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** Vmrnerweèhe. Nach bedeutendem Schwanken und längerem Hin- und Herzögern hatte sich der Wettergott entschlossen, zur gestrigen Bannerweihe des Bicycle-Klubs „Hanovia" ein freundliches Gesicht zu machen, eine sehr wichtige Vorbedingung, wenn ein Korsofahren mit dabei im Projekt ist. Nachdem gestern Morgen die auswärtigen Nadler empfangen waren, vollzog sich programmgemäß die akademische Feier im „Deutschen Haus" und zwar unter Mitwirkung der Ulanenkapelle und des Gesangvereins „Tonblüthe." In feierliche Stimmung versetzte der Vortrag des Chores „Der Schutzgeist" durch die Sänger in Begleitung des Orchesters. Hierauf übergab der Vorsitzende des Vereins, Herr Nader, dem Bannerträger, Herrn Küchler, das enthüllte Banner mit folgender Ansprache: „Hochgeehrte Festgäste! Werthe Sportskameraden ! Im Namen des Bicycle-Klubs „Hanovia" heiße ich Sie herzlichst willkommen. Wir haben uns heute versammelt, um einen Akt zu begehen, dessen hoher Werth Ihnen wohl Alle bekannt sein dürfte. Es ist dies die Weihe unseres Banners, zu welcher der Hanauer Radfahrer-Verein „Vorwärts" in liebenswürdigster Weise die Pathenstelle übernommen hat. Ihrem großen Interesse und unermüdlichen Eifer, meine Herren, ist es zu verdanken, daß wir heute nach kaum zweijährigem Bestehen bereits in der glücklichen Lage sind, ein kastbares Banner unser Eigen nennen zu können, und es gereicht mir zur hohen Ehre, Ihnen dasselbe überreichen zu dürfen. Lassen Sie dieses Banner als das Symbol treuer Freundschaft und Brüderlichkeit jederzeit zur Ehre der „Hanovia" und zur Ehre für uns Alle an Ihrer Spitze stehen, mit welchem es Ihnen vergönnt sein möge, manche Lorbeeren zu sammeln. Mit diesem Wunsche bitte ich Sie Alle, mit mir einzustiflnnen in den Ruf: „Auf das fernere Blühen und Gedeihen der „Hanovia" ein dreifaches All-Heil!" Persönlich an Herrn Küchler richtete Redner folgende Ansprache: Ich überreiche Ihnen somit als gewählter Träger dieses Banner, mit der Bitte, demselben jederzeit Schutz angedeihen zu lassen; möge es Ihnen gegönnt sein, dasselbe recht oft und recht lange zur Ehre der „Hanovia" in's Feld zu führen." Herr Küchler dankte mit folgenden Worten: „Ich übernehme dieses Banner, das edelste Kleinod des Vereins, und danke verbindlichst für das mir seitens des Vereins durch die Wahl als Bannerträger entgegengebrachte Vertrauen. Angesichts dieses Banners gelobe ich demselben jederzeit Schutz angedeihen zu lassen." Das prächtig ausgeführte Banner entstammt der bekannten Bonner Fahnenfabrik und zeigt, der Namensführung des Vereins entsprechend, die „Hanovia" mit dem Hanauer Wappenschild. Herr O h l überreichte im Namen des Radfahrervereins „Vorwärts" eine Fahnenschleife, Herr Karl Reuter, Vertreter des Kesselstädter Vereins „Adler," übergab einen Fahnenuagel. Die Sänger der „Tonblüthe" intonirten dann wieder den Chor „Die Nacht" und damit war die akademische Feier beschlossen, um deren Gelingen sich insbesondere der Gesangverein „Tonblüthe" unter Leitung des Herrn A p p u n n besonderes Verdienst erworben hatte. Ein animirter Frühschoppen hielt die Theilnehmer nachher noch beisammen. Der gemeinschaftliche Mittagstisch fand im Vereinslokal „zur gold'nen Gerste" statt und hat hierbei der Wirth, Herr Matthäus, sowohl Küche wie Keller seines Hauses in ein vorzügliches Licht gesetzt. Nach 2 Uhr nachmittags nahmen die Radfahrer- vereine Aufstellung am Zollamt zum Preiskorso, der sich um 3 Uhr in Bewegung setzte. Unter Vorantritt 4 in mittelalterlicher Tracht prächtig geschmückter Fanfarenbläser und Theilnahme der Ulanenkapelle wurde der imposante Corso von den theilnehmenden Vereinen sehr gut und exakt gefahren. Ein farbenschönes Bild bot die lange Linie der Fahrer für den Beschauer und die Bewohnerschaft der berührten Straßen hatte durch Beflaggen der Häuser zur Vervollständigung ein klebriges gethan. Auf dem Festplatz Am „Kaiserhof" war von 4 Uhr ab Volksfest, das sich zahlreichen Besuchs zu erfreuen hatte. Der musikalische Theil lag bei der Ulanenkapelle in bewährten Händen und sonstige Unterhaltungen aller Art erzeugten ein fröhliches Leben und Treiben. Unter der Halle fuhr der sest- gebende Verein einen hübschen Reigen und das Kunstfahrertrio, bestehend ans den Herren Gebrüder Sturm und Wolff, produzirte sich in vorzüglichen Uebungen auf dem Hochrad. Nach eingetretener Dunkelheit stellte die „Turngesellschaft" effektvolle Pyramiden und das unvermeidliche Tänzchen fehlte ebenfalls nicht, um das Amüsement erst recht in Schwung zu bringen. Die Preisvertheilung ergab folgendes Resultat;
Abtheilung für Verbandsvereine:
I. Preis Bicycle-Club Bürgel.
II. „ Velociped-Club Aschaffenburg.
III. „ Radfahr-Club „Adler", Kesselstadt.
Abtheilung A. über 20 Fahrer:
I. Preis Radf.-Verein „Germania", Vilbel.
II. „ Radfahr-Club Oberstetten. Abtheilung bis 20 Fahrer:
I. Preis Radf.-Verein „Germania", Fechenheim.
II. „ Radf.-Verein „Vorwärts", Hanau. III. „ Hanauer Radsport 1895.
Außer diesen prämiirlen nahmen noch 2 Vereine theil. Heute Nachmittag von 5 Uhr ab findet als Schlußfeier Volksfest im „Kaiserhof" statt.
6 Sommoviheatov. Das dieswöchentliche Programm darf ein ungewöhnlich gutes genannt werden und läßt sowohl in Bezug auf Abwechslung als zweckentsprechende Zusammenstellung nichts zu wünschen übrig, was die während der beiden Abende herrschende heitere Stimmung und der ab und zu fast überreiche Beifall dokumentirte. Sämmtliche Mitwirkende gaben ihrer Individualität völlig angepaßte Darbietungen und wirken deshalb im angenehmen Gegensatz zu dem leider mitunter beobachteten ziemlich gezwungen und aufdringlich erscheinenden mimischen Gebühren mancher Auftretenden in allen Vortragsphasen gefällig und vollkommen natürlich in allen Bewegungen. Dieses, sowie die auch inhaltlich reizenden Vorträge berührten allgemein sympathisch und ließen den gespendeten Beifall stets redlich verdient erscheinen. Da alle Mit- w'rkenden eigentlich gleich gut befriedigten und nur durch die Unterschiedlichkeit ihrer Darbietungen und der Natur ihrer Vorträge entsprechend verschieden wirkten, ist ein Herausgreifen einzelner Persönlichkeiten nicht gut angängig. Wenn wir den-
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noch Herrn Hoffmann-Castelly, welcher noch von den letztwöchentlichen Vorstellungen bestens bekannt sein dürfte, besonders erwähnen, so geschieht es, weil dieser Humorist geradezu einzig dastehen dürfte in seiner Begabung, die urdrolligsten Situationen zu schaffen und die mimische Kunst mit meisterlicher Vollkommenheit in den Dienst der Komik zu stellen. Als Beweis seiner Beliebtheit mag der Umstand angeführt werden, daß er bei jedesmaligem Auftreten schon bei seinem Erscheinen mit lautem Jubel begrüßt und durch häufige Lachsalven unterbrochen wurde. Den Löwenautheil am Heiterkeitserfolge erwarb er sich unzweifehaft trotz der Vorzüglichkeit des übrigen Personals auch gestern und vorgestern wieder, zumal er durchweg neue Nummern aus seinem schier unerschöpflichen Repertoir zum Besten gab. Außer diesem Humoristen ist das Ensemble völlig neu. Den Besuchern der heutigen Abendvorstellung können wir einen wahrhaft vergnügten Abend in Aussicht stellen.
* Der Wasserläufer Kapitän Großmann wird Mittwoch nachmittags 4 Uhr, am kleinen Main Experimente ausführen. Im Heft Nr. 33 von „Die Woche" find Abbildungen zu sehen. Im Jahre 1898 machte der berühmte Menschenretter Kapitän Großmann eine Erfindung, über welche sich viele Menschen den Kopf zerbrochen haben: Wie man sich bei Wassernoth und Schiffsuufällen retten kann. Es wurden u. A. Schwimmwesten gemacht. Kapitän Großmann aber erfand ein anderes Mittel und zwar, das jetzt die Welt in Erstaunen setzt: Die Wasserschuhe. Um auf dem Wasser gehen und einen vollen Tag auf dem Wasser spazieren zu können, in der Noth auch mehrere Tage auf hoher See zu verweilen. Er ist der einzigste Künstler und Erfinder in dieser Art auf der ganzen Welt. Großmann hat bereits im Laufe der letzten zwei Jahre mit obigem Apparat 21 Menschen das Leben gerettet.
FC. Kriegsgericht. Der Musketier Rudolf Springer von der 7. Komp. 166. Jnf.-Negts. (Hanau), gebürtig von Frankfurt, hat in der Nacht vom 2. auf 3. September v. I. in Gemeinschaft mit dem Mechaniker August Burkhard in Bockenheim allerlei groben Unfug verübt. Burkard wurde dafür vom Frankfurter Schöffengericht mit 6 Monaten Gefängniß bestraft, Springer erhielt vom Kriegsgericht wegen Erregung öffentlichen Aergernisses 6 Wochen Gefängniß.
* Das Opfer eines Schwindlers wurde vor einigen Wochen ein hiesiger Fahrradhündler. Bei demselben erschien ein in der Glockenstraße in Logis befindlicher junger Mann und suchte sich ein Fahrrad im Werthe von 165 Mark aus, das ihm, da er angab, reiche Eltern zu haben, auch ein näher bezeichneter Onkel von ihm aus Groß-Um'tadt demnächst ebenfalls ein Rad kaufen werde, ohne Anzahlung abgelassen wurde. Später wurde der Händler gewahr, daß er einem Schwindler zum Opfer gefallen war. Der „Käufer" des Fahrrades, ein Schreiner Joh. F., hatte sich von hier entfernt und zuvor seine Logiskollegen noch um einige Kleidungs? stücke erleichtert. Die dem Händler gemachten Angaben waren erdichtet.
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^ Fechenheim, 27. Juli. (Verhaftet.) Gestern Vormittag gegen 8V4 Uhr wurde in einer Tannenschneiße im hiesigen Gemeindewalde eine in Seckbach wohnende etwa 56- jährige Wittwe, die sich nach hier begeben wollte, von einem jungen Manne, der bei Bohrversuchsarbeiten beschäftigt ist, angegriffen und zu vergewaltigen versucht. Durch die energische Gegenwehr und Hilferufe der Frau veranlaßt, nahm der Thäter Reißaus. Die Frau machte sofort bei der hiesigen Polizeibehörde Anzeige, worauf sich Herr Polizeikommissar Stein an Ort und Stelle begab, um den Attentäter ausfindig zu machen. Es gelang ihm auch bald, durch List denselben herauszusinden und einem Verhör zu unterziehen, bei welchem er die That und sein Vorhaben eingestand. Er wurde verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängniß nach Bergen überführt. Der Thäter ist der 18jährige Taglöhner Wilh. Haun aus Bergen, der früher schon wegen Vergehen gegen § 176 mit 4 Monaten Gefängniß bestraft ist. Hoffentlich wird diesem gemeingefährlichen Menschen nun das Handwerk auf immer gelegt werden.
a-. Langendiebach, 29. Juli. (Verschiedenes.) Am 14. August d. J. soll das diesjährige Jahrcsfest mit statutengemäßer Generalversammlung des Hanauer Bezirks- Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung in der hiesigen Kirche abgehalten werden. Der Morgengottesdienst beginnt um IMO Uhr. Festprediger: Herr Pfarrer Hufnagel- Kesselstadt. — Am nächsten Donnerstag soll hier die Bürgermeiste rwa hl stattfindeu. Auf das Wahlresultat ist man hier sehr gespannt, umsomehr, als einige Kandidaten in Frage kommen sollen. —Die hiesige Turn gemeinde hielt gestern auf dem Platz neben den vier Linden ein Volksfest ab. Dasselbe war von der hiesigen Einwohnerschaft, sowie aus den Nachbarorten gut besucht. Auf dem Festplatz entwickelte sich bald das bekannte fröhliche Treiben. Karoussel, Tanzplatz, Buden rc. sorgten für das nöthige Amüsement. Die Freiübungen der Turner wurden exakt ausgeführt und fanden allgemeine Anerkennung. Für die Turnschüler war Wettturnen mit Preisvertheilung veranstaltet.
X Bom Lande, 26. Juli. In manchen Gegenden trifft man augenblicklich auf dem bekannten lästigen Hederich oder Dill eine kleine schwärzliche Raupe, welche die Pflanze dermaßen zerfrißt, daß der Hederich für dieses Jahr vollständig verschwindet. Das wäre nun freilich sehr gut, wenn eine schlimme Dreingabe ausbliebe. Das Insekt, welches aus dieser schwärzlichen Afterraupe entsteht, ist nämlich die überaus schädliche Nübenblattwespe (Atlialia spinarum). Diese Wespe hat jährlich zwei Bruten. Die Afterraupen der ersten Brut leben von den Blättern 2c. des Hederich und anderer Pflanzen aus der Familie der Kreuzblüthler. Die Afterraupen der zweiten Brut dagegen erscheinen im August und September und vertilgen die Blätter der Steckrüben, der Weißrüben, der Kohlarten, des Rapses, des Senfes, des Meerrettichs und der Rettiche, und sind dadurch in hohem Grade schädlich. Wenn nun, wie Heuer, im Juni die erste Brut stark auftritt, dann ist auf eine außergewöhnliche Plage im August und September auf den genannten Kulturgewächsen mit Sicherheit zu rechnen. Die
___ 2è. Juli
Landwirthe und Gemüsezüchter haben daher auf das erste Auftreten der Afterraupen an den Kohl- und Gemüsepflanzen ein wachsames Auge zu richten. Nachstehend einige erprobte und von Sachkundigen empfohlene Vertilgungsmittel: Möglichst vollständige Ausrottung des Hederichs, damit der ersten Brut das Futter fehlt; sorgfältiges Absuchen und Sammeln der Afterraupen der zweiten Brut auf den genannten Kulturpflanzen; tiefes Umpflügen der heimgesuchten Felder nach der Ernte im Herbste; wenn möglich, sollen Hühner und Enten auf die befallenen Aecker getrieben werden. Da sich die Raupen gerne fallen lassen, ist es am zweckmäßigsten, die befallenen Pflanzen über untergebreiteten Tüchern abzuklopfen.
Aus dem Gerichts faul.
Sitzung der Ferieustrafkammer vom 29. Juli.
Der Maurer D. von Hornbruch hat Berufung eingelegt gegen ein schöffengerichtliches Urtheil, wonach er wegen Hausfriedensbruchs zu 1 Woche Gefängniß verurtheilt war. Die Berufung wird verworfen. — Der 17 Jahre alte Bäcker W. von Sterbfritz hat einen 12jährigen Jungen mit einem Messer verletzt, weil dieser ihm einen Besen nachgeworfen hatte. Urtheil: 3 Monate Gefängniß.
Hanauer PerZinsuachrichteu
für Montag den 29. Juli.
Sommertheatcr auf Veck's Felsenkeller: Abends 8 Uhr: Vorstellung.
Emng. Männer- und Jünglingsverein: Gesang (Ev. Vereinshaus.) Radfahrerverein „Union*: Vereinsabend im „Schätzenyof'.
Turn- u. Fechtklub : Turnen der Dawenobtheilung.
Deutschualionaler- Handlungsgehilfen - Verband: Vereinsabend n der „Schwedischen Krone
Gesangverein „Tonblüthe": Abends präzis 8 Uhr „Kaiserhof".
Gabelsberger Stenographen-Verein im Gasthaus zu den Rindern": Uebun Labend für Debattenschrift.
Stmographen-Vercin Stolze-Schrey : Vereinsabend in der „Sonne". Klub „Amicitir" : Vereinsabend im „Deutschen Haus".
Verein „Hessischer Bund": Versammlung im Vereinslokal „zum Hessische» Hof".
Freiwillige Feuerwehr: 4. Komp. Zusammenkunft im „Schützenhof";
5, Komp. Zusammenkunft in der „Allemania".
Kersteigeruugs- etc. Kalender
für Dienstag den 30. Juli.
Nachmittags von 2 Uhr ab werden im hinteren Saale des Nestau- raut /Allemania", Nömerstraße 11, abreisehalber, verschiedene Moüiliar- und andere Gegenstände durch den beeid. Taxator und Auktionator Herrn Fr. Kämpfer gegm gleich baare Zahlung versteigert. — Nachmittags 3 Uhr wird auf freiwilliges Ansuchen das den I. Engel- scken Erben zustehende Grnndeigenthum, Wohnhaus nebst Hosraum Gärtnerstraße Nr. 74, in der „ Centralhalle' durch den st. beeid. Auktionator Herrn Carl Petri versteigert.
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 29. Juli.
9 Uhr 45 Min.
Die Luftdruckvertheilung ist sehr gleichmäßig, Maxima liegen vor dem Kanal und über Osteuropa. In Deutschland ist das Wetter warm, an der Küste heiter, im Binnenlande trübe. Gestern waren stellenweise Gewitter.
Prognose für den 30. Juli: Warmes, vielfach heiteres Wetter wahrscheinlich, stellenweise Gewitter.
Drahtnachrichten.
Der Krieg in Südafrika.
London, 29. Juli. Lord Kitchener berichtet aus Pretoria vom 28. Juli: Der Buren-General Spruyt sei am 20. ge- tödtet worden in dem Augenblicke, als er versuchte, die Eisenbahnlinie bei Vlakfontein zu überschreiten. Lord Kitchener sendet gleichzeitig den Bericht eines Offiziers und von sechs Soldaten über die Erschießung von englischen Verwundeten durch die Buren. Einer der Zeugen spricht von vier Buren, die Mehrzahl jedoch nur von einem einzigen, der das'Verbrechen begangen haben soll. Einer der Zeugen erklärt, der betreffende „Bur" sei ein deutscher gewesen.
London, 29. Juli. Die Morgenblätter melden die Abfahrt des hiesigen amerikanischen Gesandten nach Holland. Die Blätter wollen in diesem Besuch den Beweis erblicken, daß zwischen dem Gesandten und Krüger eine Zusammenkunft stattsinden werde. Die letztere werde voraussichtlich den Gesandten mii einer Spezialmisfion bei den Vereinigten Staaten betrauen.
Loudon, 29. Juli. „Daily Mail" veröffentlicht einen längeren Artikel über ein amtliches Schreiben, welches dem Blatte von dem Staatssekretär Brodricks zugegangen ist und worin der letztere mittheilt, daß er die das Blatt bedienenden Depeschen-Agenturen aufgefordert habe, der „Daily Mail" in Zukunft keim Liste mehr über die englischen Verluste zugehen zu lassen, rollten die Agenturen trotz amtlicher Anweisung