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Montag

1. Juli

wird Dienstag Nachmittag wieder ein Schweine-Bratfest statt­finden, bei dem das übliche Zeremoniel gewahrt wird und Mittwoch Nachmittag gibt es wieder ein Ruder- und Schwimm- Fest. Zu Letzterem wird, wie in der vergangenen Woche, das Abonnement von 1 bis ^2? Uhr aufgehoben, während nachher die Abonnenten wieder freien Eintritt haben. Am Abend ist dann Doppel-Konzert unter Mitwirkung der 81er Kapelle unter Musikdirektor Kalkbrenner's Leitung.

* Spende für die Kinderheilanstalt zu Bad Drb. Resullirend aus dem kürzlichen Besuche der Kinderheil- anstalt Bad Orb hat der Herr Minister für geistliche, Unter­richts- und Medizinalangelegenheiten Dr. Studt dieser wohl­thätigen Anstalt einen Betrag von 1000 Mark überwiesen. Der Vorstand der Kinderheilanstalt beschloß, diese erfreuliche Spende als Grundstock für den Bau einer weiteren Baracke zu benutzen.

* Sommertheater (auf Becks Felsenkeller). Ein hübsches, gut unterhaltendes Programm hat die Theaterleitung für diese Woche zusammengestellt. Unter den Spezialitäten ist besonders zu nennen der als Kraftbalanzeur erstaunliche Leistungen vollführende, alsSchlangenmensch" aber geradezu verblüffende Produktionen bietende Herr Orgon. Begeisterte Ovationen bereitete das Publikum auch der hervorragend talentirten Konzertsängerin Miß G. Heath. Ferner ist zu erwähnen der als Damenimitator mit gutem Geschick auftrelende Herr Menotti, sowie das Wiener Opernduettistenpaar Schurl uud Turl, welch Letztere hauptsächlich in humoristischen Dialekt­rollen gute Erfolge erzielten. Da auch die übrigen Mitwirken­den durchweg recht gut befriedigten, können wir einen Besuch der heutigen Abendvorstellung Jedermann empfehlen.

* Konzert in Wilhelmsbad. Um am nächsten Mittwoch Abend gelegentlich der Aufführung desGroßen Schlachten-Potpourri" von Saro in Wilhelmsbad einen An­drang zu verhüten, sind im Vorverkauf Eintrittskarten â 50 Pfg. von heute ab erhältlich bei den Herren: H. Salz­mann, Krämerstraße, C. Wiltheiß, Marktplatz 4, Gottfried Brög Nächst, Märktstraße, Anton Pregler, Nürnbergerstr. 9, Georg Kollmann, Hammerstraße.

* Vermißt. Wie man uns aus Hörstein berichtet, ist seit Freilag Nacht die dortige geistesgestörte Frau Marie Karl, 28 Jahre alt, verschwunden. Nachrichten werden er­beten an ihren Ehemann Joseph Karl, Brauer in Hörstein. Bekleidet war die Frau mit Tuchrock und dunkler Blouse.

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ß Kesselstadt, 1. Juli. Ein fröhliches Leben und Treiben herrschte gestern und vorgestern auf dem Jankowsky- schen Sportplatz bei derSchönen Aussicht" anläßlich des Verbandsfestes des Radfahrerverbandes Mainz au", verbunden mit der Bannerweihe des RadfahrerklubsAdler"-Kessel st ad t. Eingeleitet wurden die Festivitäten am Samstag Abend durch einen präch­tig verlaufenen und gut besuchten Kommers auf dem Festplatze. Muntere, mit gewohnter Präzision zu Gehör gebrachte Weisen der Ulanenkapelle sorgten für die nöthige Festesstimmung, während der Turnverein Kesselstadt durch schöne, mit aner- kennenswerther Eleganz durchgeführte Marmorgruppen, Herr E. Sturm durch eine Anzahl glänzender Produktionen aus dem Gebiete des Kunstfahrsports und der RadfahrerklubAdler" - Kesselstadt durch die schneidige Vorführung eines komplizirten, von sorgfältiger Uebung zeugenden Zweirad-Reigens genügende Abwechselung erzeugten. Diesen Zweck verfolgten und erreich­ten auch einige recht hübsch zu Gehör gebrachte Chorgesänge des hiesigen GesangvereinsConcordia". Ließ schon der Ver­lauf dieses Eröffnungsabends nichts zu wünschen übrig, so braucht wohl nicht besonders betont zu werden, daß der gestrige Hauptfesttag allen Theilnehmern das brachte, was man von einer derartigen Veranstaltung billigerweise verlangen kann. Einem Weckruf in der Morgenfrühe folgte vormittags 11 Uhr die Bannerweihe des RadfahrerklubsAdler" - Kesselstadt im Garten des Gasthauseszum Anker". Mit einer Ansprache des Fräul. Krebs erfolgte die Uebergabe des von den Frauen uud Jungfrauen Kesselstadt's gestifteten herrlichen Banners durch die Festjungfrauen, worauf der Vereinsvorsitzende Herr Karl Reuter der Bedeutung des Tages in einigen markigen Worten gedachte und den werthen Stifterinnen den aufrichtigen Dank des Klubs übermittelte. Vom Maingauverband und vom BicycleklubHanovia"-Hanau wurden dem Verein Fahnen­nägel überreicht. Musik und Gesang schloß den erhebenden Weiheakt. Um 1 Uhr begann der Preiskorso, zu dem von Geschäftsleuten wie Privatpersonen eine beträchtliche Anzahl theils recht werthvoller Preise gestiftet wurden. Da 11 Ver­eine in Konkurrenz fuhren und ebenso viele Preise zur Ver­fügung standen, wurden solche an sämmtliche betheiligte Vereine nach der errungenen Punktzahl vertheilt. Es errangen in Klasse A: Bicycleklub-Bürgel 13.55, Radfahrerklub-Aschaffen­burg 13.35, BicycleklubHanovia"-Hanau 10.92, Radfahrer­verein-Alzenau 10.53 Punkte; in Klaffe B.: Radfahrerklub- Oberstetten 12.27, Radfahrerklub-Ginnheim 12.08 Punkte; in Klasse C: RadfahrervereiuGermania" - Fechenheim 13.18, RadfahrervereinGermania"-Vilbel 12.73, Radfahrerverein- Trebur 12.63, Radfahrerverein - Griesheim 11.50, Radsport- Hanau 10.05 Punkte. Der sich hieran anschließende Festzug durch die Straßen des Orts war ein recht stattlicher und wurde von 23 Vereinen gebildet, welche theil weise mit Bannern und sonstigen Abzeichen erschienen waren. Nachdem der Zug auf dem Festplatz angelangt war, entwickelte sich hier ein Volks­fest so echt und wahr, so frisch pulsirend und srohbewegt, wie dies nur heiterer, lachender Sonnenschein, ein Heller duftiger Damenflor, allgemein gehobene Stimmung und das Vorhanden­sein hierzu unentbehrlicher Dinge, als umfangreiche Kneipan­lagen, Caroussels, Schießbuden rc., zu schaffen im Stande sind. In das fröhliche Lachen und lustige Treiben mischten sich die schmetternden Klänge der konzertirenden Ulanenkapelle, Reigenfahren der Vereine wechselten ab mit künstlerischen Produktionen des rühmlichst bekannten Kunstfahrerterzetts, be­stehend aus den Herren Gebr. Sturm und H- Wolff, helle Lust und beste Laune herrschten bei Jung und Alt überall in dem farbenreichen, interessanten Festgewoge, bis der Himmel sein Gesicht veränderte, dunkle Wolken die strahlende Sonne verdeckten und das den Fluren, Wiesen und Feldern zwar so

nöthige, hier aber nichts weniger als erwünschte nasse Element sich in überreichem Maße auf die sommerlich leicht und luftig gekleidete Festversammlung ergoß und die gedeckten Bier- und sonstigen Zelte zu überfüllten Nothstandsasylen ver­wandelte. Obgleich die in solchen Situationen nicht seltenen tragikomischen Szenen bei den an geschützten Plätzen sich Be­findlichen anfangs den Humor nicht ausgehen ließen, war es doch mit der eigentlichen Festesfreude und damit auch mit dem Feste selbst für diesen Tag vorbei. Hoffentlich nimmt der Himmel heute Nachmittag ein freundlicheres Aussehen an und läßt den Theilnehmern den Schluß der Festlichkeiten in unge­trübter Freude verleben. Von 4 Uhr nachmittags ab findet allgemeines Volksfest statt, das abends 10 Uhr durch ein großes Feuerwerk verherrlicht werden wird. Da es an Unter­haltung und Abwechselung nicht fehlt und der Festplatz abends elektrisch beleuchtet ist, dürfte auch heute ein recht guter Besuch zu erwarten sein, ein günstiges Wetter natürlich vorausgesetzt.

9 Groß-Auheim, 30. Juni. (Rauferei.) Bei einer am verflossenen Freitag Abend stattgefundenen Rauferei unter jungen Leuten erhielt einer derselben einen nicht unerheblichen Stich in den Arm, der seine Ueberführung in das Landkranken- Haus nöthig machte.

Aus dem Gerichtssaal.

Sitzung des Schwurgerichts vom 29. Juni. Brandstiftung. (Schluß.)

Die Beweisaufnahme, welche am Samstag Morgen be­endet wurde, ergab nichts Neues mehr. Die Aussagen einiger Zeugen, welche noch im letzten Moment in die Erscheinung traten, waren belanglos.

Der Staatsanwalt begann sein Ptaidoyer mit dem Hinweis darauf, daß die Aufgabe, die mit diesem Fall an das Schwur­gericht gestellt war, keine leichte gewesen ist, leicht nur insofern, als die Erbschaft des vorigen Schwurgerichts vorhanden ist. Das Reichsgericht, das ja in keine thatsächliche Würdigung des Falles eintritt, sondern nur prüft, ob eine Formverletzung vorliegt, hat die ganze Sache, nachdem sie schon entschieden war, zurückoerwiesen. Es hat keine Formverletzung vorgelegen, sondern nur ein Schreibfehler im Protokoll der Hauptoerhand­lung, hervorgerufen vielleicht durch eine übergroße Gewissen­haftigkeit des vorigen Vorsitzenden und den übergroßen Formalismus, der in beispiellosem Maße unser deutsches Strafverfahren beherrscht. Es kann sich heute wiederum nur darum handeln, dem Rechte zum Siege zu verhelfen. Die Ueberzeugung hat sich Jedem aufgedrängt, daß diese Brände, die jedesmal zur Nachtzeit und in Scheunen sich ereigneten, wohl nicht zur Annahme berechtigten, daß eine Fahrlässigkeit vorliegt, weil von dem Landmann nach seiner ganzen Er­ziehung nicht zu erwarten ist, daß er in später Nachtzeit noch mit Licht in den Scheunen umherwandelt. Die ganze Art der Brandlegung läßt auf eine planmäß'ge schließen, immer der gleiche Tag, immer Scheunen, immer bei Nacht. Die Ange­klagten könnten sich nicht darüber beklagen, daß die Behörde hungrig nach einem Thäter gegriffen, auch nicht, daß ihnen von den Ortsbewohnern Unrecht geschah, diese haben nur zu lange gewartet. Lorey sagte, er habe die Hallunken über seinen Hof gehen sehen, aber er wolle sie nicht anzeigen, sie brennten ihm am Ende auch seine Scheune ab. Wie berechtigt diese Furcht war, zeigte sich 14 Tage nachher, wo sie in Flammen aufging. Die beiden Angeklagten wollten Mitglieder der Feuerwehr sein und eine Rolle spielen, Horst wurde nicht ausgenommen und Kalbfleisch ausgestoßen, weil er unnütz die Feuerwehr alarmirte, das hatte ihnen Zorn und Haß einge­flößt. Es war ihre Absicht, der Feuerwehr Arbeit zu machen und Schaden zu stiften. Horst hat gesagt, warum hat der Rubber nicht unten angefangen, der ist nicht versichert. Sie waren die nächsten Nachbarn des Lorey und des Oestreich und konnten die Brände unbemerkt legen. Sie fußten darauf, daß ihre Scheune gut versichert war, die der Ändern wenig. Johannes Horst hatte zu dem Stiefbruder Hch. Horst gesagt: Du verweigerst die Aussage!" Er wußte, daß dieser viel sagen konnte. Kalbfleisch hatte dem Horst im Gefängniß sagen lassen, er solle nichts gestehen, das konnte doch nur einen Sinn haben, wenn Horst etwas zu gestehen hatte. Immer kurz nachdem die Angeklagten in's Zimmer traten, brach der Brand aus. Heinrich Horst, der belastende Stiefbruder, war an Körper und Geist verkümmert und wurde in der Familie schlecht behandelt. Seine Aussagen werden in so vielen Punkten durch Beweise unterstützt, daß sie unbedingt glaub­würdig sind. Nach der weiteren Würdigung des Beweis­ergebnisses zu den einzelnen Bränden beantragte der Staats­anwalt dasSchuldig" und erinnerte daran, daß schon das vorige Schwurgericht zu einem Schuldig gekommen und an­heim gab, zu bedenken, was auf dem Spiele stehe.

Die beiden Vertheidiger hoben hervor, das vorige Urtheil komme nicht in Betracht, was jetzt gischehen, habe das neue Gericht allein zu verantworten. Es handele sich darum,daß für zwei junge Leute 10 Jahre Zuchthaus auf dem spiele stehen und daß die Geschworenen Beweise haben müßten, so ist es gewesen und nicht anders. Die Zeugen sind voreinge­nommen und unparteiisch, wenn man es ihnen auch nicht verdenken könne. Alles, was irgendwie zu finden gewesen, wurde mit einem Bienenfleiß zusammengetragen, um es gegen die Angeklagten zu verwenden. Beide beantragten Frei­sprechung. , .

Die Geschworenen erkannten die Angeklagten nur in je einem Falle schuldig, und zwar den Kalbfleisch der Inbrand­setzung der Oestreich'schen Scheune, den Horst der Lorey'schen Scheune und billigten ihnen mildernde Umstände zu. Die Fragen bezüglich der gemeinschaftlichen Legung der zwei Neuen- schmidtener Brände wurden verneint.

Der Staatsanwalt beantragte darauf mit Rücksicht auf die Gemeinheit der Gesinnung der Schuldigen« und weil sie aus den niedrigsten Motiven gehandelt, das Höchstmaß der im Rahmen des Wahrspruchs der Geschworenen zulässigen Strafe, nämlich 5 Jahre Gefängniß für jeden Angeklagten.

Das Gericht erkannte gegen Horst und Kalbfleisch auf je fünf Jahre Gefängniß aus denselben Gründen, wie sie beantragt waren.

Die Anklage vertrat Herr Erster Staatsanwalt Pinoff, Vertheidiger waren die Herren Justizrath Uth und Rechtsan­walt Ostus.

Hanauer Vereinsnachrichtr«

für Montag den 1. Juli.

Sommertheater auf Beck's Felsenkeller: Abends 8 Uhr: Vorstellung, ^vang. Männer- und Jüngltngsverein: Gesang (Ev Beretnshaus.) Radsahrerverein .Union": Vereinsavend im Schützenhof"?

Turn- u. Fechtklub: Turnen der Damenabtheilung.

Deutschnationaler Hanolungsqehülfen-Verband: Vereinsabend in der Schwedischen Krone".

GesangvereinTonblüthe : Vneinsabend in derStadt Bremen".

Steiwqraphen-Verein Stolze-Schrey: Vereinsabend in der Sonne".

Gabelsberger Stenogravhen-Verein im Gasthaus zu den3 Rindern" : Uebungsabend für Debattenschrift.

Verein der Briefmarkensammler: Zusammenkunft im Vereinslokale Restaurant Mohr'.

Klub .Amicitia*: Vereinsabend imDeutschen Haus".

VereinHessischer Bund": Versammlung im Vereinslokalzum Heffi, scheu Hof".

Freiwillige Feuerwehr: 4. Komp. Zusammenkunft imSchützenhof';

5. Komp. Zusammenkunft in der Allemann"

Brandwache und Rettungskorps: Zusammenkunft in der »Brauerei Kaiser".

Versteigerung-- etc. Kalender für Dienstag den 2 Juli.

Vormittags 10 Uhr werden in der Kaiser'schen Bierbrauerei, Große Dcchaneistruße 24, verschiedene der Präsenz Hanau zustehende Acker­grundstücke verpachtet (f. Nr. 146Han Anz."). Nach nittags von 2 Uhr ab werden abreisehalber, im hinteren Lokale der Restaurationzur Allemanria". Römerstraße 11, verschiedene Mobiliar- und andere Gegenstände durch den beeid. Taxator und Aultionator Herm Fr. Kämpfer gegen gleich baare Zahlung versteigert.

Telegraphischer Wetterbericht der deutscher; Scewarte.

Telegramm aas Hamburg vom 1. Juli, 9 Uhr 40 Min.

Ein Maximum lagert über Nordeuropa, über 770 mm über dem Norwegischen Meer, eine Depression unter 760 mm erstreckt sich vom Ozean bis zur Mitte Kontinental-Europas. In Deutschland wenig Temperaturänderung.

Prognose für den 2. Juli: In Mittel- und Süddeutsch­land meist trübes, sonst heiteres Wetter, vielfach Regen und Gewitter wahrscheinlich.

Regenstation Hanau des Königl. Preußischen Meteorologischen Instituts zu Berlin.

Im Monat Juni wurden 8 Tage mit mehr als 0,2 mm Regenhöhe beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge in 24 Stunden war am 25. Juni (gemessen am 26. Juni morgens 7 Uhr), sie erreichte eine Höhe von 14,3 mm', was gleichbedeutend ist mit 14,3 Liter auf 1 Quadratmeter.

Die Monats-Menge der Niederschläge im Juni betrug 38,7 mm oder 38,7 Liter pro Quadratmeter.

G e w i t t e r st a t i o n. Im Monat Juni wurden 4 Gewitter beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge war am 25. Juni, sie erreichte eine Höhe von 14,3 mm, was gleichbedeutend ist mit 14,3 Liter auf 1 Quadratmeter.

Der Beobachter:

Jean Jobst.

Hue plak und fern.

8 Gelnhausen, 30. Juni. (Fahnenweihe.) Heute feierte der GesangvereinLiederkranz" hierselbst unter großer Betheiligung der Gesangvereine aus der näheren und weiteren Umgebung das Fest seiner Fahnenweihe. Von Hanau nahmen Theil die GesangvereineFröhlichkeit",Germania" undMe- lomania", von Langenselbold dieSängerlust", von Groß­auheim dieHarmonie", von Fechenheim der Gesangverein Frohsinn". Die alte, so schön gelegene historische Stadt hatte sich in ein schmuckes Kleid geworfen. Der Festplatz war auf dem rechten Ufer der Kinzig prächtig gelegen, auf staubfreiem Wiesengrund, und praktisch hergerichtet. Den Gelnhâusem kann man ohne Uebertreibung nachrühmen, daß sie ihrer Auf­gabe ausgezeichnet gerecht geworden sind. Trotzdem eine nach Tausenden zählende Menge den Festplatz überfluthete, trat in der Bewirthung der Gäste keine Stockung ein und für Amüse­ment war mehr als ausreichend gesorgt. Auf der Tribüne wurden von den verschiedenen Vereinen Gesangsvorträge zu Gehör gebracht und im Uebrigen sorgten Musik, Caroussel, alle möglichen Buden u. s. w. für eine festliche Stimmung. Zum Schluß trat der obligate Regen ein, der den Festplatz iit raschestem Tempo säuberte und dafür in den Wirthschaften der Stadt noch ein vergnügtes Zusammensein zeitigte, das die nach allen Seiten gehenden Züge mit dem Einbruch der Nacht be­endeten.

St Frankfurt, 30. Juni. Auf dem Ausstellungsplatze wird vom 5. bis 21. Oktober d. J. eine Ausstellung für Unfall-, Schutz-, Sanitäts- und Rettungswesen abgehalten. Schon jetzt zeigt es sich, daß dieselbe großen Umfang annehmen wird, umfaßt doch der Ausstellungsplatz ein Gelände von mehr wie 30 000 qm.__

Drahtnachrichten.

Aus China.

London, 30. Juni. Das Reutersche Bureau meldet aus

Shanghai: Nach einem Telegramm, das Marquis Tseng aus S'nganfu erhält, theilte die Kaiserin-Wittwe dem großen Rathe mit, daß Kaifongfu in der Provinz Honan an Stelle Pekings die künftige Landeshauptstadt sein werde. Nach Peking wolle sie nicht zurückkehren, da sie befürchte, dort auf hinterlistige Art gefangen ge­setzt zu werden. .

Washington, 30. Juni. Rollhill telegraphirt, Prinz Tsch un der Führer der nach Deutschland kommenden chmest- schen Sondergesandtschaft, werde seinen Rückweg über Amerika nehmen.