8. Juli
nämlich mit Holzschneiden an der Zirkelsäge beschäftigt und gerieth dabei mit der rechten Hand in die Säge, welche ihm die Hand fürchterlich zerfetzte. Der Unglückliche wurde nach dem Kreis-Krankenhause verbracht, wo sofort zur Amputation resp. Vernähung von Fingern geschritten werden mußte. Nur der weniger verletzte Daumen blieb erhalten.
* Bismarcksäule. Das Finanz - Komitee des Ausschusses für die Errichtung einer Bismarcksäule hat in einigen hiesigen Restaurants Sammelbüchsen ausstellen lassen, um denjenigen unserer Mitbürger, welche bisher noch keine Gelegenheit gehabt haben etwas, zu dem Bau des Denkmals beizusteuern, dieses jetzt noch nachzuholen. Die Sammelbüchsen seien der Obhut und Fürsorge der Freunde des Wers bestens empfohlen.
® Sommertheater. Eine Reihe guter Kräfte und Spezialitäten vereinigen diese Woche ihr künstlerisches Können, ihren Humor und ihre leichte Lebensauffassung, um das Publikum in angenehmer Weise zu unterhalten und zu zerstreuen. Von den Vertreterinnen der heiteren Lust wirkten besonders reizend eine Kostümsoubrette und die Geschwister Neumann, Erstere hauptsächlich durch ihre den Vorträgen meisterhaft angepaßte Mimik, welche Begabung ihr wiederholten Beifall auf offener Szene eintrug. Mr. Fred leistete als Trapezkünstler recht gutes, noch mehr aber als Gladiator vermöge seiner wirklich staunenswerthen Muskelkraft. Als ungewöhnlich und eigenartig sind die Produktionen eines Instrumental-Imitators hervorzuheben, der anscheinend mit spielender Leichtigkeit die verschiedensten Tonarten von sich zu geben und die schönsten zwei- bis dreistimmigen Jnstrumentalvorträge aus seinem Innern hervorzuzaubern verstand. Da auch die übrigen Mitwirkenden Gutes leisteten, verliefen die Vorstellungen, von denen besonders die gestern Abend stattgefundene überaus zahlreich besucht war, zur Zufriedenheit aller Anwesenden, was der lebhafte, mitunter nicht endenwollende Beifall nach jeder. einzelnen Nummer bewies. Heute Abend 8 Uhr findet die dieswöchent- liche Schlußvorstellung statt.
* Von Krämpfen befallen stürzte heute Morgen ein Cigarrenhändler in der Vorstadt nieder. Der Revier- schutzmann brachte ihn nach dem kath. Schwesternhause.
* Blitzschlag. Bei dem Gewitter, das am Samstag Abend sich über unseren Ort entlud, schlug der Blitz in einen an der Fallbach stehenden Pappelbaum und zersplitterte denselben zum Theil.
* Selbstmord. Gestern Morgen wurde in Bockenheim ein Soldat von dem dahier garnisonirenden 166. Infanterie- Regiment, namens Metzler, von der 5. Kompagnie, mit durchschnittener Halsschlagader als Leiche aufgefunden. Es liegt Selbstmord vor, wohl aus persönlichen Motiven, da dienstlich nichts vorlag. Der Lebensmüde ist auS Bpckenheim, wo seinejMutterwohnt. Sein Vater starb vor etwa dreiMonaten.
* Auf frischer That ertappt wurde heute in der frühen Morgenstunde im Dörnigheimer Walde ein berüchtigter Wilderer, der Goldarbeiter Zink, durch dm in Dörnigheim stationirten Gendarm. In dem Augenblick, als Z. ein Reh aus der gelegten Schlinge ziehen wollte, wurde er von dem Beamten am Schopf gefaßt und alsbald der Staatsanwaltschaft in Hanau überliefert.
1? Statistisches. Im Monat Juni 1901 wurden in unserer Stadt lebend geboren Gl Kinder, 36 Knaben und 25 Mädchen. — Gestorben sind, mit Ausschluß von 3 Todtgeborenen, 44 Personen, 27 männlichen und 17 weiblichen Geschlechts, darunter 9 Ortsfremde. Für die Stadt selbst bleiben 35 und auf 1000 Einwohner und aufs Jahr berechnet kommen 14,2 Todesfälle.
Von den Gestorbenen waren:
0-1
Jahr
12 Kinder
im
Alter von
II
ii II
1-5
Jahren
1 Kind
tf
II ii
5-10
tf
2 Personen
tr
H II
10-20
if
4 M
tf
ii v
20-30
if
1 Person
U tf
30—40
- ii
3 Personen
ff
II II
40-50
if
6 „
II
II II
50-60
if
7 „
II
If If
60-70
if
1 Person
If
If If
70-80
n
3 Personen
II
II If
80-90
if
An Diphtheritis starb 1 Kind aus der Leimengasse und je eins an Hautausschlag, tuberkulöser Hirnhautentzündung und Kinderzehrung, 2 Kinder starben an akutem Darmkatarrh und 5 an Krämpfen. An akuter Entzündung der Athmungsorgane starben 3 Personen und 13, darunter 6 Ortsfremde, an Lungenschwindsucht. Die Todesursache war bei 3 Personen Krebsleiden und bei je einer Person chronischer Rheumatismus, Beinbruch, Rose, Herzmuskelentartung, chronisches Magenleiden, Herzlähmung und Kropfgeschwulst. Nicht durch Krankheit bedingt war der Tod in 7 Fällen: 4 Leute starben an Altersschwäche, 2 kleine Kinder an Lebensschwäche und eine 34jährige Person beendete ihr Leben durch Selbstmord. Dr. Z e h.
* Das Urtheil gegen die in der L.'schen Diebstahls- und Hehlerei-Affaire Angeklagten lautet: Der Angeklagte Fahrbursche I. wird wegen Diebstahls zu 1 Jahr Gefängniß, der Fahrbnrsche St. wegen Diebstahls zu 4 Monaten, der Lehrling F. wegen Diebstahl, Unterschlagung und Urkundenfälschung zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. Wegen Hehlerei erhalten der Kaufmann W. und der Handelsmann O. je 8 Monate Gefängniß. Die Angegeklagten Eheleute J. von Dietesheim und Heuhändler W. von Rothenbergen werden freigesprochen. Für erwiesen wurde nur das von den Angeklagten Zugestandene angeommen. Die von L. vorgelegten Schuldurkunden hätten keine Bedeutung, da sie möglicherweise unter Drohungen erlangt ^Ln.
© Kesselstadt, 8. Juli. (Volksfest.) Das am vorigen , Sonntag anläßlich der Bannerweihe des Radfahrerklubs „Adler"-Kesselstadt und des Verbandsfestes des Radfahrerverbandes „Maingau" stattgefundene, durch die Ungunst der Witterung aber unterbrochene Volksfest nahm gestern seinen Fortgang. Der Himmel strahlte zwar diesmal während des ganzen Tages in herrlichstem Blau, kein Wölkchen trübte das Firmament und doch wollte sich auf dem Festplatze die echte Volksfeststimmung, das ungezwungene, friste und fröhliche
Montag
Leben und Treiben, wie es am vorigen Sonntag herrschte, nicht so recht entwickeln. Die konzertirende Offenbacher Feuerwehrkapelle gab sich alle Mühe, durch flotte, muntere Weisen das Ganze zu beleben, der Radfahrerklub „Adler" suchte durch Neigenfahren, das bekannte Hanauer Kunstfahrer-Terzett durch Hochradproduktionen das Publikum zu zerstreuen, doch, wie gesagt, das ein echtes Volksfest charakterisirende leichtbewegliche und immer neue Bilder schaffende fröhliche Festgewoge war trotz alledem nicht mehr heroorzubringen, denn es fehlten die hierzu unentbehrlichen Caroussels, Schießbuden und was dergleichen „Leben in die Bude" bringende Jugendtummelplätze mehr sind. Erfreulicherweise nahm der Festplatz gegen Abend nach Eintritt kühlerer Temperatur ein lebendigeres und beweglicheres Aussehen an, das sich immer mehr steigerte, bis eS nach 10 Uhr abends, als ein prächtiges und effektvolles Feuerwerk die Festveranstaltung krönte, seinen Höhepunkt erreichte.
Der Bericht über bcü
Hessischen Frurrmchrtag zu Rotenburg
befindet fich im 2. Blatt.
Drahtnachrichten.
Zum Ableben des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe.
Ragaz, 7. Juli. Der deutsche Kaiser richtete aus Swinemünde an den Fürsten Philipp Ernst zu Hohenlohe folgende Depesche: „Ich bin tief betrübt über die traurige Nachricht von dem Hinscheiden Deines von mir so hoch geschätzten vor- trefflichen Vaters und spreche Dir mein herzlichstes Beileid aus. Es muß Dir einen Trost gewähren, wenn Du des Lebenslaufes Deines Vaters gedenkst, ausgefüllt von treuer und erfolgreicher Thätigkeit. Die hervorragenden Verdienste des verewigten Fürsten um die Einigung des deutschen Vaterlandes in seiner Jugend, und sein erfolgreiches Wirken als Botschafter, Statthalter und Reichskanzler sind frisch in Aller Erinnerung. Die Geschichte wird ihm ein ehrendes Denkmal setzen und ich werde ihm stets eine dankbare Erinnerung bewahren. Wilhelm."
Ragaz, 7. Juli. Der Kaiser von Oesterreich sandte an den Prinzen Alexander zu Hohenlohe folgendes Beileidstelegramm : „Ihnen und allen Mitgliedern Ihrer Familie spreche ich meine innigste Theilnahme an dem schmerzlichen Verluste aus, welchen Sie erlitten haben. Ich betrauere in Ihrem Vater einen langjährigen, bewährten Freund." Franz Joseph. — Did Kaiserin Friedrich sandte an den Fürsten Philipp Ernst zu Hohenlohe folgendes Telegramm: „Es ist mir ein Herzensbedürfniß, Ihnen und den Ihrigen auszusprechen, wie tief ich Schmerz empfinde an bem schweren Verlust, der Sie alle durch den Heimgang Ihres unvergeßlichen Vaters getroffen hat, und wie treu ich dem Entschlafenen meine wahre Verehrung und Dankbarkeit bewahren werde." Kaiserin Friedrich.
Ragaz, 7. Juli. Der Reichskanzler hat nachstehendes Telegramm an den Prinzen Alexander zu Hohenlohe gerichtet : „In tiefer Bewegung empfange ich soeben die schmerzliche Nachricht vom Heimgänge Ihres verewigten Vaters, dessen verhâltnißmä ig gutes Befinden vor wenigen Wochen noch meine Frau und mich erfreute. — Meine persönlichen und dienstlichen Beziehungen zu dem verewigten Fürsten, erst in Paris, dann in Berlin, die mir so wohlgeneigte Gesinnung desselben, der für mich stets ein treuer Berather und Freund war, werden mir immer unvergeßlich sein. Schon in früheren Jahren hat der nun Heimgegangene an der Entwickelung der nationalen Idee regsten Antheil genommen. Er hat sich in seinem langen reichen Leben von dieser nationalen Idee wie von seinem Leitstern führen lassen und es war ihm vergönnt, auch an erster verantwortlicher Stelle für das Wohl des deutschen Vaterlandes versöhnend und klärend bis in sein hohes Alter zu wirken. Die Nation wird sein Bild stets in lebendiger und dankbarer Erinn ru ig halten." — Darauf erwiderte Prinz Alexander zu Ho'enlohe: „Euer Excellenz sage ich tief gerührt meinen aufrichtigen Dank für die gütigen Worte so warmer Theilnahme an meinem unersetzlichen Verlust. Ich weiß, wie sehr Eure Excellenz meinen Vater verehrt und welche unschätzbare Unterstützung Sie ihm seit langen Jahren in seinem öffentlichen Wirken zum Wohle des Reiches gewährt haben. Ich war deshalb überzeugt, daß Sie, wie Niemand anders, den Verlust e.messen können, der uns Alle betroffen hat und daß Sie wärmsten Antheil daran nehmen würden. Den Trost habe ich, daß er ruhig und schmerzlos entschlafen ist."
Ragaz, 8. Juli. Unter den Beileidstelegrammen ist auch ein herzlich gehaltenes von der Königin-Wittwe von Italien an den Prinzen Alexander zu Hohenlohe eingetroffen. Die St. Gallen'sche Regierung sandte folgendes Telegramm: „Mit aufrichtigstem Bedauern hat die St. Gallen'sche Landesregierung von dem heute auf dem Gebiete ihres Kantons erfolgten Hinscheiden seiner fürstlichen Durchlaucht des Altreichskanzlers Hohenlohe Kenntniß erhalten, der im Begriff stehend, an den Thermen von Ragaz Linderung seiner Leiden zu suchen, nach längerem, thatenreichem Leben vom Tode ereilt wurde. Wir wissen uns einig mit dem Gefühl des St. Gallen'schen Volkes, wenn wir in Erfüllung einer schmerzlichen Pflicht Sie hiermit ersuchen, die Versicherung unserer aufrichtigsten und wärmsten Theilnahme entgegenzunehmen." Nachdem jetzt auch Prinz Moritz zu Hohenlohe eingetroffen ist, sind alle Kinder des verewigten Fürsten anwesend.
Schweres Unglück auf dem Rhein.
Kehl, 8. Juli, 12 Uhr 30 Min. Privattelegramm» Ein schweres Unglück hat sich heute Morgen, wie die „Kehler Ztg." meldet, bei Fahrübungen des 19. Pionier-Bataillons auf dem Rhein oberhalb der Kehler Rheinbrücke ereignet. Ein Boot mit 16 Pionieren schlug um, von denen bis heute Mittag noch sieben vermißt werden; zwei davon sind todt auf- gefunden worden.
Vom Burenkrieg.
London, 8. Juli. Aus Middelburg wird gemeldet: Das Kommando Van Reenen, welches sich in den Zurbergen
Sâe 3
befindet, ist von den Engländern zweimal angegriffen worden und mußte sich in nordwestlicher Richtung zurückziehen.
London, 8. Juli. „Daily Mail" veröffentlicht einen sensationellen Brief aus Pretoria, in welchem berichtet wird, die Buren hätten bei Vlaakfontain auf verwundete Engländer geschossen.
London, 8. Juli. Aus Bloemfontein wird gemeldet: Die Polizeiposten sind längst der Eisenbahn in kurzen Zwischenräumen aufgestellt. Mehr und mehr wird die Gegend von den Buren gesäubert. Einigen Buren-Kommandos fehlt es an Munition.
London, 8. Juli. Nach einer Meldung aus Pretoria überraschte Oberst Greenfeld in den Waterbergen ein Burenlager unter dem Feld-Cornet Baier und machte 91 Gefangene.
London, 8. Juli. Mehrere Morgenblätter veröffentlichen einen Artikel der „Investor Reviews", in welchem versichert wird, daß England infolge des Krieges finanzielle Verluste in Höhe von 12 Milliarden erlitten habe und daß diese Verluste eine Finanz-Krisis nach sich ziehen werden.
London, 8. Juli. Aus Pretoria wird gemeldet: Die Behörden finden immer mehr Schwierigkeiten, die Eisenbahn zu schützen wegen der zahlreichen Unebenheiten des Gebietes, die den Buren die Angriffe auf die Eisenbahn erleichtern.
Berlin, 8. Juli. Dem „Kleinen Journal wird aus Brüssel telegraphirt: Aus bester Quelle verlautet, daß zwischen Botha und Krüger ein neuer Depeschenwechsel stattsindet, der auf den Friedensschluß abzielt.
Sport.
Berlin, 8: Juli. Bei dem gestrigen Wettfahren um die Meisterschaft der Welt über 100 Kilometer im Sportpark Friedenau siegte der Münchener Rool gegen Dickentmann und noch vier Andere. Der Franzose Bouhours stürzte und mußte von der Bahn getragen werden.
* *
*
Kiel, 7. Juli. Prinz Heinrich ist von Münster am Stein um 7^2 Uhr abends hierher zurückgekehrt und hat sich auf das Flaggschiff „Kaiser Wilhelm der Große" begeben.
Teplitz, 8. Juli. Ein großer Brand vernichtete die Tannen- und Fichtenwälder bei Lammerhain.
Wien, 8. Juli. Die von tschechischen Blättern in Umlauf gesetzten Gerüchte von einer bevorstehenden R e k o n st r u k- tion des Kabinets werden an unterrichteter Stelle als vollständig unbegründet bezeichnet. Körber ist absolut nicht geneigt, die diesbezüglichen Wünsche der Tschechen zu erfüllen, weil dadurch die ohnehin wieder sehr heikel gewordene Situation sehr verschärft würde.
Wien, 8. Juli. Die „Montags-Zeitung" erfährt von wohlinformirter Seite, daß der Konflikt zwischen den Christlich- Sozialen und Körber dadurch entstanden ist, daß Körber sich entschieden geweigert hat, das Verlangen Luegers, eine den antisemitischen Wünschen entsprechende Aenderung der niederösterreichischen Landtags-Wahlordnung als Regierungs-Vorlage einzubringen, zu erfüllen.
Madrid, 8. Julü Im Laufe der Berathung über die Antwort auf die Thronrede brachten die Republikaner in der Deputirtenkammer einen Antrag ein, in welchem sie in der Religionsfrage Befreiung des Staatslebens von religiösen Einflüssen fordern.
Madrid, 7. Juli. Deputirtenkammer. Der Finanzminister brachte einen Gesetzentwurf betr. Prägung von Scheidemünze ein. In dem Entwurf wird ferner die Regierung ermächtigt, in verschiedenen Zeiträumen bis zum Betrage der aus der Verwaltung der Kolonien herrührenden schwebenden Schuld Schatzobligationen auszugeben. Der Ertrag derselben soll ausschließlich zur Bezahlung der schwebenden Schuld verwendet werden. Stücke von Schatzobligationen sollen auf 500 und 5000 Pesetas lauten und in 3, 6, 9 und 12 Monaten fällig werden. Sie sollen von jeder Steuer befreit und zum Parikurse verkauft werden. Die Zinszahlung soll vierteljährlich erfolgen. Die Bank von Spanien soll mit dem Verkauf der Obligationen und der Bezahlung der Zinsen und des Kapitals beim Fälligwerden beauftragt werden. — Ferner brachte das Finanzministerium einen Gesetzentwurf ein, demzufolge vom 1. Februar 1902 ab aus dem Verkehr zurückgezogen werden, die auswärtige, nicht abzestempelte Schuld, die amortisable 4pro- zentige Schuld, die Hypothekenpfandbriefe von Kuba und die Hypothekenobligationen der Philippinen. Stücke dieser Schulden und diejenigen der äußeren, nicht abgestempelten Schuld, insoweit als sie nicht schon vor dem 1. Februar 1902 zur Konversion präsentirt sind, sollen nach dem Gesetzentwurf ab pari in Stücke der neuen 4prozentigen Schuld umgewandelt werden.
Paris, 7. Juli. Die Mitglieder der marokkanischen Gesandtschaft überreichten gestern dem Präsidenten Loubet bk vom Sultan von Marokko ihm angebotenen Geschenke, bestehend aus einer Anzahl arabischer Hengste, werthvoller Waffen und Teppiche.
Paris, 7. Juli. In Privat ermordete eine Wäscherin ihre drei Kinder und beging dann einen Selbstmordversuch, indem sie sich mehrere Messerstiche beibrachte. Die Frau wurde ins Hospital gebracht.
Paris, 8. Juli. In Algier wurde Max Rögis mit 1285 von 1425 abgegebenen Stimmen zum Mitgliede des Generalrathes gewählt. — In Rochefort-sur-Mer streiken 50C Kohleutrüger infolge Verweigeâig der Lohnerhöhung. — Der „Figaro" meldet, daß der Vatikan der französischen Regierung eine diplomatische Note gegen das Vereinsgesetz überreicht habe.
London, 8. Juli. Nach einer Meldung aus Buenos- Aires hat aus Anlaß der Verfügung des Belagerung^ Zustandes die Regierung für dieses Jahr die für den 9. Juli, dem Jahrestage der Unabhängigkeits-Erklärung Argentiniens, geplante Nationalfeier untersagt.
New-Pork, 8. Juli. Wegen Veröffentlichung von Karrikaturen, welche den Präsidenten und den Kongreß, die Freiheit des amerikanischen Volkes abschaffend, darstellen, wurde das Blatt „Iris World" beschlagnahmt.
Wcitcrc Drahtnachrichten befinden sich im 2. Blatt.