21 Juni
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Kolonien und würden eine gleiche Behandlung verlangen, die England ihnen nicht bewilligen könnte. Das Unterhaus lehnte schließlich den Abänderungs-Antrag mit 366 gegen 16 Stimmen ab.
Admiral v. Senden-Bibran seine Ernennung zum Ädnural- adjutanten als erster Inhaber dieser neu geschaffenen, der der Generaladjutanten entsprechenden Rangstufe entgegen. Es folgte der Parademarsch und es war erfreulich zu sehen, mit welcher Grazie die jungen Seekadetten wie die alten Seebären, ihre Vorgesetzten und Erzieher, im Potsdamer Stechschritt die Beine warfen; das alte Erziehungsmittel der preußischen Armee wird auch von der jungen Flotte offenbar in vollem Umfang gewürdigt.
Besichtigung der „Pekinger".
An die Enthüllungsfeier, welche in dem Parademarsch ihr Ende erreicht hatte, schloß sich, während die übrigen Truppen abrückten, noch eine Spezialbesichtigung der tapferen Sodcn- schen Schaar. Da stand nun diese Handvoll Leute, die wochenlang der entfesselten Wuth eines barbarischen Volkes fast ohne Aussicht auf Rettung Trotz geboten, in der schlichten Unbeweglichkeit, wie sie der Dienst vorschreibt, vor ihrem höchsten Vorgesetzten, dem obersten Kriegsherrn. Nichts unterschied sie von anderen Soldaten, als das bescheidene Ehrenkreuz am schwarz-weißen Bande auf der Brust. Die Besichtigung dauerte lauge, erst nach einer guten Viertelstunde war sie zu Ende. Oberleutnant von Soden stellte die Leute mit Namen einzeln vor. Der Kaiser unterhielt sich mit jedem einzelnen über seine speziellen Erlebnisse, dankte wiederholt für die Bravour, welche das Detachement bewiesen habe und zog schließlich Herrn von Soden in ein längeres Gespräch. Während der Monarch mit dem tapferen Bayern abseits stand, durchschritt dann die Kaiserin die Reihen der „Pekinger". Erst nach 10 Uhr kehrte das Kaiserpaar an Bord der „Hohen- zollern" zurück.
Politische Rundschau.
Dis TrrèppertLhsèèe der oftasiaLLschstt Be- sHtzmrgsbrègads erhalten folgende Standorte: Shang- h ai: Stab 1. und 2. Bataillon des 1. ostasiat. Jnfant.- Rgts., 3. (Gebirgs)-Batterie. Shanghaikwan: 3. Bataillon des 1. ostasiat. Juf.-Regts» und 1. Pionier-Detachement. Tientsin: das Brigade-Kommando nebst den Behörden und Anstalten, Stab, 1. und 2. Bataillon des 2. ostasiat. Jnf.-Rgts., Sab und 3. Bataillon des 3. ostasiat. Jnf.- Rgts., eine Eskadron Jäger zu Pferde, Stab, 1. und 2. Batterie der ostasiat. Feld-Art.-Abtheilung, ohne den nach Peking detachirten Theil der Pionier-Kompagnie unb ohne die nach Shanghaikwan, Pangtsun, Langfan und Peking detachirten Theile der Train-Kompagnie. Peking: 3. Bataillon des 2. ostasiat. Jnf.-Rgts., 1 Feld-Art.-Detachement, 1 Pionier- Detachement. 2) angtsun: 1. Bataillon des 3. ostasiat. Jnf.-Rgts., 1 Pionier-Detachement. Lang fang: 2. Bataillon des 3. ostasiat. Jnf.-Rgts. und 1 Pionier-Detachement.
Im englischen Unterhalte fragte Dillon gestern an, ob sich die verbündeten Mächte bezüglich der von China zu zahlenden Entschädigung der Art und Weise, wie die Entschädigungssumme sichergestellt werden soll, geeinigt hätten. Cranborne erwiderte, daß in der von den Gesandten an die chinesischen Bevollmächtigten gerichteten gemeinsamen Note die Entschädigungssumme auf 450 Millionen festgesetzt worden sei. Ueber die anderen Fragen werde noch berathen. — Bei der Berathung der Finanzbill begründete Flower einen Abänderungs-Antrag, wonach dem aus britischen Kolonien eingeführten Zucker theilweise die Befreiung vom Zoll gewährt werden soll. Hicks Beach erwiderte, die Annahme des Antrages würde die Wiederaufnahme einer Politik bedeuten, die vor 40 Jahren aufgegeben worden sei, da der Antrag weder England noch den Kolonien Vortheil bringt. Wenn diese Politik bezüglich des Zuckers wieder ausgenommen würde, müßte sie auch auf die anderen Kolonialprodukte ausgedehnt werden. Der englische Export nach den fremden Staaten würde dadurch ernstlich betroffen. Der englische Ausfuhrhandel nach den fremden Staaten war doppelt so groß wie der englische Ausfuhrhandel nach den Kolonien. Die fremden Staaten würden dieselben Zugeständnisse machen wie die
Ganz anderer Art sind dagegen die Capricen, denen der vielfache Milliardär Malcolm Harry Wellmann aus Chicago auf Reisen huldigt. Dieser Herr, ein Neger vom schönsten Ebenholzschwarz, der durch geschickte Spekulationen zu seinem Riesenvermögen gelangt ist, hat, wie die meisten seiner Rasseangehörigen, die Leidenschaft, sich zu putzen. Er wechselt daher auf Reisen sechsmal die Kleidung und eine zahlreiche Dienerschaft, die ihn begleitet, ist hauptsächlich mit der Sorge seiner Garderobe betraut. In den ungezählten Koffern, die er mit sich führt, befinden sich stets vierzig vollständige Phantasie- anzüge, zwölf Gesellschaftsanzüge, vierundzwanzig Smokings, zwölf Wassersports- und zwölf Lawn-Tennis-Kostüme, dreißig seidene Westen, sechs Dutzend Hemden, acht Dutzend Kravatten rc. rc. Wo er einkehrt, da veranstaltet er großartige Festlichkeiten, bei denen er den Gästen meist seine kostbare Garderobe voller Stolz zeigt. In seiner amerikanischen Heimath, in der man bekanntlich ein Faible für Extravaganzen hat, wurde er denn auch trotz seiner Hautfarbe als Modeheld gefeiert; auf diesem seinem eigensten Gebiet war er tonangebend und alle eleganten Dandies kopirten ihn in der Art, sich zu kleiden. Inzwischen hat er seine Kleiderpassionen wesentlich eingefdjranl't, aber die Neigung, auf Reisen prunkvoll aufzutreten, ist ihm verblieben.
Viele Millionäre, die sich's leisten können, setzen ihren Stolz darin, ihren eigenen Salonwagen 31t haben, der natürlich mit allem nur möglichen Luxus ausgestattet ist. Es scheint jedoch, als ob es die Damen in dieser Hinsicht den Herren zuvor thun, so ist es z. B. in Amerika geradezu Brauch, daß Milliardäre, die ihre Töchter verheirathen, diesen zur Aus- stattung die entzückendsten, aus mindestens bm Räumen bestehenden Eisenbahnwagen zuschenken. Ein Wunder an Pracht soll der von Mrs. Anderson sein. Der Salon ist mit weißem Seidensammt tapezirt, die Decke bekleidet weißer Atlas, in dessen Falten 9J?ebaillonbi(ber nach Böttcher eingelassen sind und den Fußboden bedecken alte sogenannte Polenteppiche. Die Möbel in diesem reizenden, ambulanten Raum kombiniren sich aus Malachit und Goldbronce, sowie aus Schildpatt und
Das Gefecht M der großen Mauer.
IV.
Lingthou, 26. April.
Mit noch geringeren Verlusten, wie vom Obersten Hoffmeister der Kouang-ngang-Paß, wurde das nördlich gelegene Paßthor von Liou-lang-Kwan durch die Kolonne des Obersten von Ledebur genommen. Wohl waren auch hier Schüsse gewechselt worden, auf unserer Seite ihnen aber nur ein einziges Pferd zum Opfer gefallen. Strapazen dagegen hatte es auch für die Kolonne Ledebur in Hülle und Fülle gegeben, denn das Aufstieg-Gelände zum Paß erwies sich als das denkbar schwierigste, die Wege als sehr ungangbar. Unter diesen Ilmständen muß man cs als einen Glücksfall betrachten, daß cs dort nur zu einem leichten Gefecht kam und das Hinaufschaffen von Geschützen überflüssig wurde. Von der zugetheilten Batterie traten nur die Berittenen mit in Aktion, welche auf den Flanken der vorstoßenden Kompagnien des III. Regiments mit vorgegangen waren.
Weniger günstig lauteten zuerst die Meldungen vom Kuchang- Paß. Dort war dem Major von Mühlenfels mit seiner Kolonne — die sich aus berittener Infanterie unter Oberleutnant Quassowski, der 5V 7. und 8. Kompagnie des I. Ostasiatischen Infanterie-Regiments und einer Abtheilung Pioniere zusammensetzte — am 23. April entschieden die schwerste Aufgabe zugefallen. Major v. Mühlenfels fand die Paßhöhe, eine schon von Natur formidable Position, von 200 chinesischen Scharfschützen besetzt, denen nur nach hartem Kampf und unter ver- hältnißmäßig großen Verlusten beizukommen war.
General v. Lessel erhielt die diesbezügliche Meldung am Spätnachmittag des 23. beim Niedersteigen vom Paß von Kouang-ngang und ordnete daraufhin die sofortige Entsendung eines Zuges Gebirgs-Artillerie von der Kolonne Hoffineister an, während die Hälfte dieser Kolonne vom Paß nach bet Schansi-Seite niedersteigen und versuchen sollte, am aiiberen Vormittag den Chinesen bei Kou-chang in den Rücken zu kommen.
Der General mit seinem Stabe und den Herren des Armee- Oberkommandos nächtigte an der Gabelung der nach den beiden Pässen sich abzweigenden Bergthäler, in dem an einem Wassersall romantisch gelegenen Dörfchen Chuchuzei, um am anderen Morgen von dort selbst zur Kolonne Mühlenfels aufzubrechen. In Chuchuzei, dessen Einwohner geflohen roareit, halten wir am 23. Abends noch kurz vor dem Dunkelwerden ein ganz interessantes Intermezzo. Schon am Vormittag war hier von den steilen Berghängen herab auf uns und noch andere durchpassirende Reiter geschossen worden. Kaum war nun gegen Abend von unseren Leuten nahe dem Wasserfall das Zelt des Generals aufgeschlagen, in welchem gegessen werden sollte, so zeigten sich auf einer kaum 200 Meter entfernten Bergkuppe plötzlich Chinesen, die vorsichtig hernnterlugten und uns zu beobachten schienen. Die Geschichte war immerhin etwas ungemüthlich. Aus bloßer Neugierde waren die Kerle sicher nicht da. Sie mußten vertrieben werden, und das übernahm Hauptmann v. Buttlar und Leutnant Pogge, gefolgt von einigen Ossizieröburschen, die ob dieses schönen Zwischenfalls Feuer unb Flamme waren. Schon nach wenigen Minuten hatte das kleine Häufchen die Hälfte zur Höhe zu dem Chinesen- Auslug erstiegen. Die Langzöpfe oben rührten sich nicht. Da plötzlich wurden sie mobil. Erst rollte ein einzelnes mächtiges Felsstück, dann mehrere den Unseren entgegen. Im selben Moment gaben diese aber auch schon Feuer und die Chinesen daraufhin sofort — Fersengeld. Als die Unseren auf dem Felsengrat anlangten, war nichts mehr vom Feinde zu sehen, nach den bisherigen Erfahrungen auch kaum mehr eine weitere Belästigung von ihnen zu befürchten. So konnten wir denn unsere Erbssuppe in aller Ruhe auslöffeln.
Silber. Der eine Vanderbilt wiederum gab seiner Tochter als Hochzeitsgeschenk einen durchweg mit türkisblauem Plüsch ausgeschlagenen und von außen weiß lakirten Salonwagen, in dem sich eine Konditorei befindet. Die Vorräche in dieser müssen aber wohl recht beträchtlich sein, da unter vielen anderen Süßigkeiten eine 500 Kilo schwere Kiste voll einer kostbaren Nascherei, welche die Besitzerin dieser Herrlichkeiten besonders liebt, darin untergebracht ist. Einen Salonwagen, der sich dadurch auszeichnete, daß alle Möbel von buntbemalten Engels- siguren getragen oder umflattert wurden, ließ sich Leslin Hines aus Nebraska zu seiner eigenen Hochzeitsreise anfertigen. Als dieser Herr dann später, infolge seiner unsinnigen Verschwendungssucht unter Kuratel gestellt wurde, kam jener Wagen, von dem Jemand sagte, daß er dem Heim einer Märchensee gliche, unter den Hammer; ein Menageriebesi^cr kaufte ihn um ein verhältnißmäßig Geringes, um ihn, mit Löwen, Tigern und anderen wilden Bestien gefüllt, für seine festlichen Umzüge zu verwerthen.
Uebrigens hat die Neuzeit mit ihren mannigfachen, technischen Erfindungen auch auf die Neisegewohnten der Millionäre und Milliardäre ihren Einfluß geübt, insofern, daß viele gegenwärtig statt der Eisenbahn das Automobil benutzen. Besonders ist dies in Australien Sitte. Einzelne der reichbegütertsten dieses Erdtheils haben sich mächtige, mit allem Komfort versehene Wohnungswagen bauen lassen, Andere dagegen bevorzugen für die Fahrt kleine Töff-töffs mit abnehmbarem Verdeck. Die Letzteren führen indessen Zelte mit sich, die überall dort aufgeschlagen werden, wo sie die Nacht über zu bleiben gedenken. Die Bequemlichkeit in diesen Zelten soll jedoch, da man in den wenig umfangreichen Automobilwagen nur eine geringe Menge von Gepäck transportiren kann, viel zu wünschen übrig lassen. Immerhin dürften ihre Besitzer . noch behaglicher reifen, als die jungen englischen Millionäre, ; unter denen es zur Zeit bekanntlich Mode ist, auf der Eisen- ■ bahn dritter Klasse zu fahren unb nachts in den erbärmlichsten . Wirthshäusern zu schlafen. !
Am Morgen des 24. April ging es frühzeitig durch das Nachbarthal zum Kou-chang-Paß hinauf. Major Lauenstein und ich waren den übrigen Herren weit vorausgeritten. In dem anfangs sanft ansteigenden schluchtartigen Thal kamen wir flott vorwärts, konnten stellenweise sogar tüchtig zutraben. Wiederholt kreuzten unsere Pferde die silberklaren Wasser des vom Gebirge niederrauschcnden, momentan aber sehr zahmen Ge-ei-ho. Alle Augenblicke gingen vor uns Wildenten, Bekassinen, zweimal auch Waldschnepfen auf. Prächtige Silberreiher, sonst bekanntlich ungemein scheu, ließen uns hier auf wenige Schritte herankommen, zwei schwarze Störche ließen sich durch die fremden Reiter überhaupt nicht in ihrer gravitätischen Ruhe stören. Sie schienen zu ahnen, daß wir an diesem Tage für sie keine Kugel in dem Lauf hatten und unsere Parole einzig und allein lautete: „Nur schnell vorwärts".
Allmählich wurden die Steigungen merkbarer. Jetzt zweigte sich ber. eigentliche Paßweg, der in circa anderthalb Stunden zur Paßhöhe führte, seitwärts ab. Ein richtiger Gebirgspfad, kaum 3 bis 4 Fuß breit, wandte er sich in steten Krümmungen um immer neue Bergecken empor; auf der einen Seite begrenzt durch mächtige, steil aufsteigende Felswände, während auf seiner anderen Seite ebenso steile Hänge nach zerklüfteten, tief eingerissenen Schluchten jäh abfielen. Ringsum wilde pittoreske Hochgebwgs-Formationen! An einzelnen Stellen, wo sich die engen Thalwände ein wenig mehr aus- ciuanderschvben, enthüllten sich unseren Blicken stets wechselnde wundervolle Panoramen.
Wir passirten an einer kleinen offenen Tempelhalle vorüber. Vollkommen leer, verlassen steht sie da; ihre Rückwand zeigte eine » frisch ausgebrochene Schießscharte. Vor 24 Stunden lugte durch sie wohl noch ein chinesischer Wachposten! Ein paar Kleiderfetzen sind herumgestreut! . . . Unsere Thiere spitzen die Ohren. Da ruft auch schon Major Lauenstein, der an der Töte reitet und Halt gemacht hat: „Dicht am Wege in den Felsen liegt ein erschossener Chinese, vor dem die Pferde scheuen werden. Wir sitzen besser ab! . . ." Wir saßen ab, was übrigens auf dem höllisch schmalen Weg garnicht so leicht zu bewerkstelligen war. Willig folgten die Thiere an langem Zügel ihren Reitern, wenn ihnen der starre, auf dem Gesicht liegende Todte auch unheimlich ist. Nur ein momentanes Stutzen, dann drängen sie schnell vorüber. Wir aber bleiben vorläufig abgesessen, da der Weg gleich darauf ein paar recht böse Kletterstellen aufweist. So geht's eine weitere gute halbe Stunde bergan. Als wir eben wieder mühsam in den Sattel „geklettert, kommt nns eine kleine zu Thal ziehende Infanterie-Abtheilung mit mehreren Tragthieren entgegen. Zum Glück erweiterte sich gerade hier der Weg ein bischen und ermöglichte ein Vorbeikommen. Wir halten also! Im Vorüberziehen erzählt uns ein Unteroffizier, daß wir gleich den Paß zu Gesicht bekommen würden. Doch sei da oben alles 31t Ende. Früh Morgens wären die Chinesen plötzlich abgerückt, nachdem die Unseren kaum den Angriff erneuert. Nun wehe oben auf dem Paßthurm die deutsche Fahne! Dann wies der Unteroffizier uns schnell noch die Punkte, an denen am Tage vorher der heiße Kampf begonnen und unsere Braven einen so schweren Stand gehabt hatten.
Die schlimmsten dieser Stellen markirten sich ganz von selbst deutlich genug! Ein Blick in die stetil abfallende Schlucht, und wir konnten da unten in kurzen Zwischenräumen neben großen getrockneten Blutlachen die Kadaver von einer ganzen Reihe Ponies resp. Maulthieren liegen sehen. Durch von oben auf den schmalen Weg abgerollte Felsstücke waren sie in die Tiefe geschleudert worden und unten an den Felsen zerschellt.
Der Weg macht hier — kaum 600 Meter Luftlinie von dem ziemlich stark befestigten Sperrthurm des PasseS entfernt — eine scharfe Biegung und läuft zirka 200 Meter weit direkt auf diesen Thurm zu. Dann biegt er abermals scharf rechts ab und führt, auf zirka 300 Meter Tistance, an der Front der dominirenden Chinesenstellung entlang zum kleinen Gebirgsdorfe Kou-chang, von dem der Paß seinen Namen hat. Eine Stunde später waren wir selbst in der hoch gelegenen chinesischen Position und vermochten uns
Viel ließe sich von den Vergnügungsyachten erzählen, die diese und jene Millionäre sich haben erbauen und einrichten lassen. Der Luxus, der auf denselben zuweilen herrscht, ist so groß, daß gewöhnliche Sterbliche sich keine Vorstellung davon zu machen vermögen. Nur ein Traum kann ihnen Aehnliches vorführen. Ein vornehmer reicher Russe, der vornehmlich auf dem schwarzen Meere zu kreuzen liebt, hat ein Schiff, auf dem sich fünfzig wundervolle Fremdenzimmer befinden. Es gibt an Bord einen Tanz-, einen Musik-, einen kleinen und einen großen Speisesaal, eine Bibliothek und einen Baderaum mit Schwimmbassin. Die zahlreiche geladene Gesellschaft, die den Eigenthümer der Aacht begleitet, führt ein wahres Schlaraffenleben — Bälle und Konzerte wechseln miteinander ab und bei jedem Ditter werden zehn Gänge servirt. Das Service ist durchweg in Silber getrieben.
Doch, les contrastes, se touches! Während der erwähnte Millionär auf seinem palastartigen Fahrzeug Feste von lukullischem Gepräge feiert, segelt ein noch reicherer russischer Fürst mit einem jämmerlichen Schifflcin, dessen Bemannung außer ihm nur noch zwei Matrosen bilden, über das Weltmeer. Er hat keine Konserven und Wein an Bord, sondern nährt sich nur von SchiffSzwieback, geräucherten Fischen und Thee. Die Welt behauptet, er wäre ein Jünger des Grafen Tolstoi, der von dessen Lehren erfüllt, an sich selbst erfahren wollte, wie der Mensch unter Entbehrungen lebt. Da er auf dem Festlande der Versuchung unterliegen würde, von seinem Reichthum Gebrauch zu machen, hat er sich, um für sich diese Möglichkeit abzuschnciden, auf's Wasser begeben!
AlhumbläLLer.
Dem Ansehn kommt auf dieser Welt
Allzeit der Tod zu Statten;
Ist die Platane erst gefällt, Dann rühmt man ihren Schatten.
Tatarischer Svruch.