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d. Juli______________,_____=_________

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Drahtnachrichten.

Dom Burenkrieg.

New-Uork, 4. Juli. Der Buren-Agent Pearson richtete einen Aufruf an das amerikanische Volk, worin er bittet, die Waffen- und Munitionslieferungen für die Engländer nach Südafrika einzustellen, die nur dazu beitrügen, die Grausam­keilen des Krieges zu verlängern. Ohne Waffen- und Mu­nitionslieferungen würde England am Ende der Leistungs­fähigkeit angelangt sein und der Krieg zu Gunsten der Buren enden.

London, 5. Juli. Nach hier eingetroffenen Meldungen soll die Lage Bothas eine ungünstige sein. Er sei genöthigt, seine Stellung unweit Karolina aufzugeben und sich nach Witsburg zm ückzuziehen.

London, 5. Juli. Aus Pretoria wird gemeldet: Botha habe sein Lager auf den Höhen in der Nähe von Spring aufgeschlagen. 3000 Buren halten immer noch das Feld.

London, 5. Juli. Die tägliche Verlustliste der engli­schen Truppen in Südafrika beziffert sich für gestern 3 Todte, 6 Verwundete und 10 an Krankheit Verstorbene.

London, 5. Juli. Aus Harrysmith wird gemeldet: 2000 Pferde und 3000 Stück Vieh, welche den Buren abge­nommen wurden, sind hierher gebracht worden. 200 Flücht­linge befinden sich ebenfalls in der Stadt.

London, 5. Juli. Das Kriegsamt ließ gestern Abend erklären, es wisse nichts über eine beabsichtigte Reise des Generals Baden - Powell nach England aus Gesundheits- Rücksichten.

London, 5. Juli. Aus Pretoria wird telegraphirt: Der Eütschädlgungs Ausschuß für die aus Transvaal Ausgewiesenen verwarf gestern eine große Anzahl Ansprüche, von denen die meisten von Holländern gestellt waren.

Kundgebungen in Buenos-Ayres.

London, 5. Juli. Aus Buenos-Ayres wird gemeldet: In der vorletzten Nacht fanden bedeutende Kundgebungen gegen den Präsidenten der Republik und den Finanzminister Pelle­grini statt. Ihre Wohnungen wurden zerstört und mehrere Schaffe fielen. Pellegrini versuchte die zum größten Theil aus Student» n und jungen Leuten bestehende Menge zu be­ruhigen, wurde aber von einem Sieinwurf am Kopfe ge­troffen. Die Regierung unterbreitete dem Kongreß eiren Vor­schlag betreffend Verhängung des Belagerungszustandes über Buenos-Ayres auf die Dauer von 6 Monaten. Ter Senat nahm diesen Vorschlag bereits an, der heute auch von der Kammer bewilligt werden wird.

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Berlin, 5. Juli. Der König Leopold von Belgien wird, wie dasKl. Journal" von einer dem österreichischen Hofe nahestehenden Seite erfährt, sich demnäbst mrt seinen beiden Töchtern, der Prinzessin Louise von Koburg und der Gräfin Lonyay aus söhnen. Dieser Entschluß ist auf die Jnieroention der Prinzessin Dorothea von Schles ig- Houstein, die kürzlich zum Besuch am belgischen Königshofe werile, uiid auf die des Kaisers Franz Joseph zurückzuführen. Außerdem soll Kaiser Franz Joseph die Absicht' haben, den ehemaligen persönlichen Adjutanten des Prinzen Philipp von Koburg, den Artillerie Oberleutnant Kezleoich, zu begnadigen. König Leopold wird in nächster Zeit in Gastein eintreffen und dort mit seinen beiden Töchtern Zusammentreffen.

Berlin, 5. Juli. Nach einer Depesche aus Madrid hat der bisherige Präsident der Kammer Vega de Armijo, d.ssen Wiederwahl ziemlich sicher war, jetzt entgiltig abg-lehnt.

Berlin, 6. Juli. DasBerliner Tageblttr" meldet aus Sofia: Der Minister des Innern, Saratow, schloß in Paiis mit einem Bank-Syndikat eine 100 Million-n Aul ihe ab. Ars Garantie sollen die Erträgn sie aus dem einzuführenden Tabak Monopol dienen. Das Syndikat übernahm die Be­achtung der Juli-Coupons.

Berlin, 5. Juli. Die von dem LondonerDaily Tele­graph" verbreitete, auch in dewsche Blätter übergegongene Nachricht von der Verlobung der 14jährigen Herzogin Cäcilie, Schmelter des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin, mit dem russischen Thronfolger Großfürsten Michael Alexandrowitich, wird dem Petersburger Korrespondenten derBerliner Neuesten Nachrichten" von zuständiger Seite als leichtfertige, dreist- Er­findung bezeichnet.

Berlin, 5. Juli. Aus Wien wird gemeldet: In Golling -(La.zvurg) wird seit Montag der Tourist Gottlieb Gaukler aus Nürnberg vermißt. Gaukler wollte das Purtcheller Haus und den hohen Goell besteigen, dürfte aber, da er bis sitzt nicht in stin Hotel zurückgekehrt ist, abgestürzt sein. Eine Hiifsexpedilion ging zur Aufsuchung des Vermißten ab. Inner­halb eines Monats ist dies der dritte Absturz in den Salz­burger Bergen.

Berlin, 5. Juli. Wie nach einem Telegramm aus Rom in vatikanischen Kreisen verlautet, hat Kardinal Gibbons während seines Aufenthaltes daselbst die Frage der religiösen Orden definitiv erledigt. Der Vatikan will mit Zustimmung der amerikanischen Regierung die Einwanderung französischer und belgischer Mönche und Priester nach Kuba und den Philippinen begünstigen.

Hannover, 5. Juli. Gestern Abend 8 Uhr stieß auf dem hiesigen Haupibahnhof infolge falscher Weichen- fi e l l u n g eine Rangirmaichine mit einem Güterzuge zu­sammen. Die Rangirmaschine wurde zeitümmert, der Lokomotivführer und Bremser erlitten schwere Verletzungen. Das übrige Personal rettete sich durch rechtzeitiges Äb- sprinaen.

Wien, 5. Juli. Das Fremdenblatt bespricht an leiten­der Stelle die Marokko-Gibraltar-Frage und macht darauf aufmerksam, daß, da das Mittelmeer in letzter Zeit w eder eine erhöhte Bedeutung im Jntecessenkampf der Etra en gewonnen habe, alle Staaten ihre Kräfte daran fitzen müßten, um den kommenden Ereignissen gewachsen zu sein.

Breitag

Laibach, 5. J ili. Die Arbeiter der Jmprägnrr- n st a (t der Südbahn sind in den Streik eingetreten.

Turin, 5. Juli. Wie verlautet, wird sich Prinz Mirko von Montenegro mit der Prinzessin Lätitia, Wittwe des Her­zogs von Aosta, vermählen.

London, 5. ' Juli. Das Mittelmeer-Ge­schwader erhielt unerwartet den Befehl, sich bereit zu halten, in See zu gehen und sich am Samstag Morgen vor Spithead zu versammeln.

Konstantinopel, 4. Juli. Vor einigen Tagen einge­troffene albanesische Notabeln überreichten im P ldizpalais eine Denkschrift, worin die Erfüllung der jüngsten Versprechungen des Sultans über die Verwaltung von Albanien gefordert wird. Es heißt, dieser Schritt habe den Sultan unangenehm berührt. Der serbische Gesandte Gruitsch theilte dem Mi­nister des Aeußeren, Tewfik Pascha, mit, die serbische Bevöl­kerung in der Umgebung von Sienitza im Sandschak Novi- bazar habe unter den Angriffen der türkischen Truppen zu leiden, und stellte das Ersuchen, das Nothwendige zu veran­lassen. Tewfik Pascha erwiderte, der türkische Gesandte in Bel­grad habe der Pforte entsprechende Beschwerden der serbischen Regierung übermittelt, und fügte hinzu, der Großvezier befasse sich mit der Angelegenheit. Die Pforte entsandte Nizams nach Makra an die türkisch-montenegrinische Grenze behufs Regelung der Eiaenlhumsstreitigkeiten zwischen den Montene­grinern und Albanesin. Der montenegrinische Gesandte Bakitsa theilte mit, er sei von seiner Regierung beauftragt, von der Pforte zu verlangen, sie solle die Nizams zurückberufen und die Rechte Montenegros anerkennen, sonst müsse ein Konflikt befürchtet werden.

New - York, 5. Juli. Die Temperatur ist dauernd im Fallen begriffen. Es weht ein kühler N o r d w e st.

Die Gewerbegerichtsnovelle.

Die nunmehr Gesetz gewordene Gewerbegerichts­novelle enthält folgende wichtige Bestimmungen :

Hinter § 1 des Gewerbegerichtsgesetzes vom 29. Juli 1890 wird als § la einge eiltet:

Für Gemeinden, welche nach der jeweilig letzten Volks­zählung mehr als zwanzigtausend Einwohner haben, muß ein Gewerbegericht errichtet werden. Die Landes- Zentralbehörde hat erforderlichenfalls die Errichtung nach Maßgabe der Vorschriften des § 1 Abs 5 anzuocdnen, ohne daß es eines Antrags betheilig er Arbeitgeber oder Arbeiter bedarf.

Dem § 5 wird folgende Vorschrift als Absatz 2 hinzuge­fügt: Schiedsverträge, durch welche die Z ust än di g keit der Gewerbegerichte für künftige Streitigkeiten ausgeschlossen wird, sind nur dann rechtswirksam, wenn nach dem Schiedsvrrtrage bei der Entscheidung von Streitig­keiten Arbeitgeber und Arbeiter in gleicher Zahl unter einemVorsitzenden mitzuwn ken haben, welcher weder Arbeitgeber oder Angestellter eines beteiligten Arbeitgebers, noch Arbeiter ist.

Der § 61 erhält folgende Fassung: Das Gewerbegericht kann bei Streitigkeiten zwilchen Arbeitgebern und Arbeitern über die Bedingungen der Fortsetzung orer Wiederaufnahme des Arbeitsoerhältnisses als Eruigungsamt unberufen werden.

Hinter § 62 werden folgende neuen Paragraphen ein­gestellt:

§ 62a. Erfolgt die Anrufung nur von einer Seite, so soll der Vo.sitzende dem anderen Theile oder dessen Stellver­tretern oder Beauftragten Kenntniß geben, und zugleich nach Möglichkeit dahin wirken, daß auch dieser Theil sich zur Anrufung des Einigung-amtes bereit findet.

§ 62b. Auch in anderen Fällen soll der Vorsitzende bei Stieuigkeiien der im § 61 bezeichneten Art auf di e A n- rufung des Ernrgun gsamtes hinzuwirken suchen und dieselbe den Behelligten bei geeigneter Veran­lassung nahe legen.

§ 62c. Der Vorsitzende ist befugt, zur Einleitung der Verhandlung und in deren Verlauf an den Streitigkeiten b e- theiligte Personen vorzuladen und zu ver­nehmen. Er kann hierbei, wenn das Einigun,samt gemäß § 62 oder § 62a angerufen worden ist, für den Fall des 'Nichterscheinens eine Geldstrafe bis zu einhundert Mark androhen. Gegen die Festsetzung der Strafe findet Beschwerde nach den Bestimmungen der Zwilprozeßo-dnung statt. Eine Vertretung beteiligter Personen durch beien all­gemeine Stellvertreter (§ 45 der Gewerbeordnung), Prokuristen oder Betriebsleiter ist zulässig.

Der § 63 erhält folgende Fassung: Das Gewerbegericht, welches als Einigungsami thätig wird, besteht neben dem Vor­sitzenden aus Vertrauensmännern der Arbeitgeber und der Arbeiter in gleicher Zahl.

Im § 64 erhält der zweite Satz des Abs. 1 folgende Fassung: Das Einigungsamt oder, im Falle des § 62a, der Vo sitzende des Gewerbegericdts ist befugt, zur Aufklärung der in Betracht kommenden Verhältnisse Auskunftspersonen vorzu­laden und zu vernehmen.

Schiff-bericht.

Hamburg, 30. Juni. Der DampferPolaria" vor der Hamburg-Amerita-Linie ist vorgestern in Galveston ein­ge rroffen.

New-Uork, 1. Juli. Der DampferStatendam" von der Niederländisch - Amerikanischen Dampfschifffahrts- Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.

Schiffs-Nachrichten.

(Mitgetheilt von Paul Klein, Agem derNed Star Linie', Antwerpen.?

Der PostdampferZeeland derRed Star Linie" in Antwerpen ist am 1. Juli wohlbehalten in New-Jock an- gekommen.

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