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Streitereien der Eheleute zu mischen. — Geben Sie >,ihrer Freundin nui den altbewährten Rath:
Sei des Hause? schmucke Wirthin, Richte wirthlich Alles ein, Deinem Gatten wird sein HauS dann Auch das liebste Wirthshaus sein.
An N. in L. Na, Ver«hrtester, die Nachlässigkeit Ihrerseits ist doch kaum entschuldbar. Sie haben vor vierzehn (!) Tagen Reisegepäck ausgegeben, dasselbe ist mit dem Zuge, mit dem Sie eS erwarteten, nicht eingetrosscn und nun haben Sie während der ganzen Zeit nicht einmal Nachfrage danach gehalten? Wußten Sie denn nicht, daß die Eisenbahn für den Verlust von Reisegepäck, das zur Beförderung aufgegeben ist, nur haftet, wenn das Gepäck binnen acht Tagen nach Ankunft des Zuges, zu dem es aufgegeben ist, auf der Bestimmungsstation abgefordert ist. Wir können Ihnen keinen anderen Rath geben, als den, sich schleunigst nach dem Verbleib Ihres Reisegepäcks zu erkundigen, vielleicht findet es sich noch, das „Aufnucken" lassen Sie mir lieber unterwegs, dazu haben Sie heute kein Recht mehr.
Bandel, Gewerbe und Verkehr.
Berliner Marktbericht. Der deutsche Saatenstands- Bericht für Juni hat hinsichtlich der zu erwartenden Weizenernte die trüben Aussichten nicht verbessert, dagegen scheint der Stand des Roggens günstiger geworden zu sein. Hierbei ist jedoch in Betracht zu ziehen, daß dadurch an der Thatsache, daß Deutschland einen starken Ausfall in dieser wichtigsten Brodfrucht haben wird, sich nichts ändert. Denn große ausgewinterte Flächen mußten umgepflügt werden, welche nun zum Theil mit Sommerfrucht wieder bestellt wurden. Die Entwickelung der letzteren wurde außerdem noch durch anhaltende Dürre benachtheiligt. Die Preisgestaltung am Berliner Getreidemarkt wurde jedoch durch den Saatenstands-Bericht nicht merkbar beeinflußt. Maßgebend war, wenigstens was Weizen anbetrifft, nahezu ausschließlich Amerika. Dort hat in den südlichen Theilen die Ernte bereits begonnen, und nach den vorliegenden Nachrichten scheinen auch die weitgehendsten Erwartungen bezüglich des Weizen Ertrages in Erfüllung zu gehen. Die Preise gaben daraufhin an den Getreidemärkten in New-?)ork und Chicago fortlaufend wesentlich nach. Hier folgte man, da das Angebot amerikanischer Waare drückte, und
Samstag
so stellte sich in Berlin am Schluffe der mit dem 26. Juni beendigten Berichtswoche Weizen gegen die Vorwoche um ungefähr 4 bis 3 Mk. billiger, trotzdem der letzte Tag infolge festerer Tendenz der übrigen Auslands-Märkte eine nicht unwesentliche Erholung brachte. Roggen litt unter der Mattigkeit des Weizens, war aber besser behauptet infolge der fortdauernden Klagen über wenig befriedigende Ernteaussichlen in einzelnen wichtigen Gebieten Rußlands. Der schließliche Preisverlust beträgt bei naher Lieferung 1 Mk., für weitere Lieferung ist er ganz unbedeutend geblieben. Hafer war gedrückt auf Ankünfte in amerikanischer und russischer Waare, die seitens der Importeure sofort weiter begeben wurde. Auch Mais konnte seinen Preisstand auf Grund reichlicherer Zufuhr nicht behaupten. Für den Juli-Termin wurden schließlich folgende Preise festgestellt: Weizen 165,25 Mk., Roggen 138,00 Mk., Hafer 134,25 Mk., Mais 108,25 Mk.
Preise des städtischen Schlachtvieh-Marktes. I. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerths, höchstens 7 J. alt 61—65 Mk., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 56—60 Mk., c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere 54—55 Mk., d) gering genährte jeden Alters 50—53 Mk. II. Bullen: a) vollfleischige, höchsten Schlachtwerths 58—62 Mk., b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 54—57 Mk., c) gering genährte 50—53 Mk. III. Kühe: a) vollfleischige ausgenährte Kühe höchsten Schlachtwerthes, bis zu 7 Jahren 53 bis 54 Mk., b) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 51—52 Mk., c) mäßig gemästete Kühe 46 bis 49 Mk., d) gering genährte Kühe 41—44 Mk. IV. Kälber: a) feinste Mast (Loll Mast) und beste Saugkälber 64—70 Mk., b) mittlere Mast und gute Saugkälber 56—60 Mk., c) geringe Saugkälber 52-55 Mk., d) ältere gering genährte (Fresser) 36—42 Mk. V. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 62—65 Mk., b) ältere Masthammel 57 bis 61 Mk., c) mäßig gemästete Hammel und Schafe 53—55 Mk. VI. Schweine: a) vollfleischige der feinsten Rassen im Alter bis l^ Jahren 55 Mk., b) Käser — — Mk., c) fleischige 53—54 Mk., d) gering entwickelte 50—52 Mk., e) Sauen 49—51 Mk»
_________________________29 Juni
Auszüge aus dem Amtsblatt der Königliches Regierung zu Cassel.
Elm. Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung der in der Gemarkung Elm belegenen, im Grundbuche von Elm zur Zeit der Eintragung des Ver'teige- rungsvermerkes auf den Namen folgender Personen: 1) deS Maurers Andreas Müller (Ludwigs Sohn) und dessen Ehefrau, Eudoxia, gen. Karoline, geb. Falmer, zu Elm, zu '/,, 2) des Johannes Heim buch (Johannes Sohn) und Ehefrau, Anna Ottilie, geb. Heimbuch, zu Elm, zu '/,, 3) die Ehefrau des Zimmermannes Georg Müller (Konrad'S Sohn) Barbara, geb. Heil mann, zu Elm zu '/, eingetragenen Grundstücke, sollen diese Grundstücke am 18. Juli 1901, vormittags 9 Uhr, durch das Königliche Amtsgericht zu Schlüchtern versteigert werden.
Patent-Ertheilungen.
Nr. 122 901. Distanz- und Höhenmeßoorrichtung an tachymetrischen Instrumenten. Otto Fennel Söhne in Cassel, Wörthstraße 8 vom 1. Juli 1900 ab. Kl. 42c.
Nr. 122 512. Schlößchen für Täschnerwaaren. F. W, Heiden Höfer in Offenbach a. M., vom 4. März 1900 ab. Kl. 33b.
Nr. 123 033. Verschiebbares Profilgehäuse für Meßinstrumente. Hartmann L Braun in Frankfurt a. M.- Bockenheim, vom 17. Juni 1900 ab. Kl. 42c.
Schtff-Hertcht.
Hamburg, 24 Juni. Der Dampfer ^Syria" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Vera Cruz und der Dampfer „Hungaria" vorgestern in St. Thomas eingetroffen.
New-Nork, 26. Juni. Der Dampfer „Amsterdam" von der Niederländisch - Amerikanischen Dampfschifffahrts- Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.
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