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theilt Roberts De Wet mit, daß das Niederbrennen der Farmen nothwendig geworden sei, weil von den Farmen aus, auf welchen die weiße Fahne gehißt war, geschossen und Eisenbahnzüge zerstört worden seien. Schließlich hebt Roberts in seinem Schreiben vom 7. September und 22. Oktober hervor, daß die Taktik der Buren zu einem Guerillakrieg ausgeartet sei, welcher ihn zwinge, zu außerordentlichen Kampfesmitteln zu greifen, die von den zivilistcten Völkern in ähnlichen Fällen angewandt werden.
handel, Gewerbe und Verkehr.
Leipziger Bank. Leipzig, 28. Juni. Auf den Antrag der Königl. Staatsanwaltschaft ist heute Vormittag gegen 11 Uhr der andere Direktor der Leipziger Bank, Dr. Gentsch, verhaftet und in Untersuchungshaft genommen worden.
— Leipzig, 28. Juni. Der Stadtverordnetenvorsteher und Kammerrath Fritz Mayer, Mitglied des Aufsichtsrathes der Leipziger Bank und des Vorstandes der Fondsbörse, legte, dem „Leipz. Tagebl." zufolge, das Amt eines Stadtverordneten nieder. — Leipzig, 28. Juni. Die Meldung, daß das Vermögen der beiden verhafteten Direktoren der Leipziger Bank, Exner und Dr. Gentsch, sowie dasjenige der meisten Aufsichtsrathsmitglieder der Bayk beschlagnahmt sei, ist unzutreffend. Ueber das Ergebniß der vormittags im Bankgebäude vorgenommenen Haussuchung wird amtlicherseits Stillschweigen beobachtet. — Leipzig, 28. Juni. Der vorläufige Ausschuß der Leipziger Bank, der bei der Wahl des endgiltigen Ausschusses durch die Gläubigerversammlung in Thätigkeit tritt, ist wie folgt zusammengesetzt: Kaiserl. Bankdirektor Ka- lähne, Reichsbankdirektor der Leipziger Filiale der Sächsischen Bank Kotte, Direktor der Leipziger Filiale der Deutschen Bank Herrmann, Vertreter der Königl. Sächsischen Lotterie-Darlehns- kasse Oberfinanzrath Dr. Mehr, Direktor der Leipziger Hypothekenbank Dr. Rothe, sowie ein noch abzuordnender Bevollmächtigter der Großherzoglich Sachsen-Weimar'schen Landesregierung. — Leipzig, 28. Juni. In der heutigen Sitzung der hiesigen Handelskammer führte bei Beginn derselben der Präsident, Kommerzienrach Zweininger, Folgendes aus: Wir stehen unter dem Eindrücke der unheilvollen Katastrophe, die das wirthschaftliche Leben unserer Stadt und des Landes durch den Zusammenbruch der Bank betroffen hat. Für uns, die berufenen Vertreter des Handels und der Industrie Leipzigs, ist das Ereigniß besonders deshalb tief beklagenswerth, weil dadurch das Vertrauen in die Solidität Leipzigs, worauf wir sonst stolz zu sein pflegten, eine weitgehende Erschütterung erfahren hat; wir dürfen jedoch die Zuveestcht zu unseren Kaufleuten und Banken haben, daß sie ruhig und besonnen das traurige Ereigniß in den Folgen thunlichst beschränken und treu und gewissenhaft mit vollem Fleiße mehr denn je bestrebt sein werden, das Ehrenschild rein zu halten, und das Vertrauen in unserem Handel nnd Verkehr wieder herzustellen. Wir dürfen überzeugt sein, daß Leipzig den schweren Schlag überwinden wird.
Ernteaussichten Serbiens. Der Kaiserliche Konsul in Belgrad berichtet unter dem 20. ds. Mts.: Die ergiebigen Niederschläge der letzten Wochen haben die Hoffnungen des serbischen Landwirths bezüglich der diesjährigen Ernteaussichten wesentlich gebessert. Zwar lauten die Berichte aus manchen Gegenden noch immer nicht befriedigend, doch glaubt man, daß die Weizenernte des ganzen Landes das Ergebniß des Vorjahres, wenn nicht ganz, so doch beinahe erreichen wird. Infolge des Regenmangels im Frühjahr hat das Unkraut in den Wintersaaten sich nicht so wie im Vorjahre entwickelt und wird deswegen eine bessere Qualität der Fruchtsorten erhofft. Die gleichen Hoffnungen werden hier zu Lande bezüglich der Frühjahrssaaten gehegt. Bei Weizen, Roggen und Gerste hofft man im Allgemeinen auf eine Mittelernte. Der Stand der Haferfelder ist bisher gut zu nennen. Der Mais, dessen Kultur durch den Regenmangel zurückgeblieben war, hat sich inzwischen bei dem häufigen Regen der letzten Woche schön entwickeln können und man ist mit dem ersten Hacken der Maisfelder in den meisten Ländern fertig. Von altem Mais
durchweg als Grundwort auftretenben stadt als nähere Bestimmung hinzu. Alamannischer Einfluß scheint in unserer Gegend den sonst üblichen Singular hier und da in den Plural stabten verwandelt zu haben; damit soll aber nicht gesagt sein, daß Kilianstädten z. B. auch eine alamannische Gründung sein muß.
Zu den einzelnen Ortsnamen auf stadt, deren es 5 gibt, bemerke ich folgendes:
Butterstadt heißen seit Mitte Juni 1900 die ehemaligen Butterstädter Höfe, die bis dahin zu Roßdorf gehörten und seitdem eine selbständige Gemeinde bilden. Der Ort erscheint um 850 in der schon mehrfach genannten Schenkungsurkunde, in der Vdalrich tradidit s(ancto) Bon(ifacio) bona sua in Tezelenheim, Ostheim et in Butenestat. Um das Jahr 1000 heißt der Ort Boterstat, kurz vor 1243 Bodderstat, 120 Jahre später, 1363, merkwürdigerweise wieder Bodinstat ’) neben Bodirstad, 1391 Budenstad. Mit Butter hat, wenn wir den Urkunden hinsichtlich der Schreibweise trauen dürfen, der Name Butterstadt von Hause aus nichts zu thun; in Butenestat steckt vielmehr wahrscheinlich ein Personenname: es war die Stätte eines B u t o oder Bodo. Auffallend ist freilich, daß der Name Boterstat, dem wir um das Jahr 1000 begegnen, reichlich 350 Jahre später (1363) noch einmal in der älteren Form als Bodinstat auftaucht; doch ist es nicht unmöglich, daß die Urkunden auf zwei verschiedene Orte sich beziehen. Den Nebennamen Welsche Höfe führten die Butterstädter Höfe, weil hier Ende des 16. Jahrhunderts vertriebene Wallonen Zuflucht fanden.
Ob das in den Lor scher Annalen um 840 erwähnte Euris- statt und Evirisstat sich auf Erb stadt bezieht, vermag ich nicht zu sagen; jedenfalls wird Erbstadt urkundlich zuerst 1237 erwähnt: Jacobus deErpestat erscheint als Zeuge unter einer Urkunde, und 1266 heißt der Ort Erbstat. Der Name
8) Es ist hier in dnn Testamente Johanns von Ostheim die Rede von yner wesin (Wiese) zu Bodinstat gelegin by Eychin.
Montag
entspricht das Angebot auf den Marktplätzen gerade der inländischen Nachfrage. Sehr verschieden ist in den einzelnen Gegenden Serbiens der Stand der Obstgärten. Aprikosen, Pfirsiche und Mandeln find total in der Blüthe zu Grunde gegangen. An Birnen und Aepfeln wird nur wenig geerntet werden. Kirschen und Weichseln gibt es immer so viele, daß der inländische Bedarf gedeckt erscheint. Dasselbe gilt bezüglich der Aussichten auf die Wallnußernte. Der Stand der Weingärten wird bis jetzt als sehr gut bezeichnet und erhofft man ein gutes Weinjahr, wenn der Juli und August hinreichend Wärme und keine Hagelschäden bringen. Die Pflaumen- ernte, deren Ergebniß bekanntlich im serbischen Exoort eine bedeutende Rolle spielt, dürfte heuer in denjenigen Gegenden, welche sonst hauptsächlich für die Ausfuhr liefern, sehr schwach» QUjfaden. Während jedoch einige Kreise Serbiens, die weit von den Eisenbahnlinien en fernt liegen, in den letzten drei Jahren so gut wie garnicht getrocknete Pflaumen exportiren konnten und überhaupt nur wenig von dieser Oostsorte ernteten , sind es gerade diese Gegenden, der Uriger, Rudniker und Pozegaer Kreis, welche darin eine Ausnahme machen werden, wenn sich die Frucht dort, wie bisher, weiter entwickelt. Maru schätzt das Gesammtergebniß der Ernte Serbiens an Pflaumen bedeutend kleiner als das des Vorjahres und bürfun frische Pflaumen und solche zur Sliwowitzfabrikation kaum zum Export gelangen. In den Kreisen der betreffenden Handelsleute glaubt man jedoch die voraussichtlichen Exporiquantitäien angetrockneten Pflaumen mit nur 20—30 Proz. geringer an setzen zu können als im Jahre 1900. Pflaumenmus wird voraussichtlich nur in verschwindend kleinen Mengen zur Ausfuhr gelangen.
Marktbericht.
Hanau, 29. Juni. (Lebensmittelpreise.) Hülsen früchte: Bohnen 30 Pfg., Erbsen 30—35 Pfg., Linsen 30i bis 40 Pfg. das Doppelliter ; Geflügel: Tauben das Pärchen 60—80 Pfg.; ein junger Hahn 80 Pfg. bis 1 Mk.; ein Huhn 80 Pfg. bis 1 Mk.; eine Gans 3-3,20 Mk.; Fische: ge» wöhnliche Sorte 30 Pfg., bessere Sorte 35—40 Pfg., Aal 90 Pfg. bis 1,10 Mk., Barben 60 Pfg., Barsch 60-70 Pfg. = Vs kg; Gemüse: Merrettig die Stange 10—20 Pfg., Blumenkohl das Stück 25—50 Pfg., Kopfsalat das Stück 3 — 8 Pfg., Endivien das Stück 10 Pfg., Rettig das Stück 5—8 Pfg., Ober-Kohlrabi das Stück 5 — 12 Pfg., Wirsing das Stück 20—30 Pfg., Weißkraut das Stück 25 kus 30 Pfg., Sellerie das Stück 3 — 8 Pfg., G nken das Stück 15—40 Pfg., gelbe Rüben das Bund 4- 8 Pfg., Neue Erbsen die Portion 20—30 Pfg., Neue Bohnen das Pfund 40—50 Pfg., Kartoffeln das Doppelliter 10 Pfg.; Obst: Kirschen 12—20 Pfg., Stachelbeeren 15 — 20 Pfg., Johannistrauben 15—20 Pfg. das 1 2 km, Erdbeeren 50—80 Pfg. das Pfund, Heidelbeeren 8—10 Pfg. das Vs Liter; Citronen das Stück 6—8 Pfg., Paradiesäpfel das Stück 5—10 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 90 Pfg. bis 1,10 Mk., Käse 2 Stück 9 Pfg., Eier das Stück 4—6 Pfg., Zwiebeln das Doppelliter 16—20 Pfg., Radieschen das Bündel 3 Pfg., Weizenmehl 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte
16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. — Vs kg.
Hus aller Mett.
Bismarck Denkmat in Moskau. Aus Moskau kommt die Nachricht, daß dort in den Parkanlagen des Friedrich Wilhelm-Vrktoria-Stiftes Freitag 2lbenb ein Bismarck- Denkmal, das von Freunden des Vereins zur Ume.stützuug hilfsbedürftiger deutscher Reichsangehöriger gestiftet wurde, feierlich enthüllt worden ist.
Neue Verhaftung. Aus Hamburg wird gemeldet, daß der frühere Direktor zweier vor einiger Zeit fallit gewordenen Assekuranzgesellschaften (Patriotische Assekuranzkompagnie und Mit- und Rückoersicherungsgesellschaft Kosmos) auf Antrag der Polizeiverwaltung dort verhaftet worden ist.
Grohfeuer. Gestern Nacht gegen 3 Uhr brach in Mannheim in der dortigen Portland $ementf«brit Großfeuer aus. erklärt sich wohl so, daß wir es mit einem Erpo oder Erbo zu thun haben, der sich hier niederließ.
Zu Erbstadt gehört das ehemalige Kloster Naumburg, 1035 in einer Urkunde erwähnt, in der ein Mann Ramens Bernhard dem Cyriacuskloster in Nuwenburg = 'Jieuen = bürg einige Hörige übergibt. Im Jahre 1086 wurde Nnen- burg von Kaiser Heinrich IV. dem Bischum Speier geschenkt, 1149 von Speier dem Kloster Limburg a. b. H. übergeben, das 1561 seine Rechte an die Grafen von Hanau verkaufte, die schon seit 1354 Atz, Lager und Dienste dort zu beanspruchen hatten.
H o ch st a d t kommt um 846 in einer Urkunde vor, in der ein gewisser Gcroch dem Kloster Lorsch seine Besitzungen in pago Wetdereiba in Hohunste ter marca schenkt; um 850 wird es villa Hohenstat, 1256 Hohstat genannt. Seinen Namen hat der Ort von seiner Lage.
Zwischen Hochstadt und Bischolsheim lag im Mittelalter ein längst verschwundener Ort Graßloch, 1359 Grasloch, 1364 Graeslog, 1393 Graszlog genannt, der kurz vor dem 30jährigen Krieg eingegangen zu sein scheint. Auch ein R'tter- geschlecht von Graslock (Groschlag) scheint sich nach dem Ort genannt zu haben: 1372 wird ein Henrich Graszlogke ritter geseszin zu Dieppurg genannt, der uns auch 1377 als Heinrich Groszlach neben Friedrich und Henne Groszlach edelknechten wieder begegnet. Der Name Graßloch bedeutet wohl Gras lache, eine Erklärung, die zu der sumpfigen Wiesenniederung durchaus zu passen scheint.
K e s s e l st a d t wird zuerst 1059 in einer Urkunde genannt, in der Erzbischof Luitpold von Mainz bekennt, daß König Heinrich IV. zur Beendigung seines Thüringer Zrhut- streites dem Stifte Mainz Güter in Sachsen und Thüringen übergibt, darunter auch 90 Huben in locis Fiancie Cheszil- s tat, Buochehun (Buchen) und Buorinchelun (?); um 1150 heißt der Ort Kezelstat, 1247 Kesselstat. Woher der Name? Ich meine, man hat weder an das althochdeutsche kisil — Kiesel zu denken, noch an Personennamen wie
______—____________1 Juli-
Der ganze am Neckar liegende Fabriktheil fiel den Flammen zum Opfer. Der Brand konnte erst nach dreistündiger angestrengter Thätigkeit der Feuerwehr gelöscht werden.
Entwischt. Wie schon telegraphisch gemeldet, wurde in München ein internationales Hochstaplerpaar verhaftet Die Beiden, ein eleganter junger Mann und eine bildschöne Dame, wurden zur Polizeidirektion gebracht, und hier gelangt es dem „Herrn", sich aus dem Staube zu machen. Die Flucht des Gauners aus den Händen der Polizei entbehrt nicht eines gewissen humoristischen Beigeschmacks. Ein Beamter trennte, wie Münchener Blätter berichten, beide Angeschuldigten während des Verhörs im Hauptjourzimmer des Polizelgebäudes und hieß den Mann, sich so lange weiter seitwärts zu stellen, bis er dessen Begleiterin vernommen habe,, jedoch, ohne daß die vielen anwesenden Kollegen des Polizeibeamten wußten, daß der Mann, verhaftet sei. Während der Vernehmung der Dame ging dann der Mann ungenirt — die anderen Beamten hielten ihn ja nicht für einen Verhafteten. — durch das Jourzimmer und verschwand, vorläufig auf Nimmerwiedersehen. Eine sofort nach dem Verschwundenen vorgenommene Streife blieb bis jetzt ohne Erfolg. — Ueber, die Taktik des Paares bei den Plünderzügen wird noch mit- getheilt: Beide verkehrten als „Verwandte" in großen Städten nur in den feinsten Gesellschaften; die Dame lockte reiche Herren in ihre Netze, raubte sie während eines zärtlichen tète-â-tète vollständig aus und verschwand dann. In der Hotelrechnung der Hochstapler fand man ganze Packele Versatzscheine über Juwelen, Uhren, Betten, Kleider rc. aus den ver-- schiedensten Stâbten des Kontinents.
Sie haben es dazu. Z-ehn amerikanische Erzmillionäre-,, die auf der „Deutschland" nach Amerika zurückkehren, mietheten das Promenadendeck zu ausschließlich eigenem Gebrauche für- den Preis von 88 000 Mark. Glückliche Reise! ,
Die Fee von Peking. Schiffsleutnant Darey, welcher die ft anzösnche Gesandtschaft während der Belagerung von Peking vertheidigte, wird mit Erlaubniß des Marineministers Lanessan in den nächsten Tagen seine Erinnerungen aus der Zeit des Kampfes veröffentlichen. Inzwischen gingen, ber französischen Presse Auszüge aus dem demnächst erscheinenden Werke zu. Mit echt französischer Galanterie übergab Davey? zuerst j ne Abschnitte seines Buches der OeffeNtlichke t, welche der wnhigen Frau v. Rosthorn gewidmet sind. Darey. nennt: die junge Gattin des österreichischen Gesandten „die Fee ber Venheioigung". Man erinnert sich an den begeisterten, Lob- gesang, d^n Pierre Loli auf den Ruinen der französischen Gesandtschaft zu Ehren der „reizenden Oesterreicherin" angestimmt. Die Zü<e, welche Darey mittheilft lassen es als vollkommen: berechtigt erscheinen, daß Frau v. Rosthorn das Kreuz der Ehrenlegion erhalten und beweisen es, daß man es in diese« Falle nicht mit einer schönen Legende, sondern mit ungewöhnlichen Thatsachen zu thun hatte. Nicht nur, daß sie durch die Heiierkeit und Zuversicht, die sie stets zur Schau trug, den Kämpfern Muth einflößte, nicht nur, daß sie mit bewunderungswürdiger Hingabe die Verwundeten pflegte und mit weiser Berechnung die geringen Eßvorräche verwaltete; sie kämpfte auch an der Seite ihres Mannes, regte mehrmals erfolgreiche Ideen zur '&rtljeibigung an und rettete sogar durch ihre Energie und Ausdauer während der kritischen Momente des Kampfes mehrmals die Situation. „Bei anbrechenoer Dunkelheit" — schreibt Darey am 27. Juni — „befestigten wir das Blockhaus des groß n Thores. Frau v. Rosthorn schlepph stundenlang den schweren Ziegel herbei . . ." Herr v. Rosthorn will die Barrikaden der Belagerer in Brand steckem Seine F a t füllt kleine alte Kisten mit Stroh, gießt Petroleum darüber, zündet sie an und schleudert sie auf die Barrikaden. „Das Ziel ist erreicht, aber unglücklicherweise hat das Feuer die Kleider der Frau v. Rosthorn ergriffen, Hände und Gesicht sind schwer verwundet." Die junge Frau kann sich ihrer Hände nicht bedienen, sie wird bei Tisch von ihrem Manne gespeist. Trotz ihrer Schmerzen thut sie alles Mögliche, um den Muth der Kämpfer aufrecht zu erhalten. „Frau v. Rosthorn zeigt überall ihr anmuthiges, lächelndes Gcsibt. Wenn sie sich von der Gefahr Rechenschaft gibt, so verfällt sie sich
Katilo, Kessilo u. a., sondern lediglich die Thaisache ins Auge zu fassen, daß an der Stelle, wo heute Kesselstadt liegt, um das Jahr 90 nach Chr. von den Römern ein großes Kastell angelegt wurde, das in den Jahren 1886—88 von Professor Wolff in Frankfurt in seinen Grundzügen wieder auigedeckl worden ist. Demgemäß ist Kesselstadt eine germanische Ansiedlung auf den Trümmern eines römischen K a st e l l s , eine Kastrllstadt, aus der sich allmählich das spätere Kessel- stadt entwickelt hat.
K i l i a n st ä d t e n begegnet uns 839 in einer Urkunde, in der König Ludwig -der Fromme seinem getreuen Aeckard Gütrr u b Hörige überläßt, die schon dessen Vater in Stetin (— Datw Plural von stat), Cavilla (Marköbel?) Helidiberge (Heldenbergen) als kaiürliches Lehen besessen hat; um 1290 schon heißt der Ort Kiliansteden. Ob wir an die Niederlassung irgend eines Kilian zu denken haben, oder ob der Ort seinen Namen daher hat, daß er zu dem hl. Kilian, d. i. dem Bisthum Würzburg, in Abhängigkeitsverhältniß stand, ist schwer zu entscheiden; jedenfalls kann nur ein Personenname in Betracht kommen.
' (Fortsetzung folgt).
Albumblätter.
In allen Zonen liegt die Menschheit auf den Knieen Vor einem Göttlichen, das sie empor soll ziehen.
Verachte keinen Brauch und keine Flehgebärde, Womit ein armes Herz emporringt von der Erde. Ein Kmd mit Lächeln kämpft, ein andres mit Geschrei, Daß-von der Mutter Arme aus genommen sei.
• Rückert.
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Zwei Dinge sollten tapfren Mann Nicht mit Verdruß erfassen;
Die, die er nicht mehr ändern kann, Und die sich ändern lassen.
Julius Lohmeyer.