Erstes Blatt.
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General-Anzeiger.
AMiches Organ für Mt- und Faudkreis Sauau.
Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwortl. Redakteur: G. S ch r e ck e r in Hanau.
Dit. 148. Btiirks-Fernlprcchmschlich Nr.
Amtliches.
Stadtkreis Ranau. Ausschreiben.
Am 6. d. Mts. ist hierselbst ein Fahrrad (sagen. Lehrrad), mit der Fabrik-Nr. 1426 im Werthe von 100 Mark gestohlen worden.
Das Fahrrad war schon längere Zeit im Gebrauch, hat schwarzen Rahmenbau, gerade Lenkstange mit Korkgriffin, gelbe Felgen, Pneumatikreifen, defektes Kettenrad, zweierlei Pedale und war mH einer dreieckigen Sattellasche versehen.
Um Nachforschungen nach dem gestohlenen Fahrrade und dem unbekannten Thäter, Festnahme des Letzteren im Be- tretungsfaUe und telegraphiere Nachricht hierher wird ersucht.
Das Nu ssckreiben vom 20. d. M^s., J-Nr.. P 5337/01, betreffend Diebstahl eines Adlerfahrrades, Marke 63 und mit der Fabrik Nr. 150479, ist erledigt.
Hanau den 25. Juni 1901. I.-Nr. P 5516/01
Königliche Polizei-Direktion.
Aufgebot.
Die verschollene Marie Magdalene Breidekand von Niederrodenbach, geboren daselbst am 7. Januar 1827, soll für todt erklärt werden:
Sie wird aufgefordert, sich spätestens im Aufgebolstermine am 30. Januar 1902, vormutags 10 Uhr, bei dem unter- zerchneten Gerichte zu melden, widrigenfalls sie für todt erklärt werden wird.
Alle, die über Leben oder Tod der Verschollenen Auskunft geben können, wollen dies spätestens im Aufgebolstermine dem Gerichte anzeigen.
Hanau den 25. Juni 1901.
Königliches Amtsgericht 5. 10489
«kfiltideiik al otrlottnt WOM ck.
Gefunden: 3 Schulbücher. 1 Ehateleine. 1 hölzerner Rechen.
Verloren: 1 Zwanzigmarkstück.
Vom Wasenmeisler am 27. d. Mts. eingefangen:
1 weis er Foxnrlier mit schwarzen Abzeichen, w. Gefchl.
Hanau den 28. Juni 1901.
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Kleines Feuilleton.
St. Frankfurt a. M., 27. Juni. Das „Secessions- brettl" hat heute Abend in erfolgreichster Weise seinen Einzug im „Orpheum" gehalten. Das ebenso reiche wie unterhaltende Programm fand bei dem sehr zahlreich erfdienenen Publikum vollsten entlang ut b lebhaftesten Beifall. Einzelne Nummern waren geradezu entzückend und standen dem Wollzogen'schen „Ueberbrettl" nicht nach. Es können jetzt nur noch vier Se- cejsionsbl ml-Abende ftotifinben, da sodann das Gastspiel Emanuel Reicber's vom Deutschen Theater in Berlin beginnt.
Göttingen, 27. Juni. Die Verschönerung unserer Stadt hat auch in diesem Frühjahr wiederum die erfreulichsten Fortschritte gemacht. Auf dem Mai üp atz ist ein Monumental- brunnen von vollendeter künstlerischer Schönheit errichiet worden, das Werk des Charlottenburger Bildhauers Stöckhardt; ein reichornamentirter Sandsteinbau, auf dem sich unter einem überaus leicht und gefällig gehaltenen Eisenbaldachin die zierliche Figur eines liebreizenden Gänseliesels erhebt. Ein total verändertes Aussehen aber hat der Wilhelmsplatz bekommen. Der „eiserne König" hält freilich noch immer seine rechte Hand in die Luft gestreckt, als wolle er sich darüber Klarheit schaffen, ob es regne. Aber er hat die Mitte des Platzes verlassen, um aus seiner Südseite Stellung zu nehmen, und vor allem, er hat „rechtsum gemacht". Früher wies er auf das Amtsgericht hin, mit dem doch die friebfertigen Göttinger nicht gern zu thun haben, jetzt dagegen wendet er sich segnend dem unter seinen Auspicien erbauten Universitätsgebäude, der „Aula", zu. Und wie seine Georgia-Augusta, so segnet er auch die neu geschaffenen Gmtenanlagen zu seinen Füßen, — kein Wunder, daß auch sie üppig grünen und in den luftigsten Farben blühen. Endlich sind auch die Parkanlagen des Reinsbrunnens am Fuße des Hamberges um einen neuen Schmuck bereichert. Hier hat das letzte Werk des verstorbenen Bildhauers Küst- hardt seinen Platz gefunden. Nicht weit von der Stelle, wo
98. Freitag den 28. Juni.
Hus Stadt und Cand.
Hanau, 28. Juni.
Beamtenperfonal-Nachrichten.
Ernannt : der Gerichtsossessor Hadermann zum Amtsrichter zu Schwarzenfels, der Rechtsanwalt S ch mu ch zu Cassel zum Notar, die Referendare Dr. Mosler und Zuschlag zu Gerichtsass ssoren, der Rechtskandidat Stolzenberg zum Referendar, die Rechtskandidmen Bähr, Erich Mengel und Heyne zu Referendaren, der beauftragte Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht zu Wetter, der Gerichtsdiener Thomas zu Neukirchen zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht da selbst, der Gerichtsdiener Hampel zu Steinbach Hackenberg zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht zu Großenlüder, der Forstmeister Kurlbaum zu Berlin zum Regierungs- und Forst! ach und technischen Mitgliede der Königlichen Regierung zu Cassel unter Ueber tragung der Geschäfte des Jnpekrions beamten für die Rot ftmfpt (non Cassel-Hanau vom 1. Juli d. J. ab, der Regierungs-Haupikassen-Buchhalter Jacob, die Regierungs - Supernumerare Langefeld, Frankenfeld, Jordan und Hartmann, sowie die Büreauhllfs- arbeiter Salinger und Marth zu Cassel zu Regierungs- Sekretären, der Regie-ungs-Sekretär Jacobi zu Cassel zum Regierungs-Haupitaffen-Bucbballer, der Kanzlei- Diâtar Gieg ling zu Casfil zum Kanzlisten, der Meldeamts Timar Metz zu Ceffel zum Meldeamis-Assistenten.
Bestellt: der Pfarrer extr. Korff aus Beckedorf zum Histepfarrer an der lutheriso m Gemeinde zu Marburg, der Pfairer extr. Kröger zum Gehilfen des Pfarrers Schäfer zu Densberg, der Psa rer Schmidt zu Albungen zum 1. Pfarrer zu Spangenberg vom 1. Oktober b. J. an.
Angestellt: die Poslouwärter Grabbe und Knake zu Rinteln als Poftmsisteulen.
Beauftragt: der Pfarrer extr. Nolte mit Versetzung der PfarrsleUe zu Hombl essen vom 1. Juli bis zum 1. Oktober b. I,
Versetzt: der Obeifö.ster Linck zu Walmerod, Reg. -Bez. Wiesbaden, nach Spangenberg, R«g. Bez. Cassel, vom 1. Juli d. J. ab, der Regterungs-Sekreiär Hecht von Essel an die Königliche Regierung zu Wiesbaden, der Katasterzeichner Otto zu Tilsit zum Katasterbüreau der Regierung zu Cassel.
Entlassen: der Gerichtsass' ssor Frantz aus dem Justiz- dienste infolge Zulassung zur Rechteanwalttchast bei dem Amts gerietst und dem Landgericht zu Gleifswald, der Gerichtsass ssor Redden aus dem Juftizdienste infolge Zulassung zur Rechtsanwaltschaft beim Amisgericht zu Biedenkopf.
Verlieben: den Förstern Tauber zu Stammen und Feist zu Neukirchen der Titel als Hegen eister, dem Kilchenältesten und Kirchenkastenmeister Landwirch Lorbach zn Völkershausen sowie dem Holzbauer Thron zu Blankeibach, Oberfö-steiei
sich einst der kleine Teich befand, aus dem baumle noch der Klapperstorch die Göttinger Kindlein holte, ist aus der Tiefe die gütige Fee emporg«stiegen, die ihn in feinem schweren Amte obgklöst hat, und präteniirt ans dem dunklen Grün ihrer von den mannigfaltigsten Wasser- und Schlingpflanzen umsponnenen, qukllendurchrau'chten Grotte heraus ein munter zappelndes kräftiges Knäblem.
Zur Frauenfrage. Wie sehr die norwegischen Frauen den deutschen an „So neid" bezüglich der Frauem eate übtr sind, beweist der gläi zende Sieg in ihrer Sache, die die Ersteren schon seit einer Reche von Iahten mit bewundirungs würdiger Ausdauer verfochten. Es handelte sich um die bei Eheschließungen aOgimein üblide Eidesformel, die die Bi aut zwingt, dem Gatten nebst der Treue auch den „Gehorsam" zu geloben. Gegen letzteren Passus empörten sich die nach Frei he-t und Gleichbereätigung dürstenden G'MÜther der start« wüthigen Norwegerinnen und sie setzten es durch, daß dieser Tage der Slaatsraih in Chrisliania entschied, in Zukunft solle das Wort „G< Horsom" aus her Trauuugèformel wegfocken.
In der Beresowka in Sibirien ist, wie kürzlich berich-et wurde, im gefrorenen Lelnbod.n ein vollständig erhaltenes Mammut gefunden worden und die russische Akademie der Wissenschaften sandte zwei Mitglieder des zoologischen Museums zur Bergung und Konservirung des weuhvocken Fundes ab. Beide Herren, denen die sä mistige und gefahrvolle Ausgabe übertragen nurbe, sind Demsäe. Der Eine ist der Konservator Herz und der Zweite ber Präparator Pfizen- mayer aus Blaubeuren bei Ulm, von denen der Veziere interessante Details über die Reife an seine Al gehörigen ge« langen ließ. Tie beiden Herren traten im Mm von Moskau aus die Reise an und gelangten nach zwölf, agiler galtt mit der Eisenbahn nach Irkutsk. Mit der sibirischen Post wurden die folgenden 700 Kilometer bis Äh inèt an der Lena zurückgelegt und dann das Dampsbool bestiegen, das die Reifenden 2110 Kilcmeter weit nach Jakutsk bringt. Der nun folgende Weg nach Kolymsk, der 3000 Kilometer beträgt, stellt den
Bezirks-Ftrnsprechanschlnß Nr. 98. 190 1
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Nentershausen, das Allgemeine Ehrenzeichen, dem Bürgermeister a. D. Ackermann zu Obergude das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens.
Penstollirt: der Gerichtèschreiber , Sekretär Seidenst Ücker zu Felsberg.
Gestorben : der Referendar Schröder, der Pfarrer Lotze zu Vollmarsyausen, Klasse Kaufungen.
* Erledigte Pfarrstelle. Die Plarrstelle zu Albun- gen in der K,asse Ackendorf, mit welcher die Pastor« ung der Gemeinde Hitzerooe verbunden ist, ist zur Erledigung gekommen. Bewerber haben ihre Meldungsgesu-te durch Vermittelung ib"s zuständigen Superintendenten an Kömgl. Konsistorium in Cuffel einjurettten.
* Mainkanalisatio«. Ergänzend können wir unseren früheren Mirtheilungen über die in der Sicher heitsh^fen-Ange- legercheit seitens der Hanauer He rm in Berlin gepflogenen Verhandlungen mittheilen, daß nach den Unterrrdu» gen u. a. auch darauf geschlossen werden konnte, daß die nächste Kon- ftrenz der bei heiligten Mainuserstaaren über den von Baye n in der Frankfurter Besprechung oorgeleqten Vertragsentwurf kaum vor Dezember b. I. zu «rwarten iein dürfte.
(•) Bour Oberverwaltungsgericht. (Naâ. vwb.) Der St. Jofeph-Bauvereln war mit 60 M. 79 Pfg. zur Umsatzsteuer in Hanau veranlagt worden und zwar auf Grund einer Umsatzsteuer Ordnung vom 2. September 1897 und 14. Oktober 1897, nachdem er zwei Grundstücke verkauft hatte. Der Bauveretn erheb nach fruchtlosem Eimpruch Klage und erachtete sich nur für verpflichtet, 30 Mk. 39 Pfg. zu entrichten. Es handle sich um eine eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die zum Zweck habe, unbemittelten Familien gesunde Wohnungen in Häusern zu gewähren, d e vom Verein errichtet würden. Die Vereinsjatzungen befinden sich in Uebereinhumnung mit den Vorschriften des Stempelsteuergesetzes vom 31. Juli 1895. Der Minister habe dem Verein Stempelsteuerfreiheit gewährt. Nach der Steuerordniing finden die Steuerbefreiungen der Landesgesetze auf die Umfaysteuer Anwendung. Für die Entrichtung der Umsatzsteuer hafte nach der Steuerordnung sowohl der Käufer als auch der Verkäufer und wenn einem derselben Steuerbefreiung zustehe, so habe der andere Theil bte Hälfte der Steuern zu zahlen. Indem dem Verein Steuerb'frnung zustehe, dieser aber vertraglich sich veipfl chlet habe, die halbe dem Käufer obliegende Umsatzsteuer zu zahlen, so habe der Verein rur 30 M. 39 Pfg. Umsatzsteuer zu entrichten. Der Bezirksausschuß schloß sich der Auffassung des Vereins an und erkannte nach dem gestellten Anträge. Das Oberverwaltungs- getidh bestätigte die Vo entsckeidnng als einwandfiei.
beschwerlichsten Theil der Reise dar, da er ausicblltßlich zu Pfeide zurückgelegt werden muß. Die letzten 300 Äi omeur bis zum Fundorte werden im Boote gemacht. Der zu bewältigende Gesammtweg ergibt die ungeheuere Stecke von 10 100 Kilometer. Wenn alles nach Wunsch geht, hoffen die beiden Deutschen anfangs August an Ort und Stelle zu sein. Toit wird der Mammutleichnam so-gfältig vor Verwesung und Beschädigung geschützt. Der Transport des ptâpaihien und zerlegten Köi pers et folgt zu Sch ff über Kamtfchaika und Wladtwostok. Die ganze Reise wird l‘/s Jahre in Anspruch nehmen. r
Die Schicksalstücken, mit denen manche Zeitungen in Auurika zu tämpien haben, werden durch folgende Notiz des -Bowersville Clarion“ illustrirt: „Wir müssen uns bei unsein Lesern enttchuldigen, daß wir diele Woche nicht rechtzeitig erschienen sind. Die muntere Ziege unseres jovialen LeihftaUbksitzels, Patrick Casty erschien am Dienstag Abend, naetbem uniere Auflage gedruckt war, in der Druckerei und stoß in einem unbewachten Augenblick unsere ganze Auflage. Es mußten daher alle unsere rebaftionelleu und technischen Hilfsmittel ins Sp'el geblocht werden, um schnell eine neue Ausgabe des Blattes heizufteUen. Während wir nun den lttterarifchkn Geiâwock der erwähnten Ziege bewundern müssen, werden wir doch in Zukunft unsere Druckerei geschlossen halten."
„Ueber den Löffel barbirt" wurde ein Herr, welcher in Bad Harzburg im Hause Ulrich wohnte; er ließ sich bei dem Friseur und Barbier Sch. mit einem Bekannten zujau men täglich rasiren. T afür hat sich für 19ma( rosiren in Villa Ulrich Sä'. 28.50 Mmk bezahlen lassen. Dieser Preis ist selbst dem Magistrat in Harzburg zu theuer, denn er erläßt tu rauf eine Warnung gecen die Uebertheuerung Fremder. Das Verfahren d.s Harzburger Magistrats, derartige Uebertheuerungen, die den Harz in Dèißkredit bringen, öffentlich bekannt zu geben, ist gewiß anzuerkennen.