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qBjpjjji;LWl 1 IT1 iniiMe-imnnraiiiTOiwxtiniM.'CT-:agmicrsnayxy^yrTfg~^ cr '-"^HNt1M>»» .»®W^«H«»W"«ohkbivummkiu aber ich sterbe barum, weil ich Dich geliebt habe. Weder Du noch Deine Mutter sollt je meinen Grabeshügel sehen. Nähere Dich niemals dem Kreuze meines Grabes. Ich weine nicht um Dich, ich sehne Dich nicht zurück, ich denke nur an die Zeit, wo Du Iran warst. Aber auch diese Zeit beweine ich nicht, sondern ich vergieße mein rothes Blut, wie der Soldat des Königs. Du hast keine Ehre gehabt, kein redliches Herz! Löse Dein Haar nicht mehr! Trage keinen Kranz und stecke nie wieder eine weiße Blume an Deinen Busen. Denke nie­mals an mich, denn Dein Gedenken beleidigt mich; komm nicht zu meinem Begrübniß, weil ich meine Seele rein vor Gott führen will. Nicht für Dich sterbe ich, auch nicht durch Dich, sondern für die, die Du warst, als ich Dich glühend umarmte. Du bist jetzt eine Andere, Deine Ehrlichkeit, Deine Reinheit hast Du nicht mehr; auch stießt mein rothes Blut nicht für Dich! Möge Gott Dir vergeben! Ferko." Schrieb's und schoß sich eine Kugel ins Herz.

Nach zwanzigjähriger Gefangenschaft in den unterirdischen Verließen von Sanina ist in diesen Tagen, wie derFrkf. Ztg." aus Athen berichtet wird, Kapitän Kousios von den türkischen Behörden auf freien Fuß gesetzt worden. Kousios, welcher bei dem Aufstand von 1877 an der Spitze von 250 Makedoniern Epirus und Thessalien mit dem Ruhm seiner Thaten erfüllt hatte, weilt nun in Trikkolo als 77jäh- riger gebrochener Greis. Nach Vereinigung Thessaliens mit Griechenland amnestirt, wagte er, nach Makedonien zurückzu­kehren. Er wurde jedoch mit 48 Anderen eingekerkert. Von diesen starben 27 während der Schreckenszeit. Der mit 80 Oka schweren Eisenketten Belastete wurde 40 Tage lang in die sogenanntePolitsa" eingeschlosscn, eine mit Nägeln gespickte Art Käfig, in dem er sich kaum rühren konnte. Alle zwei Tage erhielt er ein Stück trockenes Brod. Nach 2* /s Jahren wurde das Gewicht seiner Fesseln um 50 Oka ver­mindert ; sie wurden ihm nach dem Rückzüge der griechischen Armee 1897 zu seiner Ueberraschung ganz abgenommen. Kou- sios und seine 21 noch lebenden Leidensgenossen verdanken ihre endliche Befreiung der wiederholten energischen Vermittelung der italienischen und englischen Gesandtschaft in Konstantinopel. Es wird der Gedanke angeregt, dem patriotischen Märtyrer seine letzten Lebensjahre durch eine Staatspeusion sorgenfrei zu gestalten. Hoffentlich wird dieser Gedanke seine Ausführung noch bei Lebzeiten des unglücklichen Maunes sinden.

Ein gefährlicher Spieler. Der 1894 verstorbene Kaiser von Marokko, Mulay-el-Hassan, halte einst von einem Franzosen L'Hombre spielen gelernt. Er trieb es leidenschaft­lich und pflegte sich einen guten Spieler zu nennen, weil er niemals verlor. Wie er jedoch spielte, davon gibt Folgendes Kenntniß. Einst saß er mit zwei seiner Beamten beim L'Hombre; doch ging das Spiel nicht nach feinem Wunsche. Da schrie er wüthend :Spielt Coeur, oder ich lasse Euch den Kopf vor die Füße legen!"

Zum Gumbrnnsr Mordprozsß wird derVoss. Atg." aus Insterburg, dem Amtssitze des Gerichlsherrn Generalleutnants v. Alten, geschrieben: Die Verhandlung gegen Marten und Genossen wegen Ermordung des Ritt­meisters v. Krosigk findet nach einer Auskunftsertheilung an genau unterrichteter und maßgebender Seite in zweiter Instanz keinesfalls vor Anfang August statt. Gegenwärtig hat noch nicht einmal der Wortlaut des Urtheils mit seiner Begrün­dung den Angeklagten und der Staatsanwaltschaft zugestellt werden können. Thatsächlich sind neue schwere Ver­ba ch t s g r ü n d e a u f g e t a u $ t, welche wenigstens nach- träglich die erneute Untersuchungshaft rechtfertigen können. Die Verhandlung vor dem Oberkriegsgericht wird weder in Gumbinnen noch in Königsberg, sondern am Sitze des Divisionsgerichts, also in Insterburg, stattfinden.

" Bom Hm'Z. Auf der Station Brunnenbachsmühle der Südharzbahn Walkenried-Blankenburg, ist das Stationsgebäude mit sämmtlichen Sachen nachts total eingeäschert. Der Stations­wärter, der mit seiner Familie in dem Gebäude schlief, konnte nur mit knapper Noth sich und seine Angehörigen aus dem brennenden Gebäude retten. Das Feuer wurde von einem zufällig des Weges gehenden Handelsmann bemerkt, der die

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Haufens in geschicktester Weise für ihre Zwecke auszunützcn verstanden. Sie allein, vor deren durch übernatürliche Offen­barung geläuterter Erkenntniß die die Probleme der Natur umhüllenden Nebel gewichen seien, behaupteten, den Schlüssel zum Geheimniß zu haben, wie man in der Nacht zürn Gülden­sonntag (dem Trinitatissonntage) oder zur Mitternachtsstunde der Johannisnacht den just zu diesem Zeitpunkte reifenden Farnsamen gewinnen- könne, der unmittelbar nach dem Ab­fallen spurlos in der Erde verschwände und mit so magischer Gewalt zur Erde gezogen werde, daß er selbst dicke Metall­platten durchdringe.

Solch kostbarer, wundersamer Same mußte natürlich vice versa auch die Eigenschaft besitzen, aus den Eingeweiden der Erde dort verborgene Kleinodien chervorzuzauberu und die ehernen Riegel der Thüren von wohlverwahrten, unter­irdischen Schatzkammern zu sprengen. Um ihn zu erhalten, mußte man in der Johannisnacht Schlag 12 Uhr unter einen blühenden Farnstrauch ein weißes Taschentuch ausbreiten und mit einem Holze feftpflocken, damit es der Teufel nicht weg- nehme. Wenn dann das Kraut abgeblüht, mußte man den niederfallenden Samen in das Tuch wickeln und wie weiland Orpheus, auf seinem Wege aus dem Hades, ohne sich umzu- sehen, nach -Hause tragen, unbeirrt durch die Empfindung, daß eine unheimliche Gestalt hinter einem herschleiche.

Sicherer freilich war es, sich direkt an Herrn Beelzebub zu wenden. Um seine Gunst zu erlangen, mußte man sich aller­hand enterischen Proben unterwerfen, zu den heiligen Zeilen des Kirchenjahres daS Gotteshaus meiden, teuflischen Plänen nachgehen und dann in der Mitsomnurnacht auf dem Friedhof oder an einem Kreuzweg einfinden, wo man zunächst den unheimlichen Besuch verstorbener Bekannten und Verwandten erhielt, mit denen man aber nicht reden durfte, wenn man nicht vom Teufel zerrissen werben wollte. Pünktlich wie die meisten hohen Herren erschien dann Herr Satanas mit dem Schlage der Mttternachtsglocken und händigte dem Muthigen in einem schwarzen Bocksfell den Farnsamen ein.

Samstag

Schlafenden weckte. Im Verlaufe des nächsten Tages wurde der Stationsvorsteher mit feiner Frau verhaftet; Letztere wulde zwar bald wieder freigelassen, der Mann aber in daS zuständige Gerichtsgefängniß abgeliefert.

Dev Hrmgerkünstlsr Sucsi hat wieder einmal Ap­petit aufs Fasten. Er theilt mit, daß er während der Ausstellung in Genua dreißig Tage lang mit Bewilligung der hohen Obrigkeit und vor den Augen des verehrlichen Publi- kums zum Besten der Armen sein bekanntes Huugerexperiment wiederholen wird. Ein Komitee von Aerzten und Studenten und zweiwirkliche" Carabinieri werben ihn fortwährend unter Kontrole halten. Viel Vergnügen!

Fefinschms emcrspanischen Räuberbande. Bei Granada wurde eine wohlorganisirte Räuberbande, an 30 Mann stark, entdeckt, von ihnen wurden 11 verhaftet. Sie überfielen Eisenbahnzüge an Stellen, wo diese wegen starker Neigung langsam fuhren, erbrachen die Waggonthüren, warfen Waaren heraus und verschwanden dann spurlos. Ein reicher Kaufmnan in Archidaua, der Leiter desUnternehmens", ver­schleißte alles Geraubte. So wurde jahrelang geraubt. Viele Bahnbeamte waren bereits unter dem Verdachte des Diebstahls abgesetzt worden. Einer von ihnen beging im vorigen Jahre deswegen Selbstmord.

Dis gspfeFerLsis DokLorrschtiUng die jemals einem Kranken ober dessen Angehörigen vorgelegt worden ist, dürfte die nette Rechnung sein, die vor Kurzem Dr. Browning in Philadelphia den Erben des vor einiger Zeit verstorbenen Senators Magee zu Pittsburg überreicht hat. Diese Rechnung beläuft sich auf rund 190 000 Dollars ober 760 000 Mark. Eine so schwindelhafte Höhe kann eine ärztliche Rechnung sicherlich nur in Amerika erreichen. Dr. Browning hat den verstorbene?: Senator 21 Monate lang behandelt und ihn mehrere Male auf Reisen begleitet. Er war aber auch kein billiger Reisebegleiter: Für einen Ausflug nach Atlantie-City verlangt er 68 000 Mark, für eine Spazierfahrt nach der heißen Quelle 48 000 Mark u. s. w. Jeder nächtliche Kranken­besuch ist mit 160 Mark berechnet. Es braucht kaum hinzu- gefügt zu werden, daß die Erben des Senators diese unge­heuerliche Rechnung zurückgewiesen haben und sich verklagen lassen wollen.

Die Herstellung von 3d)nwenfy*$emm wird seit längerer Zeit in Handelskresien angestrebt, um eine für den Verkehr wichtige und fehlende Zwischennummer zwischen den Fünf- und Zwanzigmarkscheinen 31t besitzen; denn es sind weder Fünfmarlscheine noch Goldkronen in genügender Anzahl vorhanden. Es hat den Anschein, als ob einer kürzlich von zuständiger Stelle eingereichten Petition stattgegeben werden soll. Wie verlautet, sind nämlich bei den verschiedensten Bankinstituten Erkundigungen eingezogen, ob die Einführung von Zehnmarkscheinen für den Geschäftsverkehr von Vortheil wäre. Die meisten Banken sprachen sich für die Ausgabe von Zehnmarkscheinen aus. Mit der Verausgabung hat cs dann ^bcr immer noch gute Wege, da die ReichSdruckerei, einschließ­lich der Vorarbeiten, über Jahr und Tag bis zur definitiven Herstellung zu thun haben würde. Muß doch jetzt auch der künstlerische Beirath gehört werden.

Kunst und Leben.

Gsheimrath Professor Hermann Grimm ist in Berlin Donnerstag Nachmittag auf dem St. Matthäi-Kirckhof unter großer Betheiligung der Gelehrten- und Künstler-Welt zu Grabe geleitet worden. Den in der Kapelle aufgebahrten Sarg schmückte eine Fülle kostbarer Kränze. Zu Füßen lag derjenige, den die Kaiserin sofort nach dem Hinscheiden des Gelehrten am Sterbebett hatte niederlegen lassen. Bei der Trauerfeier ließ dieselbe sich durch Kammerherrn v. Mülinen vertreten. Im Auftrage der Großherzogin von Baden über­brachte Dr. v. Jagemann Blumen. Weitere Kränze trugen die Widmung der philosophischen Fakultät, der Siudircndcn der Kunstgeschichte, der Casseler Grimmgesellschast, der Berliner freien Studentenschaft und von Ernst und Marie von Wilden­bruch. Namens der Goethe-Gesellscbaft zu Weimar überbrachte

Der glückliche Besitzer hatte nun ein Mittel, sich unsichtbar zu machen; jeder Wunsch warb ihm, so lange er den Xanten bei sich frug, erfüllt und übermächtige Kräfte und Fähigkeiten sowie ewige, nie alternde Jugend waren ihm zu eigen. Aber überall hatte auch der Teufel seine Hand im Spiel, um, wo es ging, den Segen in Unsegen zu verwandeln. So ging einst ein Mann zu Bacharach am Rhein in der Johannis­nacht aus, um eine verlaufene Ziege zu suchen. Beim Streifen durch die Büsche gerieth der Farnsame in seine Schuhe und als er zurückkam, gewährte ihn seine Frau nicht, die inzwischen den Besuch ihres Galans empfangen hatte und sich laut mit diesem über die bequemste Methode beeieth, den lästigen Ehe­gatten zu beseitigen, der sich aus Gram bar ob erhängte.

Noch heute ist der Glaube an solche Zaubermirkungen im Volke nicht erloschen. Der mit Vorliebe auf alten Mauern wachsende Haarfarn (Asplenium trichoinanes), dessen harte Wurzeln sich in die engsten Ritzen des Gesteins zwängen, sprengt, wie sein NameSteinbruch" besagt, den leblosen Stein; er sprengt aber auch die Fesseln des Todes und mancher Neitersmann des Mittelalters trug ihn sammt anderen Unheil abwenbenben Amuletten unter dem Brustharnisch. Der Schuppen­farn, welchen: der Volksglaube die Kraft beimaß, die Milz der Thiere zu zerstören, die von ihm fräßen, gilt noch heute vielfach als Mittel, um Milzanschmellungen zu beseitigen.

Doch nun genug von den Ausgeburten des Volksaber- glaubens, welche immerhin beweisen, in wie innigem Verkehr unsere Vorfahren mit der Natur lebten, die sie allenthalben ckit Geistern und überirdischen Kräften bevölkerten. Der Glaube an die Heilwirkung der Farnkräuter führt uns jedoch in das Gebiet der Medizin hinüber, die, obwohl sie unter den Krünterextrakten gründlich aufgeräumt hat, noch heute viele ihrer Heilmittel dem Pflanzenreiche entnimmt. Auch die meisten medizinischen Droguen aus der Familie der F«rn- kräuter sind heute obsolet geworden; nur eine behauptet sieg­reich ihre Stellung trotz aller von jenseits der See aus den Tropen gebrachten Pflanzenextrakte und der Erfindung der

22. Juni ntTOnmMH»,.,^.".»,,^^.^.^,^^,..^-,,^^,.^,.^-,.^-.^,,,,«,.,^».-^^^-----U^-s--mm--IMHITIT | ...... . Prof, 'örich Schmidt Blumen, Geh. Rath Suphan legte einen Kranz im Auftrage des Goethe-Schiller-Archivs nieder. Staatsminister Dr. Studt erschien persönlich. Ihm hatten sich angeschlossen der Generaldirektor der tonigl. Museen, Dr. Schöne, Geh. Ober-Reg.-Rath Baumann, Geh. Reg.-Rath Dr. Elster. Die Universität, der Hermann Grimm seit 29 Jahren angehört, vertrat der Rektor, Prof. D. Dr. Harnack, der sich mit den zuständigen Dekanen und zahlreichen Pro­fessoren eingefunden hatte. Die Studirenden der Universität hatten sich mit dem umflorten Banner vor der Kapelle aufge­stellt, auch die Burschenschaft Arminia, der Akademische histo­rische Verein und der Akademie Turnverein waren mit Fahnen erschienen. Die Gedächtnißrede hielt Prof. Scholz.

Mr das Vrahms-DsuLmal, das dem großen Musiker in seiner Vaterstadt H a m b u r g errichtet werden soll, sind bereits dreizehn Entwürfe eingereicht worben, deren Urheber zum größten Theil Hamburger sind. Johannes Brahms war neben Bismarck zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden. Für das ihm zu errichtende Denkmal ist jedoch eine verhältnismässig geringe Summe, kaum 40,000 Mark, eingegangen, daher konnten auch für die Denkmalsent­würfe feine Preise bewilligt werden. Auch die Entscheidung über die Vergebung der Ausführungsarbeiten wird von den verfügbaren Mitteln abgäugen. Daher besichtigt das Denk­malskomitee noch ein Konzert großen Stis zu veranstalten, um die Mittel zu erhöhen.

Eine Malpurgishulle auf dem Hexentanzplatz im Harz ist zur Zeit im Bau begriffen und soll bereits anfangs Juli eröffnet werden. Die Walpurgishalle ist der altgerma- nischen Sage gewidmet, wie sie in der Walpurgisdichtung des Goelheschen Faust ihren wimberbar volksthümlichen Ausdruck gefunden hat. Der Gedanke zu dieser großen nationalen Schöpfung geht von dem Maler Hermann Hendrich aus, einem Sohne des Harzes, der wie kein zweiter durch seine künstle­rische Eigenart zu diesem Werke berufen ist. In fünf mäch­tigen Wandgemälden schildert er Sage und Dichtung, wie sie aus den aliheidnischen Erinnerungen der germanischen Vorzeit und aus den gewaltigen Stimmungen einer wilden, groß­artigen Natur heroorgegangen sind. Die Goethesche Wal- purgisdichtung gelangt hier zum ersten Male in großer, monu­mentaler Weise zur bildlichen Darstellung. In Bernhard Sehring, dem phanlasicvollen Schöpfer vieler künstlerischer Bauwerke, ist der Baumeister gefunden, der die Walpurgis­halle in einem den Hendrichschen Gemälden eng angepaßten altgermanischen Süle errichtet. Auf dem sagenumwobenen Hexentanzplatze, im Angesichte des Brockens, an einer durch großartige Naturbildung und uralte Ueberlieferung geheiligten Stätte wird sich die Walpurgishalle erheben, ein bleibendes Denkmal deutscher Sage, Kunst und Dichtung ein Wall­fahrtsort für alle Deutschen, in denen die aUe Sagenwelt lebendig geblieben ist.

Neber Die Wehrmdlmrg der Lungentuberkulose mit Tuberkulin berichtet Geh. Sanitütsrath Dr. Goetsch, Slaoentzitz O. S. im neuesten Heft derDeutschen Medizinischen Wochenschrift". Zu den interessanten Veröffentlichungen, die auf einer zehnjährigen, im Gebrauch des Koch'schen Tuberkulins erlangten Erfahrung basiren, hat Robert Koch selbst das Nach­wort geschrieben. Die meisten Aerzte, so schreibt der Gelehrte, sind der Meinung, daß die Behandlung der Lungentuberkulose mit spezifischen Mitteln, insbesondere mit Tuberkulin, nutzlos und außerdem gefahrvoll sei. Diese irrige Meinung ist dadurch entstanden, daß man das Tuberkulin vielfach in Krankheits­fällen angewendet hat, bei denen es sich nicht mehr um reine Tuberkulose handelte, sondern um Komplikationen derselben mit Eiterungsprozessen. In solchen Fällen kann die spezifische Wirkung des Tuberkulin unmöglich zur Geltung kommen. Alle Aerzte, welche über größere Erfahrung in Bezug auf Tuber­kulinbehandlung verfügen und dieselbe veröffentlicht haben, wie Spengler, Turban, Petrrrchky, Krause, Thorner, Heron, Rem- bold, Barrdklier sprechen sich dahin aus, daß, wenn man nur reine, nicht zu weit vorgeschrittene, b. h. vollkommen fieberfreie Fälle von Lungentuberkulose mit Tuberkulin behandelt, diese ausnahmslos günstig beeinflußt werden. Außerdem ist man

Chemie, nämlich die Wurzel der Adlerfarn (Aspidium filix was). Jeder Mittelschüler kennt diesen prächtigsten der deutschen Farne, dessen mächtige bis zu l1^ Meter lange Wedel im Sommer und Hcrbstbeginn unsere Wälder und Gebüsche schmücken. Seine Wurzeln sind eine geschützte Drogue unserer Apotheken; beim sie bergen so unfein dies auch im Zusammenhalt mit der Poesie des Märchenwaldes stehen mag das Filizin, das souveränste aller wurmtreibenden Mittel für Mensch und Thier. Statt dessen müssen wir aber verzichten, an die Fähigkeit des zierlichen Farnkrautes, genannt Frauenhaar" (Adianthum Capillus Veneris), zu glauben, welches lange in dem Rufe stand, den Haarwuchs, besonders bei Frauen, zu befördern. Unsere Damenwelt muß die Hoffnung fallen lassen, mit dem Wurzelextrakt den wallenden Schmuck ihrer schönen Köpfchen zu kräftigen. Sie wird aber gewiß nicht unangenehm berührt sein, wenn dieses wunder­hübsche, elegante Farnlaub, welches in keinem Gewächshaus ober Blumenladen fehlt, als zarte Zierde ein ihrer Schönheit als Huldigung dargebrachles Bouquet schmückt.

Hrrmorèstisches.

Das Wtchiigfts.Nun, wie war denn Euer Bade- Aufenthalt ?"Ach, reizend; alle Tage hat's von morgens bis abends geregnet, da konnten wir wenigstens so schön unsere Ansichts-Postkarleil schreiben!"

Gewarnt. A.:Was ist denn Dein Geliebter, Emilie?" B.:Richter!" A.:Dann gib nur acht, daß er Dich nicht lebenslänglich fitzen laßt!"

Unter FrennSStt.Wie, Du dichtest jetzt auch?" Ja, seit Müller dichtet, habe ich es auch angefangen." Nun ja, böse Beispiele verderben gute Sitten." ,

-. 11 irnrrwcuM^^^rtTKKWJinra m

Albumblatt.

Die Sinne trügen nicht, aber das Urtheil trügt.

Goethe.