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Erstes Blatt.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger.

AMches Organ für Stob und Landkreis Hanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrückungsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf» gespaltene Petitzeile oder deren Nauni, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort!. Nedakteur: G. Schrecker in Hanau.

Nr. 173.

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

Samstag den 27. Juli.

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

1901

Amtliches.

Bekanntmachung.

Einrichtung einer deutschen Poftanstalt in Kaumi

In Kaumi, an der im Bau begriffenen Schantung-Eisen- bahn, ist eine deutsche Postanstalt eingerichtet worden. Ihre Thätigkeit erstreckt sich auf den Briefpost-, Zeitungs- und Post­anweisungsdienst, auf die Annahme und Ausgabe von Packeten mit und ohne Werthangabe und mit und ohne Nachnahme, sowie von Briefen und Kästchen mit Werthangabe.

Für den Verkehr der neuen Postanftalt kommen die gleichen Taxen wie für das Postamt in Tsingtau zur Anwendung.

Berlin W. 66 den 16. Juli 1901.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.

K r a e t k e.

Stadtkreis Banau.

Ausfchreèhen.

Am 22. d. Mts. ist hierselbst ein Fahrrad, MarkeSturm Nr. 33", mit der Fabrik-Nr. 6359, im Werthe von 150 Mk. gestohlen worden.

Das Fahrrad hat schwarzen Rahmenbau, Pneumaticluft­reifen, vernickelte, etwas nach oben gebogene Lenkstange mit Korkgriffen, kleine Singnalglocke, Bremse, gewöhnliche Pedale und war mit einer dreieckigen, braunledernen Werkzeugtasche versehen, in welcher sich eine Radfahrkarte auf den Namen Valentin Klug" aus Hanau lautend, befand; dieselbe dürfte event, von bem Diebe als Legitimation benutzt werden.

'Als Thäter kommt ein Unbekannter im Alter von 2225 Jahren in Betracht, der wie folgt beschrieben wird:

a 1,70 1,72 Meter groß, von kräftiger Statur, mit rundem, vollem Gesicht, anscheinend bartlos, trägt gelbgrauen Radfahreranzug, sog. Pumphose, schwarzgewürfelte Strümpfe und graue Radfahrermütze.

Um Nachforschungen nach dem gestohlenen Fahrrad und dem Thäter, Festnahme des Letzteren im Betrelungsfalle und tele- graphische Nachricht hierher wird ersucht.

. 4613/01.

Hanau den 24. Juli 1901.

Königliche Polizei-Direktion.

Eandkreis Banau.

Bekanntmachungen des Königl. LandratlMmtcs.

Der Landweg in Langendiebach (Wilhelmstraße) von Station 5,0 bis 5,2 + 50 ist von Montag den 29. d. Mts. ab zwecks Umbau für durchgehendes Fuhrwerk g e- f p e r £ b welches hierdurch zur öffentlichen Kenntniß ge­bracht wird.

Hanau den 26. Juli 1901.

Der Königliche Landrath.

A. 3565

v. Schenck.

Von Lotten oder Lottwuthverdächtigen Thieren gebissene Personen, welche das Königliche Institut für Infektionskrankheiten aufsuchen oder diesem zur Behandlung zugeführt werden, langen daselbst häufig mit ungereinigtem Körper und mit unsauberer Leibwäsche versehen an, auch bringen sie keine Wäsche zum Wechseln mit.

Da die Behandlung im Institut in der Regel eine am­bulatorische ist, bei welcher die Patienten nicht mit Anstalts- wäsche versehen werden, saubere Leibwäsche aber neben körper­licher Reinlichkeit erforderlich ist, um die Entstehung von Ent­zündungen und Eiterungen während der Behandlung zu ver­hüten, so ist darallf zu halten, daß die dem gedachten In­stitute zugeführten Personen in reinlichem Zustande des Körpers und der Kleidung, namentlich der Leibwäsche, und mit ge­nügender Leibwäsche (Hemden, Unterbeinkleider, Strümpfe) zum Wechseln versehen, daselbst erscheinen.

Indem ich hierauf aufmerksam mache, ersuche ich vor­kommenden Falles genau hiernach zu verfahren, es geschieht

dies lediglich im Interesse der gebissenen Person.

Das Institut für Infektionskrankheiten befindet sich Berlin Nr. 39, Nordufer, Eingang Fohrerstraße.

Die Herren Bürgermeister weise ich an, Vorstehendes den Gemeinden wiederholt ortsüblich bekannt zu machen.

Hanau den 23. Juli 1901.

in

in

V 7828

Der Königliche Landrath,

v. Schenck.

Stadtkreis Banau.

BâMtMachungen des Oberbürgerlneisiemmies.

Bekanntmachung.

Die Herstellung von ca. 4,00 lfd. m Vacksieiusiel, 70 X 15', Klasse II und von ca. 140 lfd. m Steingttt- rohrsiel von ca. 40 cm Durchmesser in der Uferstraße hier­selbst soll öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen auf dem Bouamt, Ab­theilung III, Langstraße 41, während der Dienststunden zur Einsicht aus, woselbst auch die Angebotssormulare gegen Zahlung von 0,50 M. erhältlich sind.

Angebote mit der AufschriftSielbauarbeiten" find der­selben Stelle bis zum Eröffnungstermin am 3. August 1901,

vormittags 11 Uhr, versiegelt einzureichen.

Hanau den 26. Juli 1901.

Das Stadtbauamt.

Schmidt, Stadtbaurath.

12161

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Paar neue, gelbe Kinderschuhe. 1 neue Zahnbürste. 1 Damen-Regenschirm mit weißlichem Horngriff. 1 weißer Kinder-Spitzenhut.

Verloren: 1 silberner Bierzipfel an blau und weißem Band.

Hanau den 27. Juli 1901.

Hus Stadt und Eand.

Hanau, 27. Juli.

* Eharakterverlelhung. Dem Rechnungs-Revisor Wiemann in Hanau wurde der Charakter als Rechnungs- rath verliehen.

* Der hiesige Sprechverkehr ist auf Moll (zur Gruppe Antwerpen gehörig) ausgedehnt worden.

* Reichsbauknänftelle. Am 12. August ds. Js. wird in Buchholz (Sachsen) eine Reichsbankneöenstelle er­öffnet. Wechsel auf Buchholz und dessen Nachbarorte Anna­berg und Klein-Nückerswalde i. S. können angekauft werden und sind an die Reichsbanknebenstelle in Buchholz zu giriren.

* Sonderzug. Am 5. August er. wird ein Sonderzug von StraßburgBerlin über Hanau-Ost gefahren. Hanau- Ost Ankunft 7.08 abends, Abfahrt 7.52 abends, Berlin Potsdamer Bahnh. Ankunft 7.50 vorm. am 6. August. Zu diesem Zuge werden Fahrkarten mit 45tägiger Giltigkeit und

zu ermäßigten Preisen ausgegeben.

* Die Verantwortung des Vermiethers. Eine hochbedeutsame Entscheidung hat nach Zeitungsberichten jüngst das Reichsgericht gefällt. Der Eigenthümer eines Grundstücks hatte das Letztere an einen Restaurateur vermiethet, der durch Veranstaltung von Gartenkonzerten und ähnlichen Vergnü­gungen die Ruhe der Nachbarschaft in so bedeutendem Maße störte, daß die Miether der benachbarten Grundstücke ihren Hauswirthen gegenüber Beschwerde führten und im Falle weiterer Störungen mit dem Rücktritt vom Vertrage drohten. Einer der benachbarten Grundstücks-Eigenthümer erhob hierauf gegen den Besitzer des Grundstückes Klage auf Abstellung jenes Lärmes, der über das gewöhnliche Maß des Gastwirths- lärmes weit hinausginge. Das Landgericht in erster Instanz und auch das Berufungsgericht wies die Klage ohne Weiteres ab, da nicht der Eigenthümer, sondern höchstens der Miether alsStörer" zu betrachten sei. Das Reichsgericht jedoch hat diese Rechtsauffassung für irrig erklärt. Wenn der Vermiether auch berechtigt ist, sein Grundstück nach Belieben zu nutzent­sprechendem Maße zu verwerthen, so stellt doch jener über­mäßige Lärm einen Mißbrauch der Miethsräumc dar, der dem Vermiether das Recht gibt, nach vergeblicher Abmahnung des Miethers sogar die sofortige Räumung der Miethsraume zu verlangen. Macht der Vermiether von diesem Rechte nicht Gebrauch, sondern duldet er die Fortsetzung des die ^Nachbar­schaft belästigenden Treibens, so macht er sich zum Mitschul­digen und ist gleichfalls dem Nachbar, der in seinem Eigen­thumsrecht unbedingt gestört ist, verantwortlich.

* Hafer- und Kartosiel-Anbauversuche. Die Düngerkommission der Landwirthschaftskammer hat in den Kreisen 1. H anau, Gemarkung: Niederrodenbach, Mittelbuchen, Nieder- und Oberrssigherm, 2. Hofgeismar, Gemarkung: Ostheim, Hümme, Sielen und Hohenkirchen, 3. Rotenburg a. d. Fulda, Gemarkung : ^dpen- hausen, Seifertshausen, Berneburg und Hof Truwobach, 4. Marburg, Gemarkung: Hassenhausen, Dagobertshausen und Gißelberg, 5. Hersfeld, Gemarkung: Unterweißelivorn, Oberlengsfeld und Conrode, 6. Eschwege, Gemarkung: Wan­fried und Weidenhausen, 7. Hünfeld, Gemarkung: --M/

Die heutige Nummer umfaßt außer deut Uuterhaliuugsblatt 14 Seiten

Großentaft, Grüßelbach und Rockrod, 8. Kirchhain, Gemarkung: Ernsthausen, Ercksdorf, Neustadt und Allendorf, 9. Geln­hausen, Gemarkung: Lohrhaupten, Anbau- und Düngungs­Versuche mit Hafer und Kartoffeln eingestellt. Jetzt, wo der Hafer in Rispen, die Kartoffeln in der Blüthe stehen, ist die Wirkung der Düngemittel ganz vortrefflich zu sehen. An alle Landwirthe ergeht die Aufforderung, sich die in ihrer Nähe befindlichen Versuchsfelder einmal zu betrachten.

* Schreiner Jnnrmg. Gestern Abend fand eine Ver­sammlung der Schreiner-Innung statt, in der zunächst einige interne Punkte erledigt wurden. Für zwei ausscheidende Vor­standsmitglieder wurden neugewählt die Herren Schreinermeister Hack und Glasermeister Reusch. Sodann wurde beschlossen, eine Eingabe an die Handwerkskammer in Cassel vorzubereiten, welche sich mit dem Submissionswesen befaßt. Schon lange wird seitens der Handwerker Klage geführt, daß es ihnen nicht mehr möglich ist, eine staatliche oder städtische Arbeit zu erhalten. Es soll nun die Handwerkskammer ersucht werden, darauf hinzuwirken, daß bei der Submission öffentlicher Arbeiten die verschiedenen Arbeiten getrennt in einzelnen Loosen und nicht an einen einzigen Bauunternehmer allein vergeben werden. Herr Schneidermeister Müller soll als Mit­glied der Handwerkskammer die betr. Eingabe s. Zt. mitbe­kommen. Ferner wurden einige Fragen, welche das Lehrlings­wesen betreffen, besprochen. Es soll eine einheitliche Lehrzeit für die Lehrlinge eingeführt werden und zwar beträgt dieselbe für die Schreinerlehrlinge in Zukunft 4 Jahre, für die Glaser- lehrlinge 3^2 Jahre.

* Parolemusik. Die Jnfanteriekapelle spielt morgen Mittag im Schloßgarten folgende Stücke: 1)Auf gut Glück", Marsch von Unrath; 2) Ouvertüre zur OperetteBanditen- streiche" von Suppe; 3)Mein Traum", Walzer von Wald­teufel; 4)Es war einmal", Lied von Lincke; 5)Caspa- rone", Potpourri von Millöcker.

* Barrnerweihe. Unter Bezugnahme auf das in der heutigen Nummer enthaltene Programm über die morgen und Montag stattfindenden Festlichkeiten des Bicycle-ClubHanovia" bringen wir nachstehend nochmals die Straßen zur Kenntniß, die der Preiskorso, welcher eine Betheiligung von ca. 300 Radfahrern aufweist, passirt. Die Aufstellung erfolgt am Zoll­amt (Westbahnhof), von wo aus der Zug über Kanalplatz, Krämerstraße, Heumarkt, Römerstraße, Lindenstraße, Französische Allee (West- und Südseite), Schützenstraße, Schnurstraße, Nürn­bergerstraße, Hirschstraße, Salzstraße, Marktplatz (Nordseite), Krümerstraße," Steinheimerstraße, Langstraße, Hammerstraße, Paradeplatz (Westseite), Marktstraße, Metzgerstraße, Hospital- straße, Vorstadt, Kleine Hainstraße, Hainstraße, Wilhelmstraße, nach dem Festplatz (Kaiserhof) fährt. Wir richten nochmals an die verehrliche Bürgerschaft das Höfl. Ersuchen, die Straßen, die der Festzug passirt, zu Ehren der auswärtigen Sports­freunde zu beflaggen.

* Ausgestellt. Im Schaufenster Hammerstraße 9 sind bis Mittwoch die sehr hübschen Stickereien ausgestellt, welche von Schülerinnen während des von der Singer Comp. Näh­maschinen - Akt.-Ges. Frankfurt a. M. abgehaltenen 14tägigen Stickkursus auf gewöhnlichen Singer Nähmaschinen angefertigt sind und machen wir unsere verehrl. Leserinnen hierauf auf­merksam.

* Unterschiedliche Oeeanfahrer. Dieser Tage haben zwei sehr verschiedenalterige Mitbürger von uns den Staub Hanaus von den Füßen geschüttelt, um die Reise über das Weltmeer anzutreten. Frau Rosina B o d e von hier hat sich im hohen Alter von 90 Jahren noch entschlossen, der alten Heimath Lebewohl zu sagen und nach Amerika sich Einzm schiffen. Auf der Reise begleitet sie ihr kleines Urenkelchen Marie, das jetzt imAlter" von 5 Monaten sich befindet und vor 3 Monaten, also 8 Wochen alt, bereits die Fahrt von Amerika nach Deutschland mitgemacht hatte. Mögen Urgroß­mutter und Urenkelin die fernen Gestade glücklich erreichen.

* Gaslichistärke. Gaslichtstärke in der Zeit vom 1.

1901:

bis 15. Juli

Vereinskerze. Hefner Licht.

1.

Juli

Abends 5

Uhr =

20,8

24,96

2.

3^

u

ff ff

530 4"

ff "

ff

20,8

20,9

24,72 25,08

4.

5.

6.

if ff

! ff ff

330

5

545

ff

>f

ff

20,5

20,7 21,o

24,60

24,84

25,20

8.

9.

ff ff

ff

ff

445

530

ff

ff

20,5

20,8

24,60

24,96

10.

ff

ff

5

ff

20,6

24,72

11.

ff

ff

330

ff

20,4

24,48

25,20

12.

ff

ff

6

ff

21,o

13.

ff

ff

4

ff

20,8

24,96

25,20

15.

ff

545

ff _

21,o

Mithin durchschnittlich

20,7 '

24,89