Erstes Blatt.
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Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev.
Waisenhauses in Hanau.
Nr. 151.
General-Anzeiger.
Wildts OkM für Mdt- «Ä faabkrtis Kamil.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Derantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.
Bezirks-Fernsprechavschlrß Nr. 98.
Dienstag den 2. Juli.
Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98. 1901
Amtliche».
Stadt- und Landkreis Hanan.
Der Herr Oberpr äsident zu Cassel hat die Frist zur Abhaltung der von ihm genehmigten Sammlung bei den wohlhabenderen Einwohnern des Stadt- und Landkreises Hanau zum Besten der Errichtung einer Bismarcksäule bis zum L Oktober d. I- verlängert.
Hanau den 26. Juni 1901.
Der Königliche Landrath und Polizei-Direktor.
P 5522 v. Schenck.
Um das reisende Publikum auf die in einzelnen europäischen Staaten bestehende Patzpflicht, »der Patz- und Visapflicht aufmerksam zu machen, hat der Herr Staatssekreiär des Reichspostamts neuerdings veranlaßt, daß im Relchskurs- buche vor den Fahrplänen dec in Betracht kommenden Länder ein entsprechender Vermerk, auf den in den Vorbemerkungen auf Seite 2 des Umschlags noch besonders hingewiesen ist, abgedruckt wird. Auch hat im Anschlusse hieran der Herr Präsident des Reichs-Eileubahnamtes denjenigen Eisenbahnverwaltungen, die Kursbücher herausgeben, empfohlen, in diese Kursbücher die fraglichen Vermerke gleichfalls aufzunehmen.
Hanau den 27. Juni 1901.
Der Königliche Landrath und Polizei-Direktor.
P 5509 v. Schenck.
Landkreis Dan au.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Bei einem Schweine des Domänenpächters Dröge auf Grouauerhof ist die RoLtzl^usseuche amtlich festgestellt worden. Gehöflsperre ist angevcdnet.
Hanau den 29. Juni 1901.
Der Königliche Landrath.
V 6991 v. Schenck.
Bekanntmachung, die Beschädigung der Reichs-Telegraphenanlagen betreffend.
Zum Schutz der Reichs-Telegraphenanlagen sind durch das Gesetz vom 13. Mai 1891, betreffend die Abänderung von Bestimmungen des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich nachstehende Bestimmungen erlassen:
8 317. Wer vorsätzlich und rechtswidrig den Betrieb einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Tele- graphenanlage dadurch verhindert oder ge? fährdet, daß er Theile oder Zubehörungen derselben besäädigt oder Veränderungen daran vornimmt, wird mit Gefängniß von einem Monat bis zu drei Jahren bestraft.
§ 318. Wer fahrlässiger Weise durch eine der vorbezeichneten Handlungen den Betrieb einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage verhindert oder gefährdet, wird mit Gefängniß bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu neunhundert Mark bestraft.
Unter Telegraphenanlagen im Sinne der §§ 317 und 318 sind Fernsprechanlagen milbegriffen.
Da die Reichs-Telegraphenanlagen in letzter Zeit häufig theils vorsätzlich (Zertrümmern der Isolatoren durch Steinwürfe re.), theils fahrlässig (namentlich beim Fällen von Bäumen) beschädigt worden sind, so werden die vorstehenden Bestimmungen hiermit warnend zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Zugleich wird Demjenigen, welcher vorsätzliche oder fahrlässige Beschädigungen der Reichs-Telegraphenanlagen so zur Anzeige bringt, daß gegen den Thäter mit Erfolg eingeschritten werden kann, in jedem einzelnen Falle eine Belohnung bis zur Höhe von 15 Mark hiermit zugesichert.
Cassel den 15. Mai 1901.
Kaiserliche Ober-Postdirektion. Hoffmann.
Wird veröffentlicht.
Die Herren Bürgermeister und Gendarmen des Kreises weise ich an, die vorstehenden Bestimmungen genau zu beachten. Hanau den 22. Juni 1901.
Der Königliche Landrath.
V 6552 v. Schenck.
Zur Belohnung landwirthschaftlicher Dienstboten hat der Kreistag des Landkreises Hanau für das Jahr 1901 wiederum einen Betrag von 150 Mark zur Verfügung gestellt.
Die heutige
Bei Verlheilung dieses Betrages können nur solche Dienst boten Berücksichtigung finden, welche mindestens 15 Jahre in ein und demselben landwirthschaftlichen Betriebe treu gedient und in den letzten 5 Jahren eine Belohnung aus Kreismitteln nicht erhalten haben.
Etwaige Anträge auf Gewährung einer Belohnung sind unter Vorlage des Dienstbuches und eines vom Arbeitgeber ausgestellten Führungszeugnisses bis zum L August d. Js. durch den Orrsvorstand an mich einzureichen.
Hanau den 14. Juni 1901.
Der Königliche Landrath.
A 2989 v. Schenck.
Handelsregister.
1. Heute ist eingetragen worden:
a. Bei der F rma Seb. Treusch in Hanau: Das Geschäft ist auf den Werkzeugfabrikanten Eugen Vorberg in Hanau und den Kaufmann Max Vorberg in Hanau übergegangen, die es seit 27. Juni 1901 als offene Handelsgesellschaft fori führen.
b. Bei der Firma I. Simon in Kisselstadt: Die Nieder lossung ist nach Hanau verlegt worden.
c. Bei der Firma Carl Ohler in Hanau: Nachträgliche Eintragung: Die Gesellschaft hat am 24. November 1885 begonnen.
d. Bei der Firma Gebr. Schatt in Hanau: Nachträgliche Eintragung: Offene Handelsgesellschaft. Die Ge- sellschafl hat am 1. Juni 1886 begonnen.
e. Bei der Firma Friedr. Feuerstein in Hanau: Nachträgliche Eintragung: Die Gesellschaft hat am 1. Januar 1895 begonnen.
2. Gelöscht sind folgende Firmen:
a. J. Stroh in Hanau.
b. Ph. W. Wolf in Hanau.
3. Bei der Firma J. Castellan & Cie. in Hanau ist eingetragen worden : Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist erloschen.
Hanau den 28. Juni 1901. —
Königliches Amtsgericht 5. 10749
Grundstücksverpachtung.
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Der Garten Kartenblatt Z Nr. — - in den Wilhelmsbader Parkanlagen von 0,1295 ha Flächengehalt, soll vom 1. Januar k. Js. ab auf 12 Jahre anderweit öffentlich meistbietend verpachtet werden.
Termin hierzu wird auf Donnerstag den 4. k. Mts«, nachmittags 4 Uhr, in der sog. großen Wirthschaft zu Wilhelmsbad anberaumt.
Pachlbewerber werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß auf ein angemessenes Pachtgebot der Zuschlag im Termin ertheilt werden wird.
Reinhardt, Domänen-Rentmeister. 10548
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 leusilberne Wagenkapsel. 1 kleine Wagenkapset von einem Kinderwagen.
Verloren: 1 goldener Herrenring mit Caprubin.
ein gefangen: In der Nacht vom 30. Juni zum 1. d. Mts. 1 Hammel.
Vom Wasenmeister am 1. d. Mts. eingefangen: 1 weißer, glatthaariger Spitz (Bastard) mit schwarzen Ohren, m. Geschl.
Hanau den 2. Juli 1901.
Bus Stadt und Cand.
Hanau, 2. Juli.
* Die öffentliche Fernsprechstelle in Adolfseck hat folgenden Sprechbereich erhalten: Asbach, Batten, Bergen (Kreis Hanau), Bettenhausen, Cassel, Dalherda, Dipperz, Eckweisbach, Eichenzell, Eiterfeld, Frankenheim, Friedew ld, Friedlos, Fulda, Gelnhausen, Gersfeld, Großenlüder, Hainzell, Hanau, Hauswurz, Hersfelv, Hettenhausen, Hilders, Hintersteinau, Hofaschenbaw, Hofb eber, Hosenfeld, Hünfeld, Kleinsassen, Lahrbach, Mausbach, Melsungen, Milseburg, Kittel kalbach, Neuhof (Kreis Fulda), Niederaula, Niederthalhausen, Oberkalbach, Obergeis, Oberweid, Ravolzhausen, Rausbach, Rosdorf, Rotenburg (F.), Salzschlirf, Schenklengsfeld, Schmalnau, Simmershausen, Steinau, Tann (Rhön), Tann (Kreis Hersfeld), Ulmbach, Unteiweid, Wächtersbach, Wüstensachsen, Giesel, Wendershausen, Wahlershausen (Bezirk Cassel) und Frankfurt (Main).
ummer umfaßt außer dem Unterhaltung^
* VoraussichtlicheWeiterausdehuungderpreutzi- schen Eiseubahntarif-Reform. Zu der Meldung, daß in Preußen und Hissen die Gültigkeitsdauer sämmtlicher Rückfahrkarten auf allen Stationen der preußischen und heisischen Staatsbahnen ohne Aenderung der Fahrpreise und ohne Unterschied der Entfernung auf 45 Tage festgesetzt worden ist, erfährt das „Chemnitzer Sageblatt” auS zuverlässiger Quelle, daß von den preußischen Eisenbahndirektionen jetzt Verhandlungen mit der fächsischen und den übrigen betheil'gten Enen- bahnverwaltungen eingeleitet worden sind, um die gleiche Maßnahme auch auf den direkten Personenverkehr nach den sächsischen und süddeutschen Stationen auszudehnen.
* 8 ndwirthschaftliches. Das Proviantamt in Hanau gibt bekannt, daß baèleibe für gutes und trockenes Pferdeheu bis einschließlich den 13. d. Mls. 3,25 bis 3,50 Mk. pro Zentner, frei Scheune Hanau, zahlt und rege Zufuhr gewünscht wild.
* Kreisärzte. Im „Staatsanzeiger" wird folgende königliche Verordnung vom 18. Juni d. J. bekannt gegeben: Die Kreisärzte gehören zur fünften R a n g k l a s s e der höheren Provinzialdeamten; ein Theil der Kreisärzte, jedoch nicht über die Hälfte der im Staatshaushaltselat vorgesehenen Stellenzahl, sofern sie mindestens ein zwö fjähriges Dienstalter seit der Anstellung als Kreisarzt (Kreisphysikus) erreicht haben, kann zur Verleihung des Charakters als „Medizinalrath" mit dem persönlichen Range als Räthe vierter Klasse vorgeschlagen werden ; ein Theil der zu Medizinalräthen ernannten Kreisärzte, sofern sie ein weiteres Dienstalter von in der Regel zehn Jahren seit ihrer Ernennung zum Medizmal- rath erreicht haben, kann zur Verleihung des Charakters als „Geheimer Medizinalrath" vorgeschlagen werden; denjenigen Kleisärzten, welche gegenwärtig den Titel „Sannäisralh" oder „Geheimer Sanitätsralh" führen, wird vom Tage der Verkündigung dieses Erlasses ab der Charakter als „Medizinal- raih" bezw. „Geheimer Medizinalra h" beigelegt.
* In der Juli-Ausstellung des Kunstsalons Hermes, Goethe Eck beim Opernplatz, Frankfurt a. M., hat neben Hans Thoma mit 7 seiner besten charakteristischen Werken Pros. R i b a r z - Wien eine Kollektiv-Ausstellung von 10 Gemälden und Aquarellen veranstaltet. Vertreten sind ferner Franz v. Len b ach mit 4 Porträts, Fritz v. Uhde mit 4 Gemälden, G. Schönleber mit 4 Marinen, mit Einzelweiken Ad. Menzel, Max Liebermann, Wilh. Leibl, A. Lier, Max Klinger, Jos. Wenzlei n, L. v. Hofmann, Paul Mathien, Viktor Gilsoul, W. Trübner und viele Andere mehr. Von Flitz Th an l o w -Paris ist eine Mondnacht zu sehen und von Ed. v. Gebhardt dessen zwei Hauptwerke Elias Berufung und die Kreuzigung.
* 32er Veteranen. Zirka 70 Veteranen der 32er mit ihren Familien aus Hanau und Umgegend vereinigten sich am Sonwag Nachmittag im Gasthaus „zum Elephanten". Kamerad W o l l ste di er - Frankfurt begrüßte die alten Kameraden herzlichst und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und die Stadt Hanau. Alte Freundschaftsbande wurden erneuert, Erinnerungen an den Feldzug 1870/71 wachgerufen und besonders mit Begeisterung erlebte Episoden aus den Kriegsjahren besprochen. Die Anregung, am 6. August an dem Denkmal bei Morsbronn einen Kranz niederzulegen, fand die Zustimmung sämmtlicher anwesenden Veteranen. Mitglieder des Gesangvereins „Cintrachr" ließen es sich angelegen sein, den Erschienenen durch Vortrag schöner Lieder den Nachmittag so angenehm wie möglich zu gestalten und so zogen denn die alten Krieger von dannen mit dem Bewußtsein, einen schönen vergnügten Taa in Hanau verlebt zu haben.
* Futzballsport. Am Sonntag den 30. Juni fand auf dem Prüfling in Frankfurt a. M. das Netourmatich zwischen der zweiten Mannschaft der Hanauer Fußballgesellschaft und der Mannschaft des Frankfurter Fußballipolwereins statt. Obwohl schon bei Beginn des Spieles die Frankfurter Spieler auffielen — es schienen meistens Leute von anderen Klubs zu fein — so konnte gleich Frankfurt mit einem Goal bte Führung übel nehmen. Durch dieses angespornt, fegten die Hanauer ihr ganzes Können ein und erzielten bis Halftime 5 Goal, wozu sich noch 3 weitere für Frankfurt hinzuiügten und Hanau noch 3 weitere Goal sich zu eigen machte. Hanau siegle mit 8—4 Goal.
* Ausgestellt. Der vom „Hanauer Radsport 1895” bei dem am Sonntag in Kesselstadt stattgefundenen Preis- Corsofahren errungene Ehrenpleis ist im Schaufenster der Cigarrenhandlung von Herrn Carl Friedrich, Rosenstraße 19, ausgestellt.
G Der „Freigerichter Bund" veranstaltete vorgestern unter lebhafter Betheiligung auf der Hock'schen Wiese zu Alzenau das Fest seines 25jährigen Bestehens. Verschiedene Redner verschönten die hübsche Feier durch allerlei Ansprachen.
att 10 Seiten.