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Samstag
22. Juni
Ktt^evi^t vom 2h 3uni 1901
Urankfltrt, den 21. Juni 1901.
Reichsbank-Disconto 31
2 "/v
Ig.Juni
Juni
lö.Juni
21. Juni
18. Sunt 121.31m
18. Jun
21. Inn
Zf.
Pfandbriefe.
18. Jim
21. Juni
8f.
Staatspapiere.
Dtsch. Reichs-A.(abg.)^
Ws
Ung. Eis.-M. Gld. M.
102.60
102.55
4. .
Schweiz. Central
160.
160.30
4.
Elekt. Ungar. (Budapest)
118.
118.
Di /,
99.80
99.80
88.40
99.40
99.80
88.30
103.75
99.95 100.
89.25
99.75
99.95
89.30
104.20
97.40
97.30
86.80
103.60
98.10
478
ff „ „ Silb. fl.
101.50
101.60
4. .
„ Nordost
103.
102,95
4.
„ Untern. Frankfurt
70.
82.
4. .
Bayr. Verb. Münch. M.
100.20
100.20
3'/, O
47s
„ Jnv.-Al. v. 88 M.
102.50
—
4. .
Verein. Schweizb.
90.50
90.10
4.
„ „ Zürich
124.
118.
SVs
ff ff ff
94.20
94.20
4. .
„ Grundentl. fl.
93.
93.
4. .
Jtal. Mittelmeer
100.
100.10
4. .
Emaill. u. Stw. Ullrich
103.
103.
4. .
Nürnb. „ Pfdbr. „
100.20
100.20
8*/s
8Vi O
ff ff ff
Pr. cons.St.-AnI.(abg.)„
5. . 47a
Argent, v. 1887 Pes. ff v. 88 innere M.
87.50
77.65
87.40
77.10
4. .
4. .
„ Meridional Westsicilianer
136.50
30.50
136.40 30.
4. .
4. .
Filzfabrik Fulda
Gasges. Frankfurt
106.
165.
106.
165.
3Vs
4. .
ff ff ff
B. Hyp.- u. W.-B. ff
93.70
100.70
93.70
100.70
tt
472
, v. 88 äuß. Sterl.
78.70
78.
4. .
Anawl. Eisenb.
87.10
87.30
4. .
Gelsenk. Gußst.(Munsch.)
102.21
98.
SVs
", w ff ff ff
95.70
95.80
£
ff ff ff
Bad. St.-A. v. 1901 „ , „ (abg.) „
„ „v.1892/94 „
Bayer. St.-Obl. "
4. .
„ v. 1897
72.50
72.
4. .
ff (60°/°JntJ
87.20
87.20
4. .
Kalkw. Rh.-W. (Dorn)
99.50
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4. .
Bd.-Cr. Würzb. 7-8 „
100.20
100.20
3 V» 3 7.
3
472
Chil-n. Gld.-Anl. M.
86.
85.50
4. .
North Pac. Vorz.-A. ult
97.10
96.50
4. .
Kupferwerke Heddrnh.
53.80
53.70
SVs
„
93.40
93.40
96.70 86 80
103.75 97.60 86.95 90.50
103.80
96.80
6. .
Chin. Staats-Anl. Sterl.
102.80
102.80
4. .
Lnxemb. Pr.-Heuri
93.
93.
4. .
Lederfab., Ndrh. (Spier)
—
170.
4. .
D.-Hyp.-B.Berlin1908„
98.50
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5Va
5. .
, ff „ M.
* ff ff Sterl.
94.80
102.50
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4. .
4. .
„ Lok.- 11. Straß.-B. Casseler Straßenbahn
161.
101.
156.
100.
4. .
4
„ Südd. (St.Jngb.) „ Spicharz P.-A.
98.
60.
98.
60.
3 Vs
4 Vs
„ 1905,, Eisenb.-Rentenb. „
90.75
101.80
90.75
10180
3'/, 3
472
83.90
83.80
4. .
Nürnb.-Fürth. Str.-B.
177.
176.50
4. ,
Leykam-Josefsthal
—
——
4. .
ff ff ff
97.
97.
ff tf ff
4. .
Un. Egypt.-A. cpt. Fr.
107.20
107.30
4. .
Südd. Eisenb.-Ges/
140.50
137.80
4. .
Mschf. Adlers. (Kleyer)
149.
173.70
4. .
Fkt. Hyp. S. 14 ff
99.40
99.90
8
4
ff ff ff
Elsaß-Lothr. Rente „ Hamb. St.-A. v. 1900 „ „ „ 1891/99 „
„ Obl.
Hessische Obl. v.1899 „ . , (abg.) „
ff ff ff
„ v v. 1896 „
Mecklenburg. Anl. „
90.40
103.90
97.90
S’/s
5. .
Priv. Egypt.-An. „
Mexik. amort. I-III P.
100.80
43.20
100.80
43.20
4. .
4. .
Westd. „ „
Hamb.-Am.Packetf. ult
112.
123.
109.50
122.70
4. .
4. .
„ u. Armat. (HUvert)
„ „ „ (Klein)
84.20
118.
81.
118.
4. .
4. .
ff ff 18,17 ff
w * ff 18 ff
100.
100.
100. lOP.
S’/s
5. .
ff cons. äuß. V.99 M.
ff inn. ult. P.
—
98.40
4. .
Nordd. Lloyd
116.50
116.
4. .
„ Vieles. (Dürkopp)
185.
182.
3 Vs
ff ff ff 12,13 ff
n „ ,, 15 „
92.40
92.40
8
3. .
26.40
26,10
4. .
Grazer Trambahn
173.
170,
4. .
„ Faber & Schleicher
130.
122.
3 Vs
92.40
92.40
4
3*/s
37«
4'/-
103.90
104,10
3. .
„ „ 2500r cpt. „
—
26.65
4. .
Jtal. Dampfsch. Veloce
38.
40.
4. .
4.
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158.80
125.
130.
89.50
170.
158.80 125.
3Va
4. .
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„ Cced. "Verein „
93.
98.10
93.
98.10
95.80
85.45
96.10
95.95
96.35
86.05
96.50
3f.
4. .
4. .
4. .
Bank-Actien. Dtsche Reichsbank Frankfurter Bank Badische Bank
154.50
184.60
120.50
155.
185.
119.50
Zf.
4. .
4. .
Industrie-Aktien.
Alum.-Jnd. Neuhaus
Asbcstm. Wertheinl
134.50 156.
133.
156.
4. '
4. .
4. .
4
" Motors. Oberursel „ Röhrenk. DürrLCo. „ Schnellpr. Frankth. „ Sürther
Mehl- u. Brods. (Hans.) Oelfabriken Ver. D.
130.
89.
170.
53
4. .
4. .
4. .
3Vs
Landw. Crdb. Frkf. „ Hamb. H.-B. bis 1900 „ 77 77 771905 ,.
97.20
98.
99.
90.
97.20
98.
99.
90.
3
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sächsische Rte. „
Wrttb. Obl. _ „
85.90
86.60
103.90
4. .
4. .
Bank für ind. Untern. Berl. Bank
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74.
93.
4. .
4. .
Bad. Zuckerst Wagh. Banges. Hoch- u. Tiefb.
83.70 102.
83.8J
102.
4. .
4. .
101.50 106.
101,90
106.50
3 Vs
4. .
7, 77 „46-190,,
Mein.Hyp.-B.b.1900 „
90.50
98.10
90.50 98.
8
„ , ö. 1891 „
96.
96.30
4. .
„ Handelsg. ult.
143.50
144.60
4. .
, Intern. St.-A.
202.
202.
4. .
Pinsel-Fabr. (Nürnb.)
174.
174.
SVs
„ „ (abgest.) „
91.
91.
3 Vs
Bosn.-Herzegow. Kr.
Finnland, v. 1889 M.
Griech. G.-A. v. 90 Fr.
, v. 87 „
Jtal. 9t ente cpt. Lire
» » ult. „
ff lOOOOr „ , „ kleine „
" » » „
Oest. Gold-Rte. fl.
, (Elis.) Gold
, (Galiz.) Silb. „
„ Lokalb.-Obl. Kr.
, Silb.-Rte. Juli fl.
» * ff April „ , Pap.-Rte. Febr. „
* * ff Mai „
Portug. St.-Anl. M.
86.95
95.40
93.50
38.50
45.70
97.
97.
59.60
100.30
102.10
98.05
86. <5 95.30 93.50 38.60
45.60
96.60
59.60
100.40
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98.05 98.05
98.20
37.55
4. .
Breslauer Disconwbk.
88.70 115.80 128.20 194.20 111.50 104.90
119.
179.30 139.20 111.70 108.
185.
124.80 98.
110.
119.60 210.20 117.80 119.90
89.30 114.50 129.50 196.60
110.70
103.50 119.30 180.90 140.80
111.
106.80 185.50 124.70
95.
110.
119.10 210.
118.50
119.50
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ff ff Pr.-A.
Südb. Immobilien Bleistiftfabrik Faber Brauerei Binding „ Duisburg , Eichb. (Mannh.) ff z. Esstghaus ff Frkf. (Henninger) „ ff (Pr.-A.) „ Kalk (v. BardH.) ff Kempfs ff Mainzer Act. „ Parkbrauereien ff Rettenmeucr „ z. Sonne(Speier) ff Stern. Oberrad „ Storch, Speyer „ Tivoli (Stuftg.) ff ver. Gräff LSgr.
207.
107.50 224.
234.
120.
173.
95.50 134.
140.20 96.90
131.
264.50 111.
113.
251.
206.
107.
224.
233.
120.
173.
94.
133.
140.20
131.
262.20
111.
113.
135.
251.
4. .
Porz., Steingtf. Wessel
85.
85.
SVs
1905/7 „
91.
91.
SVs S3 1» 1 4 4 4 2â 4 4 5 8 4,2 4.2
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
Com.- u. Discontobk. Darmst. Bank ult. Deutsche Bank „ D. Eff.- u. Wechselb. D. Genofs.-Bank
ff Vereinsbank Diseont.-Comm. ult. Dresdner Bank „
„ Bk.-Verein Eisenbahn-Rentbk. Franks. Hyp.-Bk.
ff Hyp.-Cr.-Ver. Mttd. Bod.-Cr. Greiz Mitteld. Creditb. Nat.-Bk. f. Dtschl. Nürnb. Vereinsbk. Oberrhein. Bank Oesterr.-Ung. Bank
ff Creditanst.
Pfälzische Bank
ff Hyp.-Bank Rhein. Creditbank
„ Hyv.-Bank
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4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
4_
Schuhfabrik Herz Schuhst. Ver. Fulda Siem. Glasindustr. Spinn, u. Btw. (Göpp.) Spinn. u.Web.Hüttenhm.
„ „ „ Nordd.Jute „ „ „ Westd. Jute
Steingf.,D. (Hubbe) Verlagsanstalt Deutsche
„ Kölner
„ Straßb.
Verz. u. Eisencstr. Hilg. ZellstoM. Waldh.
Zellstossv. Dresden
140.95
134.30 223.
95.
87.50
63.
77,
134,80
113.
233.
139.50
134.30
239.40
95.
87.50
63.
77.
135.
113.
229.70
69.70
4. .
4. .
5. . SVa SVs
3. . 3’/a 3. .
4. .
3,2
4. .
3. . 2Vs
Änleheusloosk Bad. Präm. Th. 100 Bayer. „ „ 100
Don. Regul. ö. fl. 100 Goth. Pfd. I. Th. 100 ff ,, n. ff 100 Holl. Comm. fl. 100 Köln-Mind. Th. 100 Madrider Fr. 100
Mein. Pr.-Pf. Th. 100 Oest. v. 1854 ö. fl. 250 „ s. 1860 ff 500
Oldenburger Th. 40 Stuhlw.-R.-G. fl. 150
*142.50
161.
119.
108.50 10290
132.50
41.90
130.95
140.60 131.
99.50
142.25
159.20
132.
41.30
130,95
140.30
130.90
99.05
4,2
4,2 ’3»
98.30
37.45
4. .
4. .
4. .
102’59 93.
107.
102.50
90.50 107.
Zf.
4. .
4. .
Prior.-Obligatione«.
Böhm. Nord. Gld. M.
„ West Silb. fl.
96.
96.
Türk. Fr. 100 (i.C.76)
Unverzinsliche per <
Ansbach-Gunz. fl. 7
Augsburger „ 7
Braunschw. fTH. 20
Finländische Th. 10
Freiburger Fr. 15
Genua Le. 150
Mailänder Fr. 45
109,90 Stück.
27.60 129.
68.60
28.40
109.40
51.80
4Vi
*3,
, Tab.-A. . ,
• äuß. Schuld Sterl.
100.40
25.75
100.40
26.20
4. .
4. .
208.50
125.20
210.
125.
4. .
4. .
ff Wergec Hofbrauhaus Hanau
93.50
93.50
4. .
3. .
Buschtherader Kr.
Dux-Bodenbacher „
96.80
96.50
76.10
—
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* » /, kl. St. „
tRum. amort. Rte. M.
25.75
90.55
26.10
90.80
4. .
4. .
166.10
141.50
166.
141.
4. .
4. .
Brauhaus Nürnberg
„ Worms (Oertge)
122.
122.
122.
122.
4. .
4. .
Elisabeth stpfl. „
ff stfr.
97.
100.30
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—
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4
* » kl. „
90.95
91.
4. .
168.30
168.50
4. .
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125.
125.
4. .
Franz-Josef Slb. fl.
96.40
96.40
4
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95.30
95.25
4. .
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B. f. Süddtschl. Darmst.
Südd. Bod.-Cr.-Bk.
122.
121.
4. .
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129.
128.
4. .
Gal. C.-Ldw. Slb. ,
—•
—
14.60
26.20
14.60
26.
4
4
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76.
77.90
76.90
4. .
4. .
104.30
157.
104,40 155.
4. .
4. .
ff Fabrik Karlstadt „ Lothringer (Metz)
105.
144.
104.
142.
4. .
4. .
Kasch.-Oderb. Silb. „ „ „ Gold M.
94,50
94.50
—
ff *
Meininger fl. 7
Neuchateler Fr. 10
Oesterr. v. 64 fl. 100
ff Credit v. 58 „ 100
Pappenheimer fl. 7
Ung. Staats ö. fl. 100
Venetianer Le. 30
8
3
3
3
3
• ff auß. ,, „ ff ff v. 1894 M.
Russ. Obl. v. 1880 ff ff ff Eisb.A.I-11, ff Rte. o. 1894 Rbl.
77.
76.20
99.65
99.85 96.
77.
77.50
99.20 100.
96.
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
Westdeutsche Bank Wiener Bk.-Verein Württ. Vereinsbk. Allg. Els. Bkges. Mein. Hypoth.-Bk.
114.
120.
143.70
105.
125.8k
114.
120.20
144.50
105.
125.80
4. .
4. .
4. .
4. .
4. .
Chm. Anglo-Ct.-Guano , Bad. Anil.- u. Sodas. „ Blei- u. Silbh. Braub. „ Gold- u. Silber-Sch. ff Fabrik Goldenbg.
83.
387.50
83.50
230.
180.20
83.
387.50 82.
229.80
180.
5. .
5. .
5. .
5. .
4. .
Oest. Nordwest, „
Oest, „ Silb. A fl.
Süd. Lomb.Gd. J
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108.50
104.40
95,45
107.65
104.95
95.25
—
360.
352,
359,50
352.
28.
294.
26,50
„ Gold-A. 1894 M.
4. .
Banque" Ottomane
109.10
108.90
4. .
Chem. Fabr. Griesh. El. „ Farbwerke Höchst ff Fbr. Ver. (Mannh.)
222.50 338.
185.50
222.50
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, Ung. Stsb. G. fl.
73.10
47,
Schweb. Obl. 80 „
98.10
4. .
336.50
185.50
3
Gold- «ud Papse ranken-Stücke , ,
rgeld.
16.22
&7s
ff * 86 ff
96.40
96.60
Zf.
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Hätt' ichs gewußt, ich stellte Mich morgen wieder ein Und würde mit mir bringen Des Nachbars Töchterlein.
Neben solchen Chansons voll übermüthiger Lebenslust gingen nun aber jene her, die das politische Leben der Nation zum Gegenstände hatten. Ernst und humoristisch, wuchtig und neckend begleitet das Chanson alle Schicksale Frankreichs. Als Franz L bei Marignano erlegen war, rief es ihm zu: „Ihr thatet eine große Dummheit, über die Berge zu gehen." Die Ermordung Heinrichs III. durch Jacques Clöment feiert ein liguistisches Chanson mit dem Refrain: „Du verstehst kein Latein". Als mit Richelieus Tode der Alb seiner tyrannischen Herrschaft sich löst, jubelt das Chanson:
Richelieu est dans l’enfer,
Favory de Lucifer,
Et dans ce lieu, comme en France,
On le traite d’Eminence,
i Lampons, lampons.
Camarades, lampons.
Den Marschall Villeroy, der im spanischen Erbsolgekriege wenig rühmlich unterlag, vergleicht das Chanson mit Franz L; nur ein kleiner Unterschied bestehe:
II fut pris dans un combat Et Vous â la toilette!
So können wir die Geschichte Frankreichs im Liede deutlich verfolgen. Auch in der neuesten Zeit hat dem Toben des politischen Kampfes in Frankreich nie das Echo des Chansons gefehlt. Als Napoleon III. im Jahre 1852 wie Frankreichs Schutzengel erschien, ward er gefeiert als der, von dem Glück, Ruhm und Macht zu erwarten sei. In die Zeit der völligen Umgestaltung von Pans führt uns das einst sehr populäre Lied von den „Lustigen Maurern", die selbst aufs Schaffst vergnügt stiegen; und das Chanson der Boulange ist ja in unseren Ohren noch nicht verklungen.
Haben Frankreichs Schicksale ihre Lieder, so haben auch die Lieder ihre Schicksale. Es sei hier nur an das weltberühmte „Malbrough s’en va-t-en guerre" erinnert, das im Anfänge des 18. Jahrhunderts entstand und am Ende desselben plötzlich wieder in Mode kam, weil die Amme des Dauphins ihrem er- lauchten Pflegling das alte Liedchen vorsang. Da sang es die Königin nach, sang es Paris, ganz Frankreich; Variationen, Parodieen erschienen; es drang ins Ausland, und Goethe erzählt uns ja, wie das Liedchen Malbrough den reisenden Briten verfolgte. Später entzückte Bonaparte, der selbst ein Liebhaber heS Malbrouah war, die Eqvpier mit dem Liede
resp, dem danach gemachten Marsche, und schließlich machte man unter Karl X. sogar den — allerdings vergeblichen — Versuch, den Marlbrough zur französischen Nationalhymne zu erheben. Sehr lustig sind auch die Geschicke des Mirliton- Liedes. Mirliton war eigentlich der Name einer originellen, von der Friseuse Le Mire ausgeführten Coiffüre; der drollige Name machte Glück; zur Mirliton-Coiffüre trat das Mirliton- Chanson und eine Unzahl von Liedern wurde gesungen, bei denen der Refrain
, Mirliton, Mirliton, Mirlitanie je nach den Umständen dies oder das bedeuten mußte. Wie, von ernsteren Chansons zu sprechen, die Marseillaise, deren Weise übrigens im Wesentlichen auf einen deutschen Marsch zurückgeht, in die Geschichte Frankreichs eingriff, das ist allzu bekannt, um hier weiter ausgeführt zu werden.
Das 19. Jahrhundert ist eine Blüthezeit des französischen Chansons. Auf Desaugiers, dem sein Chanson „Ist man todt, ist's man für lange" einmal sein Leben gerettet hat, folgte der große Böranger, dessen gemüthstiefe, formvollendete, schlagende Chansons so lange Bewunderer finden werden, als der Geist und die Schönheit geliebt werden. Aber auch nach seinem Tode verstummte das Chanson keineswegs. Unter dem zweiten Kaiserreiche gellte Einem das
„Qu’est-c’qu’a vu Lambert?"
überall in die Ohren, und Mademoiselle Thörösa entzückte ganz Paris mit dem Chanson. „Nichts ist einem Sapeur heilig." Heut vertreten Bruant und Lanrof die alte Gloire des Chansons, — jener mit seinen düsteren, vor den tiefsten Abgründen nicht zurückschreckenden, aber in ihrer erbarmungslosen Wahrheit manchmal fast dantesken Liedern von der Straße, dieser mit seinen echten pariserischen Gaminerieen, wobei er aus einem Nichts, aus der Schilderung einer Verkehrsstockung z. B., die lustigsten Wirkungen herauszuschlagen weiß.
Solcher Fülle gegenüber besitzen wir Deutsche nur spärliche Anfänge. Auch kann es nicht unsere Aufgabe sein, das französische Chanson nachzuahmen; wir müssen vielmehr suchen, eigene Keime auszubilden. Daß dazu die Möglichkeit vorliegt, wird Niemand verkennen, der z. B. Bierbaums Gedichte durchsieht, die jetzt eben in einer reizenden, bibliographisch durch ihren unglaublich niedrigen Preis (1 Mark für mehr als 500 Seiten in geschmackvollster Ausstattung!) einzig dastehenden Gesammtausgabe bei Schuster u. Löffler in Berlin (Insel- Verlag) erschienen sind. Gerade Bierbaum ist über den Ton und den Geist bev Studnstenaeschichten und der Boßemien-
liebschaften zu einer reicheren und kräftigeren Anschauung durchgedrungen, aus der eine gesunde Lebensfreude, ein männlicher Ihatenfroher Geist spricht. Und ich meine, solch' ein Geist verheißt dem deutschen Chanson eine bessere Zukunft, all die Nachahmung dekadenter, wenn auch rein ästhetisch sehr feiner französischer Bizarrerien. Schon im Mittelalter zeigten die deutschen Volkslieder, wenn sie dieselben Themata behandelten, wie die französischen Chansons, den größeren Ernst, die größere Tiefe. Mögen die deutschen Chansondichter diesen Wink auch dann beachten, wenn sie die Töne des höchsten Uebermuths anstimmen oder uns in das Reich der schrankenlosen Phantastik führen.
Mierarisches.
Thieekande. Wir besitzen auf dem Gebiete der Thierkunde bereits eine ganze Anzahl volksthümlicher Bücher, und doch ist es dem berühmten Zoologen Wilhelm Haacke gelungen, mit seinem „Thierleben der Erde" (40 Lieferungen â 1 Mk. — Verlag von Martin Oldenbourg, Berlin SW.) ein ganz neues originelles Werk zu schaffen. Die von ihm gewählte Darstellung des Thierlebens erweist sich immerhin als ein glücklicher Griff und gibt ihm eine besonders günstige Gelegenheit, seine geist- und gemüthvolle Schilderungskunst, die seinen Lesern und Verehrern seit Langem wohl bekannt ist, zu zeigen. Dabei unterscheidet sich seine Auffassung des Thierlebens wohlthuend von der irreführenden, vermenschlichenden Brehm's. Des bekannten Thiermalers W. Kuhnert prächtige Thierbllder, die das Werk schmücken, bedürfen keines besonderen Lobspruches, dagegen müssen wir den typographischen Farbendruck, in dem sie wiedergegeben sind, als eine ganz besondere Leistung neuzeitiger Technik hervorheben. „Haacke-Kuhnert's Thierleben," das bis zur Lieferung 28 fortgeschritten ist, ist nach alledem ein Werk, das für jeden Naturfreund, den Fachmann wie den Laien, von gleich hohem Werthe ist und als ein gediegenes Hausbuch verdient, ein Gemeingut des deutschen Volkes zu werden. Wie uns die Verlagsbuchhandlung von Martirt Oldenbourg in Berlin SW. mittheilt, sendet sie an Jedermann ans Verlangen gratis und franko einen illustrirten Prospekt mit farbigem Tafelbild»
Aufklären kann der Verstand, aber verklären kann nur die Liebe. Benzel-Sternau.