Donnerstar;
20 Juni
Serre 6
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Wir waren am 22. kaum hier eingerückt und hatten uns in den engen Quartieren installirt, als ein dumpfes Dröhnen, das aber mit dem Knall bei einer größeren Explosion verzweifelte Aehnlichkeit hatte, alles wieder auf die Straße trieb. Was war geschehen? Zivei Leute der 5. Kompagnie des III. ostasiatischen Infanterie-Regiments, Johann Schubert und Friedrich Beck, — hatten im Hinterhause ihres Quartiers einen dunklen Raum betreten. Eine daselbst offen stehende Kiste reizte ihre Neugierde. Der Eine faßt hinein. „Teufel" — meint er, — „ich glaube die Kiste enthält loses Pulver." „Na, da wollen wir doch einmal uachsehen," — sagt der Andere, streicht ein Schwefelholz an und leuchtet damit in die Kiste hinein. Eine blendende Feuergarbe steigt empor, ein Knall, und im selben Moment lagen auch schon zwei entsetzlich verstümmelte, furchtbar verbrannte Körper unter einem lichterloh brennenden Trümmerhaufen, während zwei andere derselben Kompagnie angehörende Leute, die in der Nähe standen, mit nur leichten Verwundungen davongekommen waren. Eie riefen um Hilfe; die anderen vermochten das nicht mehr. Es dauerte eine geraume Weile, ehe man die Schweroerunglückten unter dem brennenden Balkenwerk, den Steinen einer eingestürzten Stauer und einem riesigen Haufen von Kupfer- kesch, die neben der Kiste gelegen haben müssen, überhaupt nur hervorziehen konnte. Wohl dem Einen, daß er gar nicht mehr zur Besinnung kam! Der Andere litt noch mehrere Stunden, machte auch noch die bezüglichen Aussagen, aber alle von den Aerzten angewandten Mittel konnten auch ihn nicht am Leben erhalten. Er starb am Abend! Nachträglich kam heraus, daß der Besitzer des Hauses ein Verkäufer von selbstgefertigtcn Feuerwerkskürpern und der dunkle Raum sein Laboratorium gewesen war. In seiner Todesangst vor den anrückenden fremden Teufeln hatte der Chinese sein Haus, wie es lag und stand, verlassen und war geflohen.
Die Leichen der armen Opfer wurden, wie jene der beiden ermordeten Reiter, cingesargt und nach Paotingfu zurückgesandt, wo sie beerdigt werden sollen.
Doch ich habe da vorgegriffen. Drei Tage zurück, am 19., hatten wir in Lingshu gelegen, am 20. den Je-Ho westlich von Phing-shu überschritten, waren dann bis Houeche geritten und dort am 21. liegen geblieben, um sichere Meldungen aus dem Vorterrain abzuwarten. —
Die schwache geländerlose Brücke über den Je-Ho hatten französische Pioniere ausgebessert und unter ihre Bewachung genommen. Ueber bem ziemlich schroff zum Flußbett abfallenden Gelände wehte an hoher Stange die französische Tricolore. Als wir herankamen, wurde die Brücke momentan durch einen halb abgerutschten Wagen unserer Pionier-Abtheilung gesperrt, den wieder aufzurichten und flott zu machen zahlreiche Hände eben beschäftigt waren. Es gelang ihnen auch bald. In zehn Minuten war das schwerfällige Fahrzeug abgepackt, in weiteren zehn Minuten die abgerutschten Rüder auf den Brückenbelag hinaufgezogen, der Wagen neu beladen, die Pferde vorgelegt und — unserem Flußübergang stand kein Hinderniß mehr im Wege. Im Nothsalle hätten wir übrigens durchs Wasser reiten können, wenn dasselbe den Pferden auch bis über die Brust ging. Feldjägerleutnant Pogge auf seinem verständigen Australier hatte gleich beim Eintreffen dies Wagniß unter- rommen und glücklich das jenseitige Ufer erreicht. Jmnierhin aber war die Benutzung der Brücke doch bequemer und weniger feucht-fröhlicher Natur wie die Poggesche Wasserdurchquerung.
— In Houeche kam allmählich auch mehr Klarheit in die Situation, denn jetzt liefen neben französischen auch Meldungen unserer eigenen vorgesandten Offtzierpatrouillen, ein, und es geht doch nichts über korrekte kurze deutsche Meldungen ! So war auf Befehl des Generals von Lessel am 20. nachmittags Leutnant Alemann vom dritten Regiment mit berittener Infanterie losgeritten und hatte, als er bei Eintritt der Dunkelheit im Hochgebirge nicht weiter konnte, auf einem Paß übernachtet. Im frühesten Morgengrauen gings weiter erst nach Tsing-hing, dann zu den östlich davon gelegenen befestigten Stellungen des Feindes. Ueberall fand er nur noch waffenlose chinesische Soldaten und stellte fest, daß die Hauptkräfte des Feindes nach der „Großen Mauer" zurückgegangen seien. Sobald er dessen sicher war, trat er den Rücktritt an und war bereits am Abend des 21. wieder in Houeche. Eine wahrhaft brillante Leistung, wenn man sich vergegenwärtigt, daß er in dieser kurzen Zeit im schwierigsten Berglande 80 Kilometer zurückgelegt hatte.
Unseren Angriffs-Kolonnen sielen das Durchgangsthor an der Großen Mauer bei Niang-the-Kwan und die drei nördlich davon gelegenen Thore zu, zu denen die ungefähr parallel laufenden Thäler durch das wild zerklüftete Hochgebirge führten. Um in diese Thäler zu gelangen, mußten drei unserer Kolonnen ihren Weg über Nangeli nehmen. Nur die des Obersten v. Ledebur stieß direkt von Hountshen auf Lioulang-kwan vor. Die sehr schwierigen Gebirgswege ließen sämmtlich recht viel zu wünschen übrig. Mit Karren war auf ihnen überhaupt nur noch ein kleines Stück sortzukommen, demgemäß denn auch nunmehr die nothwendigsten Gepäckstücke nebst Proviant ec. auf Tragthiere verladen und die Karren am Fuße des Hochgebirges unter Bedeckung zurückgelassen wurden. Allen Kolonnen waren zudem Pionier-Abtheilungen beigegeben und theils schon voraus, um die Gebirgswege gangbarer zu machen. Mit Feldgeschützen und Feldhaubitzen bis auf die Paßhöhen zu kommen, schien nach den eingegangenen Meldungen ausgeschlossen. Jedenfalls hätten die Vorbereitungen längere Zeit erfordert. Die Gebirgsbatterie des Hauptmanns Gerstenberg war dagegen der Kolonne des Obersten Hoffmeister zugetheilt und kam auch am 23. bei Kouang-ngang zu wirksamem Eingreifen. Auf chinesische Truppen war bisher nur im östlichen Anmarschthale unsere berittene Infanterie gestoßen. 700 Chinesen hatten sich sofort vor ihnen zurückgezogen.
Am 22. hatte General v. Lessel die Herren vom Oberkommando mit denen seines Stabes zur Abendtafel um sich vereinigt. Ein großes Diner gab cs natürlich nicht; ^dafür aber ein echtes Feldzugsessen, eine trefflich bereitete Fleischsuppe mit eingekochten Kartoffeln, Reis und Hühnerfleisch. Sie mundete uns mindestens ebenso gut, wie ein Diner bei Dressel oder Hiller, so gut sogar, daß nach Vertilgung des
ersten mächtigen Napfes einer der Herren die schüchterne Frage aufwarf, ob vielleicht noch ein wenig Suppe zu haben wäre? Und siehe, nicht nur ein wenig, sondern für Jeden sogar noch ein zweiter Napf war zu haben. Er wurde auch von keinem refüsirt und dazu fleißig Nothwein getrunken, zu dem die sämmtlichen Beteiligten aus ihren Vorrâthen beigesteuert hatten. Und dann, — ja dann kam noch eine Extra-Ueberraschung in Gestalt von Eierkuchen mit Eingemachtem auf die Tafel. Hauptmann Bergmann, der kie Leitung des Verpflegungswesens übernommen, lächelte vergnügt, als er sah, daß seine Berechnungen zutrafen, denn auch von diesem zweiten Gange blieb nichts übrig. Die Beegluft macht eben Appetit, und am Fuße der Berge, sogar des Hochgebirges waren wir ja bereits. Schon am nächsten Tage lernten wir allerdings seine Einflüsse von weniger angenehmer Seite kennen. General v. Lessel hatte nämlich beschlossen, am folgenden Morgen der früh abmarschiren- den Kolonne Hoffmeister zum Kouang-ngang-Paß zu folgen. Bei einigermaßen stottern Reiten konnten wir bestimmt darauf rechnen, zur Aktion dort noch zurechtzukommen/ Aber in den Bergen stimmen solche Berechnungen nicht immer. Schon vor Nangeli gerieten wir auf Vergpfade schlimmster Art, auf denen die Pferde nur stellenweise benutzt, meist aber geführt werden mußten. Leider mar die dabei versäumte Zeit später nicht mehr einzubringen. In flottestem Tempo ging es von dort in dem allstcigenden, schluchlenartigen Bergthale weiter, zumal, als plötzlich die Meldung einlief, die Kolonne stünde vorne im Gefecht. Das erwies sich auch als richtig, trotzdem noch immer kein Schießen zu hören war. Ich war auf meinem Pony wohl 1000 Schritte voraus. Neben mir trabte ein berittener Infanterist. Da, als das Thal eine scharfe Biegung macht, knallten kurz hintereinander zwei Schüsse von den hohen steilen Seitenwänden auf uns herab. Sie rührten von ein paar Versprengten her, oder auch von Dorfbewohner, die in die Berge geflüchtet waren. Jedenfalls waren sie gut gemeint, gingen aber zu hoch. Wenige Minuten später tönte es von vorne her wie Donnerrollen mit vielfachem Echo an den Hängen entlang. Das wiederholte sich noch zwei, dreimal, dann trat Sülle ein. Und gerade jetzt wurde der Weg immer schwieriger; nur langsaly kam ich vorwärts. Major von Falkenhayn holte mich ein. Mit ihm legte ich das letzte Stück bis zur zerfallenen Thalsperre zurück. Auf ihren stehen gebliebenen Mauerresten hatte, wie wir später hörten, Oberst Hoffmeister bald nach elf Uhr die deutsche Fahne aufgepflanzt und ein Hoch auf den Kaiser ausgebracht, als die den etwas höher gelegenen Paß besetzt haltenden Chinesen auf ihn das Feuer eröffneten. Ohne Besinnen ging es nun vorwärts. Zu unserem Glück schossen die Chinesen schlecht. Etwas gefährlicher erwies sich der ununterbrochen dauernde Hagel von Felsstücken, den einzelne, auf den hohen Seitenwänden postirten Chinesen auf den engen Felsenpfad niederprasseln ließen. Als Oberst Hoffmeister, um einem ihn bedrohenden Felsstück auszuweichen, bei Seite sprang, verstauchte er sich dabei den Fuß, was ihn aber nicht abhielt, das Gefecht bis zum Schluß selbst zu leiten und auch die Paßhöhe mit zu erklimmen. Sobald es übrigens einem unserer Leute gelungen war, einen leidlich gedeckten Platz zu finden, von dem aus sie die Chinesenbesatzung unter Feuer nehmen konnten, gerieth der Feind ins Wanken, und als sich dann noch Hauptmann Gerstenberg mit seiner Gebirgs-Batterie einmischte und ihnen 23 Granatschüsse hinübersandte, da gabs bei den Langzöpfen kein Halten mehr. Schleunigst räumte der ca. 4 Kompagnien starke Feind die Position und floh Hals über Kopf nach Shansi hinein, verfolgt von einer größeren deutschen Offizier- Patrouille. Der Kolonne Hoffmeister hatte die Erstürmung des Kouang-ngang-Passes nur zwei Verwundete gekostet. Als wir am Passe anlangten, stieg die Gebirgsbatterie bereits wieder ins Thal hinab und ein Theil der Infanterie folgte ihr; vorweg Oberst Hoffmeister, schwer hinkend und gestützt auf zwei seiner Leme. Das stark geschwollene Fußgelenk mochte arg schmerzen, aber dergleichen vergißt jeder deutsche Offizier nach einem siegreichen Gefecht, und gesiegt hatten wir. Der Paßweg von Kouang-ngang war frei.
O. Dannhauer im „B. L.-A."
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Hus ptab und fern.
Fttlsa, 19. Juni. Ihre Königliche Hoheit die Land- gräfin von Hessen traf heute Vormittag mit dem Frankfurter Schnellzuge hier ein und fuhr von hier per Wagen nach Schloß Adolfseck, wo sie wie alljährlich einen längeren Sommeraufenthalt nehmen wird. — Ein wegen verschiedener Zechprellereien steckbrieflich verfolgter, 22 Jahre alter Oesterrcicher wurde gestern in Hilders verhaftet und geschlossen in das Gefängniß des hiesigen Königl. Amtsgerichtes eingelicsert, um heute nach Hanau transportirt zu werden.
St. Frankfurt, 19. Juni. Zur großen Regatta des Frankfurter Regatta-Vereins am 23. und 24. ds. sind die Meldungen überaus zahlreich erfolgt, so daß die verschiedenen Konkurrenzen sehr interessant werden dürften. Um den Kaiscr- preis wird am 24. ds. gerungen. — Die Samoaner veranstalteten heute Nachmittag eine Probe-Vorstellung und gefielen sehr.
— Hosheim am Taunus, 19. Juni. Am letzten Sonntag hielt die hiesige freiwillige Feuerwehr am Meister- thurm (prachtvoller Aussichtspunkt) ihr vom schönsten Wetter begünstigtes Waldfest ab. Musik, Gesangsvorträge, turnerische Vorstellungen und Tanz, sowie gute Verpflegung trugen dazu bei, daß sich bald ein äußerst reges, urgemüthliches Treiben entwickelte. Die Thurmbaulommission hat vor kurzer Zeit die untere Gallerie des Meisterthurms zu einem geräumigen Musikpodium ausgebaut und hat sich diese Einrichtung ganz außerordentlich bewährt, überhaupt bietet der Platz in seiner- jetzigen Gestaltung, in Mitten eines herrlichen Waldes, und mit seiner großartigen Fernsicht einen empfehlenswerten Ausflugsort für Geselffchasten und Vereine.
- Seligenstadt, 19. Juni. Im „Zellerbruch", einem ausgedehnten Wiesengrunde.hiesiger Gemarkung, errichtete ein unternehmungslustiger junger Mann, Herr Fischer Johann Bernhard Burkard von hier, vor einiger Zeit eine größere Brutanstalt für künstliche Forellenzucht. Durch praktische
Ausnützung dreier kräftigen Quellen hat die Brutanstalt in 10 Bassins Raum für etwa 500 000 Bruteicr der „Salmaniden" geschaffen und durch sinnige Einrichtungen der Natur und den Lebensbedingungen dieser bevorzugten Edelfischarten entsprochen. Die ersten Bruteier wurde,» aus Westfalen, Baden und Bosnien bezogen. Die jährliche Erbrütung von Bach- und Regenbogen- Forellen ist auf 450 000 Stück berechnet. Die Erstlingsversuche ergaben ein sehr erfreuliches Resultat. Viele Tausende von Forellen und forelleirartigen Edelfischen beleben gegenwärtig als „Jährlinge" oder „Jungfische" die Brutanstalt und die angrenzenden Gewässer, insbesondere den „Klosterbach". In neuerer Zeit suchten viele der durchweg schon V« bis V* Pfund schweren „Jährlinge", die demnächst als „Speisefische" Absatz finden sollen, durch den genannten Bach nach dem Mainstrom zu entweichen. Der Brutanstaltsbesitzer hat nunmehr durch Anbringung einer selbstkonstruirten und nie versagenden „Hohlsiebfalle" am Ausflusse des „Klosterbaches", etwa 3 Kilometer von der Brutanstalt entfernt, dem Freiheitsdrange seinerZheueren Zöglinge wirksamen Einhalt zu gebieten verstanden. Schon in der nächsten Zeit hofft der geniale Erfinder dieser ebenso einfachen als überaus praktischen Forellen- falle mindestens 6000 Pfund Edelfische versilbern zu können. Die vielversprechende Brutanstalt soll demnächst bei einigem Entgegenkommen der anliegenden Grundeigenthümer eine beträchtliche Erweiterung erfahren. Im Jahre 1899 wurden in zwei verschiedenen Bächen versuchsweise 30 000 junge Forellen ausgesetzt. Die damit erzielten günstigen Resultate, in Verbindung mit dem raschen Aufschwung der neugegründeten Brutanstalt, berechtigen zu der zuversichtlichen Hoffnung, daß in kurzem Zeitraume unsere sämmtlichen Gemarkungsgewässer reichliche Forellenbestände aufweisen werden und unsere heimische Fischerei mit ihren ausgezeichneten Absatzgebieten in rationellere Bahnen gelenkt ist.
y Mainflingen, 19. Juni. Ein erschütternder Unglück s f a l l ereignete sich gestern im benachbarten Weinorte Hörstein. Die bei der Wittwe des Landwirths Math. Kern bedienstete Magd Ottilie Kunkel hatte nämlich, wie dies auf dem platten Lande vielfach Sitte ist, am frühen Morgen mit zwei jungen Pferden ihrer Dienstherrschaft auf dem Felde Futter geholt. Auf der Heimfahrt scheuten die Thiere, wobei das auf dem Wagen sitzende Mädchen herabstürzte, unter die Räder gerieth und schwere Verletzungen erlitt. Einige Stunden später war der brave und fleißige Dienstbote eine Leiche.
Sport.
Ehrenpreis der Stadt Hannover für Paris- Berlin. Mit Dankbarkeit und Freude wird diesseits und jenseits der Vogesen dieser Beschluß des Magistrats und der Bürgervorsteher Hannovers als ein neues Zeichen des Interesses maßgebender Kreise am Automobilismns begrüßt werden. Nach der Bestimmung der Stifterin soll dieser Ehrenpreis demjenigen Automobilwagen zu Theil werden, welcher die Fahrt von Paris bis Hannover in der kürzesten Zeit zurückgelegt hat. In Hannover werden, wie bekannt, die Automobil-Rennfahrer vom 28. bis 29. Juni rasten und mit den Fahrttheilnehmern des Sonderzuges Zusammentreffen, der sie auf ihrer Fahrt von Paris nach Berlin begleiten wird. Bei dieser Gelegenheit wird seitens der Continental Kautschuk unb Gutapercha Co. ein Festmahl veranstaltet werden, an welchem einige Mitglieder des Magistrats und des Bürgervorsteher-Kollegiums der Stadt theilzunehmen beschlossen haben, um die fremden Gäste durch eine Begrüßung namens der Stadtverwaltung auszuzeichnen. Uebrigens haben sich in allen von der Fahrt berührten größeren Städten Komitees aus den angesehensten Mitgliedern der Bürgerschaft gebildet, welche es sich zur Aufgabe gestellt haben, den fremden Automobil- Fahrern ihren Aufenthalt bequem und angenehm zu machen, sodaß dieselben für die Strapazen der Fahrt reichliche Entschädigung finden werden.
Automobil-Fernfahrt Paris-Frankfurt a. M.- Berlin. Den Empfang der französischen Gäste auf der Etappenstation Frankfurt a. M. hat das unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters Dr. Adickes gebildete Fest-Komitee übernommen. Zu dem nächsten Dienstag, 25. Juni, abends 61/? Uhr im großen Saale des Palmengartens angesetzten Fest- Bankett haben die Spitzen der Behörden und fast alle in der hiesigen Sportwelt bekannten Herren Zusage gegeben. ■ Der Preis des Couverts einschließlich Getränke, freiem Eintritt in den Palmengarten und das Variktö-Theater im Hippodrom ist auf 20 Mk. festgelegt.
Hus aller Melt.
Die Grundsteinlegung der Vismarcksäule bei Frievrichsruh, welche von der Studentenschaft aller deutschen Hochschulen gemeinsam errichtet wird, findet am nächsten Freitag statt. Der Akt ist mit Rücksicht auf die in einem Jahr bevorstehenden großen Einweihungsfeicrlichkeiten in einfacherem Rahmen geplant. Jede Hochschule entsendet mindestens einen, aber nicht mehr als drei offizielle Vertreter. Sind drei Com- militonen bestimmt, was wohl bei den meisten Hochschulen der Fall sein dürfte, so erscheinen sie mit der Fahne ihrer Anstalt. Im Uebrigen steht eS auch anderen Studirenden frei, als Zuschauer an der Grundsteinlegung und als Theilnehmer am Commers sich zu betheiligen. Für die Feier hat der Ausschuß der deutschen Studentenschaft folgendes Programm aufgestellt: Donnerstag Abend Begrüßung im Vereinshause der „Patriotischen Gesellschaft" zu Hamburg. Freitag 19., vormittags 9 Uhr, Abfahrt nach Aumühle. Die Feier wird voraussichtlich in Gegenwart des Fürsten Herbert Bismarck stattfinden. Es wird eine Festrede gehalten und das Lied „Horch, Sturmesflügel rauschen" gesungen; dann folgen die Hammerschläge je eines Vertreters der Hochschulen. Abends gemeinsamer Commers. Für die Gedenksäule haben die auswärtigen Hochschulen bereits 25000 Mark aufgebracht.
Der Grotzherzog soll heirathen. Aus Weimar, 16. Juni, wird geschrieben: Die getreuen Unterthaninnen des jungen Großherzogs Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar- Eisenach wollen partout eine Landesmutter und deshalb haben sie ihm w'ederbolt siib rosa zu verstehen gegeben. sie möchten