Erstes Blatt
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Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Orgsn für Stadt- «nd Faadkreis M«
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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10' Pfg. die fünf- gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: G. S ch r e ck e r in Hanau.
Nr. 175 ---
Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.
Dienstag den 30. Juli
Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.
1901
Amtliches.
Stadtkreis Ranau
Unbekannter Selbstmörder.
Am Sonntag den 14. d. Mts., nachmittags 6 Vs Uhr, erschoß sich an der Gerbermühle ein bis jetzt unbekannter Mann»
Der Selbstmörder war von mittlerer Größe, etwa 34 bis 40 Jahre alt, hatte dunkelblonde Kopfhaare, röthlichen Schnurrbart, an der Unterlippe sog. Mücke und dickes, volles Gesicht.
Die Bekleidung bestand aus weißem Hemd mit Brusteinsatz, weißen, baumwollenen Socken, Schnürschuhen, grauem Schlips, braunkarrirtem Sackanzug und steifem schwarzen Filzhut. An sonstigen Gegenständen wurde nur ein Bund von fünf Schlüsseln' sowie ein silberner Ring mit einem Todtenkopf vorgefunden.
Ich ersuche, nach der Persönlichkeit des Unbekannten eingehende Nachforschungen anzustellen und mir ein etwaiges Ergebniß zu Illb 1226 mitzutheilen.
Die Kleidungsstücke sind auf dem Friedhof zu Frankfurt a./M.-Oberrad aufbewahrt und können dort angesehen werden.
'Frankfurt a./M., den 24. Juli 1901.
Der Polizei-Präsident.
Wird veröffentlicht.
Hanau den 27. Juli 1901.
P 6486 Königliche Polizei-Direktion.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Mittelbuchen belegene, im Grundbuche von Mittelbuchen Band XI Art. 572, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Kaufmanns Reinhold Opificitts zn Bockenheim eingetragene Grundstück:
Kartenblatt 4 Parzelle 139/25, welches nach dem Grundbuch bezeichnet ist:
auf dem Wolfsacker, Acker, 3 ha 86 ar 18 qm, während es nach dem Auszug aus der Gebäudesteuerrolle Nr. 149 beschrieben ist, wie folgt:
Kartenbl. 4 Parz. 139/25 Roßdorserweg Nr. 144,
a. Arbeiterwohnhaus,
b. Verwalterhaus,
c. Pferdestall mit Knechtstube (B),
d. Ringofen mit Halle (C) und
Schornstein (D)
am 12. Oktober 1991, vormittags 91/* Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an Gerichtsstelle — Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14, versteigert werden.
Termin zur Erörterung der Betheiligten über das geringste Gebot und die Versteigerungsbedingungen wird auf beit 28. September 190i, vormittags 9'/« Uhr,
anberaumt.
Hanau den 9. Juli 1901.
Königliches Amtsgericht 2
12286
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das Vermögen der Wittwe des Kaufmanns Johannes Hühn, Elisabetha geb. Kaus von hier, wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. N 1/99.
Langenselbold den 23. Juli 1901.
____________Königliches Amtsgericht.______12305
Polizeiverordnung.
Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landestheilen wird unter Zustimmung der Gemeindevertretung für den Bezirk der Gemeinde K e s s e l st a d t Folgendes verordnet:
Einfriedigungen mit Stacketen, Bretterzäunen, Erdwâllen und Pfosten mit Drahtspannung rc. dürfen an Ackerplänen, sofern sie Wohngebäude und Hosraithen nicht mit umschließen, nur einen halben Meter von der Grenze entfernt errichtet werden.
Lebende Hecken müssen allenthalben in einem Abstand eines halben Meters von der nachbarlichen Grenze angelegt werden.
8 2.
Obst- und wilde Bäume dürfen nur S1^ Meter von den Plangrenzen gepflanzt werden.
Ausgenommen hiervon sind Zwetschenbäume, deren Entfernung 1V» Meter betragen darf.
Im Widerspruch hiermit etwa gesetzte Bäume werden auf Veranlassung des Ortsvorstandes auf Kosten des Zuwiderhandelnden entfernt.
Grabenböschungen dürfen von Arbeits- und Weidevieh nicht betreten werden. Das Betreiben von Wirthschafts- und Feldwegen mit Weidevieh ist verboten.
Sand-,-Lehm- und sonstige Gruben dürfen auf Planstücken nur so angelegt werden, daß der obere Rand der Ausschachtung einen Meter von der Plangrenze entfernt bleibt, außerdem muß die Abstichfläche in eine IVffache Böschung gelegt werden. Die weitergehenden Bestimmungen der Reg.-Poliz.-Verord. vom 6. Juli 1896 werden hierdurch nicht berührt.
8 5.
Von Plänen, welche nicht auf einen genügenden Graben stoßen, dürfen Sammel-Drains durch die fremden Grundstücke, welche zwischen dem zu entwässernden Plan und dem nächsten Vorfluthgraben liegen, abgeführt werden.
Solche Anlagen sind auszuführen, wenn das fremde Grundstück leer von Früchten ist. Der etwa verursachte Schaden ist zu vergüten; auch sind etwa entstandene Beschädigungen der Röhrenleitung sofort unter Ersatz des etwa verursachten Schadens wieder Herzustcllen.
Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden — falls nicht nach anderen Gesetzesvorschriften höhere Strafen verwirkt sind — mit Geldbußen bis zu 9 Mark oder entsprechender Haft bestraft.
Kesselstadt den 3. Mai 1901.
Die Ortspolizeibehörde
12269
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
G e funden: 1 Stock mit Horngriff. 1 neuer, weißer Herren-Strohhut.
Verloren: 1 graues Portemonnaie mit gelbem Bügel. Inhalt: 1 Zwicker. 1 goldenes Anhängsel von einer Uhrkette.
Eingefangen: 1 gelber, schottischer Schäferhund mit weißem Ringel am Hals, m. Geschl.
Hanau den 30. Juli 1901.
Hue Stadt und Cand.
Hanau, 30. Juli.
* Obstdurchschnittspreise, festgestellt am 27. Juli von der Zentralstelle für Obstverwerthung in Frankfurt a. M. Johannisbeeren der Zentner 12 Mk., Stachelbeeren 10 Mk,, Heidelbeeren 12.50 Mk., Kirschen, braune 12 Mk., Kirschen, schwarze 12 Mk., Einmachkirschen 16 Mk., Himbeeren 25 Mk., Früh-Birnen je nach Sorte 12—20 Mk., Aprikosen 32 Mk.
H. Der Honigertrag dieses Jahres wird von den Bienenzüchtern hiesiger Gegend als gut bezeichnet. Da derselbe aber in Anbetracht der vielen Honig-Fehljahre nur mit einer Durchschnittsziffer in Anschlag kommt, so bleibt der seitherige Preis von 1 Mark per Pfund bestehen. Immerhin ist Honig wohlfeiler als Butter und ein diätisches Mittel ersten Ranges. Schwächliche Kinder, ältere oder solche Leute, die an Verdauungsbeschwerden leiden, sollten viel Milch mit Honig und Weißbrod genießen. 1 Löffel voll Honig wird in ‘/a Schoppen Milch kurze Zeit gekocht.
§ Tabakanbau? In der Klein-Krotzenburger Gemarkung machte man heuer einen Versuch mit dem Tabakanbau und erzielte damit bis jetzt recht erfreuliche Resultate. Der Tabakbau erfreute sich in früheren Jahren namentlich in den Nachbargemarkungen Seligenstadt, Zellhaustu und Klein-Welzheim großer Verbreitung. Der mühevolle und damals weniger lohnende Anbau verschwand aber allmählich infolge der lästigen Steuerkontrolle. Nachdem aber die empfindliche Kontrollirung wesentlich gemildert wurde und sich auch der Tabakbau beträchtlich rentabler erweist, scheint derselbe neuerdings wieder aufleben zu wollen. An der Bergstraße dagegen hat man, wie wir uns dieser Tage zu überzeugen Gelegenheit hatten, die tiefgewurzelte Abneigung gegen den Tabakbau noch nicht aufgegeben. Dort mußte der Tabakbau dem Futter-, Hopfen- und Gemüsebau, insbesondere dem Massenanbau von Gurken, weichen, so daß man heuer längs der Bahnstrecke Zwingenberg-Weinheim kaum fünf mit Tabak bepflanzte Grundstücke findet.
* Die Inhaber der Barbier- und Friseurge- schäfte beraihschlagten in ihrer gestrigen Versammlung über die durch Durchlöcherung des neuen erhöhten Tarifs geschaffene Lage innerhalb ihres Gewerbes. Die Anwesenden waren einhellig der Ansicht, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine Hochhaltung des neuen Tarifes geboten sei und der einsichtige Theil des Publikums dies auch anerkennen werde.
* Glaser- und Schreiner-Innung. In der am Freitag hierselbst stattgefundeuen Versammlung vorgenannter Innung wurden für zwei ausscheidende Vorstandsmitglieder neugewählt die Herren Schreinermeister Hack und Glasermeister Heinr. Reus.
* Neues elektrisches Licht. Im Schaufenster der Firma Carl Ohler ist eine von Herren Ohl u. Dietrich gelieferte Ner st lampe (verbesserte Glühlampe) angebracht, welche heute Abend von 9 Uhr ab gebrannt wird. Es ist um so erwähnenswerther, als dies die erste Lampe dieser Art ist, welche hier am Platze gebrannt wird und wegen ihrer großen Lichtfülle und Sparsamkeit das Beste von sich hoffen läßt.
* Unfall. Auf der Eisenbahnfahrt von hier nach Frankfurt a. M. wurde einem Passagier durch Zuschlägen der Thür eines durchgehenden Wagens ein Finger saft vollständig zer-, quetscht.
+ Keine Scheusale mehr! Zum Schutze gegen Reh- und Hasenfraß stellen die Landleute öfters „Scheusale" in den Kraut- und Runkeläckern auf. Da Wild aber eine feine Beobachtungsgabe hat, so kommt es vor, daß dasselbe unter Aufsicht des „Scheusals" die beschützten Pstanzen abweidet. Dagegen wendet ein in Auheim in nächster Nähe vom Wald wohnender Bahnwärter ein äußerst einfaches und augenscheinlich wirksames Mittel zu gedachtem Zwecke an. Er hängt an Stöckchen Lappen zwischen den gefährdeten Pflanzen auf, welche stark mit Tabaksbrühe getränkt sind.
* Wèehmarkt. Morgen früh findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.
* Kellerfest. Auf der „Schönen Aussicht" (Kaiser's Bierkeller) findet morgen Abend wiederum ein Kellerfest statt, für das die umfassendsten Vorbereitungen getroffen werden.
«i» Wiegenfest der SechZigjährègen. Aus Seligenstadt schreibt uns unser Korrespondent: Die im Jahre 1841 geborenen, also Heuer, das 60. Lebensjahr vollendenden Personen von hier feierten gestern Nachmittag in der geschmückten Gartenhalle des neuen „Schwan" ihr gemeinsames Wiegenfest. Von 72 ehemaligen Schulkameraden sind nur noch 43 am Leben und von diesen hatten sich 17 Männer und 13 Frauen mit ihren Familien zur hübschen Feier eingefunden. Die fehlenden 13 sind meist in allen Windrichtungen, vorzugsweise im fernen Westen, zerstreut. Die familiären Festlichkeiten wurden durch eine markante Begrüßungsansprache des Land- wirths Herrn Johann Jäger wirkungsvoll eingeleitet. Die längere, von hinreißender Begeisterung getragene Festrede des Direktors der Präparanden-Anstalt zu Wöllstein, Herrn Stumpf, warf einen Rückblick auf die Vergangenheit, entrollte ein hochinteressantes Bild des Aufschwungs aller land- wirthschaftlichen, gewerblichen, industriellen und kommerziellen Verhältnisse und klang in ein Hoch auf die enthusiasmirte Festversammlung aus. Herr Dekan und Stadtpfarrer Dr. W e ck e r l e feierte in seinem launigen, von feinem Humor durchwobenen Toaste nach Rekapitulation seiner 25jährigen Wirksamkeit in unserer Pfarrei die zahlreichen Geburtstagskinder. Die schöne Feier wurde durch die Mitwirkung des Cäzilien- vereins und der Musikgesellschaft durch wohlgelungene Vokal- und Jnstrumentalvorträge wirksam verherrlicht.
H. Oberrodenbach, 29. Juli. Mit hoher Freude werden die zahlreichen Radler von Hanau und Umgegend, für welche unser Ort ein beliebtes Tourenziel ist, die Nachricht aufnehmen, daß die Straße zwischen hier und Niederrodenbach noch vor Ablauf dieses Jahres zum großen Theil mit Basalt gedeckt wird. Die Steine sind schon angefahren.
Mainwasserwärme heute vormittag 17 Grad.
Verkostungen.
Prämien-Obligationen sder Ungarischen Hypothekenbank vom Jahre 1894. Ziehung am 25. Juli. Auszahlung am 25. Oktober 1901. Haupjpreise: Serie 1137 Nr. 13 zu 200 000 Kronen. Serie 3287 Nr. 63 zu 5000 Kronen. Serie 1534 Nr. 9, Serie 2882 Nr. 24, Serie 2906 Nr. 37 je 2000 Kronen. Serie 170 Nr. 18, Serie 266 Nr. 57, Serie 339 Nr. 70, Serie 399 Nr. 4, Serie 1139 Nr. 8, Serie 1336 Nr. 10, Serie 1782 Nr. 59, Serie 2088 Nr. 29, Serie 2368 Nr. 20, Serie 2422 Nr. 21, Serie 2634 Nr. 26, Serie 2727 Nr. 49, Serie 2473 Nr. 9, Serie 3216 Nr. 44, Serie 3223 Nr. 37 je 400 Kronen. Je 20 Kronen gewannen aus der Serie 2314 die
Nummern 1—100.
Prämien-Anleihe der Stadt Paris vom Jahre 1892. Ziehung am 22. Juli. Auszahlung am 10. August 1901. .^auptpreise: Nr. 7533 zu 100 000 Fr. Nr. 514205 Nr. 364847 482838 je 10 000 Fr. Nr.
zu 50 000 Frcs.
496492
252127
344070
498338
483612
112866
360733
410206
55981 227350 368773 363269 42617 507296 365332 330072 217685 211234
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53962 362472 je 1000 Frcs.