab: Großes Militär- Konzert der Jnfanteriekapelle Nr. 166.

Hue aller Meir.

Mitgift und Liebe. Weil er noch ohne Stellung und ohne Vermögen war, wies vor einiger Zeit eine Rentiers­wittwe in München einen jungen Architekten schnöde ab, der sich um die Hand ihrer Tochter bewarb. Die Thränen des eigenen Kindes rührten ihr Herz eben so wenig, wie die Bitten des fremden Jünglings; sie suchte und fand bald eine passende Parthie für die Tochter. Ein auswärtiger Kaufmann sollte sie heimführen, und mit ihr außer der Ausstattung noch eine Mitgift im Betrage von 35,000 Mk., zahlbar sechs Wochen vor der Hochzeit. Die Verabredung wurde genau innegehalten, pünktlich erhielt der Bräutigam die Stimme in Aktien der Leipziger Bank. Er quittirte geschäftsmäßig: 35,000 Mk. in Werthpapieren habe ich am heutigen Tage als Mitgift von Frau R. richtig erhalten. Pünktlich reiste er auch zur Vermählung nach München, und am festgesetzten Tage

-----_______ 30. Juli

fand morgens um 9^ Uhr die Eheschließung auf dem Stan­desamte statt, der im Laufe des Vormittags die kirchliche Trauung folgen sollte. In der kurzen Zwischenzeit aber er­fuhr der Bräutigam, daß die ihm übergebenen Aktien infolge des Konkurses der Leipziger Bank werthlos geworden seien. Darauf verlangte er von der Schwiegermutter, sie solle ihm sofort noch vor der Fahrt in die Kirche den Schaden ersetzen. Als diese antwortete, das sei ihr unmöglich, erklärte er als vollkommenerGemüthsmensch", er habe das Mädchen nur der Mitgift wegen gefreit, um sein Geschäft erweitern zu können; wenn ihm also der Verlust nicht ersetzt werde, sei er auch nicht in der Lage, sein Wort ehlzulöseln Da Frau R. thatsächlich nicht nochmals Geld- geben konnte, entfernte sich der liebevolle Schwiegersohn mit der Bemerkung, er werde schriftlich von sich Nachricht geben. Er legte den Frack ab, ließ Braut und Hochzeitsgesellschaft einfach sitzen, fuhr in die Heimath und sandte von einer Station unterwegs ein Tele­gramm, daß er, da die Schwiegermutter das Abkommen nicht eingehalten, nicht gesonnen sei, ihre Tochter als Frau in sein Haus einzuführen. Mutter und Tochter reisten ihm nach, fanden aber verschlossene Thüren. Sie kehrten unverrichteter Sache nach München zurück. Inzwischen hatte der Architekt von dem Schicksal seiner Geliebten erfahren, er erneute seine Bewerbung und fand jetzt auch bei der Mutter geneigtes Ge­hör. Man sah die beiden Liebenden des öfteren zusammen. Kaum erfuhr hiervon der liebenswürdige Ehemann, als er gegen seine Frau eine Ehescheidungsklage einreichte, diese aber klagte nun gegen den Mann, den sie thatsächlich nie besessen hatte, wegen böswilligen Verlassens. Damit noch nicht genug, hat der Anwalt der Frau, wie dieMünchener Zeitung" in ihrer Darstellung des Falles mittheilt, auch noch eine Klage gegen den Kaufmann angestrengt, dahin gehend,' daß derselbe gehalten werde, nachdem er sich dem ehelichen Leben mit seiner Frau sofort entzogen habe, trotzdem er die Mitgift pünktlich erhalten, diese zurückzuerstatten und zwar den vollen Betrag von 35,000 Mark. Er habe über den vollen Werth quittirt, infolgedessen werde auch der volle Betrag zurückgefordert. Am wenigsten gespannt auf den Ausgang dieses letzten Prozesses ist die Nächstbetheiligte. Fräulein R. wird ebenso wie ihr jetziger Bräutigam gern auf die Mitgift verzichten, wenn sie nur erst in Liebe vereint als glückliche Eheleute leben dürfen.

Die That eines Wahnsinnigen im Gottes­hanse» In dem Moment, als der Domdechant Hausmann in der Kathedrale in Lemberg die Frühmesse lesen wollte, ver­setzte ihm ein reicher Hausbesitzer namens Wasitczyszyn mit einem eisenbeschlagenen Stock einen Hieb auf den Kopf, Haus­mann wurde schwer verletzt. Der Attentäter, welcher den Eindruck eines Wahnsinnigen machte, wurde von Kirchen­besuchern festgenommen. Er erklärte, er habe verschiedenen geistlichen Herren zusammen 5000 Gulden geliehen und sei nun in Gefahr, sein Geld zu verlieren; um zu seinem Gelde zu kommen, habe er den Dechanten erschlagen wollen. Aus der Erzählung geht zweifellos hervor, daß Wasylczyszyn, der schon viermal in Irrenanstalten internirt war, wieder geistig umnachtet ist. Er war mit einer großen Anzahl Domgeistlicher bekannt, Dechant Hausmann aber war ihm vollkommen fremd.

Kleine Chronik. Berlin, 29. Juli. Bei der Ex­plosion einer Pulvermühle zu Wetteren wurden drei Arbeiter gelobtet. Mehrere andere wurden verwundet; zwei von diesen sind ihren Wunden bereits erlegen. Bremen, 29. Juli. Während der Mittagspause entstand in den Lagerhäusern der Firma Eugen Hoffmann u. Co. Feuer, das größere Aus­dehnung annahm. Abends um 8 Uhr gelang es der Feuer­wehr, den Brand zu lokalisiren. Zahlreiche Tabaksballen wurden durch Feuer und Wasser vernichtet. Gemünd (Eifel), 29. Juli. Heute fand auf der Baustelle der Urfthal- sperre die Grundsteinlegung zu der großen Sperrmauer in Anwesenheit der Staats- und Gemeindebehörden statt. Chemnitz, 29. Juli. DèrChemnitzer Allg. Ztg." zufolge stellte der flüchtige Direktor der Popp'schen Aktiengesellschaft in Werdau, Teichmann, sich heute Vormittag freiwillig dem Zwickauer Gericht. Paris, 29. Juli. Der Luftschiffer Santos Dumont unternahm heute Nachmittag von St. Cloud einen Aufstieg mit seinem lenkbaren Luftschiffe. Das Luftschiff umkreiste die Rennbahn in Longchamps und kehrte nach 15 Minuten zum Ausgangspunkte zurück. Oestund (Schwe­den), 29. Juli. Seit einiger Zeit wüthen in Westerjömtland umfangreiche Waldbrände. Die Löschungsarbeiten waren bis­her erfolglos. 3500 Soldaten wurden zur Hilfe kommandirt. Menschen sind nicht gefährdet. Auch bei Sala verwüstete ein Waldbrand ein Gebiet von einer Meile Länge und einer Viertelmeile Breite. Kiel, 29. Juli. Die Nachricht, daß seitens des Landgerichts Kiel auf türkische Kriegsschiffe Arrest gelegt sei, ist falsch. Es handelt sich vielmehr um einen Arrest­befehl gegen das im Jnlande befindliche, der Zwangsvoll­streckung unterliegende Vermögen der Türkei. Auf Veran­lassung des preußischen Justizministeriums wurde, wie die Kieler Zeitung" meldet, der betreffende Gerichtsvollzieher ausdrücklich dahin verständigt, daß eine Pfändung der bisher im Kieler Hafen liegenden Kriegsschiffe, welche das Recht der Exterritorialität besitzen, unstatthaft sei. Washington, 29. Juli. Die heute aus dem Maisgebiete beim Wetterbureau eingegangenen Nachrichten lauten beruhigender. Nach Sen Wettervoraussagen ist die Zeit der Dürre vorüber und in vielen Bezirken sind Regenschauer zu erwarten. Auch ist eine allgemeine größere Aussicht auf eine niedrigere Temperatur vorhanden.

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